Es gibt Adipöse, die gesund sind!

Was ist eigentlich zur Zeit bei der Welt los? Erst vor ein paar Tagen bringen sie den vollkommen irreführenden Artikel über den genetischen Schalter, über den ich im letzten Blogartikel geschrieben habe, und nun kommt direkt der nächste Artikel:

„Auch sehr dicke Menschen können kerngesund sein“

„Wer übergewichtig ist, gilt als krankheitsgefährdet. Doch eine neue Studie zeigt: Auch mit sehr hohem BMI kann man erstaunlich gesund sein. Und viele Schlanke leiden an Herz-Kreislauf-Beschwerden.“

Die Studie um die es sich handelt, wird von der Welt auf maximal verschwurbelte Art dargestellt, indem manchmal mit Prozentwerten und manchmal nur mit absoluten Zahlen gearbeitet wird, so dass es quasi unmöglich ist, überhaupt nachzuvollziehen, was gesagt wird:

Ungefähr die Hälfte der als übergewichtig geltenden Amerikaner war demnach gesund. Und sogar bei 19,8 Millionen Menschen, die dem BMI zufolge adipös waren, also einen BMI von über 30 hatten, fanden die Forscher keine Anzeichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. […] Zumal die Forscher auch immerhin 20,7 Millionen Menschen fanden, deren BMI als normal gilt, die man aber aufgrund der gemessenen Gesundheitsdaten eigentlich als krank bezeichnen müsste.

Was die Welt nämlich vermeiden will ist, dass der Leser einen Überblick über das tatsächliche Krankheitsrisiko bekommt. Ich habe mir anhand der Originalstudie mal erlaubt, das grafisch darzustellen:

k

Ist ja schön, wenn die Welt bei diesen Zahlen zu dem Schluss kommt…

BMI sagt kaum etwas über unsere Gesundheit aus

Aber ich persönlich würde beim Anblick der Zahlen aus der Originalstudie durchaus sagen, dass der BMI recht deutlichen Einfluss hat (die Autoren der Originalstudie forschen übrigens ansonsten in Richtung „Fatacceptance“ bzw. Diskriminierung Übergewichtiger und man sieht bereits an Zitaten wie diesem „“Das sollte der letzte Nagel im Sarg des BMI sein“, sagt Jeffrey Hunger, Co-Autor der Studie.“ welche Richtung die Autoren gerne sehen würden. So versuchen sie auch offensichtlich auf Teufel komm raus die an sich klaren Zahlen nochmal in Richtung „BMI ist Unsinn“ zu interpretieren.)

Und was ist das eigentlich für eine unglaublich dämliche Grundaussage, die dahinter steckt? Wenn etwas nicht DAS EINZIGE Risiko ist, dann ist es KEIN Risiko!!! Es hat nie jemand behauptet, dass der BMI als einziger Risikofaktor gilt. Und btw., die Werte, die hier als Messung für „gesund“ oder „krank“ hergezogen wurde, also Faktoren wie Cholesterinwerte und Blutdruck, sind ebenfalls nur Risikofaktoren. Es gibt auch Leute, die mit Bluthochdruck 90 Jahre alt werden. Oder trotz niedriger Cholesterinwerte nur 30. Es ist doch ziemlich absurd, nun quasi aufzeigen zu wollen, dass der BMI nur eine Zahl ist, indem man andere Zahlen heranzieht, die ebenso „aussagelos“ sind.

Risikofaktoren sind nie 100%ig, sonst wären es keine Risikofaktoren. Die Welt meint offenbar, BMI ist nur dann ein Faktor, wenn jeder, der einen BMI von 24,9 überschreitet umgehend tot umfällt und jeder, der darunter liegt, kerngesund lebt bis er 100 ist. Wie man deutlich sehen kann ist der BMI offensichtlich ein großer Einflussfaktor auf die Gesundheit.

Wie gesagt, keine Ahnung, was die Welt derzeit reitet, aber ich denke, es sieht ungefähr so aus:

adi

 

 

Advertisements

Gen-Schalter macht dick. Oder?

Vor einigen Tagen wurde eine Genstudie mit Mäusen zum Thema Übergewicht veröffentlicht. Die Studie schaffte es in diverse Medien, darunter etwa heise:

Umgelegter Gen-Schalter macht dick

oder die WELT:

Ein genetischer Schalter macht Menschen dick

Heise schreibt in ihrem Artikel:

„Obwohl diese Mäusezwillinge von ihren Eltern ein identisches Erbgut mit auf den Weg bekommen hatten und genau die gleiche Menge an Nahrung bekamen, wurden einige übergewichtig und andere nicht.“

und die Welt schreibt:

„Wenn man Zwillingsmäuse mit identischem Erbgut, die nur eine Kopie des Gens Trim28 besitzen, mit den genau gleichen Kalorienmengen füttert, dann werden manche dick, andere bleiben dünn.“

Beide Aussagen klingen, als hätten dicke und dünne Mäuse exakt dieselbe Kalorienmenge aufgenommen und seien dennoch unterschiedlich schwer davon geworden.

Aufmerksam gemacht wurde ich als erstes per Mail:

„folgender Artikel ärgert mich gerade:

http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article151680292/Ein-genetischer-Schalter-macht-Menschen-dick.html

Habe die Studie gelesen. Aus dem Addendum (unter pdfs):

„All mice were maintained under controlled temperature (22⁰C) and on a
12hr light, 12hr dark schedule (light on 6:00-18:00). Food and water
were available ad libitum unless otherwise stated.

D.h. alle Mäuse konnten soviel fressen wie sie wollten. Die
Nahrungsmenge wurde weder beschränkt noch gemessen.
Und die Frage, „ob wir Kalorien effizient verbrennen“, wird in der
Studie gar nicht behandelt, jedenfalls habe ich nichts dazu gefunden.“

Ich las die Studie daraufhin ebenfalls und hatte auch den Eindruck, den der Leser in der Mail hatte. Also schrieb ich einen der beteiligten Wissenschaftler an, schickte die beiden oben genannten Artikelzitate und fragte nach, wie die Kalorienaufnahme nun genau aussah. Leider erhielt ich bisher noch keine Antwort.

Dafür erhielt ich erneut eine Mail von dem Leser, der einen befreundeten Biologen gebeten hatte, sich die Studie anzusehen. Mit freundlicher Genehmigung hier dessen Einschätzung:

„in der Studie wurde die Nahrungsaufnahme der Mäuse nicht individuell kontrolliert (das ist schon fast sündhaft schlecht). Und auch wichtige Kontrollen mit über-/unterernährten Mäusen fehlen, um die Hypothese „Maus frisst zu viel -> Gen wird aktiviert – > Fett wird eingelagert“ zu entkräften. Auf den ersten Blick scheint nicht klar zu sein, was Ursache, was Wirkung ist. Zu Kalorienmengen steht da auch nix. Wichtig wäre auch eine Baseline gewesen: alle Mäuse werden mit kontrolliert gleicher Futtermenge versorgt und dann einer Stoffwechselmessung unterzogen, um individuelle Unterschiede bei Normalbedingungen zu finden. Dann wird eine Gruppe dick gefüttert, die andere nicht und dann schaut man, wer a) fett wird und wer b) das betreffende Gen exprimiert. Ich finde auch die Aussage schick, die eine Mausgruppe sei im Schnitt 1-2% länger gewesen – ein nicht signifikanter Unterschied (oder habe ich irgend einen tollen p-Wert übersehen?)

Mein Fazit nach dem Drüberlesen: der wichtigeste Parameter wurde nicht kontrolliert.“

Der Ernährungsepidemiologe Dr. Gunter Kuhnle, dem ich die Studie und Artikel ebenfalls schickte, verweist nochmal auf bisherige Forschungen:

„Eines der bekanntesten „Adipositas-Gene“ – FTO – beeinflußt grob gesagt den Appetit und damit die Nahrungsaufnahme. Bei einer strengen Kontrolle der Nahrungsaufnahme wäre daher der Einfluß des Gens sehr klein.“

Mein Zweitkorrektor und wissenschaftlicher Berater drückt es etwas deutlicher aus:

„Die Studie sagt durchaus, dass es Mäuse gibt, die sich fettfressen, und Mäuse gibt, die das nicht machen. Was man, wenn man ein Statistikbuch zum Hexensabbat opfert, auf ein Gen schieben kann.“

Möglicherweise sind ja unter den Lesern hier Leute, die sich vertieft mit Genetik auskennen und ebenfalls einen Blick in die Studie werfen wollen, um ihre Einschätzung mitzuteilen.

Wenn – wie es den Anschein hat –  die Kalorienaufnahme nicht kontrolliert wurde, ist das ein Beispiel dafür, wie sinnverzerrt die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen schließlich in den Medien präsentiert werden. Insbesondere, wenn das Fazit wie bei Heise lautet:

„Für Menschen, die unter Übergewicht leiden, heißt dass, dass sie sich fragen müssen, ob sie ihren Zustand auch dann problematisieren sollten, wenn er abgesehen vom Minderheitsein keine schweren Probleme mit sich bringt – zum Beispiel in Sachen Gesundheit: In den letzten Jahren zeigten Studien, dass übergewichtige Personen nicht nur eine höhere Lebenserwartung haben als untergewichtige, sondern auch als normalgewichtige. […] Auch bei Linkshändern, die man seit geraumer Zeit nicht mehr als Problem begreift, spielt die Epigenetik wahrscheinlich eine wichtige Rolle.“

Zu der „Übergewicht ist gesund!“-Aussage habe ich nun schon mehrfach geschrieben, warum diese falsch ist. Aber Übergewicht zu einem Phänomen wie Händigkeit zu erklären ist wieder einmal eine komplett neue (Fett)logik.

Ich werde gelegentlich gefragt, warum ich so lange an Fettlogiken glaubte, obwohl ich doch viel zu Übergewicht las. Genau solche Artikel sind der Grund, denn es genügt eben nicht, die Zusammenfassung der Medien zu lesen, nein, man muss den Originalartkel lesen und dort noch nach dem Kleingedruckten suchen, wenn man nicht mit einem komplett verzerrten Ergebnis aus der Sache herausgehen will.

Übergewichtige werden stigmatisiert – von der Taz.

Die Taz hat sich in einem Artikel zur Stigmatisierung und Diskriminierung Übergewichtiger versucht und aus meiner Sicht ist sie dabei in jeglicher, aber auch wirklich jeglicher Hinsicht gescheitert.

Wie die meisten wissen, war ich etwa zehn Jahre sehr der Fatacceptance zugewandt. In den letzten Jahren habe ich nun einiges davon hinterfragt und viele Ansichten geändert. Der Taz-Artikel hat aber aus meiner Sicht das Potenzial, beide „Seiten“ zu verärgern, was ja durchaus eine Leistung ist.

Zunächst mal: Das Symbolbild. Ernsthaft?! In einem Artikel über das Stigma, dem Übergewichtige ausgesetzt sind, nutzt die Taz ein Bild eines übergewichtigen Mannes, der ein Hemd trägt, das mindestens 2 Nummern zu klein ist, dessen Knöpfe vom Bauch fast gesprengt werden und dessen Gürtel schon vom Anblick weh tut? Knapp daneben ist auch vorbei. Die Einleitung:

„Nimm doch endlich ab!“ Dies mag lediglich ein gut gemeinter Ratschlag an übergewichtige Zeitgenossen sein, in Wirklichkeit kann dies bereits als Diskriminierung gewertet werden.

Dieser kontextlose Satz mag also guter Rat oder Diskriminierung oder beides sein. Leider wird nicht erwähnt, von wem er kommt und in welchem Kontext er geäußert wird. Der Befehlston wirkt jedenfalls so oder so sehr unangemessen um noch als „Guter Rat“ durchzugehen. Aber warum ist er denn nun aus Sicht der Taz diskriminierend?

Denn der Rat impliziert, dass Abnehmen ganz einfach sei, dass es Dickleibigen bloß an der nötigen Disziplin mangele.

Nein, das tut er nicht. „Hör doch endlich auf Heroin zu nehmen!“ impliziert ja auch nicht, dass Heroinentzug ein Spaziergang ist. „Endlich“ ist schließlich kein Synonym für „einfach“, aber offenbar reicht es, wenn die Bedeutung sich im Kopf der Autorin so abspielt.

Doch diese Vorurteile haben immense Auswirkungen auf das Leben mit zu vielen Pfunden: Betroffene werden ausgegrenzt, abgewertet, beschimpft, gemobbt. Eine Studie der Universität Leipzig mit 3.000 Teilnehmern hat kürzlich belegt, dass fast jeder zweite Adipöse auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt diskriminiert wird, bei Menschen mit leichtem Übergewicht waren es immerhin noch 6 Prozent.

Die fragliche Studie ist wohl diese hier, die von der Uni Leipzig verlinkt wird. Die Ergebnisse klingen dort aber minimal anders:

Während bei Übergewicht nur 5,6 Prozent der 3.000 Befragten von Diskriminierung berichten, sind es bei leichter bis mittlerer Adipositas zehn bis 18 Prozent, bei schwerer Adipositas fast 40 Prozent. Die Zahlen beruhen auf den Selbstauskünften der Erhebungsteilnehmer auf die Frage, ob sie schon einmal Benachteiligung aufgrund ihres Körpergewichts erlebt haben.

Die Taz ersetzt also „morbid adipös“ mit „adipös“ und die „38%“ werden zu „fast jeder zweite“. Da die meisten Adipösen leicht (15%) oder mittelgradig (4%) adipös sind und lediglich 1,5% wirklich morbid adipös sind, sind die 10-18% also wesentlich realistischer und das ist weit entfernt von „fast jeder zweite“. Darüber hinaus ist „die Frage, ob sie schon einmal Benachteiligung aufgrund ihres Körpergewichts erlebt haben“ keineswegs Zeichen dafür, dass das regelmäßig oder oft der Fall sein muss.

Der Alltag für Menschen, die nicht dem schlanken Ideal entsprechen, ist mittlerweile ein Spießrutenlauf, er ist purer psychosozialer Stress aufgrund der ständigen Sticheleien und Tuscheleien.

Also von den leicht Übergewichtigen, die auch nicht „dem schlanken Ideal entsprechen“ und mittlerweile zum deutschen Durchschnitt gehören, haben 94% verneint, schon einmal diskriminiert worden zu sei. Und immerhin 60% der morbid adipösen, also derjenigen in der dicksten Adipositaskategorie, verneinen ebenfalls. Klingt jetzt für mich nicht nach Spießrutenlauf und ständigen Sticheleien.

Auch interessant:

Einige Forscher wie Ann McPherson-Sanchez von der University of Puerto Rico sind etwa der Meinung, dass die Etablierung des Idealgewichts in den 1970er Jahren zur Übergewichtsepidemie geführt habe.

Ach so. George Capron hat 1859 in seiner Leitlinie für Hausärzte da eine andere Ansicht vertreten:

Fettsein wird üblicherweise verursacht durch einen hohen Lebensstandard und Gebrauch von Alkohol. Der Arbeiter und der Aktive werden selten fett. Menschen mit einfachem Leben, die alle Annehmlichkeiten des Lebens genießen können, ohne sich anstrengen oder schuften zu müssen, sind sehr anfällig dafür, korpulent zu werden.

Fast so, als sei Übergewicht schon immer eher eine Folge der Luxusgesellschaft der Reichen und Adligen gewesen, ganz ohne Schlankheitswahn.

Und jetzt noch was schönes:

Gerade bei einem Abnehmprogramm ist jedoch der Glaube an die eigenen Fähigkeiten wichtig – „Selbstwirksamkeit“ heißt dies im Fachjargon.

Selbstwirksamkeit ist wichtig. Aber ach übrigens, ein paar Zeilen vorher:

Übergewicht ist eben nicht leicht unter Kontrolle zu bringen, nur einer von 10 Abnehmwilligen schafft eine dauerhafte Gewichtsabnahme.

Hier wäre eine Quelle nett gewesen, denn die Zahlen, die ich gefunden habe, sind größtenteils erheblich positiver. Inwieweit hilft es der Selbstwirksamkeit Abnehmwilliger, wenn man ihnen die schlechtestmögliche Erfolgsquote vor Augen führt, obwohl ihre Chancen real wesentlich besser sind? Oder…

So weiß man, dass die Gene bis zu 80 Prozent bei der Entstehung mitspielen, genauso wie nur schwer zu beeinflussende Umweltfaktoren, etwa der Wohnort, die Bildung der Eltern, die kulturelle Verwurzelung

Hätte es geholfen, dazu zu erwähnen, dass Gene und Wohnort nicht „von selbst“ dick machen, oder klangen die 80% einfach zu nett um zu erklären, dass Abnehmen ja eh fast unmöglich ist und 90% scheitern?

Doch sind dies nur Tropfen auf den heißen Stein, solange sich das gesellschaftliche Klima nicht ändert. Und das ist bestimmt vom Gesundheitswahn, vom „Healthismus“. So üben Krankenkassen und Versicherungen Druck aus, gesund zu leben, sonst drohen Extrazahlungen. Zahlreiche Gesundheits-Apps ermöglichen es den Selbstoptimierern, ihre Performance in Echtzeit am Smartphone abzurufen.

Mich würde mal interessieren, was genau mit „Gesundheitswahn“ gemeint ist. Fällt es unter „Gesundheitswahn“, wenn ich mit Anfang 30 entscheide, dass ich nicht (mehr) immobil sein will und auch nicht frühzeitig an einem Herzinfarkt sterben will? Und was genau soll dieser letzte Satz da in dem Kontext? Er suggeriert offenbar ein Problem damit, wenn Menschen sich entscheiden, eine Laufapp zum Joggen zu benutzen. Ist das jetzt wahnhaft oder machen sich diese Menschen bereits des „healthismus“ schuldig? Ein ganzer Artikel darüber, wie mies es ist, andere Leute zu verurteilen, nur um dann mal eben Leuten wegen einer App nebenbei eins mitzugeben? Tun Leute, die ihre Laufzeit messen irgendwem weh? Ist es irgendwie schlimm, sich sportliche Ziele zu setzen? Hat das irgendwas mit der Diskriminierung Übergewichtiger zu tun, um die es doch in diesem Artikel gehen soll?

In Deutschland sind es zwar nur vereinzelte Versuche, gegen die Dickenfeindlichkeit ankämpfen, etwa in feministischen Blogs wie Mädchenmannschaft. Trotzdem ist dies hilfreich, da sich Einstellungen nur bessern, wenn eine schlechte Meinung – in diesem Fall über Adipöse – in der Allgemeinbevölkerung völlig inakzeptabel ist.

Übrigens scheint da jemand nicht sehr intensiv im gelobten Blog gelesen zu haben, sonst wäre vielleicht nicht im nächsten Satz und im Artikel das Wort „adipös“ verwendet worden. Die Fatacceptance und auch die Mädchenmannschaft wehren sich nämlich sowohl gegen Bezeichnungen wie „adipös“ als auch Worte wie „Übergewichtsepidemie“ oder der Einstufung von Adipositas als Krankheit, weil sie gegen die Pathologisierung von Dicksein sind – dennoch wurde all das in dem Artikel verwendet. Na ja, zumindest setzt sich die Taz heldenhaft dafür ein, dass vollkommen übliche Dinge in Zukunft inakzeptabel werden:

Erst dann werden Kommentare wie „fette Kuh“ quasi unaussprechbar.

Was sie bisher natürlich nicht sind. Oder? Man frage 100 Leute auf der Straße, was für Menschen „fette Kuh“ sagen, und 99% davon werden vermutlich antworten: „Arschlöcher“. Und der eine, der „fette Kuh“ akzeptabel findet ist vermutlich … na … ein Arschloch. Leider wird es Arschlöcher immer geben, und Arschlöcher werden auch immer Dinge aussprechen, die für 99% der Menschen unaussprechbar sind.

Fazit: Ein Artikel, der sich gegen Stigmatisierug und pro Fatacceptance einsetzt, verstößt mehrfach gegen Basics der Bewegung und schafft es auf der anderen Seite, Dicken einzureden, ihr Leben sei ein Spießrutenlauf, weil die Welt sie hasst – obwohl es mittlerweile dem deutschen Durchschnitt entspricht, (leicht) übergewichtig zu sein und im Prinzip nur die schwerst Adipösen tatsächlich von einigermaßen nennenswerten Problemen berichten. Zusätzlich trampelt er auch noch auf der für wichtig erklärten Selbstwirksamkeit herum indem dem Leser Gebetsmühlenartig eingeredet wird, dass Dicksein eben quasi ein Gottgegebenes Schicksal ist. Finde ich persönlich jetzt eher nicht hilfreich.

 

Tief in die Tiefen der Klischekiste.

Mir wurde mal wieder ein Artikel zugeschickt. Wenn mir jemand Artikel über Übergewicht zuschickt, erwarte ich eigentlich immer klassische Fettlogiken, wie die gerne zitierte Flegal-Studie („Leichtes Übergewicht ist sogar gesünder!“)  oder wie schwer Diäten sind („95% der Diäten scheitern!!“ „Jojo-Effekt!“ „Set Point!“) oder die spannende Frage, wie Übergewicht überhaupt entsteht („Übergewichtge essen gar nicht mehr!“).

Der heutige Artikel beinhaltet keine dieser Fettlogiken, sondern arbeitet offensichtlich mit einer grundsätzlich antifettlogischen Prämisse: Übergewicht kommt vom Überessen.

Trotzdem hat er mich geärgert. Der Artikel spricht sich offensichtlich gegen die Diskriminierung Übergewichtiger aus und ergeht sich dabei in küchenpsychologischen Pathologisierungen. Beispiel gefällig?

Bulimiekranke haben oft das Gefühl, dass ihr Körper das Einzige ist, was sie unter Kontrolle haben, während bei Übergewichtigen oft das Gefühl des kontrollierten Lebens herrscht, der Körper wird so zum einzigen kontrollfreien Raum. Essen ist insofern Rebellion gegen Fremdbestimmung, Zwänge und Verpflichtungen.

Ahja. Nun ergibt es natürlich absolut Sinn, eine Erkrankung mit einer Häufigkeit von unter 1% 1:1 dem Übergewicht gegenüberzustellen, von dem in Deutschland etwa 60% der Menschen betroffen sind.

Nur selten wird auch erwähnt, dass Übergewicht oft Anzeichen für Mobbing oder erlebte Gewalt ist. […] Der Übergewichtige landet auf diese Weise in einem Teufelskreis – einerseits soll ihn die fehlende Attraktivität schützen, andererseits steigt so die Verachtung durch das Umfeld, die Anzahl möglicher Freunde und Vertrauenspersonen sinkt, was oft zu Essen als Liebesersatz führt.

Ich mag vor allem, wie suggeriert wird, dass Dicke grundsätzlich keine Partnerschaft haben und aus purer Einsamkeit in die Chipstüte flüchten. Mir scheint, da hat jemand ein wenig zu sehr in irgendwelchen plumpen Klischees gewühlt.

Und gut zu wissen, wer dann nicht jene tiefen psychologischen Abgründe erforscht, die die Autorin zu sehen meint, sondern es gar wagt, „rein kosmetisch“ abzunehmen, dem droht noch viel schlimmeres:

Und jene, die dann rein kosmetisch das Problem angehen, suchen sich neue Strategien, um ihre psychischen Probleme zu kompensieren – vom Übergewicht zur Bulimie, Drogensucht oder Selbstverletzung etc. ist es da oft nur ein kurzer Weg.

Da ich offenbar zu jenen gehöre, die „rein kosmetisch“ abgenommen hat, ist es ja gut, dass ich diesen Artikel rechtzeitig gelesen habe, um eine neue Strategie zu suchen, meine psychischen Probleme zu kompensieren. Oder ich überhöhe mich als Schlanke nun eben einfach selbst, wie das Schlanke nunmal so tun:

Der Übergewichtige zieht sich eher schamvoll in sich selbst zurück und leidet weiter still vor sich hin, während der Schlanke sich selbst erhöht indem er davon erzählt, wie sehr er doch das Leben als Schlanker genießen kann.

Ich frage mich wirklich, was die Autorin sich von solchen klischeehaften Pathologisierungen erhofft. Klar, Vorurteile Richtung „dumm“ und „träge“ sind doof, keine Frage. Aber ist es denn nun wirklich besser, statt dessen als still leidender, unattraktiver, einsamer Dicker, der die Pralinen als Liebesersatz isst, gesehen zu werden?

Finde ich, ehrlich gesagt, genauso diskriminierend. Ich kanns nur nochmal posten:

dick185

Die wenigsten Dicken haben ein total krasses Essverhalten und stopfen permanent Torte in sich hinein.

Indirekt stärkt dieser Artikel also wieder eine andere Art von Fettlogik, das Denken in Extremen und die Annahme, dass Übergewicht mit einem total absonderlichen Essverhalten einher geht, hinter dem tiefe psychische Probleme stecken müssen.

Letztlich führt dies zu der Trennung in zwei Arten von Übergewichtige:

  1. Die, die sich damit identifizieren und tatsächlich Dinge wie sexuellen Missbrauch in der Biographie haben und nun zwar den sinnvollen Rat erhalten, psychotherapeutisch an dem Problem zu arbeiten, aber gleichzeitig verinnerlichen, dass Abnehmen bis zur völligen Lösung ihrer sonstigen Themen unmöglich ist, oder sogar gefährlich, weil womöglich schon die Drogensucht an der nächsten Ecke wartet.
  2. Die (wie ich vermute) Mehrheit, die sich damit nicht identifiziert, weil sie kein allzu unnormales Essverhalten an sich wahrnehmen und davon ausgehen, kein „typischer Übergewichtiger“ zu sein, sondern eben ein Stoffwechselproblem, eine kaputte Schilddrüse oder sonstiges zu haben. Auch sie werden eher demotiviert in Sachen Abnahme, denn die eine, einzige Lösung, die der Artikel anbietet, trifft auf sie nicht zu.

Im Endeffekt fällt die Gesamtbilanz für diesen Artikel daher aus meiner Sicht nur negativ aus. Er zementiert falsche Klischees über Übergewicht und bietet keine sinnvolle Unterstützung für Übergewichtige. Hätte ich diesen Artikel vor 3 Jahren gelesen, hätte ich mich ebenfalls darüber geärgert.

ZEIT-Logik überwinden.

Eben wurde mir ein Artikel der ZEIT zugeschickt, in dem dem Leser eindringlich erklärt wird, dass Schlanksein ja eigentlich irgendwie so gut wie fast unmöglich ist. Mein Lieblingssatz aus dem Artikel war dieser hier:

„Ärzte raten seltener zur Gewichtsabnahme als früher. Grund ist, dass heute statt des Gewichts allein das Gesamtbild des Patienten den Ausschlag gibt. Denn hat der Patient noch keine Folgeerkrankungen des Übergewichts, wie Diabetes, Gelenkbeschwerden oder psychische Probleme, dann nützt ihm das Abnehmen gesundheitlich nichts.“

Ein ganz tolles Konzept zur Risikoprävention. Denn genau so funktioniert Risiko natürlich, entweder man ist Dick und sofort deshalb krank, oder man hat absolut kein Problem durchs Dicksein. Es ist ja nicht so, dass etwa Gelenke im Laufe der Zeit verschleißen, nein, entweder man hat Gelenkprobleme oder eben nicht. So funktioniert es ja auch mit dem Rauchen: Entweder man fällt bei der ersten Zigarette tot um oder man wird 95 während man täglich zwei Schachteln qualmt.

Ob die ZEIT den Satz auch so abgedruckt hätte, oder ob ihr bewusst gewesen wäre, wie lächerlich das klingt: „Ärzte raten seltener zum Nichtrauchen als früher. Denn hat der Patient noch keinen Lungenkrebs, dann nützt ihm das Nichtrauchen gesundheitlich nichts.“?

Dazu noch ein kurzer Ausschnitt aus „Fettlogik“ zum Thema „gutes Gesamtbild bei Übergewicht“:

Ein Vergleich zwischen gesunden Normalgewichtigen und gesunden Adipösen ergab, dass, auf zehn Jahre gesehen, das Risiko der Adipösen zu sterben oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln, signifikant höher lag. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass „gesundes Übergewicht“ ein Mythos ist (Kramer et al., 2013).

Auch eine neue Studie von Bell et al. (2015) bestätigte dies. Sie folgten vermeintlich gesunden Adipösen zwanzig Jahre lang, und über die Hälfte von ihnen wurden im Laufe der Zeit zu ungesunden Adipösen. Im Vergleich zu den gesunden Normalgewichtigen war ihr Krankheitsrisiko um das Achtfache erhöht.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam eine koreanische Studie mit 15000 Probanden: Auch bei den Adipösen mit normalen Laborwerten wurden häufiger verkalkte Arterien gefunden, was zu einem höheren Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt (Chang et al., 2014).

Auch in der Studie von Appleton et al. (2013) zeigte sich, dass „gesunde Adipöse“ gegenüber gesunden Normalgewichtigen ein mehr als doppelt so hohes Risiko hatten, in den nächsten fünf bis zehn Jahren schlechte Blutwerte oder Diabetes zu bekommen.

Die ZEIT schreibt also schlichtweg kompletten Unsinn, wenn sie behauptet, dass Abnehmen gesundheitlich nichts nützt, wenn man nicht schon Probleme hat. Ich finde den Satz sogar absolut fahrlässig, denn wenn man erst mal Probleme hat, ist es eben oft schon zu spät. Wie viele Übergewichtige lesen diesen Artikel und lehnen sich beruhigt zurück, weil ihre letzte Blutuntersuchung ganz gut war, weil sie so einer Aussage glauben schenken (wollen)? Wie viele werden sagen: „Ja gut, ich bin adipös, aber meine Blutwerte waren das Letzte mal gut und in der ZEIT stand neulich, dass es mir gesundheitlich gar nichts bringen würde, wenn ich jetzt versuchen würde, abzunehmen. Im Gegenteil, die Ärzte sagen, es ist besser, wenn ich mein Gewicht einfach halte.“

Diabetes macht dick.

Heute stieß ich bei web.de auf einen Artikel zu Diabetes und ich wollte mal eine kleine Umfrage machen, wie der auf euch wirkt. Ich habe nämlich nun schon häufiger die (fettlogische) Aussage „Diabetes macht dick“ gelesen.

[Idealerweise lest ihr erst den Artikel auf web.de, bevor ihr meinen Text (weiter) lest]

Tatsächlich ist es so, dass Diabetes unbehandelt eher zur Abnahme führt, weil der Zucker nicht verarbeitet werden, also vom Blut nicht in die Fettzellen transportiert werden kann und statt dessen über die Nieren ausgeschieden wird. Auf Dauer schädigt das die Nieren und der Zucker im Blut verursacht Nervenschäden, weswegen das Problem schnellstmöglich behandelt werden muss. Mit Beginn der Behandlung wird der Zucker wieder normal verarbeitet und die Energie wird vollständig aufgenommen. Wer also zuvor ein Kalorienplus aß, von dem aber ein Teil nicht vom Körper aufgenommen werden konnte, kann mit der Diagnose und Behandlung derDiabetes natürlich zunehmen, wenn er gleich viel isst wie zuvor. „Diabetes macht dick“ oder „Insulin macht dick“ ist somit natürlich Quatsch.

Wie kommt es aber zu solchen Fehlannahmen?

Der web.de Artikel ist aus meiner Sicht so geschrieben, dass dieser Eindruck beim Laien entstehen kann. Die Mechanismen sind zwar zwischen den Zeilen irgendwie herauszulesen, etwa hier:

Plötzlich purzeln die Kilos – scheinbar ohne Grund. Manch einer mag sich darüber freuen. Aber es bleibt ein ungutes Gefühl – irgendetwas ist nicht in Ordnung. Also auf zum Arzt. Mögliche Diagnose: „Diabetes mellitus vom Typ 1“. Oft sind Jugendliche in der Pubertät betroffen.

Oder hier:

Typisch ist nach seinen Angaben auch das sogenannte „Insulin-Purging“. Dabei spritzen sich Patienten bewusst weniger Insulin, um abzunehmen. „Durch den niedrigen Insulinspiegel verbleibt mehr Zucker im Blut, den die Nieren dann über den Urin aus dem Körper schwemmen“, erläutert Kulzer. Patienten nehmen dann zwar kurzfristig ab und haben das Gefühl, ihr Gewicht selbst regulieren zu können. Das Risiko für Diabetes-Folgeerkrankungen ist hoch. „Das können Nerven- und Nierenschäden, Erblindung bis hin zu einer verkürzten Lebenserwartung sein“, erklärt Wolfgang Wesiack, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Internisten.

Aber ich finde das eher indirekt und im Gedächtnis bleiben dem Laien wohl eher Passagen wie diese hier:

Mit Beginn der Insulintherapie legen Diabetiker vom Typ 1 häufig an Gewicht zu. Es sind vor allem junge Diabetikerinnen, denen das gar nicht gefällt. „Vor der Diagnose haben sie häufig abgenommen, mit dem Insulinspritzen nehmen sie oft zunächst zu, das kann für die Betroffenen ein Problem sein“, sagt der Bochumer Arzt und Hochschullehrer Stephan Herpertz.

Was meint ihr? Wäre euch beim Lesen des Artikels ohne Vorwissen direkt klar gewesen, was der Grund für die Zunahme ist?

Schwarzenegger auf Rohkost.

Gerade habe ich spaßeshalber in Udo Pollmers Anti-Diät-Buch reingelesen. Und… oh mein Gott, sagte ich, dass ich mich nicht mehr über Fettlogiken aufrege?

pollmer

Bitte? Brad Pitt ist was?cloon

Brad-Pitt-HeightMit seinen 180 cm und 78kg ja wohl komplett Normalgewichtig. Und George Clooney mit der selben Größe und dem selben Gewicht ist ebenfalls normalgewichtig. Wo sind diese beiden Männer bitteschön übergewichtig oder gar adipös?

Aber genau darum geht es natürlich: Einfach mal behaupten DIE seien adipös, damit jeder sich an den Kopf greift und sagt „Ja also wenn DIE schon dick sein sollen, dann muss der BMI ja totaler Bullshit sein!“

Und der größte Strohmann von allen, Arnold Schwarzenegger? Mit 188 cm und einem Wettkampfgewicht von 106kg hatte er ganz knapp einen BMI von 30, als er so aussah:

1

Brad Pitt in Fight Club, wo er nur etwa 70kg wog
Brad Pitt in Fight Club, wo er nur etwa 70kg wog

Außerhalb der Wettkampfsaison nahm er dann auf ca. BMI 33 zu. Aber du meine Güte, dieser Inbegriff des Kraftprotzes kommt gerade mal knapp in den adipösen Bereich – der Bereich, in den Pollmer so nochalant den guten George Clooney steckt. Schauen wir uns doch mal Clooney und Schwarzenegger an, die sehen doch ein klitzekleines bisschen anders aus. Und dass eine Ernährungsberaterin den jungen Schwarzenegger auf Rohkost setzen würde, weil sie ihn für „Fett“ hält, ist einfach nur lächerlich, und nicht im Pollmerschen Sinne.

Im Folgenden schwurbelt Pollmer dann übrigens endlos darüber, wie der BMI ein „moderner Aberglaube“ und völlig unsinnig ist. Dabei nutzt er bevorzugt uralte Studien und ignoriert die neuen Forschungen. Im Gegenteil, mit den uralten Studien lässt er es so aussehen, als sei der BMI irgendeine unsinnige Zahlenspielerei von Versicherungsgesellschaften, die so gar nichts mit der Realität zu tun hat. Und gerade das ist der lächerlichste Punkt. Wäre es tatsächlich so, dass ein höherer BMI gesünder wäre, dann hätten sich schon längst findige Versicherungen auf Dicke gestürzt, denn für Versicherungsgesellschaften bedeuten diese Krankheits- und Sterblichkeitsberechnungen bares Geld. Wären Dicke tatsächlich langlebiger und gesünder, würde sich eine Lebensversicherungsgesellschaft, die Dickenfreundliche Tarife anbietet eine goldene Nase verdienen. Gerade Versicherungen geht es ausschließlich um Geld, und ganz sicher nicht um versteckte Absichten und hintergründige Verschwörungen.

Wenn Pollmer seriös über den BMI geschrieben hätte, hätte er nicht die 1% Schwarzeneggers erwähnt, die aufgrund ihrer Muskelmasse „adipös“ sind, sondern vielmehr die 39% der Bevölkerung, die zwar laut BMI nicht adipös sind, aber aufgrund unserer typisch inaktiven Lebensweise so wenig Muskelmasse aufweisen, dass sie dennoch adipöse Körperfettwerte aufweisen.

bmi

Pollmer lügt also nicht nur knallhart, indem er normalgewichtige Schauspieler mal fix „übergewichtig“ oder gar „adipös“ macht, er manipuliert auch so, dass die berechtigte Kritik am BMI, dass dieser nicht die Fett- und Muskelmasse berücksichtigt, bei ihm glatt ins Gegenteil verzerrt wird. Er lässt es so wirken, als sei der BMI viel zu streng und würde massenweise Menschen für zu dick erklären, wo das eigentliche Problem darin besteht, dass er fast die Hälfte der Bevölkerung (je nach Studie) nicht als zu dick erkennt.