Gastbeitrag: Adorno und Adipositas, oder: Es gibt kein schlankes Leben im fetten.

Zugegeben, als dieser Titelvorschlag kam, war mein erster Gedanke „Uh uh uh, Shitstormalarm!“ 😀 … aber beim Gastbeitrag eines geisteswissenschaftlichen Trainers siegt hoffentlich die Neugier und das Interesse, wohin diese Abnehmphilosophie führt 😉 Also, habt Spaß:

Bevor ich loslege, möchte ich mich den Lesern von „Fettlogik überwinden“ kurz vorstellen. Ich heiße Jost Nowak, bin 35 Jahre alt und arbeite seit inzwischen über 15 Jahren als Fitness- und Personal Trainer in München und dem Berchtesgadener Land. Da ich eigentlich aus einem geisteswissenschaftlichen Umfeld komme, lasse ich, wie heute, immer wieder gern auch philosophische Gedanken in meine Arbeit einfließen. Geistige und körperliche Bewegung sind mein Leben!
Auf der Website www.jn-therapie.de findest du meinen Blog, eine kleine Facebook-Seite habe ich auch.

In diesem Artikel möchte ich einige gesellschaftsphilosophische Gedanken ausführen und auf deren Basis eine Verbindung zum Thema Gewichtsabnahme herstellen. Ich identifiziere drei Problemfelder aus der Praxis, die beim Abnehmen hinderlich sind, und versuche, Ansätze zu zeigen, diese Probleme zu überwinden.

Der deutsche Philosoph Theodor W. Adorno hat ein geflügeltes Wort geprägt, das lautet: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“. Dieses Zitat wurde in verschiedensten Kontexten bemüht und ausgelegt. Verstanden werden kann es so, dass Adorno in der persönlichen Lebensführung zwischen richtig und falsch klar unterscheidet. Sind nun die gesellschaftlichen Strukturen und Umstände, in denen das Individuum handelt, falsch, so ist es dem Einzelnen nicht möglich, auf eine richtige Art und Weise zu leben. Für den Verlauf dieses Artikels ist es wichtig, die Implikationen dieser Aussage noch etwas genauer aufzuschlüsseln.

„Richtig“ und „falsch“ sind klar wertend belegt. Adorno kritisiert mit dem „falschen Leben“, in dem das Individuum lebt, gesellschaftliche Umstände. Dass so kein „richtiges Leben“ möglich ist, bedeutet nicht, dass Resignation der einzig gangbare Weg ist. Erst, wenn das „falsche Leben“, also problematische gesellschaftliche Strukturen, angegriffen werden, erst wenn diese Strukturen geändert sind, kann auch das Individuum „richtig“ leben. Auf gesellschaftlicher Ebene sind Möglichkeiten zu einer solchen Lösung zum Beispiel, gegen das falsche Leben zu demonstrieren, alternative Strukturen anzubieten und Bewusstsein für diese Sachverhalte zu schaffen und zu verbreiten. Das Zitat darf nicht insofern missverstanden werden, dass die Taten des Einzelnen innerhalb eines „falschen Lebens“ ohnehin irrelevant sind, weil ja gar kein „richtiges Leben“ möglich ist. Das Gegenteil ist der Fall: ist das falsche Leben unmenschlich und unethisch, so sind menschliche, ethische Handlungen des Individuums nicht weniger Wert. Sie haben einen intrinsischen Wert und sind besonders dann, aber nicht nur dann, wenn sie zielgerichtet versuchen, die herrschenden Strukturen zu ändern, definitiv gut.

Ich bin ein großer Freund von Analogien, und hier können wir eine Analogie von gesellschaftlichen Strukturen und dem Handeln der Individuen in ihnen zum individuellen Körper und dem Wirken des persönlichen Willens in ihm ziehen.

„Es gibt kein schlankes Leben im fetten“ wäre dann die Umformung des ursprünglichen Zitates von Adorno. An dieser Stelle ist es ganz wichtig, zu unterscheiden zwischen biologischen und persönlichen Elementen dieser Aussage. Während eine klare biologische Verbindung zwischen schlank = gut und fett = schlecht besteht (in dem Sinn der zahlreichen, seriös medizinisch untersuchten Risikofaktoren, die mit starkem Übergewicht einhergehen, wie zum Beispiel von Nadja Hermann in FLÜ auf den Seiten 97ff. zusammengefasst), darf auf dieser Basis zunächst keine persönliche Wertung vorgenommen werden. Es versteht sich von selber, dass sich der Wert eines Menschen nicht an seinem Gewicht misst.

Medizinisch ist es aber klar, dass ein adipöser Körper die Strukturen bildet, in beziehungsweise mit denen sich der einzelne dicke Mensch bewegen muss, und mit denen er sich auseinandersetzen muss. Leider ist der Mensch grundsätzlich ein Meister der Verdrängung und der Ignoranz. So ist es möglich, dass wir gesamtgesellschaftlich verdrängen können, dass unser Reichtum auf dem Leid anderer Menschen und Lebewesen basiert. Und so ist es ebenfalls möglich, dass es viele Menschen schaffen zu ignorieren, dass sie ein Leben leben, mit dem sie ihren eigenen Körper ausbeuten und ihm schaden. So ist es nicht selten, dass Menschen ihr komplettes Leben verbringen, ohne auf die Idee zu kommen, dass es durchaus Dinge an unserer Gesellschaft gibt, die kritisiert oder geändert werden sollten – und ebenfalls ist es häufig so, dass Menschen ihre Fettleibigkeit bis ins Grab mit sich herumschleppen, ohne je zu realisieren, dass es viele Gründe gibt, dagegen vorzugehen.

Ich halte fest: während das „falsche Leben“ unethische, unmenschliche Zustände sind, sind das „fette Leben“ der adipöse Körper und die Einschränkungen, die dem Bewohner dieses Körpers das Leben schwerer machen können. Das „schlanke Leben“ ist das Bewohnen eines normalgewichtigen, optimaler Weise sportlichen Körpers, mit dem der Bewohner dieses Körpers seine körperliche Leistungsfähigkeit ausschöpfen und mit Adipositas verbundene gesundheitliche Risiken vermeiden kann. Ein schlankes Leben ist sicherlich keine Garantie für Glückseligkeit. Ein schlankes Leben räumt aber einige Steine aus dem Weg, die auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben liegen können. Schmerzen, Einschränkungen bezüglich Körperkraft und Beweglichkeit sowie Einschränkungen durch Krankheiten können so potentiell verringert werden. Somit ist es sinnvoll, Übergewicht zu vermeiden und ein schlankes Leben anzustreben. Weiter oben schrieb ich: „Das Zitat darf nicht insofern missverstanden werden, dass die Taten des Einzelnen innerhalb eines „falschen Lebens“ ohnehin irrelevant sind, weil ja gar kein „richtiges Leben“ möglich ist.“. Dasselbe gilt selbstverständlich für das schlanke Leben im fetten: jede Handlung, die das Individuum einem schlanken Leben näherbringt, ist gut. Auch, wenn sie momentan wirkt wie der Tropfen auf dem heißen Stein. Die Summe vieler solcher Handlungen führt zu einem großen Ziel: signifikante Gewichtsabnahme.

Entschließt sich ein Mensch nun, gegen sein Übergewicht konstruktiv zu rebellieren, sucht er sich manchmal Verbündete, die mit ihm in den Krieg ziehen – zum Beispiel Personal Trainer wie mich.

Frau Hermann stellt in ihrem Buch schon sehr richtig fest, dass es an sich überhaupt nicht notwendig ist, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn man abnehmen muss oder möchte. Dazu ist weder ein Personal Trainer noch eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio nötig. Beides kann aber zweifelsfrei hilfreich sein.

In meiner Arbeit mit übergewichtigen Kunden fallen mir im Groben drei verschiedene Problemfelder immer wieder auf:

Problem 1: Wir alle, und somit auch meine Kunden, leben in einer Welt der „instant gratification“, in der die Möglichkeit der schnellen Befriedigung aller möglichen Bedürfnisse besteht. Lust auf einen Film? Einfach downloaden oder streamen. Lust auf Sex? Schnell ein Date über Tinder, oder einfach einen kostenlosen Porno im Netz schauen. Lust auf etwas zu Essen? Einfach schnell liefern lassen, es ist oftmals nicht mehr notwendig, den Prozess des Kochens zu durchlaufen. Wir lassen uns alles immer schneller nach Hause liefern, inzwischen geht das in Großstädten teilweise innerhalb weniger Stunden nach Bestellung. Es ist nicht leicht, jemandem, der in dieser Welt lebt und diese Dienste gern in Anspruch nimmt, klar zu machen, dass sein Projekt „Gewichtsreduktion“ nicht nur Mühe kosten wird, sondern auch Zeit. Das Bedürfnis, 20, 30, 50 oder mehr Kilo zu verlieren, ist nicht schnell und einfach zu befriedigen, und niemand, der seriös arbeitet, behauptet das.

Lösungsansatz 1: Kultiviere Vorfreude oder bewussten Verzicht! Die Möglichkeit, seine Bedürfnisse umgehend zu befriedigen, lässt dein Handeln impulsiv werden. Ich habe von meinen Kunden teilweise tatsächlich gehört, dass sie erst realisiert haben, dass sie Schokolade gegessen haben, als sie schon im Mund war. Was können wir daraus lernen? An erster Stelle solltest du dir deiner Bedürfnisse bewusst werden. Wenn du merkst „aha, ich möchte jetzt Schokolade essen“, versuchst du als nächsten Schritt, eine zeitliche Distanz zwischen Bedürfnis und Befriedigung einzubauen. Da kannst du ganz klein anfangen. Zum Beispiel indem du zuerst im Handy oder auf einem Block notierst, das Bedürfnis wahrgenommen zu haben. Das kostet dich nur wenige Sekunden und hilft dir, eine Art Bedürfnistagebuch zu führen, an dem du rückschauend schwarz auf weiß sehen kannst, wie oft du dieses und jenes Bedürfnis hast. Du kannst dir jetzt vornehmen, erst einmal die Augen zu schließen und zehn bewusste, tiefe Atemzüge zu nehmen, bevor du die Schokolade isst. Das ist ein kleiner Schritt und macht dir dein Handeln bewusster. Als Fortgeschrittener kannst du die Technik so ausbauen, dass du dir eine längere Zeit vorgibst die du wartest, bevor du dein Bedürfnis befriedigst, zum Beispiel fünfzehn Minuten. In dieser Zeit kann bewusste Vorfreude entstehen. „Profis“ können es dann schaffen, durch dieses Aufschieben immer bewusstere Entscheidungen zu treffen – sie gehen achtsam mit ihren Bedürfnissen um, handeln nicht immer impulsiv und verzichten auch einmal darauf, ein spontanes Bedürfnis zu befriedigen, weil sie ihr größeres Ziel (im Falle der Schokolade offensichtlich Gewichtsabnahme) im Blick haben. Dieser bewusste Verzicht, dieser bewusste Sieg des Willens über den Trieb, kann auch als sehr belohnend empfunden werden. Bewusster Verzicht kann gelernt werden. Wichtig ist, dass du dir nicht zu viel auf einmal vornimmst und dich in kleinen Schritten steigerst. Dann klappt es auch mit einem dem großen Ziel, wie 20, 30, 50 oder wie viele Kilos auch immer zu verlieren.

2. Der Mensch kann sich nur für das entscheiden, von dem er weiß, dass es existiert. In anderen Worten: wo kein Wissen, da keine Handlungsoption. Es ist oftmals wirklich sehr erschreckend, wie oberflächlich das Wissen über Grundbegriffe der Ernährung bei einem erwachsenen Menschen ist. Die Begriffe „Fett“, „Kohlenhydrate“ oder „Eiweiß“ sind geläufig – aber schon bei der Frage, was genau dahinter steckt, herrscht Verwirrung (zum Beispiel in der Art: „In diesem Brot ist doch kein Zucker, das ist ja nur Getreide“, obwohl zum Beispiel Weißmehl fast ausschließlich Kohlenhydrate beinhaltet und diese wie Zucker verstoffwechselt werden, obwohl im Brot freilich kein „Zucker“ als Zutat enthalten ist). Es muss also beim Abnehmwilligen fast immer auch eine Wissenslücke geschlossen werden, bis der Zeitpunkt erreicht ist, an dem er wirklich mündige Entscheidungen treffen kann. Die Tatsache, dass die in Deutschland in solchen Fällen meist zuerst zitierte Instanz, die DGE, mit wissenschaftlich veralteten Ernährungsempfehlungen arbeitet, ist in diesem Zusammenhang zusätzlich hinderlich (hier findet sich ein guter, kurzer Beitrag vom NDR). Diesbezüglich bewegt sich zwar langsam etwas, aber es wird noch das eine oder andere Jahr ins Land gehen, bis sich das in den offiziellen Empfehlungen und in Lehre und Forschung durchsetzt. Das heißt, dass ein Mensch, der abnehmen will, sich zwischen vielen verfügbaren Bildungsangeboten (Bücher, Internet, TV) zum Thema Ernährung entscheiden muss. Hier kann der Personal Trainer als Wegbegleiter wertvolle Hilfe leisten.

Lösungsansatz 2: Versuche es so zu sehen, dass dein Wissen immer mehr werden muss, wenn dein Gewicht weniger werden soll. So, wie du dir vielleicht ein konkretes Gewichtsziel gesetzt hast, solltest du definierte, konkrete Zeiträume in deinen Tag oder deine Woche einbauen, in denen du dir Wissen aneignest zu den Themen, die für dich relevant sind – also vermutlich vor allem Ernährung und Sport. Starte auch hier klein, lasse es zu einer Gewohnheit werden und steigere dich, wenn du bereit bist. Bei allem, was du im Internet recherchierst, musst du achtsam sein, wenn jemand etwas mit seinen Videos/Artikeln u.a. verkaufen möchte – das beißt sich häufig mit einer sachlichen, neutralen Position. Ich persönlich schätze viele Artikel auf den Blogs von Edubily und Marks Daily Apple (englisch). Außerdem findest du hier die Hintergründe über die offiziellen Ernährungsempfehlungen in Schweden (auch englisch). Ein Vergleich mit Deutschland lohnt und ist lehrreich – die schwedischen Empfehlungen sind deutlich fundierter! Auch die beiden genannten Blogs möchten teilweise verkaufen, und auch hier ist Vorsicht geboten – die Artikel sind aber gut recherchiert, meist seriös und bieten viele Ansatzpunkte für weiteres eigenständiges recherchieren.

3. Wir leben in einer Gesellschaft, die uns nicht gerade stark dazu erzieht, Eigenverantwortung zu übernehmen. Das ist aber unabdingbar, wenn ein Projekt angegangen wird, wie es zum Beispiel eine große Gewichtsreduktion ist. In gewisser Weise ist der Akt, einen externen Experten, also Personal Trainer, heranzuziehen, schon problematisch. Eine meiner unmittelbarsten Aufgaben ist es manchmal, dem Kunden zu verdeutlichen, dass ich ihm helfen kann, Orientierung geben und Wissen vermitteln kann – aber er die Arbeit nun einmal selber machen muss. Hier trennt sich bald die Spreu vom Weizen. Im besten Fall entsteht so eine Zusammenarbeit über Jahre hinweg, mit der beide Seiten zufrieden sind. Im schlimmsten Fall beschränkt sich das kluge Handeln des Kunden auf die zweimal sechzig Minuten pro Woche, in denen ich mit ihm persönlich arbeite, während das Verhalten im Rest der Zeit unverändert bleibt. Das führt natürlich nicht zum Erfolg. Vielleicht erkennt das der Kunde und versucht, sich zu verbessern – vielleicht schiebt er aber auch die Schuld auf den angeheuerten Trainer. Das ist die bequeme Lösung, die es ermöglicht, ohne Schuldgefühle weiter zu machen wie vorher.

Lösungsansatz 3: Oftmals liegt die Wurzel dessen, dass es schwer fällt, Eigenverantwortung zu übernehmen, nicht bei uns selber. Ehrlichkeit, das offensive Stehen zu Fehlern und das Ertragen von Konsequenzen werden uns gesellschaftlich selten vorgelebt. Wer das schon als Kind bei relevanten Bezugspersonen so erfährt, imitiert dieses Verhalten oft sein Leben lang mehr oder weniger unbewusst. Er gerät in Problemsituationen in eine Opferrolle, schiebt die Schuld also anderen zu, was meistens unangebracht und unnötig ist. Natürlich trägt fast jeder zumindest eine große Mitverantwortung für seine Lebensumstände. Dazu gehören auch Übergewicht und Unsportlichkeit. Das zu realisieren, ist ein erster, wichtiger Schritt. Frage dich, was dich momentan konkret stört an deinem Leben. Dann schreibe es auf und versuche, auch einige Gründe aufzuschreiben, warum es zu dem negativen Zustand gekommen ist. Überlege nun, ob du Gründe gewählt hast, die von außen kamen (Fremdzuschreibung), oder ob es Dinge waren, für die du selber die Verantwortung trägst (Selbstzuschreibung). Wenn du zu Fremdzuschreibung tendierst, versuche, dich davon zu distanzieren und denke stattdessen darüber nach, was du selber tun kannst, um aus diesem Zustand, mit dem du unzufrieden bist, herauszufinden. Es ist ein nicht unbeträchtlicher Schritt zur Eigenverantwortung, wenn du beginnst, einem Ernährungs- und Trainingsplan zu folgen, weil du Gewicht verlieren willst!

Offensichtlich sind also einige Hürden zu überwinden, bevor aus dem fetten Leben ein schlankes Leben werden kann. Meiner Erfahrung nach ist es elementar, dass der Kunde weiß, warum er tut, was er tut. Während auch bei schwerem Übergewicht eigenständig trainiert werden kann (spazieren gehen, Nordic Walking, Radfahren, Aquafitness, Krafttraining nach Youtube Videos uvm.) ist es notwendig, diese Bewegung in einen größeren Kontext einzubetten und somit die Perspektive des Kunden zu erweitern. Es geht hierbei um die Planung der Intensitäten und Umfänge der Bewegung, um die Vermeidung von Verletzungsrisiken, um die Planung der dazugehörigen Ernährung und viele mit diesen Themengebieten zusammenhängende Details. Somit sehe ich die Aufgabe des seriösen Personal Trainers nicht darin, sich als Lifestyleprodukt in einem Fitnessstudio zu verkaufen, sondern den Kunden mit Wissen, Geduld, Einfühlsamkeit und Härte auf seinem Weg zu begleiten. Das schließt oftmals Patentrezepte, einen schnellen Erfolg und Wunder jeglicher Natur aus. Somit bleiben mir in meiner Arbeit vor allem diejenigen Kunden erhalten, die sich bewusst sind, dass sie in der Vergangenheit Fehler gemacht haben (siehe Lösungsansatz 3), schrittweise mehr Eigenverantwortung für ihr Leben übernehmen möchten und mich vor allem als Impulsgeber schätzen. Eine solche Zusammenarbeit ist für beide Seiten befriedigend.

Ich bin Nadja Hermann dankbar für die Veröffentlichung ihres Buches, weil ich es meinen lernwilligen Kunden uneingeschränkt empfehlen kann. Zum einen als Inspiration, zum anderen, um eigene schädliche Denkmuster in dem Buch entlarvt zu sehen. Das Buch macht ein Stück mündiger. Für meinen Kunden bedeutet das dann, dass er in seinem fetten Leben erst wenige und dann immer zahlreichere schlanke Entscheidungen treffen kann – bis zu dem Punkt, wo das fette Leben zum schlanken Leben permutiert ist. Das ist der ultimative Sieg, den ein Mensch, der Gewicht reduzieren will, erlangen kann: Mehr Eigenverantwortung, mehr Wissen und mehr Bewusstheit im Leben, mehr Sportlichkeit und das Wunschgewicht!

Wenn du in München oder im Berchtesgadener Land wohnst, zögere nicht, mich zu kontaktieren, wenn ich dir helfen kann!

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27 Gedanken zu “Gastbeitrag: Adorno und Adipositas, oder: Es gibt kein schlankes Leben im fetten.

  1. Es ist erfrischend, mal was sinnvolles im Zusammenhang mit Adorno zu lesen. Klar beinhaltet das dann auch Unsinn wie >> „Richtig“ und „falsch“ sind klar wertend belegt <<, weil nicht jeder ein poststruktualistisches Verstädnis von "richtig" und "falsch" teilt, aber in Anbetracht der Tatsache, dass das hier zu einem (in Adornos Sinn) "richtigen" Zweck genutzt wird, finde ich den Artikel insgesamt gut. Er wäre natürlich ohne den Adorno-Bezug trotzdem besser – wie auch ohne die schamlose Eigenwerbung, aber das sind beim Kerngehalt dann doch Kleinigkeiten.

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  2. Matthias

    Bei mir hinterläßt der Artikel das Gefühl, hier würden alte Vorurteile bestätigt. Menschen die nicht verstehen das bestimmte Ziele viel Anstrengung und Zeit benötigen bekommen auch kein Studium oder Doktorarbeit hin.

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    1. Meinst du damit, dass bildungsfernere Schichten eher zu Fettleibigkeit neigen? Das lese ich hier nicht. Ich bin nicht sicher, ob und was dazu bei FLÜ steht, aber wenn ich aus meiner sehr wenig repräsentativen Erfahrung sprechen darf, neigen viele sehr intelligente und studierte Menschen aufgrund ungesunder Gewohnheiten zu Übergewicht. Viele Schreibtischtäter, zu denen auch Lehrer und Professoren sowie Physiker im Labor gehören, bewegen sich zu wenig. Da hat ein Maurer oder Tischler vermutlich die besseren Karten!

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      1. Ich weiß jetzt auch nicht genau, was Matthias meint. Bezüglich des sozioökonomischen Status steht im aktuellen „Gesundheit 2015“ Bericht des RKI, dass der zumindest einen deutlichen Risikofaktor für viele Krankheiten darstellt (Seiten 148ff). Der Bericht steht gratis im Web zum Download bereit. Unabhängig davon meine ich aus meiner Erfahrung heraus auch (unwissenschaftlich), dass sich das durch alle gesellschaftlichen Schichten zieht. Allerdings sind Menschen mit niedrigem sozioökomischem Status eher nicht meine Kunden (oder die eines anderen Trainers), was ich in der Arbeit sehe, bezieht sich also eher auf die „besser gestellten“ Menschen.

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      2. Das klingt so kacke, wenn ich’s noch mal lese, als ob ich Tischler für grundsätzlich bildungsfern hielte. Ich meinte indirekt „bildungsaffin“ die akademische Riege der Studierten, auf die sich oben bezogen wurde und weiter unten habe ich gelernte Berufe, die schneller zum praktischen Einstieg in den Job führen und grundsätzlich einfach mit mehr Bewegung verbunden sind, da Handwerk gemeint. Da habe ich mich unbedacht schlecht ausgedrückt. Sorry.

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      3. Matthias

        Nein ich meine damit, das Thema „instant gratification“ und Eigenverantwortung. Offensichtlich haben auch Menschen die in der Lage sind sich langfristige Ziele zu setzen Probleme mit Übergewicht. (Studieren und Doktorarbeit war nur ein Beispiel, kann auch eine Ausbildung oder Ehrgeiz in der Freizeit bedeuten).

        Ich sehe hier nur drei mögliche Denkfiguren:
        A: Dicke Menschen haben Ihre Selbstkontrolle schon für was Anderes aufgebraucht. Dann würde ich diesen Menschen diese Freiheit zugestehen. Man muss sich entscheiden im Leben.

        B: Dicke Menschen sind durchaus in der Lage sich selbst zu kontrollieren, haben aber wegen falschen Glaubenssätzen oder Wissenslücken noch nicht verstanden, dass Sie ihrem Gewicht nicht ausgeliefert sind.

        C: Dicke Menschen können sich nicht selbst kontrollieren.

        C mag in Einzelfällen stimmen, im Allgemeinen glaube ich nicht (siehe erster Absatz). Ich habe aber den Eindruck, dass C ein verbreitetes Vorurteil ist. B klingt an im Artikel. Leider bleibt bei mir das Gefühl der Text würde zu C tendieren.

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      4. Okay, jetzt verstehe ich auch, was du meinst. Ich glaube generell nicht, dass sich Eigenverantwortung in Selbstkontrolle erschöpft. Sicherlich ist die Selbstkontrolle ein knappes Gut, kann schnell anderweitig aufgebraucht werden. Das muss sich aber nicht darin äußern, dass man viel isst. Stattdessen kann man auch exzessiv (setze hier eine beliebige Tätigkeit ein). Insgesamt wird es niemandem, der in unserer Gesellschaft lebt, leicht gemacht, fokussiert zu sein und zu bleiben, kluge Prioritäten zu setzen und, wie man so schön sagt, „sich zu spüren“. Somit mangelt es vielen Menschen unabhängig von ihrem BMI an Selbstkontrolle und/oder Eigenverantwortung. Nahezu jeder ist unabhängig von seinem Körpergewicht in der Lage, sich selbst zu kontrollieren. Das ist die Theorie. In der Praxis spielen viele Faktoren eine Rolle, warum das oftmals nicht der Fall ist. Somit ist auch Übergewicht immer multifaktoriell. Klar kann man jetzt sagen „zu viel gegessen, zu wenig bewegt“, aber die individuellen Gründe können doch sehr unterschiedlich sein.

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      5. Frank

        „Da hat ein Maurer oder Tischler vermutlich die besseren Karten!“

        Die gehören auch in den seltensten Fällen zur bildungsfernen Schicht.

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      6. Frank

        Bitte meinen Kommentar gleich wieder vergessen.
        Notiz an mich:
        Erst den Strang zu Ende lesen, dann antworten.
        Sorry @kuekensalat

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  3. Fred M. Späth

    Oh, ein vernüftiger und sich auf dem aktuellen Wissensstand befindender Fitness-Trainer … nicht die Regel … prima!

    Allerdings dachte ich, dass das Phänomen „erst essen, dann denken“ den ADHSlern vorbehalten wäre … 😉

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  4. Im Grunde muss ich dem Herrn Professional Trainier hinsichtlich der Fakten absolut Recht geben und konnte viel „mitnicken“ beim Lesen. Wenn einem der Schritt hinter die Fettlogik mal gelungen ist, wird es glasklar und die erfolglosen Versuche zuvor sowie die „ich müsste auch“ oder „ich muss jetzt auch mal anfangen“ Litaneien der Freunde und Bekannten werden einem bewusster.

    Nicht umsonst feiern viele erfolgreiche Fitness-Blogs immer öfter das 80-20 Prinzip. 80% wird sich an alles genaustens gehalten, 20% der Zeit darf mal eine Ausnahme gemacht werden. Bei vielen sind diese Bemühungen allerdings umgekehrt, wenn nicht sogar 95% zu 5% zum „cheating“ neigend ausgeprägt…

    Die Tipps sind allesamt super sinnvoll und ihren Erfolg kann ich ebenfalls bestätigen, gerade die Schokoladen-Arien sind eine gute alte Freundin von mir. 😀 „Oh, da waren doch gestern noch drei Tafeln?“ 😉

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  5. Christian

    Hallo Jost,

    für meinen eigenen Blog schwirrt mir schon seit einiger Zeit eine Idee im Kopf herum, wo es darum gehen soll, „schlanke Gewohnheiten“ zu entwickeln, bzw. ein „schlankes Leben“ zu leben. Die Grundidee dahinter ist vermutlich die Selbe wie hier, aber sie passt überhaupt nicht zur Überschrift. Wer vom „fetten Leben“ zum „schlanken Leben“ gelangen möchte, muss genau die „schlanken Gewohnheiten“ erlernen und festigen, also ein „schlankes Leben“ im Körper eines „Fetten“ führen (ich benutze den Begriff „fett“ für jemanden, der übergwichtig ist, ungerne, sondern nur weil er hier auch gebraucht wird). Ein „schlankes Leben“ bedeutet Essen in Maßen und ausreichend Bewegung. Es gibt viele verschiedene Wege, wie sich das konkret und individuell umsetzten lässt.

    Den edubily-Blog lese ich auch gerne und kann ihn jedem empfehlen, der tiefer hinter die Kulissen schauen möchte. Zur Aussage, dass Mehl im Prinzip auch Zucker sei, empfehle ich speziell diesen Artikel: http://edubily.de/2015/07/was-robert-lustig-wirklich-ueber-kohlenhydrate-sagte/

    Mehl besteht aus Stärke (langkettige Glukosemoleküle) und das, was wir als „Zucker“ bezeichnen, ist Saccharose, bestehend aus je einem Glukose- und einem Fruktosemolekül. Den Unterschied zwischen dem Glukose- und Fruktosestoffwechsel sollte man kennen, bevor man Mehl als Zucker bezeichnet. 😉

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    1. Mona

      @Christian
      Das sind zwei unterschiedliche Dinge.
      – Mehl wird als Zucker bezeichnet, weil er den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Und Blutzuckerschwankungen machen vielen Menschen Probleme, z.B. Heißhunger.
      – Herr Lustig hat was ganz anderes Besprochen. Soweit ich weiß, ging es ihm um die Fettleber. Wenn man Fruktose zu viel aufnimmt (aus Haushaltszucker zum Beispiel) und die Menge groß ist, reagiert die Leber wie bei zu viel Fett oder wie bei zu viel Alkohol. Fettleber ist ja nichts gutes, deswegen wollte er die Leute über die ganzen Fruktose-Sirup Zusätze in den ganzen verkauften Nahrungsmittel aufmerksam machen. Das mit dem Sirup war in Deutschland nicht so extrem, aber ist ja schlimm genug, dass überall billiges Fett und billiger Zucker reingetan wird, wo es auch gut ohne geht.

      Bemerkung: Ich hab deinen verlinkten Blogeintrag nicht gelesen.

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      1. Christian

        Hallo Mona,

        dann lies bitte mal den verlinkten Artikel, es lohnt sich.

        Du hast insofern recht: Es geht Robert Lustig speziell um den Unterschied zwischen Glukose und Fruktose. Zucker (Haushaltszucker) besteht zur Hälfte aus Fruktose, die ähnlich verstoffwechselt wird wie Alkohol (komplett über die Leber).

        Rein formal gesehen sind natürlich alle Kohlenhydrate irgendwie „Zucker“, aber dann hat der Begriff eine andere Bedeutung, als wenn wir allgemein von „Zucker“ (= Saccharose) sprechen. Mehl besteht aus Stärke, also langkettigen Glukosemolekülen. Nur ein geringer Teil von Glukose geht den Weg über die Leber, ganz im Gegensatz zu Fruktose.

        Dass nach dem Verzehr von Kohlenhydraten der Blutzuckerspiegel steigt und Insulin ausgeschüttet wird, ist völlig normal und auch wichtig. Die Probleme fangen dann an, wenn die Insulinsensitivität gestört ist, also wenn das Insulin nicht mehr richtig wirkt. Dann wird nämlich viel mehr und viel länger Insulin ausgeschüttet als bei einem gesunden Menschen mit einer guten Insulinsensitivität.

        Wenn es eine Weile nach dem Verzehr von Kohlenhydraten sogar zu einer Unterzuckerung kommt, sollten die Alarmglocken klingeln, denn das ist keinesfalls -wie in Low-Carb Foren immer wieder verbreitet wird- eine normale Reaktion, sondern ein Symptom einer Insulinresistenz. Der (zu) hohe Insulinspiegel hemmt dann nämlich die Ausschüttung des Hormons Glukagon, welches bei Gesunden die Abgabe von Glukose aus der Leber auslöst, um genau diese Unterzuckerung zu verhindern.

        Bei einem gesunden Menschen mit einer guten Insulinsensitivität reichen kleine Mengen Insulin aus, um die Aufnahme der Glukose aus dem Blut in die Zellen, via Glukosetransporter zu ermöglichen und die Insulinausschüttungen sind nur von kurzer Dauer.

        Die wirksamsten Mittel zur Verbesserung der Insulinsensitivität sind übrigens Abspecken und Sport.

        Gruß Christian

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    2. Hallo Christian,
      danke für den Kommentar. Mir ist der Unterschied durchaus bekannt, ich habe auch nicht behauptet, dass Mehl Zucker IST. Es geht mir hier weniger um eine biochemische Ontologie, sondern mehr darum, den Sachverhalt vereinfacht darzustellen: unter anderem werden ja „LowCarb“ (wie sich das auch immmer im Einzelfall definiert) Ernährungsformen immer mehr empfohlen, auch von offizieller Seite (zB in Schweden), auch, weil durch einen vergleichsweise hohen Eiweiß- und Fettgehalt das Sättigungsgefühl oftmals größer ist (in der Regel weniger Blutzuckerschwankungen). Daher sei mir die Vereinfachung verziehen, ich finde, dass das den Artikel überfrachtet hätte. Sicher hätte ich dann ein besseres Beispiel finden können.

      Zu anderen Thema:
      Es gibt, wenn man die Adorno-Analogie komplett zu Ende denkt, tatsächlich kein schlankes Leben, so lange man noch nicht „schlank“ ist – so, wie es eben kein gutes im schlechten gibt. Freilich hast du Recht, dass man schlanke Entscheidungen treffen und Angewohnheiten entwickeln muss, um schlank zu werden. Das „schlanke“, oder analog „gute“ Leben ist aber der Gesamtzustand, der nicht wünschenswert ist. Und der ist eben erst geändert, wenn das Ziel erreicht ist. Wenn nun von einem schlechten Leben die Rede ist, können zum Beispiel beliebige Ungerechtigkeiten oder menschliche Grausamkeiten, vielleicht auch ein politisches System gemeint sein. Wie im Artikel klar gesagt, sind zur Änderung eines großen Zustandes auch kleine Entscheidungen unabdingbar. Ich denke, wir meinen eigentlich ähnliches, du hast nur das geflügelte Wort Adornos und/oder die Analogie anders verstanden. Die großen Rahmenbedingungen (zum Beispiel Erhöhung von diversen Risikofaktoren) beim übergewichtigen Menschen sind eben erst dann geändert, wenn er nicht mehr übergewichtig IST. So ist das gemeint 😉

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    3. Mona

      Glukose an sich ist ein (Einfach)Zucker. Stärke besteht aus Glukose, deswegen besteht Stärke aus Zucker. Zucker ist ein Oberbegriff. Zucker in deinem Sinn wäre ja nur Haushaltszucker. Wenn ich Zucker sage, dann meine ich den Oberbegriff Zucker und nicht einfach den Haushaltszucker.

      Das Problem mit dem Zucker fängt für die Tagesform/Psyche nicht an, wenn man eine Insulinresistenz hat und das haben auch schlanke Menschen. Nehmen wir mal Glukose in diesen Traubenzucker-Plättchen: Man isst die, dann ist mal für ne halbe Stunde aufgedreht und fühlt sich fitter und dann kommt ein Loch, wo man wieder Nachschub brauchst und man dann eher lahm ist. Genau deswegen wird doch nicht mehr empfohlen, dass Schulkinder und Studenten Traubenzucker nehmen für Klausuren oder für den Unterricht, weil das die ganze Zeit Schwankungen macht, mal aufgedreht und aufgeweckt, mal müde und reizbar. Müsste auch für andere Schreibtischarbeiter gelten.
      Diese Schüler und Studenten haben ganz sicher nicht alle eine Insulinresistenz oder Unterzuckerung. Die Schwankungen sind natürlich, aber trotzdem nicht so toll, besonders wenn man still sitzen muss. Manche sind halt empfindlich auf Blutschwankungen, auch wenn sie völlig gesund sind.

      Manche essen halt viel zu viele Kohlenhydrate und kaum Protein und Fett, z.B. viele Nudeln, Reis und Kartoffeln und sonst wenig anderes, sodass sie nicht richtig satt werden, weil immer wieder diese Müdigkeitslöcher kommen und wieder essen. Ich kann von Nudeln, Reis und Kartoffeln immer total viel essen und höre meistens erst auf, wenn mein Bauch übervoll ist. Dann ist mir schlecht, obwohl ich mich noch nicht wirklich satt fühle, deswegen möchte ich nach zwei Stunden wieder essen. Sobald man zu den Kohlenhydraten auch Fett, Proteine, Ballaststoffe isst, geht es einem schon besser. „Normal“ ist halt alles zu essen. Wenn man Kalorien einschränken möchte, aber trotzdem alle essenziellen Stoffe aufnehmen möchte, dann ist das automatisch so, dass nicht mehr so viele Kalorien für Kohlenhydrate zur Verfügung stehen. Je geringer die Kalorien, desto mehr geht es in Richtung LowCarb. Bei 1600 kcal pro Tag kann man recht gemischt essen, bei 600 kcal wird das eher nichts.

      Fruktose ist auch ein Zucker. Lactose, Glycogen und Cellulose auch. Alles ist Zucker, was aus Zuckern zusammengebaut ist, finde ich. 🙂

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      1. Christian

        Auch wenn Stärke aus Glukose besteht, ist es doch etwas anderes, ob ich eine Kartoffel esse oder puren Traubenzucker (Dextro Energen & Co).

        Wenn ich „Zucker“ schreibe, meine ich Saccharose, also ein Disaccharid, das aus je einem Molekül Glukose und einem Molekül Fruktose besteht, und das sich die Leute löffelweise in den Cappuccino kippen, aber ich meine damit keine Kartoffeln (Stärke = Polysaccharid bestehend aus vielen Glukosemolekülen).

        Wie du schon sagst: sobald man Kohlenhydrate zusammen mit Ballaststoffen isst, ist es was anderes. Kartoffeln oder Obst liefern darüber hinaus nicht nur Ballaststoffe, sondern auch Vitamine und Mineralstoffe. Wenn man gesund ist (= gute Insulinsensitivität), dann geben einem diese Lebensmittel Energie und führen nicht automatisch zu einem Müdigkeitsloch. Mich halten Kartoffeln auch lange satt, aber wenn ich die selbe Menge Kalorien in Form von reinem Zucker (Saccharose) esse, wird mir schlecht.

        Man sollte das Thema wirklich differenziert betrachten und nicht an einem vereinfachten Konzeptdenken (Zucker = schlecht -> Kohlenhydrate = Zucker -> Kohlenhydrate = schlecht) festhalten. Die Sache ist nicht ganz so einfach wie sie in der Low-Carb Szene vertreten wird. Genau davon handelt der verlinkte Artikel: http://edubily.de/2015/07/was-robert-lustig-wirklich-ueber-kohlenhydrate-sagte/

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