Bodyshaming für das Gute!

Gestern berichtete die schweizer Zeitung 20 Minuten über das Fotoprojekt „Zu dünn“, das ich vor einiger Zeit ins Leben gerufen hatte, und in dem es u.a. darum geht, was sich Menschen anhören müssen, wenn sie in den Augen ihrer Umwelt – trotz normal- oder sogar übergewichtigem BMI – „zu dünn“ werden: „nur noch Haut und Knochen“, „Zahnstocher“, „verhärmt“, „ekelhaft dürr“ oder „wie aus dem KZ“ sind nur einige Beispiele.

In der Umfrage der 20 Minuten gaben 47% der Befragten an, schon einmal beleidigt worden zu sein nachdem sie abgenommen haben (das Ergebnis ist etwas schwer zu interpretieren, da gar nicht klar ist, wie viele der Befragten überhaupt schon einmal sichtbar abgenommen haben).

Auch die Biggest-Loser Gewinnerin war Anfang April ein gutes Beispiel für derartige Kommentare: „eingefallen“, „krank“, „ausgemergelt“ und „klapperdürr“ sei sie.

Derzeit polarisiert nun eine Unterwäschewerbung auf den sozialen Medien und über den Shitstorm wird bereits großflächig berichtet. Wer es noch nicht mitbekommen hat: Die Wäschefirma „Palmers“ hat eine Werbeanzeige zu Ostern veröffentlicht mit dem Text „unsere Osterhöschen“:

palmers

Dafür gab es Kritik, u.a. meldete sich PULS4-Infochefin Corinna Milborn zu Wort, die das Bild an Menschenhandel erinnere.

Ich möchte an der Stelle jetzt gar nicht das Bild an sich diskutieren oder die Frage, ob die Posen „entwürdigend“ sind, das wurde bereits ausführlichst auf anderen Blogs und Artikeln getan.

Für diesen Blog ist es interessanter, wie die Körperform der Frauen bewertet wurde. So schrieb etwa Falter-Journalistin Nina Horaczek: „Die neue Palmers-Osterwerbung sieht aus wie ein verhungerter Kindergeburtstag“

Die Chefredakteurin der WOMAN, Euke Frank fragt „Warum liegen da abgemagerte Mädchen fast nackt rum?“

Erwachsene Frauen als „verhungert“ und „abgemagert“ bezeichnen und als Kinder darstellen?

Die Woman findet Bodyshaming aber eigentlich gar nicht gut …

woman

Doch auch Florian Klenk, Chefredakteur des Falters (166.000 Follower) und TV-Journalist Armin Wolf (355.000 Follower) verstehen nicht, was daran Bodyshaming sein soll:

xy

 

Um eins klarzustellen: Es geht mir gar nicht darum, mit Projekten wie „zu dünn“ oder dieser Kritik zu sagen: „Mimimi, schlanke Menschen sind die allerärmsten!“

Es ist aus meiner Sicht durchaus so, dass gesellschaftlich ein Schlankheitsideal da ist. Aber dieses Ideal ist gewissermaßen ein theoretischer Überbau, der in der Praxis dazu führt, dass es als durchaus gut und okay gilt, schlank abzuwerten. Das wird quasi als eine Art „gutes Gegengewicht zum Schlankheitsdruck/Magerwahn“ empfunden.

Es ist geradezu ein positiver Akt, gelegentlich mal zu versichern, wie eklig Knochen sind und dass echte Frauen Kurven haben. Damit rettet man Frauen vor der Magersucht. Oder so. Und wegen des „allgegenwärtigen Schlankheitswahns“ ist es selbstverständlich irgendwie ein Kompliment, wenn man jemandem sagt, er sei „dürr“ oder „mager“, denn das gibt der Person die Absolution, dass sie jetzt endlich aufhören kann, sich so furchtbar zu kasteien und eine Sahnetorte genießen darf, statt traurig an einem einzelnen Salatblatt zu knabbern.

Daher dürfen Beleidigungen und Abwertungen dieser Körperform durchaus auch deftiger ausfallen, sie sind ja „für den guten Zweck“.

Was dabei vergessen wird: Auch hinter dieser Körperform stecken echte Menschen. Und diese echten Menschen erleben solche realen Beleidigungen persönlich und nicht irgendwie abstrakt und theoretisch. Wenn dir jemand ins Gesicht sagt, dass er dich „eklig“ findet, tut das weh. Und es tut natürlich auch weh, wenn Leute, die aussehen, wie man selbst, aufgrund dieser Eigenschaften abgewertet werden.

Für Abnehmer hat das oft noch eine besondere Dimension. Zum einen führt die Gewichtsveränderung zu wesentlich mehr Kommentaren, einfach weil Änderungen Aufmerksamkeit auf sich ziehen und Menschen das Bedürfnis haben, ihren Senf dazu abzugeben. Als Abnehmer bekommt man also in einem kürzeren Zeitraum meist wesentlich mehr Kommentare als jemand, der ein konstantes Gewicht hat.

Zum anderen – und da rede ich jetzt aus eigener Erfahrung, ohne dass das notwendigeweise für alle gilt – hat man sich zuvor in seinem Körper oft nicht richtig wohl gefühlt (sonst würde man ja nicht abnehmen) und fühlt sich auch nicht unbedingt im Moment wohl. Bei mir war es durchaus so, dass ich mich mit 150 kg unwohl gefühlt habe, im Bezug auf die Befürchtung, es könnten negative Kommentare kommen. Als Teenager wurde ich ziemlich gehänselt wegen meines Gewichts – als Erwachsene kann ich mich nicht wirklich an negative Kommentare erinnern, war aber dennoch unsicher.

Und selbst wenn sich der Körper duch eine absichtliche Abnahme in die Richtung verändert, die man sich wünscht, muss man auch erstmal damit klarkommen, dass da so viel Veränderung ist. Man sieht Haut hängen und fragt sich, wie das am Ende aussehen wird, die ganze Körperform ändert sich, das Körpergefühl wird anders … und plötzlich wird der Körper von allen Seiten kommentiert.

Mich hat das emotional erstmal völlig überfordert, weil ich rund 10 Jahre nie von irgendwem auf mein Gewicht angesprochen wurde. Im ersten Moment habe ich „zu dünn“-Kommentare gar nicht als „echt“ realisiert sondern fühlte mich verspottet, da ich ja noch übergewichtig, bzw. adipös war, als sie kamen. Und hauptsächlich war da Schock, dass mein Körper überhaupt negativ kommentiert wurde – etwas, das ich jahrzehntelang gefürchtet hatte.

Es ist eben nicht so, dass jeder, der schlank ist, auch automatisch mit einem Top-Selbstbewusstsein und perfektem Körpergefühl gesegnet ist. Das wird nicht im Schlankpaket mitgeliefert.

Insbesondere wenn „schlank“ eigentlich hauptsächlich in Kontexten wie:

„das kranke Magerideal unserer Gesellschaft“ oder

„diesem Schlankheitswahn“

thematisiert ist und dabei stets versichert wird, dass „echte Frauen“ nicht SO aussehen und eigentlich viel hübscher sind als diese „abgemagerten Kinder“ ohne Kurven.

Und wenn Leute kein Problem damit haben, dir regelmäßig ins Gesicht zu sagen, dass du „eklig“ bist und wesentlich attraktiver wärst, wenn du mehr wiegen würdest.

Ich will an der Stelle nicht gegeneinander aufwiegen, wie das im Bezug auf „fatshaming“, also Beleidigungen gegenüber Übergewichtigen aussieht. Ich finde diese „Was ist schlimmer?“-Frage geht komplett am Thema vorbei, weil beides scheiße ist.

Es geht mir darum, dass automatisch so getan wird, als seien Abwertungen, die auf „zu dünn“ abzielen, für Betroffene in keiner Weise schlimm oder als müssten diese noch irgendwie dankbar sein dafür. Und als könnte man „gegen Bodyshaming kämpfen“, und gleichzeitig ohne ein Heuchler zu sein, schlanke Menschen abwerten.

Nein.

Kann man nicht.

Wenn man schlanke Frauen „abgemagert“, „verhungert“ oder kindlich nennt, ist das eine Beleidigung, nicht mehr und nicht weniger. Wenn man das okay findet, sollte man dann konsequenterweise im Bezug auf Bodyshaming auch ansonsten ganz kleine Brötchen backen. Aber natürlich ausreichend viele davon essen, um auf keinen Fall wie eins dieser abgemagerten Kinder zu enden. Wir wollen doch echte Frauen bleiben!

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81 Gedanken zu “Bodyshaming für das Gute!

      1. Matze

        Wessen Argumentation? Die von Milborn?

        Wenn du Frauen nur in Höschen nebeneinander liegen siehst, denkst du auch an Menschenhandel? Soll ich jetzt die Polizei rufen, wenn ich an den See oder ins Freibad fahre und ein ähnliches Bild zu sehen kriege. ^^

        Will sagen: Wenn ich das Bild sehen kommen mir ein Haufen Sachen in den Sinn, aber Menschhandel gehört nicht dazu.

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      2. Ich zitiere: „Das erinnert mich an meine Recherchen zu Menschenhandel – nämlich an die Fotos, die Frauenhändler von ihren Opfern machen, um dem nächsten Abnehmer die ‚Ware‘ zu zeigen.“

        Ich weiss nicht, ob Du schon mal zum Thema Menschenhandel recherchiert hast? Ich jedenfalls denke, dass die Frau schon weiss, wovon sie spricht.

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      3. aranxo

        Mag sein, dass das Milborn an Menschenhandel erinnert. Aber nur, weil sie eben dazu recherchiert hat. Das berechtigt sie aber nicht dazu, zu verlangen, dass andere auch diese Assoziation haben müssten. Wieviele Menschen im Westen haben solche Bilder im Kopf wie Milborn? Ein Promille wäre m.E. noch zu hoch geschätzt.

        Nur weil mal wieder Islamisten grausame Bilder produzieren, heißt das nicht, dass man Bilder, die sich dem zufällig ähneln, jetzt nicht mehr zeigen dürfte. Nach jedem Anschlag wird gebetsmühlenartig wiederholt, dass man sich von den Extremisten nicht den eigenen Lebensstil kaputt machen lassen und sich nicht von den Terroristen deren Agenda aufdrücken lassen dürfe. Warum gilt das diesmal auf einmal nicht?

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      4. aranxo

        Was Du nicht verstehen?

        Dass Milborn so ziemlich die einzige auf Gottes weitem Erdboden sein dürfte, die bei der Palmers-Werbung den Mädchenhandel des IS assoziiert hat? Und dass ein Sexismus-Vorwurf, der sich auf diese Assoziation gründet, schlicht gegenstandslos ist, weil diese Assoziation eben (bisher) niemand hatte.

        Ein analoges Beispiel zur Verdeutlichung. Ich bin manchmal etwas schräg drauf und deswegen fällt mir bei der Floskel „Grenzen überwinden“ folgendes Bild ein:

        Wenn ich jetzt argumentieren würde wie Milborn, würde ich die Floskel „Grenzen überwinden“ als imperialistisch brandmarken, weil ich eben mit meinen Erfahrungen auf diese Assoziation gekommen bin. Und deswegen haben gefälligst alle anderen „Grenzen überwinden“ ebenfalls als imperialistisch zu sehen und gefälligt nie wieder zu verwenden.

        Und was das andere angeht: Islamisten produzieren Bilder. Wir produzieren Bilder, die ähnlich aussehen, aber einen komplett anderen Bedeutungsinhalt haben. Wenn wir uns es jetzt versagen, ähnliche Bilder trotz komplett anderen Bedeutungsinhalts zu machen, nur weil der IS ähnliches macht, dann überlassen wir ihm die Handlungsmacht und richten uns nach dem aus, was der IS treibt. D.h. wir sind nicht mehr Herr unserer eigenen Bilder, sondern vom IS abhängig. Und damit lassen wir uns seine Agenda aufdrücken. Was genau war daran nicht zu verstehen?

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      5. Nick

        Dann aber bitte auch die Begründung, warum Frau Milborn sich an Menschenhandel erinnert fühlen will, zitieren:

        „Man sieht darauf Frauen, die kaum bekleidet auf einem schmutzigen Boden liegen und mit dem Gesicht gegen die Wand auf einen Haufen Dreck schauen. Das erinnert mich an meine Recherchen zu Menschenhandel – nämlich an die Fotos, die Frauenhändler von ihren Opfern machen, um dem nächsten Abnehmer die „Ware“ zu zeigen: Man sieht da Frauen, wenig oder nicht bekleidet, in Abbruchhäusern oder Kellern, oft von hinten fotografiert, damit man das Gesicht nicht erkennt und die Frauen nicht gefunden werden können. Das ist eine Realität.“

        Ich frage mich, ob Frau Milborn ansatzweise in der Lage ist, Körpersprache zu lesen. Jedenfalls sehe ich nicht, aus welchem moralischem Grund sie erwarten zu dürfen meint, dass andere ihre kaputten Assoziationen teilen.

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      6. Und ich sehe da nur Mansplaining: Ein Mann, der versucht einer Frau – nämlich Frau Milborn – zu erklären, dass ihre Wahrnehmung unmöglich richtig sein kann, weil seine eigene, davon abweichende, Wahrnehmung selbstverständlich korrekt UND allgemeingültig ist. Dass verschiedene Menschen aufgrund unterschiedlicher Lebenserfahrung beim Betrachen ein und desselben Bildes unterschiedliche Assoziationen haben und dass jede dieser Assoziationen ihre Daseinsberechtigung hat, ist offenbar in Eurem Weltbild nicht vorgesehen.

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      7. Nick

        Ich habe Frau Milborn ihre Wahrnehmung nicht abgesprochen. Ich sehe nur nicht, warum sie irgendeine intersubjektiv gültige Relevanz haben sollte. Dazu ist ihre Begründung für mein Befinden zu sehr an den Haaren herbeigezogen.

        Sie, werte Frau Katharina, haben die Diskussion begonnen, indem Sie Matzes Wahrnehmung in Frage gestellt haben – Frau Milborn kenne sich besser aus als er, war sinngemäß Ihre Behauptung. Ihr Vorwurf fällt auf Sie selbst zurück.

        Welches Geschlecht hier wer hat ist übrigens inhaltlich vollkommen irrelevant. „Mansplaining“ ist ein Totschlag- und damit ein Nullargument.

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      8. Ich finde es spannend, was hier gerade geschieht. Offenar ist es psychologisch schwierig, dass etwas abgrundtief Böses (Prospekte von Menschenhändlern) und etwas für manche Leute Angenehmenes (hübsche Frauenhintern betrachten) gleichzeitig aus demselben Bild gelesen werden kann, dass die absurdesten argumentativen Haken geschlagen werden, um diesen Konflikt nicht aushalten zu müssen.

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      9. Worf

        Richtig aranxo. 100000 Menschen sehen dieses Bild und denken nicht an Menschenhandel und Milbron würde es auch nicht tun, wenn sie sich nicht mit dem Thema geschäftigt hätte.

        Es ist wie mit diesem Bild:

        Was Erwachsene sehen, brauch ich hier wohl keinen erklären. Kinder hingegen, durch unsere Medien noch nicht so beeinflusst, sehen 10 Delphine. ^^

        Mansplaining – Ich vermute das Mildborn eine Frau ist, spielt für dich, Katharina, hier als einzige eine Rolle.

        ^^

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      10. Mona

        Ich verstehe nicht, wie die Abweichung der eigenen Assoziation zu der Assoziation eines anderen Menschen „erheiternd“ sein kann.

        Verschiedene Assoziationen sind interessant, weil ich gern wissen möchte, was die Menschen in ihrem Leben schon alles gesehen haben, wo die Gedanken dann herkommen. Aber es ist doch nicht erheiternd, dass bei einem Menschen es den einen an Menschenhandel und den anderen an Badesee erinnert. Das sieht für mich dann so aus, also würde der Mensch mit dem Badesee-Gedanken den anderen mit dem Menschenhandel-Gedanken auslachen. Was ich wiederum nicht nachvollziehen kann. Der Mensch mit den Menschenhandel-Gedanken lacht doch den Badesee-Gedanken-Menschen auch nicht aus und findet es nicht erheiternd, dass die Assoziationen abweichen. Das wär genauso verwirrend.

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      11. Nick

        Katharina, _Sie_ haben gefordert, dass man sich mit den Argumenten der Frau Milborn auseinandersetzt. Das haben wir getan, aber das Ergebnis scheint Ihnen nicht gepasst zu haben. Die (einfachen) Argumente wollen Sie nicht verstanden haben und Sie sind offenbar tatsächlich der Ansicht, dass Ihr Unverständnis die Norm sei.

        Plötzlich schlagen sie einen 180° Haken und meinen, dass man über Assoziationen nicht diskutieren aka argumentieren könne. Sie unterstellen uns, dass wir Frau Milborn das Recht absprechen, das Bild zu kritisieren. Weil wir ihre Kritik kritisch rezipieren.

        Zu guter Letzt unterstellen Sie uns psychologisiernd, wir würden es nicht aushalten, dass Frau Milborn in diesem Bild etwas Böses erkennt. _Wir_ würden argumentative Haken schlagen, um diesen „Konflikt“ nicht aushalten zu müssen.

        Ich finde Sie ja ziemlich lustig, aber Argumentieren geht anders.

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      12. Matze

        „Ich verstehe nicht, wie die Abweichung der eigenen Assoziation zu der Assoziation eines anderen Menschen „erheiternd“ sein kann.“

        Verstehst du das wirklich nicht? Musstest du noch nie lachen, obwohl die Situation gerade eigentlich gar nicht zum Lachen ist? Es mag Leute geben die bei Sonnenschein zuerst an Hautkrebs denken, während anderen einfach nur schönes Wetter in den Sinn kommt. Warum sollten diese Unterschiede nicht erheiternd sein? Das bedeutet ja nicht das sie nicht auch interessant sein können. Bei dem Auslachen scheint es sich aber um eine Überinterpretation zu handeln. Ich wusste ja nicht das Milborn sich Bilder von Menschenhändlern ansieht. Also könnte ich, wenn überhaupt sie nur für ihre negative Lebenseinstellung auslachen.

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      13. Mona

        @Matze
        Ok, dann ist das ein Humor, den ich in dieser Art nicht habe und es deswegen bei mir so seltsam ankommt. Dann versteh ich das nun. Danke.

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      14. aranxo

        Mit Verlaub: Meine Argumentation ist nicht wirr, nur weil DU sie nicht verstehst.

        Lass es mich mit einem Witz ausdrücken (Achtung, nicht jugendfrei):
        —————————
        Ein Psychiater legt seinem Patienten Tintenklecksbilder vor und bittet ihn, zu sagen, was er darin sieht. Beim ersten Bild sagt der Patient: „Zwei achtjährige Jungen, die sich gegenseitig einen blasen.“ Der Psychiater zieht die Augenbraue hoch, sagt aber nichts. Beim zweiten Bild: „Ein Mann, der einem Esel in den Hintern f….“ Und schließlich beim dritten Bild: „Eine Frau, die einen Akku-Schrauber als Dildo benutzt“ Schließlich meint der Psychiater: „Sie haben aber schon eine sehr ausgeprägte sexuelle Phantasie.“ Daraufhin der Patient: „Was kann ich denn dafür, wenn Sie mir lauter perverse Bilder vorlegen?“
        —————————

        Das ist genau das, was passiert, wenn Feministinnen auf die Suche nach Sexismus gehen. Sie sehen ihn überall, weil sie ihn überall sehen WOLLEN. Die Crux in unserer Gesellschaft ist, dass die meisten die Wahrnehmung dieser Tintenklecks-Interpretinnen als bare Münze nehmen, sie werden hofiert und in Talkshows eingeladen und Journalisten überschlagen sich mit Begeisterung, mit „Ah“ und „Oh“ und „Was für ein interesanter, kritischer Blick auf unsere Gesellschaft!“ Diejenigen, die sagen, dass da nichts ist und der Kaiser keine Kleider hat, werden als fiese Antifeministen gebrandmarkt und haben keine Chance, jemals in eine Talkshow zu kommen.

        Wei Nick schon sagte, niemand will irgendwem seine Wahrnehmungen absprechen, aber man hat auch keinen Anspruch darauf, dass diese allgemeingültig zu sein haben. Und ab und zu darf man auch darauf hinweisen, dass nicht alle Wahrnehmungen etwas mit der Realität zu tun haben.

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      15. xyz

        @Katharina
        Was sagen Sie denn zu denen, die Bilder von Moslems sehen und sagen: „Das erinnert mich an meine Recherchen von „menschenverachtenden Terroristen“?

        Aber leben Sie gerne weiter in ihrer verbitterten feministisch verseuchten Moralapostel-Gedankenwelt, weil Sie keinen Spaß an den Dingen empfinden können, an denen andere Menschen Spaß haben. Und es gibt halt Frauen, die Spaß an ihrer Figur, ihrer Freizügigkeit und dem Spiel ihrer Reize haben, was in der Natur bei einem Lebewesen, was sich über Sex fortpflanzt auch unnatürlich erscheint.

        Und tut mir leid, aber wenn ich Feministinnen sehe oder höre, dann habe ich gewöhnlich aufgrund meiner Recherchen das Bild von asozialen rosinenpickenden Menschenhasserin im Kopf, die allen anderen ebenfalls ihre verbitterten Lebensweisheiten womensplainen wollen.

        Und dann ist doch alles in bester Ordnung, dass jeder seine eigenen Vorstellungen über Personen, Situationen und die Welt bildet.

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      16. aranxo

        @Mona
        Ich vermute, der Grund, warum man sich über die Menschenhandel-Assoziation lustig macht und über die Badesee-Assoziation nicht, ist der, dass die Badesee-Assoziation in unseren Breiten glücklicherweise noch normal ist und die Menschenhandel-Assoziation eher abwegig. Wenn mit Hilfe der Feministinnen die Herrschaft der alten weißen Männer endlich abgeschafft ist, und dann aber nicht die Herrschaft der Frauen und der Queers anbricht, sondern die Herrschaft der dunklen bärtigen Männer, könnte das bald aber anders aussehen.

        Nicht dass ich etwas gegen abwegige Assoziationen hätte, die bringen einen in Sachen Erkenntnis oft weiter als der Mainstream.

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    1. dieBlauäugige

      Hm interessant wie Frau Milborn untergeschoben wird angeblich ihre Assoziationen als allgemeingültig hinzustellen um damit genau das zu tun, was man gerade kritisiert…
      Ich habe mir dem Bild auch keinen Bezug zu Menschenhandel assoziiert, mir aber Mal Frau Milborns Argumentation dazu durchgelesen und kann nachvollziehen warum sie diese hat. Teilen muss ich sie deshalb nicht.

      Wenn jemand etwas anderes assoziiert als man selber und das auch noch in einer Ich-Aussage präsentiert, fehlt mir das Verständnis für derartige Aufregung und die Unterstellung eines Allgemeingültigkeitanspruchs mit dem einzigen Argument „Also ich seh das nicht.“ und damit mit der gleichzeitigen Anwendung dessen, was man gedachte zu kritisieren.

      Ich würde das auch nicht als Mainsplaning bezeichnen, sondern als unreflektierte und nicht besonders gute Diskussionskultur egal welches Geschlecht hier wer hat.

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      1. Nick

        @dieBlauäugige:

        „Hm interessant wie Frau Milborn untergeschoben wird angeblich ihre Assoziationen als allgemeingültig hinzustellen um damit genau das zu tun, was man gerade kritisiert…“

        Zur Erinnerung: Frau Milborn hat das Bild ausdrücklich _kritisiert_. Sie hat Herrn Baumgartner ausdrücklich vorgeworfen, er würde nicht auf ihre Kritik „eingehen“. Davon abgesehen halte ich es für reichlich absurd so zu tun, als wäre ihre Äußerung nicht ein Beitrag zu einem gesellschaftlichem Diskurs um „frauenfeindliche Werbung“. Selbstverständlich beinhaltet ihr Vorbringen ein „sowas macht man nicht“.

        Das einzige Argument war auch mitnichten „ich seh das nicht“.

        Netter Versuch. Diskussionskultur geht anders.

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      2. dieBlauäugige

        Herr Baumgartner geht auch nicht auf ihre Argumentation ein, sondern teilt seine Assoziation, sagt implizit, dass nur weil er es anders sieht, Frau Milborn wohl falsch liegt (Wohlgemerkt nur mit der Begründung, dass ER etwas nicht so sieht. Das ist eben besagte Verallgemeinerung des eigenen Weltbildes, was bei Frau Miller ja unbedingt kritisiert werden muss…) und unterstellt Frau Milborn, dass sie Kritik übt aufgrund ihres Äußeren. Damit stellt er seine
        Assoziation als gültigere dar und wird auch noch persönlich.

        Wenn Du das unter Eingehen, Argumentation oder Diskussion verstehst @Nick, dann kann ich Deine Sichtweise, dass ich wohl keine Diskussionskultur hätte durchaus nachvollziehen, aber auch hier teile ich diese nicht.

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      3. Nick

        Das Spielchen hier heißt offenbar „gehe niemals auf Argumente ein! Erledige lieber Strohmänner!!
        Und in der Tat verstehen die meisten Menschen unter Diskussionskultur was anderes.

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      4. dieBlauäugige

        @yxz:
        „Wie soll man denn auf das Argument : „Wenn ich Moslems sehe, erinnert mich das aufgrund meiner Recherchen an Terroristen“?“
        Grundsätzlich wohl so wie man möchte im Rahmen der Legalität, oder?
        Das muss z.B. mir dann auch genausowenig gefallen wie die Aussage selber.
        Man kann sich halt über die Gründe, die zu der Meinung führen dann austauschen und auch wenn man danach keine gemeinsamen Ansichten hat, versteht man eine andere Sicht vielleicht besser.

        Ich z.B. verstehe nun wie Frau Milborn auf ihre Sicht kommt.
        Und ich muss zugeben, ich sah und sehe auch noch immer erstmal für mich persönlich schöne Körper mit Höschen, die ich ebenfalls schön finde.
        Das Drumherum ist mir bis zur Kritik von Frau Milborn gar nicht aufgefallen.
        Nachdem sie sich erklärt hat und was sie da warum sieht, verstehe ich ihre Ansicht, aber mein Fokus wenn ich das Bild betrachte liegt noch immer auf den für mich hübschen Damen.
        Allerdings regt es mich zum Nachdenken an was ich alles ausblende wenn ich anscheinend einen für mich ästhetischen Schlüsselreiz sehe.
        Jetzt sehe ich auf den 2. Blick auch das Drumherum, das ich wenig ansprechend finde und frage mich warum man die Damen nicht z.B. auf eine frühlingshafte Wiese gelegt hat, was ich österlicher finden würde, aber ich muss auch sagen, dass es ja keine Werbung für Ostern sein soll im Speziellen, sondern mMn das Wortspiel abgebildet werden soll, was so auch bei mir angekommen ist.

        Das Bodyshaming, das da betrieben wird von anderen Kanälen finde ich persönlich viel schlimmer als Frau Miborns Kritik zur Komposition des Bildes. Mit letzterem kann ich mich auseinander setzen und meine Sicht auf die Dinge erweitern. Ersteres ist mMn einfach übergriffig und Generalisierung des eigenen Schönheitsideals. Es müssen ja nicht jedem die gezeigten Models gefallen, aber sie deshalb hässlich, dürr, unweiblich usw. zu nennen und ihre körperliche Erscheinung so aggressiv zu kritisieren finde ich wiederum nicht in Ordnung. Aber das ist meine Meinung, es gibt da draußen – wie man sieht – ausreichend Menschen, die das komplett anders sehen.

        Dass dann aber auf Frau Milborns Kritik der Komposition des Bildes mit Bodyshaming ihr gegenüber geantwortet wird, ist durchaus schon in seiner Tragik erheiternd, wo sie sich eben nicht negativ über die Models geäußert hat. Dieser Querschluss gibt mir noch einiges zu denken zum Thema wie und wofür Bodyshaming eingesetzt wird. Also die Natur der Sache.

        Kurz gesagt: MMn muss man keinesfalls mit Frau Milborn konform gehen, doch finde ich ihre Kritik weitaus fundierter und interessanter als einen „Echte Frauen haben Kurven“-Diskurs.

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      5. Matthäus

        Das kann man ja auch machen wie man lustig ist. Aber die Milborn stellt sich öffentlich hin und initiiert einen Shitstorm und will letztlich Palmer damit sagen, dass sie das in Zukunft unterlassen sollen und, dass sowas ja total evil ist. Sie diskreditiert also aufgrund ihrer eigenen negativen Wahrnehmung ein Unternehmen. Das ist Anmaßend und insbesondere als Person mit Reichweite eigentlich eine Frechheit.

        Überhaupt ist die Assoziation auch als solche schon übertrieben, wird aber gerne hingenommen weil man ja angeblich für ein größeres Ziel kämpft, dabei ist das schlicht nicht wahr.

        Wenn ich meine Meinung äußere ist das eben noch das eine, denn ich bin ein Hanswurst aus dem Internet. Jemand mit Reichweite, gar ein Journalist, sollte mehr Verantwortung übernehmen, und das tut Milborn nicht.

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  1. Liebe Nadja,

    ich bin so froh, dass du immer einen klaren Kopf und den Überblick behältst und vor allem, dass du dir immer wieder die Mühe machst, all den Unsinn, der da verzapft wird, auseinanderzuklamüsern und richtigzustellen! Immer, immer wieder. Ich weiß, wie mühselig und nervtötend das manchmal ist, aber es ist so sinnvoll.

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  2. Oli

    Danke für den Beitrag. Das spricht mir aus der Seele. Ich höre immer wieder solche Sprüche, und ich stempele es immer als Neid ab. Neid, weil viele Leute es einfach nicht schaffen, abzunehmen, und benutzen Menschen, die es geschafft haben, um sich selbst aufzuwerten.

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    1. Das sehe ich auch so. Sie sind neidisch, sie wären eigentlich gerne so „abgemagert“, wie diese „Hungerhaken“, aber da sie das nicht sind – und wahrscheinlich insgeheim glauben,d ass sie es nie sein werden – müssen sie sich selbst einreden, dass sie SO gar nicht aussehen wollen. denn „lieber ein paar Kilo zuviel, als gute Figur mit Hackfresse“. Ne?

      Es nervt mich dennoch, das muss ich zugeben.

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    2. Käse

      hm… ob manche auch neidisch sind, wenn sie über Dicke lästern?

      was von schlank zu dick funktioniert, wird wohl auch andersherum funktionieren…
      zumindestens wenn man selbstbewusst genug ist

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    3. Exakt.
      Ich sehe hier eigentlich auch kein echtes Bodyshaming (nur vordergründig) — es handelt sich hier einfach um puren Neid.
      Und um eine Rechtfertigung, nicht so eine Figur zu haben…

      Aussagen a la „verhungerter Kindergeburtstag“ zu machen, zeugt von ausgeprägter Charakterschwäche. Dadurch zeigen diese Leute, dass sie a) anderen Menschen ihre positiven (Lebens-)Umstände (z.B. schlank zu sein) nicht gönnen, b) andere Menschen persönlich verletzten (fahrlässig? mutwillig?), c) Ausreden suchen, warum sie selber nicht so aussehen.

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  3. Es geht eben nicht darum, was tatsächlich gesund oder besser wäre, es geht darum, sich in intrasexueller Konkurrenz aufzustellen.
    Den Leuten ist bewußt, dass die Damen auf den Bildern klasse aussehen. Also bleibt nur der Gesundheitsaspekt um sich zu rechtfertigen: Die sind ein schlechtes Vorbild, treiben Kinder in den Magerwahn, Frauen werden zu Objekten gemacht etc.

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  4. Alles schon gehört. Auch ‚mit dir würd ich nicht ins Bett gehen, da hol ich mir ja blaue Flecken‘. Da wog ich 46kg bei 1,65. Seit ich weiß dass ich ne Fructoseunverträglichkeit habe und auch trainiere, wächst was hin, bin jetzt bei 51kg. Ich mochte mich aber immer so mager. Nur meine Beine finde ich nach wie vor zu dünn, was aber an unglaublich schmalen Knochen liegt. Ich habe es geliebt, keinen BH zu brauchen und wie ein Tomboy auszuschauen. Deswegen haben mich die ewigen Kommentare ‚du isst ja tatsächlich‘ (ja, ich habe gefressen, blieb ja nicht lang drin dank Durchfall wegen der FIT) auch nur bisschen genervt, aber gekränkt? Nope, war eh nur Neid. Leider hat mich deswegen wohl auch von frühester Kindheit an generelles Mobbing betroffen, das war weniger witzig… Irgendwann hatte ich dann ne harte Schale und muss aufpassen, wahrzunehmen, wenn Leute ich mögen 😉

    Zieht euch blöde Sprüche nicht so rein. Es sagt viel über die Leute, die euch dumm anmachen, aber rein gar nichts über euch ❤

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  5. Zaungast

    Komme aus dem zustimmenden Nicken gar nicht mehr raus. 😉 Die Normalisierung von Übergewicht und Adipositas und die doppelmoralische Abwertung/“Extremisierung“ von Schlankheit gehen mir echt krass auf den Zeiger.

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  6. Hmmmmm, ich habe vor sechs Jahren gut 25 Kilo abgenommen (bin seither bis jetzt mit leichten Schwankungen bei 62 kg für 178 cm). Ich kann die künstliche Aufregung über das Bild NICHT nachvollziehen. Es ist eine Werbung, keine der fotografierten Frauen ist sichtbar untergewichtig, mal abgesehen davon, dass sie keine Oberteile tragen, würde man im Schwimmbad genausoviel von ihnen zu Gesicht bekommen. Wo liegt also das Problem?

    Sind manche Leute so unterbeschäftigt, dass sie künstlich versuchen müssen, einen Shitstorm zu starten, nur um „etwas bewegt zu haben“? Da gibt’s doch ganz andere Darstellungen/Fotos, über die man sich ZU RECHT aufregen könnte – hier aber sehe ich dafür einfach gar keinen Grund.

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  7. Mona

    „Und es tut natürlich auch weh, wenn Leute, die aussehen, wie man selbst, aufgrund dieser Eigenschaften abgewertet werden.“
    Die Leute brauchen nicht so ähnlich aussehen, wie ich, damit es mir auch irgendwie wehtut. Wobei es mir mehr wehtut, wenn ich denke, dass die beleidigte Person wenig Selbstwertgefühl hat und weniger, wenn sie mehr Selbstwertgefühl ausstrahlt. Auch nicht in Ordnung von mir über anderer Selbstwertgefühl zu urteilen.

    Ich frage mich immer, ob es Neid oder Ekel ist. Ich glaub, es ist ganz oft wirklich Ekel durch die Art wie die Menschen schauen, reden, was sie sagen. Nur weil man irgendwelche Gefühle bekommt, muss man jemand anderen nicht beleidigen. Wenn man den Verstand benutzt, merkt man doch, dass der Ekel sachlich nicht gerechtfertigt ist in so einem Fall. Da sie etwas fühlen, meinen sie das sei richtig Gemeinheiten zu sagen und sehen nicht ein, dass es fiese Beleidigungen und keine neutrale Beschreibung/Bemerkungen sind.

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  8. Abby

    Ich kann da leider Frau Milborn zustimmen und finde, dass dieses Bild ein unschönes Beispiel ist, Frauen zu erklären, mehr auf ihre Gesundheit und weniger auf die Meinung von anderen (Männern) zu hören. Außerdem gibt es leider genug Frauen, die ihre Männer zu genau solchen Fattacceptance-Aussagen nötigen, weil sie aus allem anderen ein riesen Drama machen würden. Aber ich habe natürlich schon verstanden worauf du raus möchtest und stimme dir da zu. Wenn jemand sagt „mehr muss aber jetz wirklich nich mehr sein, an einer Frau muss doch was dran sein“ überlege ich mir mittlerweile eine „schon immer dünne Frau“, die diese Person auch kennt (leider auch immer seltener) und frage mein gegenüber, ob er/sie diese denn dann hässlich findet und dass ich das ziemlich unverschämt finde, jemanden so nach seinem Körper zu beurteilen.

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  9. Maren

    Das Bild ist eine depperte übersexualisierte Werbung, aber die hysterischen Reaktionen darauf sind genau so deppert. Ich finde es echt beängstigend, dass Übergewicht auch bei uns in Europa mittlerweile schon so normalisiert ist.

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  10. So sahen meine Freundinnen und ich vor über 40 Jahren auch aus, wenn wir an den Teichen badeten. Oberteile trugen wir nur im Schwimmbad. Es war die Hippie-Zeit. Schlanksein war normal, manche waren ein bisschen rundlicher. Adipöse junge Frauen, die heute das Normalbild prägen, gab es höchst selten. Wenn ich Jugendfotos meiner Mutter mit Freunden ansehe, fällt mir auch auf, dass alle schlank sind und nur vielleicht mal eine(r) ein bisschen moppelig. Alte Schulklassenfotos zeigen ebensolche Fettverteilung: niemand war adipös.

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  11. agi

    Also wie man bei diesem Bild ausgerechnet an der Figur der Mädchen hängen bleibt, weiß ich wirklich nicht. Ich frage mich eher….was will uns der Fotograf damit sagen? Und was hat das Ganze mit Ostern zu tun?
    Und diese Aufregung weil die Mädels nix anhaben……in einer UNTERWÄSCHE Werbung……sieht man ja auch so gut, wenn die UNTERWÄSCHE unter den Klamotten versteckt ist🤣
    Wer weiß was passiert wäre, wenn die da statt der Unterwäschemodels so klassische Laufstegmädels hingelegt hätten. Na das hätte ja erst nen shitstorm gegeben.

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  12. Neid, die ehrlichste Form der Anerkennung. Einen herzlichen Glückwunsch an die Damen zur guten Figur, da gehört jede Menge Sport und auch Disziplin zu. Skinnyfat bekommt man ja noch hin, aber richtig gut auszusehen ist halt mit Arbeit verbunden.

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  13. Noidea

    Ich M33 habe bei 186cm gerade von 102 auf 90 kg abgenommen BMI ca 26 und bekomme ausreichend Kommentar das ich doch jetzt mal aufhören muss abzunehmen.

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  14. Ich empfinde die „zu dünn“-Kommentare, die ich mittlerweile auch bekomme, in der Zwischenzeit nicht mehr als beleidigend oder lasse mich davon runterziehen. Weil mir bewusst ist, dass diese Kommentare mehr über den Sender als den Empfänger aussagen.
    Ich kenne die Studien, die mir sagen, dass ich mit meinem Gewicht die größten Chancen habe, gesund zu bleiben. Wenn nun irgendein Neidhammel antanzt und mir das Gegenteil verkaufen will, muss der erst einmal bessere Argumente als einen Abschluss an der „das weiß man doch!“-Universität aus dem Hut ziehen.
    Ja, auch ich hatte und habe noch einen ganzen Berg Unsicherheiten bezüglich meines Körpers. Aber ganz sicher nicht mehr wegen meines Gewichts.
    99 Problems but my weight is none. 😀

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  15. Skinnyfat

    Als Kind hab ich mir das auch immer anhören dürfen. Bis vor 2 Wochen dachte ich deswegen auch dass ich als Kind untergewichtig war. Dann habe ich mir die Fotos angesehen – eindeutig Normalgewicht! Trotzdem habe ich jahrelang versucht zuzunehmen indem ich versucht habe die aufsteigende Übelkeit beim Essen über Appetit zu ignorieren. Als Teenie hab ich es dann geschafft mehr zu essen und war dann ein Pummelchen. Und die Leute endlich zufrieden! Mit leichtem Übergewicht musste ich mir nix mehr anhören.
    Ich war damit nicht glücklich und habe wieder etwas abgenommen. Beim zusammen essen mit anderen (vor allem Familie) habe ich andere damit beeindruckt wie viel ich essen kann und wurde daher auch in Ruhe gelassen mit Kommentaren und ich freute mich die Oma damit glücklich machen zu können.
    Als ich wieder zugenommen habe hab ich längere Zeit nichts unternommen. Die Furcht vor Abwertung saß tief und bremste meine Motivation. Ich dachte die Speckrollen wären gesund weil mir das ja alle gesagt haben und ich wollte ja Gesundheit an 1. Stelle. Dann habe ich Fettlogik gelesen, das hat mich dann von diesem Irrglauben befreit. Dass die Leute die an meiner Figur mäkeln im Unrecht sind hat mir sehr geholfen endlich die Motivation für die Abmahme zu haben.
    Allerdings habe ich meine Diät vor den meisten anderen verschwiegen. Denn einige hätten da sicherlich sehr übergriffig reagiert, vor allem da ich innerhalb vom Normalgewichtsbereich abgenommen habe.

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  16. Eine schlanke Anne

    Ich habe im vergangenen Jahr 25 Kilo abgenommen, von 103 Kilo auf nunmehr 78. Das hat bisher nur zu einem einzigen „negativen“ Kommentar geführt: mein Gesicht würde zu viele Falten bekommen. Nun, das hat sich bisher nicht bewahrheitet. Alle anderen Kommentare waren große Komplimente, auch von Personen, von denen ich überhaupt nicht damit gerechnet hätte, dass sie das überhaupt bemerken. Ich freue mich über jedes Kompliment das ich bekomme.
    Was sind das für Menschen, die eine positive Veränderung schlecht reden müssen: Für mich sind das arme Würstchen, die es nicht schaffen über den eigenen Tellerrand zu schauen und sich einfach mal über ein positives Ereignis, auch wenn es einem anderen passiert ist, zu freuen. Meine Oma hat solche Personen immer als neidisch bezeichnet und ich schätze, damit hatte sie recht. Ich habe mit Hilfe von Weight Watchers abgenommen, der Anlass war mein zu dicker Bauch beim Rudern. ich will nie wieder dick sein. Das ist das Fazit meiner Erfahrung: mit 103 Kilo hatte ich fast jeden Tag Herzrasen und Schwindelgefühl. Das ist weg. Meine Blutwerte sind wieder in Ordnung und mir gibt es unheimlich viel zu Laufen oder zu Rudern. Das tut mir beides gut. Sowohl meinem Körper als auch meinem Kopf. Achja, ich bin 51 Jahre alt. Und mein Wunsch an alle ist: Lasst euch nicht so ins Bockshorn jagen, tut das, was euch gut tut. Und nix anderes. Es geht in eurem Leben nur um euch selbst. Es geht nicht darum, es der Familie recht zu machen oder im Freundeskreis nicht aus dem Rahmen zu fallen. Sondern einzig und allein darum, sich selbst wohl zu fühlen und zu sich zu stehen.

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  17. Ist doch egal was ist… es ist immer was!!!

    Zu dick…. iiihhhh… zu dünn…. iiiihhh… zu haarig… iiiihhh… zu nackig…. iiihhh… zu alt…iiihhh… zu jung… (okay in manchen Fällen zurecht) iiihhh…. zu reich….zuarm…

    Würde man direkt sehen wie groß das Herz eines Menschen ist anstatt wie groß der Bauch oder der Abstand zwischen den (abgemagerten) Oberschenkeln… wäre es anderst.

    Ich habe Freundinnen die wiegen die Hälfte von mir, die liebe ich, die essen mehr als ich, die umarmen mich herzlich und sind so viel Wert. Genauso anderstrum.

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  18. Frau Frosch

    Sehr kluger Text, der sicher nicht nur mich sehr berührt. Mal von der möglicherweise berechtigten Sexismuskritik abgesehen finde ich es ebenfalls ein Unding, diesen Frauen ihr Frausein abzusprechen und in höchst beleidigender Weise über ihren Körper zu urteilen. Im „Freitag“ war neulich auch eine Kolumne über GNTM, die verbal in die gleiche Kerbe schlug und ich frage mich dann immer, warum man die sichtbaren Menschen beleidigen muss, wenn man so viel berechtigte Kritik äußern könnte, die man allerdings vielleicht besser ausführen, argumentieren und -um Gottes Willen!- auch noch belegen müsste, was dann ja in tatsächliche Arbeit ausartet.
    Stattdessen geht der Trend in vielen Bereichen dazu, die Menschen zu beleidigen, die abgebildet werden und ihren Körper zu bewerten. Was ist denn daran besser als die kritisierten Botschaften?
    Bodyshaming ist niemals okay, egal, wie der Körper aussieht! Ich kenne viele schlanke, zierliche Frauen, die sich vor allem als Teenager abwertende Kommentare über ihre „knabenhafte“ Figur anhören mussten – unweiblich! Dieselben Frauen waren schockiert, wenn ich erzählte, dass ich wegen meiner überdurchschnittlich großen Brüste massiv gemobbt wurde – zu weiblich. Bei uns allen hinterlassen solche Kommentare teilweise sehr tiefe Narben (bei mir war das Mobbing wie bei so vielen Anderen der Weg ins Übergewicht) und ich finde es unmöglich, Menschen so abzuwerten.
    Und ja, du hast Recht, die Komplexe, die ein Mal da sind, bleiben. Ich fühle mich jetzt trotz idealem Gewicht für meinen Körper teilweise vor dem Spiegel unwohl, weil ich so extreme Dehnungsnarben habe. Meine Schultern finde ich zu breit, meine Waden zu kräftig, hier und da hängt ein bisschen Haut und das alles, obwohl ich nie in meinem Leben auch nur die 100 kg überschritten habe. Und wenn dann jemand vor mir steht, der mir mitteilt, dass sie zwar fett (selbstgewählter Deskriptor!) sei und abnehmen wolle, aber nicht zu viel, damit sie nicht abgemagert aussieht und außerdem sei sie ja froh, dass sie nur eine Körbchengröße B habe, denn „wo nichts ist, kann es auch nicht hängen“, dabei einen Blick in meinen Ausschnitt wirft – dann verletzt mich das auch, und nicht zu knapp. Also, liebe Leute, kritisiert bitte kritikwürdige Dinge (auch und immer gerne Sexismus), aber auf angemessene Weise und sachbezogen!

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  19. Na, wenn das die „PULS4-Infochefin Corinna Milborn“ meint… ich meine, wer wäre keine tragendere Autorität als – äh, *wer* ist das nochmal?

    Achso, die Frau, zu der Felix Baumgartner (der Space-Jumper) kommentierte:

    > Schön wenn sich Zuhause wieder einige sogar zu Ostern aufregen! Allen voran Puls-4-Infochefin und -Moderatorin Corinna Milborn, bei der Figur auch kein Wunder! Ich finde die Mädls weltklasse und springe da gerne mal dazwischen rein, auch ohne Fallschirm!

    ^^

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    1. Wicht

      Ich glaube, ich verstehe nicht richtig, was du damit sagen möchtest. Findest du es jetzt lustig, dass Herr Baumgartner Frau Milborn auf ihre Figur reduziert?

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  20. Als Psychologin müsste man doch schon lange wissen, dass Menschen eben komisch ticken. Was dem Einem gefällt, kommentiert der Andere schlecht. Ich bin schon sehr lange in der Szene und kennen KEINEN Menschen der Probleme mit dünn hat.

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      1. IxChef

        Eigentlich hat mich nur der Anfang deines Satzes genervt. Mal ehrlich, wie oft werden euch irgendwelche Persönlichkeitseigenschaften, Fähigkeiten, Wissen oder gar äußerliche Merkmale allein aufgrund eurer Berufstätigkeit angedacht? Wie oft ich diesen Satz schon gehört habe: „Als Psychologin müsstest du…“. Jedes mal, wenn ich jemand neues außerhalb meiner Berufsgruppe kennenlerne und erzähle, was ich beruflich mache, dann gehe ich in Habacht-Stellung, weil dann so tolle Kommentar kommen wie “Dann muss ich aber aufpassen, was ich jetzt sage“ oder gleich als Therapeutin abgestempelt werde.

        Und um auf deine Frage zurückzukommen, keine Ahnung, warum du da einen Zusammenhang ziehst, der Postel hat sich als Arzt ausgegeben und nicht als Psychologe. Und um auf den Psychotherapeuten zurückzukommen, nicht alle Therapeuten sind Psychologen und nicht alle Psychologen sind Therapeuten!

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      2. Matthäus

        Postel hat sich als Psychiater ausgegeben, recht erfolgreich sogar. In meinem Beruf bekomme ich auch regelmäßig zu hören „das müsstest du doch wissen“. Wie man darauf aber so dünnhäutig reagieren kann ist mir schleierhaft.

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      3. IxChef

        Psychiater = Arzt/Mediziner mit psychiatrischen Schwerpunkt (v.a. Vergabe von Psychopharmaka), Psychotherapie müssen sie auch als Zusatzausbildung absolvieren, gehört nicht zu medizinischen Fachausbildung. Ich fand jetzt zwar nicht, dass ich dünnhäutig reagiert habe, aber sei’s drum. Basierend darauf, dass bei Textnachrichten keine weiteren Anhaltspunkte wie Gestik, Mimik oder Ton vorhanden sind, besteht das Problem der Überinterpretation.

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      4. Matthäus

        Ich zitiere: „Eigentlich hat mich nur der Anfang deines Satzes genervt.“ Soso, wenn man wegen eines Satzes genervt istund ellenlang ausführt, warum, dann ist man also total entspannt? Verwirrend. Danke auch für die Ausführungen zum Psychiater, ist mir aber eigentlich bekannt. Es ist nur sehr wichtig das zu differenzieren, denn Postel hat ganz allgemein damit beweisen wollen, dass Psychiater keine echten Ärzte sind. Er hätte niemals versucht als Chirurg zu arbeiten beispielsweise. Ich sehe das derweil zwar etwas differenzierter, bin aber ähnlicher Auffassung.

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      5. IxChef

        Ich habe nie gesagt, dass ich entspannt bin, aber ich finde nicht, nur weil ich das Wort genervt verwende, dass ich dünnhäutig bin. Eigentlich wollte ich nur darauf aufmerksam machen, dass es eben kein muss ist. Ich finde es z.B. immer sehr interessant, in welche Richtungen die Gedanken meiner Studenten gehen, und auf welche Fragen sie tlw. kommen, trotzdem würde ich sie nicht als komisch ticken bezeichnen. Und autsch, die armen Psychiater, aber wenn man es wirklich darauf anlegen möchte, dann kann man so einige Fachärzte vortäuschen, z.B. auch Allgemeinmediziner.

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      6. Matthäus

        Ich denke wir werden hinsichtlich der Dünnhäutigkeit nicht auf einen Nenner kommen. Ich bleibe der Meinung, dass jemand der wegen einer solchen Lappalie, die er eigentlich gewohnt ist und die man dem Laien durchaus verzeihen kann, genervt ist, der ist für mich dünnhäutig.

        Bzgl dem Allgemeinmediziner möchte ich entschieden widersprechen. Postel ging es darum, zu beweisen, dass JEDER sich Psychiater nennen könnte. Man sollte sich vielleicht mal genauer mit der Thematik auseinandersetzen. Postel war Postangestellter. Man könnte auch Briefträger sagen und hat es geschafft, eine Anstellung als Oberarzt zu erhalten und dort zu arbeiten und hat eine Chefarztanstellung angeboten bekommen. Aufgeflogen ist er nur, weil jemand seinen Namen kannte.

        Ich habe ernsthaft Zweifel, dass das in anderen Disziplinen mit Personal um dich herum für einen Postzusteller möglich wäre. Bei Psychiatern allerdings…nunja. Es ist jedenfalls sehr erstaunlich, wieviele Menschen ihm auf dem Leim gegangen sind. Er erklärt ja auch offen, wie er das tat, und das war offensichtlich nicht so schwer.

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      7. IxChef

        Da ich selbst eine Weile Medizin studiert habe und mehrere Jahre im medizinischen Bereich tätig war, bin ich basierend auf meinen Erfahrungen anderer Meinung und denke, dass es möglich ist, mit Betonung, wenn man es darauf anlegt. Aber ich stimme Ihnen zu, dass wir auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, jedem soll seine Meinung gegönnt sein. Und fyi, ich habe mich informiert, aber ich finde, dass die situativen Faktoren nicht unterschätzt werden sollten, in einer anderen Klinik hätte das eventuell nicht funktioniert, abhängig davon wie hoch die Fluktuationsrate, wie das Hirarchiesystem funktioniert, die Beziehung zwischen Pflegern und Ärzten ist usw. Er hat bestimmt Fehler gemacht, aber die wurden ignoriert. Und warum? Erstes Axiom der Sozialpsychologie, jeder Mensch konstruiert sich seine eigene Wirklichkeit, heißt, wenn die Menschen einen Psychiater erwarten, dann sehen sie auch einen, unabhängig von der Qualität seiner beruflichen Fähigkeiten. Und Menschen, die sich gut verkaufen können, können sehr weit kommen, ohne einen Finger zu krümmen, die Arbeit machen dann nämlich andere für sie. Deswegen bin ich auch der Meinung, dass das in vielen Diziplinen möglich ist, abhängig von den situativen Gegebenheiten. Und damit verabschiede ich mich.

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      8. Matthäus

        Damit lässt du geflissentlich außer Acht, dass er mehrere Anstellungen hatte bei unterschiedlichen Arbeitgebern. Daher ist natürlich der Satz, er wäre eventuell in einer anderen Klinik aufgeflogen ziemlich irreführend. Was die anderen Disziplinen angeht: Wohl kaum. Wie hätte er einen chirurgischen Eingriff vornehmen sollen ohne das Wissen darüber. Offensichtlich hast du dich eben nicht mit Postel beschäftigt denn generell kann man sagen, dass er nur mit der Sprache die Leute getäuscht hat. Nicht mit „Wissen“. Ich wäre ja gespannt, bei welcher medizinischen Disziplin das noch möglich wäre.

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      9. Mona

        @Matthäus
        Er hatte Wissen. Er sagt doch selbst, dass er sich eingelesen hat. Das geht bei Allgemeinmedizinern genauso. Chirurgie ist etwas Spezielles, weil man ja wirklich Übung braucht und Wissen allein einfach nicht reicht.

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  21. Mac

    Hmm, beim durchlesen der Tweets stellen sich mir spontan 2 Fragen:
    wer ist Julya Rabinowich‏ und warum kennt sie sich so gut mit halbnackten „Körpern von ca 13-15jährige“ aus?
    o_O

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    1. Ich gehe einmal die Woche ins Schwimmbad und kenne mich daher recht gut mit „halbnackten Körpern von ca. 13-15-jährigen“ aus (die haben herzlich wenig Ähnlichkeiten mit den Models), aber zu Julya Ranibowich kann ich Dir da leider nichts sagen – außer Du interessierst Dich für einen Kommentar zu ihrer Figur?!

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  22. Alex

    Die Werbung ist übel (sinnfreies Foto, lahmes Wortspiel, wahrscheinlich passend zur Marke), die Reaktionen darauf noch schlimmer. Eine Beobachtung, die seit Neuland-Nutzung grassiert: Gruppen, die für sich die absolute Toleranz und Akzeptanz fordern, greifen andere persönlich an, diffamieren, machen sich lustig und sind Meister der Rabulistik. Nur mit ihnen auf Sachebene diskutieren kannste vergessen. Bezeichnend ist die Zwitscherei des Herrn Wolf.

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    1. @Alex
      Zum Foto:
      Beworben werden soll: Damenunterwäsche. Gezeigt wird: Damen in dieser Unterwäsche. Also erstmal vollkommen ok und so zu erwarten, oder?
      Körperhaltung: Enspannt, relaxed; aber nicht gezwungen, vulgär oder erniedrigend zur Schau stellend.
      Setting: Verstehe ich auch nicht. Muss ich auch nicht.
      Wortpsil: Ist doch eigentlich recht gut!

      @Matze:
      Es gibt definitiv eine Doppelmoral, wie in Deinen Beispielen aufgeführt: Vertauschte man die Geschlechter, gäbe es riesen Aufschreie. Ich will gar nicht über Gender reden. Ich sehe darin aber eine Analogie zum Bodyshaming Dürr vs Fett: Dünne oder männliche Menschen werden oft auf eine Art und Weise unbehelligt diskriminiert, die in Bezug auf adipöse oder weibliche Menschen massive öffentliche Entrüstung zur Folge hätte.

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  23. Nick

    Ich finde es recht schwer zu übersehen, dass hier der gute alte Sittlichkeitsdiskurs des 19. Jahrhunderts auf feministisch fortgeführt wird. Und natürlich sind die abgebildeten Frauen „arme Dinger“ – damals hätten die Sittlichkeitsaktivistinnen sie wohl „gefallene Mädchen“ genannt und in Arbeitshäuser sperren lassen – „zu ihrem eigenem Besten“.

    Das Bodyshaming besteht nmE vor allem auch darin, dass den Frauen aufgrund ihrer angeblichen „Anpassung an die Schönheitsideale“ – anhand ihrer körperlichen Erscheinung und ohne Ansehen der Person – tendenziell abgesprochen wird, Menschen zu sein, die einen zu achtenden eigenen Willen haben. Sie seien „zu schwach“, um sich gegen „die Schönheitsnormen“ „zu wehren“. Sie werden nicht für voll genommen.

    Die Assoziation mit Menschenhandel schlägt dem Fass den Boden aus. Das ist nun wirklich ein unverhohlener Rekurs auf den „white slavery“-Diskurs des 19. Jahrhunderts. Ein Diskurs, mit dem nicht nur grobe Menschenrechtsverletzungen, wie beispielsweise Zwangssterilisierungen, legitimiert wurden, sondern auch einer, der extrem Rassistisch war.

    So funktioniert die Ausgrenzung von Minderheiten: Die Männer der Opfergruppe werden dämonisiert, und die Frauen der Opfergruppe werden pädagogisiert. Beides ist aus menschenrechtlicher Sicht brandgefährlich, weil es eben die Idee der Gleichheit an Freiheit und Würde unterminiert.

    Ich behaupte, dass _jeder_ mit einem Mindestmaß an Sensibilität anhand der Körperhaltung sofort den Unterschied zwischen dem Bild und Fotos aus dem Menschenhandel erkennen müsste. Die Frauen liegen entspannt beieinander, als ob sie sich über eine Party gestern unterhalten würden. Aber dieser Ausdruck wird eben den Frauen prinzipiell abgesprochen – buchstäblich ohne Ansehen der Person. Ganz abgesehen davon, dass da kein Müll, sondern Zweige in einem sauberem Haus herumliegen.

    Wer solche Assoziationen pflegt verrät sehr viel über sich selbst. Und was er oder sie da über sich verrät, hat nun wirklich gar nichts mit einer angeblichen Sensibilität für Menschenhandel zu tun, das ist sehr billige Heuchelei.

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    1. Matze

      Deine interpretation bietet aber zu wenig Angriffsfläche um sich möglichst stark echauffieren und Frauen als Opfer darstellen zu können.

      Man muss sich nur man diese Werbung ansehen, um sich klar zu machen was für Doppelstandards hier in den Köpfen der Leute herumschwirren:

      Ist auch so wenn dir jemand erzählt das die Frau in einer Beziehung „die Hosen an hat“. Das ist für alle normal, aber wenn ein Mann die dominate Rolle innehat, wird so getan als ob die Frau ein armes Opfer ist. Frau > Mann = Okay; Mann > Frau = nicht okay, because Equality.

      Bei SPON oder ZOn war auch vor kurzem ein Bild als Einleitung gewählt worden, bei der eine Frau mit einem Nudelholz in der Stube stand und der Mann sich mit Telefon hinter einem Sessel versteckte. Das wurde da als lustige Werbung präsentiert. Umgekehrt einfach nicht denkbar. Das würde gleich Gewalt gegen Frauen normalisieren und Männern angeblich den Eindruck vermitteln das Vergewaltigung doch eigentlich völlig okay ist. Aber hey, solange die Frau den Mann vermöbeln… holt das Popcorn!

      Aber wenn du als Mann sowas ansprichst, hast du natürlich nur Angst vor starken Frauen. ^^

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