Nie wieder 150 kg.

So, von allen persönlichen Blogartikeln wird das hier wohl der persönlichste.
Vielen ist aufgefallen, dass man in den letzten Monaten kaum etwas von mir gelesen hat. Ich wurde öfter gefragt, was los ist. Ab und zu habe ich Stress erwähnt, aber irgendwie war das nur die halbe Wahrheit. Tatsache ist, dass es mir unangenehm war, wirklich auszusprechen, dass es mir nicht gut geht. Sogar jetzt beim Schreiben greife ich lieber zu Euphemismen wie „nicht gut gehen“ – nicht nur weil es mir angesichts meines Berufes peinlich ist sondern auch als Mensch, der nicht gerne zeigt, wenns mir nicht gut geht.

Eigentlich lief es ziemlich typisch. Die Belastung steigt und irgendwann merkt man, dass Dinge, die einem immer Kraft gegeben haben und Spaß gemacht haben plötzlich anstrengend werden und fast zur zusätzlichen Belastung. Dinge wie Bloggen, Comics machen, aber auch „real life“ Dinge, Hobbies, Freunde, Familie. Und dann wird das weniger, aber dieses Weniger tut eigentlich auch nicht wirklich gut. Denn jetzt kommen noch die Schuldgefühle dazu und der eigene Frust, diese Dinge nicht mehr hinzukriegen. Und Leute fragen natürlich was los ist oder ob man keine Lust mehr auf sie hat. Projekte und Dinge, die einem Freude gemacht haben liegen plötzlich brach und scheinen sich zu einem Turm aus „du solltest aber endlich mal“ aufzubauen.

Eine der Ursachen ist wohl Fettlogik. Auch hier sitze ich jetzt minutenlang um eine Formulierung zu finden, die nicht scheiße klingt. Denn jede denkbare Variante klingt einfach verdammt undankbar: „Mimimi, mein Buch ist zu erfolgreich“.

Das Problem ist, dass ich ein extrem introvertierter Mensch bin, auch wenn das online manchmal anders erscheint. Für mich ist das Schreiben meist leichter, weil da noch etwas dazwischen ist und ich nicht wirklich „draußen“ bin. Im echten Leben bin ich extrem zurückgezogen und mag das auch genau so. Dazu kurz ein Dialog mit meiner Mutter von vor einigen Tagen (oder einigen Tagen mehr, denn meine Mutter vernachlässige ich genauso wie alle anderen Menschen um mich herum).

Mutter: [irgendwas über ein Familienfest]
Ich: Oh, ich wusste gar nicht, dass es ein Familienfest gab.
Mutter: Ja, ich habe es dir nicht gesagt. Du warst eingeladen. Ich habe gesagt, du kannst nicht kommen.
Ich: Ich hätte aber doch Zeit gehabt?
Mutter: Ich weiß aber, dass du nicht hättest kommen wollen, ich kenne dich ja. Also habe ich lieber direkt abgesagt, dann stresst es dich nicht.

Und ganz ehrlich, das war so lieb. Das war so ein vollkommener „Meine Mutter versteht mich einfach“-Moment, denn diese extreme Zurückgezogenheit war in meiner ganzen Kindheit und Jugend ein Thema. Meine eher gesellige Mutter hat jahrelang versucht, mich irgendwie kontaktfreudiger zu machen. Was dazu geführt hat, dass ich mich als Kind auf sozialen Events unter Tischen versteckt habe und als Jugendliche mit einem Buch daneben saß und hoffte, dass mich niemand anspricht.

Ich hatte ja schon öfter geschrieben, dass ich grundsätzlich wenig Probleme mit meinem Gewicht hatte. Ein echtes Problem für mich war allerdings, dass ich mich mit 150 kg sehr sichtbar und auffällig gefühlt habe. An sich hat nie jemand etwas tatsächlich gesagt, aber das Gefühl war eben da. Du gehst raus und fällst in der Masse auf. Ich habe es genossen und genieße es noch, dass ich jetzt relativ unauffällig bin. Insbesondere weil ich mich entsprechend auch nie style und genau ein Makeup-Dingens besitze (Wimperntusche – ist nach ~5 Jahren aber eingetrocknet).

Aber sei halt mal unauffällig, wenn du ein Buch geschrieben hast, das von weit über 100.000 Leuten gelesen wurde. Ein Buch, das du als selbst publiziertes ebook hochgeladen hast und von dem du dachtest „Wenn das 100 Leute lesen wäre das schon echt cool!“.

Und es war und ist extrem cool, dass viel mehr Leute es lesen und empfehlen. Es ist toll, wenn mir Leute schreiben, dass es ihr Leben verändert hat und das auch tatsächlich so meinen. Und ich das glauben kann, weil ich selbst weiß, wie sehr mein Leben sich verändert hat, durch die Dinge, die ich geschrieben habe. Daher ja auch das Bedürfnis, es zu teilen.

Wie gesagt, das war und ist toll. Und gleichzeitig für mich, mit meinem blöden Charakter eben auch wieder schwierig. Ein Teil von mir freut sich und einem anderen Teil ist jede Aufmerksamkeit zu viel. Zumal bei zig tausenden Menschen natürlich auch nicht jede Aufmerksamkeit nett ist und Leute auch ganz schön gemein werden können. Woran ich mich – und darauf war ich ziemlich stolz – recht gut gewöhnt habe und es nicht mehr so an mich rangelassen habe. Aber in diesem Jahr wurde das zunehmend schwieriger und je größer die Belastung wurde, desto mehr haben irgendwelche Kommentare plötzlich gekratzt, und ich habe mich dabei ertappt, wie ich im Laufe des Tages gedanklich immer wieder bei solchen Dingen gelandet bin. Die relativ dicke Haut, die ich mir angewöhnt habe ist zunehmend verschwunden und selbst kleine Spitzen taten wieder weh.

In den letzten Monaten habe ich mich dann mehr und mehr zurückgezogen. Wie gesagt, das hat nur teilweise gut getan. Aber ein bisschen schon. Was ich gemacht habe war, dass ich mich vollkommen ins Schreiben zurückgezogen habe. Dieses Mal kein Comic- oder Sachbuch sondern eine Geschichte. Ich habe mich ziemlich in diese Welt geflüchtet und buchstäblich jede freie Sekunde geschrieben. Und es gab viele freie Sekunden, weil ich in den letzten Monaten so ziemlich gar nicht geschlafen habe – 3 Stunden war schon ein Triumph. Und, wie gesagt, alles was mir Freude gemacht hat, auch Sport, wurde drastisch weniger. Was mich in den letzten Monaten 3 kg gekostet hat (um mal wieder aufs Thema dieses Blogs zurück zu kommen). 3 kg nach oben, versteht sich. Wenn ich eines nicht bin, dann ein Stress-Abnehmer. Essen geht immer.

Das Gute ist, dass ich nun Bücher geschrieben habe. Wenn ich den Mut aufbringe, werde ich das erste, so wie Fettlogik, hochladen. Da hat es ebenfalls gedauert, bis ich mich überwunden hatte. Jetzt wollte ich eigentlich schreiben, dass Fettlogik natürlich persönlicher war als eine erfundene Geschichte. Und während ich darüber nachgedacht habe, fiel mir zum ersten Mal auf, dass die Geschichte im Wesentlichen davon handelt, dass jemand mit einer ihm völlig fremden Lebensweise konfrontiert wird und darüber seine Identität verliert. Hm.

Na ja. Das war auch so ziemlich das einzig Gute an den letzten Monaten, wenn es denn gut ist. Denn ansonsten hatte ich das Gefühl, dass so ziemlich alles unter mir wegbricht und ich nichts hinbekomme. Der Berg aus „zu erledigen“ – „allmählich wirklich zu erledigen“ – „meine Güte erledige das endlich, du Versager“ wurde immer größer, was eine schöne Kombination mit meinen eigenen Ansprüchen und meinem ADS wurde. Kein Wunder, dass das Schreiben eine Flucht war, denn meine Protagonisten haben es in ihrem viel größeren Chaos zumindest geschafft was zu reißen – während ich schon am Beantworten simpler Post gescheitert bin und unseren Handwerkern beim Renovieren so unheimlich hilfreiche Anweisungen wie „Weiß nicht. Macht einfach wie ihr denkt“ gegeben habe.

Für mich war die Konsequenz nun, dass ich eingesehen habe, dass das so nicht weiter gehen kann. Ich habe daher schweren Herzens alle Termine für dieses Jahr abgesagt. Was für mich das erste Mal war, so etwas zu tun. Normalerweise halte ich mich an Vereinbarungen, auch wenn es ein Durchbeißen ist. Aber momentan – geht es nicht. Und jetzt werde ich versuchen, mein Leben allmählich wieder zu strukturieren. Regelmäßiger Schlaf wäre ein Anfang. Essen und Sport wieder so, dass es gut tut. Also weniger von dem einen, mehr von dem anderen. Bis die 3 kg wieder runter sind (hey, das Schöne ist, dass zumindest dieses Thema mir keine Sorgen bereitet. Gewichtsmäßig war ich relativ entspannt und hab mir die letzten Monate gesagt, dass das auch mal ok ist – wobei die Extrakilos nun auch wieder runter sollten, denn inzwischen stören sie. Lustigerweise kamen beim letzten aktuellen Foto vor ca. 3 Wochen trotzdem noch „Magersucht“ und „zu dünn“ Kommentare). Wieder anfangen, die Dinge zu tun, die gut tun und die Menschen wieder zu kontaktieren, die ich in den letzten Monaten nicht vergrault habe. Und grundsätzlich versuchen, eine Möglichkeit zu finden, mit den Dingen klar zu kommen, die mich stressen.

Und wenn diese Maßnahmen nichts bringen, eben einen Therapeuten suchen. Wie ihr sicher schon erkannt habt, war „es geht mir nicht gut“ der Euphemismus für „ich bin in eine depressive Episode gerutscht“. Nicht so schön, das als Psychotherapeutin zuzugeben. Denn natürlich habe ich die Symptome gesehen. Die Dinge, die immer weniger Freude machen. Die Schlaflosigkeit. Die Gewichtszunahme. Die ständige Müdigkeit. Die Konzentrationsprobleme. Das Überforderungsgefühl. Das Gefühl, das eigentlich alles ziemlich sinnlos ist.
Aber wie es halt so ist. Ich hab’s weggeschoben und mit „das ist jetzt halt eine Phase“ und „das wird von selbst wieder besser, wenn erstmal dies oder jenes geschafft ist“ weggeredet. Ist aber Quatsch. Es wird eben nicht von alleine besser, wenn man einfach die Zähne zusammen beißt und weiter macht wie bisher, weil man hofft, dass irgendwas sich rechtzeitig ändert. Durch dieses Wegschieben bin ich auf 150 kg gekommen, weil immer irgend ein Grund da war, warum es doch eigentlich gar nicht so schlimm ist und irgend etwas anderes viel wichtiger ist. Und wenn erstmal dieses und jenes anders ist, wird das mit dem Gewicht schon von alleine irgendwie anders.

Auf 150 kg möchte ich es aber nie mehr bringen. Weder im realen, noch im übertragenen Sinne. Daher schaue ich dieses mal rechtzeitig hin.

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94 Gedanken zu “Nie wieder 150 kg.

  1. Ich bin zwar noch ungefähr 52kg (diese MASSE!) von meinem Idealgewicht entfernt (heute morgen 118,3 von ursprünglich 125) und habe bisher lächerliche 6,7kg abgenommen in 1,5 Jahren (und bei 3kg bin ich mir unsicher ob das nicht Wasser ist), aber ich kann das sehr gut nachvollziehen, was du da schreibst. Auch wenn ich kein Buch herausgebracht habe. 🙂
    Bei mir kommen dann innerlich immer Schuldzuweisungen a la „Warum kann ich mich nicht so organisieren, dass es klappt?“ und von außen kommen die teilweise auch – sogar von Menschen, die beruflich Menschen zu ihrer Ernährung beraten. Ich falle oft in die Phase, dass es dann auch egal ist, ob ich jetzt eine Pizza esse oder zwei. Du hingegen bist so weit, dass du das klar erkennst und nen Cut machen kannst. Das ist doch toll!
    Ich drücke dir die Daumen, dass du dich wieder einpendelst – nicht mal beim Gewicht, sondern der ganze Rest..work-life-balance mäßig.

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  2. Ich bin mir sicher, es wird immer mehr Menschen geben, die dir Respekt für deine Offenheit und dein Tun zollen, als solche, die mit Spitzen schießen. Ich wünsche dir, dass bald der Tag ist, an dem alles wieder Spaß macht. Aufstehen, rausgehen, Sport, Freunde, Familie.. und alles, was sonst noch zu dir gehört.

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  3. Daniela Gegner

    Vielen Dank dafür. So selten erkenne ich mich wieder in dem, was jemand von sich gibt. Hier aber schon. Ich wünsche dir alles Gute. Ich wäre ja selbst froh, endlich mal eine Richtung für mich zu finden. Und es ist so schön, dass du diese für dich hast. Auch, wenn es schwer ist. Und vermutlich immer mal wieder sein wird. Deshalb schicke ich dir eine Umarmung, auch wenn wir uns nicht kennen, und wünsche dir einfach nur Kraft, immer wieder den Mut zu haben, weiterzumachen. Liebe Grüße Daniela

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  4. Julia

    Danke für diesen schönen persönlichen Beitrag. Auch als Psychotherapeutin ist man immer noch ein Mensch und kann natürlich genau so überlastet und ausgebrannt sein, wie es manchmal die eigenen Patientinnen sind. Schön zu hören, dass du die Notbremse ziehst und dich rechtzeitig um dich kümmerst, in dich hinein horchst und dir gibst was du brauchst und dich weniger dem aussetzt was dich ausbrennt. Ich habe einmal eine schöne Beschreibung von extro- und introvertierten Menschen gelesen. Extrovertiert sind Menschen, die ihre Energie aus dem Zusammensein mit anderen Menschen ziehen und sich in Gesellschaft mit anderen nicht erschöpfen. Introvertierte Menschen kostet es Energie in Gesellschaft zu sein, darum brauchen sie Zeit für sich und ihren Rückzugsort um sich wieder zu erholen und aufzuladen. Wenn dann auch noch Kritik und vielleicht sogar Hating dazu kommen, ist es doch sehr verständlich dass man sich zurück zieht und wieder die Ruhe genießt um allein zu sein und sich zu erholen. Ich persönlich finde deine Art damit umzugehen sehr klug und wünsche dir, dass du eine schöne Zeit. Außerdem möchte ich natürlich hinzufügen, dass du auch mein Leben verändert hast. Ich habe mir, wenn alle meine Bemühungen abzunehmen nichts brachten, oft gewünscht eine gute Fee würde kommen und ich könnte mir wünschen endlich schlank zu sein. Du und dein Buch seit gekommen und mein Wunsch wurde wahr. 🙂 Dir gehört all mein Dank und natürlich stehen wir hinter dir.

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  5. Nur ein kurzer Gedanke dazu – denn ich bin kein großer Anhänger davon, jemandem der etwas so persönliches schreibt, Honig um den Mund zu schmieren und ihm zu sagen wie toll er doch ist und so weiter.
    Du weißt das Du toll bist und viel erreicht hast in Deinem Leben. Darum geht es gar nicht. Wenn man diese Art Gedanken hat und einen solch introvertierten Charakter ( glaub mir ich weiß wovon Du redest), dann spielt ein solcher externer Zuspruch keine Rolle.

    Meine Anmerkung – Du schreibst von „Struktur“. Ich konnte die Erfahrung machen, dass es eben diese Struktur ist, die Charaktere, wie den unseren, auf Dauer verzweifeln lässt. Diese Aufgabe hier, dort ein Termin, dann diesen Wunsch noch erfüllen, Privatleben, Essen, Schlafen… Alles strukturiert und das tut uns eigentlich gut – führt aber auf Dauer dazu das wir mit der Struktur nicht mehr umgehen können und uns in andre Welten flüchten.

    Ein Ansatz ( ich sage bewusst nicht „die Lösung“) könnte sein aus dem Strukturdenken komplett auszubrechen. Schlaf wenn Du müde bist, Iss wenn Du hungrig bist und entscheide worauf Du wirklich Lust hast.
    Anfangs schwierig – aber ich konnte feststellen das es ein Weg sein kann.

    Viel Glück/Spass/Erfolg für Dich

    LG
    simplethinking

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  6. Galli Frey

    Du scheinst es völlig richtig zu machen. Man sollte soviel mehr Rückicht auf sich und seine Gefühle, das eigene Wohlergehen walten lassen. Wenn man merkt, dass etwas falsch läuft oder „es einem nicht gut geht“, dann muss man eben mal nen Gang runterschalten. Was bringt es einem oder ach anderen, wenn man powert und durchhält und dann iwann zu grunde geht…
    Ich wünsche dir alle Gute, nimm dir die Zeit die brauchst und wenn du das Buch hochlädst, freu ichmich es lesen zu dürfen… Aber jetzt kommst erst mal du…

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  7. Huhu Nadja,
    warum sollte eine Psychotherapeutin nicht auch Depressionen haben? Ein Chirurg bricht sich doch auch mal ein Bein und muss sich vom Kollegen behandeln lassen. Das braucht dir doch nicht peinlich/unangenehm zu sein.
    Was deinen Allgemeinzustand angeht, kann ich dir keine wirklich guten Tipps gegen. Nur soviel: Es gibt nur einen Menschen der für dich selbst wichtig ist. Und das bist Du selbst. Alle Menschen die dir nahe stehen sind sicherlich nicht unwichtig, aber was nutzt es denen, wenn Du ausgebrannt bist?
    Nimm dir die Zeit die Du brauchst um Kraft zu sammeln und wieder „Du“ zu werden. Wer dafür kein Verständnis hat, den kannst Du aus deinem Adressbuch streichen 🙂

    Pass auf dich auf,

    Holger – der dir auch eine Menge (Gewichtsverlust) zu verdanken hat.

    PS: Ist es nicht so, dass die Einsicht der erste Schritt zur Genesung ist? Du bist also auf dem richtigen Weg 🙂

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  8. Colleen

    Danke Nadja! Nimm Dir einfach alle Zeit der Welt und eben auch Hilfe in Anspruch. Und ich hoffe es geht Dir bald wieder richtig gut! Alles Liebe und Gute aus Mannheim, Colleen

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  9. Liebe Nadja,
    ich wünsche Dir sehr, dass Du wieder in die für Dich richtige Balance kommst.
    Aber auf was wartest Du, statt Dir gleich externe Unterstützung zu holen? Du weißt doch selbst am besten, dass der professionelle Blick von außen das ist, was hilft. Also: ran an die Buletten (natürlich nur im übertragen Sinne 🙂 ). Sei herzlich gegrüßt

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  10. Fühl dich gedrückt.
    Eine ehemalige Freundin von mir (Psychologin mit Dr. Titel) hatte wie ich eine Erschöpfungsdepression und PTBS aber sie sah nicht, dass sie dringend Hilfe gebraucht hätte. Nur weil du vom Fach bist, bist du trotzdem auch nur Mensch.
    Danke dass du das mit uns teilst. Denn bevor ich Dein Buch gelesen habe, habe ich das Abnehmen wegen allem verschoben.
    Gönne Dir die Zeit, mach dir keinen Druck.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz

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  11. Barbara

    Langen Beitrag geschrieben und doch wieder gelöscht. Zu persönlich. Hier nur die Zusammenfassung des Fazits : du bist es entgegen dem häufig auftauchenden Gefühl nicht deiner Umwelt schuldig, plötzlich im Licht der Öffentlichkeit stehen und es genießen zu müssen. Es ist dein Leben und wenn es nicht zu dir passt, ändert es. Termine absagen war ein guter Anfang.
    Und denk bitte daran, dass durch die Veränderung der Hormone / Gehirnchemie unter einer Erschöpfungsdepression die Sicht auf mögliche Lösungen oft sehr eingeschränkt ist. Lass dich von einem Kollegen beraten. Du würdest als Chirurg schließlich auch nicht dein eigenes Bein operieren.
    Mach, was dir gut tut. Depressionen greifen in meiner Familie um sich und erfahrungsgemäß hat die Umwelt dafür nur selten Verständnis.

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  12. Vielen Dank für’s Teilen Deiner Gedanken. Das ist ein sehr mutiger Schritt gewesen, Dich so zu outen. Ich kenne das Gefühl und wünsche Dir viel Kraft aus dieser Depression zu kommen.
    Darüber hinaus freue ich mich auf Dein neues Buch! 🙂

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  13. Nie wieder 133 kg

    Mir hat mein Therapeut letztens ein Zitat von Hegel mitgegeben „Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit“. Und ja das stimmt. Es ist manchmal hart die Augen zu öffnen und sich Dinge einzugestehen. Aber wenn man daraus erkennt was zu tun ist, dann erfährt man eine neue Freiheit.
    Ich finde es stark, dass du in dieser depressiven Phase trotzdem Momente des Schaffens für dich gefunden und Romane geschrieben hast. Auch wenn es zu deinem persönlichen Vermeidungsprozess dazu gehört, ist doch trotzdem daraus etwas neues entstanden, auf das du stolz sein kannst.
    Viel Erfolg bei deinem weiteren Weg.

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  14. Mariam Mumina

    Ich verstehe das sehr, sehr gut, da ich in solche Situationen in meinem Leben schon öfters geraten bin, was meine Depression chronifiziert und mich in die frühe Rente gebracht hat. Kann ich nicht empfehlen, also das gesundheitliche Risiko, die Rente ist schon o.k.
    Aber selbst jetzt gerate ich noch in Überforderungssituationen und erwische mich dabei, dass ich Grenzen nicht rechtzeitig ziehe. Und auf mein Essverhalten wirkt sich das auch nicht gut aus, ich verliere den Appetit dann leider auch nicht, im Gegenteil.
    Kein Drama bis jetzt, aber für mich ein deutliches Signal, wenn ich anfange zur Entspannung zu essen, weil die Kraft für Sport oder einfach Spazierengehen in der Natur fehlt.
    Pass besser auf Dich auf! Und genieße trotzdem, dass Du so vielen Menschen einen Anstoß für ein viel besseres leben gegeben hast!

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  15. Nina Adam

    Sag noch einmal „mein blöder Charakter“- dann komm ich und hau dich 😉
    Die Rede könnte von mir sein in deinem Post. Du bist extrem gut so, wie du bist!
    Lass Ebbe und Flut, Regen und Sonne… zu… c’est la vie, nicht dran aufhängen.

    Drück doch unbekannterweise!!!

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  16. Du bist ein Mensch. Menschen sind im Allgemeinen fehlbar. Du bist nicht perfekt für dich, aber perfekt für deine Liebsten. Das zu akzeptieren ist eine schwere Aufgabe. Danach zu akzeptieren, dass die selbst gestellten Anforderungen zu hoch sind, ist ebenfalls eine schwierige Aufgabe. Beides hast du geschafft und sogar dein Schneckenhaus verlassen, um uns das mitzuteilen. Sei stolz auf diese Errungenschaften – und mach in dem Tempo, was dir behagt. Lass dich nicht hetzen, Du wirst deinen gewählten Weg nicht schneller gehen können, weil andere Menschen es so wollen. Es ist dein Weg, deine Entscheidung. Wir als deine Umgebung sind nicht in der Gewalt, dir dein Leben zu diktieren. Wenn du also Pause brauchst, mach Pause. Wenn du dein Projekt nicht mehr weiter verfolgt, ist das so und es darf sich keiner das Recht rausnehmen, darüber zu urteilen.
    Dicke Umarmung und Sonne im Kopf, Gaia

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  17. GAireg

    Hi,

    Ich finde es erstaunlich, wie viele Personen Grade über ihre aktuelle Depression Berichten. Nehmt das jetzt bitte nicht falsch, ich finde es mutig und gut darüber zu sprechen, von daher vielen Dank für deine Offenheit liebe Nadja. Du bist da nicht alleine.
    Die gute Fräulein Chaos hat auch gerade eine Phase durchgemacht https://youtu.be/2Z6C-CU6Lbc genau so wie auch ich und mehrere Personen in meinem Freundeskreis.

    Von daher wünsche ich dir alles gute und viel Struktur im Alltag um aus der Phase heraus zu kommen.

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  18. Kathrin Siegrist

    Ach, Nadja. Ich würde dich so gerne in den Arm nehmen und gar nichts sagen, aber das geht ja virtuell leider nicht. Es ist so surreal, das zu lesen, da es – von den äußeren Umständen mal abgesehen – von mir sein könnte. Nachdem ich dir meinen Gastbeitrag zum Thema ADHS zukommen ließ, hattest du ja auch schon geschrieben, wie viel wir gemeinsam haben. Du fühlst dich fast wie eine Freundin an, eine verwandte Seele – auch wenn wir uns kaum kennen bzw. ich nur einer von vielen Lesern deines Buches bin. Ich habe seit Mitte Juni 10 kg abgenommen und fühle mich so gut wie noch nie.

    Vor ca. 5 Monaten habe ich mein Antidepressivum abgesetzt, dann Pläne geschmiedet, mit meiner besten Freundin nach Neuseeland zu fliegen und irgendwo dazwischen kam dann dein Buch. Das Zusammenspiel dieser drei Tatsachen hat dazu geführt, dass 1. meine Depressionen sich fast wie geheilt anfühlen (klar hat man immer im Hinterkopf, dass sie irgendwann zurückkommen können und wahrscheinlich auch werden), 2. das Gewicht endlich verschwindet und 3. ich die Welt endlich sehe wie jemand mit „normaler“ Hirnchemie. Ich bin oft glücklich, aber auch traurig, wütend, frustriert, müde, gelangweilt – aber all diese Gefühle sind nicht mehr von der zähen, schwarzen Masse der Depression überzogen. Ich hoffe sehr, dass du dich aus dem Sumpf auch wieder befreien kannst – ach was, ich weiß, dass du das kannst. Du bist – das klingt jetzt etwas pathetisch, aber es ist so – wirklich meine Heldin. Ich hatte überlegt, ein Foto von mir aus Zeiten, als ich 75 kg gewogen habe, als Motivation an den Kühlschrank zu kleben – viel motivierender finde ich allerdings das Vergleichsfoto von dir mit 150 und 63 kg. Du hast mir so viel Kraft und Mut gegeben und ich hoffe, du weißt und verstehst, wie viel mir das wert ist.

    Du bist Therapeutin, du brauchst keine Tipps von mir oder irgendwem dafür, wie du dich aus einem Tief holen kannst, das packst du schon. Aber ich sende dir ganz viele gute Gedanken und „positive vibes“ und freue mich, bald wieder lustige Comics von dir und deinen Roman zu lesen.

    Lass es dir gut gehen und sei gut zu dir.

    Viele liebe Grüße

    Kathrin

    PS: Ich habe übrigens anfangs dein Buch nur als eBook gekauft – „Nee, das ist mir zu peinlich, sowas rumliegen zu haben, dann schaffst du es doch wieder nicht mit dem Abnehmen und alle lachen dich aus“. Nachdem jetzt 10 kg runter sind, liegt es in der Taschenbuchausgabe auf dem Wohnzimmertisch und bleibt dort auch. Ich nenne es gerne liebevoll meine „Bibel“ und sage immer, wenn ich ein Buch auf der Welt allen Menschen in die Köpfe runterladen könnte, es wäre dieses. 😉 (no pressure though, lol)

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  19. mcabre

    Du bist nicht allein mit dem Problem. Die selben Gefühle und Schwierigkeiten habe ich seit Monaten, obwohl es mir objektiv betrachtet „besser denn je“ geht. Bin dank deinem Buch jetzt auch ein UHU, also unter Hundert Kilo…Tendenz weiter sinkend. Fühlt sich gut an, und trotzdem ist da diese Antriebslosigkeit und das unbegründete Gefühl mit allem überfordert zu sein und nichts auf die Reihe zu kriegen.

    Wenn du das wieder hinkriegst, schreib bitte unbedingt WIE, würde mich brennend interessieren…

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  20. Katrin L.

    Liebe Nadja, da es so ruhig in deinem Blog wurde, habe ich mir bereits Sorgen gemacht ob das Ganze nun langsam auaeinander bricht. Ich danke dir für deine Rückmeldung. Du hast mit deinem Buch so vielen Menschen die Augen geöffnet, ein Mittel in die Hand gegeben um selbstbestimmt abnehmen zu könnrn und seinen Alltag zu revolutionieren. Verliere nicht aus den Augen das auch du nur ein Mensch bist, der Bedürfnisse hat. Wenn solche Grundbedürfnisse wie Schlaf und Entspannung nicht mehr erfüllt werden können, ist das Absagen deiner Termine nur ein kleiner Schritt. Such dir bitte Hilfe und komm gestärkt wieder zurück ins Leben!

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  21. Anne

    Mal ein ganz platter Rat an dich: Liess mal das Buch *was die Seele essen will*. Das ist, neben Fettlogik, das zweite Buch gewesen was mein Leben verändert hat. Die Schriftstellerin ist eine Ärztin die in ihrer Klinik seit 3 Jahrzehnten erfolgreich Patienten mit Nahrungsergänzungsmitteln behandelt. Genau wie bei dir gab es bei ihr den AHA Effekt. Es gibt keine Wunder. Die Sache ist ganz einfach. 1+1=2. Wie alle anderen Dinge im Körper brauchen Gefühle gewisse Dinge. Glücklich sein ist (unter anderem) ein simpler Wirkstoff. Du wirst ihn kennen. Serotonin. Und dieser braucht Tryptophan, ein Eiweiss zum entstehen. Keine Magie der Seele. Einfach Nahrung, von der leider nur sehr wenige Ärzte ahnung haben. Viele Menschen leiden unter einem Mangel und der stellt sich oft durch das dar was du hast. Aber auch wenn es kein Mangel ist sondern Druck von aussen, lässt sich das alles viel besser überstehen wenn man weiss welcher Tank gerade leer geht, weil der Stress ihn aussaugt. Probiere es doch mal. Mein Leben hat es verändert und vielleicht hilft es ja auch dir. Es kostet dich nix ausser das Buch und ein paar Ergänzungsmittel. Grüsse von einer Frau die noch mit 28 Jahren viel lieber alleine ist als in Gesellschaft.

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    1. Hey, genau das wollte ich auch anmerken! Oft hat man ja ein Vitamin- oder Mineralstoffdefizit. K2 zum Beispiel oder B Vitamine. Grade bei Hashimoto. Regelt doch die Schilddrüse alle Enzyme im Körper, die auch für solche Sachen wie Nahrung richtig verwerten zuständig sind. Funktioniert das nicht, fehlen Nährstoffe. Kann man testen lassen. Und dann gibt es ja die ganzen Biohacker, die erklären, wie wichtig das richtige Licht ist, die richtigen Nahrungsmittel zur Jahreszeit (Omega3 im Winter, aber nicht als Supplement…). Ich selber habe organischen Schwefel und Lactoferrin für mich entdeckt. Letzteres auf einem Blog über funktionelle Medizin. Sieht grade so aus, als würde ich damit meinen Reizdarm und mein immunsystem in den Griff kriegen. Das deprimiert auch unglaublich, wenn man einfach oft krank wird…..

      An Nadja gute Besserung, Depression ist gut behandelbar hab ich mir sagen lassen (und auch schon ausprobieren müssen) 😉

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  22. Tina

    Liebe Nadja,
    Ich wünsche dir von Herzen alles Gute.
    Nimm dir die Zeit die du brauchst, such dir einen tollen Therapeuten und gehe den Weg denn du ja schon begonnen hast weiter, auch wenn das „Wofür mach ich das eigentlich?“ dich zweifeln lässt.

    Du schaffst das

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  23. Sabine

    Hallo meine Liebe,
    Ich kann Dich vollkommen verstehen. Ich habe auch auf mein Wunschgewicht abgenommen, und dann? Riesen Loch! Stillstand (im Sinne von keine Ahnung was jetzt kommt) Und das hat sich solange hingezogen, bis ich wieder bei meinem Startgewicht angelangt war. Die Häme der netten Familie inklusive. Jetzt versuche ich mein Problem erst mal von einer anderen Seite, so wie Du anzugehen. Am Willen abzunehmen liegt es bei mir nun wirklich nicht! Ich denke viel über mich nach, was man mir so eingepflanzt hat. Genauso, wie Du über die Fettlogiken. Man hat mir soooo viel Mist eingetrichtert, ich muss den auch noch los werden. Ich bin auf einem guten Weg und das wünsche ich Dir auch! Das Du Deinen Weg wieder findest! Es gibt ganz viel Logiken, die irgendwelche Volld….. in die Welt gesetzt haben und dann auch noch davon überzeugt sind das sei das Richtige, und das überwinde ich zur Zeit! Denn das hat mich lange Zeit blokkiert!

    Sei Achtsam mit Dir selbst, Du bist Dir die nächste Person!
    Ich schick Dir ganz liebe Grüße
    Sabine

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  24. Du bist so großartig, dass du so offen schreibst, wie es dir geht. Ohne das Buchthema hätte der Text auch von mir sein können, ich habs in den letzten Tagen grade mal geschafft, meinen engsten Lieblingsmenschen mein Innenleben näher zu offenbaren.
    Du bist Therapeutin, du weißt, wie es geht. Aber lass dich gerne auch von außen bestätigen.
    Ja, es ist richtig und wichtig, deine Termine zu canceln und wieder auf dich selbst zu achten.
    Ja, es ist gut, nicht sehenden Auges weiter in den Abgrund zu rauschen, sondern die Reißleine zu ziehen.

    Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass auch Bestsellerautorinnen das Thema Selbstfürsorge an erste Stelle setzen dürfen. Im Grunde genommen auch müssen, aber das weißt du.

    Ich bin ein Fan von dir, egal auf welcher Plattform und zu welchem Thema. Ich wünsche dir, dass du jetzt den passenden Weg für dich findest, zwischen Introvertiertheit und Öffentlichkeit deine Linie zu finden.

    Laienpsychologisch würde ich sogar sagen, genau das ist der Grund für deine jetzige Situation. Du hattest gar keine Zeit, deine Linie, deinen Mittelweg zu finden, weil es zu schnell ging, um eigene Mechanismen für den Umgang damit zu erarbeiten.
    Wenn du das geschafft hast, wird es dir vermutlich wieder so gut gehen, dass du wieder die Energie hast, dass zu tun, was dir am meisten Freude macht.

    Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute!

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  25. MissMaple

    Liebe Nadja,

    vielen Dank für das Teilen deiner Gedanken. Ich kann mir vorstellen, dass es bei dem Thema noch ein Quäntchen mehr Must kostet, wenn man Psychotherapeutin ist.

    Als introvertierter Mensch kann ich vielleicht nachvollziehen, wie sehr dich soziale Kontakte, Termine und Co. stressen. Und doch denke ich: Niemand von uns hat einen „blöden Charakter“. So wie es blonde Menschen gibt, gibt es eben auch braunhaarige. Extrovertierte wie introvertierte. Und das ist auch gut so, denn jeder hat der Welt etwas ganz Besonderes zu geben!

    Du hast so unglaublich viel für andere Menschen getan, das wird aus vielen Kommentaren auf Facebook und auf deinem Blog deutlich. Schön, dass du nun die Kraft und Energie zum Ausgleich auf dein eigenes Wohlergehen richten möchtest.

    Ich wünsche dir dabei von Herzen alles Gute und viel Kraft! Lass es dir im wahrsten Sinne des Wortes gut gehen!

    Viele Grüße
    MissMaple

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  26. Brigitte

    Ich denke, keinem Onkologen würde man „Mimimi“ vorwerfen, wenn er extrem erfolgreich ist. Es wäre ihm sicher auch nicht „peinlich“, wenn er selbst an Krebs erkranken würde. Dafür, dass man krank wird, kann man nämlich nichts. Und der Onkologe geht dann auch zum Onkologen.

    Ich bin keine Onkologin, hatte aber zweimal Krebs. Deshalb weiß ich, dass man manchmal aus Selbstschutz einfach alles ausblenden muss und sich nicht drum kratzen darf, ob das jetzt jemand anderen irgendwie stört.

    Nimm Dir die Zeit weg von allem, die Du brauchst. Heile! Du hast uns so viel gegeben, hast so vielen ermöglicht, zu heilen. Jetzt bist Du dran: heile!

    PS: Herzlichen Glückwunsch zu dieser Mutter. Ich empfinde ähnlich, was das Zurückgezogensein betrifft, ich lade meine Akkus auf, wenn ich alleine bin. Meine Mutter ist das Gegenteil und kann mich leider nicht so verstehen, wie Deine.

    Fühl Dich geherzt!!

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  27. Als ich diesen Blogbeitrag gelesen habe, dachte ich mir, der könnte auch von mir stammen. Abzüglich der Tatsache, dass ich keinen Bestseller geschrieben habe, keine erfolgreiche Comicserie habe (die ich übrigens wann immer es geht weiterempfehle, mein absoluter Topfavorit auf Facebook) und auch keinen Doktortitel vorweisen kann.

    In der Tat bin ich aktuell mit 26 Jahren auf der Suche nach einem Job. Wegen der Depression habe ich mir jahrelang die Möglichkeit verbaut, mich individuell weiterzuentwickeln und hole jetzt, nachdem ich vergangenes Jahr in Therapie war, vieles davon nach. Alles dauert, aber ich bin mit dem Verlauf in den Rahmenbedingungen zufrieden. Von den 150 kg Startgewicht bin ich noch entfernt, aber bereits 35 Kilogramm näher als vorher.

    In meiner Therapie habe ich 2 Dinge gelernt: eine Krankheit ist eine Krankheit, und sie sollte auskuriert werden. Außerdem haben meiner Ansicht nach die besten Therapeuten selber einen an der Klatsche.

    Ich bin völlig davon überzeugt, dass mit genug Zeit ihre Problematik wieder seine Ecke irgendwo hintenan findet, wo die Depression nicht mehr stört. Dabei wünsche ich viel Erfolg und ich freue mich darauf, in Zukunft wieder etwas von Ihnen zu lesen. Gerne auch ein neues Buch, aber alles mit der Zeit.

    Gute Besserung!

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  28. Kerstin aumüller

    Ich verstehe dich so gut. Vor Jahren ging es mir ähnlich. Habe mich vollkommen zurück gezogen und lebe endlich so, wie ich immer leben wollte. Bergwandern, Cello spielen und mich auf meine Familie freuen. Mehr braucht es nicht. Va die Berge bringen viel Klarheit. Alles Gute für dich. Du machst das genau richtig. LG kerstin

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  29. Erstmal wünsche ich dir, dass es dir bald besser geht! Mithilfe von kompetenten Kollegen schaffst du das auch. Ich meine, einem Onkologen macht doch auch niemand einen Vorwurf, wenn er/sie einen Tumor bekommt, oder?

    Ich selbst habe auch mit den sog. sozialen Medien (die manchmal aber auch ganz schön asozial sein können) zu kämpfen. Seit ich meine FB-Zeit drastisch reduziert habe, habe ich den Eindruck, mehr Dinge geregelt zu bekommen. Insbesondere Facebook finde ich da irgendwie schlimmer als Heroin (OK, blöder Vergleich, aber vermutlich hast du den Funken des Schimmers einer Ahnung, worauf ich hinaus will).
    Ich fühle mich manchmal von den Kommunikationsmöglichkeiten des Internets total überfordert.

    Da du ja mit Fettlogik überwinden ja schon dich langsam fast schon zu einer Person des öffentlichen Lebens entwickelst, denke ich mal, dass es bei dir dann ja noch mal erheblich eine Spur härter sein wird.

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  30. Philipp

    Wow….. das ist SO mutig von dir, dich hier vor uns zu öffnen. Ich danke dir für dieses Vertrauen und bin froh.
    Ich wünsche dir alles Gute, dass du einen Weg in bessere Zeiten findest als die letzten Monate.
    Wir, die Leser, die Kritiker.. sind alle egal ! Nur du bist wichtig. Tu, was dir gut tut.

    lg
    Philipp, 32, -30kg, lebt ein neues Leben

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  31. Danke für FLÜ (und erzaehlmirnix). 🙂 … Ok, das war genug Lobhudelei. Zur Sache:

    Ich glaube, diese Essays von Grady M. Towers könntest Du interessant finden. Apropos „ADS“, das habe ich über mich auch eine Weile lang vermutet. Ist aber „nur“ Prokrastination.

    Posted by Michael Joseph Muller on Sunday, January 9, 2011

    http://www.worlddreambank.org/O/OUTSIDRS.HTM

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  32. Ein Mensch mit Ecken und Kanten

    Liebe Frau Dr. Hermann,

    ich bin sehr beeindruckt wie viel Mut Sie aufgebracht haben um das hier zu schreiben. Als ich es gelesen habe musste ich ein wenig schmunzeln, denn das mit dem „Für sich sein“ kenne ich nur zu gut. Viele Menschen um einen rum verstehen es meist leider nicht und dadurch entsteht irgendwie Druck.
    Egal.
    Ich wollte Ihnen nur viel Kraft und Biss Wünschen um aus dem Loch wieder rauszukrabbeln, denn Sie wissen ja selbst am Besten, dass sich das richtig lohnt.

    Und ja, der Blog hier gibt mir und bestimmt ganz vielen anderen Menschen Unterstützung, macht Mut, hilft schlechte Phasen zu überwinden oder sich einfach mal auszutauschen. Aber gerade dadurch, dass Sie so vielen anderen Menschen hier die Möglichkeit einräumen mitzuschreiben und sich einzubringen, bekommt das ganze diese besondere Farbe, die Ihren Blog so wunderbar vielseitig macht.

    Daher ist es wirklich toll, dass Sie diesen Blog ins Leben gerufen haben, aber manchmal darf man auch Pause machen und einfach im echten Leben unterwegs sein. 😊
    Ich sags jetzt mal ganz „kätzerisch“:
    Es ist NUR ein Blog!!!

    Man kann ja auch ne Zeitschrift machen 😉

    Ich wünsche Ihnen Sonnenschein und Gesundheit und empfehle Ihr Buch nach wie vor weiter.

    Es bedankt sich ein Mensch mit Ecken und Kanten.

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  33. Hallo liebe Nadja!
    Ich kann dich sehr gut verstehen. Wir sind in vielen Dingen sehr ähnlich. Ich bin ebenfalls extrem introvertiert und bin heil froh, dass mein kleiner Blog eben so klein und unerfolgreich ist. Ich würde gar nicht mehr Aufmerksamkeit wollen. Das soziale Ventil vom distanziertem Bloggen ist mir sehr recht und kommt mir entgegen. Weil andere motivieren und helfen ist ein starker Drang von mir, aber bitte mit Distanz und Rückzugsmöglichkeit. In der Familie galt ich immer als sonderbar, weil ich nie fort ging, lieber alleine daheim an Geschichten schrieb, ein Buch las oder nur einzelne Freunde zum Quatschen und Nachdenken treffen wollte.
    Schön dass du die Abwärtsspirale rechtzeitig erkannt hast und etwas dagegen tun willst. Gerne flüchtet man sich hier ja in Ausreden und Aufschieben. Und wie andere schon kommentierten: wieso ist es ungewöhnlich als Therapeuten doch auch eigene Probleme zu haben? Kann mir gut vorstellen, wie einen der Druck, Aufmerksamkeit und eigene Ansprüche in deiner Situation negativ beeinflussen kann.
    Ich wünsch dir baldige Besserung und dass du deine Lebensfreude wieder findest. Wäre sehr traurig, wenn du anderen zwar so unglaublich toll geholfen hast, dadurch aber dann selber leidest.
    Liebe Grüße!

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  34. daswolli

    Lass Dich knuddeln, die Auszeit sei Dir herzlichst gegönnt. Ich kenns—also nicht das berühmt sein—diese Anzeichen dafür, dass das Gemüt „kippt“. Für jemand mit einer introvertierten Persönlichkeit ist so eine Situation echt Dauerstress pur. Ich wünsche Dir alles, alles Gute.

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  35. Gast ;)

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft! Viel mehr bleibt nicht zu sagen, es klingt nach einer guten und richtigen Entscheidung. 🙂
    In deinem Post habe ich mich an vielen Stellen wieder erkannt (selber ADSler mit Chaospotential und zu vielen Baustellen).

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  36. Andrea

    Vielleicht war das jetzt schon ein guter Anfang, dass du dein Befinden mal aufgeschrieben hast. Mir geht es immer besser wenn ich meine Probleme und Sorgen mit jemandem teile. Dann ist es meist garnichtmehr so schlimm….ich wünsche dir von Herzen einen baldigen Weg raus aus dieser Phase 😘.

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  37. Vreni

    Liebe Nadja, vielen lieben Dank für alles. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Du hast keine Ahnung, wieviel du mir gegeben hast. Es sind so viele, denen du so sehr geholfen hast und die dir so dankbar sind. Ich bin eine davon.Pass jetzt einfach gut auf dich auf.

    DANKE – ein sehr kleines Wort für das, was ich empfinde.

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  38. Ursa Schymanski

    Danke für deine Offenheit!
    Und genau um diese Muster geht es. Sich durchbeißen, weiter machen, funktionieren, lieb sein etc, die uns immer wieder über unsere eigenen Grenzen gehen läßt. Und so lange wir diese alten, oft Kindheitsmuster, nicht auflösen, für sie keine besseren Lösungen finden, werden wir immer wieder unx weiter mit unserem Gewicht zu kämpfen haben.

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