Gründe Teil 1

In letzter Zeit las ich ein paar Artikel darüber, dass Menschen sich ärgerten, dass in ihrem Umfeld abgenommen wurde. Das wurde auch im Forum (das inoffizielle Fettlogik-Forum, falls ihr es noch nicht kennt) thematisiert und jemand meinte:

Was mir bein Lesen gleich (unangenehm) auffiel war, dass selbstverständlich angenommen wird, die Leute würden abnehmen, um einem Modediktat zu folgen und den medialen Körperidealen zu entsprechen.

Etwas ähnliches hatte ich auch in Fettlogik geschrieben:

Was mich besonders störte ist, dass, ohne nachzufragen, häufig angenommen wurde und wird, ich hätte rein aus optischen Gründen abgenommen, um »diesem Schönheitsideal« zu entsprechen.

Tatsächlich wurde mir schon einige Male bedauernd, vorwurfsvoll oder beleidigend erklärt, wie oberflächlich es sei, dass ich abgenommen habe, weil offenbar als einziger Grund „das gesellschaftliche Schönheitsideal“ angenommen wurde – ohne, dass sich die Betreffenden der Ironie dieser in sich extem oberflächlichen Aussage bewusst waren.

Dabei gibt es ganz unterschiedliche Motive, um sein Gewicht zu verändern. Und ich halte es für wichtig, dass das thematisiert wird, denn ich fände es ganz gut, wenn das Thema Körpergewicht und Attraktivität endlich nicht mehr als Einheit behandelt würde. Weder im Sinne von „Dicke sind unattraktiv“ noch im Sinne von „Jeder der abnimmt, tut das nur um in den Augen der Gesellschaft attraktiver zu werden“, denn beides ist in dieser Pauschalität schlichtweg Quatsch. Aus dem Grund habe ich im Forum einfach mal gefragt:

Daher wollte ich mal nachfragen und eure unterschiedlichen Gründe fürs Abnehmen sammeln. Was war eure Motivation, euer Ziel, euer Grund um Abzunehmen? Und vor allem: Warum genau war euch gerade das so wichtig? Jeder Grund ist okay, egal ob es darum ging, eine lebensbedrohliche Krankheit abzuwenden oder wieder in diese eine Hose zu passen. Also es geht nicht darum, nur besonders „gute“ oder „richtige“ Gründe zu sammeln (als ob man das von aussen bestimmen könnte) sondern einfach … persönliche Gründe.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind bereits über 50 Antworten eingegangen – zu viele für einen einzigen Blogartikel. Weil ich aber gerade nicht die Antworten nach „Wichtigkeit“ oder „Richtigkeit“ gewichten will, werde ich das Thema splitten und zwei oder drei Artikel daraus machen.
Ich hatte zuerst überlegt, die Beträge zu kürzen und bestimmte Inhalte wegzulassen. Einerseits Teile über Fettlogik, weil es sich ein bisschen wie Eigenwerbung anfühlt, das auf meinem Blog zu ziteren und andererseits Teile, die als „fatshaming“ verstanden werden können, wenn Leute darüber schrieben, dass sie sich für ihren Körper schämten.
Nach etwas Überlegen, habe ich mich gegen das Kürzen entschieden, denn die Frage war offen gestellt und Menschen haben offen über ihre eigenen Gefühle über ihren Körper geredet – wer damit ein Problem hat, der möge an dieser Stelle aufhören zu lesen. Der Rest kann hoffentlich trennen zwischen Menschen, die über ihre Gefühle reden und einer allgemeinen Aussage wie „Jeder muss das so sehen!“ 🙂

Jolla, weiblich:

Mein Hauptgrund ist ganz schlicht: Meine kaputte Lendenwirbelsäule. Jedes Kilo weniger bedeutet mehr Schmerzfreiheit, daher begnüge ich mich auch nicht mit dem Erreichen der Normalgewichtszone, sondern mache erstmal weiter. Weitere Gründe sind optischer Natur und die Steigerung meiner allgemeinen Fitness.

Prusselliese, weiblich:

Ich hab mich in meinem Körper nicht wohl gefühlt. Immer war irgendwas zu eng oder sah in meinen Augen nicht gut aus.
Das war schon als Teenie so (da kann ich rückblickend aber sagen, dass ich normalgewichtig war und schieb es auf die Pubertät) und hat sich dann nicht geändert, sondern ist eher schlimmer geworden.

Ein weiterer Punkt ist, dass mein Mann sehr schlank und sportlich ist und ich im Laufe unserer Beziehung halt immer mehr wurde. Da hab ich mich ihm gegenüber nicht wohlgefühlt und das beeinflusste auch mein Verhalten.

Und jedesmal wenn ich mich irgendwo im Spiegel gesehen hab, war immer dieses Fokussieren auf meine Speckröllchen. Nichts gefiel mir wirklich, weil ich mich da immer dran festgebissen hab.

Und ich hab immer das Gefühl gehabt, ich ernähr mich nicht richtig. Meine Eltern legten viel Wert auf gesundes Essen, aber seit ich ausgezogen bin, hab ich nie wirklich verinnerlicht, dass ich mich jetzt um alles kümmern muss. Durch die Beschäftigung mit Essen, Nährstoffen, Kalorien hab ich da viel gelernt und merke das auch deutlich.

Das ist jetzt weg- und hinzugekommen ist, dass viele Bewegungen besser gehen, z.B im Schneidersitz sitzen, in die Hocke gehen, etc. Das ist alles viel leichter geworden. Ist mir vorher nicht aufgefallen, dass es schwer ging, sondern war halt einfach so.
Jetzt genieße ich diese Leichtigkeit.

Schlumpfine, weiblich, 46 Jahre:

Ich hatte schleichend 20 kg zugenommen und gefiel mir optisch nicht mehr. Röllchen hier, Speckfalte da, ach, und diese Hose passt nicht mehr? Das wollte ich nicht hinnehmen, vor allem weil mir klar war, dass mein Gewicht immer weiter hoch gehen würde, wenn ich nichts dagegen tue.
So habe ich die ersten 20 kg auf 64 kg abgenommen (lange vor FLÜ, aber auch ganz schnöde mit Kalorienzählen).

Dann haben sich meine Lebensumstände geändert, ich hatte mehr Zeit für Sport, habe FLÜ gelesen und einfach mal wieder ordentlich getrackt. So fielen weitere 6 kg, die einen unglaublichen Unterschied für mich ausmachen: endlich die schlanken Beine, die ich schon immer haben wollte, und vor allem absolute Leichtigkeit und Dynamik beim Laufen, meinem Lieblingssport und generell bei jeder körperlichen Belastung.

Ich fühle mich mit meinem derzeitigen Gewicht unendlich wohl und möchte einfach so bleiben.

Namja, weiblich, 28 Jahre:

Hauptsächlich Fitness. Es kotzt mich an, dass mein Mann mir beim Wandern dauernd davonrennt. Es kotzt mich an, dass ich bei Sachen (ein Stück den Berg hoch rennen, usw.) die andere so schaffen Verschnaufpausen brauche. Die Tatsache dass das in den letzten Monaten Dank Schwangerschaftsanämie noch deutlich stärker ist als sonst hat die Motivation erhöht. Ich möchte gern deutlich sportlicher sein.
Womit wir gleich bei Punkt 2 wären. Ich will nicht dass mein KIND eine übergewichtige Mutter hat die nicht alles mitmachen kann.
Punkt 3 und 4 wären Gesundheit und Aussehen. In der Reihenfolge.

Nria, weiblich, 32 Jahre:

Optische Gründe haben bei mir durchaus eine wichtige Rolle gespielt, aber nicht nur: Ich wusste schon länger, dass gerade das Bauchfett ungesund ist und da sitzt bei mir nunmal das meiste Fett. FLÜ hat mir die gesundheitlichen Gründe nochmal so richtig schön vor Augen geführt …

Und: Mein – wenn auch nur leichtes – Übergewicht fing an, mich in meiner Beweglichkeit einzuschränken. So ganz langsam, ich war ja erst bei BMI 27, aber ich habe es bereits gemerkt, und das hat mich ziemlich erschreckt. Ich habe mich auch deutlich weniger fit gefühlt als früher (auch wenn ich nie „fit“ war, sondern immer ziemlich unmuskulös und unsportlich).

Und praktische Gründe: Es ist mit einer schlankeren Figur einfacher, Kleidung zu kaufen oder zu nähen. Wenn der Bauchumfang 2 Nummern größer ist als der Hüftumfang, kann man nur Kompromisse finden.

Philomena*, weiblich:

Ich habe mich einfach nicht mehr wohl gefühlt mit meinem Übergewicht und wollte wieder so schlank sein wie vor meiner Zunahme.

Außerdem hat mich doch sehr gestört das ich viele Sachen welche für mich mit Normalgewicht noch selbstverständlich waren mit immer weiterer Zunahme einfach nicht mehr möglich und machbar waren.

Zum Beispiel, einfach so aufstehen zu können, ohne sich irgendwo hochziehen zu müssen, oder in der Wanne zu liegen ohne zu befürchten das ich womöglich ausrutschen könnte beim hochziehen müssen um rauszusteigen.

Die Treppen wieder hochzulaufen ohne so dermaßen außer Puste zu sein, das ich mich danach erstmal ausruhen musste.

Ich wollte auch endlich wieder aus meinem noch aus besseren Gewichtszeiten vollem Kleiderschrank schöpfen können und mich nicht mehr mit den paar gekauften Teilen in großen Größen zufrieden geben.

Ein Beispiel, ich hatte mir zwei Sommer Maxikleider gekauft und musste feststellen, das die Hersteller irgendwie wohl automatisch davon ausgehen, das breiter sein gleichbedeutend auch mit immer länger werden einhergeht.
Ich bin schon nicht klein mit meinen 1,72m, doch bei den Kleidern in großer Größe bin ich ständig beim laufen auf den Saum gelatscht und fast hingefallen ein paar mal.

Jetzt mit Konfektionsgröße 36 passiert mir das merkwürdigerweise wieder nicht mehr, obwohl meine Körperlänge ja gleich geblieben ist.

Und das waren jetzt nur ein paar Aufzählungen wegen Zeitmangel und keine Lust noch ganz viel mehr dazu aufzuschreiben.

Im übrigen habe ich schon vor Flü angefangen mit Diät und hatte bereits schon 10 kg abgenommen als ich Flü in die Finger bekam.
Da es die erste Diät meines Lebens war und auch hoffentlich bleibt, habe ich die 10 kg unabsichtlich nach Flü abgespeckt ( damals hieß es bei mir noch einfach nach meinem gesundem Menschenverstand),also mein Gehirn war nicht sehr Fettlogik verseucht wie bei anderen welche schon viel länger mit Übergewicht zu kämpfen hatten und schon mehrere Diäten ausprobiert haben vorher.

Shikaji, männlich, 28 Jahre:

in kurz: für physische und psychische gesundheit, für ein besseres körperempfinden und das erlebnis sich selbst durchaus mal als gutaussehend bezeichnen zu können.
(prioritäten auch in dieser reihenfolge)

MaraGreta, weiblich, 36 Jahre:

Weil ich´s kann

Im Ernst: weil ich schon immer, seit ich denken kann, übergewichtig war und mich das extrem angekotzt hat. Es war mal mehr, mal weniger, aber fast immer „zu viel“ und zwar so viel, dass ich mir nicht gefallen habe.
Es sind rein optische Gründe bei mir. Außerdem war ich auch immer schlecht darin, mir etwas vorzumachen, so dass ich damit immer unglücklich gewesen bin.

Was das „mediale Schönheitsideal“ angeht …. pfffffffffffffffffffffffffffffffft
In meiner Jugend hab ich eine „Subkultur“ nach der anderen gewechselt um BLOß NICHT irgendwie Mainstream und angepasst zu sein. Heute brauch ich das nicht mehr, aber es kratzt mich immer noch genau so wenig wie damals, was „die Medien“ einem vorschreiben wollen.

Mit der Abnahme kommt zusätzlich auch ein andererLebensstil einher, der mir deutlich besser gefällt. Gesünderes Essen, mehr Bewegung, weniger Alkohol. Abnehmen hat nur Vorteile.

schnic, weiblich:

Schwierige Frage..

die Wahrheit tief in mir ist wohl ein simples „um nicht aufzufallen“.
Nicht die zu sein, die angeschaut wird, weil sie unterwegs was isst (Dicke dürfen unterwegs nichts essen ohne blöd angeschaut zu werden– Schlanke jederzeit- gerne auch Eis o.ä.) btw. dürfen Schlanke im Sommer auch schwitzen– bei Dicken ist das gleich seltsam– man mutiert zum schwitzenden Schwein.
Nicht überlegen zu müssen, ob man in einem Laden wohl überhaupt eine Abteilung für „Große Größen“ finden wird– oder man lieber gar nicht erst rein geht.
Alltägliche Dinge kaufen kann, ohne sich überlegen zu müssen, ob die Tragkraft auch für einen selber ausreicht (Fahrrad, Waage usw.)
und auch um die sich leise einstellenden gesundheitlichen Folgen wieder gerade zurecht zu rücken (leicht erhöhter Blutdruck, Blutwerte- entfernte Gallenblase — und um Diabetis zu vermeiden)

der wichtigste Punkt ist aber nach wie vor, damit ich mit meinem Kind mehr unternehmen kann- und es hoffentlich bald keine Erinnerung mehr daran hat, was Mama alles nicht gemacht hat, weil sie zu adipös war.

B1naryL0ve, weiblich, 26 Jahre:

Klingt total blöd und unglaubwürdig, aber mein Grund ist tatsächlich das Buch. Vorher hab ich mich komplett gegen dieses Thema gesperrt (beste Freundin:“Du wolltest dir nicht mal von mir anhören, wie ich mein Gewicht halte“) und zwar davon geträumt, schlank zu sein, aber nicht dran geglaubt, dass das für mich wirklich möglich ist.

Und die geballte Ladung Gesundheitsrisiken, also das Kapitel, das bisher am meisten kritisiert wurde, glaube ich, hat in mir wirklich was bewegt. Besonders der Teil zu Risiken in der Schwangerschaft und für das Kind. Erst als ich das Kapitel durchgearbeitet hatte, wollte ich das Thema „Abnehmen“ in Angriff nehmen. Also selbst, als ich das Buch angefangen habe, wollte ich noch nicht abnehmen.

Speranza, weiblich, in den 40ern:

Mein ganzes Leben ist geprägt vom Abnehmen. Schon als Teenager habe ich mit meiner Mutter mitgemacht, später dann auch immer wieder alleine, weil ich endlich mal Normalgewicht haben und einfach Kleidung einkaufen wollte. – Das hielt übrigens nie. Ich hatte damals immer gehört „du bist dick, du musst abnehmen“ – meine Eltern waren auch übergewichtig und meine Mutter hat mehrere Diäten gemacht und ich mit. Irgendwann war dann Pause.

Ernsthaft begonnen abzunehmen habe ich erst 2008/09 wieder, weil der Arzt in der Kinderwunschpraxis mir sagte, dass das helfen könnte schwanger zu werden. – Das war dann auch so, allerdings waren die vorher abgenommenen Kilos nach der Geburt wieder drauf und sind geblieben.

Seltsamerweise fühlte ich mich durch mein (hohes) Übergewicht körperlich nicht eingeschränkt, konnte mit meinen Kindern und meinem Mann beim Radfahren und Wandern gut mithalten, hatte keine Schmerzen und so sehr außer Atem war ich nie, dass es mir unangenehm aufgefallen wäre. Ich hätte wohl aus gesundheitlichen Gründen noch lange nicht begonnen abzunehmen, wäre da nicht mein Vater gewesen …

Der gab den Startschuss zur letzten, bis heute andauernden Abnahme im Januar 2015. Damals lag er nämlich im Krankenhaus und rang nach Luft. – Ich kannte ihn nur übergewichtig, aber gesund und aktiv. In seinen letzten 5 Lebensjahren (ab ca. 73) wurde er jedoch zunehmend krank, hatte hochgradig Diabetes und große Wasseransammlungen, die ihm letztlich das Atmen sehr schwer machten, und – auch infolge vieler Jahre schwerer Arbeit – ein schwaches Herz. Ich ging damals von seinem Krankenbett und wenige Tage später von seinem Grab weg und dachte: „SO willst du nicht enden!“ – Er ist im Frieden gestorben, das war ok, aber diese Qual des Atmens … DAS wollte ich nicht haben. Also habe ich mich damals bei WW Online angemeldet und 2015 schon 26 kg abgenommen. Nach einem Plateau gings dann wieder etwas hoch – ich hatte ja (noch) keine Ahnung von diesen vertrackten Wasseransammlungen und habe einfach frustriert aufgegeben … (Fettlogik und so).
Einige Monate hatte ich die Kurve nicht mehr gekriegt, jedoch ein schlechtes Gewissen dabei. Ich WOLLTE doch endlich normalgewichtig werden und bleiben, um im Alter möglichst gesund zu sein. Außerdem sollte ich ja noch möglichst lange bewegungstechnisch mit meinen Kindern mithalten können (die ja auch älter und fitter werden).
Ende Juni 2016 gings dann wieder los – weil ich mir etwas beweisen wollte -, dann habe ich FLÜ entdeckt und bin seither dabei.

Kurz gefasst meine Motivationen um abzunehmen:
– früher durchaus die Sache mit der Mode – dass große Größen nur in wenigen Läden zu finden waren und damals in der Regel auch mehr „damenhafte“ Sachen (nix für Teenager und Twens) und weil mir von außen immer wieder eingeredet wurde ich müsste das machen
– dann der Kinderwunsch
– jetzt die Gesundheit und weil ich mir so tatsächlich viel besser gefalle.

Nina2606, weiblich, 27 Jahre:

Ich habe über die letzten 8 Jahre 17 Kilo zugenommen, schleichend, immer mal wieder was runter und dann mehr wieder rauf. Ich musste mir jede Saison neue Klamotten kaufen, vieles was mir gefiel, sah an mir absolut schrecklich aus, und ich bin mehrmals heulend in Umkleidekabinen geendet.
Ja, ich gebs zu: bei mir hat das Abnehmen nur optische Gründe. Und ich bekomme gerne Komplimente, ich freue mich, wenn mir jemand etwas Nettes sagt. Und ich hatte es auch satt, dass bei mir zu meinem Aussehen irgendwann gar keine Komplimente mehr kamen, auch wenn die inneren Werte natürlich wichtiger sind. Nichtsdestotrotz will ich keinem Schönheitsideal entsprechen außer meinem eigenen. Ich will wieder in den Spiegel gucken und Fotos anschauen und zufrieden sein. Ich will mich in der Sauna und im Schwimmbad wohlfühlen und mit einem gesunden Selbstbewusstsein durch die Gegend laufen.

She_lo, weiblich:

Ich wollte nicht einem Ideal entsprechen, sondern meinem und das ist nun mal schlank und sportlich trainiert und ich hatte es schon viel zu lange ignoriert, dass ich mich im oberen Normalgewicht mit einer Durchschnittsfrau-Figur einfach nicht wohlfühle.

justme, weiblich:

Ich hatte Angst vor Diabetes. Bluthochdruck hatte ich bereits.
Ich wollte nicht mehr so unbeweglich sein. Nicht mehr in den Spiegel gucken und überlegen, wie ich welche Stellen am besten so verhülle, dass sie möglichst wenig auffallen. Mich nicht mehr erschrecken, wenn ich Fotos von mir sehe, weil ich darauf einfach nur noch dick bin und nicht nur „moppelig“, wie in meinem Kopf. Ich wollte meinem Knie was gutes tun. Meine Kinder aufwachsen sehen. Kein Pflegefall werden. Klamotten in normalen Größen kaufen, anstatt langsam doch mal in die Übergrößengeschäfte zu gehen (oder besser gesagt, nicht zu gehen und sich mit einer Minimalgarderobe aus den wenigen Teilen, die noch irgendwie paßten, zu begnügen). Wandern gehen können und Treppen hochsteigen, ohne hinterher total kaputt zu sein. Beine haben, die nicht jede Jeans nach 4 Monaten an den Oberschenkeln durchscheuern. Einfach losrennen können.

Mir sind irgendwelche Blogs, Twitter (hab ich gar nicht), Medien, Trends, Instagram und was es da sonst so alles gibt, sowas von total schnuppe, weil ich mit meinem neuen Gewicht verdammt glücklich bin. Ich bin viel gesünder als früher, viel fitter, viel beweglicher, viel sportlicher, ich kann wandern und einfach losrennen, ich kann Treppen hochsteigen und bin nicht aus der Puste, meine Beine reiben nicht mehr – alleine das ist so klasse!!! UND – ich habe keinen Bluthochdruck mehr!!! Und wenn ich will, geh ich einfach in den Laden und kauf mir was zum anziehen. Es findet sich genug passendes, ohne lange suchen zu müssen. Ich sehe nicht mal ansatzweise aus wie ein Model und werde es nie tun, aber das ist auch überhaupt nicht mein Ziel. Das juckt mich alles nicht. Ich bin einfach nur glücklich, dass ich nicht mehr dick bin. Und dick war ich kreuzunglücklich. So einfach ist das.

Jobara, weiblich, 52 Jahre:

Ich möchte mal eine fitte, gesunde Rentnerin sein 😊

Suche Rat von LogikerInnen, weiblich:

Das klingt jetzt vielleicht seltsam, aber das überschüssige Fett an mir war mir fremd. Das war nicht ich. Ich war doch eine schlanke Frau, hatte lange Ballett getanzt, mich aus der Magersucht herausgekämpft, nun dick sein passte einfach so gar nicht in mein Weltbild, mir war nicht klar, wie das hatte geschehen können, die Person im Spiegel war nicht ich und wollte ich nicht sein. Ich habe die überschüssigen Pfunde nie als Teil von mir akzeptieren können. Als ich sie wieder verlor, wurde ich mir wieder viel näher.
Ich hatte das überschüssige Gewicht so lange nicht verloren, da ich dachte, ich sei verdammt dazu, es nun zu behalten, denn jeder Versuch, es loszuwerden, würde mich wieder in die Magersucht führen – die einzige Diät, in der ich wirklich versiert war, war schließlich «nichts essen». Und dann bin ich über Undine’s Beitrag gestolpert – sie war jetzt so schlank, und sah vor Allem so glücklich aus, und sie war auch früher magersüchtig gewesen, und hatte es mit so einem Buch geschafft. Und dann habe ich Fettlogik gelesen, und es hat mir gezeigt, dass ich gesund, kontrolliert, nachhaltig und trotzdem schnell abnehmen kann, indem ich die essentiellen Nährstoffe aufnehme und so kriege was ich brauche, um stark und gesund zu sein, und trotzdem ein hohes Defizit fahre, weil man eben nicht 2000 kcal braucht um seine Proteine zusammen zu kriegen, und das genau tracke, damit mich der Nachhall meiner Magersucht mich nicht austrickst und mir einredet, ich hätte zu viel gegessen und bräuchte kein Protein mehr, sondern mein Computer für mich genau aufpassen und erinnern würde und ich so meine Obsession mit dem zu viel oder wenig Essen loslassen könnte, und dass ich in schlanker sogar gesünder wäre, und das war so eine Befreiung. (Ohne dieses Buch wäre ich heute nicht schlank.)

Mir war über die Jahre gar nicht bewusst geworden, dass ich inzwischen mit meinem Körper zufrieden wäre, wenn er im untern Normalgewicht wäre statt im starken Untergewicht, weil ich inzwischen eine ganz verzerrte Vorstellung in den Medien davon bekam, wie unteres Normalgewicht und starkes Untergewicht aussahen – die Schauspielerinnen, die ich alle als hübsch schlank und ideal im Kopf hatte, hatten alle nur unteres Normalgewicht, nicht Untergewicht, und dass ich mir zu dick vorkam, war inzwischen keine Körperschemastörung mehr, auch wenn mir das mein Umfeld mit sicher besten Intentionen vermittelte, sondern Realität. (Auch hier wieder danke an Nadja fürs Augen öffnen.)
Heute denke ich noch manchmal, hey, ich wäre gerne so schlank wie die Frau hier… aber dann wird mir erfreut bewusst, dass ich es inzwischen rechnerisch schwarz auf weiß bin, und es fühlt sich auch fast so an, der Abstand zwischen mir und ihnen scheint mir zu keinem Zeitpunkt mehr riesig, und ich will da wirklich von mir nichts mehr weg nehmen. Heute weiß ich rational und ohne Zweifel, ich bin schlank, und kann an der verzerrten Wahrnehmung arbeiten. Vorher war ich wirklich dick, und das war mir keine Minute auszureden. Und auch die Verzerrung in der Wahrnehmung ist nicht mehr so schlimm. Heute stehe ich oft vor dem Spiegel, und bin zufrieden, will da nichts mehr weg machen. Und auch an den wenigen Tagen, wo das nicht so ist, sagt die Waage, ich bin noch genauso schlank wie gestern, das geht wieder vorbei – anders, als als ich seit Jahren schleichend immer mehr wurde, und mich dauerhaft im Spiegel dick sah, weil ich es verdammt noch mal war. Ich habe jetzt in schlank viel mehr das Gefühl, meine Magersucht besiegt zu haben als in dick, als ich mich ihr ausgeliefert fühlte, dachte, die Wahl sei eben nur, wieder krankhaft dünn zu werden oder eben fett zu bleiben, schlank und gesund ginge für mich durch meine Krankheit nicht mehr. Und es ging doch!

Ich mag jetzt wieder, wie ich mich anfühle, wenn ich laufe. Dass es nicht schwabbelt und auf und ab wippt, dass meine Oberschenkel beim Gehen nicht reiben, dass ich meine Muskeln spüre, hart, verlässlich. Ich mag auch meine Knochen. Meine Wangenknochen, mein leicht asymmetrisches Schlüsselbein, meinen flachen Bauch mit dem Bauchnabelpiercing, das ich mir immer gewünscht habe. Sogar meine kuriose Fettverteilung, durch die schon im mittleren Normalgewicht meine oberen Rippen als leichter Schatten sichtbar werden. So sieht mein Körper eben bei seinem gesündesten Gewicht aus. Das bin ich, das sind meine Rippen, die eine starke Lunge umschließen, die muss ich nicht verstecken, sie gehören mir.

Ich kann nun wirklich und ehrlich sagen, dass ich nicht schlanker sein will als ich es jetzt bin. Ich habe sogar mein Zielgewicht leicht nach oben korrigiert, als ich ankam, das muss man sich vorstellen. Wenn ich durch eine Magen-Darm-Grippe unter mein jetziges Gewicht rutsche, esse ich danach über Verbrauch, um wieder auf mein aktuelles Gewicht zu kommen, ich will ja meine Muskeln behalten. Da muss nichts mehr runteroptimiert werden. Ich bin schon schlank. Das ist gut so, wie es ist. Ich finde mich gut so, wie ich bin. Und das ist so ein tolles Gefühl.

Ich kann den Grund «um fremden Männern zu gefallen» kategorisch verneinen. Männer haben mir vorher viel vermittelt, dass meine Figur ihnen gefällt, aber ich fühlte mich in meinem Körper nicht wohl (und fand diese Aufmerksamkeit auch wirklich nicht positiv – ich bin ernsthaft eine Weile mit gefälschtem Verlobungsring rumgelaufen und habe auf die Kleidung verzichtet, in der ich mich schön fand, nur um weniger angesprochen zu werden.)
Und jetzt ist mein Körper genauso, wie ich ihn möchte, es ist wieder meiner – und da finden einige Männer, ich sei zu dünn oder zu muskulös, und teilen mir das mit. Mit zweiterer Reaktion kann ich nun besser umgehen, nicht, weil ich sie weniger daneben finde – anzunehmen, dass ich mein Aussehen darauf auslege, fremden Männern zu gefallen, ist total daneben, ob besagter fremder Mann mich nun geil oder hässlich findet, dass darf er so oder so für sich behalten – aber weil ich jetzt mir mir selber im Reinen bin. Ich finde mich so schön und stark und gesund, und vor Allem; ich komme mir wieder wie ich vor.

Auch was Partner_innen angeht: Es gibt eine Person in meinem Leben, die ich liebe und die mich liebt und mit der ich seit vielen Jahren regelmäßig Sex habe. Und diese Person hat mir vorher nie gesagt, ich sei zu dick, und jetzt nie gesagt, ich sei zu dünn, sondern hat die ganze Zeit gesagt, dass sie mich so oder so unheimlich schön und attraktiv findet, dass ich mit meinem Körper tun kann, was ich will, und dabei ihre volle Unterstützung habe.

Was mir zu Beginn der Abnahme nicht bewusst war, war, wie viel leichter ich mich fühlen würde, wie viel besser klettern und Treppen steigen gehen würde, dass ich ein Runner’s High beim Joggen bekommen würde und so Joggen für mich als Sport entdecken, und dass meine Regelblutung erheblich leichter und weniger schmerzhaft werden würde. Die Einschränkungen kamen zu schleichend, um bemerkt zu werden, die Vorteile hatte ich in der Magersucht oftmals gar nicht erlebt. Nun, wo ich das erlebt habe, sind das weitere Gründe für mich, so schlank zu bleiben.

Und das ist im Vergleich so klein, aber hat mich heute so überrascht und gefreut: ich hatte heute Lust, Kleidung einkaufen zu gehen, so ein knallrotes, bauchfreies, enges Top und hochhackige Stiefel. Als ich bei meinem Idealgewicht ankam, war ich einkaufen, und bin länger geblieben, weil ich ein traumhaftes Hochzeitskleid gesehen habe und anprobieren wollte, und dann stand ich da vor dem Spiegel, baff, weil es atemberaubend aussah, und ein kleines Mädchen lief an mir vorbei, blieb stehen, und bekam große Augen, als sei ich eine Fee, konnte mich gar nicht genug ansehen. Es war so schön.
Vor meiner Abnahme dagegen war ich in der Dauersituation, einkaufen zu müssen, weil mir nichts mehr passte bzw. alles kaputt war, und in den Läden dann doch nichts zu kaufen, weil die Person im Spiegel eine dicke Frau war, die Kleidung trug, die sich für 40jährige gehörte, und ich das nach einer Stunde nicht mehr ertrug und nichts davon mitnehmen wollte. Teils hatte ich etwas in der Hand, und dachte, so eine schöne Farbe, so ein toller Stoff, das ist ja mal wirklich etwas anderes… aber an mir sah es alles schrecklich aus. Hatte am Ende wirklich kaum nach tragbare Kleidung, lief ständig mich Löchern in den Klamotten herum, es wurde wirklich ein Problem, den die letzten Sachen wurden dann folglich ständig benutzt und gewaschen, und gingen so umso schneller kaputt… Habe das abgetan als, tja, bin halt keine klassische Frau, mag eben keine Kleidung Einkaufen, gebe mein Geld lieber für Bücher aus, und nicht gemerkt, wie sehr mich das langsam stresst, und wie unhaltbar das inzwischen aussieht. Sprich das war vorher keine Motivation, weil ich es mir nicht eingestanden habe, von etwas so oberflächlichem wie Kleidung belastet zu werden, aber jetzt retrospektiv ist es so eine Erleichterung, dass das weg ist. Nun habe ich über Nacht wieder den Großteil meines Kleiderschrankes zur Verfügung, bis hin zu Sachen, die ich mit 15 getragen habe; und habe zudem endlich Spaß am Einkaufen.
Ein Kleidungsstück, das mich «dick macht» ist jetzt kein Problem, denn ich bin es nicht.
Und wenn mir jetzt doch mal in einem Laden etwas zu klein ist, denke ich nicht mehr, fuck, ich bin zu dick. Sondern, tja, das geht nicht über meine gut trainierten Arme, oder meinen breiten Hüftknochen, den ich eben so habe, oder dafür bin ich eben zu groß, so bin ich halt, so will ich eben auch sein. Und ich weiß, da mache ich mir wirklich nichts mehr vor – wäre ich ein paar kg schlanker, wäre ich im Untergewicht, da gehört nichts mehr weg, ich bin genau an dem Punkt angekommen, wo ich am Gesündesten bin und mich am Schönsten finde, da kann mir niemand mehr ein paar kg abschwatzen – ich habe schlanker ausprobiert, das war mir zu dünn, ich weiß, dass ich das nicht will, sondern da bleiben wo ich nun bin.
Sprich ich kann wirklich sagen, dass mein Abnehmen nicht in einem nicht enden wollenden Magerwahn endete, sondern in einem, yay, so wollte ich werden, so bin ich geworden, so ist es gut. Da ist nun so eine innere Ruhe.
Die Unzufriedenheit, die ich Jahre an mir hatte, in denen ich vorm Spiegel stand, an meiner Kleidung zupfte, mich noch mal umzog, meinen Bauch einzog, meinen Rücken hin und her bog, und doch unglücklich blieb, in der ich mich vor jedem Foto von mir gegraut habe ist nun verschwunden.
Jetzt freue ich mich darauf, Weihnachten photographiert zu werden. Ich bin wieder da, davon darf es gerne Fotos geben.

Und wenn jemand dort mir einen Rückfall unterstellt, esse ich denen einfach lachend die Schokolade vor der Nase weg.

Ich mache an der Stelle mal den Cut, bevor der Beitrag zu lang wird. Ihr könnt natürlich gerne in den Kommentaren ergänzen, falls ihr nicht im Forum seid oder dort antworten wollt.

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34 Gedanken zu “Gründe Teil 1

  1. oohja! Gerne 🙂
    ICh bin (noch) nicht im Forum, aber gerade auch seehr motiviert – ich hab fettlogisch nicht mehr daran geglaubt, dass meine Oberschenkel nicht mehr aneinander reiben würden weil – genetik, erwachsen, kein flaches kind mit schnellem stoffwechsel mehr…
    und ich hasse es, legins tragen zu MÜSSEN wenn ich ein kleid oder rock anziehen will, vor allem im sommer. ich fühle mich eingeengt in meiner klamotten wahl und zu warm angezogen im hochsommer. und obwohl ich dicke beine bekommen habe, haben sich meine familienmitglieder nur gewundert, wieso meine beine so nah aneinander gewachsen sind, dass jede hose durchgescheuert wird…
    und (wie du auch neulich schriebst) – die selfie frequenz hat abgenommen, irgendwas ist da… und ich möchte mit mir wieder im reinen sein und darauf achten, nicht aus langeweile oder frust zu essen, sondern meinen normalen apetit wieder zu finden (früher, als kind war ich eher ein wenig esser und schnell zufrieden sei-er 😉 da möchte ich wieder hin. 🙂

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  2. moondance14

    6 Monate nach der Schwangerschaft und die einzigen Hosen, in die ich reinpasste waren nur die Schwangerschaftshosen. Das war der Moment, in dem es mir gereicht hat.
    Ich gehörte auch zu den Menschen, die „immer“ dick waren, nie wirklich Spaß am Sport hatten und so weiter. Ich kenne mich gar nicht in dünn und bin einfach gespannt, wie ich dann aussehen werde, wie ich wirke. Ich freue mich darauf, einfach so in Läden gehen zu können und Kleidung zu kaufen, die mir gefällt. Ich will attraktiv sein und nicht den listigen, bösen Hintergedanken haben zu müssen „dein Mann mag dich doch eh nur, weil ihn sonst keine mag“. Ich will was mit meinem Sohn und einem eventuellem weiteren Kind unternehmen können.
    Und ich finde es amüsant, immer wieder etwas neues an meinem Körper zu entdecken. Aktuell habe ich „erst“ 12 Kilo runter und steh damit bei meinem vor-schwangerschafts-gewicht, bin aber gefühlt leichter als die letzten 10 Jahre. Ich bin gespannt, wo der Weg mich hin führt und danke an der Stelle mal ganz außerordentlich für dein Buch.

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  3. annesch

    Ich schlug mich Jahrzehnte lang mit Übergewicht herum, nahm immer mal wieder etwas ab, immer aus hauptsächlich Aussehensgründen, aber ich war nie schlank und nahm auch immer wieder zu, mal mehr mal weniger. Ich kannte FLÜ schon ein Jahr, bevor es klick machte, und dass aus einem Gesundheitsthema heraus, weil ich herausfand, dass ich ein Lipödem habe. Gerade die Aussage, dass dabei Diäten und Sport nichts hilft, motivierte mich seltsamerweise. Jedes Kilo, das nicht die Beine und das Lymphsystem belastet, kann nur gut tun. Und die Vorstellung, dass ab einem bestimmten Punkt mit dem Lipödem nichts mehr abzunehmen geht, sehe ich seltsamerweise irgendwie entspannt, denn so oder so werde ich leichter als jemals in meinem Erwachsenenleben sein (bin bereits kurz davor😀), und der Wohlfühlfaktor im Alltag, egal ob es um Bewegung, Blicke, Kleiderkaufen geht, ist deutlich spürbar!

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  4. Maik

    Als Transgender möchte ich abnehmen, um weniger weiblich zu wirken. Ich war zeitlebens dick, es gab einen Sommer, in dem ich nach einer Reha ins Normalgewicht kamund nahm zwischen dem 13. und 21. Lebensjahr insgesamt 50 kg zu. Inzwischen habe ich 10 kg runter und kann das momentan halten.
    Natürlich spielen da auch Depressionen und Essstörungen bei mir eine Rolle, aber ich möchte mich nicht mehr dahinter verstecken.
    Zudem hoffe ich, dass diese _Dinger_ an meiner Brust kleiner werden.

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    1. Ich verstehe auch nicht, weshalb Ästhetik ein schlechter Grund sein soll.
      Menschen tun so dermaßen viele Dinge, um andere zu beeindrucken — auch/gerade über das Äußere: Über Kleidung, Makeup, Frisur, Duft. Es beschwert sich doch auch niemand, dass man so schöne Kleidung trägt „Nur um einem Schönheitsideal zu entsprechen“.

      Solange man aus einem persönlichen Grund abnimmt, ist das per Definition der einzig richtige Grund! 🙂
      Mein Grund war allein mein Äußeres: Die Meinung einiger Individuen darüber ist mir wichtig (und ja, ich bin auch einer von Ihnen) ;).

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  5. anon

    Bei mir Stand einfach die Frage im Raum mein Selbstbild an meinen Körper anzupassen oder meinen Körper an mein Selbstbild.

    Um mein altes Gewicht von vor 15 Jahren zu erreichen müsste ich aber Muskulatur abbauen. Das will ich natürlich nicht, also peile ich BMI 21 an.

    Ich bin in den letzten 2 Monaten von 90 kg auf 80 kg runter. Ende Januar werde ich mein Ziel erreichen.

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  6. sarugani

    Ich würde lügen, wenn ich sagte, dass das Aussehen überhaupt keine Rolle spielt. Ich war schon immer pummelig, was mir von meiner Mutter in ihrer charmanten, passiv-aggressiven Art gerne vorgehalten wurde, was natürlich nie den gewünschten Effekt hatte. Ich hab das Höchstgewicht zwar schon einige Jahre vor FLÜ abgelegt, war dann aber nicht weitergekommen und hatte mir das ganze mit Setpoint und kaputtem Stoffwechsel zurecht rationalisiert. Dieses Jahr im Januar stellte ich mit Entsetzen fest, dass ich wieder ÜHU war und fing dann erstmal an ganz ohne Kalorien zählen und so, weniger und gesünder zu essen. Es ging dann bis ca. 96 kg ganz gut (das war mein vermeintlicher Setpoint), aber 6 Kilo in 6 Monaten war auch nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Mein Partner fing im März ernsthaft an, abzunehmen, auch ohne zählen, sogar ohne wiegen. Im April hatte ich dann noch ein Erlebnis, das mich psychisch komplett fertig gemacht hat, als ich mit Partner und einem Freund beim Italiener saß und die Chefin nach dem Essen fragte, ob wir Ramazotti/Grappa/sonstwas trinken möchten, wir alle sagten „nein“ und sie sagte zu mir, ich dürfe in meinem Zustand ja sowieso nicht (die Chefin war leider vollkommen unempfänglich für alle verbalen und non-verbalen Hinweise, das Gespräch zu beenden und hat mich im Verlauf von 5 Minuten von der Schwangeren zur Kinderhasserin gemacht und als krönenden Abschluss dann unseren Freund verschwörerisch angezwinkert, er müsse mich „halt noch etwas bearbeiten“ – die beiden Herren saßen übrigens genauso fassungslos am Tisch und nachdem wir es endlich rausgeschafft hatten, durfte mir mein Partner einen großen Long Island Iced Tea in der Spezialmischung für besonders schwere Fälle spendieren). Anfang Juli kamen dann FLÜ und eine Kalorienzähl-App in mein Leben und ich dürfte jetzt ungefähr wieder auf Abi-Gewicht sein (wenn ich es noch finde, werde ich Weihnachten bei meinen Eltern mein Abiball-Kleid anprobieren, dann seh ich’s ja), vom Höchstgewicht trennen mich inzwischen 34 kg, seit Anfang des Jahres sind 21 kg verschwunden, davon 15 seit Juli und FLÜ. Ich passe in Hosen, die ich nicht mehr unter dem Schild „Große Größen“ kaufen musste, ich hab fast geheult vor Freude, als die Dame mir sagte, ich müsse in die Abteilung für Normalgrößen. Mehr Auswahl, schönere Schnitte. Und selbst die sitzen inzwischen schon so locker, dass ich erst überhaupt nen Gürtel dazu tragen musste und den inzwischen schon zweimal nachgelocht habe. Shoppen macht wieder Spaß und T-Shirts, die vor 6 Monaten noch „ja, ist okay, geht schon“ aussahen, sitzen auf einmal richtig gut. Es ist mir schon ein paar Mal passiert, dass ich meine Lieblings-Shirts aus BMI 36-Zeiten, die ich jetzt beim Putzen trage, nach dem Waschen in den Schrank meines Partners räumen wollte, weil die mir einfach so groß vorkamen.
    Heute morgen hat meine Waage 81,2 kg angezeigt, ich wollte bis Ende des Jahres die 80 und damit Normalgewicht knacken, ich bin gespannt, ob ich das noch schaffe – ich darf mir die nächsten zwei Wochen halt nicht selber zu viele (Domino-)Steine in den Weg legen.
    Das Aussehen war für mich der Stein, der das Ganze ins Rollen gebracht hat. Es gibt viele Fotos, auf denen ich mich kaum erkenne, oder wo ich mich richtig erschrecke, wenn ich sie sehe und die auf keinen Fall irgendwelchen Leuten gezeigt werden dürfen. Inzwischen freue ich mich über meine Beweglichkeit und darüber, dass ich auch weite Strecken wandern und lange Treppen steigen kann, ohne danach erstmal ne Verschnaufpause zu benötigen. Ich kann meine Beine wieder so anwinkeln, dass ich mit Kinn auf dem Knie, Ferse am Hintern rumsitzen kann, ohne, dass mir meine Wampe im Weg ist. Wenn ich mich anfasse, spüre ich Knochen und Muskeln an Stellen, an denen vor einem Jahr hauptsächlich Speck war. Meine Haut sieht sehr viel besser aus. Ich will runter auf 65 kg, nur um sagen zu können, dass ich 50 kg abgenommen habe, ich will selber wissen, ob ich das schaffen kann und bin extrem neugierig, wie ich dann aussehe, weil ich mich an eine Zeit unter 80 kg als ausgewachsene Person überhaupt nicht erinnern kann. Das wäre ein BMI von 20,3 – ob das auf Dauer zu halten ist, kann ich jetzt noch nicht sagen, mit dem Korridor 65-70 wäre ich wahrscheinlich sehr zufrieden, das finde ich raus, wenn’s soweit ist.
    Klatsch und Tratsch lese ich selten in den Medien, egal ob online oder Print und ich schaue daheim nie fern, von daher geht wahrscheinlich sehr viel „Magerwahn“ komplett an mir vorbei. Ich hab mich nicht wohl gefühlt, als ich eine Hose in Größe 50 kaufen musste und das lag nicht nur daran, dass das bei uns im Dorf die einzige Hose war, die mir noch von der Weite passte, die dafür aber leicht zu kurz war, sondern hauptsächlich daran, dass ich fett und schwabbelig war, mich nicht getraut habe, mit Freunden schwimmen zu gehen, dass ich unbeweglich war und die Treppe in den 3. Stock daheim mich schon so außer Gefecht gesetzt hat, dass ich dann meistens doch den Aufzug genommen habe. Dazu kam dann letztes Jahr, dass mein Vater eine Vorstufe von Diabetes diagnostiziert bekam und die gesundheitlichen Aspekte sich so auch noch eingeschlichen haben.
    Und überhaupt – wenn eine Schauspielerin für eine Rolle etwas abnimmt: „Magerwahn!!!“, wenn sie zwischen Filmen mal etwas chillt und dann mit 5 g mehr im Bikini fotografiert wird: „Lässt sie sich gehen? Ist das der Grund, warum sie seit 3 Wochen keinen Film mehr gedreht hat? So kriegt sie ihre Karriere nie wieder auf die Reihe!!!1elf“…

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    1. sarugani

      Ach so, ich bin weiblich und Mitte 30 – wenn man einen Absatz löscht, sollte man dran denken, dass da eine Zeitangabe drin war, wenn man sich später nochmal auf sein Abi-Gewicht bezieht…

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  7. Menelchan

    Aussehen spielt sicherlich mit rein, aber nicht, weil ich anderen gefallen will, sondern mir. Auch wenn ich seit dem Beginn der Pubertät immer weiter zugenommen hatte und da nie in meinem Wohlfühlgewicht lag, hatte ich immer die Vorstellung, dass sportlich/muskulös einfach besser zu mir als Person passt (ich finde es schwer zu erklären, hoffentlich versteht man es).

    Ich habe als Hobby Cosplay (das Nähen von Kostümen aus allen möglichen Serien und dann diese Person zu verkörpern) und dort hat es mich immer auch gestört, dass ich nicht die Sachen anziehen wollte, die ich gerne angezogen hätte, einfach weil sie mir zu freizügig waren und ich mich nicht wohl gefühlt habe.

    Aber was mit auch wichtig ist: Ich will keine Heuchlerin sein. Ich studiere Medizin und da will ich später nicht Patienten sagen, dass sie abnehmen müssen, wenn ich selber zu viel Gewicht habe. Da könnte ich mich selber nicht ernst nehmen.

    Gesundheitliche Probleme hatte ich nicht (ich hatte nur leichtes Übergewicht, bevor es bei mir Klick gemacht hat), aber ich bin mit ihrer bewusst und möchte sie gerne vermeiden. Bei Diabetes Typ 2 bin ich schon familiär vorbelastet und das muss ich nicht ausreizen.

    Es ist wie bei vielen denke ich einfach ein Potpourri aus Gründen, bei denen je nach Tagesform mal der eine, mal der andere mehr Gewicht (*ba dumm tsss*) hat.

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  8. Sabbi

    In meinem Leben war ich eigentlich nie schlank oder auch nur annähernd in einem normalen Bereich. Dementsprechend wusste ich nie wie eingeschränkt ich wirklich bin. Anfang diesen Jahres musste ich neue Hosen kaufen, weil meine alten mal wieder an den Oberschenkel gerissen war. Shoppen war schon immer ein Graus für mich, da nie etwas passte oder gut aussah. An dem Tag schaute ich in den Spiegel. Ich stand mit einer Gr 48 auf meinen Oberschenkel klebend, im leben niemals passend, vor diesem Spiegel und brach in Tränen aus. Ich fand mich so dermaßen dick und unwohl, ja nahezu ekelig, das ich einfach angefangen habe zu weinen. An dem Tag habe ich mir geschworen alles daran zu setzen mich nie wieder so fühlen zu müssen. Jetzt nach 20kg weniger merke ich wie eingeschränkt ich war und noch immer bin. Fast täglich kommt ein neuer Grund hinzu endlich auf mein Wunschgewicht zu kommen.
    Ich will in den 4ten Stock laufen, ohne ein Sauerstoffzelt zu brauchen. Ich will mit meinem Freund klettern gehen können. Ich will am Ende eines Berges mein Schnaufen nicht unterdrücken müssen. Ich will mich endlich wohlfühlen in meinem Körper und nicht jedesmal denken, wenn jemand hinter mir lacht, er lacht über mich! Also werde ich die restlichen 30kg auch noch vernichten!

    Als kleine Info:
    Ich bin 23, Studentin. Startgewicht waren ganze 115kg auf 1,68cm.

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  9. Männlich, 1,72, von 96 kg auf 70 und noch 5kg vor mir.

    Hauptsächlich ging es mir um mein Äußeres. Mit 96 kg fing ich auch schon an beim Treppensteigen mit Einkäufen zu schnaufen, aber mit 80-85 kg geht das schon ganz gut.

    Ich bin auch so gestrickt, dass ich wenig auf die Meinung anderer gebe, aber ich habe gemerkt, dass da eine Menge Trotz dabei ist. Das ist nicht dasselbe, wie wenn einem die Meinung der Umwelt egal ist. Ein notwendiger Selbstschutz, für den man sich auch nicht schämen muss, aber eben auch ein Pfad in den Selbstbetrug. Und meine jetzige Körperform gefällt mir selbst sehr viel besser.

    Männern wird Körperfülle natürlich eher nachgesehen als Frauen, zumal in reiferem Alter, und ich bin ein Spätdicker. Aber diese ganze Opposition gegen Fatshaming und Schönheitsideale übersieht, dass andere Ideale wie Gesundheit, Fitness, Intelligenz, Wohlstand usw. ebenso willkürliche Ideale sind. Sollen wir auch Dummheit als liebenswerten Beitrag zur Vielfalt vor uns hertragen? Unsportlichkeit, Faulheit, Ignoranz, Arroganz – alles gleichberechtigt mit Fitness, Fleiß, Offenheit und Neugier?

    Ich muss Dicke und Fette nicht verachten, hänseln oder schikanieren. Nachdem ich es selbst war fällt es mir auch leichter darauf zu verzichten. Das heißt aber nicht, dass ich zur Kompensation dick als das neue schön feiern muss. Dass viele Interessengruppen an unseren Idealen mitdrehen heißt nicht, dass eine Gesellschaft ohne Ideale auskommen kann. Auf einen liberalen und zivilisierten Umgang mit Abweichungen können wir aber nicht verzichten.

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  10. Ich hatte schleichend über mehrere Jahre auf über 100 kg zugenommen, obwohl ich als Teenager mit 57 kg auf 1,74m sehr schlank war. Zwischendurch gab es immer mal Versuche abzunehmen, primär nach dem Prinzip weniger essen und Süßigkeiten stark einschränken. Das funktionierte auch immer genau so lang, bis ich es wieder schleifen ließ. Meist so 7-10kg, dann wurde es wieder mehr. Das alles war vom Aussehen motiviert.

    Nebenbei sah ich meinen Eltern, aber besonders meiner Mutter, sehr stark übergewichtig, dabei zu, wie sie immer weiter zunahm und sich dadurch immer weiter selbst einschränkte. Sie hat Schwierigkeiten, irgendwo hin zu gehen und sitzt/liegt immer mehr zu Hause rum. Hilfe nimmt sie keine an, da ist einfach nur Resignation. Dann tauchte in meinem Bekanntenkreis ein Pärchen auf, vom Alter her zwischen mir und meinen Eltern. Beide sind sehr sportlich, aktiv, machen alles mit, was uns jüngeren so in den Kopf kommt und können das auch. Das hat mich vor die Frage gestellt, wie ICH denn alt werden möchte. So wie meine Eltern, mit immer mehr gesundheitlichen Problemen, Blutdrucktabletten, Diabetes und großen Einschränkungen oder wie dieses Pärchen, aktiv, bei Unternehmungen dabei und wesentlich zufriedener als meine Eltern.

    Die Antwort fiel mir nicht schwer und aus dieser Motivation heraus war es auch nicht schwer, meine Verhaltensweisen zu ändern. Mir ist auch klar, dass Normalgewicht und Fitness kein Garant für Gesundheit sind, aber ich steigere so meine Chancen, gesund zu bleiben und tue das, was möglich ist.

    Besonders interessant fand ich, dass ich mich im adipösen Bereich bis auf Treppen steigen und alles, was mit bergauf zu tun hatte, gar nicht eingeschränkt fühlte. Wie sehr ich das doch war, merkte ich erst im Laufe der Abnahme.

    Die verläuft übrigens mit allen möglichen Hochs und Tiefs, je nachdem, wie viel Energie ich dafür aufwenden kann. Bin ich emotional oder beruflich im Stress, geht es mal wieder eher nach oben oder stagniert, habe ich wieder mehr Energie, auf das Essen zu achten und mich einzuschränken, geht es wieder weiter nach unten. Jetzt merke ich allerdings die Einschränkungen, wenn es wieder nach oben geht. Ich bin einfach beim Sport weniger leistungsfähig und nicht so flink. Gerade habe ich aber wieder Motivation gesammelt, um weiterzumachen und es geht wieder sanft bergab mit dem Gewicht. 🙂

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  11. Anja

    Ich hatte schon angefangen, meine ganze MoppelGeschichte hier rein zu tippen aber dann habe ich mich wie in der Schule auf die eigentliche Frage besonnen: WARUM hast Du abgenommen?
    Ich habe im Januar 2016 mit 96kg bei 1,72 m angefangen (WW), weil mein Freund damit begonnen hat. Hätte er mich erst gefragt ob ich mit ihm abnehmen will hätte ich wahrscheinlich in meinem Kopf sofort diese Stimmen des Mangels und der Angst gehört: „WAS? Dann darfst Du ja DAS nicht mehr essen und DIES nicht mehr… DAS willst Du Dir doch nicht nehmen lassen!“. Aber er hat es clever gemacht und mir ein ganz phantastisches Abendessen nach WW gekocht und mir danach eröffnet, dass er das jetzt erst mal so machen will.

    So haben wir also beide kräftig abgenommen: Heute 78 kg (sinkend) fühle ich mich wie ein neuer Mensch. Die Gründe am Anfang waren gar nicht so präsent weil ich ja eher durch Zufall da rein gerutscht bin. Aber sicherlich ist (neben der Schonung meiner Knie, die schon ordentlich ramponiert sind) bei mir auch das Aussehen der Hauptfaktor. Aber auch hier, wie bei so vielen anderen nicht das Passen in ein Schönheitsideal, sondern dieses Gefühl, wieder in mich selbst verliebt zu sein. Mich in schönen Klamotten im Spiegel zu sehen und nicht zu glauben, dass ich das bin, dass ICH diese Klamotten anziehen kann und dabei auch noch so gut aussehe.

    JA, das Aussehen ist die größte Veränderung und Motivation. Aber eben für MICH!

    Und es ist mir auch egal, wer da welche Kommentare abgibt. Ich stufe diese Sprüche einfach mal als Neid bzw. Missgunst ein und freue mich darüber. Denn Neid muss man sich ja verdienen.

    Macht alle weiter auf EUREM Weg und lasst euch von niemandem aus der Bahn werfen. Mein Freund sagt immer: Die haben nur Angst, dass noch einer „den Club (der Dicken) verlässt“ und sie dann vielleicht auch selber mal schauen müssen was da zu tun ist….

    Ich liebe meinen neuen Körper und wie er AUSSIEHT, ich oberflächliche Tussi!!!

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  12. Mona

    Meine Gründe

    1. Psyche: Depression und allgemeine Verzweiflung
    – z.B. erkannte ich mich nicht auf Fotos und im Spiegel mehr, Hatte auch noch durch Medikamentennebenwirkungen ständig Hunger oder hab einfach so aus Stress und Verzweiflung gegessen und hatte nicht die Kraft das sein zu lassen. Seit ich Fettlogik gelesen habe, ist der ganze psychische Kram besser für mich zu verstehen, besonders durch das Kapitel zur Depression, weil die Psyche ja auch körperlich ist und das Körperliche sich auf die Psyche auswirkt.

    2. körperliche Gesundheit
    – mir tat einfach alles immer wieder weh. Das viele Fett machte die Beweglichkeit so schlecht und schwer.

    3. finanzielle Gründe
    – ich hatte schon immer und habe jetzt auch einfach sehr wenig Geld, wodurch ich nur selten Kleidung kaufen kann. Seit 1997/98 bin ich ausgewachsen, glaube ich, da geht Kleidung kaputt obwohl die einem passt, aber trotzdem war ich seit dem 14 Jahre normalgewichtig, also nur in zwei Phasen insgesamt für 5 Jahre übergewichtig. Ich hab mehr Kleidung für Normalgewicht angesammelt als für Übergewicht, wodurch es sich insgesamt mehr lohnt abzunehmen als ein neues Kleidungsstück (in größer) zu kaufen.

    Hmm, eigentlich ist das ein Teufelskreis.
    finanzielle Sorgen —> Essen + psychische Probleme —–> Zunahme + Schmerzen —-> psychische Probleme + nichts Passendes zum Anziehen —> wieder von vorn

    Vor dem Buch waren es eher das „nichts zum Anziehen“, wodurch ich mich zwang und quälte weniger zu essen. Diese Motivation sehr kurz Jetzt ist es viel einfacher, weil die Gründe Schmerz und Psyche zu verbessern viel wichtiger sind und nicht mehr so einen vielleicht-Zusammenhang haben, sondern es doch ziemlich wahrscheinlich ist, dass sich beides durch meine Zunahme verschlimmert hat und es sich wieder bessert, wenn ich normalgewichtig bin.
    Nach meiner ersten Übergewichtsphase bin ich auch nur normalgewichtig geworden, weil ich zwei Krankheiten bekommen habe, wo kleine operative Eingriffe nötig waren und das hat mich auch so motiviert das beste für mich zu tun (bestimmte Nährstoffe, Protein, Sport), was ich kann. Das hielt aber auch nicht ewig, vielleicht 2 Jahre, vor allem als neue Probleme aufkamen, wurde wieder alles doof und ich übergewichtig.

    Jetzt kann ich gar nicht entscheiden, ob gesundheitliche Probleme mich dick/fremd gemacht haben oder mich dazu gebracht haben wieder normal (so wie ich mich kenne) zu werden.

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  13. Vielen dank für das Aufgreifen des Themas. Ich finde mich in ganz vielen Antworten wieder. Momentan spricht mich ja am meisten der trotz an…Ich will sagen : 60 kilo hab ich abgenommen. ..fehlen also noch 5…Ich kann das, weil ich es will.und diese unglaubliche Leichtigkeit. Die will ich nicht mehr missen !
    Ganz liebe Grüsse
    Stella

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  14. Danke für den Artikel. Ich knabbere seit ein paar Tagen auch an den Aussagen „Abnehmen ist anitfeministisch“, „ihr hungert euch in die Unsichtbarkeit, damit ihr keinen Raum mehr einnehmt“ und „jetzt streben alle den Model-Normkörperan“ rum.
    Abnehmen bedeutet für mich nicht, dass ich Dicksein ekelig oder hässlich finde, nur weil ich abnehme heißt das auch nicht, dass das meiner Meinung nach alle anderen machen müssen und ich denke immer noch darüber nach, warum Dünnsein die Leute so dermaßen provoziert. Und fühle mich darin bestätigt, so lange wie möglich „heimlich“ abgenommen zu haben.

    Meine Hauptgrund war Gesundheit und Fitness, ich hatte die Schnauze voll davon, trotz sechs Mal die Woche Sport bei jedem Hügel außer Atem zu geraten.
    Wie viel besser ich mich schlank fühle als dick ist immer noch erstaunlich, die scheuernden Oberschenkel hatte ich doch tatsächlich komplett vergessen, dabei habe ich vorletzten Sommer noch nur dann einen Rock anziehen können, wenn ich nur sehr kurze Strecken zu Fuß gehen musste.
    Nicht bei jedem Vorbeugen eine Bauchfalte einzuklemmen ist auch sehr angenehm und einfach so die Zehennägel schneiden zu können auch.
    Dass das Asthma weggehen würde, hatte ich ja nicht mal zu hoffen gewagt, aber das ist ein extrem großer Wohlfühlzuwachs.

    Seit ich FLÜ gelesen habe, ist die Gesundheit für mich die Hauptmotivation, davor dachte ich ja, abzunehmen wäre total ungesund (und eh zum Scheitern verurteilt). Der Auslöser war die Hoffnung auf bessere Fitness und Lebensqualität und die Angst, wo die ständige schleichende Zunahme auf Dauer noch hinführen würde.

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    1. Hallo Susanne,

      Der Vorwurf, man versuche sich unsichtbar zu machen, klingt ja ein wenig bizarr, aber etwas ist wohl dran. Ich war ja Jahrzehnte normalgewichtig oder leicht übergewichtig (BMI 28 und weniger) aber mit 32.5 habe ich gemerkt, dass mir in Einkaufszentren oder auf dem Bürgersteig die Leute von 10-5 m Entfernung begannen auszuweichen (ich bin auch recht klein, 1,72 cm), was mir früher nicht passiert ist, insbes. Leute die selbst gewichtig daherkamen.

      Jetzt, mit 23,7 ist das wieder weg – die Leute meinen wohl, ich soll ausweichen. Dabei sollte ich vielleicht dazusagen: Wohnort Berlin, wo es eher ruppig zugeht.

      Ich halte das aber für unbewusstes Verhalten und verzichte lieber auf diese Art von Respekt. Lieber unsichtbar, als eine Lawine sein. 🙂

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      1. Youtube Sucks

        Auch Berlin – ich liebe es besonders, wenn einem jemand entgegenkommt, der von einem aus rechts läuft, man selber läuft auch rechts. Dann geht man links rüber, und die andere Person sieht das, geht dann aber auch von einem aus links rüber und meint, man müsse jetzt wieder nach rechts, weil Autos ja auch so fahren und man dann „korrekt“ aneinander vorbeigehen würde (zumindest vermute ich, dass das der Grund ist, wieso sie auf meine Seite ausweichen, nachdem ich grade ausgewichen bin). Ich muss gestehen, mir einen Spaß draus zu machen, stur auf der linken Seite zu bleiben, und im Zweifelsfall einfach vor ihnen stehenzubleiben, dass sie um mich rumlaufen müssen, nur um sie wieder rüberzuzwingen. :/ Ich steh einfach nicht drauf, wie Vieh von links nach rechts gescheucht zu werden. Und gerade bei Männern bemerke ich oft, dass sie breitschultrig in der Mitte des Gehsteiges laufen und erwarten, ich müsse mich jetzt an ihnen seitlich vorbeiquetschen, das mache ich auch nicht mehr. Ich lauf dann genauso breitschultrig auch in der Mitte und lasse sie ausweichen. Mir egal, ob ich sie dann anrempele. Und ihn der Bahn berühre ich ihre Beine mit meinen, weil ich auch breitbeinig sitzen will, bis es ihnen ganz unangenehm wird.

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  15. Martina

    Weiblich, 41 Jahre, 1,63m, von max. 92kg (kurzzeitig) über 80kg (mein „set point“ seit Jahren) jetzt in 4 Monaten auf 71 kg. Ziel: noch mindestens 8kg.
    Auslöser fürs Abnehmen war mein kaputtes Knie: Kreuzbandriss und Meniskusschaden durch Sportverletzungen vor 20 Jahren und jetzt eine Arthrose. Mein Orthopäde will noch 15-20 Jahre bis zum künstlichen Kniegelenk überbrücken. Ich natürlich auch! Ich mache gerne und viel Sport und will das auch noch in 20 Jahren machen können.
    Um das Aussehen ging es mir nie in erster Linie, man hat mir das hohe Übergewicht nie soo sehr angesehen. Aber jetzt, wo ich mir langsam neue Hosen kaufen muss/darf merke ich wie sehr ich mich darauf freue, mit dem Zielgewicht einkaufen zu gehen. Der „Schönheitsaspekt“ gewinnt ganz klar an Bedeutung. Früher hätte ich ganz schön innere Widerstände dagegen gehabt, weil sooo oberflächlich bin ich ja nicht. Jetzt finde ich es einfach toll, vorm Spiegel die Fortschritte zu beobachten. Ich werde eitel 🙂

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  16. Kiri

    Ich (weiblich, 20) habe zwischen Ende September und Ende November ca. 12-15 kg abgenommen. Genauer kann ich es nicht sagen, weil ich am Anfang meiner Abnahme so eine unüberwindbare Abscheu vor Waagen hatte. Lange war ich mit meinen 1,69 Größe immer um die 80 kg gependelt, aber in den letzten zwei Jahren immer weiter auf die 90 zugesteuert. Als ich sie dann erreicht hatte, war ich schockiert. 90 kg, das ist für meine Körpergröße adipös. Das konnte doch nicht wahr sein. Übergewichtig war ich ja schon immer, ist die ganze Familie, kann ich nichts machen, oder?
    … Dann fand ich diesen Blog hier, und er hat mich wachgerüttelt. Menschen, die noch viel mehr Übergewicht hatten als ich haben es geschafft, also warum sollte ich es nicht schaffen können? Lange hatte ich davon geredet, dass ich abnehmen wollte, aber jetzt, jetzt sollte der Zeitpunkt gekommen sein. Denn endlich hatte ich auch eine Motivation dazu. Ende November war der Maturaball meiner Freundin und ich wollte da unbedingt hin und ich wollte unbedingt das Kleid von meinem eigenen Abiball dahin anziehen. Ich wusste nicht mehr, wie schwer ich bei meinem Abiball vor zweieinhalb Jahren war. Ich schätzte auf 75 kg und nahm mir das als Ziel. Ich holte mir eine App, die mir beim Kalorien tracken half (wobei ich zugeben muss, dass ich mein Essen nie abgewogen habe, nur abgeschätzt, aber es hat wohl trotzdem funktioniert). Manche Tage war ich unglaublich frustriert, weil nichts mehr ging, dann fuhr ich am nächsten Tag das Defizit der Defizite, in der Hoffnung, es würde wenigstens irgendetwas bringen. An manchen Tagen sah ich es nicht so eng, es gab während der Abnehmzeit auch mal Pizza oder Pommes oder (jeden Samstag sogar) Kuchen. Nur eben kleine Portionen, weil ich mehr eh nicht mehr essen konnte.
    Zwei Wochen vor dem Ball passte ich dann endlich in mein Kleid und ich war unglaublich glücklich. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch ungefähr 80 kg. Am Tag vor dem Ball war ich dann auf 76 kg unten. Und das Kleid passte mir gefühlt noch besser als damals. Es war so unglaublich. Ich hatte es tatsächlich geschafft. Ich hatte das geschafft, was ich mir selbst nie zugetraut hatte. Und der positive Nebeneffekt: Ich finde mich selbst attraktiv. Ich fand mich vorher nicht unglaublich hässlich, aber niemals wirklich schön. Inzwischen kann ich vor einem Spiegel stehen und lächeln.
    Im Moment habe ich eine Abnehmpause eingelegt, weil Weihnachten und Plätzchen und da kann ich einfach nicht widerstehen. Im neuen Jahr will ich noch einmal angreifen und mich letztendlich bei etwas unter 70 kg einpendeln. Das ist zwar immer noch oberes Normalgewicht, aber ich fühle mich wohl damit. Unglaublich schlank zu sein passt nicht zu mir, finde ich. Es passt nicht in mein Selbstbild. Aber ich möchte Normalgewicht haben. Ich hatte das seit meiner Pubertät nicht mehr, das wäre ein wahrer Meilenstein für mich. Und inzwischen bin ich sicher, dass ich es erreichen kann.

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  17. TweetyM

    Ich bin weiblich, 30 Jahre alt, 173cm groß und habe seit Ende November ca. 7kg abgenommen, 31kg sollen es noch werden. Gründe für’s abnehmen habe ich viele, was mich aber unheimlich motiviert und mich am Ball bleiben lässt, ist die Gesundheit – von mir und von meinem Pferd. Ich bin leidenschaftliche Reiterin und habe mir letztes Jahr den Traum vom eigenen Pferd erfüllt, es könnte auch so schön sein, wenn, ja wenn da nicht das schlechte Gewissen auf der Schulter säße, das einem (wahrheitsgemäß) mitteilt: wenn du so weitermachst, kann dein Pferd dich nicht mehr tragen, ohne sich den Rücken kaputtzumachen!
    Irgendwann kann man auch nicht mehr wegerklären, dass die Knie ganz schön zwiebeln, wenn man vom Pferd absteigt – komisch, das war doch früher nicht so?
    Bei einem BMI von 31 (also schon Adipositas Grad I) ist das nun auch nicht verwunderlich. Ich mag nicht mehr, dass sich mein Pferd unter mir abquält, ich möchte nicht mehr, dass meine Knie unter meinem Gewicht wehtun und ich will nicht mehr mein Schnaufen unterdrücken müssen, wenn ich drei Treppen hochgelaufen bin.
    Das Aussehen spielt natürlich auch eine Rolle, aber warum sollte das verwerflich sein? Die meisten achten doch auch auf die Kleidung, die sie tragen und ob die Sachen gut aussehen oder nicht. 😉
    Ich finde, egal aus welchen Gründen man abnehmen will, wichtig ist meines Erachtens, dass man es für sich selber tut. Und wenn man einfach nur gerne in das atemberaubende rote Kleid im Laden um der Ecke passen möchte. 🙂
    Mir ist auch schleierhaft, wann es ’schlimm‘ geworden ist, wenn man schlank, fit und gesund sein möchte. Vielleicht kommt bei den Neidern doch das eigene schlechte Gewissen zum Vorschein..?
    Mir soll es aber egal sein, was andere meinen, ich kenne meine Gründe und mein Ziel: 60kg sollen es werden, dann bin ich mit meinem BMI von 20 genau da, wo ich sein will. Außerdem sehen die Western-Turnieroutfits dann so schön aus.. 😉

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  18. Frede

    Ich finde Aussehen ist ein super Grund. Denn Abnehmen ist im Gegensatz zu allen möglichen anderen Verfahren seine Attraktivität zu steigern doch ein harmloses Verfahren. (Also, ausser man macht das über irgendwelche krassen Sachen wie Magenop usw. da kenn ich mich jetzt auch nicht so aus. )
    Man muss sich keiner teuren OP unterziehen, sich irgendwelche Nervengifte spritzen lassen, sich gefährlicher Strahlung aussetzen (Sonnenstudio), sich Chemie ins Gesicht schmieren die im schlimmsten Fall vorher an Tieren getestet wurde oder tonnenweise Kleidung zweifelhafter Herkunft kaufen. Man verschwendet keine Resourcen (ausser man ernährt sich jetzt ausschließlich von argentinischem Rindfleisch und aus Südamerika importiertem „Superfood“), entlastet nebenbei unser Gesundheitssystem und es gibt vermutlich eine ganze Menge anderer positiver Nebeneffekte die einem zuerst garnicht so auffallen. Mehr mobilität führt evtl. dazu dass das Auto öfter stehen bleibt, wer auf Kalorien achtet trink vermutlich weniger Alkohol, das Selbstbewusstsein wird gestärkt usw. Bevor man also diesen ganzen oben beschriebenen Kram macht könnte man doch erstmal abnehmen und dann sehen wie wohl man sich in der eigenen Haut fühlt.

    Als schlanker Mensch nehme ich manchmal ein bisschen ab. Gründe sind:
    1. Garnicht erst dick werden, wenn ich darauf achte dass man Gewicht nicht über einen bestimmten Wert geht muss ich nie wirklich viel Abnehmen.
    2. Ich bin anatomisch so gebaut dass ich bei einem BMI von 22 eine Tigh-Gap habe (keine Ahnung wie normal das ist, aber man hört ja immer das habe man erst wenn man quasi kurz vorm Hungertod steht), als die letztens fast weg war fand ich das beim laufen störend.
    3. Mein Bauch sieht aus wie eine Kugel, ich mag keine Kugel haben.
    4. Mein Gesicht hat mehr Kontur wenn ich schlanker bin.

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    1. Mona

      Durchs Abnehmen wird man doch nicht automatisch schöner, oder?

      Ich mag mein schlankes Gesicht auch viel lieber.
      Das mit der Tight-Gap kommt auf das Becken und die Hüftgelenke an. Außerdem kommt es ja noch drauf an, wie man genau steht, um seine Beine anzuschauen, ob man Muskeln anspannt oder ob man ein Hohlkreuzmacht usw. Ich finde es auch sehr angenehm, wenn die Beine beim Laufen oder Gehen nicht aneinander kommen und die Knie trotzdem gerade Bewegungen machen können ohne, dass ich damit eine Kurve um den anderen Oberschenkel machen muss. Ich sehe öfter dicke Kinder, die schon seltsame Knie-, Fuß- Beckenstellungen haben, nur weil deren Beine aneinander reiben/drücken. Wenn sie gehen, dann sieht die Bewegung nicht mehr gerade aus.

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  19. Ich hab mich erschrocken als die Waage vor einem Jahr ein Gewicht von >80kg angezeigt hat und ich somit offiziell kurz vor der Adipositas stand. Daraufhin habe ich mir vorgenommen wieder zu meinem Abitur-Gewicht (2010) von ca. 60kg zurückzukehren, weil ich mich da am wohlsten mit mir und meinem Körper gefühlt habe (hatte durch Süßigkeitenverzicht und Joggen in der Fastenzeit von 65kg auf 60kg abgenommen). Zu diesem Zeitpunkt war ich aber auch noch überzeugt, dass ich niemals unter 60kg kommen könnte, da ich das damals auch nicht geschafft habe (Set-Point, „aber nicht dass du magersüchtig wirst“, Hungerstoffwechsel, … Fettlogiken haben Schüler auch schon perfekt drauf).
    Dank FLÜ ist mein Ziel nun 50-55kg, also unterer Normalbereich.

    Für das Normalgewicht war die Gesundheit und Fitness meine größte Motivation. Wenn man nicht mehr ohne heftiges Schnaufen in die Dachgeschosswohnung kommt und man nach dem 50m „Rennen“ zur Straßenbahn erstmal 5 Minuten Luftholen muss, gibt einem das schon zu denken. Zusätzlich sehe ich in meiner Familie die Risiken von Übergewicht/Adipositas. Daher wollte ich abnehmen, damit ich nicht weiter zunehme (im 70er Bereich zu sein fand ich nicht schlimm, hatte aber große Angst vor der 9 vorne oder gar in den Ühu-Bereich zu kommen).

    Da ich das Normalgewicht nun erreicht habe, geht es mir jetzt hauptsächlich um optische und praktische Gründe. Zum einen finde ich meine Reiterhosen, die mich auch beim Abi noch gestört haben, sehr unästhetisch und zum anderen braucht Kleidung in kleineren Größen viel weniger Platz. Bis April sollen jetzt die letzten 10-15kg fallen, damit ich mit neuer Kleidung nach Japan fliegen kann. Dort ist Shoppen mit niedrigem BMI auch viel spaßiger, da die meisten Läden keine größeren Größen führen.

    Ein bisschen habe ich auch gehofft, dass meine Oberweite (70G-H) sich ebenfalls verringert, aber bisher hat sich leider nichts getan. Daher hege ich keine große Hoffnung mehr und befürchte, dass nur der Unterbrustumfang noch kleiner und der BH-Kauf so noch komplizierter wird.

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  20. Jürgen

    Mit Ende 40 bin ich aus dem Alter raus, irgendwelchen angeblichen gesellschaftlichen Normvorstellungen bezüglich eines Körpers (vermittelt durch Funk, Fernsehen, Zeitungen und neuen Medien) nachzueifern. Mir geht sowohl das Betroffenheitsgesülze auf den Sack, wenn jemand anderes wegen seines Aussehen oder Körperbaus von irgendwelchen Arschlöchern scheiße behandelt wird (und daraus ein Staatsakt gemacht wird). Mir geht aber auch der ständige Hinweis auf „Selbstoptimierung“ des eigenen Körpers aus Gesundheitsgründen, Gründen des Umwelt-, Tier-, Klimaschutzes, was auch immer gehörig gegen den Strich.
    Weshalb versuche ich jetzt abzunehmen?
    Ich habe keine Lust, mir ständig neue Hemden zu kaufen, die dann doch wieder nach kurzer Zeit über dem Bauch spannen. Ich will einfach problemlos zwei, drei Treppen steigen können, ohne aus der Puste zu geraten. Ich will mich beim Sitzen im Bett auch mal rumfläzen können, ohne Luftprobleme zu bekommen. Ich stelle dabei fest, dass ich nicht nur körperlich leichter werde, sondern dies auch meiner Seele gut tut.
    Mein Senf dazu.

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  21. Ronja

    Meine Ärztin stellte mich vor die Alternative Abnehmen oder blutdrucksenkende Medikamente. Bis dahin dachte ich, okay ich habe zuviel Fett auf den Rippen abersonst bin ich gesund. Durch meine Tochter wusste ich von FLÜ hatte aber noch nicht darin gelesen.Ich bin noch nie in meinen 50 Lebensjahren im Normalgewicht gewesen aber durch diverse Diäten kenne ich das Gefühl 20 bis 30 kg abzunehmen. Anstoß für mein aktuelles Abnehmen ist also tatsächlich meine Gesundheit. Seit ich Nadjas Buch gelesen habe, noch viel mehr. Und ja, 15 kg weniger sehen auch besser aus. Natürlich ist es auch toll diese 15 Mehltüten nicht mehr ständig mit schleppen zu müssen. Ich muss beruflich einiges Gewicht tragen, da ist es sehr angenehm, schlanker zu sein. Demnächst werde ich meinen Kleiderschrank ausräumen und nur noch Sachen darin lassen, die mir aktuell passen oder bald passen werden. Da sind noch so einige schöne Teile von den letzten Diäten im Schrank. Mein Startgewicht im Juli war 106 kg und aktuell stehe ich bei 89 kg.Mein Ziel ist 50-55kg zu erreichen(Körperhöhe 1,52m).Mein Umfeld bemerkt inzwischen die Veränderung. Bisher durchweg positiv.

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  22. wasserstrom34

    Bei mir ist indirekt Ralph Ruthe mit seiner Urlaubsvertretungsempfehlung “schuld‘; Von Erzählmirnix stieß ich auf Nadja Hermann und auf FLÜ.
    Ich begann das Buch zu lesen und fand es zunächst einfach nur interessant.
    Dann fuhr ich mit meinen Mann in den Urlaub. Das Bad und der Aufzug im Hotel hatten ausgesprochen große Spiegel – und was ich darin sah, gefiel mir gar nicht! Da ich mit Nadjas Buch schon das nötige Rüstzug hatte, informierte ich meinen Mann davon, dass ich zu Hause mit dem Abnehmen anfangen würde.
    Startgewicht war Ende Juli 86,6kg bei einer Größe von 1,70; Mittlerweile wiege ich 70,8 und freue mich, die ganzen – wieder passenden – Klamotten aus dem Schrank hervorkramen zu können.
    Fazit: Ganz eindeutig ästhetische Gründe – aber wie schon von einigen Anderen erwähnt – weil ich mir gefallen möchte und nicht irgendwelchen obskuren Anderen.

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  23. Youtube Sucks

    Es ist schon absurd, wenn man sich bewusst wird, wie Dicksein, aber auch Abnahme stigmatisiert wird. Aber komischerweise eben Abnahme, nicht das Schlanksein an sich bei Menschen, die immer schon schlank waren.

    Ich habe das nie verstanden. Es wird ja z.B. als normal angesehen, dass ziemlich übergewichtige Leute sich sehr großzügige Ziele setzen, z.B. war es Gang und Gäbe für mich in Abnehmforen zu lesen, dass eine Frau 1,75m groß ist und von 120 Kilo auf 80 Kilo, aber maximal 75 Kilo abnehmen will. Aber mehr nicht. So als wäre sie durch die Tatsache, ja mal 120 Kilo gewogen zu haben, nun dazu verdammt, für immer 80 oder 75 zu wiegen, was immer noch relativ viel ist, aber im Vergleich zu 120 sicher eine Verbesserung und eine Abnahme. Dabei wird von vielen so getan, als wäre es physisch und psychisch unmöglich, und sehr ungesund, unter in diesem Fall 75 zu gehen.

    Warum? Hab ich NIE verstanden.

    Mir wurde oft erzählt, ich sei jetzt dünn genug. Bei 70 Kilo und 1,75m. Aber auf Spaziergängen liefen Mädels an mir vorbei mit Beinen, die viel viel dünner waren als meine. Viel zierlichere Mädels. Wieso sagt denen keiner, dass sie zu dünn sind? Wieso dürfen die so sein, per default, und gelten so als normal, und ich muss aber, weil ich ja von 80 oder mehr Kilo komme, nun mal langsam aufhören, obwohl meine Waden immer noch nicht in Stiefel passen und ich keine Skinny Jeans tragen kann?

    Es ist so absurd und lächerlich.

    Ich war in meinem ganzen Leben noch nie untergewichtig, ich bin einmal gaaaanz knapp an der Grenze geschrammt mit 23. Es gibt ein Foto von mir, da sitze ich auf einer Pferdestatue, ich wog ca. 65-67 Kilo zu der Zeit. Meine Oberschenkel und Waden sind ziemlich kräftig und keineswegs dünn, meine Oberarme waren auch noch nie dünn. Ich sehe auf dem Foto kein bisschen dünn aus, schon gar nicht ZU dünn. Und trotzdem hatte ich einen Kollegen, der mir jeden Tag erzählte, ich solle mal ordentlich zulangen und zunehmen. Ich wollte zu der Zeit aber abnehmen, zumindest sportlicher werden, denn ich war schon immer relativ unfit und hab schon immer relativ wenig Sport getrieben, und ich hatte gerade auch zugenommen durch einen Rauchstopp.

    Aber durch die zunehmende Sportlichkeit werden mir auch Kommentare immer egaler. Dieses Jahr werde ich endlich Klimmzüge schaffen, wieder auf mein Idealgewicht abnehmen und dann Klettern anfangen. Dazu in der Lage zu sein, ist mein größter Wunsch. Mir doch egal, ob irgendein Hansel dann rumnörgelt, an mir sei ja nix dran, oder ich hunger mir die Oberweite weg. Wenn ich nur eine gewisse Größe hab, wenn ich gleichzeitig 80 Kilo oder mehr wiege, dann bleib ich nicht unfit und übergewichtig, nur weil irgendeinem Hansel minimal größere Möpse an mir besser gefallen.

    Für mich ist die größte Belohnung an Abnahme/Sportlichkeit auch, einen viel größeren Aktivitätsradius zu haben, bessere Körperbeherrschung, fitter zu sein, und so „eitles“ Zeug wie Klamotten. Gibt doch nix besseres, als wenn alles super aussieht und man nicht ständig die Wampe einziehen muss. Außerdem reiben meine Oberschenkel beim Gehen aneinander, was mich tierisch nervt. Hosen scheuern da durch, und es tut weh. Wenn ich das jemandem erzählen würde, wäre die Chance hoch, dafür shaming zu ernten – als besessen vom Thigh Gap bezeichnet zu werden, und dass ich das doch gar nicht nötig hätte, und dass jederfraus Oberschenkel sich berühren. Nö. Meine tun das schon ab ca. 70 Kilo nicht mehr beim Gehen, weswegen Gehen dann deutlich angenehmer ist. Mir doch wurscht, ob das ein 1st World Problem ist und jemand mit 120 Kilo froh wäre, wenn er meine Sorgen hätte. Ist doch mein Körper.

    Teilweise bemerkt man auch bei minimaler Zunahme ziemlich große Veränderungen, die gerne mal als lächerlich abgetan werden. Ich hab mal rapide von 63 Kilo auf 68 Kilo zugenommen, zu der Zeit einen Nebenjob gehabt, bei dem ich mich viel bücken musste. Ich schwöre, dass mit 68 Kilo meine Arbeitshose bedenklich kniff und beim Bücken mein neuer Bauch echt nervte. Ja, es war keine RIESENWAMPE bis zum Mond, aber es war ein deutlicher, lästiger Unterschied. Nur weil manche Leute sich nicht mal die Schuhe zubinden können, weil der Bauch im Weg ist, heißt das nicht, dass 5kg Fettzunahme nicht nerven können.

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  24. Natürlich gibt es ein gewisses „Idealgewicht“, aber damit ist auch meist ein leichterer Alltag verbunden, mehr Lebensfreude, mehr Bewegungsfreiheit, mehr Ausdauer usw. . Jeder sollte sein Wunsch oder Wohlfühlgewicht erreichen. Der eigentliche Motivationsfaktor sollte nicht ein schöneres Äußeres sein, sondern ein leichteres und angenehmeres Leben. Die Abnahme sollte einen Sinn haben, dann kommt der Weg und letztendlich wird man sein Ziel erreichen.

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    1. @Matthias:
      Wieso willst Du der Allgemeinheit, darunter mir, Vorschriften darüber machen, was die Motivation sein soll?

      Der eigentliche Motivationsfaktor sollte nicht ein schöneres Äußeres sein …

      Bei allem Respekt, aber meine Motivation geht Dich einen feuchten Kehricht an.

      Wenn Deine Religion ein schönes Äußeres ablehnt kannst Du es als Motivation für Dich ja gerne ablehnen, aber wieso willst Du für andere sprechen?

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      1. Ich entschuldige mich. So hatte ich das nicht gemeint. Es war nur meine persönliche Meinung.
        Ich möchte ja nicht ausschließen, dass ein schöneres Äußeres kein Motivationfaktor sein sollte. Es ist im Gegenteil ein sehr guter Motivationfaktor. Ich entschuldige mich nochmal, ich hatte einen Fehler gemacht. Ich wollte Dich nicht persönlich angreifen.

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  25. Danke, die nehme ich gerne an.
    Ich habe mich auch weniger persönlich angegriffen gefühlt, weil ich die Bevormundung erkannt habe und daher gefeit vor ihr war.
    Vielleicht auch eine etwas scharfe Methode von mir, auf die subjektive Abwertung der Bedeutung von Schönheit hinzuweisen.

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