Kurze Umfrage: Gesellschaftliche Einstellung zu Übergewicht

Neugierdehalber wollte ich mal eine kurze Umfrage machen, für wie verbreitet ihr bestimmte Einstellungen/Meinungen in unserer Gesellschaft haltet.

Bei der Beantwortung der Fragen geht es NICHT darum, ob ihr persönlich der Aussage zustimmt oder nicht, sondern darum, wie ihr die Zustimmung dazu in unserer Gesellschaft einschätzt.

Mehrheits- bzw. Außenseitermeinungen dürfte klar sein. Verbreitet und weniger verbreitet bedeutet, dass ihr keine klare „Mainstreammeinung“ seht, aber eine Tendenz in die eine oder andere Richtung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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10 Gedanken zu “Kurze Umfrage: Gesellschaftliche Einstellung zu Übergewicht

  1. forthy

    Beim BMI zwei Anmerkungen: „Fettlogik“ kommt am Ende des Kapitels zum Schluss, dass eigentlich der Körperfettanteil wichtiger ist. Eine Studie aus den USA hat ergeben, dass zwar etwas über 50% der Leute vom BMI her Übergewicht haben, 75% aber „überfett“ sind, weil sie zu wenig Muskeln haben. Deshalb ist der BMI nur ein grober Hinweis. Das Argument „Bodybuilder haben auch einen hohen BMI“ zählt natürlich nicht, denn ein Bodybuilder weiß sehr genau, wie viel Körperfett er hat – meistens nur ein paar Prozent, weil er zum Vorzeigen seiner Muskeln das ganze subkutane Fett wegtrainiert hat.

    Das andere Problem beim BMI ist, dass es Kinder und besonders kleine/große Menschen grundsätzlich falsch bewertet. Der „Figurfaktor“, der statt m/l² m/l³ (Masse durch Länge hoch drei) rechnet, braucht nur noch eine leichte Korrektur für Kinder. In Ländern mit vielen kleinen Menschen, etwa China, insbesondere Singapur (da kenne ich eine Studie), hat man auch festgestellt, dass schon ein BMI > 20 problematisch für die Gesundheit ist. Beim Figurfaktur gibt’s das Problem nicht.

    Insofern kann man den BMI schon begründet zurückweisen. Nur halt in die andere Richtung als die Fettlogik-Denker das tun ;-).

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    1. Habe mich eigentlich schon lange gewundert warum der Bmi das Gewicht, was ja eher eine volumenähnliche Größe ist und die Länge zum Quadrat, was ja eine Fläche ist, zueinander in Bezug gesetzt werden. Ein Mensch mit exakt der gleichen Statur hat einen höheren BMI als ein kleiner, also wäre dieser Figurfaktor eigentlich besser, allerdings sind bei größeren Menschen normalerweise die Gliedmaßen länger und der Rumpf ähnlich groß, also stimmt das auch nicht. Ich hatte mir gerade eben sowas überlegt wie: a*mg/l^3-b*mg/l^2 wobei a und b sinnvoll zu bestimmende Vorfaktoren sind.

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    2. Ina

      Hallo forthy,
      das klingt interessant und logisch! Ist der „Figurfaktor“ nun deine „Erfindung“ oder gibt es tatsächlich Erhebungen?! Habe nichts dazu im Netz gefunden. Und, wenn ja, was wären denn die Normwerte?
      Lieben Gruß Ina

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      1. Wilhelm Stark

        Das gibt es auf jeden Fall als Ponderalindex. Da aber offensichtlich viele die dritte Potenz nicht beherrschen, dödeln wir halt mit dem BMI weiter.

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  2. Es gibt da noch sowas was mir aufgefallen ist: Viele Menschen haben absolut keine Ahnung was GESUNDES Koerperfett ist. Also sprich, wieviel Man(n) oder Frau haben sollte. Wenn ich Leuten erzaehle das mein ziel 10% ist (als Mann) dann bekomme ich staendig zu hoeren: „Das ist aber nicht gesund, das sollten schon mindestens 15% sein“.

    Oder noch lustiger, Garmin gibt so einen vergleich raus von wegen wo man denn im vergleich zu der Masse steht. Selbst bei 21% war ich im 80% percentile fuer meine Altersgruppe, da meinten auch einige das ich damit ja eigentlich zufrieden sein sollte.

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  3. Abby

    Also auf den Beitrag dazu bin ich gespannt. Ich fand gut, wie differenziert du mit den Studien umgegangen bist, die nur „gefühlte Wahrheiten“ ergeben haben. Ich könnte mir vorstellen, dass man Meinungen/Diskussionen von Leuten, die der eigenen Meinung widersprechen viel deutlicher wahrnimmt als Leute, die einem nicht widersprechen. Aber du wirst schon wissen, was du da tust 😉

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  4. Heike

    Moin!

    Ich hab das Buch letztes Jahr meiner Mutter gekauft, die ihr ganzes Leben unter ihrem Übergewicht leidet. Ja, Präsenz, ich glaube nicht dass sie es gelesen hat. Ich hab das schon einmal vorab Probe gelesen. Man muss ja auch wissen, was man der alten Mutter da zumutet.

    Ich persönlich war immer „pummelig“ oder „kräftig gebaut“. Bei einer Körpergröße von 1,75 m hab ich als Teenager um die 65 kg gewogen – ich war da sehr stolz drauf, weil ich doch ein eher dickliches Kind war. Meine Eltern fanden das damals schon grenz wertig und ermutigten mich immer ordentlich „zu zu essen“.

    Mit den Jahren ist ein Kilo nach dem anderen dazu gekommen. Bei 70-75kg hat sich das lang gehalten. Ich fühlte mich schon dick – jetzt nicht so dick wie viele andere um mich herum – aber schon, naja, speckig?
    Dann gab es dieses halbe Jahr als ich mit dem Rauchen aufgehört hab und trotzdem (oder deswegen?) jeden Abend vier 100gr Tafeln Schokolade (mit Haselnüssen, ist nicht nur lecker sondern auch noch gesund!) weggeatmet hab. Entdstation: ~95kg, Kleidergröße 48. Das tut weh, wenn das doch „früher“ 38 war.

    Danach passierte vieles (…) und ich hatte ein paar Jahre lang überhaupt keinen richtigen Hunger mehr.
    Meine Erklärungsstrategie war immer im groben „iss worauf du Hunger hast, bis du satt bist, dann hör auf damit“.Das hieß, dass ich dann erst mal so gut wie nichts mehr gegessen habe – ich hatte ja keinen Hunger! Mir war natürlich sofort klar, dass es hier ein Problem gibt. Kein zu gravierendes, weil ich ja nebenher auch noch jede Menge Nährstoffe über die Getränke aufgenommen habe, aber gar kein Hunger ist auf Dauer nicht gut, egal wie viel Milch und Saft man nebenher wegschlabbert, vor allem, wenn da auch schnell Schluss ist.
    Man kann mal wenig Hunger haben, aber wenn man in einer Woche insgesamt so viel isst wie zwei Hauptmahlzeiten (wenn überhaupt), und das zunehmend mehr der Trend für den Monat wird ist das alarmierend. Also, fand ich. Schon mit 90kg.

    Meine Familie, wie auch alle anderen in die mich so kannten überschütteten mich das erste Jahr haufenweise mit Komplimenten. Ich fand das mega unangenehm. Ich hab mich zwar auch über die purzelnden Pfunde gefreut, aber mir schon irgendwo Sorgen gemacht, dass der Hunger so gar nicht wieder kam. Ich hab dann immer ganz ehrlich geantwortet, dass ich da selbst gar nichts aktiv bei machen würde, ich hätte halt nicht so viel Hunger, in letzter Zeit. Ich glaub die meisten haben mir das schlicht nicht geglaubt, haben’s aber abgenickt.

    So sehr sich mein Vater auch gefreut hat und voller stolz war für meine enorme Abnehmleistung war er dann auch der erste, dem das Sorgen bereitete. Bei ungefähr 73kg. Nach und nach schwenkte auch der Rest vom Umfeld um. Aus „Oh, du hast aber schön abgenommen!“ wurde ein entsetztes „Wie siehst du denn aus?!“. „Das hast du wirklich toll hinbekommen, aber jetzt hör bitte aus damit“. Ich hab dann wieder das Selbe erklärt. Große Empörung. Wie kann man denn keinen Hunger haben?! „Wenn du jetzt zum Beispiel an ein leckeres Hühnchen denkst…?“ – „…dann wird mir schon beim Gedanken so latent schlecht als wenn ich bereits viel zu viel gegessen hätte“ – „Das gibt es doch nicht!“.

    Es dauerte noch sehr viel länger, bis ich den „tiefen Fall“ endlich stoppen konnte. Als die Waage irgendwann 49kg zeigte fing ich dann selbst ganz aktiv an gegen an zu steuern. Ich gab mir große Mühe zu geregelten Zeiten, aber mindestens einmal am Tag eine Mahlzeit zu essen und fing mehr an körperliche Anstrengungen in Haus und Garten zu unternehmen (Ömnömnömnömnöm, die Motorsäge). Das klappte ganz gut, um dem Spuk ein Ende zu bereiten. Ich hab jetzt zwar keine Mammutportionen verputzt, aber ich fühlte mich wieder kräftiger (und war es offensichtlich auch) und hatte jeden Tag Hunger auf zumindest eine kleine bis mittelgroße Portion und der Zeiger auf der Waage ist auch wieder über die 50 rüber gerutscht – für mich: Mission accomplished.

    Mein Umfeld war weniger Zufrieden mit mir. „Wir machen uns Sorgen“ auf der einen Seite aber auch blanker Neid auf der anderen Seite, der sehr sensibel angefasst werden will, wenn er nicht in Wut umschlagen soll.
    Mir war dieses „blöde Getue“ mit dem Essen schon immer egal. Ich war da schon als Kind Rebell. Wenn mein Bäuchi sagt das ist gut und das nicht, was wollen die Erwachsenen das denn besser wissen, dacht ich mir so. Immer wenn ich mehr gegessen hab, als ich Hunger hatte, dann war das nur, wie ich das so lecker fand und nicht weil sich irgendwer so viel Mühe mit dem Essen gemacht hat. Mein Leben haben mich Leute wie ein Alien angeguckt, weil ich die höchst-mystische Fähigkeit besitze zwei Gummibärchen aus der Packung zu nehmen und selbige dann in Ruhe zu lassen – tagelang teils wochenlang – oder weil ich keine Butter oder Margarine auf’s Brot oder Brötchen nehmen oder Schlagsahne zum Kuchen (mochte ich noch nie) nehme. Je mehr ich über Ernährung gelernt hab, umso mehr habe ich mich in meiner generellen Strategie bestätigt gefühlt.

    Mittlerweile esse ich für mich vollkommen ausreichende Portionen – manchmal mehr manchmal weniger – wie ich Hunger hab. Die Waage hab ich weniger im Auge als meine Hose. Und die passt. Wenn ich mal auf die Waage steig ist meist so um die 57kg.

    Es ist manchmal unfassbar, wie wichtig das Thema „Gewicht“ für viele ist und wie empfindlich da reagiert wird, wenn man mit Dingen konfrontiert, die nicht in die eigene Komfortzone passen. Ich mein, ich hab das ja noch nicht mal mit Absicht gemacht, natürlich hab ich das nicht gemacht um irgendwen zu ärgern. Ich war sogar beim Arzt wegen diesen Idioten. Der konnte sich das Lachen kaum verkneifen. „Nein, sie haben kein bedrohliches Gewichtsproblem. Die meisten die hier tagtäglich reinkommen haben das, aber sie nicht. Also, verstehen sie mich nicht falsch, sie sollten jetzt keine weiteren fünf oder zehn Kilo abnehmen, aber so ist doch alles in Ordnung. Gucken sie sich doch mal genau an, sehen sie da irgendwo Anzeichen für irgendwelche Mangelerscheinungen?“ Das war bei 53kg, als sie mich zu doll genervt haben. Wir sind dann so verblieben, dass ich einfach so viel esse wie ich Hunger habe.

    Mein Eindruck war, dass so gut wie jeder eine dringende Meinung zum Thema hat und dass vielen ~ (bei Frauen) Kleidergröße 42-44 für gesund halten, so für meine Körpergröße, das war bei mir 75-80kg. Darunter geht’s ganz schnell los mit „Großer Gott du armes Kind!“. Allgemeine Fitness, etc, wird von den wenigsten dabei beachtet. Es ist ganz einfach auch mit 63kg Speckröllchen zu haben, weil da halt nur sehr wenig Muskeln sind. Sagt aber keiner „komm mal mit deinem Arsch hoch und bring das mal in Form“. Viel eher hört man „Nimm doch noch ein Stück Torte, du siehst in letzter Zeit so hager aus.“

    Das sind meine Erfahrungen, hier an dieser Stelle mal etwas ausführlicher geteilt, weil sie so zahlreich und auch größtenteils sehr energisch ausfielen.

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