Gastbeitrag: FLÜ – Disziplinierung des Schweinehundes

Mit der heutigen Gastbeitragenden (Gastschreiberin? Gastbeitragschreiberin?), Rebecca, tausche ich mich schon seit Anfang diesen Jahres per Mail aus. Der Dialog im Vorfeld dieses Gastbeitrags sah so aus:

„Ich habe jetzt zum Thema Disziplin und Schweinehund was geschrieben. Aber meinst du ich nicht, dass das Thema zu abgegrabbelt ist?“

„Du fragst die Frau, die das 4563423412ste Buch übers Abnehmen geschrieben hat, ob ein Thema zu abgegrabbelt ist? :D“

„Touché. 🙂 Dann lasse ich mal die Hosen runter… Der Text ist angehängt. Ist ziemlich lang. Hau einfach raus, kurz und schmerzlos.“

Na dann 🙂

Zwei der zentralen Themen, die mich bei FLÜ enorm angesprochen haben, sind Disziplin und Kontrolle. Wie Nadja habe auch ich Eckdaten in meinem Lebenslauf, die darauf schließen lassen, dass ich weder besonders dämlich noch disziplinlos bin.

Aber ist das auch wirklich so?

Eines im Voraus: ich schreibe aus der ich-Perspektive, alles was ich zum Besten geben, ist meine persönliche Erfahrung, nicht ausnahmslos schlau und schon gar nicht für jeden richtig. Abgesehen von einigen Tatsachen, wie sie eben auch in FLÜ dargelegt werden, wo ich mittlerweile echt pieselig werde wenn Deppen das Gegenteil verbreiten, bin ich null missionarisch unterwegs. Es geht um den Erfahrungsaustausch und Dinge mal aus einem anderen Winkel zu betrachten und eventuell neu zu beurteilen. Was ich hier darlege, ist mein Weg, voller Irrungen und Wirrungen und zumindest zuletzt, so glaub ich, ein guter.

Aber mal vorne angefangen… Ich bin 35 Jahre alt, dreifache Mutter, arbeite Vollzeit und am Wochenende an meiner Doktorarbeit. Und mittlerweile bin ich „nur noch“ übergewichtig. In Zahlen bedeutet das aktuell Mitte 80er bei 170 cm. Angefangen habe ich exakt am 9. Januar dieses Jahr mit ziemlich genau 100 kg. Das war die Schallgrenze, dreistellig, oh man oh man. Überwichtig und zuletzt adipös bin ich nun fast mein halbes Leben. Und ich hatte die Schnauze voll. Immer „die Dicke“ zu sein. Klar ich bin auch nur ein Mensch und habe meine Denk-Schubladen… aber verdammt, ich habe doch mehr Facetten als meinen Speckpanzer. Und nunja, letzten Herbst setzten zum ersten Mal körperliche Probleme ein, die man nicht wegignorieren konnte. Nicht klischeemäßig die Knie (sorry Nadja), sondern die Sprunggelenke: Schmerzen, nur eingeschränkte Belastung möglich, verringerter Bewegungsradius und Schwellungen. Ruhe half, aber bei neuerlicher Belastung gings direkt wieder von vorne los. Auf jeden Fall habe ich mich (mal wieder) mit dem Thema abnehmen und Ernährungsumstellung auseinander gesetzt. Und ich wusste durch die erzählmirnix-Comics, dass FLÜ existiert und es mir dann aus einem Impuls heraus zugelegt. FLÜ und die ehrliche, selbstkritische, schonungslose aber nicht verurteilende Art wie Nadja das Buch geschrieben hat und die Darlegung der Zusammenhänge um den Körper, Energieverbrauch, Zu- und Abnahme haben bei mir einen ganz wichtigen Knoten zum Platzen gebracht.

Zurück zu den Themen Disziplin und Kontrolle. Ich bin ein Mensch, der nach außen diszipliniert wirken kann, sonst könnte ich mein Leben gar nicht managen mit Kindern und arbeiten und Sport und das alles, wo ich auch noch von meinem Mann getrennt lebe und er nur am Wochenende vor Ort ist. Ebenso habe ich mit Kind studiert und auch meine Doktorarbeitszeit an der Uni verbracht. Aber genau genommen bin ich das nicht, also diszipliniert, es ist sogar eher das Gegenteil der Fall. Ich habe den Hang zum Schleifenlassen, Aufschieben, Schönreden. Am besten sieht man das an meinem Grundstudium. Das habe ich ordentlich versemmelt. Irgendwann stellte sich die Frage ex-oder-hopp, es jetzt ordentlich machen oder beenden. Ich habe zusammen mit meiner Freundin einen Weg gefunden, mich zu motivieren. Und wir haben für das Studium zwar sehr viel länger als die Regelstudienzeit gebraucht, aber ich habe dann meine Diplomarbeit mit der Note 1,0 und einen guten Abschluss geschafft, so dass ich zur Promotion zugelassen wurde. Ich habe gelernt, Mechanismen zu erkennen und sie zu umgehen, damit mein innerer Schweinehund keine Lobby bekommt. Und wenn er übermächtig ansetzt, mache ich Schweinedeals. Sprich, ich habe auf XY absolut keinen Bock, obwohl ich sollte. Dann setzte ich mir ein kleines Ziel und direkt eine Belohnung danach. Dann habe ich kein schlechtes Gewissen, sondern freue mich über das Ziel. Belohnungszentrum aktivieren und so. Kleines Beispiel derzeit: ich kann die Diss grad nicht sehen, aber dann nehme ich mir ein kurzes Unterkapitel vor oder ein paar Graphen und danach treffe ich mich mit einer Freundin zum Kaffeetrinken. Sowas in der Art. So habe ich ein Zeitlimit, was die Effizienz erhöht und ein Ziel vor Augen, was mich motiviert. Und ich habe kein schlechtes Gewissen, ich bin sogar stolz, dem Schweinehund nicht nachgegeben und obendrein was Nettes gemacht zu haben. Wichtig ist herauszufinden, was einen motiviert und was realistische Ziele sind in solch einer Situation. Der Schweinhund ist nämlich tückisch und man muss sehr ehrlich sein, damit das alles hinhaut. Zudem konnte ich feststellen, dass Routine es dem Schweinhund schwer macht. Ein fester Plan, eine wiederkehrende Routine, etwas worüber nicht überdacht werden muss, bietet keine Hebelpunkte für den Schweinehund. Wenn ich beispielsweise immer einen festen Sporttag habe, am besten mit Verabredung, stellt sich nicht die Frage wann und ob ich überhaupt zum Sport gehe. Stattdessen denke ich nicht drüber nach, sondern erfülle mein Pensum.

Nun könnte man sagen, was schwurbelt die denn da? Wenn die das alles so schlau weiß, warum hat sie es dann nicht einfach genauso beim Essen bzw. Abnehmen angewendet? Ich kann hier ja mal die Punkte auflisten, die es mir bisher erschwert haben, abzunehmen.

  1. Ich habe es nie gelernt, auf das Essen zu achten.

In einer unserer ersten Emails mit Nadja habe ich das mal so umschrieben: „Fangen wir als an mit Klein-Rebecca. Viele andere Übergewichtige sind schon als Kind mindestens griffig bis pummelig und gehören zum Adipositasadel, weil viele in der Familie dick sind. Bei mir war das eigentlich ganz anders.“ Ich war ein agiles Kind, konnte gefühlt alles essen und mit Wachstum und Bewegung hat sich alles im Normalgewicht bewegt. Auch in meiner Familie, waren alle körperlich tätig, haben Sport gemacht, einen großen Garten, Grundstück und Wald in Schuss gehalten. Da gab es auch keine ernsthaften Probleme. Und Essen gab es immer reichlich und deftig und viel.

  1. Essen ist für mich nicht nur Nahrungsaufnahme.

Während es Menschen gibt, die Essen vergessen können oder denen bei Stress, Trauer oder aber auch Verliebtheit der Appetit versagt, kenne ich das nicht. Ich kann immer essen. Viel oder noch mehr. Essen ist für mich Sinnlichkeit, Genuss, aber leider auch manchmal Beschäftigung bei Langeweile, Trostspender, … sind eben auch viele dumme Verknüpfungen dabei.

  1. Ich bin ungeduldig.

„Gesund ist es nur, wenn man langsam abnimmt, am besten ein halbes Kilo in der Woche oder sogar nur ein Kilo im Monat!“ Wtf?! Warum? Das bedeutet, ich habe den Status „Verzicht“ und es passiert ewig nichts. Schlimmer noch. Wenn das Defizit nur so minimal ist und der nächste Ausrutscher kommt (und der kommt bei mir IMMER irgendwann), ist alles davor für die Katz? Geht gar nicht. Lieber kurz und knackig, eine Belohnung und dann wieder knackig und man sieht auch, dass was passiert. Ich weiß, das ist Typensache. Da gehöre ich eher zu den extremen Menschen.

  1. Ich bin ein Hochappetitler.

Nochmal. Ich habe eigentlich immer Appetit. Auch wenn ich vor einer Stunde gerade den Ranzen vollgeschlagen habe, wenn da was Tolles lauert, könnte ich schon wieder und würde auch schon wieder essen, wenn ich es nicht aktiv unterbinde. Deshalb klappt intuitives Essen bei mir nicht. Es gibt keine Appetitgrenze, kein genug. Die Evolution flüstert mir immer noch ins Ohr, was du hast das hast du, viel und oft und hochkalorisch, die nächste Hungersnot kommt! Nur dass sie eben nicht kommt. Wir leben in einem Zeitalter und einem Teil der Welt, wo der Überfluss herrscht.

  1. Ich bin ein Verdängungskünstler.

Ich behaupte mal, dass fast jeder Dicke, der nicht auf den Kopf gefallen ist, die Grundzüge der gesunden Ernährung kennt. Aber wir sind alle Verdrängungskünstler, Schönredner, Beiseiteschieber.

  1. Ich bin ein Trotzkopf.

Es widerstrebt mir, wenn ich Dinge tun soll, die ich nicht verstehe. Und da kam ja die große Erleuchtung mit FLÜ. Ich stimme da in den Tenor vieler hier ein: ich habe das Gefühl, selbst die Verantwortung zu haben, die Kontrolle. Ich kann sogar ziemlich genau meine Abnahme voraussagen. Ich nehme jetzt seit 3 Monaten eigentlich linear ab. Natürlich nicht auf einen kleinen Zeitraum gesehen, aber auf einen großen.

Nunja… gerade der letzte Punkt hat mir immer das Genick gebrochen bei vergangenen Abnehmversuchen. Also natürlich in Kombination mit den anderen, aber vor allem ließ die Motivation nach, wenn ich nicht verstanden habe, warum ich mir eigentlich dieses oder jenes wahlweise verbieten oder aufzwingen soll. Aktuell habe ich ein kleines Motivationstief. Mal wieder grätscht mir privater Kummer, meine Regel plus die Osterfeiertage in meinen Plan. Der Schweinhund hat stark an Lobby gewonnen. So bin ich von 83,1 kg auf 86,8 kg hochgerutscht. Aber das ist ok. Ich weiß warum und im Gegensatz zur Vergangenheit, wo ich dann in solchen Situationen einfach die Flinte ins Korn geworfen habe, werde ich die Kurve bekommen.

Am besten klappt alles bei mir wie gesagt mit Routine. Ich zähle Kalorien. Mein Limit ist so gesetzt, dass ich mit meinem Gewicht und meinem Sportpensum derzeit mit ca. 1200-1300 kcal am Tag dann 1 kg in der Woche abnehme. Meistens nutze ich nur um die 1100 kcal, so dass ich mal bei spontanen Anlässen zugreifen kann, ohne gleich die Wochenbilanz zu sprengen. Da ich versuche auf Eiweiß zu achten, hat sich meine Ernährung sehr zu LowCarb hin verschoben, ohne dass das mein primärer Vorsatz ist. Ich habe nichts gegen Kohlenhydrate, warum auch? Aber wenn ein deutlicher Teil des Kontingents für Eiweiß verstreicht, überlegt man sich zweimal, ob man dann eine Hand voll Nudeln auftischt oder sich lieber den Bauch satt mit Gemüse füllt. Meistens investiere ich übriggebliebene Kalorien in gesunde Fette oder zelebriere mal eine Süßigkeit als Nachtisch.

Wobei ich ja nach einer der gängigsten Fettlogiken gar nicht abnehmen kann! Ich vermeide das Frühstück und ich drehe den Vorsatz „morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann!“ komplett um. Das hat diverse Gründe. Zum einen habe ich festgestellt, dass ich kein Frühstück brauche, wenn ich meinen Kaffee und einen Tee habe, reicht mir das um voller Energie und Tatendrang in den Tag zu starten. Warum sich also nicht die Kalorien sparen? Zum anderen habe ich festgestellt, dass ich wenn ich direkt morgens frühstücke, meinen Magen sozusagen aufwecke und anrege und habe am späten Vormittag direkt Magenknurren. Also „früh“stücke ich direkt am späten Vormittag. Ein weiterer Vorteil davon ist, dass ich Kalorien für abends habe. Ich gehe recht spät zu Bett, so dass ich, wenn ich mit den Kindern Abendbrot esse, meist abends nochmal richtig Appetit bekomme. Und wenn ich mir Kalorien für den Abend spare, kann ich mir da eine richtig sättigende Portion machen. An meinen Sporttagen esse ich teilweise erst um 10 Uhr abends eine richtig ordentliche Portion. Also je später die Tageszeit, je mehr esse ich, entgegen aller gängigen Empfehlungen. Und wisst ihr was? Es klappt trotzdem, jaha!

Was ich positiv festgestellt habe – neben der fantastischen Tatsache abzunehmen 😀 – ist, dass ich weniger müde und belastet bin tagsüber. Ich bin konzentrierter bei der Arbeit, weil mein Körper nicht verdauen muss. Und weil ich am späten Vormittag und am späten Nachmittag esse, umgehe ich das Mittagstief, das ich sonst immer hatte, bei einem ordentlichen Essen zur Mittagszeit. So esse ich meine größte Portion am Abend und kann zufrieden und satt den Feierabend genießen. Durch die verringerte Zufuhr an Kohlenhydraten schaukelt mein Blutzucker weniger stark rum und ich habe übrigens weniger Appetitspitzen. Das ist auch eine neue Erfahrung. Rein körperlich sind die ominösen Sprunggelenksprobleme mit den ersten Kilo Abnahme verschwunden. Auch beim Sport ist mir aufgefallen, dass ich wendiger und ausdauernder bin, dass nicht immer irgendeine Rolle im Weg ist. Jaaa… hätte man sich ja nicht denken können… Es ist aber wirklich ein derber Unterschied es zu erleben!

Negatives gibt es auch zu berichten, wenngleich es in keinem Verhältnis steht. Zum einen rutschen meine Sporthosen! Das ist wirklich nervig, wenn ich die dauernd hochzubbeln muss. Vielleicht muss ich sie mal enger oder ein Gummi einnähen. Mal gucken. Ich will einfach noch keine neue Garderobe kaufen, da können vorher noch ein paar Kilo weg. Und ich habe manchmal Mundgeruch hat mir letztens ein Freund gestanden. Das kommt wohl vom leeren Magen, den hatte ich vorher selten. Aber dazu muss mir schon jemand sehr nah sein. Meine Knobi-Fahne ist normalerweise schlimmer 🙂

Durch das Kalorienzählen sehe ich alles deutlich (sogar grafisch in meiner App) und kann mich nicht mehr selbst betrügen. Und weil ich mir meinen Tag meist im Voraus plane, muss ich mich gar nicht damit auseinander setzen, ob ich dieses oder jenes essen kann und fange erst gar keine Diskussion mit dem Schweinehund an. Weil das auf Dauer aber ein bisschen dröge und unspontan ist, lasse ich in regelmäßigen Abständen Schweinetage zu. Also mal ein Sonntagsfrühstück oder ein Dinner mit Freunden ohne zu notieren. Und bisher hat es keinen Abbruch getan.

Nachdem ich also einiges realisieren konnte und verstanden habe, heißt es den Weg zu gehen. Das wird noch dauern. Mein Ziel sind 65 kg, damit ich einen Puffer bis zur 72 kg-Normalgewichtsgrenze habe. Stichwort Motivationstief und Feiertage. Je nach Disziplin oder eher Schweinehundstärke wird das noch 15-20 Wochen dauern. Also gar nicht mal sooo lang. Na dann, auf, satteln wir den Schweinhund! Ich will schließlich meine Erfolgsstory bei #fiftyshadesoffettlogik posten 😉

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41 Gedanken zu “Gastbeitrag: FLÜ – Disziplinierung des Schweinehundes

  1. Maren

    Vielen Dank für diesen Bericht!!!
    Ich habe mir auch schon so oft die Logiken zurechtgelegt und mich selbst betrogen. FLÜ hat meine Augen geöffnet und ich versuche nun meinen Weg zu gehen, d.h. nicht den vollständigen Verzicht auf Kohlehydrate (so einem leckeren Brot, kann ich echt nicht widerstehen!). Zum Glück sind nun langsam die leckersten Ostereier aufgegessen (nicht nur von mir) und ich kann wieder neu motiviert starten!

    Liebe Grüße
    Maren

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  2. IxChef

    Irgendwie ist Ostern an mir vorbeigerauscht. Da ich aber keine Kinder habe und meine Familie 500 km weit entfernt wohnt, ist das wahrscheinlich einfacher, Schlemmereien zu umgehen, obwohl ich ein ganzen Päckchen voller Schokolade bekommen habe, aber bisher noch nicht angerührt. Jedenfalls toller Beitrag, erkenn mich in vielen Sachen wieder.

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    1. @ Debby und Rebecca

      Ich dachte immer, ich sei einigermaßen diszipliniert, aber vllt trickse ich auch nur meinen Schweinhund gut aus.
      Ich denke aber auch, das Disziplin nicht eindimensional ist: Verschiedene Lebensbereiche haben verschiedene Schweinehunde (vllt stammen aber alle von einem Mutter-Schweinehund ab :D)

      In deiner Ernährung erkenne ich mich wieder, auch wenn ich gesunde Fette direkt in den Speiseplan integriere und die Bonus-Kalorien lieber mit Carbs voll mache 🙂

      Alles Gute weiterhin!

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  3. Mona

    Ja, das ist echt ein erstaunliches Gefühl, wenn man selbst erlebt, dass man wendiger wird.

    an Rebecca
    Ich sehe es schon kommen: Sobald du die 65 erreichst, nimmst du dir die 60 vor.
    Das denke ich wahrscheinlich, weil ich ähnlich groß bin und einen großen Unterschied spüre zwischen 61 und 65 kg, obwohl es nur 4 kg sind.

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    1. Debby

      Ich kann dir sehr gut nachfühlen betreffend Unterschied von ein paar Kilos. Ich war zwar nicht übergewichtig als ich angefangen hab, aber doch hart an der Grenze dazu (BMI 24.8). Der Unterschied von 67.5 kg auf jetzt 59.5 kg ist gross. Auch wenn ich Yoga und Pilates mache, die Wendigkeit hat nochmals zugenommen mit der Gewichtsabnahme.

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  4. Fred M. Späth

    Ja, das mit dem „LowCarb Automodus“ trifft zu 100% zu … Der Mundgeruch könnte daher kommen, Stichwort „ketogene Phase“. Ansonsten sprichst Du mir in einigen Punkten auch aus der Seele – Prokrastination inklusive … 😉

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  5. Antje

    Du schreibst mir so aus der Seele – v.a. was den Schweinehund, das Planen des Essens/Tages und das Umkehren des Vorsatzes „morgens wie ein Kaiser …“ betrifft.
    Vielen Dank und weiter ganz viel Erfolg 🙂

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  6. Farraige

    Mundgeruch kann zum einen durch die LowCarbErnährung und zum anderen vom nichts essen kommen (beim Fasten stink ich auch immer aus dem Mund). Was hilft ist Minztee trinken und auf Kaffee verzichten hilft auch (wobei das sehr schwer fallen könnte und es deshalb vielleicht ganz einfach nicht wert ist).
    Am besten hilft Heilerde essen – hat keine Kalorien, nimmt Giftstoffe – und damit auch Gerüche – auf und reinigt ganz nebenbei Magen und Darm.

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      1. Mona

        Ich weiß nicht genau woher dieser Geruch kommt, aber der kann auch aus der Haut kommen, also allgemeiner Körpergeruch, muss nicht nur der Hals und Mund sein. Das haben manche Menschen in Ketose. Ich denk bei einigen würde das weniger werden mit mehr Wassertrinken, aber es hilft wohl nicht allen und macht den Geruch nicht komplett weg.

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  7. Renate

    Was ich nur nicht verstehe: Warum müssen die Kilos, die man sich ja über einen gewissen Zeitraum (Jahre, wenn nicht Jahrzehnte) angefressen hat, dann plötzlich innerhalb weniger Monate verschwinden? Ist schon klar, dass man am liebsten über Nacht schlank sein will – aber realistisch ist das doch nicht. Diese Eile und die unrealistischen Ziele sind meiner Beobachtung nach oft Schuld an dem Scheitern der Abnahme. Ich lese natürlich auch von Vielen, wo das hohe Defizit einwandfrei klappt und durchgehalten wird. Aber wieso sich mit 500 kcal am Tag „quälen“?

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    1. siesn

      Hallo Renate,
      manche möchten schnellere Ergebnisse sehen denn dadurch werden sie motiviert. Und evtl. sind 500 Kalorien gar keine Qual?
      Auf diese Thematiken ist Nadja in ihrem Buch auch eingegangen…
      LG

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      1. Renate

        Ja, klar purzeln die Pfunde am Anfang schnell und das motiviert. Aber auf der FB Seite zum Thema Fettlogik lese ich oft Beiträge von den 500 kcal Leuten, die dann bald mit Hunger und Frust kämpfen. Und da verstehe ich dieses Selbstkasteiung eben nicht. Zumal die dann auch noch fordernden Sport dabei machen, etwas das Nadia ja wohl in dieser Zeit nicht gemacht hat, oder?

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    2. Rupietta

      Wenn ich da mal meinen kleinen Senf zugeben darf …
      Nichts „muss“. – Ich für meinen Teil brauche dringend einen sofortigen sichtbaren Erfolg, um mich weiter bei der Stange zu halten. Meine Mutter achtet seit Sept 2015 bis heute akribisch auf ihre tägliche kcal-Menge und nimmt mit mal mehr, mal weniger Bewegung kontinuierlich 1 kg/Monat ab.
      Jeder wie er es braucht.

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  8. Ich bin zwar beim Gewicht (bisher immer, aber …) nicht in den „Innerer Schweinehund“-Modi, die Du hier beschreibst, erkenne mich aber perfekt in diesem Aufschieben und nach außen doch diszipliniert wirken/sein wieder. Ich finde, diese Einsicht, mit der Erfolgsstory in progress beim Abnehmen, ist für viele Prokrastinierer (wie mich!) ein nützliches Beispiel 🙂

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  9. PippiLotta

    Ich plane meine Tage kalorientechnisch momentan ebenfalls so, dass es gut hinhaut. „Problematisch“ ist es dann, wenn Kollegen oder Freunde Kuchen oder Kekse anbieten oder mein Freund ein anderes Abendessen wünscht/zubereitet. Da ich aber auch ein Trotzkopf bin und es nicht einsehe meinen gefassten Plan komplett umzuwerfen wäge ich in solchen Momentan genau ab ob es sich lohnt das Budget zu überschreiten und die Abnahme zu verlangsamen. Bei schnöden gekauften Keksmischungen zucke ich nicht mehr mit der Wimper, bei selbstgemachtem Kuchen wird es schon verlockender.

    Aber ich will jetzt einfach diese Abnahme und das so schnell wie „berechnet“, da will ich mich von niemandem ausbremsen lassen. Wenn ich zugreife, dann aber vollkommen ohne schlechtes Gewissen und eben nur ein normales kleines Stück.

    Meine wöchentliche Abnahme motiviert mich da auch auf den letzten Metern nicht klein bei zu geben. Trotzkopf eben, wäre doch gelacht wenn das jetzt nicht klappt!

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    1. Kaethe

      Mir hilft da immer sehr, einfach nur ein halbes Stück Kuchen zu essen, wenn ich darauf wirklich Lust habe.
      Der Genuss ist der gleiche, aber es schmeckt nicht nach dem Äquivalent eines Mittagessens, sondern nur einem kleinen, gesunden Dessert ;D

      Natürlich ist auch rein gar nichts verwerflich daran, den Kuchen höflich abzulehnen.

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      1. PippiLotta

        Da der Kuchen in solchen Fällen einfach nur in die Küche gestellt wird, muss ich niemandem an den Kopf werfen, dass ich den gar nicht will. Ansonsten erkläre ich eben, dass mir nicht nach Kuchen ist. Da ich auch vor der Diät niemand war der dauernd Süßes/Kuchen gegessen hat, ist das eben einfach so. Ich esse ja nicht einfach etwas nur aus Höflichkeit.
        Wenn es ein toller Kuchen ist, dann nehme ich ein Stück, so groß wie ich gerade Lust habe. 😉

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  10. Dann bist du ja quasi mein „Abnehmzwilling“ – 1,70 groß und 65 kg will ich erreichen … allerdings ist das bei mir die Obergrenze des „Zielspielraums“. Gut, ansonsten haben wir auch nicht viel gemeinsam – keine Kinder, keine Doktorarbeit, allerdings eine Wochenendbeziehung, einen ausgewachsenen Schweinewolf und einen Vollzeitbürojob nebst Zweitkarriere. Viel zu tun, wenig Zeit und eigentlich immer Appetit, das kenne ich nur zu gut. Dank FLÜ sind 18 kg weg, 9 sollen mindestens noch … und wenn es mal was länger dauert, weiß ich dank Kalorienzählen ganz genau, woran es liegt: Das sind wohl keine zusätzlichen Muskeln, sondern eher die gerösteten Nüsse, die ich „zufällig“ nicht aufgeschrieben habe … na ja, und weiter im Text. ^^

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  11. Vielen Dank für diesen tollen Beitrag!
    Auch ich habe manchmal so meine Probleme mit der Disziplin.
    Und das mit dem „Magen aufwecken“ ist bei mir genauso. Also lasse ich ihn mittlerweile gerne noch ein wenig schlummern. 😉 Negative Auswirkungen konnte ich nicht bemerken, im Gegenteil.

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  12. Das ist für den Einen oder Anderen vielleicht auch spannend:
    https://www.welt.de/kmpkt/article161088372/Fruehstuecken-ist-genauso-gefaehrlich-wie-das-Rauchen.html
    http://www.stern.de/genuss/essen/fruehstueck–ist-es-das-neue-rauchen–forscher-warnt-davor–morgens-zu-essen-7286804.html
    https://www.zentrum-der-gesundheit.de/gesund-ohne-fruehstueck-abnehmen-ia.html

    Ich selbst, glaube nicht das frühstücken „gefährlich“ ist. Ich finde es aber spannend. dass es in den vergangenen Jahren ganz offensichtlich, deutlich überbewertet wurde.
    LG
    Sue

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    1. Ist halt immer schwierig allgemeingültige Regeln für unterschiedliche Menschen aufzustellen. Manche brauchen morgens direkt was zu essen, manche nicht. Manche können super viele Stunden ohne Essen auskommen, manche brauchen häufige Snacks.
      Muß man halt sehen was für einen am besten passt – Hauptsache die Bilanz stimmt.

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      1. Mona

        Zusätzlich kommt noch hinzu, dass nicht jeder Mensch jeden Tag gleich ist. Mal kommt man paar Monate oder Jahre ohne Frühstück prima zurecht, mal nur mit Frühstück. Mal hat man Phasen, wo man 6 mal am Tag isst, mal welche, wo zwei Mahlzeiten ausreichen.
        Ich hab mich verabschiedet davon zu sagen: So das ist jetzt das Optimum und ich werde es für den Rest meines Lebens so machen. Das Leben geht immer weiter und irgendwas ändert sich immer und damit auch der Alltag, wie die Ernährung.

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    2. Fred M. Späth

      Mal wieder eine völlig unnötige „Diskussion“. Und wenn am Anfang des Artikels Frühstücken mit Rauchen verglichen wird und die starke Aussage, dass in einigen Jahren das Frühstücken wie das Rauchen geächtet sein wird, und selbst der Autor am Ende einräumt, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, ob man frühstückt, dann negiert sich die plakative Aussage selbst. Und der Artikel entpuppt sich als heiße Luft und als sensationsheischendes Breittreten von Binsenweisheiten. Welchen Zweck haben solch inhaltsleeren Aussagen? Das es dsrauf ankommt, was und wieviel man frühstückt, sollte klar sein. Und dass man im ungünstigsten Fall damit den Glukosepegel nach oben schellen lässt, ist auch nicht neu.

      Nachdem ich über 20 kg abgenommen habe, sind meine Glukosewerte im oder sogar unter dem Normbereich – auch mit leichtem Frühstück (Eiweißbrot, Magerquark, ein Klecks Marmelade – ca. 210 kcal). Wer nstürlich üppig zulangt und locker mehr als 1000 kcal einfährt, macht etwas anderes falsch – das ist einfach zu viel, egal, ob als Frühstück oder als eine andere Mahlzeit. What’s new?

      Und wenn es so gefährlich wäre wie Rauchen, müsste die Bevölkerung der westlichen Hemisphäre deutlich dezimiert sein. K.A. was den“Wissenschaftler“ geritten hat, solchen Quark zu produzieren – aber schon etwas gesunder Menschenverstand genügt, um zu sehen, dass diese Aussage haltloser Unsinn ist. In Anlehnung an eine Aussage König Salomos in Kohelet: „Des Studienmachens ist kein Ende.“

      Trotzdem Danke für den Hinweis!

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      1. Mona

        Ist das wirklich ein Wissenschaftler?
        Ich hab den Stern-Artikel gelesen, da wird doch eher beschrieben, dass er merkte, dass es ihm selbst besser ging, wenn er das Frühstück sein ließ. Das ist doch keine Wissenschaft. Oder hab ich seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen übersehen?

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      2. Fred M. Späth

        … Letztendlich strotzen alle drei Artikel nur so von Fettlogiken, dass es einen graust. Und Stern und Welt schaffen es, sich selbst zu widersprechen … Da bleibe ich lieber bei FLÜ … 😉

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      3. Yggdrasil

        Ach Du herrjeh, wenn 1000 kcal fuer eine Mahlzeit tatsaechlich in irgendeiner Welt zuviel waere, dann duerfte ich da nicht wohnen. Unter 1000 zaehlt’s fuer mich ned als Mahlzeit, bei passenden Gerichten schaff ich 2000 und das Voellegefuehl haelt sich in Grenzen.

        Und man glaubt es kaum: Defizit geht trotzdem (mein Tagesbedarf liegt bei ziemlich genau 3k, ansonsten waer‘ ich da wohl etwas gekniffen). Haengt wohl einfach davon ab, ob man jetzt eher der Snackesser (5x aufwaerts am Tag, kleine Portionen) oder „eine grosse Mahlzeit muss es sein“-Typ ist. Gar nicht mal so selten hab ich Tage, da gibt’s bis abends keine 500 kcal an Kleinkram, nur damit das Abendessen auch mal SO RICHTIG gross ausfallen darf.

        Vermutlich waer das fuer andere ne Strafe. Meine Mama hat jedenfalls am Telefon letztens voellig unglaubig gefragt, ob das jetzt wirklich alles fuer mich sei. Zugegeben: 1 kg Kartoffeln, 500g Spinat, 5 Eier, 2 Steaks und 250g Tzatziki klang vielleicht wirklich etwas uebertrieben.

        Was diesen Fruehstuecksquatsch angeht: da wird halt einfach die naechste Sau durchs Dorf getrieben. Fruehstuecken grundliegend zu verteufeln, weil das grad mal en vogue ist, entbehrt einfach der Grundlage. Sich mit Blutzucker/Insulin/Hungergefuehl und Weissmehl/Suesskram zu beschaeftigen, und warum das typische „2 Broetchen mit Marmelade, Muesli und Orangensaft“-Fruehstueck jetzt vielleicht bei Gewichtsproblemen nicht unbedingt die prallste Idee ist, waer aber auch zuviel verlangt.

        Und ich mach‘ mir jetzt erstmal Fruehstueck. Spitzkohl mit 2 EL Leinoel, 2 Paprika mit 200g Frischkaese, 2 Eier. Das reicht auch bis zum Abendessen. Das etwas groesser ausfallen wird 😉

        Gruesse vom Yggdrasil…

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  13. Beate

    Lustig, so viele Parallelen. :o)
    Kurz zu mir: am 10. Januar 100,2 kg, Heute 85,2 kg bei 170m. Studium (mehrere), immer viel gearbeitet, selbstständig, zwei Beutekinder, 49 Jahre alt, immer schon übergewichtig, sehr häufig Sprunggelenksprobleme, akut Malässe mit dem Knie; Prokrastinator und Verdrängungskünstler in Perfektion, meine Umwelt jedoch, lobt mich für meine „tolle Konsequenz und Disziplin“ und ich frage mich, wen sie meinen.

    Wenn ich Deinen Artikel lese, kommt mir als allererstes ADHS in den Sinn.
    Ich habe mich mein halbes Leben damit herumgeschlagen, dass ich nicht verstanden habe, warum ich die einfachsten Dinge des Lebens nicht auf die Kette kriege (Steuerkarte beim Arbeitgeber abgeben, Rechnungen bezahlen, Uni-Unterlagen ordnen), während ich ansonsten gleichzeitig auf sieben Hochzeiten tanze und dabei Preise gewinne.
    Mit Mitte 30 fand ich endlich ein Buch über ADHS und mein ganzer Wahnsinn hatte plötzlich einen Namen. Das war sehr befreiend, denn nun gab es erstmals Lösungsansätze, wie ich mein Dilemma verstehen und damit umgehen konnte.

    1. Themen/Aufgaben müssen mich packen, interessieren, dann kann ich fast nicht mehr aufhören, daran zu arbeiten und es kommt mir auch nicht als Arbeit vor.
    2. Ich brauche schnelle (!) sichtbare Erfolge. So banal es klingt, Lob und Erfolg spornt mich zu Höchstleistungen an, Kritik im Sinne von „jetzt reiß Dich mal zusammen“ blockiert mich und macht mich infantil trotzig.
    3. Ich brauche zwischen meinen fokussierten Arbeitszeiten zwingend meine faulen und disziplinlose Zeiten. Und ich meine wirklich faul.
    Hausarbeit war immer ein Bereich, der weder je mein Interesse weckte, noch meine „Wertigkeit“ als Frau darstellen sollte, dennoch mag ich es ordentlich. In faulen Zeiten jedoch, kann mir diese Tätigkeit dann nochmal mehr den Buckel runterrutschen. Dem Himmel sei Dank, ich habe mittlerweile seit vielen Jahren einen Engel, der mir einmal pro Woche in der Wohnung Struktur und Sauberkeit beschert. – Beim Thema Abnehmen sind das nach drei Wochen mit 500 kcal/Tag drei bis fünf Wochen „Schlaraffenland“ mit 1200 kcal/Tag.
    4. Ich erkenne mein Leben (Handeln/Arbeiten/Aufgaben) erst in Listen, Tabellen und Grafiken. Wenn ich meine notwenigen Aufgaben in einer Liste vor Augen habe, kann ich nach und nach die Punkte streichen und mir Erfolge generieren. Beim Abnehmen ist es das gleiche. Ich habe eine ausgeklügelte Excel-Liste mit einer phantastischen Grafik, die mir jeden Tag gute Laune macht.

    Nur bei dem Punkt „stetiger Appetit“ und „Essen als emotionale Komponente, von Genuss bis Trost“ denke ich, dass es sich da auch um eine Art Sucht handelt.
    Hier habe ich nämlich seit Januar feststellen können, dass obwohl ich (ohne Heißhunger!) drei Wochen von so gut wie nichts lebe, die Welt doch nicht untergeht. Nein, ich sterbe nicht, es passiert auch nichts Schlimmes, wenn ich abends mit dem Gedanken „Ich könnte auch noch gut eine Pizza und einen Topf Eis vertilgen“ ins Bett gehe und statt dessen diese Gedanken mit „ … brauche ich aber zum Glück nicht!“ ergänze. Und was besonders hilft, ist der Gedanke an die Waage am andern Morgen.

    Das ist auch noch so ein Punkt. „Geh nicht jeden Tag auf die Waage, das frustriert nur.“ Ich sage: Nein! Umgekehrt wird ein Schuh für mich draus. (Ich habe FLÖ erst seit gestern und hab noch 1/3 zu lesen, vielleicht wird das ja noch Thema.)
    Ich gehe jeden Tag, manchmal mehrfach am Tag, wenn ich gerade Zuhause bin, auf die Waage. Das schafft eine realistische Sicht auf die Schwankungen und diese können unmittelbar mit PMS, Menstruation, Sport mit Wassereinlagerungen getrunkener Wassermenge, Kleidung … etc. in Verbindung gebracht werden.
    Wenn ich nur einmal in der Woche mein Gewicht sähe und gerade dann hormonell viel Wasser eingelagert hätte, würde mich das sehr frustrieren und das Warten auf die kommende Woche nochmal mehr.

    Lange Rede, kurzer Sinn:
    Zum Thema Schweinehund vs. Disziplin sage ich, alles zu seiner Zeit, aber dann mit Überzeugung, ohne schlechtem Gewissen, aber dennoch mit etwas Maß.

    Alles läuft rund und ich bin sehr zufrieden.
    Das Einzige, was mich wirklich fuchst, ist, dass ich erst 49 Jahre alt werden musste, um das alles zu verstehen. Aber es ist nie zu spät – für nichts! :o)

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  14. Wilhelm Stark

    Mir ging es in der Kindheit bzw. Jugend genauso. Das intuitive Essen hat prima funktioniert. Es lag wohl daran, dass mir das Essen bei meinen Eltern nicht so sonderlich geschmeckt hat. Der Speiseplan meiner Eltern basierte viel auf Hungererfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg.

    Desweiteren bin ich gewachsen und gewachsen und gewachsen, bis ich 1,96 m groß war. Das verbrät natürlich auch jede Menge Kalorien.

    Außerdem habe ich mich sehr viel bewegt. Klettern war zum Beispiel ein großes Freizeitvergnügen für mich.

    Und dann kam der Bürojob, das Motorrad mit dem ich nicht mehr auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen war oder auf meinem Fahrrad oder was sonst noch in irgendwelcher Form Bewegung erforderte. Von dem ursprünglich 78 kg , die ich auf die Waage brachte, wurden dann auf einmal 82, 84 bis zu 92 Kilogramm. Das ist ja eigentlich noch in Ordnung! Aber dabei blieb es nicht. Es kam viel Konsum zuckerhaltiger Getränke hinzu, Kantinenessen, Süßigkeiten, so dass ich im Laufe meines Lebens bis auf 110 kg gekommen bin.

    Und da hatte ich keinen Bock mehr drauf. Da das intuitive Essen bei mir überhaupt nicht funktioniert, was sehr schade ist, habe ich jetzt auch mit dem Kalorienzählen angefangen und bin mittlerweile wieder bei 102 Kilo angelangt. Das ist natürlich immer noch nicht befriedigend, aber es wird. Mein Ziel ist es, wieder 90 kg zu wiegen. Da bin ich dann irgendwo im mittleren Normalgewicht und damit kann ich leben.

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  15. Cornelia

    Danke für den Super Beitrag. Dann bin ich ja nicht alleine mit diesem Gefühl dass wenn ich „viel“ Frühstücke danach denn ganzen Tag Hunger habe… und wiso hält man so stark fest an diesem Sprichwort: Morgens wie ein Kaiser…..
    Meine Akupunkteurin wollte mich letztens auch wieder überzeugen von dieser Fettlogik… aber dieser Beitrag zeigt mir wieder dass ich auf dem richtigen Weg bin.
    Da ich momentan auch schnelle Ergebnisse brauche und sportlich nich nicht wieder ganz einsatzfähig bin (beidseitig Hüft OPs innerhalb eines Jahres) probiere ich unter 800 Kalorien zu bleiben. Klappt nich ganz immer aber es geht meistens ganz gut.

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  16. Michael

    Ob Frühstück oder nicht muß jeder selbst entscheiden entsprechend seiner körperlichen Fähigkeiten.
    Wer aber nicht mir drei Mini-Mahlzeiten hinkommt sondern größere Portionen braucht, der hat mit einer so strengen Kalorienbegrenzung ein echtes Problem, erst recht dann, wenn er auch noch Kohlenhydrate in dem von der DGE empfohlenen Umfang braucht oder meint sie zu brauchen.
    Ungeachter der möglichen (hormonellen) oder Mangelernährungsfolgen einer derart stregen Kalorienreduzierung:
    Wenn man dies im Rahmen des Intervallfastens z.B. 16/8 (was eben den Reiz besitzt, den größten Teil des Fastens zu verschlafen und so am Folgetage nur 4 – 6 Stunden „fasten“ zu müssen) oder auch 5/2 oder alternierend betreibt (betreiben kann), ist es leichter, eine Kalorienbeschränkung einzuhaten.
    Gleiches gilt, wenn es gelingt, den KH-Anteil zugunsten des EW-Anteils zu reduzieren. Gerade wenn man nicht (viel) Sport treibt und/oder nicht viel körperlich arbeitet, braucht man die viele „nackte“ Energie, die man durch KH zuführt, nicht wirklich. Stattdessen EW hat den Vorteil der längeren Sättigung, deren günstigere Thermogenese, so daß „weniger ankommt“, und der besseren Versorgung mit Protein für die Regenerationsprozesse, die – wie es heißt und angeblich auch durch Studien belegt wurde – gerade bei IF gefördert werden und natürlich auch als Vorkehrung gegen eine das Muskelprotein zu sehr beanspruchende Gluconeogenese.Ich komme jedenfalls mit IF 16/8 und der ersten und dann EW-lastigen Mahlzeit gegen 14.00 besser hin als früher mit dem KH-haltigen Frühstück. Da hatte ich spätestens um 14.00 wieder richtigen Hunger, den ich nicht verträglich bis abends übergehen konnte – oder nur zu dem Preis einer Freßorgie, Das Nichtessen bis 14.00 ist dagegen erstaunlicherweise einfacher.
    Damit rede ich nicht LC das Wort, dies erfordert im Allgemeinen eine viel weitgehendere KH-Reduzierung auf 15 oder 20g. Sicherlich ist die Vorstellung reizvoll, daß auch die Versorgung des Gehirns pp. und bei „richtig“ Sport auch dies über das Fett erfolgt. Andererseits sind die Einschränkungen – praktisch keine KH mehr zu essen – schon gewaltig. Ich fühle mich schon bei der Reduzierung der KH auf etwa 80 bis 100g täglich spürbar eingeschränkt (den Verzicht auf Süssigkeiten nicht berücksichtigt). Das kann man sicherlich mal eine kurze Zeit machen (aber schon die Umstellung auf Ketose dauert meist eine Woche), aber auf Dauer,wie es selbst bei „nur“ 10kg abzunehmendem Gewicht der Fall ist? Wie auch immer, selbst wenn man in die LC-Bereiche von 30 bis 50g vorstößt reicht dies im Allgemeinen für die Ketose nicht aus.

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    1. Man sagt, maximal 25g KH pro Tag sind erlaubt, um in Ketose zu kommen.

      Mein Stelbstversuch, in 5 Tagen in Ketose zu kommen: Ich habe die 25g Grenze penibel eingehalten … außer: vor einer anstrengenden Cardio Einheit (2h Kickboxen) habe ich 2 Pflauen und 1 Banane gegessen — aus Angst, umzufallen.

      Laut Keto-Sticks habe ich am 6. Tag keine Ketonkörper im Urin gehabt. Ich habe die Ketose also nicht erreicht. Dafür habe ich seelisch diese 5 Tage sehr gelitten, an den fehlenden Carbs. Seit dem esse ich High Carb, auch im Kcal Defizit 😀

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      1. Michael

        Man darf die Produktion von Ketonkörpern nicht mit dem Zustand der Ketose verwechseln, in dem insgesamt einschließlich Gehirn/Nervenzellen nahezu vollständig auf Energieerzeugung durch Fettverbrennung und auch Verwertung der Ketonkörper umgestellt wird. Auch muß man bedenken, daß nach erfolgter Unstellung auf Verwertung der Ketonkörper diese nicht mehr unbedingt nachgewiesen werden können – im Urin ausgeschieden werden sie ja nur, soweit sie nicht verbraucht werden.
        Die KH-Grenze ist sicherlich auch nicht für alle Menschen gleich, die 25g verstehe ich eher als groben Orientierungswert. Wer Wert auf Ketose legt sollte sicherlich so niedrig wie möglich „einsteigen“.
        Ich will nicht behaupten, daß ich mit 60 bis 120 g KH werktäglich seelisch leiden würde, das würde ich auf Dauer auch nicht durchhalten. Aber nach ordentlich KH werde ich nunmal recht müde und relativ schnell wieder hungrig und mit ordentlich KH stoße ich weit in ungewollte Kalorienwerte vor. Und da ich mich nur wenig körperlich anstrengen muß … reduziere ich halt die KH.

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  17. An Rebecca, auch wenn es schon drei Monate her ist: AMEN! Als Bestätigung hinter jede Deiner geschilderten Erfahrungen! Blöd und und undiszipliniert – glaube ich auch bei mir kaum, weil erfolgreich eigene Firma NEBEN Kindern und Haushalt, Mann NUR beruflich unterwegs…lebe wie ein alleinerziehende Mama, kriege aber im Alltag fast alles auf die Reihe. Fast… Für mich jedoch gibt es das Thema „Unterbewusstes“, diesen Teil unseres Wesens, von dem der bewusste Wille nur die kleinste Spitze des Eisbergs darstellt. Den größten Teil jedoch konnte ich mit Wille und Disziplin nie erreichen. Weshalb? Ist nicht wichtig – leichter wäre es, eine Nadel im Heuhaufen zu finden. Ursachenforschung, WESHALB viele von uns so ein miserables Essverhalten haben (auch egal, ob seit Kindertagen wie bei mir oder est später), bringt m.E. nichts. War es Paracelsus, dem der Ausspruch zugewiesen wird: „Wer heilt, hat Recht!“? Auch nicht wichtig. Geheilt hat meinen Schweinehund ein einzige, lange Hypnosesitzung bei einem jungen Mann, fast halb so alt ist wie ich. Und wie hatte ich mich gesträubt: Nicht schon wieder den 125.000sten Versuch, mit einer obskuren Methode Gewicht zu verlieren, was will mir so ein Jungspund schon beibringen, was kann das schon werden…usw.usf.etc.etc. Doch mit dem Jahreswechsel 2016/2017 bemerkte ich, dass die Kontrolle über Mengen und Zeiten immer weiter flöten ging – und mit meinem allerhöchsten Gewicht von 126 kg bei 174 cm Körpergröße bin ich schließlich doch auf den Therapeuten zugegangen. Tja – nach ca. 3 Stunden Kennenlerngespräch sprach er drei Dinge an, die mich sehr gut beschreiben: 1) Bin ein fast ‚radikaler‘ Mensch in vielen Lebensbereichen, will heißen: Was ich mache, mache ich gescheit!
    2) Bin sehr leistungsorientiert: Wenn ich mich anstrenge, will ich bitte schön auch Erfolge sehen!
    3) Und jetzt das Aller-aller-Wichtigste: Jeder noch so kleine Gedanke an Mengenverzeicht beim Essen löste große Mangelgefühle, fast Panikattacken bei mir aus. Obwohl ich gefühlt ALLES weiß, was mit falscher/richtiger Ernährung und den Folgen zu tun hat. Aber das Mangelempfinden war stets so groß, dass ich weder mit kleinen Mengen zurecht kam noch einen knurrenden Magen ertrug.
    Und da hat der gute Mann angesetzt: Seit der Hypnose hat der Schweinehund das Zepter abgegeben – Mangel? Kann nicht sein, der Kühlschrank ist immer voll. Doch weil ich weiß, dass dem so ist – brauche ich nicht zu bunkern: Ich KÖNNTE mir immer etwas nehmen, aber Boss im eigenen Körper bin nunmehr ich, und MEIN primäres Ziel ist es, wieder eine schöne und attraktive Frau zu werden. Wenn man Mode designed, die man selber nicht tragen kann, weil man sich nicht wohl fühlt darin – dann tut das saumäßig weh. Es mag verpönt sein, dass mein Äußeres mir so wichtig ist, aber ich bin durch und durch ein Ästhet (auch bei Zubereitung von Mahlzeiten), und mit 50 noch einmal die Kurve zu kratzen, in den Spiegel schauen zu können und zu sagen: ICH finde mein Äußeres attraktiv – das ist einfach meine Motivation! MEINE…muss nicht die der anderen sein.
    Zum guten Schluss: Meine Mengen waren von Tag an ein Drittel (also in Relation zu vor der Hypnose), knurrender Magen passiert, wird wahrgenommen – und nicht weiter als dramatisch empfunden, ich hatte Lust auf gutes, natürliches und gesundes Essen (wobei ich mich schon davor clean ernährte, komplett auf industriell angefasste Fertiggerichte usw. verzichtete) und durfte jetzt in FLÜ noch die wunderbare Botschaf hören, dass es keinen ‚Hungerstoffwechsel‘ gibt und es letztlich nur darauf ankommt, dass der Körper mit den wichtigen Nährstoffen aus-reichend versorgt ist! Nadja, für mich hast Du einen Heiligenschein über dem Haupte schweben! Vor FLÜ in zwei Monaten 11 kg verloren (für 50, bereits in Menopause und am Anfang ohne Sport) – nach meinem Dafürhalten absolut herzeigbar. Wird jetzt sicherlich nicht weniger werden, wo so viele FL-Lügen ausgeräumt sind. Lg an alle!

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    1. @Claudia

      Schön, Deine Geschichte zu lesen und von Deinen Erfolgen zu erfahren.
      Punkt 1 und 2 Deiner Charakter Beschreibung passen auch auf mich zu.

      Ich denke, an diesen Punkten dürfen wir beide noch Arbeiten. Wahrscheinlich machen uns diese Eigenschaften ziemlich effektiv bei den Dingen, die wir tun. Aber auf der anderen Seite stressen wir uns zu sehr (zumindest ich tue das) und stehen uns selbst oft im Wege.
      Siehst Du das auch so?

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      1. @fex1 (Rebecca)
        Jain – es ist wahr, Typen wie unsereiner strapazieren uns und definitiv auch unsere Umgebung manchmal sehr. ABER: So geschehen Veränderungen! Können Dinge bis zur Vollendung gedeihen, überflügelt man sich selbst in den Angelegenheiten, die man kann und bei denen man profund und professionell zu Gange ist. Ich mag diejenigen Menschen, die für etwas brennen (nicht radikale „Geistesverwirrtheit“, die auf Kosten der Freiheit und Würde anderer geht – die ist IMMER abzulehnen!), mit großem Eifer zu ihrem Wort und ihrer Verantwortung stehen. Im Wege stehen wir uns dann, wenn wir die Fähigkeit verlieren, uns zu hinterfragen, ein Stück des Weges auch mal zurück zu gehen und eine andere Richtung einzuschlagen oder wenn wir die Bedürfnisse der Umgebung gar nicht mehr wahr nehmen. Aber alles in allem braucht mein Inneres zur Erfüllung, zur Zufriedenheit Hingabe (dieses Wort habe ich vorhin gesucht): Hingabe an ein Werk, auch an einen Menschen. Dabei spielt Ambition einfach auch mit rein. Lieber heiß oder kalt – als lau wie abgestandenes Waschwasser (auch wenn das heute fälschlicherweise unter Toleranz verstanden wird).
        Als ich innerhalb von 6 Jahren ein Unternehmen auf die Beine stellte (designe und vertreibe in Deutschland hergestellte, kunterbunte Strickmode), begegneten mir im Laufe dieses zweiten beruflichen Werdeganges viele Frauen, die immer mit einem Seufzer meinten, sie würden zu gern „bei mir einsteigen“ – so etwas hätten sie auch gerne „mal gemacht“. Und da ist oft auch ein wenig Neid mit im Spiel, auf die vermeintlich glücklichere Ausgangsposition, weil ich doch sicherlich gutes VitaminB gehabt hätte, weil Mann und Kinder mit ganz gewiss den Rücken total frei halten daheim. Nix da: Alles hart und mit viel Schweiß selbst erarbeitet, sich nicht auf andere berufen, nebenher den Haushalt gemacht, den Garten versorgt, die Kinder erzogen. Das geht, wenn man „unsere Eigenschaften“ besitzt. So gelangt man zu einer Form der Erfüllung, die nicht einmal ein perfekter Ehemann liefern könnte (grins). Wenn ich das nur haben kann mit einem auf den ersten Blick anstrengenden, zuweilen auch mal fordernden Charakter – ja mei, dann isses halt so. Dass diejenigen, die nie etwas verlangen, auch oftmals nicht wirklich halten, was sie versprechen, ist zumindest bei mir eine der Lebensweisheiten, zu denen ich mit 50 gelangt bin.
        Bleib anstrengend – anders wär’s langweilig! Lg Claudia

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