Fragen an meinen Mann – Teil 2

… ohne große Worte … hier Teil 2 eurer Fragen an meinen Mann 🙂

  • Wurdest du/dein Mann auf ihr Übergewicht angesprochen? Also im Sinne von ,,hey findest du sie noch aktraktiv so?“
    Und was war die bissigste Bemerkung die mitbekommen hast?
  • Hat sich (also ganz konkret aus Lebenspartner-Sicht) emn in Wesen verändert? Also, hat das die Beziehung beeinflusst? z.B. Selbstbewusstsein, Freizeitaktivitäten und insbesondere „Serien auf dem Laufrad statt auf dem Sofa schauen“, etc
  • Hat dein Mann dein Buch gelesen? Liest er auch deinen Blog? Was fühlt/denkt er über seinen eigenen BMI?
  • Wie überrascht war er als du die ganzen Statistiken interpretiert hattest und welche fettlogiken hat er selber über Bord geworfen?
    Hat er gesagt: Liebes 500 cal ist zu wenig und musstest du Überzeugungskraft einsetzen?
    Hatte er jemals Drohungen seitens der Diät Industrie gegen dich befürchtet?
  • Hast du das Buch Fettlogik überwinden vor der E.Bookveröffentlichung gelesen? Oder vor der Taschenbuchveröffentlichung? Hast du geahnt, dass es mal ein Bestseller werden wird? Ist dir bewusst, dass das Buch Fettlogik überwinden das Leben sehr vieler Menschen sehr stark zum positiven verändert hat?
  • Nervt es ihn nicht ab und zu das es immer um das Thema Ernährung, Sport und abnehmen geht? Hat er überhaupt das Gefühl, dass es nur noch um Essen und Sport geht?
  • Hat sich euer freizeitverhalten verändert, seid ihr quasi einfach aktiver (Rad statt Auto), spazieren statt Kino, haben sich Freunde / Urlaubsorte verändert usw. Es wird sich bestimmt nichts fulminantes verändert haben (oder doch?) mich würden eher so die kleinen Sachen interessieren, die ja mit deinem ursprünglichen Ausgangs Gewicht nicht so leicht möglich waren nehme ich an.
  • hast du eine Generalerlaubnis für all die Cartoons „EMN & Kerl“ gegeben oder wie macht ihr das praktisch? Du bzw. eure Beziehung führt ja quasi auch noch ein online-Leben, ohne dass du selbst aktiv bist. Ich finde da jetzt nichts diskreditierendes unter den Cartoons, die ich gelesen habe, stelle es mir aber auch nicht ganz so einfach vor.
  • Wie geht er mit deiner Populariät um? Nervt es?

Das Leben mit meiner Holden, ich glaube viele stellen sich es spannender vor als es ist. Wir harmonieren gut bei unseren Freizeitaktivitäten, die auch weiterhin oft aus Internet und Serie bestehen. Früher kam noch impulsives Essen dazu, was uns auf unseren Weg in die Top 100 brachte. Wirklich was gesagt hat damals niemand, vor allem weil man uns später auch nur so kannte und weil ja alle nette Menschen sind. Die Abnahme wurde eher besprochen, mit Skepsis oder Sorge um die Gesundheit, später fragend wie man es selber schaffen könnte.

Dass Nadja sich verändert hat? Da kann ich nur entschieden „Jain“ sagen. Einerseits sind Ängste und Hemmungen weg, die sie belasteten und einschränkten (Ergänzung: Ich wurde irgendwann ziemlich unsicher bezüglich meiner körperlichen Belastungsfähigkeit, weil ich oft umknickte, beim Laufen Schmerzen bekam o.ä., schon bevor die Kniesache wirklich anfing – ich sagte also öfter Unternehmungen ab, weil ich nicht sicher war, ob ich sie körperlich schaffe), aber das sie sich nun persönlich stark verändert hat, das sehe ich nicht so. Ich denke sie ist nun eher mehr sie selbst als vorher. Mit der Einarbeitung in der Thematik hat sie eine Berufung gefunden, ein Thema das immer mehr zentraler für sie wurde, aber es beschränkt sich nicht nur auf Sport und Essen, wie man aus den Comics sieht. Und auch wenn es nicht so mein zentrales Themengebiet ist (Ok, Essen schon), finde ich die Themen meist ebenfalls spannend. Unser Alltag hat sich unterm Strich nur wenig verändert. Außer das wir oft unterschiedliche Sachen essen und eben ’ne Seriensession mit dem Crosstrainer machen. Neu ist, das nun aktivere Sachen als Freizeitunternehmungen wieder möglich sind. Vor allem Radtouren. Unsere Tour am Bodensee war einfach vorher nicht möglich. Und sie zeigte mir, wie weit sie mich mittlerweile überholt hat.

Als sie damals ihr Buch schrieb, war ich einer der Korrekturleser und war überrascht wie gut es sich las und wie ich anfing selber zu reflektieren. Als Nadja selbst abnahm, hatte sie schon viel von meiner Skepsis abgebaut, dennoch (und das kann man nicht oft genug betonen) beruhigte es mich, das sie sich immer ärztlich überwachen ließ, denn Mängel sind nun eine Gefahr bei stark reduzierter Nahrungsaufnahme. Tatsächlich hatte ich mir selbst davor um so etwas keine großen Gedanken gemacht, deswegen waren da wenig Mythen die abgebaut werden mussten. Ich hatte nur einmal versucht Kohlenhydratfrei abzunehmen, was darin resultierte das es mich dermaßen nervte und ich so übellaunig wurde, dass mir Nadja Nudeln kochte. So gefiel mir das Buch gut, klang vernünftig und überzeugend. Aber Bestseller? Wer denkt denn an sowas?

Ich kann es bis heute kaum glauben, wie sich das ganze entwickelt. Den Blog und die Comics lese ich natürlich auch. Meist bin ich bei den Comics ja das Testpublikum („Wenn DU das verstehst…“) und bei den EMN und Kerl speziell meist eh. Oder ich kriege gesagt das DER Spruch ein Comic wird. Und manchmal überrascht sie mich und ich sehe es erst online. Also wirklich Mitsprache habe ich da nicht.. aber in die Pfanne hauen will sie mich ja nie.

Von dem großen Rummel halte ich mich eher fern. Ich war nie (nicht persönlich nehmen) Fan von Onlineforen und Diskussionen, die nerven mich meist. Ansonsten ist ihre Popularität wirklich toll, ich sehe aber auch wie viel Arbeit für sie drin steckt. Das ist auch das woran ich mich gewöhnen muss, denn an sich arbeitet sie so gesehen immer, ich erkenne es nur nicht immer, wenn sie auf dem Sofa scheinbar sinnlos im Internet surft. Aber auch wenn sie das manchmal etwas nervt, stört mich das nicht (Ergänzung: Das sind die Momente, in denen ich hoch konzentriert irgendwas schreibe und er reinkommt und anfängt, mich mit einem lustigen Video oder der letzten Online-Partie vollzuquatschen^^)

Das einzige was mich an dem Ganzen selber stresst, wenn es Leute gibt, die vergessen, dass sie auch nur ein Mensch ist, dass sie Shitstorms und was auch immer direkt abbekommt. Vor allem, weil ich ihr da kaum helfen kann (außer mit kontraproduktiver Schokolade). Mich freut es vor allem, das sie wirklich Menschen helfen kann oder zumindest zum Nachdenken bringt. Dass es so viele sind, ist fast schon unglaublich, aber toll (Ergänzung: Das sind die Momente, in denen er zockt und ich reinkomme und ihm die neuste Amazonrenzension vorlese , mich über einen gemeinen Kommentar echauffiere oder ihn mit einer netten Nachricht vollquatsche^^)

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7 Gedanken zu “Fragen an meinen Mann – Teil 2

  1. Urs

    Tipp zum Helfen bei Stress: Nackenmassagen des Partners senken bei Frauen den Cortisolspiegel in darauf folgenden Stresssituationen (beruhigende Worte haben leider keinen signifikanten Effekt). Bei Männern reichen dagegen schon Worte der Frau für Beruhigung. Etwas unfair, aber seitdem ich meiner Frau täglich kurz den Nacken massiere, ist sie viel entspannter. 😉

    (Die Studie dazu hab ich grad nicht präsent, war neulich in einem Kolloqiumsvortrag Thema.)

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  2. Sabbi

    Danke an deinen Mann für diesen tollen Bericht. Es war sehr interessant und ihr scheint eine wirklich wunderschöne Beziehung zu führe. Alles Gute an euch beide!

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  3. Räubertochter

    Danke für diese ausführliche Beantwortung der Fragen, lieber Kerl. Für mich ist das Thema sehr aktuell, weil ich seit zwei Monaten in einer neuen Beziehung bin. Ich habe noch 25kg Übergewicht, aber habe schon 20 runter und möchte auch noch weiter abnehmen, eigentlich eher bis in das untere Normalgewicht. Mein neuer Freund steht aber auf Frauen mit „mehr auf den Hüften“ (Zitat) und bezeichnet Frauen in meiner Wunschgewichtsklasse gerne mal als „Stock“. Er versteht nicht wirklich warum ich abnehmen möchte (und die Bezeichnung „Stock“ für Menschen nicht mag) und hat Angst, dass ich „übertreibe“, während ich Angst habe, dass er mich schlank nicht mehr attraktiv findet – ich mache es aber trotzdem, das ist mir zu wichtig. Trotzdem begleitet mich im Moment der Zweifel. Ich würde ihn gerne davon überzeugen, wie toll es für mich wäre, deutlich weniger zu wiegen, habe ihn auch schon genervt, indem ich ihm ein bisschen aus dem „Ist Übergewicht wirklich so schädlich?“ Artikel aus Flü vorgelesen habe. 🙂 Er sagt jetzt, dass er mich unterstützt und mich immer attraktiv finden würde, weil ich immer ich bleibe. Der Text von Kerl hat ein bisschen dazu beigetragen, dass ich ihm glaube. Danke. Auch wenn ich ihm gerne eine Packung „s“e für sein „dass“ schenken würde. 😛

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  4. Jens der andere

    „Ich hatte nur einmal versucht Kohlenhydratfrei abzunehmen, was darin resultierte das es mich dermaßen nervte und ich so übellaunig wurde, dass mir Nadja Nudeln kochte.“

    Das ist wahre Liebe! 🙂

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