Gastbeitrag: Diät war gestern, heute bin ich einfach glücklich

Vor einigen Monaten schrieb mich Larissa an, und wir haben uns etwas über Themen wie BMI, Abnehmen und Reaktionen der Umwelt ausgetauscht. Larissa bloggt ebenfalls (Link zum Blog) und ihr Weg geht mehr in Richtung intuitives Essen. Da ich weiß, dass einige Fettlogik-Leser lieber keine Kalorien zählen, dachte ich, dass Larissas Ansatz da vielleicht hilfreich sein könnte:

Nadja hat mir angeboten in einem Gastbeitag meinen Weg „der Abnahme“ vorzustellen. Dabei lasse ich den ersten, beschämenden Teil der Jojo-Diäten-Weinanfälle-die Welt hasst mich-Phase einmal aus. Diese endete von einem Schokocroissant träumend mit der Erkenntnis, dass ich gar nicht abnehmen will. Ich hatte zwar in mehreren Selbstversuchen gezeigt, dass ich es kann und meine Bilanz bei durchschnittlich 5 Kg pro Diät lag. Aber das Entscheidende Problem war, dass ich abnehmen nicht mochte und es mir dadurch nicht wirklich gut geht. So wurde mir von allen Sorten der Shake-Ernährung schlecht, ich liebe Nudeln und Brot und ich fühlte mich allgemein ziemlich unwohl bei der Sache.

Ich traf für mich die Entscheidung, dass ich lieber mit einem BMI weit oberhalb der 30 lebte, als noch einen Tag mit dem Abnehmen zu verbringen. Ich entschied, dass ich ab heute nur noch Dinge tun wollte, die mein Wohlergehen und Wohlbefinden steigerten. Als ich im September 2015 diesen Entschluss traf, war mein Wohlbefinden – sagen wir – etwas eingeschränkt. Es war nicht so, dass mir mein Übergewicht Probleme bereitete. Damit kam ich um ehrlich zu sein klar. Ich muss keine Treppe hochlaufen. Ich lebe im ersten Stock, mein Arbeitgeber und andere Orte haben Fahrstühle verbaut oder besitzen eine Rolltreppe, ich muss in meiner Freizeit auch keinen Sport treiben. Auch habe ich jemand der mich trotz Übergewicht liebte. Also warum etwas tun, dass man nicht möchte? Sollte jetzt die Antwort, wegen der Gesundheit kommen, alle meine Blutwerte waren in Ordnung und auch hier sah ich keine Notwendigkeit. Zumal meine Urgroßmutter 102 ihrer 103 Lebensjahre mit Übergewicht und bester Gesundheit verbracht hat.

Aber es gab Dinge, die mein Wohlbefinden störten. So hatte ich Magenprobleme (von Unwohlsein bis Schmerzen war alles dabei), Verdauungsstörungen und litt häufig unter Sodbrennen. Auch sah meine Haut nicht besonders gut aus. Wenn ich ehrlich bin, kann man unter Umständen davon ausgehen, dass das Auftreten der Beschwerden in gewisser Weise mit meiner Ernährung zusammenhing. Na gut, wenn ich wirklich ehrlich bin, war ich mir ziemlich sicher, dass es so war. Also fasste ich einen zweiten Entschluss, ich wollte zwar nicht abnehmen, aber ich wollte meine Ernährung verbessern. Damit meinte ich nicht, dass ich mich perfekt ernähren wollte, ich wollte einfach das subjektive Gefühl mich besser zu fühlen. Auch habe ich bis heute keine klare Antwort darauf gefunden, was eigentlich die perfekte Ernährung ausmacht.

Als leidenschaftliche Naturwissenschaftlerin begann ich dann mein Experiment zur Steigerung meines subjektiven Wohlbefindens zu starten. Hierzu begab ich mich auf eine Suche zur Ernährungsumstellung. Um genauer zu sein, ich wollte eine Anleitung, wie eine solche funktionierte. Etwas wirklich zu friedenstellendes habe ich damals nicht gefunden. Deshalb startete ich damit mein eigenes Konzept zu entwickeln. Mittlerweile geht dieses recht stark in Richtung des intuitiven, naturschlanken Essverhaltens, dass auf einen Set Point-Gewicht zuläuft.

Ich denke, man kann sich darauf einigen, dass eine Ernährungsumstellung auf der Änderung der Gewohnheiten beruhen muss. Ich will dabei die Gewohnheiten nicht in gute und schlechte unterteilen. Denn es hat einen Grund und einen Sinn warum man etwas tut, ansonsten hätte man es sich nie angewöhnt. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass jemand von sich sagt, dass er ab heute ein sinnloses, selbstzerstörendes Verhalten erlernen möchte oder dieses unbewusst tut.

Das einzige was man zu Beginn tuen kann, ist das Muster der Gewohnheiten zu finden. Allgemein kann man wohl sagen, dass wir einem bestimmten, übergeordneten Gewohnheitsmuster folgen. Dieses hat sich langsam aus unserem Leben heraus entwickelt und bleibt immer gleich. Innerhalb des Musters sind die untergeordneten Gewohnheiten angeordnet. Um es nun nicht komplizierter zu machen als es ist. Ich zum Beispiel folge an Arbeitstagen dem Muster: Frühstuck, Mittagessen, Zwischenmahlzeit und Abendessen. Und auch an freien Tagen, lässt sich dieses erkennen. Dabei gibt es aber auch noch andere Faktoren, die eigentlich immer gleich sind. Zum Beispiel der Umfang der Mahlzeit, ihre grobe Richtung was man isst und wie. Ich denke, wenn man sich innerhalb dieses Muster wohlfühlt, sollte es unverändert bleiben. Also wenn man wie ich ein Frühstücksmensch ist, sollte man nicht zwanghaft versuchen, es ausfallen zu lassen.

Ich hatte wäre der Umstellung nie das Gefühl etwas anders zumachen. Oder besser gesagt, etwas zu tun das ich nicht möchte. In meiner letzten Diät (damals Weight Watchers) war dies anders. Zwar hatte ich schon einige „Freiheiten“, die mir innerhalb der Low Carb-Phasen fehlten, aber ich fühlte mich trotzdem nicht wohl. Nachdem ich mir Gedanken zu dem Aufbau der Gewohnheiten gemacht habe, weiß ich auch woher dieses unangenehme Gefühl kam. Das Gefühl eben nicht das zu tun, was man möchte, sondern etwas was irgendjemand anders für gut empfindet. Wie schon gesagt, bestand ein meiner übergeordneten Gewohnheitsmuster aus dem Essen des Frühstücks. Wenn ich nicht gerade auf Diät war bestand es aus einen belegten Brötchen vom Bäcker und meist noch einem süßen Backteilchen. Mit dem Einstieg ins Punktezählen wurde mir ziemlich schnell angezeigt, dass dies wohl nicht das beste Frühstück ist. Das wusste ich auch schon vorher, aber nun wurden mir auch Alternativen eröffnet. Zusammengefasst bestanden diese Alternativen aus ein paar wenigen Haferflocken, Magerquark oder fettreduzierter Joghurt mit Obst. Wirklich glücklich war ich mit dem neuem „für mich und mein Gewicht besseren“ Frühstück nicht. So unterschied sich sowohl die Zusammensetzung meines Frühstücks als auch seine Menge sehr von dem früheren Frühstück. Alles daran versetzte sich mich in einem inneren Wiederstand. Aber wenn ich meiner Diät weiterfolgen wollte, konnte ich nichts anderes Essen. Anderenfalls hätte ich für meine anderen Mahlzeiten nicht mehr genug Punkte. Drei Wochen später saß ich dann ziemlich schlecht gelaunt an meinem Schreibtisch und träumte von einem Schokocrossiant und beendete im Geiste die letzte Diät meines Lebens.

Als ich an dem Tag meinen Entschluss fasste, wirklich nie wieder eine Diät zu machen und mit dem Gewicht zu leben, begann ich auch über meine Ernährung nachzudenken. Wie gesagt, so ganz gut ging es mir damit nicht. Aber auch nicht so schlimm das wirklich ein Handlungsbedarf bestand. Ich machte mir darüber Gedanken, was eigentlich meine Frühstücksgewohnheit ausmachte. Das alleinige einhalten eines Frühstückes war es nicht. Aber sieht man sich den Unterschied an zwischen dem belegten Brötchen (glücklich) und dem Quark/Joghurt Obst (unzufrieden) an, enthält das Brötchen mehr Kohlenhydrate. Ich fragte mich, ob das vielleicht der Punkt sein, den ich übersehen habe. Ich kam zu dem Gedanken, dass es innerhalb des übergeordneten Gewohnheitsmuster unveränderliche Aspekte bzw. unveränderliche Teilgewohnheiten gab. Also setzte ich innerhalb des Gewohnheitsmuster Frühstück den Verzerr von Kohlenhydraten als unveränderlichen Aspekt. Aber wenn ich etwas ändern wollte, dann musste ich neben den unveränderlichen Teil auch einen veränderlichen finden.

Bei der Ernährungsumstellung habe ich für mich festgestellt, dass ich die Teilgewohnheiten in vier Kategorien zuordnen kann:

  • Den Essgewohnheiten, also wie man isst,
  • den Ernährungsgewohnheiten, also was man isst,
  • den Bewegungsgewohnheiten und
  • den Gewohnheiten, die auf dem ersten Blick eigentlich nichts mit der Ernährung zu tun haben.

Ich hatte also mein Leben, aufgebaut aus Gewohnheiten vor mir liegen, und wollte etwas ändern, um dieses Leben zu verbessern. Jetzt ist nur noch die Frage, wo man ansetzt. Auch wenn es viele Baustellen gibt, heißt es nun eins nach dem anderen. Es geht darum mit einer bewussten Endscheidung etwas zu bewirken und damit eine Gewohnheit aktiv und bewusst zu ändern. Dabei sage ich aktiv und bewusst, weil ich festgestellt habe, dass einiges einen Dominoeffekt hervorruft und viele unbewusste Weiterentwicklungen folgen. Der Vorteil bei einer bewussten Entscheidung ist, dass das restliche Leben unangetastet bleibt. Man überfordert sich nicht und man erkennt, ob die Änderung den gewünschten Effekt auswirkt.

Bevor man anfängt, sollte man sich die Frage stellen, was man wirklich will. Es geht an diesem Punkt nicht um das Allumfassende, sondern um eine Kleinigkeit, durch die das Leben besser wäre. Hat man diesen Punkt gefunden, dann überlegt man sich, was man tun könnte, um eine Besserung zu erzielen. Und wenn ich davon spreche, was ich möchte, sollte man den Begriff des Ichs an dieser Stelle weiter fassen. Den wenn man etwas ändern möchte, dann sind wir als denkendes und aktiv handelndes Wessen nicht alleine. Sondern da ist noch unser Körper, der Information auswertete, der weiß, wie es uns geht und eigentlich alles gut alleine regeln kann. Ich denke, dass eigentlich Problem des Übergewichts und dem darauffolgenden Scheitern der Abnahmen lässt sich in einem grundlegenden Kommunikationsproblem zwischen Kopf und Körper finden. Wenn es nun darum geht etwas zu ändern, um eine Besserung zu erreichen, dann geht es darum, was wir (Kopf und Körper) als Gemeinschaft wollen.

Nachdem der Ansatzpunkt gefunden ist, geht man dazu über Alternativen auszuprobieren und zu schauen, was einem besser tut. Für mich hieß es an dieser Stelle mir Alternativen zu meiner aktuellen Frühstücksgewohnheit zu suchen. Diese bestand wie gesagt aus einem belegtem Brötchen das von Bäcker aus auf dem Weg zur Arbeit gegessen wurde. Die erste Sache, die ich änderte war, wie ich aß. Anstatt im Gehen unaufmerksam zu essen, nahm ich mir vor, ein paar Minuten früher aufzustehen und in Ruhe zu Hause zu essen. Ich trank sowieso einen Milchkaffee zu Hause und beides ließ sich nun kombinieren. Die Alternative zum Brötchen war selbst belegtes Brot. Und da ich ja auch zu sehen wollte, auf meinen Körper einzugehen, wurde es Vollkornbrot. Hiermit kam ich schon wesentlich besser klar. Ich verspürte nicht das Gefühl des inneren Widerstands.

So habe ich oft Dinge geändert und für einige Zeit beibehalten. Danach bin zur altbekannten zurückgegangen. Einfach um zu schauen, ob die Änderung mir wirklich etwas gebracht hat und ich wirklich einen positiven Effekt sehe. Also sich doch einfach ein Brötchen beim Bäcker zu holen oder nach der Anpassung der Portionsgrößen einmal richtig überessen. Meist bin ich froh, nach dem Versuch wieder die neue Gewohnheit auszuführen. Ich finde es gut, den Unterschied zu sehen bzw. zu fühlen und es hilft mir meist mein neu gewonnenes Wohlbefinden wertzuschätzen.

So habe ich nun die letzten 1,5 Jahre verbracht und muss sagen nach meinem subjektiven Empfinden geht es mir besser. Die negativen Erscheinungen sind weg, ich fühle mich körperlich und geistig gestärkt und bin um einiges fröhlicher. Ich habe das Gefühl besser mit Stress um zu gehen und bin im allgemeinen viel entspannter.  Mit dem Gewicht ist es so eine Sache. Ich weiß, dass einige mich wohl noch als zu dick empfinden und ich selbst sehe das ein oder andere Kilo zu viel im Spiegel. Aber ich empfinde es nicht mehr als zu störend. Das Normalgewicht ist laut BMI erreicht und wenn ich alle paar Wochen einmal auf die Waage steige, sieht man das Gewicht noch weiter fallen. Ich denke ich werde irgendwann an meinem Set Point ankommen, aber die genaue Zahl ist mir dabei egal. Natürlich könnte ich dazu übergehen aktiv mein Gewicht weiter zu senken, bis ich irgendwann im unteren Normalgewicht bin. Aber dann wäre ich wieder an dem Punkt an dem ich vor 1,5 Jahren war. An einem Punkt an dem ich mein Gewicht und meinen Körperumfang über mein Wohlergehen setze. Ich habe deshalb für mich beschlossen mein Leben als entspannte durchschnittliche Normalgewichtige zu verbringen. Mich nicht auf ein Gewicht zu fokussieren, dass andere als ideal empfinden würden und mich zu viel Kraft und Nerven kostet, es zu erreichen. Stattdessen beschäftige ich mich weiter mit meiner Ernährung und bin einfach glücklich.

larissa

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16 Gedanken zu “Gastbeitrag: Diät war gestern, heute bin ich einfach glücklich

  1. Inita H.

    Waugh! Glückwunsch! Ich hätt aber gerne noch ein bissel mehr gelesen, welche Gewohnheiten du NOCH und WIE verändert hast. Denn an dem Brötchen alleine wirds wohl nicht gelegen haben 🙂

    Inita

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    1. Hallo Inita,

      natürlich waren es ein paar mehr Änderung als das Brötchen. Das war nur der Anfang. Ich habe zuerst viel daran gearbeitete, wie ich esse. Früher war es recht hektisch und wenig achtsam. Also begann ich darauf zu achte, langsam zu essen und darauf dabei immer ordenlich an einem Tisch zu sitzen. Dadurch habe ich es auch geschafft langsam ein Gefühl für meine Sättigung zu bekommen. Wodurch ich ausprobiert habe, wie viel Nahrung ich eigentlich brauche. Mit welcher Menge ich mich wohlfühle. Also mal bewusst zu wenig mal zu viel gegessen und versucht mich immer weiter dem idelaen Mengen für mich zu nähren.
      Dann habe ich mir vorgenommen, alles zu probieren, um herauszufinden, was ich eigenltich mag und was nicht. Denn bis dahin war ich schon recht eingeschränkt in meiner Essensauswahl. Bei den Kohlenhydraten bin ich dazu übergegangen hauptsächlich Vollkornprodukte zu essen und weitesgehend auf Zucker zu verzichten. Allgemein habe ich gemerkt, dass mir gerade Zucker nicht gut tut. Vorallem morgens führt Zucker bei mir zu einer inneren Unruhe und dazu über den ganzen Tag viel mehr zu essen, obwohl ich keinen Hunger habe.
      Beim Mittagessen waren es eher Kleinigkeiten, die ich geändert habe. Viel ging dabei über die Menge, die vorher einfach zu viel war. Während der Arbeit esse ich immer noch in der Kantine.
      Das Abend essen war schon schwerer bei mir. Ich hatte irgendwie keine Ahnung, was ich dort essen könnte und aß irgendwas. Meist nur wieder ein Brötchen, irgendwelche Fertiggerichte oder was ich sonst so fand. Also sehr planlos. Als ich mich mit meiner Ernährung auseinandersetzte, fand ich die Gemeinsamkeit hier in der schnelle der Gerichte. Ich habe mir deshalb schnell und einfach zuzubereitende Gerichte gesucht. Es kommt immer mal wieder etwas neues dazu.
      Ansonsten finde ich es schwer die Menge an teils recht kleinen Änderungen zusammenzufassen. Vieles ändere ich mittlerweile nicht mehr bewusst. Ich versuche die Art, wie ich Dinge ändere, und was ich so ändere in meinem Blog zusammenzutragen.
      Zurzeit bin ich dabei den Zucker weitestgehend aus meiner Ernährung zu bekommen. Nicht das ich Zucker nicht mag, aber ich mag diese Unruhe nicht, die er verursacht. Der erste Schritt ist morgens statt Marmelade ein Nussmus zu essen. Wenn ich Kalorienzählen würde, würde diese Entscheidung keinen Sinn machen. So hat das Mandelmus dreimal mehr Kalorien als die Marmelade, dafür aber unter 5 % Zucker. Hierdurch bin ich über den Tag jedoch ruhiger und habe den Zuckerkonsum in den weiteren Mahlzeiten und vorallem Zwischen den Mahlzeiten unter Kontrolle. Ansonsten fällt mir die Änderung recht leicht und ich werde nun schauen, wie es sich entwickeln und dann evtl. an weiteren Stellen, die mich stören, weiterarbeiten.

      Ich hoffe damit konnte ich etwas deine Frage beantworten.

      LG Larissa

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      1. Yggdrasil

        Hehe, beim Lesen dieses Kommentars faellt mir eine Passage aus einem Programm von Patrick Heizmann ein (gibt’s bisschen was auf Youtube, ganz unterhaltsam, der Mann):

        Essen Sie taeglich eine Handvoll Nuesse! Was sagen Sie? Nuesse machen dick? Stimmt – aber nur, wenn die im Toffifee drin sind!

        Hast fuer Dich anscheinend den Koenigsweg gefunden. Entspannt geniessen und sich trotzdem ins Positive veraendern .. mach einfach weiter so 😉

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  2. Ja. Auf diesem Weg bin ich auch, gemeinsam mit einem medizinischen Ernährungscoach. Da wird viel mehr auf das „wie“ geachtet, und auf das „warum“, als auf den Tellerinhalt.
    Nachdem ich mich jahrelang mit der Zählerei verrückt gemacht habe, passt das wunderbar und fühlt sich auch viel nachhaltiger an.

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  3. Uhu

    Sehr interessanter Bericht, vielen Dank dafür! Vor allem der Ansatz, etwas Neues zu testen und dann nochmal zum Alten zurückzugehen hört sich spannend an…und die „wissenschaftliche Herangehensweise“ gefällt mir sehr!

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    1. Hallo Uhu,

      das mit dem „zu den alten Verhaltensweisen zurück zu gehen“ finde ich sehr wichtig. Es lässt sich auch recht einfach umsetzen. Während der Umstellung kam ich recht schnell an einen Punkt (bei täglicher Ausführung in wenigen Wochen), an dem das neue normal wurde. Zum Beispiel als ich die Portionsgrößen angepasst habe. Ich hierfür etwas 3 Monate gebraucht um herauszufinden, wann ich satt und zu frieden bin. An Weihnachten habe ich dann ansatzweise versucht, die Vorjahresmenge zu essen (meine Mutter hat wie immer gekocht). Ganz geschafft habe ich meine Portion damals nicht mehr. Aber der Vergleich zwischen dem angenehm gefüllten und den vollgestopften Bauch einen Tag später war sehr deutlich- und alles andere als angenehm.
      Auch bei kleineren Änderungen merke ich einen Unterschied. Zwar nicht so deutlich, weil die Änderungen nicht gravierend sind.

      Die „wissenschaftliche Herangehensweise“ habe ich irgendwie im Blut. Immer schön die Parameter verändern und den Unterschied dokumentieren.

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  4. Ein sehr interessanter Beitrag, der mich stark zum Nachdenken anregt. Ich weiß, wo meine „schlechten“ Gewohnheiten liegen, habe aber noch nichts Positives gefunden, was ich dem entgegensetzen könnte. Ich finde es immer wieder interessant, wie andere diese „Fallstricken“ umgehen und wie neue Wege gefunden werden können. Ich habe mir auch deinen Blog angesehen und finde es schon stark, wie du ganz rational feststellst: „Das schadet mir, dass lass ich weg“ oder „das tut mir gut, das mache ich jetzt“. ich weiß, dass mich zuviel Süßkram träge macht und trotzdem gibt es Phasen, wo ich mich von Süßem ernähren könnte. Auch weiß ich, dass mir Sport gut tut, aber das Sofa ist auch bequem. Das so über den Verstand zu regeln, finde ich schwer, von daher meine Hochachtung vor deinem Weg! Und: Du siehst klasse aus!

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    1. Mona

      Neues fühlt sich doch immer komisch an. Das geht doch nur über den Verstand. Man sucht sich was aus, probiert es aus und wenn das Gefühl sich wehrt, dann war es vielleicht nicht das richtige. Oft ist es doch so, dass das Gefühl dem Verstand nachkommt, wenn man neue Gewohnheiten schafft, bzw. seine alten abwandelt. Der Verstand hat ja einen Grund, wieso er sich Gewohnheitsänderungen überlegt.

      Ich hab das im Text oben so verstanden, dass man nicht „schlechte“ Gewohnheiten rausschmeißen soll, sondern herausfinden soll, was einem daran so wichtig ist. Und den Kern, der einem wichtig ist, behält man bei und die Kleinigkeiten drumherum passt man an, wie das Beispiel mit dem Vollkornbrot.

      Man nimmt eigentlich irgendeine „schlechte“ Gewohnheit, die man als Hürde empfindet und macht sie ein winzig-bisschen weniger schlecht bzw. die Hürde ein bisschen kleiner. Viele kleine Schritte, die man immer wieder macht, ergeben auch einen langen Weg. Irgendwann kommt man an, auch wenn man mal Rückschritte macht oder sich ein wenig verläuft.

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    2. Hallo sonniei1234,

      das kann ich verstehen. Ich brauchte damals auch eine Zeit bis ich dazu kam meine Gewohnheiten anders zu sehen. Im Grunde geht es eigentlich darum, warum man etwas macht und welchen Nutzen es darstellt. Einfaches Beispiel: Süßes oder Nervennahrung. Ich habe recht lange gebraucht um dieses Verhalten rauszubekommen. Mein Studium war recht stressig und Nervennahrung gehörte einfach dazu. Genau wie Belohnung nach einer bestandenen Prüfung.
      Die erste Herangehensweise war natürlich: Keine Nervennahrung und keine Belohnungssüßigkeiten mehr. Der darauf folgende Verzicht hat gar nicht geklappt. Mehrmals versucht und mehrmals gescheitert.
      Also habe ich die Gewohnheit zerlegt. Also zu erst die Frage, warum esse ich eigentlich die Nervennahrung, wenn ich das doch gar nicht möchte. Ich habe im letzten Jahr (mitten in der Ernährungsumstellung) wieder mit der Nervennahrung wieder begonnen. Meist überkam mich gegen 14/15 Uhr am Schreibtisch das Verlangen nach irgendetwas Süßem. Machen konnte ich ersteinmal nicht und es wurde immer schlimmer. Ich habe mir deshalb etwas zu schreiben genommen um zu erst notiert, was mir neben dem Verlangen noch auffiel. Ich beschäftigte mich mit der Frage, woher das Verlangen kam und wann es besonders stark war. Meist sah es so aus, dass wenn ich von der Arbeit nicht genug beanspruch war oder zu sehr, ich dazu neigte mich mit essen abzulenken. Also habe ich versucht meinen Tag anders auf zuteilen, so dass ich eine einige massen gleichmäßige Belastung hatte. Das klappte schon einmal ganz gut. Aber das Problem war nicht gelöst. Mir viel weiter auf, dass ich meist Süßes aß, wenn ich weniger zum Frühstück oder zum Mittag zu mir nahm. Auch die Anpassung der Mahlzeiten in ihrer Menge hat den Zustand etwas verbessert. Der letzte Schritt, den ich gerade durchführe, ist die Reduzierung von Zucker am Morgen und am Mittag. Mir ist bei der Beobachtung aufgefallen, dass ich mehr an Tage zu Nervennahrung neige, an denen ich Marmelade morgens esse. Ich habe diese nun durch Mandelmus ersetzt (richtig lecker und unter 5 % Zucker anstelle von 50 % bei der Marmelade). Nach einem halben Jahr, in dem ich die Auslastung auf der Arbeit, die Ausgegleichenheit der Mahlzeiten und den Zucker angepasst habe, ist das Verlangen nach Nervennahrung weg, obwohl sich mein Stress Level extrem gesteigert hat.
      Bei einigen Dingen bin ich aber auch gescheitert, zum Beispiel wenn ich nicht das Gefühl habe, dass es mir besser geht. So wollte ich mir den Milchkaffee am Nachmittag abgewöhnen. Die Überlegung fiel bei einer leckeren Tasse unter den Tisch und wurde nie wieder in meinen Aufzeichungen erwähnt. Auch würde ich nie auf die Idee kommen, mir mein Geburtstagsessengehen abgewöhnen zu wollen.

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      1. Danke für deine Antwort! Ich habe jetzt auch angefangen zu hinterfragen, warum ich diese Nervennahrung brauche. Langeweile ist ein Aspekt, ein anderer starke nervliche Belastung bzw. innere Unruhe. Jetzt geht daran, das noch weiter zu reflektieren und dann das Nervenfutter sinnvoll zu ersetzen.
        Der Verzicht auf Zucker ist so ein Punkt, den ich bewundere: Ich liebe z. B. Marmelade zum Frühstück, koche sie auch selber (mit weniger Zucker), würde darauf nur ungern verzichten.Ich konnte bei mir aber auch noch nicht feststellen, dass Marmelade zum Frühstück den Bedarf an Nervenfutter erhöht. Eine Tüte Gummibärchen könnte da eine ganz andere Wirkung haben. Zucker ist in vielen leckeren Sachen enthalten (z. B. ja auch im Fruchtjoghurt) und darauf dann zu verzichten, finde ich, ist eine großartige Leistung.
        Mona, das war mir schon klar. Aber ein Raucher weiß auch, dass Rauchen schädlich ist und lässt es trotzdem nicht. Die Kunst ist halt, sich selber zu analysieren und dann einen alternativen Weg zu finden. Manchmal liegt die Alternative auf der Hand (Frühstück), manchmal muss man halt suchen (Nervenfutter). Larissas Beitrag hat mich angeregt, darüber intensiver nachzudenken.

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  5. Barbarella

    Wie? Es gibt Leute, die dich als zu dick empfinden?
    Nach dem Bild unterm Bericht finde ich dein Äußeres sehr schön und empfinde es keineswegs als „dick“.
    So könnte ich mir auch meine Wohlfühlfigur vorstellen 😀
    Gratuliere zur gewonnenen Umstellung, die mit Herz und Bauch gemacht wurde. Das mit dem intuitiven Essen ist auch das, was ich mir letztlich als Ziel vorstelle.. Dauerhaft zählen .. hmpf .. nciht ganz meins, auch wenn es im Moment eine gute Krücke ist.

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    1. Hallo Barbarella,

      soweit bin ich mit der Figur auch zu frieden. Aber ich habe vor der Zunahme fast 20 Kg weniger gewogen und vorallem die jenigen, die mich von dieser Zeit kennen und die Zu- sowie wieder Abnahme nicht mitbekommen haben (zum Beispiel alte Mitschüler), sagen das. Aber es gibt auch die, denen ich langsam zu dünn werde. Ich mache es mir jetzt eigentlich nur noch selber recht.

      Wenn das Zählen für dich funktioniert, ist das gut. Vielleicht kannst du ja versuchen, immer mal wieder Zählpausen einzulegen. Dabei dann mehr oder weniger die Ernährung wie beim Zählen einzuhalten und darauf achten, was dir ohne Zählen angenehm ist. Dann beginnst du wieder zu zählen, änders wieder etwas und wiederholst anschließend die Zählpause. Vielleicht bekommst du so mehr ein Gefühl für das intuitive Essen und kommst irgendwann ganz ohne Zählen aus.

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  6. Ines

    Ein Ansatz, der mich sehr interessiert, denn ich hatte schon 12 Kilo abgenommen und davon leider wieder 3 drauf. Auch mein Zyklus ärgert mich wieder. Ich werde mich gern auf deinem Blog umschauen und mich auch in dieser Richtung orientihren. Vielen Dank für diese Anregungen.

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  7. Wirklich schön zu lesen Deine Geschichte. Ich finde man kann Intuitiv auch manchmal einfach mit „gesundem Menschenverstand“ ersetzen, denkst Du nicht auch?

    Wenn ich meine Tochter beobachte, die teilweise zum Abendessen einfach nur die Wurst oder den Lachs so isst, ohne das Brötchen dann glaube ich das wir das intuitive schon sehr genau in uns haben.

    Wir sollten wieder dahin zurück kommen mit den einfachen Dingen zu beginnen, bevor wir uns mit irgendwelchen Ernährungsprogrammen beschäftigen, welche uns am Schluss des Tages doch wieder nur frustrieren.

    Liebe grüße
    Marcus von simplethinking.de

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  8. Nora

    Hallo. Ich lese nach und nach alle Beiträge des Blogs.
    Ich habe diesen noch nicht zu Ende gelesen, weil mich hier die Rechtschreibung derart fertig macht, dass ich mir hiermit erstmal Luft verschaffen muss..
    Wiederstand? Endscheidung? Sorry. Das tut mir sehr weh. Ein substantiviertes Verb wurde auch klein geschrieben.

    So. Jetzt lese ich aber entspannt weiter.

    Danke, dass ihr meine Pendanterie akzeptiert und euch nicht allzu viel darüber aufregen werdet. 😉

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