Gründe – Die Fortsetzung

Vor ein paar Tagen hatte ich gefragt, ob ihr die Fortsetzug des Blogartikels über Gründe, warum Menschen sich fürs Abnehmen entschieden haben, lesen wollt. Das Feedback fiel recht eindeutig zum „Ja!“ aus, also folge ich dem Vorschlag in den Kommentaren, das Ganze als eigene Blogseite zu erstellen.

Die Blogseite findet ihr hier: Klick

Ich schätze, es sind um die 100 Beiträge, also wenn das Lesen nur halb so lange dauert wie das Erstellen der Seite, bringt am besten Zeit mit 🙂 Allerdings finde ich persönlich das extrem spanend und könnte gut und gerne nochmal 100 solcher Texte lesen … ihr dürft also gerne weiter in den Kommentaren um eure eigenen Gründe ergänzen.

Als kleine Einstimmung habe ich mir überlegt, in diesem Artikel Beiträge zum Gegenteil zu posten: „Gründe, warum Leute NICHT abgenommen haben“. Da auch in diesem Thread wieder duzende Antworten eingingen, poste ich an der Stelle lediglich zwei, deren Text in Verbindung mit dem Gewichtsticker mir beim Überfliegen ins Auge stachen 🙂

Regenbogenfeder, weiblich, 23 (96kg –>60kg):

Hauptsächlich, weil ich mir sicher war, dass ich es nicht kann. Es kamen ja ständig Sprüche wie „Liegt in der Familie“, „Du hast halt schwere Knochen“, „Das ist der Stoffwechsel“ und „Bestimmt was mit der Schilddrüse, lass mal testen“. Ich hatte geheult, als rauskam, dass mit meiner Schilddrüse alles super ist, weil damit die Hauptbegründung plötzlich weg war.

Außerdem war ich auch gefühlt mein ganzes Leben auf Diät. Und ich war felsenfest davon überzeugt, dass ich eigentlich esse wie ein Spatz (habe ich auch, allerdings dafür Zeug mit hunderttausend Kalorien – kann glaub ich froh sein, dass ich noch nie ein richtiger Volumenesser gewesen bin). Ich hatte auch was gegen das Kalorienzählen und dachte mir, wenn ich jetzt schon kaum esse, wie wenig dürfte ich denn dann nur essen, wenn ich wirklich richtig abnehmen wollte?

Wegen meiner Statur dachte ich auch, weniger als 69kg wäre vollkommen utopisch. Eigentlich wollte ich das Gewicht immer nur halten, aber dann hat sich das Halten immer weiter nach oben verschoben. „Wenn ich 70kg habe, dann muss ich was machen.“ „Wenn ich 73kg habe, muss ich was machen.“ „Solange ich unter 80kg bleibe ist ja noch okay, aber wenn ich 80kg wiege, dann muss auf jeden Fall was runter.“ Mein Gewicht hat sich so schleichend verändert, dass ich das einfach immer angepasst hatte, weil ich mich an das Gewicht gewöhnt habe.

Was dann irgendwann dazu kam, waren Sprüche wie „Lieber 5kg zu viel als Topfigur mit Hackfresse.“ Quasi als müsse man sich dazwischen entscheiden.

 

Bettina, weiblich, 47 (118kg –> 60,8kg)

Ich habe vor fast 20 Jahren schon einmal sehr viel abgenommen. 40 Kilo seinerzeit. Ohne Plan. Ich habe einfach ein Apfel und ein belegtes Brötchen am Tag gegessen und mir dabei eingeredet, dass das ja gesund ist, der Apfel, haha!
Ich hatte massive Mangelsymptome ( büschelweise ausfallendes Haar zb.)
Dann habe ich wieder normal gegessen, haha, also normal zuviel natürlich und zack waren die 40 Kilo wieder drauf. Plus Bonuskilos.
Es war eindeutig : Mein Stoffwechsel war ruiniert.
Um jemals schlank zu sein, geht nur ein Brötchen und ein Apfel am Tag und ich ruiniere mir dabei auch noch die Gesundheit.
Denn apropos Gesundheit: Meine Blutwerte sind doch immer top, auch mit morbider Adipositas. Niemals erhöhtes Cholesterin, mein Blutdruck super, also wirklich, ich bin gesünder als die meisten Schlanken, ha!
Außerdem, ich habe es mir ja bewiesen, schlank sein geht für mich nicht, mein Körper wehrt sich dagegen. Ich war immer dick, so bin ich gedacht, Setpoint und so.

Ohje, wenn ich das so schreibe, ist es schon ziemlich schrecklich. Soviele Lebensjahre, Jahrzehnte, die ich mich im Dicksein eingerichtet habe und die Wahrheit ausgeblendet habe, bis es nicht mehr ging.

6 Gedanken zu “Gründe – Die Fortsetzung

  1. Jens der andere

    Warum ich abgenommen habe? Das war eigentlich nicht einmal geplant. Selbst mit 1.97m Körpergröße sind 137 Kg zu viel. Da war ich nach einem Antidepressivum, welches mich AGGRESSIV (!!!) und HUNGRIG (!!!) machte. Das gute Dogmatil. 🙂 Also gewechselt auf ein anderes. Und den Appetit verloren. Kein Frühstück. Egal. Komisches Gefühl im Magen, aber zu vernachlässigen. Mittag? Oft auch egal. Irgendwann dann auf 124 Kg. Da das schnell ging, merkte ich: Ich kann mich besser bewegen. Meine Blutwerte sind massiv besser, nix mit Diabetes. Dann kam noch ein überraschender Effekt dazu: Der korrigierte (!) BMI. Der mir verriet, daß ich mich nicht von adipös zu adipös, sondern von adipös zu übergewichtig entwickelt hatte. Klingt extrem albern, aber das ist eine unglaubliche Motivation, weiterzumachen. 🙂

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  2. Katharina

    Gründe warum ich erst doch, dann nicht und dann wieder doch abgenommen habe/abnehme:

    Früher war ich mal dicker, mal dünner, ganz wie es die Naturgesetze vorsehen, mehr sitzen (Abibüffeln, Couchsurfing mit erstem Freund etc.) = mehr Gewicht, mehr Sport und weniger Essen = weniger Gewicht. Der Grund damals, um Abzunehmen, war im wesentlichen der Wunsch, meinem Selbstbild vom idealen Ist-Zustand möglichst nah zu kommen. Dann plötzlich, nach so einer Zunehmphase, ging nichts mehr. Konnte machen was ich wollte, Gewicht ging nur nach oben. Nicht schnell oder extrem, aber eben nur in eine Richtung. Hatte keine messbaren gesundheitlichen Probleme (trotz BMI über 30), aber fand es halt sehr komisch. Eine aus anderen Gründen angefangene Ernährunsgumstellung und etwas Recherche meinerseits (unter anderem hier auf der HP) brachte dann ans Licht warum: ich gehöre zu den Leuten, die offensichtlich nicht die Kalorien falsch einschätzen, sondern den Proteingehalt ihrer Nahrung. Beispiel für Eiweißlogik? Hülsenfrüchte habe viel Protein! Ja schon, wenn man sie trocken zu veganen Proteinriegeln presst, aber die paar Böhnchen in einem ganzen Topf Suppe reichen dann eben in Wahrheit leider doch nicht. Habe teilweise unter 30g pro Tag gehabt bei ca. 1,66m Größe und einem Wunsch-BMI um die 25 und damit einem Bedarf selbst bei der allerkonservativsten Schätzung von ca. 60g. Jetzt zähle ich Proteine statt Kalorien und auch wenns lästig ist: es hilft. Der Grund, warum ich eine Zeitlang nicht abgenommen habe, war also falsche Einschätzung der Nährwerte. Und abnehmen tue ich jetzt, weil a) ich es kann und b) Sport mit gut gefütterten Muskeln viel einfacher/besser geht, auch wenn ich keine Sportskanone bin.

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  3. Mona

    Hab gerade festgestellt, dass ich die Gründe vom nicht-Abnehmen bzw. Zunehmen schon in den Gründen fürs Abnehmen mit drin habe.

    Wieso man sich weiter zunehmen lässt oder nicht abnimmt, obwohl man schon so ein „ich will nicht dick sein“ oder „ich will nicht dieses Wehwehchen haben“ Gefühl hat, interessiert mich.
    Es kann doch nicht sein, dass alle Menschen nur wegen dem Hungerstoffwechsel, meine Gene und schwere Knochen Mythen das sein lassen bzw. nicht hinbekommen, obwohl sie sich schon wünschen ihre Beschwerden vom dem Übergewicht loszusein. Oder kann es doch sein?

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    1. Auf einer englischsprachigen Webseite zum Thema Fitness kam jetzt gerade die Auswertung einer kleinen forumsinternen Umfrage zu genau dem Thema (kann gerade keinen Link posten, aber die Seite heißt Nerdfitness).

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    2. sarugani

      Ich hatte von 115 auf 84 Kilo abgenommen und dann ging’s nicht mehr weiter (vermutlich, weil ich mich eigentlich gar nicht mit Nährwerten beschäftigt hatte) und 12 Kilo schlichen sich nach und nach wieder drauf. Die 96 Kilo konnte ich ganz gut halten und zu der Zeit hab ich das erste Mal vom Setpoint gehört, was mir natürlich hervorragend in den Kram passte.
      Zusammen mit „kaputtem Stoffwechsel“ und den „Genen“ war das genau das, was mich davon abhielt, es weiter zu versuchen. Als ich vor einem Jahr auf der Waage stand und wieder eine dreistellige Zahl vorm Komma hatte, war mein Ziel, wieder zum Setpoint zu kommen und inzwischen hatte ich auch gehört, dass der sich rekalibrieren kann und man dann weiter abnehmen kann. Ich hatte gerade so in etwa die 96 wieder erreicht, als meine Rettung in Form von FLÜ in meinem E-Mail-Postfach landete. Kurz vor Weihnachten war ich bei 80,5 kg, heute morgen waren’s leider 83,0 kg, aber zu wenig trinken, 10 Tage zu viele Kohlenhydrate essen und trinken… ich hoffe, dass ein großer Teil von dem Plus über die nächsten Tage rausgespült wird. Und selbst wenn nicht – ich bereue kein Plätzchen und kein Glas Sekt. Seit Weihnachten hab ich das mit dem Kalorien zählen etwas schleifen lassen, aber das wusste ich vorher schon und hab trotzdem aufgepasst, dass es nicht schrecklich viel zuviel wird. Und seit heute früh wird wieder alles brav notiert. Ich weiß ja jetzt, wie’s geht 🙂

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      1. Bei mir sinds auch wieder 3 kg mehr. Aber früher hätte ich in dieser Situation Panik, dass ich meinen Stoffwechsel ruiniert habe, jetzt weiß ich, schaffe ich wieder regelmäßig ein Defizit, nehme ich auch wieder ab 🙂 so befreiend!

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