Fettlogik & Ärzte

Nachdem ich im letzten Blogartikel meinen Vortrag erwähnt habe, hier der ausführliche Bericht dazu.

Also zuerst mal … ich bin blöderweise so ein Typ: Wenn man mich lange genug vorher fragt, sage ich zu fast allem „Ja“. Würde mich jemand fragen: „Könntest du morgen vor 150 Leuten einen Vortrag halten?“ wäre meine Antwort ein spontanes: „Himmel, NEIN! Ich habe panische Angst vor öffentlichen Auftritten und … Reden … vor Menschen!“ … aber frag mich ein halbes Jahr oder Jahr vorher und ich antworte: „Okay … warum nicht?“ … weil ich halt ein Vollpfosten bin.

Genau das sagte ich mir seit Januar, als „2017“ plötzlich gar nicht mehr unendlich weit weg war, ungefähr täglich: „Du Vollpfosten! Warum hast du nur zugesagt?“ Ich hatte ungelogen seit Mitte Januar Albträume.

Aber worum ging es überhaupt? Am 09. März fand in Bern eine Fortbildungsveranstaltung für Hausärzte statt und ich war eingeladen worden, dort 30 Minuten über die Behandlung von Übergewicht zu sprechen. Dass ich diesbezüglich selbst sehr durchwachsene Erfahrungen gemacht habe und das Thema extrem wichtig finde, war mit ein Grund, warum ich es letztlich zugesagt habe.

Das schwerste war, sich auf 20 Minuten (+ 10 Minuten Fragezeit) zu begrenzen. Für Details war da wenig Platz und ich konnte nur ein paar Dinge anreißen und hoffen, dass irgendwas hängen bleibt. Mein Einstieg war die Wahrnehmungsverzerrung bezüglich Körpergewicht, und wie schwierig es est, Übergewicht rein auf Sicht einzuschätzen. Dazu hatte ich ein paar Fotos aus dem Blog und dem Forum gezeigt, die Frauen zeigen, die einen BMI von 25 – 28 haben, dabei aber eher schlank wirken. Für den „Schockeffekt“ habe ich zuerst gesagt, dass die Frauen normalgewichtig sind und an der Grenze zum Übergewicht stehen, um dann aufzulösen, dass sie tatsächlich bereits übergewichtig sind.

normal

Aus meiner Vortragenden-Perspektive wirkte das Publikum recht unbeeindruckt, wie ich nachher erfuhr, war der Einstieg aber offenbar bereits äußerst kontrovers und viele Ärzte waren empört, dass das doch aber attraktive Frauen seien – übrigens eins meiner Hassargumente: Die Verquickung von Optik und Gesundheitsrisiko. Dass Übergewichtige oder Adipöse attraktiv sein können und manche ein höheres Gewicht bevorzugen hat halt so gar nichts mit dem gesundheitlichen Risiko von Übergewicht zu tun. Es gibt auch jetzt noch regelmäßig Leute, die mir mitteilen, dass sie mich mit 150 kg attraktiver fanden als mit meinen 65 kg. Das ändert nunmal nichts daran, dass ich mit 150 kg gesundheitlich massiv beeinträchtigt war.

Von einem Arzt erwarte ich da eine neutrale Aufklärung, ohne sein persönliches (Schönheits)empfinden. Wenn er es sexy findet, wenn eine Frau an der Zigarre zieht und/oder er selbst gerne mal ein paar Zigarettchen raucht, will ich dann ja trotzdem nicht gesagt kriegen, dass ich idealerweise ein paar Schachteln im Monat wegrauchen sollte. Wie ich mit dem Risiko umgehe, ist ja meine Sache, aber ich will zumindest wissen, wenn es da ist.

Nun ja, die Fotoreihe war eine recht gute Überleitung zum BMI-Thema und der Tatsache, dass der BMI ein relativ gutes Mittel ist, um mit 99%iger Treffsicherheit Übergewicht festzustellen.

bmi1

Fazit war also, dass es sinnvoll ist, den BMI zu erfassen. Meine eigene Umfrage ergab leider ein sehr ähnliches Bild wie die offiziellen Studien und Statistiken zur BMI-Dokumentation beim Arzt:

 

bmi

Die klassische Fettlogik, dass leichtes Übergewicht gesünder sei, hatte ich ebenfalls thematisiert, und dass die überwiegende Mehrheit der Studien (bis auf die methodisch fragwürdige Flegal-Studie) das Normalgewicht bestätigen:

An der Stelle hätte ich eigentlich gerne noch den Blogartikel von Madame Graphisme behandelt, die von ihrem Bluthochdruck erzählt, der nach ihrer Abnahme verschwunden ist. Ihr Kommentar unter dem Artikel trifft es besonders gut:

Man liest im Internet von solchen Zusammenhängen – aber erst ab morbider Adipositas und verbunden mit anderen Beschwerden, die ich nie hatte. Und da ich da natürlich weit davon entfernt war, verließ ich mich darauf, dass meine Ärzte mir alles sagen würden, das meinen Zustand würde bessern können. Vor allem, weil alle Ärzte dieses Thema trotz Wiegen völlig ausgeklammert aber jede noch so absurde „Könnte sein“-Möglichkeit untersucht haben. Mir wurde also suggeriert, dass mein Gewicht nichts damit zu tun haben könnte, da es ja kontrolliert aber nicht kommentiert wurde.
Ich sehe da keinen Grund, auf mich zornig zu sein. Einem Arzt (und erst recht mehreren Spezialisten vom Gyn- bis Endokrinologen) gegenüber habe ich ein Vertrauensverhältnis – ich glaube das, was sie mir sagen, weil ich eben von Medizin keine Ahnung habe.

Und dass es ein Problem mit dem Ansprechen von Übergewicht gibt, zeigen die Zahlen. In der Studie von Galuska, die ich im Buch zitiere, wurde nur 42% der adipösen Patienten zur Gewichtsreduktion geraten. In meiner eigenen Befragung war dies fast genau so:

arzt

Auch unschön: Wenn das Gewicht angesprochen wurde, empfanden es offenbar 3 von 4 Patienten als nicht hilfreich.

Nun ist es halt generell ein echt schwieriges Thema und es gibt keine „perfekte Art“ damit umzugehen. Kein Arzt wird es schaffen, da bei jedem Patienten immer den richtigen Ton zu treffen. Eine nicht unbegründete Befürchtung ist auch, dass das Ansprechen als „Alles wird aufs Gewicht geschoben!“ empfunden wird:

 

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Um das zu vermeiden wäre mein Ansatz, den Patienten nachvollziehbar zu vermitteln, inwieweit ihre Erkrankung mit dem Körpergewicht zusammenhängt. Was bei Gelenkproblemen vermutlich noch für die meisten Patienten halbwegs nachvollziehbar ist, wird bei komplexeren Abläufen, wie etwa den hormonellen Zusammenhängen durch Fettgewebe als Organ, das Hormone produziert oder aber Entzündungen, die durch die absterbenden Zellen im Fettgewebe gefördert werden können, eben schon schwieriger. Sprich: Wenn das Gewicht als Faktor genannt wird, sollte dem Patienten gleichzeitig zumindest in ein paar Sätzen erklärt werden, wie genau das Gewicht sich in ihrem speziellen Fall überhaupt auswirken kann und wie und warum eine Abnahme ihre Erkrankung möglicherweise verbessern kann.

Auch finde ich es wichtig, bei Erkrankungen oder Medikamenten, die gemeinhin als mögliche Ursachen für Übergewicht gelten, die genauen Mechanismen zu erklären, wie und warum sie zu Gewichtsveränderungen beitragen können.

Am Ende fehlte mir etwas die Zeit um darauf einzugehen, wie wichtig es ist, die Selbstwirksamkeit zu fördern und Patienten nicht unnötig auszubremsen, wenn es keinen wirklichen medizinischen Grund gibt. Dass es seltene Fälle gibt, in denen eine Gewichtsreduktion besonders langsam oder gar nicht angezeigt ist, war ja z.B. auch im Gastbeitrag von Mark ersichtlich, der z.B. aufgrund seiner Darm-OP keine größere Gewichtsänderung haben sollte.

Aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings, dass viele Ärzte sehr demotivierend sein können. Von einem freundlichen „Sie sollten ein realistisches Ziel anstreben, 90 kg wären doch schon ganz toll!“ bis zu einem abfälligen „Das schaffen Sie eh nicht!“ war schon einiges dabei.

In dem Kontext wollte ich diesen Blogartikel einfach mal als Diskussionsanstoß nehmen:

Was würdet ihr euch von eurem Arzt wünschen, bzw. was fändet ihr in Sachen Gewichtsansprache wichtig?

Welche Erlebnisse hattet ihr selbst aus Patientensicht, bzw. die mitlesenden Ärzte: Wie sieht es aus eurer Sicht aus?

Was war hilfreich und welche No-Gos gibt es aus eurer Sicht, bzw. habt ihr selbst erlebt?

 

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143 Gedanken zu “Fettlogik & Ärzte

    1. Maren

      Ich glaub, das liegt daran, dass sooooo viele Leute mittlerweile übergewichtig sind, und dass wir seit Jahren auch von den Medien gehirngewaschen werden, dass dünn sein nur für Hollywood-Schauspielerinnen und Hungerhaken-Models geht.
      Geh mal in ein durchschnittliches Schwimmbad oder Sauna, da siehst du an so vielen Leuten das Fett schwabbeln. (Nein, musst sie nicht eindrücklich anstarren… sieht man auch so im Vorbeigehen ;))
      Ich wurde selbst im oberen Normalgewichtsbereich ständig als „zierlich“ wahrgenommen.

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      1. Ich würde jetzt nicht von Gehirnwäsche reden, denn die passiert ja absichtlich. Die Reporter schreiben (leider) eher das was die Leute lesen wollen. Und das gilt denke ich mal im speziellen für Boulevard Magazine.

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    2. Miki

      Es ist aber halt auch echt schwer.

      Ich bin 32 und mit einem BMI von 25,3 recht knapp im Übergewicht. Ich habe DEUTLICH mehr auf den Rippen als 3/5 Frauen auf den Fotos. Und wenn ich von mir Fotos mit oberem Normalgewicht daneben halte, bin ich immer noch runder als sie. Ergo würde ich die niemals als übergewichtig einschätzen.
      Als ich zuletzt eine annähernd ähnliche Figur hatte wie die meisten gezeigten Frauen (alte Fotos von mir), hatte ich einen BMI von 22,6. Weit entfernt von Übergewicht. Ergo würden mir auch da sowohl Gefühl als auch Kopf sagen “Die haben nie im Leben Übergewicht.“

      Bei der Beurteilung steckt also durchaus auch viel Eigenwahrnehmung mit drin, und oft vermutlich auch eine falsche. Zum Beispiel, weil die Verteilung des Fetts einfach eine andere sein mag. Jemand mit einer gleichmäßigen Verteilung über den ganzen Körper wirkt für jemanden mit einer ausgeprägten “Problemzonenzentrierung“ (wie mich) vermutlich teils deutlich schlanker als man selbst. Anders kann ich mir das nicht erklären.

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  1. Sophia

    Ein toller Artikel und ich finde den Einstieg klasse. Allerdings würde mich interessieren was die Ärzte im Gespräch so gefragt haben oder ob du das Gefühl hattest, sie haben etwas für sich mitgenommen? Waren auch Kritiker dabei oder waren sie alle begeistert?
    Ich finde es toll, dass du dich getraut hast!
    Liebe Grüße von einer neuen Leserin.:)

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  2. Anna Maria

    Sehr guter Beitrag! 🙂 Zunächst kurz meine Vorgeschichte: Ich bin übergewichtig, weil mein Körper bzw. meine Schilddrüse schon sehr früh den Geist aufgegeben hat. Ich glaube ich war damals 7 oder 8? (Bin jetzt 27) Der damalige Arzt hat das nicht gemerkt und nur zu meinen Eltern gemeint, dass ich Bewegung brauche, dabei nahm ich immer mehr zu ohne zu wissen wieso … Ich achtete auf mein Essen, war keineswegs faul aber mein Körper wurde immer breiter. Nach einer Zeit hatte ich keinen Sinn mehr gesehen irgendwas zu machen damit es besser wird. Ich wusste damals ja nicht weshalb mein Körper sich so verhielt. Ich höre immer „iss einfach weniger“ Eine einzige Mahlzeit am Tag kann man aber nicht streichen. Jetzt nehme ich entsprechende Tabletten, was leider aber irgendwie nichts bringt.

    Zu deinen Frage Was würdet ihr euch von eurem Arzt wünschen, bzw. was fändet ihr in Sachen Gewichtsansprache wichtig?
    Ich würde mir so sehr wünschen, dass mein Hausarzt mir mal zuhört was ich sage. Mein letzter Besuch gab mir das Gefühl ich sei unerwünscht. Ich nahm irgendwie die letzten Monate 10 kg zu und wusste nicht wieso. Beim Gespräch mit meinen Arzt warf er mir vor, dass ich meine Tabletten nicht genommen habe, obwohl ich aber genau das gemacht habe. Ich persönlich hatte den Eindruck, dass die Firma die diese Medikamente herstellt, was verändert hatte. Aber das wollt er nicht wissen.

    Ich finde diesen Beitrag genial um villt manchen Menschen die Augen zu öffnen. Und villt liest sich das ein Arzt und nimmt daraus was mit. 🙂

    Vielen Dank für Worte die einen etwas Mut geben ❤

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    1. nessii

      Hast du Fettlogik überwinden gelesen? Wenn ich mich recht entsinne, stand im Kapitel zur Schilddrüsenunterfunktion, dass die nur so ca. 100-200kcal Unterschied im täglichen Gesamtumsatz ausmacht – heißt also, du nimmst im schlechtesten Fall „wegen der Schilddrüse“ 200g/ Woche zu. Jegliche darüber hinaus gehende Zunahme ist eine Kombination von zu viel aufgenommenen Kalorien auf der einen Seite und zu wenig verbrauchten Kalorien auf der anderen.

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  3. Nadja-ja

    Mein Arzt nervt mich immer mit Dem Satz: „Nicht mehr als Ein Kilo im Monat abnehmen!“ Äh, Entschuldigung, da bin ich mal locker 60 Monate beschäftigt. Wer soll das durchhalten? Und was soll ich tun, wenn es mal mehr als ein Kilo werden? Das Zuviel wieder drauffressen? Auch meine Bitte Auf Überprüfung Meiner Nährstoffe Und Vitamine im Blut tut er ab. Es gäbe in Deutschland keinerlei Gründe einen Mangel zu entwickeln… Ja ne, is klar….

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      1. Interno

        De Ärztekammer ist das egal. Vitamin Bestimmung ohne passende Symptome sind keine Leistung der Krankenkasse. Wenn der Arzt das macht, zahlt er es selbst. Gefällt keinem, ist aber so.

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    1. Tilia

      Ja, das hat die Vertretung meines Arztes auch gesagt. Komisch nur, dass mein Hausarzt dann allerdings doch einen ziemlich niedrigen Eisenwert und einen alarmierenden B12-Mangel feststellte, der letztlich auch zu meinen gesundheitlichen Problemen beigetragen hatte…

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      1. Matthias

        Genau Arzt wechseln:
        Vitamin D-Mangel ist bei Büroarbeitern im Winter sehr verbreitet.
        Vitamin B12 tritt auch bei nicht Veganern im Wohlstand auf.
        Eisen kann bei jungen Frauen durchaus ein Problem sein.

        Alles kein Grund zur Panik, aber wenn man es weiß kann man/frau
        gegensteuern.

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  4. cloverprincess

    Ich (BMI von 29) fragte meinen Kardiologen, ob ich besser mal annehmen sollte ( ich WOLLTE, dass er mir die Notwendigkeit quasi aus ärztlicher Sicht bestätigt!), aber er lehnte das ab.
    Seiner Ansicht nach bestünde aus gesundheitlichen Gründen keine Veranlassung, mein „leichtes Übergewicht“ abzubauen.
    (Vor Jahren war ich mal etwas sauer, weil mir ein anderer Arzt unverblümt gesagt hatte, ich sei zu dick und stünde kurz vor der Adipositas – aber immerhin hatte mich das damals aufgerüttelt, und ich war froh über seine Ehrlichkeit.)
    Dein Buch habe ich mir Anfang der Woche gekauft, Nadja, und schon durch. Obwohl ich vorher skeptisch war, bin ich jetzt fleißig am Planen, wie genau ich den Versuch mit dem Defizit starte… – und hab mit einigem Erschrecken festgestellt, dass ich nicht besser nur 15 kg leichter wäre, sondern eher 20 bis 30 kg…

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    1. Sabiquu

      Same here. Ich habe begonnen mit der Idee -wenn ich es überhaupt schaffen sollte – 10 vielleicht sogar 15kg abzunehmen. Jetzt bin ich bei 17kg minus und traue mich nur sehr langsam auszusprechen, was ich eigentlich gerne möchte. Noch 15kg runter!!!

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  5. Akina

    Tatsächlicherweise hab ich auch die Erfahrung gemacht, dass keiner meiner Ärzte mich auf mein Gewicht angesprochen hätte. Ich habe grade mal eben noch meinen BMI ausgerechnet. Der liegt bei 27. Und gerade weil ich nur 1.58 bin sieht man mir das auch an dass ich zu viel auf den Rippen habe.
    Wenn ich aber erwähne dass ich mich zu dick finde habe ich tatsächlich auch schon von Ärzten gehört, dass dem doch gar nicht so sei. Ohne dass die mich tatsächlich mal gewogen hätten. Das finde ich schon unprofessionell. Von meinem Arzt erwarte ich dass er mich gut berät und sich nicht von seinem Schöhnheitsempfinden leiten lässt.
    Etwas was ich auch erlebt habe was ich extrem dämlich fand war z.B. dass ich mich in einer psychosomatischen Tagesklinik befand und eine Patientin achtete halt tatsächlich auf ihr Gewicht und war gerade dabei noch etwas abzunehmen. Deswegen brachte sie morgens abgewogen sich Marmelade und Butter mit um zu wissen was sie da aß und machte sich häufig auch eigenes Mittagessen. Die wurde irgendwann von allen Seiten, Pfleger, Therapeuten, Oberarzt in die „Die steuert auf eine Magersucht zu“-Ecke gestellt, ihr wurde gesagt sie solle das diäten abbrechen, obwohl sie noch deutlich vom Untergewicht entfernt war und nur noch etwa 4-5 Kilo abnehmen wollte. Was sie auch nicht an den Rand des Untergewichts gebracht hätte. Trotzdem wurde ihr immer wieder suggeriert wie schädlich ihr Verhalten doch wäre.
    Ebenfalls dort wurde mir zum Thema Antidepressiva VON EINEM ARZT erklärt dass es welche gäbe bei denen man zunehmen würde und dass es zwei Pillen gäbe die gewichtsneutral wären.
    Als ob dieses olle Pillchen halt mal eben 500 kcal wiegen würde und man deswegen plötzlich rasant zunimmt. Eine der Patientinnen dort war davon auch so in der Art überzeugt „die Pillen machen mich dick, seit ich die nehme, nehme ich zu“. Dass sie halt jeden morgen dort zum zweiten Frühstück 2 Brötchen, meist mit Nutella, aß und beim Mittagessen auch immer das Dessert mitnahm identifizierte sie nicht als Problem.
    Ehrlicherweise hätte ich das aber vermutlich auch nicht, wenn ich nicht Fettlogik gelesen hätte. Als ich dem Arzt erklärte das sich auch kein Problem damit hätte eine von den „fettmachenden“ Pillen zu nehmen, weil ich weiß dass so eine Pille halt eben NICHT 500 kcal hat und mich fett macht, sondern dass es wohl eher daran liegen wird, dass die Pille neben meinem Antrieb auch mein Hungergefühl steigern würde, guckte er auch echt blöd aus der Wäsche. (So blöd das sich lachen musste). Dabei fände ich gerade in so einem Zusammenhang UNHEIMLICH wichtig, dass da besser aufgeklärt wird. Wenn ich selbst von einem Arzt höre „Die und die Pille machen dick“ gehe ich natürlich davon aus das sich in der Hinsicht machtlos bin und das einfach mit mir passieren wird. Wenn ich aber stattdessen weiß, dass die Pille mein Hungergefühl steigern könnte und ich deswegen darauf achten muss, ob ich mehr esse liegt es in meiner Hand ob ich zunehme.

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    1. Miriam

      Hach ja, Tagesklinik… Ich war 2015 ca. vier Monate in einer Tagesklinik und habe in der Zeit kontinuierlich zugenommen. Ohne Medikamente. War auch nachzuvollziehen, da wöchentliches Wiegen, aber nie angesprochen/problematisiert. Ich habe da im Rahmen der Auswahl vergleichsweise „gesund“ gegessen (Vegetarierin, Vollkornbrot zum Frühstück), aber eben in einem fremdbestimmten Rhythmus und mit typisch bürgerlichem Krankenhausessen.

      Total revolutionärer Vorschlag von mir: Wie wäre es, wenn Krankenhausessen mal gesundes Essen wäre? Nicht super speziell, einfach diesen Standard von „Weißmehlnudeln, Weißmehlbrötchen, süße Weißmehlpfannkuchen, jeden Tag Fleisch und die vegetarische Alternative muss ordentlich Fett enthalten“ durchbrechen. Vollkorn. Gemüse.

      Der Fairness halber muss man sagen, dass mir die Tagesklinik sehr viel gebracht hat. Nur bezogen aufs Essen halt so gar nicht.

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    2. Yggdrasil

      Pillen machen ja auch nicht wegen der enthaltenen Kalorien dick, sondern weil sie u.U. auf die Hormonkreislaeufe und damit indirekt auf das Appetitverhalten Einfluss nehmen. Das war jetzt zu naheliegend, oder?

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      1. Yggdrasil

        Nachtrag: das liest sich jetzt doof .. ich formulier das nochmal:

        Pillen machen ja auch nicht wegen der enthaltenen Kalorien dick, sondern weil sie u.U. auf die Hormonkreislaeufe und damit indirekt auf das Appetitverhalten Einfluss nehmen. Das war jetzt zu naheliegend fuer den Herrn Doktor, oder?

        Mir faellt da immer der Herr von Lippe ein:

        Aerzte. Was sind denn bitte Aerzte. Ehemalige Medizinstudenten!

        😉

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      2. Mona

        Ich finde Ärzte gut, die dann etwas tun, wenn sie merken, dass der Patient zunimmt, also nicht mit dem gesteigerten Appetit zurecht kommt.
        Ich verstehe Ärzte nicht, die dann gar nichts ändern bzw. es nicht mal ansprechen oder mehr Hilfe anbieten, wenn sie sehen, dass ein Patient durch bestimmte Medikamente zunimmt und nicht schafft sich so zu verhalten, dass die Zunahme wenigstens stoppt. Wieso gibt es Ärzte, die so tun als wäre es total normal in kurzer Zeit viel zuzunehmen durch ein Medikament und dass man da angeblich nichts tun könnte, weil das halt so ist?
        Ich finde man sollte immer auf Nebenwirkungen eingehen, wenn sie sehr stark auftreten und/oder den Patienten belasten.

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      3. Akina

        Ich glaube dem Herrn Oberarzt war das nicht zu viel. Er hat das ja auch bestätigt, dass solche Tabletten wie nach meiner Vermutung deutlich das Hungergefühl steigern​ könnten.
        Ich glaube es liegt tatsächlich eher daran, dass es für Patienten „leichter“ und angenehmer ist “ ja die Pille da macht sie fett“ anstatt sich sagen lassen zu müssen „nicht die Pille lässt sie zunehmen, sondern die Tatsache, dass sie zügellos essen!“
        Persönlich fände ich es aber auch wirklich einfach fairer, wenn sich generell die Zeit genommen würde das zu erklären und dann, wenn das mit der nicht zu zügelnden Appetitsteigerung auch dann geguckt wird ob man da vllt ein anderes Präparat nehmen kann. Wobei ich nun auch nicht weiß woran das z.b. liegt dass ich ein „gewichtsneutrales“ Kriege und die andere ein „Gewichtssteigerndes“. Ich kann mir halt nur vorstellen, dass mein Präparat sich vllt nicht mit anderen Medikamenten verträgt.

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      4. Mona

        @Akina
        Die „Gewichtssteigerung“ ist eine Nebenwirkung, also ein Risiko und kein Muss. Das muss natürlich nicht bei jedem auftreten. Ich hatte auch schon Medikamente, wo „Gewichtszunahme“ stand, ich aber dadurch abgenommen habe ohne es anzustreben.

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      5. Akina

        @Mona
        Ja ich weiß, MIR brauchst du das nicht erzählen.Aber es gehört eben zur Aufgabe eines Arztes dazu über Risiken und Nebenwirkungen aufzuklären. Und dann gehört eben bei sowas dazu nicht zu sagen „das Medikament könnte sie fett machen“, sondern zu sagen: „Das Medikament beeinflußt Ihren Hormonhaushalt, das kann unter Umständen dazu führen, dass Sie ein erhöhtes Hungergefühl haben. Sie sollten als ggf. darauf achten, ob sie mehr Hunger haben.“
        Das verschweigt ja in keinster Weise dass es nicht IMMER eintritt. Aber es klärt einfach sinnvoller auf als zu sagen „Das Medikament macht Fett/ist nicht gewichtsneutral“. Wenn ich das von ne Arzt höre gehe ich natürlich davon aus die Pille is schuld und nicht mein eigenes Verhalten.

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      6. Mona

        Akina, dann hab ich deinen Text ein bisschen fehlinterpretiert. Ich dachte du selbst nennst die Medikamente gewichtsneutral usw. Ich bitte um Entschuldigung.
        Wenn es der Arzt tut, ist es echt seltsam. Er muss ja wirklich wissen, dass es bei dem Patienten anders ausgehen könnte, wenn er halt nicht wie viel Mehrheit auf das eine Medikament reagiert. Meine Ärztin hat direkt gesagt, die Psychopharmaka können paradoxe Wirkungen/Nebenwirkungen haben, also dass mich etwas unruhig macht, obwohl es dazu gedacht ist mich ruhiger zu machen usw.

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  6. annesch

    Ursache – Wirkung bei Medikamenten erläutern: meinst Du da so was wie: „Dieses Medikament kann zu Gewichtszunahme führen, weil es Wassereinlagerungen verursacht.“ statt „Dieses Medikament kann zu Gewichtszunahme führen.“? Weil bei der 2. Variante Patient*innen sich sagen könnten: „Orrr, ich habe solchen Appetit/Hunger, aber was soll ich machen, dass ist das Medikament!“ – und sich den Hunger, dem Appetit gegenüber hilflos fühlen und ihm nachgeben, auch im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung, weil sie den Satz des Arztes so verstanden haben?

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    1. Akina

      Meinst du mich Annesh? Wenn ja wäre es hilfreich, wenn du den Namen dazu nennen würdest, ich gehe jetz mal im Kontext davon aus dass du auf meinen Beitrag geantwortet hast.
      Ich bin halt dafür aufzuklären WOHER die Gewichtszunahme kommen kann. Ggf. auch mit nem verbundenen Grundkurs von: Wenn Sie mehr essen als Sie verbrauchen macht sie das fett. Das ist nicht das Medikament. Auch wenn das Medikament vllt für ein erhöhtes Hungergefühl sorgt. Vielleicht ist es sinnvoll in der Anfangsphase Kalorien zu zählen um eine Zunahme zu verhindern.

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      1. annesch

        Äh nee, als ich anfing, den Kommentar zu schreiben, stand Deiner noch nicht mal da…;-) Und ich glaube, Kommentare auf Kommentare sind etwas eingerückt. Meine Frage war an Erzählmirnix, wo sie davon spricht, dass doch möglichst Mechanismen und Gewichtszunahme erklärt werden sollten. Es gibt eben Medikamente, die Appetit fördern und welche, die zu Wassereinlagerungen führen, Patient*innen sollten a) erfahren, welche Sorte ihres ist, und b), dass sie, wie Du es beschreibst, dem Appetit auch nicht hilflos ausgeliefert sind… den 500 kcal-Vergleich von Dir finde ich super! 😀

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      2. Akina

        Ah okay x) Nicht gewusst.
        *kichert*
        Aber ja der Vergleich sorgt häufig für blöde Gesichter. (Ich hab den auch gebracht in der Gruppe als es darum ging, dass Medikamente einen ja fett machen würden. UUH böse blicke xD)

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    2. Mona

      „ich habe solchen Appetit/Hunger“
      Das denkt sich keiner, der sich nicht vorher mit Gewichtsmanagement und seinen benötigten Kalorien auseinander gesetzt hat. So wie ich das kenne, essen die meisten Menschen, wenn sie Hunger haben und merken es gar nicht, dass sie bisschen mehr Hunger haben als sonst und bisschen mehr essen als sonst. (So nehmen ja die meisten zu, egal ob mit oder ohne Medikamente.) Sie wundern sich dann nur, dass die Hose nach zwei Monaten nicht mehr zugeht und überlegen, was hab ich geändert: Ah das Medikament ist neu, das ist verantwortlich! Dann fragt man den Arzt und der sagt „Ja, das ist eine häufige Nebenwirkung, dass man zunimmt.“ Von den meisten Ärzten kommt auch nicht viel mehr. Vielleicht denken sie sich den Rest, aber sagen den nicht?

      Ich weiß nicht, wie es bei anderen ist, mir wurde nicht gesagt dass ich auf meinen Appetit oder meine Ernährung achten soll, ob sich da etwas ändert (Hab ich aber gemacht, weil ich schon Erfahrung mit Abnahme/Zunahme und meinen benötigten Kalorien hatte. Trotzdem zugenommen, weil der Heißhunger viel zu extrem war.). Mir wurde aber immerhin gesagt, dass ich drauf achten soll, dass ich tagsüber mich nicht hinlege und mich immer wieder bewege. Sooo viel bewegen konnte ich mich gar nicht, wie ich gegessen habe, obwohl ich die ganze Zeit das Gefühl hatte ich hungere seit Tagen, weil ich nur damit beschäftigt war mich irgendwie vom Futtern abzuhalten. Das erzeugt viel Stress.

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  7. Maximilian

    Ich bin schon länger ein stiller Mitleser, aber mich überkam gerade der Drang einen Kommentar zu verfassen, da mir auffiel wie prägend Folgendes für mich war:

    Ich war ca. 9-12 Jahre alt, ganz genau weiß ich das nicht mehr und schon länger „gut dabei“. Das war manchmal der Anlass für Hänseleien oder für eine geringe Begeisterung was sportliche Aktivitäten betrifft, aber im Großen und Ganzen hat mich das nicht sonderlich gestört.
    Prägend war allerdings der Kommentar eines Arztes bei einer Routineuntersuchung meines Asthmas (dass sich inzwischen mehr oder weniger verlaufen hat), der gegenüber meiner Mutter fiel, dass eine Diät vielleicht doch angebracht wäre. Ich war mit im Zimmer, aber der Kommentar wurde ausschließlich an meine Mutter gerichtet und man hörte genau, wie viel Verachtung gegenüber dickeren Menschen in dieser Bemerkung mitschwang.
    Ich würde mich als ziemlich „robusten“ Menschen bezeichnen, den so etwas nicht sehr trifft, aber das hat mich damals irgendwie schwer getroffen. Ich wusste, dass ich nicht dünn, geschweige denn sportlich bin, aber zugleich sah ich mich auch nicht als übermäßig fett an. So klang es aber, als der Arzt das an mir vorbei zu meiner Mutter sagte. BAM! Trauma geboren. Nur was machst man bitte als so junger Mensch um abzunehmen? Natürlich müssen da die Eltern mit eingebunden werden, aber doch bitte vor allem das Kind selbst?
    Das hatte was von: Ihr Hund ist zu dick, setzen Sie ihn doch bitte auf Diät.
    Ich finde es manch einmal schon seltsam meinem Haustier vorzuschreiben, wie viel es wovon ist, aber na gut, inzwischen mache ich das wohl selbst auch, immerhin zähle ich seit guten 5 Jahren Kalorien und das bis auf vielleicht insgesamt drei Wochen durchgängig, aber eigentlich finde ich solche vorgeschriebenen Einschränkungen sehr seltsam. Solche Entscheidungen muss jeder für sich selbst treffen, denn sonst haben sie auch keine Zukunft.
    Ich kann helfen, dass diese Entscheidungen zustande kommen. Dem mag ich nicht widersprechen und das ist oftmals wohl auch notwendig, aber ich kann sie nicht erzwingen und das erst recht nicht bei einem Kind.
    Mein damaliger Nachbar wurde von seiner Mutter auf komische Diäten mit Hilfe von irgendwelchen Shakes gesetzt. Gott weiß, was da drin war. Letztendlich musste er sich ständig erbrechen, war mehr als unglücklich und das Ganze endete mehr im Desaster als im Erfolg.
    Ich habe dahingegen noch einige Jahre mit meinem Übergewicht weitergelebt, irgendwann selbst die Entscheidung getroffen etwas ändern zu wollen und nach mehrmaligen Fehlversuchen auch Erfolg gehabt. Dieser Erfolg war etwas zu groß und ich würde wagen zu behaupten in eine Magersucht gerutscht zu sein, wobei ich diesen Begriff mit Vorsicht verwende, da ich niemandem den Begriff nehmen will, der vielleicht „noch ernsthafter krank“ ist/war bzw. den Begriff nicht verharmlosen will, aber 68kg bei 1,94cm sprechen auch für sich. Ich hatte jedenfalls ein Problem, aber ich habe es in den Griff bekommen und inzwischen bin ich ein vitaler, gut essender, normalgewichtiger Mensch, der weitaus mehr Sport als früher treibt und inzwischen wohl einen großen Schatz an Wissen über Ernährung besitzt. Letzter hat aber zuvor auch jeglichen Trend durchlaufen müssen, um auf eine Ebene zu gelangen, die Fern von „Fit For Fun“-Niveau und Co ist. Dass ich mir manch einmal wünsche, ich hätte ohne Kalorien zählen abgenommen, um jetzt ohne Kalorien zählen auch weiterhin leben zu können, ohne mich unsicher zu fühlen, ist eine andere Hausnummer und hat auch noch mehr Hintergründe, aber eines steht fest:
    Diese Art und Weise des Umgangs des Arztes damals mit meiner Fettleibigkeit hat mich geprägt und zwar nicht zum Positiven.

    Jetzt ist aber Schluss mit rührseliger Lebensgeschichte und übermäßigen Ausschweifungen. An dieser Stelle aber einfach mal ein Danke für deinen Blog und deine Arbeit im Gesamten, also auch Facebook und Co!
    Beste Grüße!

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    1. Dein Post, Maiximilian, hat an mich an meine Erfahrung mit einem Kinderarzt erinnert. Meine beiden Jungs waren 11 und 13, wir waren gerade in eine neue Stadt gezogen, ich suchte einen neuen Arzt und die Jungs brauchten ein Attest, um im Verein Handball spielen zu können. Der Arzt war mir empfohlen worden.

      Während ich beim Arzt saß und kurz über uns erzählte, wurde die Jungs bis auf Slip nackt von der Sprechstundenhilfe gewogen. Das war den beiden, gerade so vor der Pubertät bzw. schon richtig dabei, schon peinlich. Dann wurden sie einzeln (und immer noch fast nackt) zu uns ins Arztzimmer geschickt. Der Arzt tat einen Blick auf meinen jüngeren Sohn und bemerkte ganz trocken zu mir (nicht zu ihm): „Ihnen ist klar, dass ihr Sohn übergewichtig ist – das ist Ihr Fehler und Sie müssen das ändern.“ Dann kam der ältere Sohn rein und der Arzt sagte, scheinbar ohne zwischendurch Luft zu holen: „Ihnen ist klar, dass ihr Sohn untergewichtig ist – das ist Ihr Fehler und Sie müssen das ändern.“

      Tatsächlich waren und sind beide sehr unterschiedlich (kein Wunder auch, sie sind beide adoptiert) und zumindest das leichte Übergewicht des Jüngeren war mir bewusst und ich wusste auch, wo es herkam (am vorigen Wohnort hatten sie beide zuwenig Bewegung, was der Jüngere mit Essen kompensierte, der ältere mit Lesen). Aber diese Demütigung vor einem Fremden, Arzt oder nicht, das Über-sie-reden, als seien sie Dinge oder gar nicht im Raum, hat absolut überhaupt nicht geholfen, außer mir ein schlechtes Gewissen zu machen (was für eine armselige Mutter war ich denn, gleich zwei falsch-gewichtige Söhne zu haben – war übrigens gar nicht stimmte, der ältere war und ist dünn, aber nicht untergewichtig) und die Jungs total zu demotivieren.

      Schön, dass es dir heute besser geht!

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  8. Anni

    Ich würde mir wünschen, dass mein Arzt nicht weiterhin die Empfehlungen der DGE postuliert und nicht die Augen verdreht mit einem „zu viel Fleisch ist aber auch nicht gut“ wenn ich nach 40 Kilo Abnahme bei ihm stehe und erzähle dass ich das mit Paleo geschafft habe…

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  9. Claudia Renner

    Liebe Nadja,

    „Was war hilfreich und welche No-Gos gibt es aus eurer Sicht, bzw. habt ihr selbst erlebt?“

    –> Das womit viel PatientInnen ein Problem haben war für mich genau das Richtige…

    Mein Ayurveda-Arzt sagte mir als EINZIGER direkt ins Gesicht, dass ich zu rund sei, dass das zu viel Luft in mir is, dass er mir raten würde abzunehmen. Ich finde das rückwirkend noch immer sehr mutig von ihm und bin zutiefst dankbar dafür. Wohlwissentlich, dass ich offen war für seine Hinweise.

    Sonnengrüße von Herzen – und ich freu mich, dass du den Schritt gewagt hast und die Botschaft in die Welt rausträgst ❤

    Claudi

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  10. Jens der andere

    Hallo Nadja,

    das ist nicht unbedingt persönliches Empfinden der Ärzte. Männer gehen bei der Partnersuche ja nicht immer rational vor, sie verlassen sich auf Merkmale, die mit dem BMI wenig zu tun haben, dafür aber reichlich mit der Möglichkeit, gesunden Nachwuchs zu produzieren und die eigenen Gene weiter zu verbreiten.
    Lange, gesunde Haare? Dann ist das Gegenüber über längere Zeit hinweg gesund gewesen. Reine Haut? Auch ein Indikator für Gesundheit. Gewisse Fettpolster hier und da? Gut ernährt, wird also auch kurze Hungerperioden gut überstehen. Breites Becken? Wunderbar, also ein Körperbau, der problemlose Geburten ermöglicht.
    Und so weiter, und so fort. Der gesündeste BMI spielt keine Rolle – bei einer Lebenserwartung von vielleicht 30 Jahren ist der nebensächlich.

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    1. nessii

      Die Frage ist wohl eher, wofür der gesündeste BMI keine Rolle spielt. Für die Partnersuche ist er sicherlich ein untergeordneter Faktor, aber beim Arzt geht es nicht um die Frage „Wie optimiere ich mich für den Fortbestand unserer Rasse?“ sondern um die Frage „Wie optimiere ich mich für ein langes, gesundes Leben?“ und DA ist der BMI eine entscheidende Größe.

      Und was soll das mit der Lebenserwartung von 30 Jahren? In DL ist die Lebenserwartung wesentlich höher oder worauf genau soll sich das beziehen?

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      1. Jens der andere

        Das bezieht sich auf die Lebenserwartung zu Zeiten, in denen wir noch nicht viel mehr machten als Jagen und Sammeln.

        Es ging mir darum, dass auch Ärzte sich nicht immer davon frei machen können, was in zehntausenden von Jahren überlebenswichtig war. Die Optimierung auf Lebensdauer spielte da nicht die Rolle.

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    2. Maren

      Kleiner Archäologen „pet peeve“: Auch in Jäger-Sammler-Kulturen ist die durchschnittliche Lebenserwartung deutlich höher als 30 Jahre. Statistisch wird das nur durch die sehr hohe Kindersterblichkeit verzerrt. Wenn man über diese ersten gefährlichen Jahre aber hinweg war, hatte man gute Chancen auch schon 60 oder älter zu werden.

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      1. Jens der andere

        Danke für die Info!

        Trotzdem nehme ich an, dass damals gesunde Ernährung nach heutigen Maßstäben eher unbekannt war. Fruchtbarkeit und gesünder Nachwuchs wäre sicher vorrangig.

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  11. Hallo Nadja,

    Es ist wirklich interessant von deinem Vortrag zuhören. Ich hoffe, dass du viele zum nachdenken und vor allem umdenken bewegt hast.
    Ich denke, es ist allgemein schwierig Menschen auf ihr Gewicht anzusprechen. Ich selbst habe nie wirklich unter meinem zu hochen BMI gelitten und mich hat über 10 Jahre nie ein Arzt darauf angesprochen. Aber man hat alle möglichen Untersuchungen gemacht, um eine Lösung wegen meine Magen-Probleme und dem Sodbrennen zu finden. Nur vor etwa 2 Jahren gab mir meine neue Frauenärztin den Hinweis, dass mein Gewicht eine Schwangerschaft in 5-10 Jahren (dann wäre ich Mitte 30) unwahrscheinlich machen würde. Also sollte ich meine Meinung dann doch ändern wollen, würde es nicht gehen und ich sollte jetzt schon eine Gewichtsreduktion in Erwägung ziehen.
    Und natürlich wurde mir nach der Gewichtsreduzierung ins leichte Übergewicht (BMI 26 damals) vom Hausarzt mitgeteilt, dass eine weitere Abnahme gesundheitlich bedenklich für mich sei. Auch der Satz, dass der BMI nicht für jeden passt, kam zur Sprache.
    Ich denke, hätte mein Hausarzt mir damals ehrlich gesagt, dass meine Ernährung das Problem ist und dass ich daran arbeiten muss, hätte ich mir viele Jahre Leid ersparen können. Aber ich denke, hier gibt es viele Hemmungen und dabei hilft die Einstellung, dass Übergewicht nicht schlimm sei nicht. Als ich nach der Abnahme meine Frauenärztin ansprach, warum sie verwundet sei, dass ich abgenommen habe und es ja ihr Rat war, sagte sie mir, dass sie dieses nie erwartet hat. So würde sie nur jeden Patienten darauf hinweisen, aber niemand würde es umsetzen.
    Deshalb finde ich es sehr gut, dass du das Thema ansprichst und so bestimmt viele zum nachdenken bringst.

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  12. Katiewaitie

    Eine Kollegin (sie ist Ärztin, so wie ich, und arbeitet in der Kardiologie) sagte letztens zu einer 27-jährigem Patientin, die bei etwa 163cm schon 135kg auf die Waage brachte, dass sie ihr dringend raten würde, das Gewicht zu reduzieren. Die Patientin hat zwei kleine Kinder und abgesehen von einem schlecht einstellbaren Diabetes II mit beginnender Nierenschädigung auch einen stark erhöhten Blutdruck. Die Patientin war erstaunlich einsichtig (manche wären da beleidigt, ich kenne das…) und fragte nach, was meine Kollegin ihr raten würde zu tun. Es wurde dann ausführlich besprochen und eine Ernährungs- und erneute Diabetesschulung angefordert. So weit so gut.
    Dann aber erzählte meine Kollegin das den anderen Ärzten und dem Pflegepersonal bei der Übergabe auf Station, und sie wurde total angefeindet. Was ihr denn einfiele, der Patientin zu sagen, sie sei fett?? (Abgesehen davon, dass das nun mal Fakt ist, hat meine Kollegin diese Worte natürlich niemals gewählt) und überhaupt, was mischt die sich da ein. Oder manche sagten, das sei eh ein hoffnungsloser Fall und rausgeschmissenes Geld für die Beratung (eine so junge Patientin mit Kindern! Wie kann man nur so denken?).
    Meine Kollegin war völlig entgeistert und fragte sich nun selbst, ob das von ihr wohl unverschämt war, die Patientin darauf anzusprechen. Mir haben da fast die Worte gefehlt…
    ich werde das nicht verallgemeinern, auch ich bin Ärztin und genau wie meine Kollegin der Meinung, dass so etwas zum Wohle des Patienten (!) angesprochen werden muss. Aber es ist schon irgendwie krass, dass man zwar jederzeit Patienten dazu animieren darf, mit dem Rauchen aufzuhören, doch wenn man Übergewicht anspricht, dann wird gleich das „Diskriminierung gegen Dicke“-Schild hochgehalten.
    So, und das schreibe ich als Frau, die selbst (noch) Übergewicht hat. Und ja, auch ich muss noch ein paar Kilo abnehmen, und es ist toll dass ich es weiß, denn so kann ich es auch angehen.
    Es ist so wichtig, die Patienten aufzuklären. Natürlich muss man (wie in jedem Bereich in der Medizin) verständliche und nicht verletzende Worte wählen, aber das sollte jeder Arzt/Ärztin sowieso gelernt haben.

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    1. Sanne

      Da muss ich dir echt zustimmen! Wenn die Frau so massive Probleme durch das Gewicht schon hat und sich ja noch möglichst lange um ihre beiden Kinder sorgen soll und vermutlich auch will, dann ist es sehr wichtig, ihr das zu sagen. Und sie ist damit ja auch gut umgegangen. Deine Kollegin hat alles richtig gemacht!

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    2. Fred M. Späth

      Das Thema ist heikel, es wird aber auch fast immer emotional aufgeladen. In den seltensten Fällen wurde mir gegenüber eine Adipositas wohlwollend sachlich besprochen, fast immer schwang ein dezenter Vorwurf, gepaart mit einer gewissen Verachtung („Der hat sich nicht im Griff, der kann sich nicht beherrschen …“) mit. Genau diese Art und Weise führt zu einer Abwehrhaltung, sonst geht das Selbsttwertempfinden den Bach runter.

      Bestes Beispiel: auch wenn mein Hausarzt die eine oder andere Fettlogik auf den Tisch brachte, hat er doch grundsätzlich die Aussage getroffen: „Es kommt auf die Energiebilanz an!“ und „Man kann auch ohne Bewegung durch einen geeigneten Diätplan (sprich: Kalorien zählen) Gewicht abbauen!“) Irgendwie kamen wir da aber jahrelang trotzdem nicht weiter, ich sammelte mir ein Kilo nach dem anderen auf den Rippen, dazu kam, dass ich durch eine Behinderung (Lähmung im linken Bein) mich grundsätzlich weniger bewegte, und zu allem war ich in der Kindheit (ich gehöre zu den geburtenstarken Jahrgängen) auf Süßes (Süßstoff in der Muttermilch !!!!, gesüßter Tee als Säugling!) fixiert worden, und mit wurde antrainiert, den Teller leer zu essen. Das war damals allgemeiner Wissensstand. D.h. ich war immer darauf kondinioniert, mehr (und besonders gerne Süßes) zu essen, als ich eigentlich vom ursprünglichen Appetit her wollte. So fügte sich ein Puzzleteil zum anderen …

      Mein Hausarzt ist leider das Thema quasi nur vom hohen Roß her angegangen – so hat er z.B. bei der Thematik der verzerrten Einschätzung von den zu sich genommenen Nahrungsmengen bei Adipösen, statt das Thema sachlich und mit Daten unterfüttert zu präsentieren, nur davon gesprochen, ich würde mir in die Tasche lügen. Da lag es auf der Hand, dass ich blockte und mit der Gewichtsreduktion nicht weiterkam …

      Der „Big Bang“ kam aber dann, als ich mir, auch durch meine inzwischen angesammelte Adipositas magna eine „Nekrotisierende Fasziitis“ in einem Bein eingefangen habe – eine oft tödlich verlaufende Infektion (Lethalität bei 80%), verursacht durch „flesh eating bacteria“, wie man in den USA recht blumig erläutert …. Mein dadurch bedingter Aufenthalt in einer Klinik mit sieben OPs gab genügend Gelegenheit, das Thema Adipositas mit Ärzten ausführlich zu beleuchten. Da meine Schwester dort Laborleiterin war und ein gutes Ansehen genoss, färbte das natürlich etwas auf mich ab. Und bis auf einen einzigen Arzt, der mich dumm anmachte, weil er keine Ultrschalluntersuchung des Herzens durchführen konnte, weil der Schall nun mal nicht durch die Bauchdecke reichte, waren alle eigentlich sachlich positiv bemüht, zuerst mal die „Kuh vom Eis“ zu bekommen – sprich mich am Leben zu erhalten – und danach das Thema Adipositas anzugehen. Da habe ich mich bis auf die genannten Ausnahme immer respektiert und akzeptiert gefühlt, das war genial, weil so auch ein Ideenaustausch möglich war. Dass mein Umfang mir langsam gefährlich wurde, zeigten mir auch mein Blutdruck und die Glucose-Werte … (zum Glück noch reversibel …) Das gundsätzliche Problem, zu akzeptieren, dass ich zu dick war, hatte ich also nicht. Und ich habe auch in der Klinik und in der Reha danach 20 kg abgenommen – allerdings in den drei Jahren danach zum Teil auch wieder zugelegt. Denn ich hatte immer noch „Fettlogik-Barrieren“ im Kopf (vor denen waren auch die wohlmeinendsten Ärztinnen und Ärzte nicht gefeit), ich hatte mich fast damit abgefunden, durch die Adipositas bedingt sicher einige Jahre früher den Löffel abzugeben, weil ich es einfach nicht schaffte, dauerhaft und in umfangreichen Maß die Kilos zu reduzieren. Selbst eine kurze Motivation durch zwei entfernte Kollegen meiner Schwester, von denen einer von 250 kg auf damals 80 kg oder 90 kg abgenommen hatte, konnte mich nur kurz begeistern, das hielt aber nicht lange an.

      Dann lief mir aber Anfang des Jahres FLÜ in Twitter über den Weg (weil ich erzaehlmirnix Comics mag, obwohl ich auch nicht immer ihre Meinung zu 100% teile, finde ich sie sehr oft pointiert und treffend), und dann war das gute Teil ratzfatz als Kindle-Version heruntergeladen und in zwei Tagen durchgelesen (ok, die Quellenangaben habe ich ausgespart …). Danach machte es „Klick“ – und nun sind seit Mitte Januar die ersten 10kg runter, mein Blutdruck und meine Glucose-Werte danken es mir … Es liegt zwar noch ein langer Weg vor mir, aber Dank der vielen Erfahrungen, die ich hier im Umfeld mitgeteilt bekomme, weiß ich, dass es zu schafen ist. Endlich. Danke, Nadja …

      Lange Rede, kurzer Sinn: m.E. sind Ärzte unbedingt verpflichtet, Patienten über die Gefahren einer Adipositas aufzuklären. Schließlcih ist es definitv eine Gefährdung des Gesundheit und hat mit „Fatshaming“ aber auch gar nix zu tun. Wenn dies in respektvollem, sachlichen und die Person anerkenndenen Ton ohne erhobenen Zeigefinger geschieht, sollte das für die Patienten eigtl. kein Problem sein. Insofern kann ich Deine (Katiewaitie) Ansicht nur begrüßen.

      Am besten wäre aber, wenn sich alle Ärztinnen und Ärzte FLÜ als Pflichtlektüre unters Kopfkissen legen würde, das wäre ein extrem großer Multiplikator, und ich behaupte, damit kann man besser das allgemeine Problem der „dicker werdenden Bevökerung“ angehen als mit allen möglichen, gut gemeinten Programmen, die doch durch Fettlogiken wieder Barrieren aufbauen und das Abnehmen verhindern.

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    3. Mariposa

      Da würde ich – als ebenfalls Weißkittel-Tragende – dich gerne fragen, ob du dir auch schwerer tust einen BMI > 30 anzusprechen als „nur“ Übergewicht?
      Morbide Adipositas, kein Ding, das spreche ich fast immer an, aber bei einem BMI zwischen 25 und 30 tue ich mich schwer, das scheint so normal und alltäglich und noch stehe ich selbst an der oberen Normbereichsgrenze mit etwas verzerrtem Selbstbild.
      Mir fehlen da ein bisschen die guten Worte.

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      1. Fred M. Späth

        Das mag sein … Als ich Jugendicher war, hatte mal ein mich wg. diverser Probleme betreuender Orthopäde gemeint, er habe nichts gegen dicke Menschen, denn sein Lieblingsonkel sei kugelrund gewesen … Das war ein Bärendienst … das war so eine der Barrieren, die sich neben den Fettlogiken im Kopf manifestierten. Sicher bin ich immer noch selbst für meinen Körper verantwortlich – aber das Handeln wird doch sehr durch das Umfeld beeinflusst.

        Insofern – auch wenn es nicht leicht fällt – ist, wenn ein „körperöicher Parameter“ eine potentielle Gefahr darstellt, erwarte ich von einer Fachperson, dass sie mir das mitteilt. Da Problem ist, dass mit diesem Thema zu viele Emotionen konnotiert sind. Da lässt sich der Sachverhalt nicht mehr ohne Gefühlsausbruch benennen. Das ist aber ein anderes Problem … Nur wenn man bei Gefahr nichts sagt, ist das schon fast unterlassene Hilfeleistung (ich übertreibe mal maßlos!!!)

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  13. Ich denke schon, dass viele Wahres an deinen Überlegungen ist. Jetzt das Aber: Ich halte den BMI an sich für eine sehr fragwürde Art damit alleine zu beurteilen, ob jemand über/unter/normalgewichtig ist.
    Und zu den Psychopharmaka: Ein Teil davon machen so heftigen Appetit verbunden mit Stoffwechselstörungen, dass auch sehr gut informierte und disziplinierte Patienten/innen eine Gewichtszunahme nicht verhindern könne. Zudem sie ja häufig sehr schwer krank sind. Ich thematisiere das immer, wobei es bisweilen in den Hintergrund tritt, wenn jemand krankheitsbedingt schon Probleme hat, Basics hinzubekommen.
    Fettlogik habe ich schon empfohlen, aus meiner Sicht kann es ein Weg sein, passt aber nicht für alle.Ach ja, ich bin Ärztin.
    Viele Grüße
    Sabine

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    1. nessii

      Kannst du auch begründen, wieso du den BMI an sich für „sehr fragwürdig“ hältst? Für eine erste Einschätzung des Gewichts taugt er aus meiner Sicht gut. Wenn der BMI sagt, du bist übergewichtig, stimmt es in 97% der Fälle bei Männern und in 100% der Fälle bei Frauen. Nur, wenn man im Normalgewichtsbereich ist, können andere Kennzahlen wie der KFA hilfreich sein, um ein noch vorhandenes Abnehmpotential zu ermitteln. Aber da müssen ja viele überhaupt erstmal hinkommen.
      Und natürlich führen einige Psychopharmaka zu extremem Appetit, aber dann soll das auch so vermittelt werden und nicht als „Diese Tablette macht dick.“ – das klingt, als hätte jede Tablette 500kcal und selbst, wenn man nichts äße, nähme man zu, was natürlich Schwachsinn ist.

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  14. Susanne

    Ich bin Ärztin (Gynäkologin) und spreche Übergewicht / Adipositas zumindest immer dann an, wenn es mit dem medizinischen Problem zusammenhängt – und das ist gar nicht so selten: Blutungsstörungen, unerfüllter Kinderwunsch usw.
    Entschuldigungen, wieso und weshalb es mit dem Abnehmen nicht klappt, höre ich oft – Fettlogiken versuche ich zu „widerlegen“ (diese sind aber oft tief verwurzelt).
    Vor Kurzem hatte ich eine junge Frau mit BMI 38 und Kinderwunsch: ihr PCOS (polycystisches Ovarien-Syndrom, eine Hormonstörung, die den Eisprung stört, oft ist die Ursache Übergewicht / Adipositas) sei ja der Grund, weshalb sie zunehmen würde (hmmm… nein! Sie hat PCOS weil sie adipös ist… wie war das mit dem Huhn und dem Ei?) und sie könnte ja gar nicht abnehmen, sie hätte sich im Internet informiert… und sie hätte noch nie einen BMI unter 32 gehabt und würde das nicht schaffen, wegen ihrem PCOS. Die Information, dass die Uniklinik für Kinderwunsch-Behandlung eine BMI-Grenze von 31 hat, fand sie gar nicht gut und reagierte da ziemlich sauer. Kurz gesagt, wir kamen auf keinen „gemeinsamen Nenner“, sie hat ihre „Meinungen“ und ich meine. Ich habe aufgegeben, allen helfen zu müssen… sie müssen es zumindest selbst wollen.

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    1. Maren

      Das ist in „Fat Acceptance“-Kreisen eine ziemlich fest verankerte Meinung, dass PCOS zu Übergewicht führt und nicht umgekehrt. Da kommst du mit Vernunft nicht dran, denke ich.

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  15. Cindy

    Hallo Nadja,
    vielen Dank für deinen Einblick in deinen Vortrag. Ich fande es wirklich total spannend. Was für Fragen wurden dir den hauptsächlich von den Ärzten gestellt? Gab es bestimmtes Thema was für die Ärzte sehr wichtig war?

    Mein eigener Hausarzt hat mich schon auf mein Gewict angesprochen und mit aufgeklärt was alles passieren. Bluthochdruck, Diabetes, schnellerer Verschleiß der Knochen und noch einiges mehr. Persönlich fand ich es nicht schlimm das er mich darauf angesprochen hat, schließlich weiß ich das ich dick. Er hat mir geraten an meinem Gewicht zu arbeiten und hat mir dabei auch Hilfe angeboten bzw. das er passende Kollegen für eine Ernährungsberatung kennen würde.
    Sehr schön finde ich, dass er meine Krankheiten ernst nimmt und es nicht nur auf mein Gewicht. Zudem habe ich nicht den Eindruck das es ihn anwidert, wenn ich mich „nackt“ machen muss. Das wäre für mich ein absolutes No-Go und ein Grund mir einen anderen Arzt zu suchen.
    Aber auch mein Frauenarzt nimmt meine Bedenken ernst und schiebt nicht alles auf das Gewicht. Meine Periode kommt sehr unregelmäßig und deswegen war ich beim Frauenarzt. Dieser sagte es könnte zwar daran liegen, dass ich dick bin dennoch hat er mich ernst genommen und ordentlich durch gecheckt. Und am Ende konnte eine andere Ursache gefunden werden die nichts mit meinem Gewicht zu tun hat. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

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  16. Gesine

    Übergewicht und Ärzte ist ein sehr gutes Thema! Da kann ich auch etwas zu all den Geschichten hier in den Beiträgen beisteuern:
    Nur bei meiner jetzigen Hausärztin spielte mein Gewicht eine Rolle, weil Übergewicht ungünstig ist bei Reflux und sie diesen Faktor auch entsprechend bei ihrer Anamnese hinzugezogen hat. Kurz zu mir: Ich bin w 28 J und aktuell im Normalgewicht, habe bezüglich des Körpergewichts aber einen sehr schwankenden Lebenslauf (wobei ich die meiste Zeit wohl Übergewicht hatte). Mit 14 Jahren hatte ich im Sportunterricht einen Unfall, bei dem meine rechte Kniescheibe derart verrutscht war, dass sie am nächsten Tag operativ im Krankenhaus wieder richtig gerückt werden musste. Zu diesem Zeitpunkt war ich übergewichtig. Niemals (auch nicht während der Krankengymnastik etc) wurde ich (oder meine Mutter) darauf angesprochen! Im Übrigen wurde eine Patelladysplasie diagnostiziert, weshalb ein Hinweis bezüglich des Gewichts sehr sinnvoll gewesen wäre! Vor zwei Jahren bekam ich Probleme mit meinen Fußsohlen, die nach viel Bewegung anfingen so stark zu brennen, dass ich nicht mehr normal laufen konnte, sondern leicht anfing zu humpeln. Das veranlasste mich dazu zu einem Orthopäden zu gehen. Dort wurde ich auf Übungen um die Fußmuskulatur zu stärken in Verbindung mit extra angefertigten Schuhsohlen hingewiesen. Auch wieder: Kein Wort zu meinem Übergewicht, dass ich damals definitiv hatte!
    Meine Frauenärztin hat vor 8 Jahren, als ich das erste Mal bei ihr war im Ersterfassungsbogen, mein Gewicht erfragt und obwohl sie mich gut 2mal im Jahr sieht und ich seitdem mal 20 kg mehr und dann wieder 20kg weniger auf den Rippen hatte, fiel darüber nie ein Wort.
    Im Übrigen arbeite ich als Aushilfskraft in einem Altenheim und dort spielt das Körpergewicht auch keine große Rolle, es sei denn ein/e Bewohner/in ist schwer adipös oder auffällig mager. Dort wird oft erst gehandelt, wenn das Körpergewicht schon in ein Extrem gerutscht ist. Der psychische Stress sorgt dafür, dass auch viele der Pflegekräfte gut zulegen, obwohl es bei der physisch anstrengenden Arbeit sinnvoller wäre ein normales Gewicht zu haben und nebenbei Sport zu treiben um z.B. die Rückenschmerzen zu verringern.
    So, genug davon. Jetzt freue ich mich auf all die anderen interessanten Beiträge, die hier schon gepostet wurden und auch auf die, die noch kommen werden. 🙂

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  17. Alina

    Als ich einen BMI von 27 hatte, hat mich meine Frauenärztin mehr oder weniger darauf angesprochen … Sie: „Ansonsten ist aber alles in Ordnung … bis auf bisschen…“ – „Übergewicht^^“ (ich) – „Ja, genau.“ (Sie hat nicht beim Sprechen gestockt, sondern ich habe sie unterbrochen). Das war letztes Jahr. Ich fand es irgendwie erleichternd und gut, das Übergewicht ärztlich bestätigt zu wissen.

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  18. Grunty

    Ich habe beim letzten Umzug auch den Hausarzt gewechselt – auf Grund von Distanz, nicht Kompetenz desjenigen davor – und bei meinem ersten Besuch dort, ich weiß leider nicht mehr weswegen ich dort war, meinte er nur lapidar (sinngemäß): „Ajo, ihr Gewicht, tjo, wissense selber ne?“ Das war das erste und einzige Mal, dass er mein Gewicht ansprach, immerhin mit BMI von ~37. Was ich wohl gebraucht hätte, wäre jemand, der mich direkt und ruhig auch mit etwas Nachdruck darauf anspricht und ganz wichtig, das ganze logisch begründet (in etwa so wie Fettlogik es dann auch gemacht hat).

    Als ich Fettlogik gelesen und mit Gewichtsreduktion begonnen habe, habe ich irgendwann ein Problem mit extrem trockenen Händen bekommen. Das ging soweit, dass ich die Haut an mehreren Stellen von selbst aufgerissen ist und ich geblutet habe. Ich weiß bis heute nicht, woran das lag, da ich nie in meinem Leben Probleme mit trockener Haut hatte, schiebe ich es aber nach wie vor auf das Abnehmen. Wie dem auch sei, inzwischen ist es weg. Als ich zu dem Zeitpunkt bei besagtem Arzt war um mal die Blutwerte checken zu lassen, wollte der das mir gradezu ausreden und meinte, das wird schon nicht an der Gewichtsreduktion liegen. Immerhin hatte er sich vergewissert, dass ich keine einseitige Diät fahre, aber das hat ihm dann offenbar gereicht.

    Ich habe zu dem Zeitpunkt überlegt den Hausarzt zu wechseln, aber es nicht getan, da er wirklich direkt um die Ecke ist.

    Nunja, das waren so meine einschneidensten Erlebnisse mit dem Thema Gewicht und Hausarzt.

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  19. Käse

    Ich werfe mal einen anderen Gedanken ein:

    Gerade bei einem BMI ab 30 aufwärts sollte man als Übergewichtiger im Spiegel sehen, dass man übergewichtig (bzw. in dem Fall adipös ist). Klar, man kann davor die Augen verschließen, sich das schön reden oder eine falsche Körperwahrnehmung haben.

    Man kann auch beleidigt sein auf das eigene Gewicht angesprochen zu werden, gerade weil man weiß dass es stimmt.

    Aber so prinzipell gefragt: kommt das tatsächlich so oft vor dass die Eigenwahrnehmung im Spiegel so „verzerrt“ ist?

    Wenn man Fatacceptance anhängt kann dazu kommen, dass man die GEsundheitsgefahr herunterspielt. Das sehe ich ein, allerdings bezweifel ich immernoch dass Fatacceptance in dieser Form so weit verbreitet ist. Vielleicht schnappt man hier und da mal auf, dass „leichtes Übergewicht als nicht so schlimm gilt“, aber das macht einen ja nicht zum systematischen Anhänger der Bewegung.

    Mir kam der Gedanke schon mehrfach, wenn man mich auf offener Staße anspricht „ey, du bist fett (nehm ab / fress weiter)“. Was soll ich da sagen: „Herzlichen Glückwunsch, ohne dich wüsste ich das nicht“. Das ist natürlich eine andere Situation als ein Arztgespräch.
    Aber so aus meinen Erfahrungen heraus ist es für mich kaum vorstellbar, dass man sowohl Spiegelbild als auch Reaktionen aus dem Umfeld so erfolgreich ausblenden kann, dass man nicht mehr merkt dass man dick ist.
    Oder fehlen diese Reaktionen bei manchen einfach komplett?

    Ein Arzt der mich nicht auf mein Gewicht anspricht geht davon aus, dass ich selber weiß was Sache ist. Wenn ich mit einer Symptomen zum Arzt gehe, die durch Übergewicht verursacht oder verschlimmert werden, ist es okay darauf anzusprechen. Dann stimmt ja auch der Kontext

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    1. Doch, ich glaube schon, dass Eigenwahrnehmung sehr verzerrt sein kann. Ich bin klein (1,56) und habe jahrlang um die 52 kg gewogen, das ist ein BMI zwischen 21 und 22 – und ich fühlte mich immer moppelig. Warum, das ist eine lange Geschichte, egal – ich fühlte mich nicht dünn. Mit dem Alter ging das Gewicht hoch (wie ich heute weiß AUCH durch Hashimoto und frühe Menopause, aber sicher auch durch Essen) – bis zum BMI 34. Und ich habe mich eigentlich dabei immer GENAUSO gefühlt wie damals mit BMI 21. Klar, ich WUSSTE, dass ich mehr wog. Und wenn ich gelegentlich ein Foto von mir sah, dann WUSSTE ich, dass ich zuviel wog, aber GEFÜHLT habe ich mich vom Gewicht her nicht anders.

      Erklären kann ich das nicht, aber es war tatsächlich so. Was natürlich nicht dazu auffordern soll, fremden Menschen auf der Straße entgegenzurufen, dass sie fett sind.

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      1. Lui

        Hi, ich bin 1cm größer und wog die meiste Zeit so viel wie du und ich fühlte mich immer dick.
        Auch als ich ne Weile nur 48kg gewogen habe (BMI 19,5) habe ich mich zu dick gefühlt. Ich habe mich nie dünn gefühlt oder normal oder einfach „nicht dick“.
        Mit Anfang 20 habe ich angefangen zuzunehmen und am wohlsten habe ich mich mit 59-64kg gefühlt, also oberes Normalgewicht bis leichtes Übergewicht. Da war ich zwar etwas moppelig, hatte aber auch eine tolle runde Figur und meine frühere Selbstwahrnehmung von dicklich passte! Damit bin ich dann besser klargekommen und habe mich endlich mal wohl gefühlt, dick aber stimmig, wenn das verständlich ist.
        Ich wusste natürlich mit Mitte 20, dass ich früher nicht dick gewesen war, aber das hilft ja nicht, wenn man sich so fühlt oder gefühlt hat. In meinen Erinnerungen bin ich dick, alles Wissen der Welt kommt nicht dagegen an.
        Mit der Zeit bin ich bei 72kg angekommen, das war mir dann doch etwas viel, da ich auch in keine Klamotten mehr passte und meine Knieprobleme durchs Gewicht schlimmer wurden.
        Da ich eh schon immer „zu dick war“, habe ich geglaubt ich könnte eh nie richtig schlank sein. Jetzt habe ich bereits ein paar Kg abgenommen und ich bin wirklich besorgt wie ich damit klarkommen werde, wenn ich wieder bei 50kg angekommen bin. 😦

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      2. misaamane

        Ich kann es sehr gut nachempfinden! Ich hatte jahrelang einen BMI von 15-16 und habe mich nicht unter- sondern normalgewichtig empfunden. Jetzt habe ich einen BMI von 20 und finde, dass ich weitaus dicker aussehe, als die Frauen auf den Bildern oben.

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  20. NilEm

    Eine gute Frage.
    Ich war immer leicht übergewichtig bis normalgewichtig im oberen BMI Bereich. Als ich das allererste Mal verzweifelt einen Arzt (Kinderarzt) darauf ansprach, dass ich nicht mehr übergewichtig sein möchte, lachte er herzlich und verabschiedete mich mit den Worten „Dann friss halt mal die Hälfte Mädle!“

    Ich würde mir von einem Arzt wünschen nichts zu diesem Thema ins Lächerliche zu ziehen. Ich habe mich danach nie wieder getraut einen Arzt anzusprechen. Auch jetzt mit 32 Jahren würde ich das nicht mehr tun.

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  21. misaamane

    Ich finde es erstaunlich, wie schlank die Frauen auf den Bildern doch aussehen, trotz Übergewicht! Daher kommt vermutlich die Aussagen, der BMI sage nichts aus. Ja, über das Aussehen vermutlich wirklich nicht…
    Ich hatte 5 Jahre lang einen BMI von 15-16, sah aber ziemlich normalgewichtig aus. Also der gegenteilige Fall zu den Frauen auf den Bildern. Frage mich, ob dann in dem Fall der BMI trotzdem Gültigkeit hat oder nicht..?
    Falls das interessant ist: von Ärzten wurde ich nur auf mein Gewicht angesprochen, wenn ich es irgendwo angeben mussten. Dann hieß es: ohhh viel zu wenig, dringend zunehmen. Das scheint also nicht verpönt zu sein… Und rein optisch wäre es niemandem aufgefallen.

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  22. Doreen

    Ich bin seit meiner Kindheit übergewichtig. Und bis ich 18 war, wurde ich bei meinem Hausarzt immer gewogen und gemessen. Aber ich oder meine Eltern (kann mich zumindest nicht daran erinnern) wurden von meinem Arzt nie darauf angesprochen, dass ich zu dick sei. Was ich jetzt so im Nachhinein als total verantwortungslos empfinde. Wieso wurde dann überhaupt jedes Mal dieses Wiege- und Messtheater abgezogen, wenn da sowieso nicht darauf eingegangen wird!

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  23. Klopsmöhre

    Ich kann mich hier nur anschließen. Ich bin viel umgezogen und habe daher schon einige Ärzte ausprobieren dürfen. Selbst mit einem BMI von 47 wurde das Thema bei Ärzten ausgeklammert, sofern ich nicht selbst um Unterstützung gebeten habe. Einzig bei einer Gastritis erwähnte meine damalige Ärztin in einem Nebensatz “Dann nehmen Sie ja diese Woche vielleicht mal ein paar Kilo ab….“, was ich in dem Kontext, dass es mir dreckig ging, eher als unverschämt empfand. Schlimmer noch fand ich jedoch meinen vorherigen Arzt, der mir aktiv Unterstützung verweigerte. Mit 150kg bat ich ihn um seine Hilfe, eine Reha in einer Adipositasklinik zu beantragen. Er fand die Maßnahme völlig übertrieben, ein bisschen Bewegung würde das Problem ja auch lösen.

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  24. Wolfgang

    Passend dazu mein jüngstes Erlebnis mit meinem Hausarzt. Ich war jetzt ungefähr 40 Jahre übergewichtig. Ich litt unter Gicht, Gelenkschmerzen, hohem Blutdruck und allerlei Befindlichlichkeitsstörungen. Ich hatte einen BMI jenseits von 40 und jeder Arzt hat mir Übergewicht bescheinigt. Ich sollte dringend Gewicht reduzieren. Mir ging es gesundheitlich auch rapide schlechter. Wie ich das abnehmen organisieren könnte, wollte oder konnte mir keiner erklären. „Machen sie Ausdauersport.“ aua, ja sicher, mit ner extra Dosis Schmerzmittel oder wie? Für mich schien es eben das Alter, oder was auch immer zu sein. Denn ich aß ja sehr gesund. Bioprodukte, bestes Öl und Fleisch, Gemüse in vielen Variationen und nahm langsam immer weiter zu. Insgesamt eine völlig verschobene Selbstwahrnehmung und der lebende Beweis dafür das „gesund“ ein wischwaschi Begriff ist, der nichts erklärt und nichts beweist. In dieser Situation fiel mir Fettlogik vermeiden in die Hände. Ich nahm unter regelmässiger Kontrolle das Arztes daraufhin von 135 auf 95 Kilo ab. Hausarzt und Kardiologe waren begeistert. Von 3 verschiedenen Blutdruckmedikamenten runter auf eine kleine Dosis Ramipril. Keine Gichtmedikamente mehr, keinen Cholesterinsenker mehr. Das Belastungs EKG diese Woche war für mein Alter (60) gut, meine Laborwerte (Zucker, Cholestrin etc.) laut Doktor absolut hervorragend. Wie man leicht selbst ausrechnen kann bin ich mit den 95 Kilo und 180 cm Größe immer noch übergewichtig. Ich merke es an dem Rettungsring oder „Muffinrand“ der über den Gürtel ragt. Ich sagte dem Arzt, dass ich jetzt im Frühjahr den auch noch loswerden will.
    Kommentar vom Arzt der bisher so von meinem Erfolg begeistert war: “ Passen sie auf das sie jetzt nicht zuwenig Kalorien zu sich nehmen, sonst geht der Körper in den Sparmodus!“
    *facepalm* Ich habe 40 Kilo verloren, bin gesund und fit wie ewig nicht mehr und dann haut ein Arzt so ein Ding raus. Ich werde natürlich die letzten zehn Kilo mit ganz neuem Elan angehen. denn offensichtlich müssen die Patienten die Ärzte fortbilden.

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  25. Simone

    Ich bin grad so in Adipositas I und hatte eine Patellaluxation („Knie ausgerenkt“, also Kniescheibe rausgesprungen), ausgelöst durch eine ungeschickte Bewegung und als Folge bin ich gestürzt. Das musste dann operiert werden. Eine Ärztin im Krankenhaus meinte fast beeindruckt: „da ist ja wirklich alles zerfetzt worden“. Nach der OP fragte ich, um durch die erwartete Antwort noch mehr Motivation zum Abnehmen zu bekommen: „Kann es auch an meinem Gewicht liegen, dass ich mich verletzt habe?“, denn ich denke, dass die jahrelange Überbelastung und das zusätzliche Gewicht beim Sturz schon einen Einfluss hatten. Aber die Antwort war ein überzeugtes: „Nein, das spielt keine Rolle“. Aber im Abschlussbericht vom KH, wo ja wegen der Abrechnung wirklich alles an Krankheiten aufgezählt wird, was man so hat, steht auch „Adipositas“. Es hat auch sonst keiner der Ärzte oder Physiotherapeuten (KH, später Physiotherapie) das Gewicht oder die positiven Folgen einer Gewichtsreduktion angesprochen.

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    1. Gesine

      Bei mir und meiner Kniegeschichte war es auch so, dabei ist doch bekannt, dass gerade bei Tätigkeiten wie z.B. Treppen auf-und absteigen, springen etc mehr Gewicht auf die Gelenke einwirkt und je weniger, desto besser, vor allem, wenn der Bewegungsapparat schon irreparabel lädiert ist. Ich musste mir viele Dinge selber anlesen, obwohl man meinen müsste, dass Fachärzte sich damit gut auskennen sollten. Einem Bekannten, der eine Teilprothese in der Hüfte hat, wurde sogar geraten zuzunehmen, weil das angeblich die Hüfte stabilisieren würde. Seitdem hält er sich stets im Übergewicht um auch ja keine weiteren Probleme mit der Hüfte zu bekommen.

      Mir und meinem Knie hat die Gewichtsreduktion jedenfalls gut getan. 🙂 Ärzte wissen halt auch nicht alles.

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    2. Lui

      Ich reihe mich mal mit ein. Meine Knieprobleme habe ich seitdem ich ein schlanker Teenager war. Mir ist klar dass das Gewicht nicht hilfreich ist, bisher wurde das Gewicht kaum angesprochen. Vom alten Arzt gar nicht, der war aber insgesamt nicht interessiert, vom neuen nur beim ersten Gespräch. „Die Probleme könnten vom Gewicht kommen“, sagte er nachdem ich ihm erzählt hatte seit wann sie bestehen und was mein damaliges Gewicht war. Dann hat er nichts weiter dazu erwähnt, dass es trotzdem schädlich ist und es besser wäre, wenn ich wieder im Normalbereich wäre.

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  26. claire

    Nur eine kurze erfahrung: ich war mehrfach in einer Psychiatrischen und Psychosomatischen Fachklinik (nur Erwachsene). Kam dort jemand mit UG also unter 18,5 hin, wurde er fast immer in das Essstörungsprogramm gesteckt oder bekam zumindest hochkalorische Kost (selten war da zb jemand ug wg Depressionen oder ADHS), das Gewicht wurde streng kontrolliert, bei weiterer Abnahme über mehrere Wochen erfolgte Entlassung.
    Es waren auch oft stark üg Patienten da, oft wegen Depressionen oder PTBS oder BPS oder allen dreien. Sie wurden bestenfalls in eine Gruppe zu gesunder ernährung gesteckt. Sport sollte dort ohnehin jeder etwas machen, das war also nicht gewichtsspezifisch. Jedenfalls schaufelten sich diese Patienten oft bereits zum FS Nutella und heissen Kakao hinein (ja, ich sage schaufeln, aber oft traf das eben zu….ich habe dort heissen Kakao plus Nutella täglich wirklich fast nur bei stark üg gesehen) und nachmittags beim Kuchen gab es auch genug. Jedenfalls schien dort das ÜG aussen vor gelassen oder wenig/kaum thematisiert zu werden, wohingegen bei Patienten mit UG egal welcher Diagnose! strikt kontrolliert wurde.

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  27. Arne

    Toller Artikel.

    Tatsächlich hatte ich aber mal ein positives Erlebnis diesbezüglich: Vor einem Jahr wurde bei mir mehrmals erhöhter Blutdruck gemessen 150 systolisch. Ich bin damit zum Arzt der hat denselben Wert gemessen. Nach einer kurzen Untersuchung hat er mich dann gefragt was ich wiege (94kg damals bei 180cm) und mir anschließend gesagt, dass man als Faustregel mit 2 Punkten Blutdruck pro Kilo Körpergewicht rechnen kann. Einfach Rechnung also: Wenn ich die etwas mehr als 10kg zum oberen Ende des Normalgewichts abbaue sollte ich auch beim Blutdruck wieder voll im Normbereich sein.

    Abschließend hat er mich noch auf ein paar mögliche Kalorienfallen hingewiesen (zuckerhaltige Getränke, aber auch Fruchtsaft und Obst) und auf weitere Risiken (Diabetes, Knieprobleme,…) die mit erhöhtem Körpergewicht begünstigt werden.

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  28. Sam

    Ich bin dick spätestens seit ich 5 bin. Das hat verschiedene Gründe, ich denke am nachhaltigsten waren meine Nachkriegsgenerations-Großeltern (‚Immer schön aufessen, sonst musst du Mittagsschlaf machen!‘, ‚ja, nimm dir am besten noch eine Portion.‘ usw.). Dieses Essverhalten (Teller immer leer machen und mindestens einmal nachnehmen) hat sich schnell in meinen Alltag integriert und meine Eltern haben erstmal auch nichts gesagt. In der 5. Klasse ging es dann 6 Wochen auf Kur. Während dessen habe ich auch abgenommen. Klar, weniger essen und jede Menge Bewegung. Aber ich habe es gehasst, denn es wurde nicht (nur) die Essensmenge, sondern vor allem die Art umgestellt. Und entsprechend wenig nachhaltig war die Abnahme dann auch, da mir dort beigebracht wurde, dass ich beim Abnehmen nichts leckeres mehr Essen darf. Die paar Tipps, die ich für mich im Alltag behalten habe, waren dann gern auch einfach falsch. Zum Beispiel: Iss dich an den Nudeln satt, nicht an der Sauce. Es gab es bei uns zu Hause nur Tomaten- oder Gemüsesauce zu Nudeln. Hätte ich mich also besser an die Saucen gehalten statt an die Nudeln.
    Ich wollte eigentlich schon Abnehmen, aber von Kalorien wurde mir nie was erzählt. Es waren immer ‚Nährstoffpunkte‘ o.ä. und die waren fest vergeben und nirgendwo erklärt, woher die kommen. Ja, ich war erst 10, aber ich hätte mehr von Kalorien, Eiweißen und Kohlenhydraten gehabt als von ominösen Angaben, die gefühlt vom Himmel fielen. Fette gab es, die waren böse und in jedem Fall zu meiden.
    Ich habe dann später häufig versucht auf eigene Faust abzunehmen. Aber mir fehlte (trotz Kur!) jegliche Grundlage. Plus: da meine Hausärztin immer sagte, ich werde wohl eh nie richtig schlank, war ich selten wirklich motiviert.
    Bis zu meinem 25. Lebensjahr hatte ich mich auf 119 kg hochgefuttert. Jetzt, zwei Jahre später, bin ich bei gut 90 kg und habe nochmal die selbe Strecke vor mir, die bereits hinter mir liegt. Aber ich weiß, ich kann es schaffen, weil es nicht an den Genen oder den (gefühlt) genussfeindlichen Punkten liegt, sondern an mir und wie viele Kalorien ich einsparen kann und will.
    Meine Bitte an alle Ärzte, Ernährungsberater und Co: gebt den Patienten keine Ausreden für ihr Übergewicht (Gene…, normalgewichtig ist kein realistisches Ziel), erklärt ihnen Kalorien, KH, Fette und Proteine (keine ‚Punkte‘ irgendeiner Art, keine Verklärung irgendwelcher Bestandteile als böse, 7000kcal gespart=-1kg) erklärt ihnen auch, dass ihr Körper keine Maschine ist (Gewichtsschwankungen, die haben mich ein paar mal aus Abnehmversuchen gerissen, ggf. Plateaus), dass man Gefahr läuft bei Kalorienreduktion Muskeln zu verlieren, diese wichtig sind, und idealerweise mit Krafttraining entgegen gewirkt wird (und dass Krafttraining nicht heißt, jeden Tag eine Stunde ins Studio zu rennen, sondern dass auch 4 Mal die Woche 30 Minuten zu Hause reichen können, hauptsache man macht was). Fachpersonal sollte einfach die Grundlagen erklären. Mit denen kann jeder anfangen, was er will. Aber sagt den Patienten, dass sie damit ihr Gewicht selbst in der Hand haben, dass all das ein nützliches Werkzeug ist und dass sie jede Unterstützung bekommen, die sie brauchen, es aber am Ende doch an ihnen liegt, wie viel sie wiegen.

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  29. Ich finde mal sollte von „Einweg Ärzten“ und dem Hausarzt unterscheiden.

    Wenn ich von Arzt zu Arzt geschickt werde, die ich wahrscheinlich nie wieder sehe, von denen erwarte ich ein Ansprechen auf mein Gewicht nicht.
    Warum sollten die auch mit mir darüber Diskutieren. Sehen mich eh nicht mehr. Wünschen würde ich es mir zwar, aber erwarte es nicht.

    Aber von meiner Hausarzt erwarte ich es. Weil er meine Person des Vertrauens ist!

    Dennoch habe ich anderes erlebt. Ich hatte vor 2 Jahren und mit 130 Kilo ein Lungenblubbern. Ich war beim HNO sowie beim Pulmologen.
    Es wurde festgestellt, dass ich einen Virusinfekt hatte, der kurz vor eine Lungenentzündung stand.
    Das lag zwar nicht an meinem Gewicht, aber beide Ärzte sprachen mich auf mein Gewicht an.
    Der Pulmologe nahm sich sogar die Zeit und zeigte mir anhand der Röntgenbilder, dass mein Lungenvolumen 10% kleiner ist – aufgrund meines Körpergewichtes.
    Der HNO meinte auch das ich dringend abnehmen muss, meine Atemweg leiden drunter und daher würde ich vor allem in der Nacht schlechter Luft bekommen.

    Mein Hausarzt lies mich auch immer in Ruhe, deutete es hier und da mal an.
    Aber als ich Ihn darauf ansprach, nahm er sich für ein Intensives Gespräch Zeit.

    Allerdings machten für mich alle Ärzte den gleichen Fehler.
    Sie meinten „Sie müssen abnehmen.“ und gaben halbherzige Tipps.
    Das übliche, Viel Gemüse, Abends keine Kohlenhydrate.

    Ich finde das den Ärzten vermittelt werden sollte, warum manche Menschen Dick sind und warum ein „Tipp“ nicht hilft.

    Eigentlich sollte ein Arzt dein Buch ausgeben 😉

    Aber im ernst, ich habe die Erfahrung gemacht, dass Ärzte mich oft darauf angesprochen haben. Aber oft lag es an mir selbst dass ich es oft einfach auch überhört habe.

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  30. annesch

    Zwei Sachen hatte ich ja schon mal auf Erzählmirnix‘ Frage kurz auf Twitter erwähnt: meine Hausärztin fragte irgendwann von ein paar Jahren nach (!) einer größeren Abnahme (15 kg), wieviel ich denn jetzt wöge, auf meine Antwort, die einem BMI von irgendwas zwischen 26-27 entsprach, kam ein „Schön“ und weiter nichts, genauso wenig, wie sie das Gewicht die Jahre vorher irgendwie thematisiert hatte, obwohl sie auf ihrem Praxisschild und ihrer Webseite als Zusatzqualifikationen „Ernährungsberatung“ aufführt. Ich war in diesen Jahren oft erkältet, es rutschte immer schnell in die Bronchien, ich war in der Zeit oft bei ihr, dazu war mein Blutdruck etwas hoch, oberer Wert um die 140, sie meinte, ich solle den doch ab und an mal in der Apotheke messen lassen – aber nie wurde das Gewicht thematisiert. Die langwierigen Erkältungen habe ich nicht mehr, seitdem ich abgenommen habe, klar bin ich ab und an erkältet, wie jedermann, aber es ist immer erstaunlich schnell vorbei. Und es liegt nicht unbedingt an einem Mehr an Bewegung und frischer Luft etc., denn viel bewegt, fahrradgefahren habe ich auch schon mit dem höheren Übergewicht…
    Das zweite Erlebnis war bei der Radiologin, die neben Sonographie auch meine Schilddrüsenwerte per Bluttest kontrollierte (inzwischen bin ich wegen Umzugs für beides bei anderen Ärztinnen): Als ich fragte (damals noch mit BMI von 28-29, plante weiter abzunehmen), ob ich in einem kürzeren zeitlichen Abstand zur Blutwertekontrolle wiederkommen sollte, bzw. ob es einen Abnahmewert gebe, an dem man das neu checken lassen sollte (z.B. 10 kg), kam von ihr sinngemäß: „Was wollen Sie denn weiter abnehmen, ist doch ok so, Sie sollten mal die anderen Patientinnen hier in der Praxis sehen!“ Mir klappt nach wie vor irgendwie die Kinnlade runter bei diesem Satz…
    Was Kindheit und Jugend angeht: Wurde nie thematisiert, bei Kinder-/Hausärzten, obwohl ich mich, seit ich 8 war, mit Übergewicht herumschlug mit allerlei Fettlogiken. Eine schlichte Information/Ernährungsberatung im Sinne der Fakten hätte so hilfreich sein können! Auch gerade mit jemandem außerhalb der Familie, um das Thema mal nicht in diesem familiär emotional aufgeladenen Kontext („Iss nicht so viel!“ – aber gleichzeitig stellte das Kochen meiner Mutter und damit auch das Essen und das Es-sich-schmecken-lassen von uns Kindern eine Art Zuneigungsbeweis dar…) zu besprechen.

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  31. Ganz ehrlich: Bis zum Lesen deines Buches habe ich jeden verteufelt, der mir auf irgendeine Art und Weise sagte, dass ich zu viel Gewicht auf die Waage bringe. Sei es die Oma, die mit bemerkenswert unsensiblen Sprüchen auf meinen „schwabbelnden Bauch“ und den Bedarf einer „Miederhose“ hinwies oder auch Ärzte. Mittlerweile denke ich auch, dass es im ersten Fall berechtigte Sorge ist (bei mir kam es immer verletzend an, entsprach ich doch seit Kindheit nicht dem gewünschten sportlich-schlanken Ideal) und von Ärzten einfach erwartet werden sollte.
    Vor einigen Jahren ließ ich routinemäßig meine Schilddrüsenwerte kontrollieren, mir ging es dabei gar nicht um die Erklärung von etwaigem Übergewicht, sondern allein um rein gesundheitliche Aspekte, da ernsthafte Schilddrüsenerkrankungen in meiner Familie häufig sind. Mein damaliger Hausarzt musterte mich von oben bis unten und fragte nur „sollen wir auch mal Leberwerte testen? Wegen dem Fett?“ – ich war schockiert!!! Sensibilität ist in dieser Situation sicher eine Gratwanderung, in diesem Moment kam bei mir jedenfalls kein „Er will helfen“ an, sondern ein „er kritisiert mich!“.
    Vorletztes Jahr während meiner Schwangerschaft stieg anfangs mein Gewicht verhältnismäßig schnell. Bei einem Ausgangsgewicht, das bereits leichtem Übergewicht entsprach, nicht so klasse, aber als die Ärztin dann etwas verhalten rumdruckste: „naja, das mit dem Gewicht, da müssen wir aber mal sehen, ne?“ wusste ich nicht so recht, was sie meint. Ist das jetzt schlecht für mich, fürs Kind, für beide? Mir fehlte da auch völlig die Aufklärung.
    Nach der Geburt sagte sie dann, dass ich jetzt sicher ganz schnell abnehmen werde wegen des Stillens. Passierte nicht. Ich nahm sogar nach kurzer Zeit der Abnahme noch deutlich wieder zu und dachte wirklich, dass ich zu den „seltenen Frauen“ gehöre, bei denen Stillen nicht zur Abnahme führt, sondern der Körper „alles behält, was er kriegt“. Noch so eine Fettlogik… 😀
    DANKE für dein Buch! Ich verliere immer wieder etwas die Disziplin, aber es tut sich was (richtung Unten) und ich bin einfach nur dankbar, dass mir jemand die Augen geöffnet hat!

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  32. L.F.

    Meine Ärzte haben mich bisher leider nie auf mein Übergewicht angesprochen. Und selbst als ich mehrfach da war und über meine Depression geklagt habe, haben mich fast alle Ärzte nach wenigen Sekunden herausgeschmissen und mir keine Hilfe gegeben – außer zu sagen: „Nehmen Sie Antidepressiva.“ Oder: „Es könnte sein, dass Sie in weiter Zukunft Eisenmangel haben. Nehmen Sie diese Eisentabletten.“
    Also – sie haben schon meine Blutwerte untersucht, aber nichts Auffälliges gefunden.
    Ich wünsche mir, dass ein Arzt sich Zeit nimmt (wenigstens zehn Minuten), dass er zuhört und mir alle Vermutungen mit Begründung nennt, die auf mich zutreffen können. Er könnte auch sagen, dass sich die Gesundheit generell verbessern lässt durch Gewichtabnahme (bzw. ein niedriges Normalgewicht), Sport, eine Tätigkeit, die Freude macht und gute soziale Kontakte oder so. Also einfach mal ausführen, welche positiven Effekte (statistisch gesehen) all diese Dinge auslösen. Und dann kann er gemeinsam mit mir überlegen, wie ich diese Dinge in Angriff nehmen könnte, mir Adressen geben, mich an Fachärzte überweisen, mir FLÜ empfehlen o.a. – Nächster Schritt wäre womöglich, mich als Patienten Buch führen zu lassen über das, was wir aktuell wichtig finden (z.B. Ernährung oder soziale Kontakte). Und dann vereinbaren wir einen zweiten Termin in einem Monat und schauen, was sich ergeben hat.
    Na ja, aber so viel Zeit haben Ärzte ja auch nicht. Verständlicherweise. Sie sind ja auch keine Lifecoaches.

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  33. Ach, was soll ich sagen..ich bin gerade mittendrin im Arztgeeier. ..meine Abnahme hat der Arzt eher gar nicht thematisiert. Nur das ich geraucht habe, hat ihn immer gestört. Mein BMI von 47 nicht.Und jetzt nach 60kilo Abnahme fühl ich mich beschissen. Schmerzen in den Gelenken, Entzündung in der Schulter, lauter Kleindreck.
    Wenn ich wissen will woher das kommt und ob das vielleicht mit der Abnahme zu tun hat, schaut er mich nur verständnislos an, und sagt das könne überhaupt nicht sein.
    Meine KG und meine Osteopathinsowie ein Oberarzt in der Notaufnahme haben mir bestätigt, daß das sehr wohl was damit zu tun hat, denn jahrelange Fehlhaltungen wegen massivem Übergewicht und jetzt fehlendem Gegengewicht zur Austarierung können sehr wohl zu Schmerzen und Akuten Störungen im Bewegungsapparat führen.
    Insgesamt fühle ich mich eher belächelt und nicht ernstgenommen. Eher so :
    Das halten sie eh nicht durch…..
    Zwangsläufig muss ich mir wohl einen neuen Arzt suchen.
    Mir fehlt daszusammenhängende Denken, und auch mal das Erkennen von nicht sooo offensichtlichen Zusammenhängen.
    Ich habe jetzt einen BMI von 27.
    Da wäre noch Luft nach oben, höre aber jetzt schon kritische Kommentare.
    Ich bleib dran.
    Und lustig das deine Artikel oft zu meiner Situation passen…
    Liebe Grüße Stella

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  34. Mein Mann (67) hatte vor seiner Knieoperation (Knieprothese) einen BMI von ca. 26, musste regelmäßig Tabletten gegen hohen Blutdruck nehmen, Zucker und Lipidstoffwechsel waren gerade noch OK. Der Orthopäde (NICHT der Hausarzt und auch NICHT der Internist) hat ihm geraten, vor der OP das Gewicht möglichst weit zu reduzieren. Zu dem Zeitpunkt ist mir das Buch „Fettlogik“) Über den Weg geflattert und ich habe unsere Koch-und Essgewohnheiten analysiert. Mein Mann hat jetzt einen BMI von rund 20, alle Blutwerte sowie der Blutdruck sind im Normbereich und er muss überhaupt keine Medikamente nehmen. Warum ich das schreibe: Auch wenn es sich nicht um eklatantes Übergewicht handelt ist eine Gewichtskontrolle zielführend. Der Ansatz „na ja, das bisserl schadet schon nicht“ ist einfach falsch.

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  35. Ich habe auch schlechte Erfahrungen gemacht. Schon immer war ich übergewichtig. Ich habe unwahrscheinlich viele Diäten probiert und auch abgenommen. Das letzte Mal mit einem bekannten Eiweiß-Pulver (A…). Meine Ärztin kannte es nicht, fand meine Abnahme jedoch gut. Ich wog damals 75kg auf 168cm Körpergröße. Meine Ärztin meinte damals „sie sind doch schlank!“ Ich nahm aufgrund psychischer Problem leider wieder zu (ich habe auch eine Psychotherapie gemacht, welche inzwischen beendet ist) und suchte den Rat meiner Hausärztin. Ihre Antwort war in etwa „ich kann ihnen nur das sagen, was sie eh schon wissen. Achten sie auf die Ernährung“. Sie fragte bis heute nicht ein Mal nach meinem Gewicht. Ich habe in der damaligen Situation um Hilfe gebeten und fühlte mich sehr in der Luft hängen gelassen. Mir ist das Thema sehr wichtig, auch weil in meiner Familie Diabetis in hoher Zahl vorkommt, sowie andere Erkrankungen welche in FLÜ auf das Übergewicht bezogen werden. Ich selber habe Asthma.
    Nach Beendigung meiner Therapie habe ich es erneut von 85kg auf ~75kg geschafft mit Kalorienzählen. Momentan kann ich das auch. Die Ärztin habe ich nie wieder auf das Thema „Abnehmen“ angesprochen. Schade, denn wer hätte sonst so gut über gesundheitliche Probleme durch Gewicht informieren können?! FLÜ kannte ich damals noch nicht. Das Buch hat mir mehr geholfen als alles andere bisher!

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  36. Peter Meier

    No-Gos:

    1. Wenn ich „skinny-fat“ bin (also: normalgewichtig), mir dann einreden wollen, dass ich UNBEDINGT eine Diät machen solle, um damit einen gesünderen Gewichtsbereich zu erreichen.

    Das halte ich für absolut unwissenschaftlich – und allzu sehr auf das Gewicht konzentriert. Es hängt an der individuellen gesundheitlichen Situation, ob eine Gewichtsreduktion an dieser Stelle überhaupt Sinn ergibt (kann z.B. im Fall von Bluthochdruck oder Problemen mit dem Zuckerstoffwechsel durchaus der Fall sein) – in den meisten Fällen würde ich den Ratschlag, dass mensch sich mehr bewegen solle für weitaus überlegen halten in Hinblick auf Lebensqualität und gesundheitliche Bedeutung.

    2. Bei jedem Termin mich auf mein Übergewicht ansprechen, obwohl dieses stabil ist – und mit meinen gesundheitlichen Problemen nicht in Verbindung steht.

    3. Jedes oberflächliches Abhandeln von Gewichtsproblematiken bzw. Ernährungsproblematiken im Sinne von „maximal 2 Minuten“.

    4. Ärzte, die bei einer Tagung nicht protestieren, wenn ihnen fitte, junge und lediglich geringgradig übergewichtige Personen vorgeführt werden als Beispiel für ein medizinisch bedeutendes Gewichtsproblem.

    (Okay, Punkte 1) bis 4) sind rhetorisch leicht überspitzt – aber ich halte sie durchaus für gut begründbar)

    So, gehe jetzt Fahrrad fahren.
    😉

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  37. ottiliewagner

    Es wäre ja schon schön, wenn nicht immer wieder Unwahrheiten verbreitet werden, die vermeintlich auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, wie zu Beispiel hier: http://m.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/frau-doktor/abnehmen-ohne-diaet-uebergewicht-durch-gene-medikamente-14909680.html Die Ärztin sollte doch mal genau erläutern, wie ein Körper aus einem Salatblatt 30% mehr Kalorien generiert (oder so ähnlich). Vermutlich ein Wunder…

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    1. Peter Meier

      @ottiliewagner
      Der Artikel hat auch gute Sätze. An das Salatblatt, das zur „Kalorienbombe“ mutiert, mag ich auch nicht glauben. Auch ist die Verbissenheit, mit der sie Paläo-Ernährung preist, vorsichtig gesagt: auffällig. Aber immerhin schreibt die Autorin wertvolle Dinge wie:

      „Auch das körpereigene Cortisol kann Probleme verursachen. Es wird bei Dauerstress verstärkt aus der Nebenniere freigesetzt, ebenso bei schlechtem Schlaf (…) Diese nächtliche Belastung ist ein echter Dickmacher.“

      Stimmt. Guter Schlaf als gewichtsregulatorische Maßnahme wird vielfach unterschätzt. Schaut man sich die Top-5-Tipps der Autorin an, so ist sie damit immerhin einer gewissen Frau Hinz überlegen (kleiner Seitenhieb, musste sein, wobei die Hinz nebst Fankurve hier sowieso nicht lesen, so viel Angst, wie die davor haben). Also, folgende 5 Best-of-Tipps präsentiert dieser Artikel:

      1. Essen Sie maximal dreimal am Tag. Dazwischen fünf Stunden Nahrungspause. Nur Wasser und ungesüßter Tee.

      Kommentar: Kein toller Tipp. Ist in meinen Augen Ausdruck eines kleinen psychologischen Problems bzw. einer leicht zwanghaften Über-Regulierung von Ernährung. Mag ja sein, dass es in der Theorie einen klitzekleinen Vorteil in der Insulinregulation ergibt, wenn die Getränke weitgehend geschmacksfrei sind. Mir ist das zu asketisch, zumal an einer eher ungeeigneten Stelle. Mit anderen Worten: Schorle oder z.B. Kaffee sind natürlich auch vertretbar. Sapperlot! Und so vieles mehr! Tja, und immer jeden Tag auf ein 5-Stunden-Schema zwischen den Mahlzeiten setzen? Naja. Das hat für mich mehr mit Fetisch zu tun als mit Wissenschaft. Richtig ist: Mensch muss nicht alle 2 Stunden etwas essen.

      2. Sparen Sie an Kohlenhydraten, besonders bei Nichtvollkornprodukten.

      Kommentar: Die Bevorzugung von Vollkornprodukten halte ich für einen guten Tipp, der das Schlankwerden oder -bleiben erleichtert. Low Carb halte ich (außer für besondere Ernährungssituationen oder für Body-Builder kurz vor dem Wettkampf) aber für totalen Ess-Fetisch. Quatsch mit (kohlehydratarmer) Soße!

      3. Essen Sie viel Gemüse.

      Kommentar: Super Tipp! Als Berufstätiger kann man sich für seine Zwischenmahlzeit (falls man darauf steht) auch etwas gekochtes Gemüse mitnehmen. Das sieht oft fast aus wie Rohkost und bringt einem bei Ess-sensiblen Kollegen ewige Bewunderung ein. Echt jetzt. Und das mit dem Gemüse ist mal kein Quatsch.

      4. Sport.

      Kommentar: Völlig richtig. Nie falsch, wenn es nicht gerade ins extrem ausschlägt. Sogar 2/3 Stunden Bewegung am Tag (bekomme ich nicht mehr hin) sind nicht verkehrt. So lange es Spaß macht! Und das macht es, wenn man es sich erst einmal angewöhnt hat.

      5. Schlafen Sie gut und ausreichend.

      Kommentar: Sehr richtig. Steigert nicht nur die Schlankheit und dämmt den Hunger, sondern verbessert auch noch entscheidend die Lebensqualität.

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  38. Shayandra

    Mir sind vor allem zwei Erlebnisse in Erinnerung geblieben:

    Mein allererster Versuch, mir wegen Angstzuständen psychologische Hilfe zu suchen, endete bei einem Psychotherapeuten, der mich wegschickte mit den Worten, ich solle erstmal 20kg abnehmen, danach wären meine Probleme sicher weg. Wenn nicht, dürfe ich wiederkommen. Ich bin da nicht wieder hingegangen, wie auch…

    Meine aktuelle Frauenärztin hat beim ersten Besuch gesagt, ich solle mal meine Schilddrüse checken lassen, ich sähe danach aus, dass da etwas nicht in Ordnung sei. Als ich protestiert habe, dass ich einfach nur zu viel esse, hat sie blöd geguckt und nichts weiter gesagt. Schilddrüse ist übrigens in Ordnung.

    Irgendwo wünsche ich mir, mich hätte mal frühzeitig ein Arzt richtig drauf angesprochen, aber das ist nicht einfach – ich bin ein Mensch, der einfach geblockt hätte. Ich war zehn Jahre so damit beschäftigt, mein Selbstbild in Richtung liebenswert und akzeptabel zu verrücken, dass ich aus Selbstschutz jeden blockiert hätte, Außerdem wusste ich schon lange vor Fettlogik, dass ich schlicht zu viel esse, daher hat mir die Lektüre des Buches auch leider bisher nichts auf der Waage gebracht. Ich befinde mich an dem Punkt wie ein Raucher oder Trinker, dass ich weiß, was ich mir antue, aber trotzdem nicht aufhöre. Leider. Wie ein Arzt da sinnvoll intervenieren soll, kann ich leider auch nicht sagen, aber ein guter Ansatz wäre wahrscheinlich, wenn Ärzte sich mehr Zeit nehmen könnten für ihre Patienten, und wenn Übergewicht ganzgesellschaftlich betrachtet würde wie Rauchen, Trinken, etc – niemand hat das Gefühl, dass seine Freunde ihn für einen schlechteren Menschen hält, wenn er raucht, aber jeder weiß, dass es ungesund ist. Die Kopplung von Körpergewicht und Wertgefühl müsste aufgelöst werden. Aber auch da weiß ich nicht, wie das gehen sollte.

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    1. Das Erlebnis mit dem Psychotherapeuten ist übel. Ich weiß immer nicht, wie ich auf solche Erlebnisse reagieren soll, denn das ist einfach zum Fremdschämen 😦
      Laut deiner Schilderung wäre es auch exakt umgekehrt, und eine Psychotherapie wäre genau für so einen Fall, wenn das Wissen vorhanden ist, aber die Umsetzung an psychologischen Hürden scheitert, sinnvoll. Gerade bei Angstproblematiken ist Essen oft damit verquickt, denn Essen wirkt aus biologisch-körperlichen Gründen beruhigend. Der Parasympathikus wird aktiviert und das System stellt sich auf „Ruhe/Entspannung“ ein, da Essen dem Körper quasi signalisiert „Es besteht keine Gefahr, sonst würden wir ja nicht essen.“ – daher sind Angstpatienten oft entweder eher dünn (die Anspannung ist zu hoch, um zu essen) oder übergewichtig (Essen wurde zum Mittel, die Anspannung zu lindern). An der Stelle kann man sehr gut psychotherapeutisch ansetzen, durch Angstbewältigung und Entspannungstechniken, etc.

      (Sorry fürs späte freischalten, ich habe eben den Spamordner überprüft und offenbar sind einige Kommentare darin gelandet)

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  39. Ich habe nach Rauchstopp und „dank“ Schwangerschaft und Fressorgien während Stillzeit (da nimmt man ja automatisch ab, auch wenn man Nutella mit dem Suppenlöffel ist…. *augenroll*) in einem Jahr um die 30 Kilo zugenommen.
    Ja, meine Ärztin hat mich darauf angesprochen bzw. mich deswegen jahrelang genervt. Ich fand immer eine gute Ausrede, um irgendwann dann mal schon, aber nicht gerade jetzt, mit Abnehmen anzufangen. Als ich mich dann bei eBalance einschrieb fand sie sofort, mit 25 Kilo in einem Jahr (also einem Pfund pro Woche) hätte ich mir aber zu viel vorgenommen und das sei eh nicht realistisch und überhaupt und sowieso….. *pffffft* Luft gleich wieder raus. Ein „super, dass du es endlich anpackst und alles Gute“ wäre hilfreicher gewesen! Ich habs dann ein paar Jahre lang noch selber probiert, und liess mich dann von ihr in eine medizinische Ernährungsberatung überweisen, wo ich jetzt sehr gut gecoacht, unterstützt und beraten werde und zwar langsam abnehme, dafür (fast) ohne es zu merken sprich: Alltagstauglich und mit meinem Familienleben kompatibel.

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  40. Sammy

    Unter anderem schätze ich an deinem Buch sehr, dass du alle deine Statements mit Fakten belegst. Frage: Sind auch diese Fotos (BMI > 25) entsprechend sorgfältig ausgewählt? Hast du einen Nachweis über das tatsächliche Gewicht dieser Frauen, als die Fotos gemacht wurden?

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    1. Nur bei der ganz rechts, das bin ich 🙂
      Die anderen sind fast alle Abnehmerinnen aus dem Forum und/oder Leserinnen, mit denen ich per Mail Kontakt hatte. Ein Nachweis ist allerdings ziemlich schwierig, denn technisch gesehen hätte ich mich dann daneben stellen müssen wenn sich die Frauen nackt auf die Waage stellen und sichergehen, dass sie vorher nicht 2 Liter Wasser getrunken haben, und das ist natürlich nicht realistisch.

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      1. Sammy

        Ach wie schade.
        Meiner Meinung nach gefährdest du damit deine Glaubwürdigkeit. Insbesondere dann, wenn du diese Bilder an Vorträgen als Aufhänger benutzt. Mach es doch weiter so wie im Buch: sachlich, sauber, fundiert. Du selbst kritisierst Studien, die sich auf Selbstauskünfte stützen (zu Recht meiner Meinung nach) und ich denke, dass du deine Position schwächst, wenn du dich dann selber auf solche zweifelhafte Quellen stützt. Ganz besonders, wenn es sich bereits um eine kontroverse Diskussion bzw. um ein Minenfeld handelt.

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      2. Vanessa

        Wette um 1000 Euro, dass du hier keinen BMI über 25 hast.
        Totale Diskrepanz zwischen dem Buch und solchen unwürdigen Foto-Argumentationen.
        Du schadest damit vielen Menschen. Traurig.

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    1. Mona

      Was soll das Bild zeigen?
      Ich bin normalgewichtig und sehe nicht aus wie die normalgewichtige Abbildung. Mit Übergewicht sah ich auch anders aus als es die Abbildung zeigt.

      Bei Foto zwei aus dem Blogbeitrag kann ich es gar nicht einschätzen, aber allen anderen glaub ich sofort, dass sie Übergewicht haben. Sie alle haben überall am Körper Pölsterchen, die man auch sieht. Wahrscheinlich würde man das besser „sehen“, wenn man abtasten würde, wo überall wie viel Fett ist.

      Ähnliches zu deinen Abbildungen gibt es hier:
      http://bodyvisualizer.com/female.html

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      1. Vanessa

        Halten wir doch einfach fest, dass solche Fotos eine reine Glaubensfrage sind und somit grosses Beeinflussungspotential haben. Hier in Richtung: Seht her, die sehen ja so dünn aus aber sie sind immer noch zu dick und dürfen/sollen/müssen noch abnehmen.

        Können wir denn nicht einfach mit dieser Polemik aufhören? Wir alle, Dicke Dünne, Normalgewichtigen sind sowohl wohlmeinenden wie auch deplatzierten Bewertungen durch unsere Umwelt ausgesetzt. Muss man das Aufbauschen und Fotos von Personen zeigen, die bestenfalls gerade an der Grenze von BMI >25 sind? Warum das ganze so anheizen? Was soll das? Was soll es Hausärzte mit solchen Fotos zu provozieren bzw. zu „schockieren“? Wir leben in einer Gesellschaft in der Übergewichtige extrem diskriminiert und unter Druck gesetzt werden und der soziale Druck zu Untergewicht ist enorm. Also winkt nicht mit Fotos herum, um den Menschen zu zeigen, dass auch die, die gar nicht so aussehen, übergewichtig sind und abnehmen müssen. Das ist doch Irrsinn. Wir sollten einfach lernen mit diesen mahnenden, allenfalls neidischen Stimmen umzugehen, drüber zu stehen und ruhig und gelassen zu erklären, warum wir tun was wir tun.

        Und nicht vergessen: Nadja hat für Ihr Abnehmen mehr Gratulationen entgegengenommen als für ihren Doktortitel. So schlimm kann‘s dann doch nicht sein mit den kritischen Bemerkungen.

        (Übrigens, was die Wette betrifft: Nadja war der Meinung, ich müsse ihr das einfach glauben. Sie war auch nicht bereit zu meiner sachlichen und besorgten Kritik Stellung zu nehmen, was ich sehr schade finde.)

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      2. Liebe Vanessa, das entspricht so nicht der Wahrheit, und ich denke, das wissen wir beide. Ich war bereit, dir Belege zukommen zu lassen, u.a. das Originalfoto mit Datumsangabe, welches sich noch auf meinem Smartphone befindet sowie als Abgleich dazu die Gewichtskurve, die bereits seit Jahren im Buch/Blog/Facebook verwendet wird und nicht nachträglich manipuliert werden kann mit dem exakten Gewicht, das ich zu dieser Zeit hatte. Daraufhin wurdest du leider nur unverschämt. Aus deiner Mail wurde deutlich, dass du das Buch absolut nicht verstanden hast. Auch deine Einlassungen über die Fotos gehen an dem Punkt vorbei, um den es geht, nämlich dass (Über)gewicht nicht auf Sicht beurteilt werden kann aufgrund sehr unterschiedlicher Staturen, Verteilungen, etc..
        Dass du deine „Kritik“ als „sachlich“ und „besorgt“ wahrnimmst, solltest du evtl. überdenken, denn im Allgemeinen wird es nicht so empfunden, wenn man Menschen bereits im ersten Kommentar rundweg sagt, dass man sie für Lügner hält. Deine Gleichsetzung dieses Verhaltens mit dem, was ich deiner Ansicht nach im Buch tue, ist im Übrigen eins der Dinge, die du offensichtlich nicht verstanden hast. Es geht darin nicht darum, dass Menschen bewusst und absichtsvoll LÜGEN, sondern um eine verzerrte Wahrnehmung. Sich bei etwas wie Kalorienaufnahme zu täuschen, was bereits mit genauem Abwiegen und Kalorienzählen nicht zu 100%ig genau sein kann und „auf Sicht“ absolut unmöglich ist, ist etwas komplett anderes, als über eine Zahl, die schwarz auf weiß auf einer Waage steht, eine falsche Auskunft zu geben.

        Ich denke im übrigen auch nicht (mehr) dass du es „schade“ findest, wie das hier läuft, sondern dass du bewusst mit der Absicht herkamst, zu provozieren und zu trollen, und ich leider zunächst wirklich dachte, dass es dir um die Sache ging und darauf reagiert habe. Die Zeit hätte ich wesentlich besser in die Beantwortung echter Fragen oder Anmerkungen investiert.

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      3. Mona

        Ärzte sollten doch nicht nur bei scheinbar zu dicken oder zu dünnen den BMI bestimmen. Einfach bei jedem, egal wie der Mensch aussieht.

        Vanessa: „…der soziale Druck zu Untergewicht ist enorm.“
        Wie meinst du das? Es gibt doch keinen Druck zu Untergewicht. Ich seh zumindest keinen. Wenn ich untergewichtige Personen treffe, dann merk ich, dass sie eher unter dem Druck leiden zunehmen zu müssen (also dass einfach irgendwelche Menschen sie für ihr Untergewicht bemängeln, auch fremde Menschen), obwohl sie schon immer so sind und es keine Krankheit bei denen ist. Man wird nicht dafür gelobt untergewichtig zu sein. Außerdem weiß doch jeder, dass es genauso ungesund ist wie Übergewicht. Natürlich hat kein Mensch das Recht dem anderen ungefragt Bewertung des Gewichtes oder des Aussehens an den Kopf zu werfen. Ein Arzt darf schon den Zusammenhand von Krankheit und Gewicht erklären, weil man ja selbst zum Arzt gegangen ist und seine Meinung zu den Beschwerden hören möchte.

        Vanessa: “ Also winkt nicht mit Fotos herum, um den Menschen zu zeigen, dass auch die, die gar nicht so aussehen, übergewichtig sind und abnehmen müssen.“
        Es muss doch gar keiner abnehmen. Das steht auch nirgends. Wenn man zum Arzt geht und Beschwerden hat, dann sollte er doch das Gewicht aufnehmen und erklären, dass die Beschwerden weggehen können, wenn man abnimmt. Was man daraus macht, ist jedem selbst überlassen. Hinweisen sollte ein Arzt darauf, weil es doch eine viel bessere Therapie ist die Krankheit durch einmalige Gewichtsabnahme als durch ständige Medikamenteneinnahme zu behandeln, oder nicht?

        Wenn jemand mit zu hohem Blutdruck (gibt ja jede Menge Krankheiten, die durch zu viel Fett verschlimmert werden KÖNNEN) zum Arzt kommt und schlank aussieht, dann kann doch der Arzt den BMI herausfinden und wenn der bei z.B. genau 25 liegt, dann können sie doch besprechen oder ausprobieren, ob es was bringt, wenn der Patient 5 kg (am besten Fett) abnimmt. Wenn dann die Beschwerden erledigt sind, kann man sich doch freuen. Man brauchte nicht direkt Medikamente. Das ist wie bei den ganzen Beschwerden durch zu schwache Muskulatur, da ist es auch total egal ob man zu dünn, zu dick oder mittel ist, der Arzt sollte einen drauf hinweisen, dass man mit Kraftaufbau oder Abbau von Dysbalancen seine Beschwerden loswerden könnte.

        Vanessa: „Warum das ganze so anheizen?“
        Was wird angeheizt?

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  41. Magenta

    Vanessa, mit BMI 27 sah ich aus wie die Dame bei BMI 22 auf Deiner Darstellung.
    Die Optik ist also nicht wirklich aussagekräftig und Muskeln hatte ich zu diesem
    Zeitpunkt auch noch nicht. Menschen sind halt verschieden.

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  42. claire

    So und nun noch eine schockierende wahrheit: Magersüchtige die zunehmen, sehen mit ganz knappem NG (BMI 18/19) oft moppelig aus. Kreisch! But thats a fact. Nicht jede immer, aber weil sich das Gewicht so dermassen scheisse verteilt (Bauch und Gesicht zb) wirken die armen Dinger richtig propper. Wie fies ist das denn: da hat man panische angst, dick auszusehen und bumm, man SIEHT dicklich aus. Das gibt sich, aber das dauert. Was ich sagen will: Fotos sind nur semigut geeignet, etwas zu belegen. Zum einen, weil da jeder individuell drauf guckt (wer seine Oberschenkel hasst, wird bei den Frauen exakt dorthin starren und sind die scheinbar dünner den Beweis haben, dass das gaaar nicht stimmen kann mit deren BMI) und zum Andern, weil halt Fotos. Mit Klamotten. Mit Lichteinfall usw. Im Netz kursieren ja grade die #30secondstransformation. Kann jeder sich mal zu Gemüte führen. Fotos sind kein Abbild der Realität. Ich schätze, du hast die Fotos auch so sortiert, dass der Knalleffekt hoch ist – soll heissen, du hast jetzt keine Bilder genommen, auf denen Frau X mit BMI 27 im Bikini am Wasser steht und diverse Dellen und Rollen zu sehen sind. Das wäre aber fair gewesen – oder? Deine Bilderkulisse ist ein bisschen wie eine Studie, in der du „beweisen“ willst, dass Dicke gesund sein können und tata vier out of X präsentierst, die humperldumperlgesund sind. Nett, aber nicht repräsentativ.
    Dass man dir jedoch Lügen und unsaubere Arbeit unterstellt wie oben, finde ich jetzt too much. Ich hoffe, du kriegst deine 100 Euro 😉

    Fazit: Fotos sind halt – Fotos. Es gibt ne Menge Gründe, warum ein Mensch auf einem Foto ausschaut wie Person Y ihn wahrnimmt. Was davon real ist – ?

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    1. Es ging mir in dem Beispiel nicht um „Fairness“. Keine Ahnung, offenbar kam das bei manchen nicht rüber, obwohl ich dachte, ich hätte mit dem Satz „Dazu hatte ich ein paar Fotos aus dem Blog und dem Forum gezeigt, die Frauen zeigen, die einen BMI von 25 – 28 haben, dabei aber eher schlank wirken.“ klar gemacht, dass es nicht darum ging, das gesamte Spektrum abzubilden, sondern darzustellen, dass es schwierig ist, „auf Sicht“ Übergewicht zu erkennen, weil es eben Leute gibt, bei denen es sich so verteilt, dass sie trotz Übergewicht vergleichsweise schlank wirken.

      Es ging NICHT darum, zu sagen: „GENAU SO sieht Übergewicht aus!“ sondern „SO (schlank) können Übergewichtige wirken, also ist es sinnvoll, den BMI standardmäßig zu messen, um auch diese Leute korrekt zu erfassen.“

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      1. Erika

        Welches Problem wird da eigentlich konstruiert?
        Ärzte, die den Patientinnen nicht sagen, dass sie übergewichtig sind?
        Ärzte, die nicht wollen, dass ihre Patientinnen abnehmen und sie daran hindern wollen?
        Ärzte, denen man sagen muss, dass ihre Patientinnen nur dünn aussehen, in Wirklichkeit aber übergewichtig sind?
        ???
        Ich sag’s mal so, dass ist ein kleines Nadja Problem und hat mit dem Weltgeschehen wenig zu tun. Nadja hat viel abgenommen. Nun sieht sie dünn aus. Nadja möchte aber noch mehr abnehmen. Nun hat Nadja das Problem, dass ihre Umwelt sieht, dass sie dünn ist und sich langsam Sorgen macht, wann das Dünnerwerden dann mal aufhört. Und nun konstruiert Nadja ein öffentliches Problem daraus. Siehe oben.
        Ist es aber nicht. Das wahre gesellschaftliche Problem ist das, dass Ärzte Übergewichtige verbal diskriminieren, ihre gesundheitlichen Beschwerden grundsätzlich auf ihr Gewicht abschieben und das ärztliche Gespräch sich immer nur um eines dreht, nämlich wann die „Dicke“ jetzt endlich mal genügend Willenskraft aufbringt um abzunehmen.

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      2. Übrigens, liebe Vaness… äh, „Erika“ … mir wird die IP-Adresse angezeigt, also wenn du unter mehreren Identitäten hier kommentieren willst, nützt es wenig, gefakte Mailadressen und unterschiedliche Namen anzugeben. Deine IP-Adresse ist nun übrigens auch geblockt, also weiteres Getrolle kannst du dir sparen 🙂

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      3. Vanessa

        Was genau ist dein Ziel?
        Dass Ärzte sich nicht mehr auf Ihre Erfahrungen und „Augenscheindiagnose“ verlassen sondern von allen Patientinnen Gewicht und Grösse verlangen um den BMI auszurechnen?

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      4. Ja. Standardisierte Erfassung dieser Werte. Beim Blutdruck wird ja auch regelmäßig gemessen (zumindest bei meinen Hausärzten bisher), egal weswegen man da ist. Einfach weil man Blutdruck nicht auf Sicht einschätzen kann, aber Abweichungen im Auge behalten werden sollten, da er ein Risikofaktor ist. Und auch nach dem Rauchen wird mehr oder minder regelmäßig gefragt.

        Edit: Bin ich eigentlich blöd, weiterhin zu versuchen, sachlich zu antworten, wenn du dann parallel dazu unter anderem Namen (mit derselben IP-Adresse) hier trollst?

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      5. Mona

        Oh bei mir wurde noch nie nur so der Blutdruck gemessen beim Hausarzt. Ich kenn das erst von einer Frauenärztin, da bin ich aber erst 4 Jahre oder so. Vorher wurde der Blutdruck immer nur gemessen, wenn ich sagte, dass ich zusammengebrochen bin und deswegen zum Arzt gekommen bin.

        Nadja, bemerkst du das als Therapeutin, wenn jemand zu- oder abnimmt mit der Zeit?

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    2. Vanessa

      Vielleicht war es ein Fehler zu sagen, dass ich die Gewichtsangaben anzweifle. Ich habe damit die Diskussion auf den falschen Punkt gelenkt und das tut mir leid.

      Wäre es aber vielleicht möglich meine etwas differenzierte Ausführung von oben zu diskutieren?

      Nämlich diesen Ausschnitt:
      Wir alle, Dicke Dünne, Normalgewichtigen sind sowohl wohlmeinenden wie auch deplatzierten Bewertungen durch unsere Umwelt ausgesetzt. Muss man das Aufbauschen und Fotos von Personen zeigen, die bestenfalls gerade an der Grenze von BMI >25 sind? Warum das ganze so anheizen? Was soll das? Was soll es Hausärzte mit solchen Fotos zu provozieren bzw. zu „schockieren“?

      Wir leben in einer Gesellschaft in der Übergewichtige extrem diskriminiert und unter Druck gesetzt werden und der soziale Druck zu Untergewicht ist enorm. Also sollten wir vielleicht nicht mit Fotos herum winken, um den Menschen zu zeigen, dass auch die, die gar nicht so aussehen, übergewichtig sind und abnehmen müssen. Das ist doch Irrsinn. Wir sollten einfach lernen mit diesen mahnenden, allenfalls neidischen Stimmen umzugehen, drüber zu stehen und ruhig und gelassen zu erklären, warum wir tun was wir tun.
      Und nicht vergessen: Nadja hat für Ihr Abnehmen mehr Gratulationen entgegengenommen als für ihren Doktortitel. So schlimm kann‘s dann doch nicht sein mit den kritischen Bemerkungen.

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      1. Siehe meine Antwort an Claire. Ich denke, du hast missverstanden, worum es bei den Fotos ging. Es ging bewusst darum, Frauen zu zeigen, bei denen sich das Gewicht so verteilt, dass man sie optisch nicht als übergewichtig identifiziert (zumindest wurde ich selbst meist schlanker geschätzt). Das sollte den Ärzten verdeutlichen, warum standardisierte Gewichtserfassung sinnvoller ist, als sich auf reine Wahrnehmung (die sich mit steigendem Übergewichtsanteil in der Gesellschaft darüber hinaus auch immer mehr verzerrt) zu verlassen. Genau so wrden die Fotos im Vortrag und hier im Blog eingeführt, siehe den Teil mit dem „Fotos von Frauen, die dabei eher schlank wirken“. Ansonsten hätte ich geschrieben „Fotos von ganz typischen Übergewichtigen“.

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    3. Kann das vielleicht auch einfach davon kommen, daß zunehmende ehemals Magersüchtige durch ihre ungesunden Abnehmmethoden deutlich weniger Muskelmasse und damit einen höheren Körperfettanteil haben als Abnehmende oder „Naturschlanke“ im gleichen BMI-Bereich?

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      1. Alex

        Der ganze Körper wird ja runtergefahren, nicht nur Muskulatur auch das Skelett passt sich an. Im Umkehrfall wirken die oben gezeigten Frauen schlanker, da das Skelett noch auf „größer“ angelegt ist und Fettpölsterchen sich darin verstecken können.

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      2. Mona

        Ich vermute, dass wenn man versucht relativ schnell zuzunehmen, wird da auch jede Menge Wasser dabei sein, vor allem wenn man nicht so ganz gesund ist und vielleicht noch Mangelkrankheiten hat.

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  43. Alex

    Die einzige Erfahrung mit Übergewicht und Ärzten hatte ich vor ca 25 Jahren. Mein Gewicht war nach der Pubertät vom unteren Normalgewicht auf minimales Übergewicht angestiegen. Magenschmerzen und Extremsodbrennen waren die Folge. Der Arzt hat mir dann ein paar allgemein gehaltene Fragen zur Ernährung gestellt, hat dann ob der vegetarischen Ernährungsweise sofocht und ohne Blutuntersuchung Eisenmangel diagnostiziert und mir Tabletten dagegen verschrieben (Kopf und die gute alte Tischplatte). Auf die Gewichtszunahme ist er natürlich nicht eingegangen.
    Andererseits hat eine frühere Kollegin empört den Arzt gewechselt, als er sie auf ihr Bluthochdruck verursachendes übergewicht angesprochen hat.

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  44. claire

    Zum Thema Magersucht: Es gibt Studien, die zeigen, dass sich das zugenommene Gewicht (was sich tatsächlich aus Wasser, Fett und Muskulatur zusammensetzt, in der Regel nimmt ein untergewichtiger Körper tatsächlich auch ohne grossartiges Training Muskulatur zu, weil er diese vorher aufgegessen hat und sie doch gern wiederhaben möchte – viele Spezialkliniken wiegen regelmässig auf dieses Analysewaagen, so dass grosse wassereinlagerungen (achtung Herz!) erkannt werden können und auch die Betroffenen beruhigen, dass sie gar nicht 8kg Fett in drei wochen zugenommen haben) sich tatsächlich erst einmal am Bauch verteilt bzw daran kleben bleibt. Während Arme und Beine eher noch dünn sind. Zum Einen ist das so, weil der Bauch durch mehr Darminhalt usw aufgedunsener wirkt – das ist ja nur optisch, keine echte zunahme. Zum Anderen wird Fett WIRKLICH zuerst für einige zeit am Bauch abgelagert. So für bis zu ein Jahr. Das ist fies. Die Betroffenen die ich kennengelernt habe, waren übrigens bei ihrem Zielgewicht nicht skinnyfett von der Körperanalyse her, aber wie schon festgestellt, ist skinnyfett auch kein absolut feststehender Begriff.

    Warum man hier plötzlich von Nadja in dritter Person schreibt, wo doch klar ist, dass Nadja hier mitliest, weil es ja auch immerhin Nadjas Blog ist, verstehe ich nicht.

    Ich glaube nicht, dass hier ein Problem konstruiert wird, aber was mich – unabhängig von der Fotodebatte – interessiert, ist: was wünschen sich Übergewichtige oder Adipöse für einen Umgang der Ärzte mit ihrem Gewicht? Entsprechende Foren sind voll von Blacklists, weil der Orthopäde X es WAGTE, die Knieschmerzen auf die 200 Kilolast zu schieben.
    Wie sollen sich Ärzte also idealerweise verhalten?
    Mein Eindruck ist, dass Gewicht ein hochsensibles Thema ist – also, wenn zb ein Arzt jemanden begutachtet, weil der wg einer erkältung zu ihm kommt und ihm fällt ein Leberfleck auf. Der arzt sagt: „Achja, übrigens: Den sollten Sie mal von einem Hautarzt untersuchen lassen.“ Er fügt also diese Beobachtung der eigentlichen Untersuchung hinzu, weil das ja auch irgendwie seine Pflicht ist. Guter arzt! Ich denke, niemand würde hier wutschnaubend zur Tür rausrauschen und erstmal ein Tweet absetzen, dass der verdammte Kurpfuscher es GEWAGT hat, diesen auffälligen Leberfleck ANZUSPRECHEN obwohl man ja nur wg des Schnupfens da war.

    Szenenwechsel: Person X kommt wg Erkältung zum Arzt, der sagt abschliessend: „Ihr Gewicht macht mir Sorgen, es ist dringend zu empfehlen, dass Sie es reduzieren.“

    How dare you!!

    …..

    Wie sollten Ärzte eurem Wunsch nach Vorgehen?

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    1. Mona

      Ich persönlich mag es nicht, wenn man immer nur auf einem Thema rumreitet, wie auf psychischen Problemen oder Übergewicht und alles darauf schiebt ohne wirklich zu untersuchen. Probleme beim Pinkeln? Ach das ist bestimmt die Psyche, Sie haben ja psychische Probleme (Blasenentzündung). Rückenschmerzen? Machen Sie ein bisschen Sport und reduzieren sie ihr Gewicht (geklemmter Nerv). Sowas in der Art.

      Ich mag es gern, wenn man mir Zusammenhänge, Folgen und unterschiedliche Wahlmöglichkeiten erklärt.

      „Ihr Gewicht macht mir Sorgen, es ist dringend zu empfehlen, dass Sie es reduzieren.“
      1. Ich glaube nicht, dass das Gewicht von irgendeinem Patienten einem Arzt Sorgen macht. Dann sollte es das auch nicht so formulieren als ob es die eigene Mama ist.
      2. „dringend zu empfehlen“ klingt für mich wie ein Muss und ich keine Wahl habe. In Wirklichkeit habe ich immer eine Wahl. Wenn ich nicht abnehmen will, dann nehme ich halt nicht ab.

      Sooo viel Zeit haben die Ärzte doch nicht, dass sie sich um eine Erkältung kümmern können und dann auch noch über Übergewichtsfolgen informieren können. Ich werde meistens bevor ich alle meine Beschwerden aufgezählt habe, schon halb aus dem Raum geschoben. Ich hab noch nie einen Allgemeinmediziner mit Zeit erlebt. die Wartezimmer sind immer proppenvoll.
      Wenn der Arzt etwas anspricht, egal ob Leberfleck oder Gewicht, dann erwarte ich schon, dass ich Fragen dazu stellen kann und er mir dann antwortet, was das Problem dabei ist. Schließlich haben viele Leute Leberflecken oder ein hohes Gewicht. Bei Leberflecken ist die mögliche Folge einfacher und konkreter zu verstehen, da braucht man vielleicht weniger Zeit.

      Vielleicht braucht man eine nette sachliche Broschüre, die für jeden Verständlich erklärt, was das Problem beim Übergewicht ist und einem dann trotzdem die Wahl lässt und nicht versucht auf eine Abnahme hinzudrängen. Drängen beim Arzt ist immer blöd. Wenn etwas dringend ist, dann will ich das anhand von möglichen Folgen erklärt bekommen, wieso es erst und zügig gemacht werden sollte, z.B. eine OP, und nicht einfach „Ich empfehle Ihnen das und das zu machen“. Ich brauche die Begründung und ich möchte nachdem ich mir die Infos angehört habe, selbst entscheiden. Wenn ich dann herausbekomme, dass der Arzt mir wichtige Vor- oder Nachteile unterschlagen hat, dann bin ich sauer, weil meine Entscheidung ja anders ausgefallen wäre. Der Arzt soll mich wie einen erwachsenen Menschen behandeln. Wenn ich bestimmte Nebenwirkungen und Folgen bereit bin zu tragen, dann wähle ich diese Art des Vorgehens. Wenn ich andererseits bestimmte Risiken nicht bereit bin einzugehen, dann wähle ich halt ein anderes Vorgehen. Das kann zu einem ganz anderen Ergebnis führen als das, was der Arzt empfohlen hat.

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      1. claire

        Nee also wo siehst du denn jetzt in einer dringenden Empfehlung ein Muss, das dir keine Wahl lässt? Du hast immer die Wahl….auch bei dringenden Empfehlungen. So wird zb dringend empfohlen, bei unbekannten OneNightStands zu verhüten, aber du, Mona, darfst gerne ohne!
        Und das Ganze von mir hier Geschilderte ist logischerweise VERKÜRZT, da steht nirgends, dass man nicht nachfragen darf. Und jetzt hier so zu tun, als seien dem Durchschnittsmenschen die Folgen von ÜG völlig unbekannt und er habe noch nie etwas davon gehört, ist absolut unglaubwürdig. Du willst wie ein erwachsener Mensch behandelt werden? Dann benimm dich auch so und plärr nicht rum. Frag, was du wissen willst, egal ob zur Geschlechtskrankheit, zum Leberfleck oder dem Gewicht und übernimm dann deine Verantwortung – oder auch nicht. Die wahl hast du.

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      2. Mona

        Die Sache mit dem Nachfragen habe ich reingebracht, weil ich mir die ganze Situation praktisch vorgestellt habe. Aus meiner eigenen Erfahrung ist das halt so, dass gar nicht so viel Zeit beim Arzt bleibt, um auf mehr als eine Sache einzugehen, z.B. etwas außer der Erkältung, wegen der man da ist. Ich habe nur für mich gesprochen. Du hast doch nachgefragt, was wir uns denn wünschen. Wolltest du das wissen, um dich dann über die Wünsche lustig zu machen?

        Ich hab doch nur meine Meinung geschrieben. Wenn ich solche Sätze mit dringenden Empfehlungen wie ein Überreden empfinde und ein Überreden für mich sich anhört wie „Du musst aber“, dann ist das so. Ich hab doch nur so reagiert, wie ich deinen Beispielsatz ganz persönlich finde. Ich selbst benutze diesen Ausdruck „Ich empfehle Ihnen dringend“ selbst nicht, weil sie mir auch beim sagen schon viel zu streng vorkommt. Ich fühle mich bedrängt, wenn jemand streng zu mir ist und ich möchte auch nicht streng zu anderen sein, wenn es um deren und nicht um mein Leben geht. Ich sage sehr oft, was ich „an der Stelle tun“ würde, was ich „vorschlage“, was ich selbst hilfreich fand usw. Ein Buffet an Möglichkeiten, aber die Person kann alles liegen lassen, was sie nicht mag, und sich das nehmen, was für sie passend ist.

        Wo plärr ich denn rum?
        Woher soll man denn bitte wissen, dass man bei 5 kg Übergewicht schon vielleicht Probleme bekommt? Insbesondere dann, wenn viele andere mit 50 kg Übergewicht rumrennen, wo es natürlich deutlicher ist über Jahrzehnte. Es gibt doch überall (normalgroße) Menschen, die denken, dass wenn sie unter 100 kg sind, dann kann es ja nicht schlimm sein, weil die wirklich krankhaft Dicken dreistellige Werte haben. Das ist so eine gefühlte Sache, wie dass man nie schlank sein kann, wenn man noch nie in seinem Leben schlank war und alle Verwandten auch nicht schlank sind. Es gibt doch genug Menschen, die denken, dass 80 kg bei 170 cm Größe ein supertolles Gewicht sei. Sie können sich nicht vorstellen, dass man damit im Übergewicht ist und es schon Auswirkungen hat, z.B. auf Blutwerte.

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    1. Vanessa

      @ Claire
      „PS: Was hat denn nun schon wieder Nadjas Doktortitel mit Nadjas Gewichtsabnahme zu tun???“
      Das hat Nadja selbst so in ihrem Buch geschrieben (Kapitel 58).

      @ erzaehlmirnix
      „Übrigens, liebe Vaness… äh, „Erika“ … mir wird die IP-Adresse angezeigt, also wenn du unter mehreren Identitäten hier kommentieren willst, nützt es wenig, gefakte Mailadressen und unterschiedliche Namen anzugeben. Deine IP-Adresse ist nun übrigens auch geblockt, also weiteres Getrolle kannst du dir sparen“

      Du irrst. Ich schreibe über ein VPN (Virtual Private Network) und dieselbe IP wird auch an andere herausgegeben.
      Ich trolle auch nicht sondern hinterfrage kritisch.
      Wenn du mich also hier ausschließt, dann nicht weil ich trolle, sondern weil du keine kritischen Bemerkungen in deinem Blog haben willst.

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      1. 2 Kommentatoren die in einem nicht so großen Blog per VPN einen nicht mehr aktuellen Artikel kommentieren, dabei auch noch zufällig den gleichen VPN-Anbieter benutzen und auch noch eine bemerkenswert ähnliche Meinung haben – wow, verrückt was es für Zufälle gibt…

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  45. Manu33

    Wow, so viele Kommentare! Ist aber auch ein spannendes / interessantes Thema.
    Allerdings kann ich nicht verstehen, warum man sich so aufregen kann über ein paar Bilder!!!?? Also ich habe sofort verstanden, was Nadja damit sagen wollte. Es geht doch nur darum, dass man sich / andere gar nicht so sieht, wie sie vielleicht wirklich sind, weil das Allgemeinbild (Menschen, zumindest in Deutschland insgesamt mehr Gewicht mit sich rumtragen als früher mal) was anderes sagt.

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  46. Hat dies auf Site Title rebloggt und kommentierte:
    Sehr interessanter Beitrag. Als Ärztin (Psychiaterin), die selbst übergewichtig ist, fällt es mir sehr schwer, meine Patienten auf ihr hohes Körpergewicht anzusprechen. Wenn ich es für einen dominanten Faktor in der Pathogenese ihrer psychiatrischen Erkrankung halte, zwinge ich mich meist trotzdem. Es ist bis jetzt noch nicht vorgekommen, dass Patienten negativ reagiert hätten oder mich spöttisch gefragt hätten, wie es denn so bei mir aussehe. Die negativste Reaktion war bis jetzt Überraschung, meistens aber sehe ich Erleichterung, mit jemandem, der sie vermutlich ziemlich gut versteht, über die Sorgen als sehr übergewichtiger Mensch mit einer psychischen Erkrankung zu sprechen.

    Was psychiatrische Medikation angeht, wissen sicher viele, dass es recht viele Substanzen in meinem Fachgebiet gibt, die eine ganz enorme Gewichtszunahme verursachen können. Manchmal weiß man nicht einmal, warum das so ist. Ich betone stets, dass es eine MÖGLICHE Nebenwirkung ist, die bei weitem nicht bei allen Patienten auftritt, dass es sich in den allermeisten Fällen um eine Steigerung des Appetits und nicht um eine veränderte Stoffwechselfunktion (!) handelt und dass wir bei zu starker Gewichtszunahme über den Wechsel auf eine andere Substanz nachdenken können.

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    1. Peter Meier

      @ psychadviceblog

      Dazu (Mediaktion und Gewichtszunahme) eine kleine persönliche Anmerkung:

      Als ich noch (vor ca. 5 Jahren) Depressionen hatte und mein Gewicht – als auch meine Depressionen sich so allmählich gefangen haben, und es mir sogar schon so richtig anfing besser zu gehen (inklusive, dass ich mich aus meinem Schneckenhaus ein wenig heraus traute), bin ich – blöderweise – bei einem Psychiater gelandet, der aus „Gewichtsgründen“ eine gaaanz tolle Idee hatte.

      Ich war auf Escitalopram eingestellt (mit einer ziemlich geringen Dosis), mein Gewicht ging langsam, aber kontinuierlich runter, eigentlich war alles so weit ganz OK (jedenfalls im Trend). Mächtig übergewichtig war ich trotzdem, aber immerhin war die Trendrichtung (von allem!) genau richtig, ich fing sogar schon an regelmäßig sachten Sport zu treiben. Ich wollte einfach nur eine neue Verschreibung.

      Da kam dieses Riesengehirn von Psychiater auf die echt blöde Idee, mir einzureden, wenn ich meine Medikation auf Fluoxetin umstelle, dann würde ich ganz automatisch abnehmen, und darum könne er mir einfach kein Escitalopram verschreiben. Das Ergebnis für mich war jedenfalls grausig: Escitalopram ausschleichen, dann durch Fluoxetin ersetzen:

      Und schon ging es mir dreckig. Richtig dreckig.

      Ich war kaum noch lebenstüchtig (nicht mal zum Weg zum Arzt), hatte wieder extrem massiv Depressionen, Schlafstörungen und dergleichen mehr. Zugenommen habe ich dann auch, aber das war das allergeringste Problem, geschweige denn, dass ich es in diesem Moment überhaupt beachtet habe. Dazu ging es mir nämlich echt zu schlecht. Und ich schwöre, dass ich mir von diesem ganzen Mist echt nichts eingeredet habe. Ich dachte ja, einfach ein SSRI durch ein anderes ersetzen, was soll da schon passieren?

      Tja, denkste!

      Ich habe dann irgendwann nach knapp 3 sehr elenden Monaten den Stöpsel gezogen, bin aufgelöst zu meinen Hausarzt getigert (keine Ahnung, wie ich überhaupt die Kraft dazu mobilisiert habe) und habe ihn gefragt, ob er mir (an Stelle eines Psychiaters) halt Escitalopram oder Citalopram verschreiben könne.

      Nach weiteren 2 Monaten war ich dann wieder stabil.

      Inzwischen – seit mehreren Jahren – bin ich meine Depression gründlich los, liege auch 25 Kilo unter meinen damaligen Kampfgewicht und erfreue mich (das ist aber zweifellos noch ausbaufähig) mich meines Lebens.

      Will damit nur sagen: Eine erfolgreiche Psychomediaktion nur darum zu wechseln, weil das – eventuell – eine „Verbesserung“ im Gewicht bewirken könnte, das ist eine ziemlich dämliche Idee. Bei mir war das so, und „Körperverletzung“ mag als Vorwurf an dieser Stelle vielleicht übertrieben wirken, aber so elend, wie es mir nach dieser angeblich harmlosen Umstellung ging, das will ich nicht meinen bösesten Feind (habe da aber sowieso keinen) wünschen.

      Das war echt schlimm.

      Moral von der Geschicht: Es gibt auch Wichtigeres als das Gewicht.

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      1. Mona

        Die SSRI wirken bei jedem ganz anders. Ich hab auch schon einige durch. Manche haben bei mir bessere Wirkung als Fluoxetin, aber ich gehe auf wie ein Hefekuchen, weil ich rund um die Uhr extremen Heißhunger habe. Mit Fluoxetin hab ich sehr gute Erfahrungen, auch wenn es nicht so stark die Symptome reduziert, für mich genug. Ich habe damit keine Heißhungerattacken.

        Das sind alles Nebenwirkungen und Wirkungen, die nicht bei jedem auftreten. Man kann nicht sagen, dass das eine Medikament zur Zunahme führt und das andere nicht. Das muss jeder Patient selbst beobachten bzw. der Arzt. Wenn ich mit einem Medikament zufrieden genug bin, also die Wirkung es mir wert ist, dass ich es nehme, und die Nebenwirkungen für mich tragbar sind, dann lass ich das. Erst wenn die Nebenwirkungen für mich nicht tragbar sind, frage ich beim Arzt nach etwas anderem bzw. sage, dass ich es absetzen möchte. Es ist ja nicht so, dass man direkt stirbt nur weil man seine Psychopharmaka absetzt. Irgendwann will man die ja so oder so absetzen.

        @Peter Meier
        Find ich gut, dass du das geschrieben hast. Es ist wirklich so, dass es nicht einfach das „gewichtsneutrale“ Medikament gibt und dafür von einem gut wirkenden wegzuwechseln nur für eine schnellere Abnahme auch nicht gerade eine Garantie auf Erfolg ist.
        Das erinnert mich an die Pille. Junge Mädchen lassen sie sich verschreiben, weil man im Internet liest Pille XYZ macht schöne Haare, schöne Haut, größere Brüste und schlank. Solche Nebenwirkungen, die sowieso nicht bei jedem auftreten und bei manchen genau das Gegenteil kommt, sollten nicht dafür herhalten wieso man jeden Tag Medikamente nimmt. Ich finde es gut, wenn man den Nutzen zum Risiko betrachtet und es ernst nimmt.

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      2. Das muss ja ein sehr kluger Kollege sein, der 1. von einem offensichtlich wirksamen Präparat auf ein anderes umstellen will, dass keine bessere (eher eine schlechtere) antidepressive Wirkung hat und 2.) dies aus nicht vordergründigen und dem Patientenwillen entgegengesetzten Gründen tut? Ganz automatisch nimmt man nie ab, es sei denn, man hat eine Krebserkrankung. Du liebe Zeit, ein echter Grund zum Aufregen! Es tut mir sehr leid, dass Ihnen das passiert ist.
        Zur Erläuterung: Natürlich meinte ich nicht, man sollte unbedingt die Medikation zur Förderung der Gewichtsreduktion umstellen, schon gar nicht, ohne den Patienten ausführlich zu informieren und ihm die Entscheidung zu überlassen. Escitalopram ist ohnehin kein Medikament, das regelhaft eine Gewichtszunahme zur Folge hat. Ich denke eher an folgende Situationen: Patient bekommt seit längerem zB Mirtazapin und fragt, ob wir nicht das Präparat umstellen können, er leide so unter dem vermehrten Appetit und geholfen habe es auch nicht so richtig. b) Patient sagt, er sei skeptisch wegen des neuen Medikaments, weil er gelesen habe, dass es dick macht und davor habe er Angst. In diesen Fällen werde ich immer Alternativen aufzeigen, natürlich nur unter Beachtung der anderen Nebenwirkungen, des Wirksamkeitsprofils und der generellen Risiken einer Umstellung.

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