Gastbeitrag: Eine 180° Wende

Ich sage einfach mal danke für diesen Gastbeitrag, weil … yay 🙂

Was schreibt man, wenn man innerhalb von 10 Monaten 22kg verloren hat?
Richtig, man schreibt einen Gastbeitrag auf dem Blog von der Person, die dir mit ihrem Buch das Wissen vermittelt hat, das du brauchtest um eine 180 Gradwende zu machen.

Ich schreibe hier die wirklich prägnanten Dinge auf, die ich erlebt habe, alles wäre wirklich zu lang 😉

Hallo, ich bin Chue. Ich bin 26 Jahre alt und habe Mitte 2016 aufgehört zu rauchen. Im Anschluss daran passierte genau das, wovor man Angst hat, wenn man diesen Schritt geht – ich nahm ziemlich unkontrolliert und trotz aller Gegenmaßnahmen zu.

Ich hatte schonmal 120kg und habe mir – als ich davon runter war (ca.75kg) – geschworen, die magische 100kg Grenze nicht mehr zu überschreiten. Damals war es allerdings keine kontrollierte oder bewusste Abnahme. Mein Leben hatte sich einfach verändert und es passierte „einfach so“.

Anfang Winter 2016/2017 stand also auf der Waage eine 99,8. SCHOCKZUSTAND. Es wurde alles höchste Zeit etwas zu ändern. Aber wie? Welchen Weg nehmen? Eine der unglaublich viiiiiielen „Diäten“ die es gibt? Oder doch „nur“ mehr Bewegung?
Ich besprach dies mit verschiedenen Menschen in meinem Umfeld, las im Internet verschiedene Dinge. Irgendwann entschied ich mich dann, erstmal Kalorien zu zählen. Das schien mir plausibel und machbar. Ich lud mir also eine App herunter und trackte mein Essen. Ich aß also normal weiter, änderte aber die Portionsgrößen. Es funktionierte und ich verlor die ersten 7 kg. Die Motivation wuchs und ich meldete mich in einem Forum im Internet an, um mich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Vom Gefühl her lief es super. Und dann? Ich stand. Ich stand bei 93kg. Es ging nicht vor und nicht zurück. Es war so frustrierend. Aber ich wollte unbedingt weiter abnehmen. Erneut befragte ich mein Umfeld und bekam verschiedenste Antworten. Hier ein Auszug dieser:
„Du isst zu wenig. Um abzunehmen musst du mehr essen!“ Hä? Logik?!
„Reduziere die Kohlenhydrate, dann geht es weiter!“ Kohlenhydrate reduzieren? Was soll ich denn dann essen?! (Ich war ein riesen Nudelfan)
„Vielleicht sind 93kg das Gewicht, was dein Körper eben braucht!“ An dieser Stelle einfach NEIN!

Man kann wohl erkennen, die Tipps halfen mir nicht. Aber ich hatte ja noch mein Forum. Also suchte ich da nach Antworten. Zu meinem Erstaunen bekam ich dort zunächst den oben auch genannten Tipp mehr zu essen. Nicht was ich essen sollte, aber mehr. Mein Kaloriendefizit -damals ca. 1000 Kalorien- sei zu hoch und es wäre ungesund so wenig zu essen.

Jemand anders fragte, ob ich mich schonmal damit auseinandergesetzt hätte, wieviel Protein ich aufnehme. Neben vielen anderen Antworten, schrieb jemand, ich solle doch mal das Buch „Fettlogik überwinden“ lesen.
Ich war echt frustriert. So viele verschiedene Antworten, was sollte ich den nun machen?! Ich ließ die Suche ein paar Tage ruhen und beschäftigte mich mit meiner Ausbildung. Aber der Titel des Buchs ging mir nicht aus dem Kopf. Ich googlete den Titel und fand eine Menge Rezensionen. Da waren echt viele Menschen begeistert und sprachen von Lebensveränderung und wie sehr das Buch ihnen geholfen habe.

Zur Orientierung. Mittlerweile war es Februar 2017, 93kg.

Ein Versuch war es wert, dachte ich und bestellte es. Ein paar Tage später kam es an. Eigentlich wollte ich nur schonmal die erste Seite lesen, wie man das ebenso macht, wenn ein neues Buch da ist. Nur mal rein sehen und sich dann später wieder damit befassen. Fehlanzeige. Ich las das erste Kapitel, dann das zweite und beim dritten wurde ich unterbrochen, weil ich so langsam mal ins Bett musste.

Ab da war das Buch mein ständiger Begleiter. In der Schule, später im Praktikum, in der Bahn, im Bus. Ich verschlang es quasi und während ich das Buch noch las, setzte ich verschiedene Dinge um. Ich ignorierte die Warnung, dass unter 1000 Kalorien essen ungesund sei, und fing wieder an zu zählen. Dieses Mal mit einem Defizit von 1200 Kalorien. Ich beschäftigte mich mit den Makronährstoffen und erhöhte den Proteingehalt auf die geforderten 0,8g pro kg Körpergewicht. Ich trank mindestens 2 Liter am Tag, was ich vorher nicht getan hatte und bald stand ich nicht mehr bei 93 kg!!! Es ging endlich wieder bergab!

Sowohl in der Schule als auch in der Praktikumsstelle blieb das natürlich nicht unbemerkt. Ich wurde gefragt, wieso ich denn das Buch immer mit mir rumschleppe und wieso ich zu allem, was man mir anbot, grundsätzlich „Nein“ sagte und vor allem, wieso ich plötzlich aktiver wurde. Einige dieser Menschen schauten sich das Buch an und lasen darin.

Eine meiner Arbeitskolleginnen und mittlerweile Freundin (<3 liebste Grüße) interessierte sich sehr für meine Abnahme und kaufte sich das Buch letztendlich. Sie zählt genau wie ich bis heute und hat sehr tolle Erfolge erzielt.
Meine Praktika in der Ausbildung gingen immer 3 Monate. Am Ende meines Praktikums – April 2017 – wog ich 83kg. Ich war stolz wie Oskar. Das waren 10 kg. In ca.3 Monaten. Das war eine solche Motivation. Unfassbar. Dazu kam, dass ich – und das habe ich NIE gemacht vorher – mit Sport anfing. Bis heute mache ich viel Ausdauersport auf meinem Trampolin.

Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, reichte ich es an eine meiner Freundinnen (auch hier liebevolle Grüße <3) weiter. Sie ist zwar sehr dünn, interessierte sich aber für das Thema Ernährung. Funfact: Auf meinem Buch klebte ein Klebezettel mit dem Titel „Bibel“.

Ich hatte im Januar 2017 den letzten Lungenfacharzt Termin zum Lungenfunktionstest gehabt. Der hatte sich damals schon sehr gefreut und mir bescheinigt, dass die Werte wesentlich besser waren als 6 Monate zuvor. Man muss wissen, ich bin Asthmatikerin und brauche Kortison. Naja..ähm. brauchte. Im Januar sagte der Herr Doktor noch, er glaube ich würde immer Kortison brauchen. Als ich jedoch August 2017 zur Routineuntersuchung wieder da war, mit 20 kg weniger als im Januar (von 93kg auf 73kg) musste ich fast vor Freude weinen, als er mir sagte, dass ich das Kortison nur dann brauchen würde, wenn ich beispielsweise erkältet bin. Das war einer der besten Momente in meinem Leben! Ein anderer war das Erreichen des Normalgewichts (BMI Skala) im September. Überhaupt werde ich mittlerweile viel seltener krank.

Mittlerweile ist es Oktober und ich habe in der Zwischenzeit mein Examen erfolgreich abgeschlossen. In dieser Zeit habe ich gezählt, aber natürlich gab es den ein oder anderen Tag, dem ich vor lauter Stress nicht mehr diszipliniert genug war und zugeschlagen habe.

Momentan bin ich bei unglaublichen 70kg und auf der Zielgraden. Ich möchte jetzt noch 10kg abnehmen und bin extrem zuversichtlich das auch zu schaffen. Auf viele Fragen, die mir gestellt werden weiß ich nur Antworten, weil ich Nadjas Buch gelesen habe. Sowohl die Abnahme als auch das Buch haben mich selbstbewusster gemacht und das macht mich sehr glücklich.

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Ich werde auch immer noch gefragt, wie ich das gemacht habe und dann muss ich lächeln und erzähle von dem Buch und das es eben keine Hexerei ist.

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9 Gedanken zu “Gastbeitrag: Eine 180° Wende

  1. Dafne

    Du hast mir aus der Seele gesprochen, weil ich genau den gleichen Weg hinter mir habe, auch nach den aufhören zu rauchen im September 2016! Nur Krafttraining kann ich dir noch ans Herzen legen! Danke für den Beitrag, es motiviert mich ungemein !

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    1. Hallo Dafne,

      Erstmal Danke.

      Das Krafttraining ist in Planung :). Da ich gerne jemand hab der mir sagt was ich machen soll und wie, schauen wir uns morgen ein Fitnessstudio an 😀
      Respekt für das Aufhören mit dem Rauchen. Ich weiß das es echt hart sein kann! 🙂

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  2. Kaethe

    Herzlichen Glückwunsch an die Gastbeitragsautorin.

    Liebe Nadja:
    Was mich wirklich interessieren würde: Wie kommt man an diese letzten Kilogramm heran? Oft enden Erfahrungsberichte – wie auch dieser – mit „10kg/5kg/x kg (…) sollen noch runter“.
    Ich weiß, dass es bei vielen Bekannten erst kurz vorm Ziel schwierig ist und viele dann sagen: „Naja, passt schon.“

    Ich habe dank FLÜ von Hochnormalgewicht (66kg bei 1,62m) auf einen BMI von 21,5 abgenommen; ursprünglich wollte ich gern ein Endgewicht von 54kg erreichen (zwischendrin hatte ich mein Ziel sogar auf 52kg gesetzt als ich gesehen habe, dass das Kalorientracken so gut funktioniert und weil mir sportfaulem Menschen dieses Gewicht bei dieser Körpergröße optimal an anderen gefällt).
    Als nach knapp 4 Monaten aber die 56 auf der Waage erschien, wirkte dieses Gewicht auf mich nicht mehr so bedrohlich wie die 66. Dazu kam Unzufriedenheit im Job, weshalb ich abends gern geschlemmt habe. Durch gute Ernährung (Kalorienrestriktion, viel Protein) bis zum Nachmittag gerade ich immerhin nicht in den Überschuss am Ende des Tages.

    Hast du vielleicht noch ein paar Tipps zum Knacken dieser letzten Kilogramm?

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    1. Maren

      Okay, ich bin nicht Nadja… aber ich bin jemand, die in den letzten zwei Jahren von BMI 25 auf BMI 19 abgenommen hat, unter anderem mit der Motivation aus dem Buch, weil mehrere übergewichtige Leute in meinem Umfeld so begeistert davon waren und teilweise enorme Mengen abgenommen haben, und ich es daher auch aus Neugier gelesen habe. Und das waren eben genau diese ca. 10kg, an denen es bei vielen Leuten, die von einem höheren Gewicht kommen, festhängt, oder wo viele dann auch gesagt bekommen: „Mehr abnehmen brauchst du doch gar nicht.“
      Ich hab das ganz – na ja, mehr oder weniger – konsequent mit einem kleinen Defizit von ca. 300-400 kcal gemacht, und außerdem angefangen deutlich mehr Sport zu machen (sowohl Ausdauer als auch Kraft), da mir mein schwabbeliger unfitter Körper auf den Nerv ging. Wenn man auf die 40 zugeht, sieht man um sich herum sehr viele Frauen über alle möglichen Wehwehchen jammern und gleichzeitig weiter Kuchen in sich hineinstopfen, während sie auf dem Sofa sitzen und aufzählen, aus was für Unmengen an Gründen sie keine Zeit für Sport haben etc. Damit konnte und kann ich mich üüüüberhaupt nicht identifizieren, ich werde meist auch ca. 10 Jahre jünger geschätzt als ich bin und möchte, dass das noch lange so bleibt 🙂 (Okay, jetzt kommt ein alberner Vergleich, aber ich seh mich eher so als Typ „Sarah Connor in Terminator 2“ und nicht als middle-aged housewife…) Ja, ich gebe zu, das ist zum Teil einfach Eitelkeit, aber auch Sorge davor, im Alter früher als nötig vermeidbare gesundheitliche Probleme zu kriegen. Ich bin bei BMI 19 einfach wesentlich fitter, wacher, widerstandsfähiger, und ja, ich seh besser aus, kann die Klamotten tragen, die ich an mir cool finde.
      Also, meine Motivation war und ist da eigentlich recht stark, nachdem ich verstanden habe, dass ich meinen Körper pflegen muss und dass der nicht automatisch so ist oder bleibt, wie ich das gern hätte. Für mich ist sowohl Sport als auch gesunde Ernährung auch einfach „Wellness“, d.h. das tue ich für mich und da bleibe ich dran. Man hört ja auch nicht einfach auf, seine Zähne zu putzen oder seine Haare zu waschen. Deshalb ist mir das kleine Kaloriendefizit nicht schwer gefallen, vor allem in Zusammenhang mit ausreichender Protein-Zufuhr und generell „Entrümpelung“ meiner Ernährung, d.h. mehr frisch und selbstgekocht, weniger industrieller Kram aus der Packung.

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      1. Kaethe

        Liebe Maren,

        Danke für deine spannenden Einblicke.
        Ich empfinde mich als eher faulen Menschen mit anstrengendem Job (ich bin völlig kaputt, wenn ich abends nach Hause komme), der jetzt zumindest dünner ist 😉
        So muss wohl jeder seinen eigenen Weg finden.

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  3. Die Story gleicht sich fast meiner. Auch ich fing bei 99 KG an, auch ich bin jetzt bei 72 KG – zufrieden. Auch meine Vitalwerte haben sich vollständig verbessert und ich hatte Schlafapnoe mit CPAP Therapie, nun brauche ich das Gerät nicht mehr.

    Ja, herzlichen Glückwunsch, sei Stolz auf das erreichte.

    Gefällt 2 Personen

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