Gastbeitrag: Meine Nemesis heißt Lipödem – und schuld sind die Gene

Vor etwa zwei Wochen schickte mir Brigitte einen Beitrag zu der Reihe #50ShadesOfFettlogik:

50shades55

… und da ich ja schon länger Erfahrungsberichte zum Thema Lipödem sammle (siehe hier oder hier) habe ich sie spontan gefragt, ob sie nicht Lust hat, einen etwas ausführlicheren Beitrag zu schreiben. Sie hatte:

Schon als Jugendliche stand die für Lipödeme typische Körperfigur als drohendes Schicksal für mich im Raum. Auf Bildern von mir als 14-jähriger sehe ich ein schlankes Mädchen, aber ich habe mich nie als schlank empfunden: Oberschenkel und Po waren immer irgendwie schamhaft in meinem Bewusstsein.

Der Grund war damals noch nicht meine eigene Figur, sondern die meiner Tanten. Besonders von väterlicher Seite erbte ich die Neigung zu sogenannten Reiterhosen. Ohne böse Absicht und sicherlich von allen Beteiligten unbewusst wurde mir so in einem Alter, in dem Jugendliche ihr Körperbewusstsein entdecken und in dem die Akzeptanz des eigenen Körpers geprägt wird, implizit vorausgesagt, dass meine Zukunft unabwendbar in etwa so aussieht:

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Über lange Jahre war ich dabei gar nicht oder nur leicht übergewichtig, nur Oberschenkel und Po waren bei schlankem Oberkörper eben etwas ausgeprägter, als bei den meisten anderen – oder zumindest breiter als ich das als schön empfand. Das Übergewicht, vor allem die Adipositas entstand erst, als ich in den Jahren 2008 und 2013 jeweils ernsthaft erkrankte und zuvor nach einem schweren Schicksalsschlag eine schwierige psychsiche Phase durchlebte.

Ich überwand Trauma und Erkrankungen, fand mich aber vor allem nach den notwendigen OPs und anstrengender Therapie zu erschöpft, um meine zuvor regelmäßigen sportlichen Aktivitäten wieder aufzunehmen. Das Ergebnis war eine Gewichtszunahme von 16 kg über etwa 5 Jahre. Immer wieder gab es Versuche, das Gewicht zu reduzieren. Da wurden Fettaugen gezählt, da wurde Trennkost bemüht, ich lebte drei Jahre lang vegetarisch, einmal ernährte ich mich wochenlang fast ausschließlich von Eiweißdrinks – bis mein Körper mir zu verstehen gab, dass das keine gute Idee ist. Auf den kurzfristigen Erfolg folgte regelmäßig die umso höhere Gewichtszunahme.

Warum ich ab- und zunahm, war mir dabei eher schleierhaft. Ich suchte die Erklärung für die Misserfolge in den Lipödemen. Dabei bestätigten mich sowohl Ärzte als auch Therapeuten und diverse Foren im Internet, dass gegen Lipödeme nichts auszurichten sei. Irgendwann fand ich mich damit ab: die Gene bestimmen mir vor, dass die Lipödeme weiter unaufhaltsam wachsen, eine krankhafte Veränderung, die ich nicht kontrollieren und die auch kein Arzt wirksam behandeln kann. Vielleicht käme irgendwann einmal eine Fettabsaugung in Frage. Ich war zielsicher auf dem Weg zur 100 kg-Marke.

Auf gar keinen Fall, so hatte ich beschlossen, würde ich je wieder eine Diät und damit eine weitere Gewichtszunahme riskieren. Schließlich war ich bei knapp 84 kg angelangt, mit einem BMI von 32, adipös und die Lipödeme mindestens im zweiten Stadium.

Im Juni 2016 stieß ich über die erzählmirnix-Comics dann auf “Fettlogik überwinden” von Dr. Nadja Hermann. Dass mir das helfen könnte, glaubte ich nicht, denn ich war ja krank, meinem Fettödem-Schicksal ausgeliefert, auf dem Weg zur Tanten-Figur. Hunderte von authentisch klingenden überschwänglichen Rezensionen bei Amazon bewegten mich dann aber doch, dem Buch eine Chance zu geben. Was konnte schon schief gehen?

Noch während ich das Buch las, setzte eine Veränderung in meinem Denken ein: ich verstand endlich die Zusammenhänge! Hier bot jemand einen wissenschaftlichen, nachvollziehbaren, verständlichen und auch noch humorvollen no-Bullshit-Approach an, der mich in die Lage versetzte, Kontrolle über meinen scheinbar unkontrollierbaren Körper zurück zu erhalten. Was für eine Befreiung!!

Ab da ging es abwärts: auf der Waage. Ich berechnete meinen Leistungsumsatz, lud eine Kalorientracking-App aufs Handy und begann wieder mit regelmäßigem Sport. Zuerst ungläubig, misstrauisch ob das nicht einfach nur ein weiterer vorübergehender Anfangserfolg wäre, doch dann immer zuversichtlicher beobachtete ich, wie die Waage auf unter 80 kg ging (raus aus der Adipositas!), dann unter 75, unter 70 und so weiter. Kurz nach Weihnachten 2016 kam ich im Normalgewicht an. Das erste Mal seit acht Jahren war ich nicht mehr übergewichtig! Es war wie ein Rausch. Und das beste? Ich hatte dank des Verständnisses für die Zusammenhänge, dank der Erlösung von meinem angeblichen Schicksal, dank dem Wissen, dass ich ALLES essen darf nicht einen Moment lang das Gefühl, eine Diät zu machen. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt häuften sich auch die durchweg sehr positiven Reaktionen meines Umfelds, was mir natürlich noch mehr Motivation gab.

Plötzlich machte es wieder Spaß, Kleider kaufen zu gehen. Plötzlich passte mir und sah auch noch super an mir aus, was ich früher niemals anprobiert hätte. Zum ersten Mal trug ich Röcke und Kleider! Zu meinem großen Glück gibt es in meinem Wohnort eine fantastische Second-Hand-Boutique, ohne die ich vermutlich in der Zeit verarmt wäre und deren Inhaberinnen mich mit viel Herz und Enthusiasmus auf meinem Weg begleiteten – und mit mir FLÜ-Fans wurden.

Was FLÜ von allen anderen “Methoden” (wenn man so will) unterscheidet, ist, dass es die Verantwortung und damit aber auch die Kontrolle an Dich zurück gibt. Es vermittelt alles Wissen, mit dem man eigenverantwortlich und damit auch selbstwirksam die wissenschaftlichen Erkenntnisse so umsetzen kann, dass es individuell passt und damit lebenslang leb-bar bleibt. Denn daran gehen alle auf Zeit angelegten Diäten vorbei: die Umstellung muss dauerhaft sein, es gibt kein Ende, nur weil das Wunschgewicht erreicht ist.

Und die Lipödeme? Sie sind immer noch da, und werden natürlich bleiben. Auch die Druckempfindlichkeit ist geblieben und die Neigung zu blauen Flecken. Aber sie sind nicht annähernd so groß, wie ich immer dachte. Es war größtenteils normales Fettgewebe, das durch Gewichtsreduktion und Sport verschwindet. Sie wachsen nicht, ich werde niemals so aussehen wie meine Tanten, und ich wünschte, dieses Schicksal wäre auch ihnen erspart geblieben.

Im Nachhinein betrachtet waren die Ödeme niemals das Problem. Das Problem war meine Unwissenheit über die biologischen Zusammenhänge und Gewohnheiten, die eine erhöhte Kalorienaufnahme begünstigten. Und dann war da irgendwie immer auch eine psychische Komponente, die ich bis heute nicht wirklich erklären kann, eine Art Fressgier: ich hatte ständig Angst, nicht satt genug zu werden, hungrig zu sein ohne sofortigen Zugang zu Essen. Mir selbst völlig unverständlich in einem Land, in dem man selten weiter als 100 Meter vom nächsten Kühlschrank entfernt ist… doch auch diese Barriere im Kopf ist verschwunden – eine weitere Befreiung.

Immer wieder wird im Zusammenhang von Gewichtsmanagement von einer Ernährungsumstellung gesprochen. Bei mir waren es aber im Wesentlichen eine Reihe von Gewohnheitsänderungen, die zum Erfolg führten. Die zwei wichtigsten sind:

Regelmäßiger Sport: Laufen, Schwimmen, Aquajogging hat mir anfangs sehr geholfen, weil die Bewegung im Wasser für einen Abfluss der Lymphflüssigkeit sorgt, Wandern, Radfahren, Yoga, Kraftsport/Zirkeltraining, sowie mehr Bewegung generell in den Alltag einbauen; so erledige ich alle Wege innerorts in der Regel zu Fuß oder mit dem Fahrrad, das Auto ist nur noch für weite Strecken und schwere Lasten da.

Ich esse nur noch, wenn ich Hunger habe, und ich höre auf zu essen, wenn ich satt bin. Das heißt z. B. dass ich an den meisten Tagen nicht frühstücke. Früher aß ich, wenn es morgens, mittags, abends “Essenszeit” war. Heute fällt das Frühstück meistens aus, weil ich keinen Hunger habe. Abends kommt bei mir der große Appetit, und für den sind dann genug gesparte Kalorien noch “auf dem Konto”. Anders als früher habe ich außerdem gelernt, zwischen Appetit und Hunger zu unterscheiden. Es fehlt mir nichts. Was ich zu bestimmten Anlässen zu viel zu mir nehme, spare ich über die folgende Woche ein oder mache eine zusätzliche Sporteinheit. So einfach, so entspannt.

Bei der Änderung meiner Gewohnheiten hat mir ein weiteres Buch sehr geholfen, das ich auch als Hörbuch empfehle: “Kopfsache schlank” von Iris Zachenhofer und Marion Reddy. Sie erklären, wie wir uns die Gehirnchemie zunutze machen können, um Heißhungerattacken zu vermeiden und uns schädliche Gewohnheiten ab- bzw. nützliche Gewohnheiten angewöhnen, so dass sie uns in Fleisch und Blut übergehen und keine Überwindung mehr kosten.

Die Gewichtsreduktion hat mich verändert. Vieles ist buchstäblich und im übertragenen Sinn leichter geworden. Zum ersten Mal bin ich mit meinem Körper zufrieden. Ich finde mich schön. Es ist lange her, dass ich Lust hatte, figurbetonte Kleidung zu tragen, dass die Hauptkriterien eines Kleidungsstückes nicht sein müssen a) kneift minmal und b) kaschiert maximal. Das bringt Lebensfreude zurück.

Das Wichtigste aber ist der gesundheitliche Gewinn. Die zuvor erwähnen Erkrankungen wurden möglicherweise auch durch zu viel Körperfett zumindest begünstigt. Andere Zipperlein, vor allem orthopädische, haben sich in Luft aufgelöst und erst als sie weg waren, wurde mir bewusst, dass sie Folge des Übergewichts waren. Dass das so sein könnte, wurde mir klar, als ich im Sommer 2015 zum dritten Mal innerhalb eines Jahres auf einer Wanderung böse umknickte und fast ein halbes Jahr lang nicht richtig auftreten konnte. Da wusste ich, dass sich etwas ändern muss. Heute jogge ich Sonntag morgens regelmäßig 10 km noch vor dem Frühstück.

Jetzt, genau ein Jahr nachdem ich FLÜ entdeckte, habe ich 25 kg Körperfett abgenommen, ein Drittel meines Ausgangsgewichts. Die größte Überraschung für mich selbst ist und bleibt die extreme Reduktion an Po/Hüften (minus 20 cm) und Beinen (minus 16 cm je Oberschenkel). Die Konfektionsgröße fiel von 46 auf nun 38, der BMI von 32 auf derzeit 22,2. Der Körperfettanteil von 40 auf derzeit 27%.

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Mein Weg ist noch nicht zuende. Ich lerne, intuitiv richtig zu essen. Deshalb tracke ich seit etwa drei Monaten nur noch sporadisch am Ende eines Tages meine Kalorien, um zu prüfen, ob Gefühl und Realität übereinstimmen. In dieser Zeit habe ich nochmals knapp zwei Kilogramm reduziert und beschlossen, jetzt (ohne Zeitziel) noch zirka 3 kg abzunehmen. Das Endziel ist, das Gewicht zwischen 55 und 60 kg zu stabilisieren – und das Gehen ohne Krücken, also durch intuitiv richtiges Essen und regelmäßigen Sport das Gewicht zu halten ohne zu tracken.

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36 Gedanken zu “Gastbeitrag: Meine Nemesis heißt Lipödem – und schuld sind die Gene

    1. Brigitte

      Hallo Angi,

      danke für das Kompliment! 😀

      Ja, eine der Tanten gibt es noch, die wohnt aber sehr weit weg und hat mich noch nicht wieder gesehen, seit ich abgenommen habe. In jedem Fall bin ich sehr mitteilsam im Freundes- und Familienkreis, wie es mir gelungen ist und wer möchte, kriegt von mir einen Basiskurs im Kalorienzählen. 😉

      Liebe Grüße
      Brigitte

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  1. Ich nehme zur Zeit auch ab – mit Lipödem. Befinde mich knapp vor BMI 25. Was mich besonders interessiert: du schreibst, Druckempfindlichkeit & blaue Flecke hast du nach wie vor: wie ist das mit dem Schwere-/Schmerzgefühl…? Ich trage dagegen Kompression und muss mich gerade damit auseinandersetzen, dass ich (gerade bei warmen Wetter) eventuell auch Kompressionsbestrumpfung an den Armen brauche… 😥 ich hege die Hoffnung, dass ich bei noch weniger Gewicht vielleicht auch keine oder seltener Kompression brauche, ist bei jedem natürlich anders, aber es wäre schön zu wissen, wie sich das bei Dir entwickelt hat…? Danke!

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    1. Brigitte

      Hallo annesch,

      die Wassereinlagerungen sind definitv weniger geworden. Allerdings war es bei mir nie so schlimm, dass ich Kompression tragen musste. Das Schweregefühl ist bei mir jetzt komplett weg, und ich denke, dass da der Wassersport, vor allem regelmäßiges Aquajogging seinen Teil beigetragen hat.

      Ich weiß nicht, ob so ein Erfolg bei sehr ausgeprägten Ödemen möglich ist, vor allem da bei Dir ja auch die Arme betroffen sind. Aber eine Besserung müsste doch möglich sein.

      Liebe Grüße und weiter viel Erfolg,
      Brigitte

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  2. „Auf gar keinen Fall, so hatte ich beschlossen, würde ich je wieder eine Diät und damit eine weitere Gewichtszunahme riskieren.“ Ja. Genau so ging es mir auch. Danke für diesen wundervollen Artikel und das Bild am Ende rührt mich sehr. Es ist so wunderschön und positiv!

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    1. Brigitte

      Vielen Dank, liebe Travelette. Je mehr Menschen ich durch meinen Erfolg motivieren kann, umso besser. Vor allem diejenigen, die wie wir beide bereits eine Diät-Karriere hinter sich haben und die Hoffnung schon aufgeben wollen.

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    1. Brigitte

      Hallo Julia,

      es erstaunt mich auch immer wieder, wie sehr sich der Gewichtsverlust auf das Gesicht auswirkt. Auch bei anderen, die ihre Vorher/Nachher-Bilder teilen, ist die Veränderung im Gesicht oft extrem.

      Eine witzige Begebenheit, die mir kürzlich passiert ist: ein Student, ca. Mitte 20, der mich erst kennen gelernt hatte, fragte mich, ob ich noch bei meinen Eltern wohne. Er weiß nicht, dass ich 48 Jahre alt bin. Das war dann doch ein bisschen krass. 😀

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    1. Brigitte

      Danke. 🙂 Ich empfehle FLÜ immer zusammen mit dem „Kopfsache schlank“. Die Autorinnen sind Neurochirurginnen und eine ist auch Psychotherapeutin. Ihre Tipps zur Umprogrammierung von Gewohnheiten haben mir nicht nur bei meinen Essgewohnheiten geholfen, das ist ja auch auf andere Lebensbereiche anwendbar. Und es ist ähnlich kurzweilig geschrieben wie FLÜ.

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  3. Sabrina

    Hallo Birgit,
    Bin selbst Betroffene lipödem Patienten, aber mit Beine und Arme betroffen und Kompression.
    Kannst du mir sagen, wie viel Kalorien du so isst? Das würde mich interessieren 🙂
    Tolles Ergebnis!
    Lg sabrina

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    1. Brigitte

      Hallo Sabrina,

      zu Anfang hatte ich bei ca 1000 bis 1100 kcal ein tägliches Defizit von 800 – 850 kcal. Nachdem ich nicht mehr übergewichtig war, habe ich die Kalorienaufnahme allmählich wieder auf 1200, dann 1300 und 1400 täglich erhöht. Wieviele Kalorien ich momentan esse, kann ich Dir nicht genau sagen, da ich ja seit 3 Monaten nicht mehr tracke, aber es können maximal 1650 kcal sein, sonst würde ich ja wieder zunehmen. Da ich in diesen 3 Monaten sogar noch etwas Gewicht verloren habe, werde ich wohl bei schätzungsweise ca. 1500 kcal täglich liegen.

      Dabei möchte ich noch klarstellen, dass ich hier von Nettokalorien rede, das heißt ich habe immer die verbrannten Sportkalorien aufgerechnet und habe mir auch immer erlaubt, diese verbrannten Kalorien zu essen, solange ich im geplanten Defizit bleibe.

      Liebe Grüße und Dir noch weiter viel Erfolg beim Abnehmen,
      Brigitte

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  4. danke für den buchtipp, wurde gleich bestellt. und herzlichen glückwunsch zur leistung und zu diesem schönen artikel! die teenie-figur-schilderung erinnert mich an meine eigene aus der zeit…

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    1. Brigitte

      Liebe Carmen,

      vielen Dank, ich freue mich, wenn ich andere motivieren kann. Mir hat die FLÜ-Community auch sehr geholfen und mich bei der Stange gehalten, wenn wiedermal drei Wochen lang das Wasser nicht ablaufen wollte.

      Es scheint schon so, dass wir vor allem als Jugendliche ein sehr ungenaues und oft ungünstiges Bild von uns selbst haben. Vielleicht gäbe es weniger zu dünne/zu dicke Erwachsene, wenn wir es schafften, den Kindern und Jugendlichen zu einem realistischerem Selbstbild zu verhelfen.

      Liebe Grüße
      Brigitte

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  5. Das ist wirklich toll, was du da geschafft hast. Ich mache immer noch an dieser Fressgier herum, die mir die letzten 10 Kilo im Wege stehen. Ich habe das noch nicht ganz begriffen. ..viel Erfolg weiterhin !
    Liebe Grüße
    Stella

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    1. Brigitte

      Liebe Stella,

      ich wünsche Dir, dass Du einen Weg für Dich findest, das abzulegen. Um ehrlich zu sein, die eine oder andere Fresskalation hab ich natürlich immer noch. Aber diese Grundangst zu Verhungern (dämlich, lol!) ist weg. Ich weiß nicht, wo sie her kam noch wo sie hin ist. Hoffentlich macht es bei Dir auch bald klick!

      LG
      Brigitte

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  6. Vielen Dank für deinen Bericht, ich habe mich selbst wiedergefunden darin. Und endlich habe ich nicht mehr solche Angst, dass meine Reiterhosen auch nach der Abnahme bleiben. Mit Flü habe ich nun 44 Kilo in einem Jahr geschafft, -von 124 auf nun 81 Kilo- bin jetzt allerdings an einem Punkt, an dem es mir sehr schwer fällt, weiter zu machen. D.h. ich mache weiter, habe aber speziell Abends plötzlich immer sehr viel Appetitt. Das kann wohl daran liegen, dass ich meine kcal Zufuhr nochmal gesenkt habe aufgrund des gefallenen Gesamtbedarfs. Kann aber aich wieder nur eine psychische sache sein, da ich aufgrund Psyche immer das Gefühl habe, nicht satt zu werden, selbst wenn ich platze. Ich hoffe, ich aschaffe den Rest auch noch – irgendwann.
    Danke auch an dich, Nadja, ohne deinen Zuspruch damals hätte ich es nie angefangen und geschafft 🙂

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    1. Brigitte

      Liebe Anja,

      was Du beschreibst, kenne ich nur zu gut! Wie ich oben beschrieben habe, kommt der große Appetit bei mir auch abends, und den kann ich auch nicht ignorieren. Man kann im Grunde nur versuchen, die abends gegessenen Kalorien tags einzusparen. Ich verbrenne mittlerweile sehr viele Kalorien beim Sport, weil ich es niemals schaffen würde, nur durch entsprechende Nahrungsumstellung so viele Kalorien einzusparen, dass ich das Gewicht halten kann.

      Das andere, diese dämliche Angst zu Verhungern, tja… wenn ich wüsste, wieso das so bei mir war, dann könnte ich vielleicht Tipps geben, wie man es los wird, aber es ist einfach von alleine weg gegangen. Wenn ich so drüber nachdenke, kann es damit zusammenhängen, dass ich nicht mehr frühstücke und dadurch mein Kopf endlich kapiert hat, dass es nicht schlimm ist, ab und zu ein bisschen Hunger auszuhalten.

      Bleib dran, egal wie lange es noch dauert, Du hast ja schon irre was geschafft, und der Rest wird Dir auch noch gelingen!

      LG
      Brigitte

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    1. Brigitte

      Liebe Maren,

      ja, das stimmt. Vor allem möglichst täglich raus in die Natur ist ganz wichtig für mich, um den Kopf zu lüften. Das tut der Seele auch so gut, egal was einen bedrückt oder ärgert oder ängstigt, ein Spaziergang oder eine Stunde laufen und die Welt sieht schon wieder anders aus. ❤ Ich liebe das!

      LG
      Brigitte

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  7. Liebe Brigitte,

    vielen Dank für diesen Artikel, das war das Puzzleteil, das mir noch fehlte!!!
    Ich selbst habe letztes Jahr erst (und mit einigen Schwierigkeiten von Seiten der Ärzte) die Diagnose Lipo-Lymphödem bekommen und trage seitdem Kompression an den Beinen und bekomme einmal pro Woche Lymphdrainage. Das hat schon allein einiges an Umfang weggenommen.
    Im Februar diesen Jahres bin ich dann auf FLÜ gestoßen, habe das Buch sofort gekauft und gleich an einem Abend durchgelesen. Es hat mir auf einen Schlag die Augen geöffnet! Ich wog zu dem Zeitpunkt 103 kg und habe seit ca. einem halben Jahr schon vergeblich versucht, unter 100 kg zu kommen. Nun habe ich seit Anfang Februar schon über 12 kg abgenommen und kratze gerade an der 90 kg – Marke. Und ich habe ca. 1,5 Kleidergrößen verloren, bin „untenrum“ jetzt bei einer großen 44 angelangt (nachdem ich jahrelang 48 tragen musste…). Langfristiges Ziel ist für mich auch auf jeden Fall der Normalgewichtsbereich, auch wenn ich mir das nach wie vor nicht wirklich vorstellen kann.
    Ich bin sehr dankbar für deinen Bericht hier, weil er mir zeigt, was ich gehofft hatte:
    Dass man nämlich auch mit Lipödemen sehr viel erreichen und toll aussehen kann!!!
    Das war quasi die letzte Frage, die für mich noch offen geblieben ist bei FLÜ – und ich bin sehr froh, dass ich die Antwort jetzt kenne! Ich fühle mich jetzt schon so wohl in meinem Körper wie wahrscheinlich seit meiner Jugend nicht mehr! Ich kann mir noch gar nicht ausmalen, wie es in ein paar Monaten sein wird! Ich trage jetzt enge Hosen, habe nicht mehr das Gefühl, meinen Po verstecken zu müssen und fange sogar langsam an, Kleider und Röcke ohne Hosen drunter zu tragen!
    Ehrlich gesagt wollte ich das schon lange loswerden – also danke Nadja für FLÜ, und danke Brigitte für das Teilen deines Weges – ihr habt bewirkt, dass ich mich endlich schön fühle!!! 🙂

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    1. Brigitte

      Liebe Lena,

      ich hab mich ein wenig schwer damit getan, mich so in aller Öffentlichkeit darzustellen – das hab ich so noch nie zuvor gemacht. Weil ich ja aber den immensen psychischen Leidensdruck kenne, der mit Lipödemen und Lipo-Lymphödemen verbunden ist, hab ich mich dann doch entschlossen, das alles aufzuschreiben. Dein Kommentar zeigt mir, dass das genau das Richtige war. Für alle, die die Hoffnung schon aufgegeben haben oder auch die, die diesen mühsamen und oft durch Rückschläge und Enttäuschungen frustrierenden Weg gehen, habe ich mich überwunden und ich bin sehr sehr froh darüber. Irgendwo hatte ich auch das Gefühl, ich kann Nadja hierdurch ein bisschen was zurück geben, denn ohne sie wäre ich immer noch auf dem Weg zur Tanten-Figur.

      Vielen Dank für diese Rückmeldung, liebe Lena, die tut mir gut. 😀 Und ich hab spontan das Bedürfnis, Dich mal zur virtuell zu herzen. Du schaffst das! Warte mal ab, in einem Jahr trägst Du auch Größe 38. 😀 ❤

      Ganz liebe Grüße,
      Brigitte

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  8. Jade

    Immer wieder spannend zu dem Thema zu lesen und zu sehen, dass man sich nicht vollkommen geschlagen gegen muss. Das macht auf jeden Fall Mut!
    Mir ist grad ein klein wenig nach angeben (sry :D)
    Werte vom Januar: 65kg bei 1,66m und 58cm Oberschenkelumfang
    Heute: 61kg und 54cm Oberschenkelumfang 😀
    Mag für manche nicht viel sein, aber ich bin froh, dass sich da was tut 🙂
    Hab sogar inzwischen sichtbare Muskeln in meinen Beinen entdeckt
    Probleme mit blauen Flecken hab ich aber leider auch immernoch 😦

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    1. Brigitte

      Hallo Jade,

      also ich finde 4 cm Umfang reduziert bei nur 4 kg Abnahme sehr beachtlich! Das gibt mir Hoffnung, dass ich auch noch ein bisschen was weg kriege. Vor allem durch Sport. Super, dass wir es den Ärzten zeigen können, die hoffentlich auch mal hersehen und aufhören, ihre Patientinnen zu demotivieren. 😀

      LG
      Brigitte

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      1. Jade

        Hallo Brigitte,

        danke! 😉
        Ja, Sport ist da glaube ich echt wichtig. Ich habe eigentlich kaum Kalorien reduziert, dafür aber in den letzten Monaten deutlich mehr Sport gemacht. Radfahren, Schwimmen, und seit kurzem auch ein wenig Krafttraining. Hab dadurch meist ein kleines Defizit (100-200 Kalorien am Tag), aber viel Abnehmen möchte ich eh nicht,nur den Körperfettanteil etwas senken. Da an meinem Bauch nix an Reserven zu hohlen ist, hoffe ich, dass so nach und nach die Pölsterchen in Beinen und Armen kleiner werden und durch Muskeln ersetzt werden 😀

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  9. Charlotte

    Hallo zusammen, vorweg muss ich sagen, dass ich keinen Schimmer habe, wenn es um Lipödeme geht. Ich persönlich habe mit EMS-Training gute Erfahrung gemacht, wenne es um Straffung der Oberschenkel geht. Ich könnte mir vorstellen, dass die Stimulation, die ja direkt n den Oberarmen und und Oberschenkeln erfolgt, auch bei Lipödemen hilft. Zudem ist es natürlich ganz stinknormales Krafttraining 🙂

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  10. nico

    Das ist ein Bericht, der wirklich Mut macht.
    Dennoch möchte ich zur Vorsicht mahnen: ein Lipödem bleibt ein Lipödem, und wenn es nicht behandelt wird, kann es auf Dauer bleibende Schäden in Unterhautfettgewebe (Verhärtungen, Fibrose) und Lymphsystem anrichten. (Übrigens: von Kraftsport und erschütterungsintensiven Sportarten, wie Joggen, wird wegen Förderung des Verhärtungsprozesses abgeraten)

    Ich kenne Frauen, die sehr schlank sind und erst in den Wechseljahren ein Lipödem entwickelt haben, das zwar kaum durch Volumen zutage tritt, wohl aber durch Schmerzen, Wassereinlagerungen und die berühmt-berüchtigte Matratzenhaut.

    Auch wer schonmal offene Beine von alten Frauen gesehen hat, sollte sich klar werden, dass die Krankheit Lipödem im Hinblick auf das eigene Altern nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Man muss auch im Blick haben, dass man diese Krankheit auch mit 70, 80 oder 90 noch haben wird.

    Last but not least: Lipödem verläuft individuell sehr unterschiedlich. Eine Nachbarin – seit einigen Jahren abgesaugt und nahezu beschwerdefrei – hatte ihr Lipödem in Schüben. Jahrelang passierte nichts, dann von einer Woche auf die andere eine Kleidergröße mehr.

    Da ich so ungefähr aussehe wie Brigitte, macht es mir Mut, das Lipödem über Gewichtsreduktion anzugehen. Ich weiß aber auch, dass ich kein besonders schwerer Fall bin – mir geht es im Vergleich zu anderen Frauen gut mit meinem Lipödem.

    Dies alles schreibe ich, weil ich es grausam fände, wenn es dann doch wieder darauf hinaus läuft, dass Lipödemikerinnen nur mal richtig abnehmen müssten. Man kann leider nicht alle Lipödeme über einen Kamm scheren.

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    1. Brigitte

      Hallo Nico,

      dies ist MEIN Erfahrungsbericht. Ich verallgemeinere nicht und ich verharmlose nicht, ich maße mir nicht an, medizinische Ratschläge zu geben – ich schildere meinen Weg. Wie ich in einer Antwort zu einem Kommentar schreibe, ist mir bewusst, dass schwerwiegendere Formen des Lipödems wahrscheinlich weniger gute Ergebnisse lediglich durch Gewichtsreduktion zeigen werden. Auch gebe ich keine Anleitung dazu, wie Lipödeme reduziert werden können – im Gegenteil, ich betone ja, dass die Ödeme noch da sind, lediglich das normale, nicht zum Ödem gehörende Fett reduziert wurde. Deshalb kann ich den Vorwurf, es würde alles über einen Kamm geschert, nicht nachvollziehen und schon gar nicht die Andeutung, ich würde Lipödempatientinnen, die nicht reduzieren können, mangelnde Bereitschaft abzunehmen unterstellen.

      Tatsächlich ist es aber so – wie einige Kommentare hier und auch an anderer Stelle zeigen -, dass es in jedem Fall angeraten ist und auch gelingt, das nicht-ödembedingte Fett zu reduzieren und durch diverse Sportarten wir Schwimmen für einen Abfluss der Lymphflüssigkeit zu sorgen. Wenn Kommentatorinnen mich nach meinen Erfahrungen fragen, dann schildere ich eben genau die, mehr nicht, und ich mache das durch entsprechende Formulierungen kenntlich.

      Was Du schreibst, ist Common Sense und widerspricht nicht dem, was ich geschrieben habe. Natürlich verlaufen Krankheiten bei jedem Patienten individuell. Natürlich kann sich eine Krankheit erst später im Leben einstellen (bei Lipödemen allerdings dürfte das äußerst selten sein). Natürlich bin ich kein Maßstab für andere. Aber immerhin lebte ich 47 Jahre lange fälschlicherweise in der Überzeugung, dass nichts zu ändern sei und das ist ein Irrtum, dem viele andere nicht ebenfalls aufsitzen müssen.

      Aus diesem Grund hat man mich um diesen Beitrag gebeten, und aus diesem Grund habe ich MEINE individuelle Geschichte geteilt.

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    2. Mona

      Gibt es irgendwo belastbare Daten, wie das mit dem Lipödem ist?
      – Ich dachte, dass zum Joggen geraten wird.
      – Ich dachte, dass man meist schon in der Pubertät ein bisschen Lipödem bekommt und es sich dann verschlechtern kann, aber mit Behandlung man damit halbwegs ok leben kann und die mögliche Verschlechterung verlangsamen kann.
      – Ob man ein Lipödem bekommt, hängt doch wirklich davon ab, wie die Gene sind oder nicht? Je schlanker man ist, desto unauffälliger ist dieses Ödem, das sagt wahrscheinlich gar nichts über die Schmerzen aus.
      – Ist das so, dass Leute mit Lipödemen auch häufiger Venenprobleme haben?
      – Haben offene Beine wirklich etwas mit einem Lipödem zu tun? Ich kann mir vorstellen, dass es zusammen auftritt, wenn man in Richtung Bewegungsmangel geht (und vielleicht Diabetes und Übergewicht). Bei Bettlägerigen muss man sich ja auch kümmern, dass die kein Dekubitus bekommen.

      Ich hab auch noch nie gehört, dass ein Lipödem „weggeht“, aber das sagt ja keiner. Es wird halt bei vielen, nicht allen, Leuten unauffälliger durch eine Abnahme. Mir wurde auch schon häufiger gesagt, dass die Beschwerden an sich durch Muskelaufbau und Sport verbessert oder aufgehalten werden. Ich kenn aber nicht sehr viele Leute mit Lipödem. Die meisten sind aus meiner Verwandtschaft. Bei Normalgewichtigen fällt es wirklich viel weniger auf als bei den Frauen mit Übergewicht. Ich selbst habe es nur ein kleines bisschen am Oberschenkel. Also ich merke es deutlich, aber nicht so, dass ich deswegen zum Arzt muss. In meiner Familie und Verwandtschaft sind auch mehrere extreme Fälle. Einige nehmen da so hin und andere tun alles dagegen, incl. Operationen.

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