Gastbeitrag: Low Carb High Fatlogic

yuFast hätte ich es verpasst: Heute ist der Jahrestag der Fettlogik-Printversion! 365 Tage Fettlogik als toter Baum – inzwischen in der 14. Auflage. Und zur Feier des Tages schickte mir heute die Bloggerkollegin Frau Yu einen Gastbeitrag. Das ist heute besonders schön, denn sie war gewissermaßen von Anfang an dabei und erlebte sogar noch die ganze Vorher-Geschichte, bevor ich mich mit Fettlogik quasi „outete“. Hier also Frau Yus Geschichte, aus der direkten Nachbarschaft des virtuellen Bloggerdorfes:

Ich verfolgte Nadjas Blog „Erzählmirnix“ schon lange.
Darauf gestoßen bin ich ganz „klassisch“ – naja klassisch für die Bloggerwelt.
Nadja hatte mal zu einem meiner Beiträge kommentiert, ich habe nachgesehen, wer da geschrieben hat, habe lustige Strichmännchen gesehen und mich erst mal eingelesen.
Geblieben bin ich dann als treue Leserin nicht wegen der Strichmännchen, sondern wegen der Inhalte, der pointierten Art und Weise sich mit dem Alltagswahnsinn, der uns umgibt, auseinander zu setzen. Ich mochte die Kontroversen.

Irgendwann postete Nadja dann mal ein Foto von sich während der Renovierungsarbeiten an ihrem Haus und ich dachte „Ach, die ist ja auch dick. Hätte ich gar nicht gedacht.“
Und irgendwann häuften sich plötzlich auf dem Blog die Comics zum Thema Übergewicht.
Ich sah, wie angepisst einige Leser waren, Nadja plötzlich Fatshaming vorwarfen und total ausflippten.
Ich, die ich mich aber an das besagte Foto erinnerte, dachte nur: „Kommt mal klar! Die wirft euch das nicht vor! Sie setzt sich damit auseinander!“ und ich habe mich köstlich über die Comics amüsiert, weil ich mich selbst in so vielem wieder erkannte.

Dann irgendwann ließ sie die Bombe platzen: Ihre Geschichte. Von 150 kg auf Normalgewicht und wie sie sich mit den Fettlogiken auseinander gesetzt hatte.
Sie kündigte ihr Buch an und ich war Feuer und Flamme.

Denn: ich war selbst schon immer dick.

Seit Kindheitstagen war ich immer die Dicke und seit Kindheitstagen versuchte ich gegen die fetten Windmühlen anzukämpfen.
Doch statt nachhaltig schlanker zu werden, wurde ich immer dicker. Bis ich letztlich ein Höchstgewicht von 127 kg erreicht hatte.
Diesem Gewicht sagte ich bereits im Jahr 2009 den Kampf an und fing an, Punkte zu zählen und eben auch darüber zu bloggen.
Bis 2013 blieb ich dem Punktezeug treu. Und kam irgendwie auf 110 kg.
Dieses Gewicht hielt sich ewig. Es war so, als könne ich diese Marke einfach nicht unterschreiten.
Setpoint, ganz klar!

Aber irgendwie wollte ich mich nicht damit abfinden, dass es das jetzt gewesen sein sollte mit der Abnahme und suchte nach Alternativen zum Punktezählen.
So stieß ich, durch meine „Blognachbarn“, auf LCHF (Low Carb High Fat) als Ernährungsform.
Was hatte ich zu verlieren? Und so ließ ich mich auf das Experiment ein und nahm erfolgreich ab.
Bis auf 97 kg.

Kaum war ich UHU, wurde ich schwanger und packte mir in der Schwangerschaft, aber vor allem in der ersten Zeit nach der Geburt, 17 kg wieder drauf.
Schokolade to the max!
Ich war so runter mit den Nerven, verursacht durch die schlechten Nächte mit meinem Baby, dass das Essen (wieder einmal) mein Trost wurde. So spachtelte ich mich kreuz und quer durch das vielfältige Nahrungsangebot. Rosinenstuten zum Frühstück, Pizza zum Mittagessen und als Nachtisch einen Becher Ben&Jerrys.

Alles gar kein Problem. Das hatte ich mir schließlich verdient!

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Nach der Schwangerschaft mit 114 kg

Nun ja, mit dem Gewicht stieg auch die Unzufriedenheit in mir.
Es konnte doch nicht sein, dass ich wieder aus dem Leim ging, „nur“ weil ich ein Kind bekommen hatte.
Dann müssten ja alle Mütter auf der Welt schwerst adipös sein.

Ich besann mich zurück auf LCHF. Diese Ernährung tat mir gut, sie half mir dabei, meinen Heißhunger im Zaum zu halten.

Also startete ich mit 114 kg in den erneuten Abnehmversuch.
Ungefähr zur gleichen Zeit las ich FLÜ.

Ich habe, glaube ich, eine der allerersten Kindleversionen gelesen. In einem Rutsch, an einem Nachmittag.

Ich war baff. Was ich da las zog mir teilweise einfach den Boden unter den Füßen weg.
Wie? Es gibt keinen Hungerstoffwechsel?!
Was? Es ist nicht genetisch bedingt?
Hä? Mein Mann ist gar keine Stoffwechselmaschine, die alles direkt verbrennt?

Ich gebe zu, oft regte sich zuerst Protest in mir. Ein vehementes DAS KANN DOCH NICHT SEIN!

Naja, wohl eher ein DAS DARF NICHT SEIN denn sonst fehlen mir ja alle Ausreden bzw. Erklärungen!

Nachdem der erste Schock verdaut war und ich mich mit meinen eigenen Fettlogiken auseinandeer gesetzt hatte, ging es dann aber stetig bergab mit dem Gewicht.
Innerhalb eines Jahres verlor ich 30 kg,

Derzeit pendle ich um die 84 kg-Marke herum, will aber auf jeden Fall noch weiter runter.
Ich blieb übrigens LCHF treu und bin es bis heute geblieben.
Viele werden sich vielleicht fragen, warum.
Low Carb ist doch genussfeindlich, nicht auszuhalten und wird gemeinhin gern als „spleenige Ernährung“ belächelt.
Außerdem müsste ich doch durch FLÜ verstanden haben, das es im Prinzip egal ist, ob ich Low Carb oder High Carb, Paleo oder Kohlsuppe, Punkte oder Shakes zu mir nehme.
Ja, das habe ich auch verstanden.
Nur leider funktioniert bei mir der „alles ist erlaubt, aber in Maßen“-Ansatz nicht. Ich kann mich bei kh-lastigem Essen nicht kontrollieren.
Süßigkeiten sind am schlimmsten, aber selbst ein schnödes Weizenbrötchen oder Nudeln sorgen dafür, dass ich den ganzen Tag rumfresse und alle guten Vorsätze über Bord werfe.
Mit LCHF hingegen bleibt der Blutzuckerspiegel ruhig, es gibt also keine Heißhungerattacken durch Blutzuckerspitzen und das macht es mir schon sehr viel einfacher, mich an mein Kalorienbudget zu halten.
Der relativ hohe Fettanteil im Essen sorgt für eine langanhaltende, zufriedenstellende Sättigung, sodass ich an den meisten Tagen mit zwei Mahlzeiten auskomme, anstatt wie früher durchgängig irgendwas vor mich hin zu futtern.
Außerdem schmecken LCHF-Gerichte einfach geil. Muss man mal so sagen. 😀

Mascarpone mit Beeren, Eier mit Speck, Salat mit ordentlich Öl im Dressing und ein nettes Steak mit Kräuterbutter – das sind schon ziemlich coole Mahlzeiten.

Ich schweife ab, aber ich wollte einfach kurz einmal erklären, warum diese Ernährungsform für mich der Weg ist, langfristig mein Gewicht verringern und halten zu können.

Aber FLÜ hat natürlich auch meinen Blick auf LCHF verändert.
Mir war immer klar, dass es auf die Kalorienbilanz ankommt, wenn es ums abnehmen geht.
Und so versuchte ich natürlich immer ein ausreichendes Defizit zu erreichen, damit das Gewicht schwinden würde.
Wie gesagt, macht das reichhaltige Essen bei meiner Ernährungsform lange satt.
Das führte oft dazu, dass ich nach zwei Mahlzeiten und somit 1.000 – 1.200 Kalorien am Tag fertig war mit Essen. Ich wollte nicht mehr, weil ich einfach keinen Hunger hatte.
Aber Fettlogik-Yubaba saß in meinem Hirn und wetterte: „HUNGERSTOFFWECHSEL! Du isst viel zu wenig!!!“
Sodass ich manchmal tatsächlich noch was nachschob, nur damit die Kalorien höher waren.
Oder aber mit dem schlechten Gefühl, mit der wenigen aufgenommenen Energie meinen Körper zu Grunde zu richten, ins Bett ging.

Das war eine wirkliche Erleichterung für mich. Echt. Dieser Hungerstoffwechsel-Mythos ist für mich Das Mutterschiff aller Fettlogiken.
Die Hinweise darauf, bloß nicht zu wenig zu essen, lauern überall.
Jeder selbsternannte Ernährungsexperte wird dir das früher oder später um die Ohren hauen.

Was mich auch eiskalt erwischt hat, war die Tatsache, dass mein Mann eben nicht mit einem „guten“ Stoffwechsel gesegnet und ich mit einem „miesen“ geschlagen war.
Das war immer mein Nummer 1 – Jammerthema. „Ich esse genauso viel, wie mein Mann und der ist schlank und ich werde immer fetter!“

Öhm ja.
Mein Mann ist einige Zentimeter größer als ich und eben ein Mann. Und dazu auch noch viel aktiver. Finde den Fehler!

Angespornt durch FLÜ habe ich dann mal unseren Bedarf und unseren Verbrauch gegenüber gestellt und musste erkennen, dass, wenn wir das gleiche essen, er easy peasy in seinem Tagesbedarf liegt, während ich dann längst drüber bin.
Wer hätte das gedacht?! (Hier bitte massives Augenrollen vorstellen.)

Was mich auch nachhaltig beeindruckt hat, war, dass über das LCHF-Forum irgendwann eine regelrechte Fettlogik-Welle schwappte.
Ich hatte auf dem Blog Werbung dafür gemacht und es einzelnen Mitforisten ans Herz gelegt, klar, aber auf einmal war es überall Thema.
Ich habe mit Freude gesehen, dass viele Teilnehmer ganz viel positives, wichtiges, augen-öffnendes für sich da heraus ziehen konnten.
Besonders schön fand ich, dass viele dadurch erkannt haben, dass LCHF keine Stoffwechselwunderdiät ist, die mit haufenweise Fett irgendwelche Körperprozesse anfacht, die dann für eine automatische Gewichtsabnahme sorgen.
Leider wird das manchmal so verkauft und am Ende sitzen Leute da, essen 4.500 Kalorien am Tag und wundern sich, dass sich ihr Gewicht nach oben schraubt, obwohl sie sich doch so „brav an LCHF halten“ und überall ordentlich Fett ran geben.

Auch in Sachen Zielsetzung hat mich Fettlogik stark beeinflusst.

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84 kg

Ich habe immer den Larifari-Ansatz („Och so um die 80 Kilo reichen doch!“) verfolgt.

Das rührte daher, dass ich es für absolut unrealistisch hielt, dass ich jemals auch nur in die Nähe des Normalgewichts kommen könnte.
Und dann kam Nadja und hat es einfach so vorgemacht und auch noch wissenschaftlich belegt.
Es ist eine Befreiung zu wissen, dass ich jedes Gewicht erreichen kann, wenn ich will.
Deswegen habe ich mein Zielgewicht auch runter korrigiert, auf 67 kg, was meinem obersten Normalgewicht entspricht.
Gestartet bin ich nämlich mit der Vorstellung, bei 82 kg wäre ich fertig und zufrieden.
Jetzt, in der Nähe dieses Gewichts, denke ich eher „Nope, da muss noch einiges gehen!“
Vielleicht bin ich bei 67 kg dann der Ansicht, das mittleres oder unteres Normalgewicht noch besser wären. Wer weiß. Vielleicht sage ich auch bei 75 kg: „Ach, alles cool!“
Ich weiß nun jedenfalls, dass theoretisch alles möglich ist.

Fettlogik überwinden hat mich also wirklich von vielem befreit. Allein dafür bin ich Nadja auf ewig dankbar.
Allerdings hat FLÜ aber manchmal auch einen „negativen Effekt“ auf mich.
Den „Bist ja selbst Schuld“-Effekt will ich den mal nennen.
Wenn ich auf der Stelle trete beim Abnehmen, wenn ich sogar mal leicht zunehme, weiß ich jetzt, dass das in meiner Verantwortung liegt.
Klar ist es schön, sich der eigenen Verantwortung bewusst zu sein. Es ist aber auch eine Last irgendwie.
Es war eben einfacher, es auf kosmische Konstellationen und die allgemeine Ungerechtigkeit zu schieben, als sich einzugestehen, dass man einfach zu viel isst.
Wenn ich in so einer Stimmung dann noch krasse Erfolgsgeschichten lese, in denen Menschen in einem halben Jahr 30 kg abspecken, zieht mich das enorm runter.
„Alle schaffen das, nur du nicht! Bist ja selber Schuld! Verlierer.“

Für mich, als emotionaler Esser, ein gefährlicher Gedanke, der schnell zu einem Fressanfall führen kann.

(Ja, davor bin ich auch mir LCHF nicht gewappnet. Es hilft mir, den blutzuckerinduzierten Hunger auszuschalten, dieser Fallstrick fällt also weg. Bleibt aber immer noch die Herausforderung, echten Hunger von emotionalem Hunger zu unterscheiden und nicht einfach loszuessen.)

Doch auch wenn das im ersten Moment negative Gefühle bei mir erzeugt, es bleibt nun mal die Wahrheit. Ich allein entscheide, ob, wann und wie viel ich esse und somit entscheide auch ich allein über mein Gewicht.

vny
127 kg vs. 84 kg

Alles in allem kann ich, wie so viele vor mir es auch schon taten, sagen, dass Fettlogik überwinden und damit Nadja, mein Leben verändert hat.
Und ich finde es großartig zu sehen, welchen Erfolg das Buch hat.

Danke, Nadja! 🙂

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20 Gedanken zu “Gastbeitrag: Low Carb High Fatlogic

  1. Himbeere

    Emotionalen Hunger überwinden – auch ich kenne den und auch wenn ich schlank und aktiv bin, so möchte auch ich vermeiden dem nachzugeben. Vor allem deshalb, weil mir danach immer übel ist und ich mich noch schlechter fühle, das ist ja irgendwie auch am Ziel vorbei.
    Ich persönlich habe zwei Ansätze – entweder kuscheln (funktioniert super, aber halt nicht alleine), sich rauslegen (bei absolut jedem Wetter, wenn es sehr kalt ist, danach mit einem Handtuch warmrubeln und eine heiße Dusche/Bad nehmen), gleich ein heißes Bad nehmen, mit einölen hinterher.
    Was ich am öftesten mache, auf den Bauch auf’s Bett legen, das Gesicht nach links gedreht und die Füße unten herausschauen lassen (zudecken nicht vergessen, sonst kühlen insbesondere die Füße aus und es ist wichtig, dass sich dein Körper wohl fühlt). Dann die Augen schließen und dir vorstellen, dass von den Füßen und vom Kopf her Energie in dein Herz fließt. Tief atmen dabei. Je nach persönlichen Geschmack mit Musik.

    Was ich nur mache, wenn ich wütend bin – über mich oder andere – ist aggressive Musik spielen, laut mitsingen und tanzen oder Devilstick spielen. Aber nur wenn mich keiner sieht oder hört… 😄

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    1. Danke für deine Ideen! 🙂
      Es ist echt so wichtig, Strategien dagegen zu haben… das mit der lauten Musik kenne ich auch. Ich tanze oft völlig banane durch die Küche und mach mich zum Affen, bis der „Druck“ weg ist. 🙂

      Und raus aus der Situation. Nach Möglichkeit vor die Tür und gehen, gehen, gehen.
      Aber das geht ja leider nicht immer.

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  2. Mona

    Schöner Gastbeitrag!

    Ich wollte nur sagen, dass dieses „bloß nicht zu wenig zu essen“ in Foren nicht unbedingt etwas mit dem Glauben an einen Hungerstoffwechsel zu tun hat.

    Ich hab das früher auch einige Male geschrieben, weil die Leute schrieben: Mir ist so kalt und übel, ich kippe die ganze Zeit weg und kann nicht allein rausgehen, weil mir so oft schwarz vor Augen wird. Im Forum kennt man die Menschen nicht wirklich und will sich gegenseitig trotzdem helfen. Da hab ich die halt gefragt, ob sie schon beim Arzt waren, ob sie genug trinken und wenn es ihnen schlecht geht, sollten sie vielleicht mit mehr Essen probieren. Ich habe nie an diesen Hungerstoffwechsel-Diätmythos geglaubt. Trotzdem halte ich es für nötig jemanden, dem es schlecht geht zu sagen, dass er zum Arzt sollte, genug trinken und essen sollte. Vor allem weiß ich ja gar nicht, ob sie die Ernährungsform so verstehen wie ich. Es gibt auch Menschen, die total unsinnige Sachen machen und denken das muss so bei einer Diät, dann bekommen sie einen Mangel und wundern sich, dass es ihnen schlecht geht. Einen Mangel kann man natürlich auch bei seiner „normalen Ernährung“ bekommen, aber wenn man irgendwas verändert kann es immer sein, dass es eine Verschlechterung ist, obwohl man denkt man hat etwas verbessert habe. Besonders wenn man am Anfang keine Ahnung hat von Ernährung und dem menschlichen Körper.

    Gefällt 2 Personen

    1. Das stimmt natürlich!
      Das wollte ich auch auf keinen Fall bezweifeln, dass es Leute gibt, die sich unwohl fühlen, weil sie eben zu wenig essen. Das ist mir auch wichtig, dass man trotzdem so viel isst, dass man sich gut und energiegeladen fühlt!

      Ich habe nur schon oft erlebt, dass Leute, die z. B. auf einem Plateau hängen, geraten bekommen, doch mal ein paar Tage „so richtig viel zu essen“, um den Stoffwechsel wieder anzuregen.
      Und wenn das dann über Wochen gemacht wird…. ist das eher kontraproduktiv. 🙂

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      1. Mona

        Ja, stimmt! Das gibt es auch sehr oft. Da kann ich auch nicht nachvollziehen, wie man auf die Idee kommt jemandem, der sowieso schon nicht abnimmt, mehr Essen zu empfehlen. „Iss mal 3 Wochen jeden Tag 500 kcal über deinem Gesamtbedarf dadurch reparierst du deinen Stoffwechsel.“ Wenn die Leute dann zunehmen, was ja logisch ist bei Überschuss, wird denen gesagt: „Das kommt weil du deinen Stoffwechsel kaputt gemacht hast! Selbst Schuld.“
        Manche Forenuser (oder manchmal ganze Foren) sind so furchtbar anstrengend und machen Neulingen das Leben so schwer mit diesen Falschinformationen.

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      2. Ich halte es auch nicht für gerade sinnvoll, sich in einem Forum von der uninformierten Masse Tipps für irgendwas geben zu lassen, gerade bei etwas so komplexem wie Ernährung oder Gesundheit.
        Die beste Strategie (für alle möglichen Projekte): Sich einen Blog zum Thema suchen; ein paar Beiträge lesen und überprüfen, ob der Autor halbwegs reflektiert und mit Sachverstand das Thema bearbeitet; gucken, ob der Autor das verkörpert, was ich erreichen will; wenn alles passt, die Literatur Empfehlungen des Autors anschauen, Bücher kaufen und lesen.
        So kommt man mit relativ wenig Aufwand und mit großer Wahrscheinlichkeit an fundiertes gesichertes Wissen zum jeweiligen Thema.

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      3. Mona

        Im Forum hat man mehr Austausch, weil man immer jemanden findet, der die eigene Lage auch so erlebt hat oder gerade drin steckt. Hatte paar Jahre, wo ich in mehreren ganz unterschiedlichen Foren war. Es gibt ja für alles Spezialforen, z.B. mikrocontroller.net oder wofür man sich so interessiert. Foren sind echt zeitaufwändig, deswegen bin ich jetzt in keinem mehr. Wenn ich eine bestimmte Information suche, dann bringt es mir nicht unbedingt ein Buch zu lesen, weil das Buch nicht auf mich eingeht. Da frage ich doch lieber Leute, die schon Erfahrung haben und 100 Bücher gelesen haben und direkt auf mich eingehen. Du hast natürlich recht bei Ernährung ist das sehr schwer, weil es da viele Hokus-Pokus-Bücher gibt, die teilweise komplett ausgedachte Sachen als Tatsachen verkaufen.

        Ich bin nicht so der Blog-Mensch. Ich folge nur erzählmirnix und fettlogik, sonst bin ich noch nie irgendwo dran geblieben. Es gibt auch viele Bücher, die Mist sind, auch wenn ein guter schlauer erfolgreicher Mensch die total toll findet und die Werbung für die Bücher seriös und reflektiert wirkt.

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      4. @mona

        Ja, um so technischer ein Thema ist (mikrocontroller.net), desto eher gibt es Richtig oder Falsch. Besonders gut sind meiner Meinung nach die http://stackexchange.com/ Q&A Netzwerke.

        Wenn jemand in einem Forum zu einem „schwammingen“ Thema wie Ernährung eine Antwort postet, dann weißt Du ja praktisch gar nichts über die Erfahrung, das Wissen oder die Motivation des Autors. Oder inwiefern er/sie wirklich Deine Situation versteht.

        Gute Literatur vermittelt erst einmal Grundwissen, mit dem man dann Aussagen in Foren zumindest ansatzweise überprüfen kann.

        Ich persönlich möchte es auch immer genau wissen (in Tiefe und Breite), wenn mich ein Thema interessiert. Ein paar Antworten hier und da (auch wenn sie korrekt sind) würden meinen Wissendurst nicht befiedigen 😉

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  3. D. Andro

    Thx für den Beitrag. Geht mir sehr ähnlich. Ich halte Keto, d.h. low carb, high fat, aus den gleichen Gründen sehr gut durch. Bin nicht hungrig, ausgeglichen, vor allem muss ich keine Kalorien oder Punkte zählen und die Kocherei ist sehr einfach kompatibel mit den Kids – die bekommen einfach Beilagen dazu.

    Ich mach das seit September letzten Jahres, mit einer Pause zu Weihnachten. Die Kilos schwinden quasi nebenher, ich schau da gar nicht so drauf, aber vor allem bin ich viel leistungsfähiger und gesünder. 🙂 Hab mein Leben lang nach einer Ernährung gesucht, die zu _mir_ passt. Und das ists. 🙂

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  4. Christian

    Vielen Dank für den Beitrag! Ich habe selbst erlebt, dass die Low-Carb Szene sehr anfällig für Fettlogiken ist. Insbesondere die „So lange du keine bösen Kohlenhydrate isst, kannst du essen, so viel du willst“-Fettlogik läuft einem immer wieder über den Weg.

    Natürlich gilt bei Low-Carb die Kalorienbilanz genauso wie bei jeder anderen Ernährungsform. Letztlich geht es darum, bei welcher Ernährung man das erforderliche Defizit am besten einhalten kann und womit es einem leichter fällt. Hier hast du davon berichtet, dass LCHF für dich das richtige Mittel ist.

    Allerdings halte ich die oft geäußerte Meinung, dass der Konsum von Kohlenhydraten zu starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels und infolgedessen automatisch zu Hungerattacken führt, ebenfalls für eine (Low-Carb) Fettlogik. Dann werden unterschiedliche Dinge über einen Kamm geschert: Jegliche Form von Kohlenhydraten mit „Zucker“ gleichgesetzt und nicht unterschieden, welche Lebensmittel dieses unkontrollierte Essen auslösen und welche nicht. Ich habe schon häufiger gelesen, dass das Problem bei einigen Menschen vor allem beim Konsum von Getreideprodukten (Brot, Nudeln) auftritt, während die Hungerattacken nach dem Essen von stärkehaltigem Gemüse (Kartoffeln, Hülsenfrüchte) oder Reis nicht auftritt (Stichwort Gliadorphin). Ich kenne es aus eigener Erfahrung, dass mich z.B. Kartoffeln lang anhaltend sättigen, während ich bei Brot und Nudeln bewusst auf die Bremse treten muss, weil ich sonst mehr davon essen würde als gut ist.

    Wer davon betroffen ist, sollte daher meiner Meinung nach der Sache weiter auf den Grund gehen, anstatt einfach künftig alle „Kohlenhydrate“ zu meiden. Eventuell liegt auch bereits eine schlechte Insulinsensitivität vor, also der Beginn einer Insulinresistenz. Dieses Problem ist lösbar, aber mit einer Low-Carb Ernährung geht man auch diesem Problem nur aus dem Weg.

    Sicherlich ist Abspecken eine sehr gute Therapie zur Verbesserung der Insulinsensitivität, insbesondere in Kombination mit mehr Bewegung/Sport. Und niemand, der bereits eine Insulinresistenz entwickelt hat, sollte größere Mengen an Kohlenhydraten essen. Aber man darf Ursache und Wirkung nicht verwechseln. Für mich macht es auch einen Unterschied, ob man eine Low-Carb Ernährung für eine begrenzte Zeit zum Abnehmen (mit Einhaltung eines Kaloriendefizits) praktiziert oder ob man das auch nach erfolgreicher Abnahme zur dauerhaften Ernährungsform erklärt. Bei isokalorischer Ernährung wird der Fettanteil der Ernährung nämlich schnell bedenklich groß.

    Den Verzicht auf Kohlenhydrate als Wundermittel zu verkaufen, wie es in der Low-Carb Szene oft getan wird, halte ich jedenfalls für falsch. Auch die Tatsache, dass Kohlenhydrate für den Körper nicht essentiell seien, ist kein Argument für eine kohlenhydratarme Ernährung. Immerhin verfügt der Körper über Mechanismen zur Produktion von Ketonkörpern und sogar zur Umwandlung von Protein in Glukose, um die Energieversorgung deines wichtigsten Organs, des Gehirns aufrecht zu erhalten, welches keine Fettsäuren zur Energiegewinnung nutzen kann. Man sollte also auf keinen Fall „nicht essentiell“ mit „nicht wichtig“ gleichsetzen.

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    1. Maren

      Man braucht sich ja eigentlich nur mal angucken, was rund um die Welt traditionelle Ernährungsweisen sind/waren, da finden sich eigentlich viele Kohlehydrate in Form von Gemüse, Hülsefrüchten und auch diversen Getreideprodukten (allerdings eher kein süßes hochverarbeitetes Weizengebäck).

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      1. kork

        Genau. Proteine sind Luxus. Fuer arme Menschen war und ist es fast ueberall schwierig, den Mindestproteinanteil sicherzustellen, denn tierische Lebensmittel sind teuer.

        Vegane low-carb-Nahrung ist keine ueberzeugende Lösung: Pflanzliche Proteinlieferanten enthalten eben immer auch recht viel KH – wohin damit? Man kann den Proteinanteil anreichern und die KH einfach wegschmeissen – ethisch fragwuerdig! Dann doch lieber an Nutztiere verfuettern… die es nach Ansicht der meisten Veganer gar nicht geben sollte. Das ist albern.

        Normale vegane Ernæhrung ist mir uebrigens durchaus sympathisch!

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  5. Vielen Dank für diesen Post. Ich hänge gerade auch an meiner eigenen Verantwortung, und Pendle auch bei 85, statt schon bei 75. …und ich erliege jeden Tag meiner Mega Fettlogik beim Biss in den Kuchen, du Weisst ja jetzt wie es geht. …😂
    Ich habe ebenfalls die Erfahrung mit Weizen gemacht. .Schokolade ist es garnicht so, aber die Kombinationen aus Weizen, fett und Zucker aka Bäckerei aka Conviencefood macht es bei mir….mir hilft da auch immer die Rückbesinnung auf Low Carb und High Fat. …
    Liebe Grüße Stella

    Gefällt 2 Personen

  6. nordfriesin76

    Toller Beitrag, den ich auch einfach so unterschreiben kann. Es gibt wirklich so unglaublich leckere Gerichte in der LCHF-Ernährung. Und auch für mich war es die größte Fettlogik, dass der olle Stoffwechsel kaputtgehen kann. Und natürlich Glückwunsch zur Abnahme, du siehst super aus!

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