Über

Manche kennen mich vielleicht als Comic-Bloggerin „erzaehlmirnix“, andere stoßen neu auf diese Seite. Da ich mich immer sehr bedeckt gehalten habe über mich als Person, kommt es fast auf dasselbe heraus. Langjährige erzaehlmirnix-Leser fanden mit der Zeit heraus, dass ich eine Psychotherapeutin mit dickem Hintern bin. Dass der Hintern Teil eines 150kg-Körpers war, wussten allerdings die Wenigsten.

meDas Foto zeigt mich, kurz vor der 150er-Marke bei einer Größe von 175cm. Wie man an diesen Punkt kommt ist eine oft gestellte Frage, und zumindest bei mir kann ich diese mit „Gleichgültigkeit“ wohl am besten beantworten. Als relativ junger Mensch fühlte ich mich durch dieses Gewicht kaum eingeschränkt, oder besser gesagt, ich wollte mich nicht eingeschränkt fühlen. Dinge wie meinen massiv zu hohen Blutdruck ließen sich wunderbar wegignorieren. Ich fühlte mich in meinem Körper einigermaßen wohl, führte (und führe) eine Langzeitbeziehung mit einem Mann, der mich mit fast 150kg heiratete, war zufrieden im Beruf und es gab so direkt keinen Lebensbereich in dem ich durch mein Gewicht Probleme hatte. Das war zumindest damals meine Einstellung, wenn ich auch gelegentlich eingestand, dass ich gerne körperlich fitter wäre und doch gerne weniger wöge.

Was mich abhielt waren, im Nachhinein betrachtet, zig Einstellungen, die ich in Jahrzehnten von massivem Übergewicht und (Jojo)diäten gesammelt hatte. Da ich meine Diplomarbeit zu dem Thema verfasst hatte und eine ernährungswissenschaftliche Schule besucht hatte, war vieles davon sogar -vermeintlich- wissenschaftlich begründet. Ich dachte, ich hätte es schwerer, normalgewichtig zu sein, weil meine ganze Familie adipös war. Weil mein Stoffwechsel langsam sei, aufgrund von Hashimoto und weil mein jahrelanges Jojo-Diäten in der Jugend ihn kaputt gemacht hat. Ich dachte, für mich als nicht „Naturschlanke“ sei es wesentlich härter, ein normales Gewicht zu halten und ich müsse mich dafür ständig einschränken. Und wozu? Nur um irgendwelchen gesellschaftlichen Idealen zu entsprechen? Ich begann, viel zum Thema „HEAS“ (Health at every size, bzw. „Gesundheit mit jedem Gewicht“) zu lesen, und dass Übergewicht ja eigentlich gar nicht so schädlich sei. Und hey, ich aß doch auch nicht wie die „typische Dicke“, schließlich aß ich kein rotes Fleisch, dafür viel Obst und Gemüse, kochte selbst und McDonalds hatte ich zuletzt vor Jahren von Innen gesehen. Ausserdem war ich Nichtraucher, also doch vermutlich gesünder als ganz viele andere Leute, oder?

Ich war der Ansicht, Abnehmen sei für mich keine Verbesserung und ich träfe eine ganz rationale Entscheidung, mit dem Übergewicht zu leben.

Im November 2013 änderte sich das, nachdem ich bereits mehrere Monate (fast 1,5 Jahre) starke Knieprobleme hatte und erneut mit extremen Schmerzen bewegungsunfähig auf dem Sofa lag. Das war der Auslöser für zwei Dinge:

1. Ich beschloss, abzunehmen.

2. Ich fing an, all mein vermeintliches „Wissen“ über Übergewicht kritisch zu hinterfragen. Seit 2013 las ich jeden Fitzel Information, der mir zu den Themen Übergewicht, Abnehmen, Diäten, Sport und Gesundheit in die Hände fiel, hauptsächlich wissenschaftliche Artikel über Stoffwechsel usw. – und ich musste einen großen Teil meiner „Glaubenssätze“ über Bord werfen.

2014 verändete sich einiges. Äußerlich….

gewichtn

….vor allem aber innerlich.

Der zweite Punkt, meine ganze „Fettlogik“ über Bord zu werfen war die wichtigste Veränderung. Ich fing an, auch in meinem Comicblog über das Thema Comics zu posten und merkte, dass dies oft kontrovers ankam. Ich verlor dadurch Leser, die der Ansicht waren, ich hasse dicke Menschen. Und ich bekam nach Monaten immer wieder Feedback von Lesern, die sagten, meine Ausführungen hätten sie zum Nachdenken angeregt und ihnen geholfen, etwas zu ändern.

Nachdem es aber so gut wie unmöglich ist, die „Fettlogik“ unter der ich selbst jahrelang gelitten habe mit kurzen Comics oder Beiträgen ausführlich zu thematisieren (ohne dass es wie „Dickenhass“ auf manche wirkt) beschloss ich, alles zu sammeln und in Buchform zu veröffentlichen. Seit Mai 2015 gibt es Fettlogik bei amazon als eBook und seit Februar 2016 auch als Printausgabe.

Der Blog hier soll das Buch zu ergänzen, Kritik behanden und für die Leser die Möglichkeit bieten, Fragen zu stellen oder sich untereinander auszutauschen. Idealerweise bildet sich eine Gemeinschaft von Interessierten, egal ob Unter-, Über- oder Normalgewichtig, die das Thema diskutieren und immer wieder neue Themen bringen. Grade der gesellschaftliche Aspekt von Übergewicht ist faszinierend und nimmt ein gutes Drittel des Buches ein – geprägt auch von meiner eigenen Erfahrung als jemand mit massiver Adipositas, normalem BMI und allem dazwischen. Also, ich würde mich freuen über aktive Beteiligung und Feedback – stilles Mitlesen ist allerdings auch OK^^

88 Gedanken zu “Über

  1. Hi, buch gelesen!! Gut, richtig gut und logisch!!!! Aber, was ist mit Hunger? Wenn man die Kalorien richtig ausgereizt hat, alles aufgeschrieben hat und dann so echten Hunger bekommt, und gar nichts mehr für den Tag übrig ist um im Defizit zu bleiben….was dann??

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    1. Ina

      Hi 🙂 ich würde sagen, zuerst einmal sehr viel trinken, sich zB eine Kanne Tee machen (natürlich ohne Zucker) und/oder noch Wasser trinken. Wenn es gar nicht geht, dann würde ich mir etwas Gurke und Karotte klein schneiden. Hat zwar Kalorien, aber auch nicht so viele! Einfach darauf achten, dass man sich den Tag gut einteilt.

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    2. Petra

      Hey, dass ist eine schwierige Situation und kenne ich zu gut. Die Tipps mit Zuckerfreiem Tee ist schon ganz gut. Ich trinke dann oft eine Brühe. Die hat ein paar Kalorien, aber besser als Hungergefühl. Oder etwas Eiweissreiches, z. B fettarmen Fisch oder Pute/Hähnhen mit Gedünsteten Gemüse oder Magerquark mit Süßstoff. Das stopft richtig Hat auch Kalorien, aber nicht so viel. Und vll. Brauchst du dass genau an dem Tag, warum auch immer. Oder den Hunger ertragen, finde ich persönlich immer schwierig. Zähne putzen und ins Bett gehen, wenn schon die Zeit dafür ist. Zähne putzen soll angeblich helfen!

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    3. kejty2016

      Hallo Conny
      Ich muss sagen, ich hatte in den ganzen letzten Monaten mit einem täglichen Kaloriendefizit von 700 – 1000 kcal nie Hunger. Wichtig ist dabei für mich, dass ich mich gesund mit viel Gemüse ernähre. Davon kannst du so viel essen, da hat der Hunger keine Chance.

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  2. eva

    Hallo, ich höre das Buch immer wieder. Die für mich nicht relevanten Kapitel lasse ich inzwischen aus, und darf sagen, dass es mich genau zum richtigen Zeitpunkt erreicht hat.
    Zum Zeitpunkt, als ich für mich entschieden habe, dass nach 30 Jahren Dauerstress und Dauerunzufriedenheit mit meiner Figur nun endlich Schluss damit ist, dass nie wieder irgendwelche Diäten ausprobiert noch Abnehmmittel gekauft werden und dass ich dann eben so bin wie ich bin. Ich koche gerne, ich esse gerne und bei vielen Rezepten läuft mir schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammen.
    Fddb kannte ich schon vorher und nutze es jetzt weitgehend konsequent. Tatsächlich traf es auch bei mir zu, dass das Schätzen von Kalorien und vor allem die Größe der Portionen sehr ungenau war und ich täglich weit über meinem Verbrauch lag.
    Ich trage meist morgens ein, was ich essen/trinken möchte und streiche dann entsprechend Überflüssiges weg, bis ich ziemlich genau meine Wunsch-Kalorienmenge habe. Ich schreibe „weitgehend, ziemlich …“ weil ich mich nicht mehr quäle. Wenn ich den einen Tag aus welchen Gründen auch immer über die Stränge geschlagen habe wird es halt am nächsten, übernächsten … Tag wieder reingeholt. Und es funktioniert. Ganz laaaangsam sind es nun 3 kg weniger und wenn ich das so durchhalte werde ich zum Jahresende mein Wunschgewicht U60 erreicht haben.
    Herzliche Grüße

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  3. Frauke

    Ich bin absolut begeistert vom Buch und habe es innerhalb 1 Woche durchgelesen.
    Seit 5 Wochen zähle ich nun Kalorien und habe damit schon 7 kg abgenommen 🙂

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  4. Claudia

    Danke für dieses Buch!

    Ich habe so viele Versuche gestartet und so oft gegen mich selbst verloren, dass ich mich damit abgefunden hatte einfach fett zu sein. Nie „normal“ zu sein. Selbst wenn ich abnehme, würde es wieder drauf kommen. Selbst wenn ich abnehme, hätte ich eine Fettschürze. Selbst wenn ich abnehme…Ich hatte aufgegeben bevor ich angefangen hatte.

    Danke dafür, dass ich nicht mehr für eine Fettschürzen-OP sparen muss.
    Danke dafür, dass ich mich nicht mehr zwingen muss, unbedingt zu frühstücken.
    Danke dafür, dass ich nach einem langen Arbeitstag abends trotzdem noch essen kann um 20 Uhr – auch Kohlehydrate!
    Danke dafür, dass ich ein Stück Schokolade essen kann, so ganz ohne schlechtes Gewissen, weil ich weiß, ich habe eh noch 500 kcal offen.
    Danke dafür, dass mich die Zahl auf der Waage nicht mehr schockt, weil ich weiß: „Das ist jetzt Wasser“

    Diese Buch war für mich ein Befreiungsschlag von all den Ratschlägen, die mir um die Ohren geflogen sind. Von Stoffwechsel ankurbeln über ja nicht zu viel abnehmen.

    Danke, Sie haben mir meine Hoffnung zurückgegeben und damit meine Lebensfreude!

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  5. kejty2016

    Liebe Nadja
    Ich möchte dir an dieser Stelle einmal für dein tolles Buch danken.
    Es ist zu meiner absoluten Abnehmbibel geworden und hat mir schon sehr auf meinem Weg zum Traumgewicht geholfen.
    Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich in die Fettlogik-Falle tappe und lese dann schnell das passende Kapitel dazu. Inzwischen habe ich es schon mehrmals durchgelesen 🙂

    Seit 2017 habe ich meinen eigenen Blog „Purzelpfunde“ und dein Buch hat einen wesentlichen Beitrag an meinem Erfolg von bisher abgenommenen 27 Kilo. Deshalb habe ich auch vor einiger Zeit eine Buchempfehlung dazu geschrieben: http://purzelpfunde.de/fettlogik-ueberwinden/
    Vielleicht hast du ja mal Zeit und Lust das zu lesen.

    Viel Erfolg weiterhin beim posten zum Thema Abnehmen, ich lese deine Blogbeiträge immer fleißig!

    Alles Liebe
    Katrin

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  6. Ina

    Hallo.
    wie immer, scheint es eher ein Frauenproblem zu sein. Die Figur. Ich habe auch vor kurzem überlegt, dass es blöd ist, mich anderen anzupassen. Ich bin, wie ich bin. Dick!
    Und dennoch, auch ich möchte es eigentlich gar nicht sein. Ich merke, dass mir reichlich Kondition fehlt und zu allem Übel habe ich Diabetes bekommen. Aber selbst dieser Mist hat den „Schalter“ nicht umgelegt. Was habe ich nicht alles schon gelesen und ausprobiert. Ich weiß, dass ich mich gesund und abwechslungsreich ernähre. Ich esse gerne alles aber selten.Was ich nicht esse sind Chips und Nüsse, kaum bis gar nicht Fastfood, ich trinke keine Softdrinks, keinen Alkohol, ich rauche nicht, esse gerne rohes und gegartes Gemüse, verwende wenig Fett und bereite selten Saucen zu. Was mein großes Laster ist? SCHOKOLADE! Ich bewege mich zu wenig. Dennoch, ich gehe 1 mal pro Woche zur Wassergymnastik und nehme einmal pro Woche an der Rückengymnastik teil. Wenn ich es hinbekomme nehme ich mein Fahrrad um mich in meinem Wohnort fortzubewegen. Ich würde sagen klingt nach etwa 80 Kg bei 1,62 m. Weit gefehlt. Da möchte ich gerne hin.
    Nicht so stolze 117 Kg sind es derzeit.
    Und nun werde ich mich erneut in ein Diätabenteuer stürzen und hoffen, dass dieses hoch gepriesene Buch mein neuer Begleiter für die nächste Zeit wird. Es ist bestellt und ich warte darauf.

    Ich wünsche allen, die sich damit abgefunden haben, dass sie sind, wie sie sind, aber dennoch etwas unternehmen wollen, viel Erfolg. Einschließlich mir selbst.

    Voller Neugier auf das Buch und auf die Erfolge wünsche ich allen einen schönen Sommer.
    Ina

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  7. Mila

    Hallo, ich liebe dieses Buch und habe mich direkt an die Sache gemacht… 😉 Allerdings notiere, wiege, zähle ich seit 2 Wochen. (Esse täglich 1.500Kalorien, bei täglich 20.000 Schritte und 1 Stunde Sport ). Erste Woche war gut und es waren knapp 2 kg weg. Zweite Woche deprimierend, weil 2kg wieder drauf… Ich weiß Schwankungen, Wasser usw. ist alles möglich- aber 2 kg ??? Ist das normal?

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  8. IMA

    Hallo

    Hab das Buch gelesen und gerade in die Tat umgesetzt. Bis jetzt bin ich zufrieden. Nun habe ich doch noch eine Frage. Wegen meinem Job Esse ich Mittags immer im Restaurant, leider kann ich mein Essen nicht mitnehmen. Wie mache ich das ? Kann ja schlecht die Küchenwaage mitnehmen und mein Essen im Restaurant abwiegen. Und schätzen da überschätze ich mich regelmässig, hab zu Hause geübt sieht schlecht aus mit schätzen. Wäre sehr froh um paar Tipps.

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