Gastbeitrag: „Aber Halten ist am schwersten!“

Im August schrieb Katrin einen Gastbeitrag „Die letzten Kilos sind die schwersten? Oder: Gedanken zum Endspurt.“ in dem sie den langen Endspurt… äh Endkriech zum Zielgewicht schilderte. Darin fanden sich einige wieder und es wurde inzwischen schon mehrfach gefragt, ob es denn ein Update zum Beitrag gebe. Nun … es gibt!

„Aber Halten ist am schwersten!“ – oder: Rumeiern im Korridor.
Zwischenstand nach drei Monaten Haltephase.

Der lange Endkriech (Spurt konnte das ja echt nicht genannt werden)
hatte irgendwann im September sein Ende – mit dem ersten Erscheinen der
magischen Zielzahl auf dem Waagendisplay. Das heißt, ich habe die ersten
drei Monate Haltephase hinter mir. Die ersten drei Monate vom Rest
meines neuen Lebens in schlank.

Und ich eier ganz schön rum. Auf mehreren Ebenen…

Eierpunkt Eins: Tagesenergiebedarf.
Obwohl ich seit einer ganzen Weile mein Gewicht und die gegessenen kcal
in einer Tabelle eintrage, die daraus eigentlich meinen täglichen
Energiebedarf ermitteln soll, bin ich mir nicht ganz sicher, ob das auch
wirklich stimmt. Zumal sowohl fddb als auch mein Garmin-Tracker mir
jeweils andere Dinge sagen und dabei wesentlich weniger Tagesverbrauch
zugestehen. Das finde ich nicht so ganz entspannend, auch wenn es
möglicherweise mit meinen großzügigen Schätzfehlern beim Auswärtsessen
zusammenhängt. (Schätzen kann ich leider nach wie vor ganz schlecht.
Ganz, ganz schlecht!)
Somit ist mir auch nach drei Monaten Haltephase noch nicht so klar,
wieviel ich brauche. Was auch damit zusammenhängt, daß in besagten
Monaten ziemlich viel los war und damit die Routinen immer wieder
durchbrochen wurden, mit ordentlich Variation, was Sport/Bewegung
anging, und teils mit nicht-trackbarem Essen. Das führt dann auch direkt zu

Eierpunkt Zwei: Gewichtsschwankungen.
Mittlerweile habe ich blau auf weiß (in Form der Gewichtskurve auf
fddb), daß körperliche Belastung (inklusive Schlafmangel) und vermutlich
auch Streß bei mir zu ordentlich Wassereinlagerungen führt. Naja,
zusätzliches Wasser gab’s während der Abnahmephase auch schon, da war es
aber irgendwie… anders. Leichter zu verkraften. Denn mir war klar: Ich
hab ein Defizit, es kann also nur Wasser sein, was da an mysteriöser
Zunahme passiert ist.
Jetzt ist das etwas kitzliger – es könnte ja auch Fett sein. In
unbekannter Menge, denn das zusätzliche Wasser verdeckt das dann.
Ebenfalls unhilfreich: Der Frauenkram und die damit verbundene
Wassereinlagerung, denn sagen wir mal vorsichtig…. „regelmäßiger
Zyklus“ geht anders. Und auch wenn mir klar ist, daß ich in drei oder
fünf Tagen nicht für mehrere Kilo über Bedarf gegessen habe, bleibt die
Unsicherheit, zumal Streß und Schlafmangel oder extraviel Sport meist
auch mit Auswärtsessen zusammenfällt und damit schlecht oder nicht
trackbar ist. Dann versuche ich, mich auf mein Hungergefühl zu verlassen
und die relativ kurze Zeit als Übungsphase für Essen ohne Volltracking
zu nutzen. Damit sind wir bei

Eierpunkt Drei: Kopf gegen Bauch.
Idealerweise sollten Hungergefühl und Appetit dafür sorgen, daß gerade
genügend Energie aufgenommen wird – nicht zuviel, aber auch nicht
zuwenig. Daß das in der Vergangenheit bei mir nicht so richtig geklappt
hat, ist wohl offensichtlich (sonst würde ich kaum hier schreiben).
Während der Abnahmephase hat sich das Hungergefühl durchaus verändert,
durch das klare Kalorienzählen war allerdings eher der Kopf der
bestimmende Faktor.
Und jetzt ist mir noch nicht so ganz klar, inwieweit ich meinem Hunger
oder Appetit trauen kann. Sicherlich ist das Gefühl jetzt nicht mehr so
kraß in Richtung über Bedarf essen verstellt wie vorher – allerdings
habe ich jetzt auch schon durchaus einige Tage gehabt, bei denen ich
abends noch deutlich im Defizit war, aber keinen Hunger mehr hatte oder
mich tagsüber sogar schon gefühlt überfressen hatte, und andererseits
Tage, wo ich locker noch einen Berg Süßkram über den Bedarf hätte
vertilgen können. Für die mittlere Zukunft steht also auf dem Lehrplan:
Herausfinden, wieviel die richtige Menge ist, wie weit ich meinem
Hungergefühl trauen kann und ab wann es nur noch Gier oder Freßlust ist,
beziehungsweise wann der Kopf den Schokoladenstop verhängen muß. Und so
wie sich in der Abnehmphase eingefahrene neue Muster und die neue
Freiheit mit der Erhaltungskalorienzahl zum Teil noch beißen, gibt es
hier noch ein fieses Rumgeeiere zwischen Kopf und Bauch. Apropos Bauch,
da sind wir bei

Eierpunkt Vier: Der Gewichtskorridor.
Meinen ursprünglich definierten Korridor habe ich, bis auf ein paar
wasserbedingte Ausreißer nach oben, durchgehend gehalten. Allerdings bin
ich mir nicht sicher, ob ich genau diesen Korridor auf Dauer so
beibehalten will oder kann – das hängt auch ein bißchen von der Größe
der Wassereinlagerungen im Normalalltag ab, die ich auch noch nicht so
richtig einschätzen kann. Sind es zwei Kilo? Drei, vier? Meine
ursprüngliche Definition vom Haltebereich ließe mir vom bisherigen
Absoluttiefststand noch anderthalb Kilo Platz nach unten, ich eiere also
eher in der oberen Hälfte oder am oberen Rand herum (übrigens trotz
immer wieder mal eingestreutem Defizit, siehe Eierpunkt tatsächlicher
Bedarf). An manchen Tagen finde ich dann, daß es so schon paßt, wie es
im Moment ist, und der Korridor mit dem Wasserschwank-Kilo mehr nach
oben auch okay ist – an anderen Tagen wiederum hätt ich dann gern schon
den ursprünglich angepeilten Bereich gehalten. An diesen Tagen stört
mich auch die Restbauchfalte, die noch übrig ist, ganz besonders. Die
ist übrigens dankbarer Annehmer und Einlagerer bei den Wasserhochständen
und gewinnt dabei ziemlich an Volumen (das Wasserschwein!). Tja. Ob sich
da beim aktuellen Stand noch was zurückbildet und es nur Geduld
bräuchte? Oder müßten dafür dann doch noch ein, zwei Kilo runter? Fragen
über Fragen.

Es bleibt also spannend. Vor allem, was die mittlere und längere Zukunft
angeht – akribische Kalorienzählerei möchte ich eigentlich nicht für
immer und ewig durchführen, also muß das Tracking irgendwie
ausgeschlichen werden. Mach ich das über einzelne ausgelassene Tage?
Oder über vermehrte Ungenauigkeit (besonders groß mit Schätzen, weil
siehe oben – da bin ich echt schlecht drin)? Oder hör ich einfach von
heute auf morgen auf? Im Moment überwiegt noch der Bedarf, durch
Zählerei das Gefühl der Sicherheit zu bewahren, gegen die zunehmende
Angenervtheit von Wiegen und Aufschreiben, aber es gibt schon Tage, die
eher ins Gegenteil kippen.

Insgesamt versuche ich, das Ganze gelassen zu sehen und jetzt erstmal
rauszufinden, wie das so mit den zyklischen und unzyklischen
Wasserschwankungen und dem tatsächlichen Bedarf ist. Das wird sicherlich
noch ein paar Monate dauern, und bis dahin weiß ich vielleicht auch, ob
mir der Korridor so paßt oder nicht.

Weiter rauf geh ich auf jeden Fall nicht mehr… schon wegen der neuen
Winterjacke, die jetzt in der Garderobe hängt. Gestern hing sie noch auf
dem 50%-Reduziert-Ständer in meinem Lieblingsoutdoorladen. Wegen Größe
XS, die paßt nicht sooo vielen… mir jetzt schon. Sogar wie angegossen.

Muahahaha.

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29 Gedanken zu “Gastbeitrag: „Aber Halten ist am schwersten!“

  1. sternenmond75

    Liebe Katrin,

    neben der unschätzbare tollen Winterjacke im Sale (yeahhhhh!) sowie der allein aufgrund meiner Körpergröße (und Schulter) von 1,78 m unerreichbaren Größe XS (passte auch in Untergewichtigszeiten vor 23 Jahren nicht bei Jacken :-/) ……. – wo ist der Faden? – ah… also neben der endgeilen Jacke hast Du eine dermaßen unterhaltsame Art, über die Kriech- und Herumeierthematik zu schreiben, dass ich glatt von mehr aus Deiner Feder lesen möchte.

    Also falls Du das noch nicht vertieft hast, solltest Du bitte darüber nachdenken, größere Geschichten zu schreiben. Die selbstironische und unglaublich symphatische Ich-Perspektive beherrscht Du perfekt (im Gegensatz zum Schätzen, dessen Beherrschung dieser Fähigkeit meines Erachtens total überschätzt wird muhahahaha).

    Und zum Schluss: gibt’s Fotos (vorher/nachher) für das (neu)gierige (Weibs)volk? Ob mit oder ohne hinterlistige Bauchfalte ist Deine Entscheidung.

    Aber hey: Du hast es geschafft!!! Ja, wie geil ist das denn. Glückwunsch dazu von ganzem Herzen.

    Falls ich jemals die letzten Kilos (Kriechmarathon wäre noch Lichtgeschwindigkeit, zuviele Katastrophen stellen mir ein Bein – vermutlich alles Mutanten mit 9752 Beinen) erreiche, werde ich 100%ig auch dem Eiermodus verfallen sein. Ich kenne mich schon schließlich 41 Jahre. Solltest Du die Lösung findet, dann immer her damit.

    Liebe Grüße

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  2. Erst einmal Herzlichen Glückwunsch zum Halten. Das mit der Herumeigerei kann ich verstehen, ich hoffe es legt sich. Um dir die Kalorienzählerei (und auch das Wiegen) abzugewönnen, kann ich dir empfehlen, einfach nur mit zuschreiben, was du isst- Ohne Kalorien- oder Mengen angaben. Und dazu ergänzt du die Information, ob du Hunger hast oder nicht und ob du nachher satt bist. Dabei muss ich sagen, dass ist bei mir unterschiedlich. Mal habe ich morgens keinen Hunger und mal esse ich ein halbes Bort. Es hängt irgendwie mit dem Zyklus und mit den Tagen davor zusammen. Ich denke, es ist normal.
    Aber wenn dir das nur Aufschreiben unangenehm wird, dann zähl wieder, bis du dir sicher bist und dann geht es ohne zählen weiter. Dabei haben sich bei mir die Perioden ohne Zählen immer weiter erhöht (das Gewicht blieb fast konstant, habe in einem halben Jahr noch etwas 3-4 Kg verloren, aber bin auch noch am oberen gesunden BMI-Rand und merke, dass mein Körper weniger wiegen möchte.).
    Ich finde auch, dass nicht wiegen nimmt einiges an Druck raus. Nimm dir deine engste Jeans und solange diese nach dem Waschen passt, passt auch das Gewicht. So setzen einen Wassereinlagerungen und Schwankungen nicht unter Druck.
    Ich habe so nun fast ein halbes Jahr gelebt und komme mittlerweile recht gut mit den Körpersignalen klar und man gewinnt auch irgendwann das Vertrauen in sich selbst.

    Ich hoffe, dir gelingt das Halten auch in Zukunft und das es entspannter wird.

    lg Larissa

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  3. Sabrina

    Geht mir ähnlich mit dem Halten…

    übrigens kann sich der Appetit auch gegen Ende des Zyklus nochmal richtig krass ändern. Ich hab da immer ordentlich Heißhunger auf KH… Wo wir beim Thema Zyklus wären – wenn der so unregelmäßig ist, dass nicht klar ist, wann der ES ist hilft die symptothermale Methode weiter. Mach ich mittlerweile seit 6 Jahren – ich weiß (Trotz schwankender Zykluslänge zwischen 27 und 69 Tagen) immer bis auf zwei Tage genau, wann meine Mens startet. (Ich hab damit angefangen, weil ich zu verschiedenen Stadien im Zyklus unterschiedlich viel Ritalin brauche)

    Einfach nach dem Buch „Natürlich und Sicher“ suchen. Da bekommt man alle Informationen und es ist auch ziemlich wenig Aufwand. App „Lady Cycle“, nen entsprechendes Thermometer -> direkt nach dem Wachwerden messen (gleiche Uhrzeit von Vorteil), Zerwixschleim beobachten…

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    1. sternenmond75

      ….ah, interessant zu lesen, dass Du Deine MPH-Dosis zyklusmäßig anhebst. Schade, dass Ritalin Adult bei mir versagt und ich im Off-Label-Segment gelandet bin (teurer Spaß), aber meine Beobachtung sind seit Entfernung der Spirale (die Hygieneartikelumsätze feiern) und heftigsten Tagen auch dann immer: “äh, hab ich was genommen?“ Vermutlich die Blutbahn auf direktem Weg verlassen…..buhuhuuuu…also man ist doch wirklich in mehrfacher Hinsicht mit der Weiblichkeit herausgefordert, was 😉

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  4. Hi Katrin,

    herzlichen Glückwunsch zum Erhaltungs- und Eiermodus. Ich glaube, das ist normal. Geht mir letztlich nicht viel anders, und ich bin seit Mitte September im Erhaltungsmodus. Allerdings bewege ich mich im unteren Bereich meines 2kg-noch-oben-und-nach-unten-um-das-Ziel-Korridors 😬 Um den Wassereinlagerungen ein bisschen auf die Spur zu kommen, habe ich jetzt angefangen (d.h. schon vor einigen Wochen), meinen Säure-Base-Haushalt zu beobachten und mich überwiegend (hundertprozentig schafft das kein Mensch) basenlastig zu ernähren. Es klappt mal mehr, mal weniger. Vor allen Dingen beim Auswärtsessen sehr viel weniger … 📉 Aber, hey, das Leben will gelebt werden. 😀
    Dir wünsche ich weiterhin viel Erfolg und Geduld auf deinem Weg. Das große Ziel hast du ja auf alle Fälle schon erreicht. Die nächste Etappe des Haltens packst du auch. Langfristig. 👍🏻

    Herzliche Grüße
    Kari

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  5. Da hilft nur eins : Selbstvertrauen und die Waage weg, die setzt nur unter Druck…und ab und zu mal ne Fress Orgie gönnen.Ich lasse es nicht zu, dass ich eine Größe größer tragen muss und sowie der Bund enger wird ist Disziplin und ein Defizit angesagt. Deren muss man sich eben sicher sein.
    So halte ich nun seit drei Jahren, ich sage nicht Gewicht, sondern oben 40/42 und unten 44/46, die ich erst weg bekomme wenn meine Lipödeme entfernt sind (5.1.2017) Gewicht, also Zahlen interessieren mich nicht. Ich hatte Gr. 56/58. Leider hab ich an Armen und Beinen Lipödeme, die mir eine kleinere Größe verwehren. Hoffe es klappt alles mit der OP, dann gehts noch ein wenig weiter, obwohl ich mag Kurven und denke eine 42/44 wird mir reichen in Hosen. Mal schauen.

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  6. annesch

    Aus Zeiten, in denen ich zwar nicht schlank war und nicht wirklich weiter abnahm, aber immerhin mein (Über-)Gewicht lange Zeit (mehrere Jahre) auf demselben Level gehalten habe (im Sommer mit viel Bewegung 1-2 kg runter, im Winter rauf) weiß ich, das der beste Freund des Haltens die Routine ist. Du schreibst ja selbst, dass die zurzeit weder beim Essen wegen Auswärtsessen, noch beim Tagesablauf möglich ist, und die Vorweihnachtszeit ist wahrscheinlich generell schwierig… Vielleicht werden die ersten Monate 2017 vom Ablauf her ruhiger und überschaubarer und dann auch besser einzuschätzen? In meinen Haltephasen waren es solche Routinen wie z.B. zwei Brote zum Frühstück statt wie früher bei mehr Gewicht drei, die anfangs immer ein bisschen Selbstbeherrschung gekostet haben, aber irgendwann Gewohnheit geworden sind.
    Und alte Automatismen durch neue Gewohnheiten zu ersetzen, so dass keine „Kopfkontrolle“ mehr nötig ist, soll angeblich mindestens sechs Wochen dauern – da wird immer dieser Vergleich genommen, dass der neue Synapsenpfad im Hirn erst mal als Trampelpfad gegenüber der alten Autobahn durchgesetzt werden muss, und dann durch den ständigen Gebrauch immer breiter wird, bis er den alten Automatismus ersetzt…

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  7. Magenta

    Ja, Dein Beitrag spricht mir auch aus der Seele, bin seit Mitte Juni im Halte- und Eiermodus. Lasse immer mal tage- oder wochenweise das Kalorienzählen weg, aber ganz ohne geht es noch nicht. Auf die Waage gehe ich täglich, das ist meine persönliche Kontrolle und macht mir keinen Stress.
    Inzwischen habe ich auch eine komplett neue Garderobe in Größe 34/36 im Schrank. Das erste mal in meinem Leben stehe ich vor dem Spiegel und denke: „Ja das sieht richtig gut aus!“ und bin 100 %ig zufrieden mit meiner Figur. Ich kann endlich das anziehen was mir gefällt und worin ich mich wohlfühle, ohne das es Sch….e aussieht. Das ist mir das Kalorienzählen und wiegen wert.

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  8. Maren

    Was ich als Mittelding ganz gut finde zwischen Kalorienzählen bei jeder Mahlzeit und „frei essen“ ist ein wochenweiser (oder so) Ernährungsplan. D.h. man sucht sich zu den gängigen Gerichten, die man so zu sich nimmt, im vorhinein die Nährstoffinformationen raus und plant entsprechend. Ist natürlich schwieriger, je weniger Routine man im Alltag hat. Aber zumindest für einige immer wiederkehrende Situationen kann man sich das festlegen.
    Ich habe mir z.B. mal ausgerechnet, was ein sinnvolles Frühstück für mich ist (Kalorienzahl, Eiweißmenge, Vitamine) und seitdem esse ich jeden Morgen ganz stur genau das. Hat den Vorteil, dass man nicht groß überlegen muss, was man denn jetzt essen will/darf/soll, und dass man nicht jeden Tag wieder abmessen, wiegen, zählen muss.
    Genau so kann man z.B., wenn man sich an Werktagen mittags außer Haus ernährt, eine Liste passender Optionen schreiben, Nährwertinfos dazu, fertig. Ich weiß nicht, ob das so ein Großstadtding ist, aber mir fällt vermehrt auf, dass bei Takeaways / Bistros / Kantinen etc die Nährwerte auf dem Menü dabeistehen oder zumindest online leicht zu finden sind.

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  9. Nova

    Moin. Bitte löscht mal diese überflüssigen Zeilenumbrüche in dem Text. Der Browser kümmert sich selber um die, wenn man nicht neue Absätze beginnen will.
    Momentan sieht der Text nämlich ziemlich schlecht aus, wenn die Seite nicht exakt die Breite hat, für die der Text formatiert wurde. ^^

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  10. Danke für den Gastbeitrag, ich habe mich da sehr wiedergefunden… oder viel mehr, mich vor einem halben Jahr. Bei den Stichworten unregelmäßiger Zyklus, kein verlässliches Hungergefühl und übrige Bauchfalte sind mir die Alarmglocken gegangen und falls noch nicht geschehen, möchte ich Katrin den Rat geben, sich auf Insulinresistenz testen zu lassen!
    Durch das Wissen (und entsprechende Anpassungen in Ernährung und Nahrungsergänzung) hab ich mich gerade knapp vor einer Diabetes gerettet und habe nebenbei dafür gesorgt, dass plötzlich der super hartnäckige Rest-Bauchspeck (hartnäckig trotz seit Monaten im unteren Normalgewicht mit viel Bewegung) wegschrumpft. Und zum ersten Mal in meinem erwachsenen Leben habe ich ein echtes Sättigungsgefühl (ich dachte, ich hätte schon gewusst wie sich das anfühlt, aber nein…), habe genug, manchmal bevor der Teller leer ist, habe keinen Heißhunger mehr. Und mir ist nicht mehr schwindelig. Und und und. Viel Gequatsche für einen kurzen Rat: testen lassen.

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      1. Klar 🙂 Ergänzt habe ich auf ärztlichen Rat mit Inositol (Darauf und auf den Test der Insulinresistenz kamen wir überhaupt nur, weil ich eine Stoffwechselstörung habe, deren Symptome durch Insulinresistenz verschlimmert wird und in Studien half Myo-Inositol.) und esse seit einiger Zeit möglichst nur Lebensmittel, die wenig Insulinausschüttung anregen, also allgemein kaum Kohlenhydrate (auch komplexe nur in kleinen Mengen, viel gutes Fett, und ein paar Ausreißer wie Kartoffeln meide ich auch möglichst. Dazu esse ich nur noch 3 große Mahlzeiten am Tag, keinerlei Snacks, damit sich Blutzucker und Insulin dazwischen beruhigen und sozusagen trainiert werden auf ein normales Verhalten. Dazu habe ich noch meinen Sport mehr auf Muskelzuwachs hin angepasst, denn Muskeln regulieren ebenfalls den Umgang des Körpers mit Insulin.

        Hilfreich fand ich in dem Zusammenhang übrigens die englischsprachige Seite Optimizing Nutrition, die sich eigentlich hauptsächlich mit Ernährung für Diabetiker beschäftigt (der Autor macht seeehr viele Selbstversuche und Versuche mit seiner diabetischen Frau), aber da sind sehr ähnliche Mechanismen am Werk, deshalb hab ich genauer hingeschaut. (https://optimisingnutrition.com)

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      2. Yggdrasil

        Vielen Dank fuer die Info 🙂

        Ich find es immer wieder total spannend, was fuer ein unglaubliches Wunder der menschliche Koerper doch ist. Wenn der kriegt, was er braucht, gibt er einem im Gegenzug auch tatsaechlich Wohlbefinden und Leistungsfaehigkeit zurueck. Man muss es ihm nur angedeien lassen 😉

        Das schwierige an Ernaehrung ist wohl, dass jeder fuer sich selbst rausfinden muss, was fuer ihn am besten funktioniert. Mit einem Defekt in der Insulinregulierung ist man mit low carb mit absoluter Sicherheit sehr gut dran (und kommt auch bestens damit klar). Wenn man den nicht hat (so wie icke), dann reagiert man wieder auf anderes.

        Mir die Kohlehydrate streichen .. hehe, naja. Hab’s versucht. Dauert keine 3 Tage, dann werd‘ ich ziemlich gereizt. Und ich achte schon darauf, dass meine KH aus natuerlichen Quellen kommen (moeglichst komplex, und wenn nicht, dann halt saisonales Obst/Gemuese).

        In diesem Sinne: weitermachen und am Ball bleiben! Und alles schoen ausprobieren. Irgendwann kriegt schon jeder fuer sich selber raus, welches Makroverhaeltnis/Mealtiming usw. usf. fuer ihn am besten taugt.

        Gruss vom Yggdrasil…

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  11. Frau Frosch

    Liebe Katrin, erstmal herzlichen Glückwunsch zum Erreichen der gewünschten XS und Kompliment für deine Beiträge, die ich beide mit Begeisterung gelesen habe.

    Ich bin echt dankbar für diesen Beitrag, denn ich habe auch gerade ziemliche Probleme mit dem Halten. Ich bin erst vor 3 Wochen in die Haltephase gegangen und hatte die letzten 1,5kg beabsichtigt in langsamem Tempo abgenommen, d.h. statt maximal 900kcal bin ich auf 1300 hochgegangen, um langsam eine neue Routine reinzukriegen. Leider habe ich es die erste Woche der Haltephase nicht mal ansatzweise geschafft, mit den normalen Mahlzeiten auf die von fddb geforderten 1880kcal zu kommen und habe Abends auch ohne Hunger noch total viel Schokolade etc gegessen, um halbwegs ranzukommen – und hab prompt sagenhaft schlechte Haut gekriegt… Mittlerweile schaffe ich es so grob auf meine veranschlagten Kalorien (auch wenn ich das letzte Wochenende damit verbracht habe, ein 600kcal-Defizit vom Donnerstag, am dem ich heftig krank war, wieder aufzuholen), trotzdem habe ich seit Eintritt in die Haltephase nochmal 1,5kg verloren, was echt nicht meine Absicht war. Noch tröste ich mich damit, dass ich dann ja zu Weihnachten voll zuschlagen kann, aber mich lässt der Gedanke nicht los, was danach kommt.
    Hat vielleicht jemand Tipps oder eine Vermutung, ob mein Tagesbedarf doch deutlich höher liegen könnte als geahnt?
    Rahmeninfos: ich bin 1,68m groß, jetzt bei 63,6kg, weiblich und von Beruf momentan Vollzeitmutter eines Kleinkindes. Unseren Alltag nehme ich als relativ aktiv wahr, auch wenn wir keine sportlichen Höchstleistungen vollbringen. Täglich 1-2 Stunden draußen spazierengehen (im Schlendertempo) würde ich jetzt nicht als den totalen Kalorienkiller ansehen und das Spielen, Einkaufen und normale Hausarbeit auch nicht. Sport rechne ich eh separat, aber da ich gerade mal wieder eine ordentliche Nebenhöhlenentzündung habe (Kleinkinder sind unfassbare Seuchenfürsten, man meide größere Ansammlungen!), ist das gerade sowieso ein untergeordnetes Thema.
    Hat einer von euch ähnliche Erfahrungen, dass fddb so danebenliegen kann oder eine Idee? Ich würde mich über Anregungen freuen!

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    1. Yggdrasil

      Naja, Du treibst ja schon irgendwo Dauersport im niedrigen Belastungsbereich. Kalorien verbrauchen sich auch beim Einkaufen, Staubsaugen, spaziergehen und normaler Hausarbeit durchaus weit mehr, als wenn man auf der Couch flezen oder im Buerostuhl hocken wuerde.

      Waehrend man „richtigen“ Sport leicht ueberschaetzt, unterschaetzt man „in Bewegung sein“ im Gegenzug. Also durchaus moeglich, dass die veranschlagten 1880 kcal eher im Bereich 2100 kcal liegen im Bedarf.

      Ist aber eigentlich auch Banane, Fakt ist ja: Du nimmst eine Menge X an Kalorien zu Dir und nimmst ab. Dann ist es halt voellig Wurst, was Dir ein beliebiges Stueck Software an Bedarf zugesteht, der bedarf muss offensichtlich hoeher sein (hier als Frau bitte an Zyklus, Hormonschwankungen und entspr. Wassereinlagerung denken). Heisst: bisschen mehr essen. Und wenn Du es nicht gegessen kriegst, weil Du Dich an eine entsprechende Ernaehrung gewoehnt hast, dann trink Deine Kalorien. 100g Speisequark (40%), 300 ml Vollmilch, 50g Haferflocken und noch 50-100g Obst der Wahl ergeben einen leckeren Shake mit durchaus hochwertigen Inhaltsstoffen, und man hat mal so nebenbei 600-700 kcal in sich reingetan.

      Wenn das nicht reicht, ersetzt man einen Teil der Vollmilch durch Sahne. So schnell kannst Du gar nicht gucken, wie Du da ausm Leim gehst 😀

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      1. Frau Frosch

        Vielen Dank für die Tipps, sie sind sehr hilfreich für mich. Ich hatte ein bisschen die Angst, dass fddb mir zu viele Kalorien zugesteht, da ich ehrlich gesagt davon ausgegangen bin, dass „Normal-Berufsttätige“ mit Bürojob all das, was ich so mache auch noch so nebenbei erledigen, während ich es als Anstrengung ansehe, weil währenddessen ein hibbeliges Kind um mich rumwuselt – nicht so sehr körperlich, aber vom Gefühl her. Außerdem kam ich mir ehrlich gesagt etwas dümmlich vor, wenn ich eine halbe Stunde staubsaugen mal als „Sport“ eingetragen habe, weil ich es halt nicht so empfinde. Aber du hast schon recht, eigentlich bin ich fast den ganzen Tag in Bewegung, da brauch ich auch etwas mehr. Ich habe es wohl doch drastisch unterschätzt… Jetzt gucke ich mal, wo ich mich am ehesten einpendeln kann, gerade platze ich fast vor zyklusbedingtem Wasser, aber nächste Woche kann ich dann Richtwerte erkennen. Und trinkbare Kalorien kriege ich sicher besser unter 🙂

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      2. sternenmond75

        ….räusper….bei FDDB gibt es extra Haushaltsoptionen (von allgemeinem bis spezifisch wie putzen oder Betten beziehen), außerdem mal einen Schrittzähler besorgen und staunen, was man sich für die lieben Kinder die Hacken abrennt.

        Liebe Grüße
        Sternenmond (mit 3 Kinder der aktiven Sorte)

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      1. Frau Frosch

        Das hab ich schon ausprobiert, leider habe ich eine leichte Haselnussallergie (erst seit anderthalb Jahren, weshalb ich sehr darunter leide, weil ich weiß, was mir entgeht). Hatte es mit Cashews probiert, da aber bei einer Menge von 50g am nächsten Tag schon heftige Magenkrämpfe… Probiere mich jetzt durch diverse Sorten und schaue, welche ich noch vertrage. Erdnüsse gehen, Mandeln auch, mal schauen, was sonst noch klappt.

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  12. Danke für die Einblicke in deinen Alltag!

    Was intuitives Essen angeht:
    Ich versuche seit Anfang Dezember intuitiv zu essen, wiege aber und protokolliere auch einen Tag später (erst auf nen Zettel schreiben, einen Tag später in die App).

    Ich wage mal zu generalisieren (etwas gewagt, ich weiß ;):

    Intuitives esse klappt (am leichtesten) bei natürlichen, nicht verarbeiteten Lebensmitteln (z.B. selbst gekocht, Haferflocken, Salat, Gemüse, Obst, Brot), solange man jetzt nicht übertrieben viel Fett (Butter/Öl) verwendet.

    Genussmittel (Süßes, Knabberzeugs, Softdrinks, Alkohol) gehen komplett am Hungergefühl (und damit der „Intuition“) vorbei. Viele Kalorien, kaum Nährstoffe, kaum Sättigung. Intuitiv Schokolade zu essen ist unmöglich. Das können auch Naturschlanke nicht.
    Bei Genussmitteln muss man immer seinen Kopf einschalten!

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  13. nancy

    Hallo, schöner Artikel 🙂 Danke für die Einblicke! Vielleicht hilft Dir ja, ein neues Hobby oder etwas in der Richtung aufzunehmen, einfach damit dr Fokus nicht mehr so auf dem Gewicht liegt? Etwas ganz Neues anzufangen! Das tut auch dem Geist gut.

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  14. Katrin

    Uiuiui, so viele Kommentare : )

    Freut mich, daß euch der Beitrag gefallen hat – und vielen Dank für die Glückwünsche (yay!) und die Anregungen, was ich machen könnte, zu den diversen Dingen. Ich geh das mal so mehr oder weniger geordnet durch…

    Die Eierei ist für mich nicht so wirklich unerwartet, immerhin ist jetzt alles anders als vorher. Deswegen bin ich mir zwar manchmal unsicher, aber durchaus optimistisch, daß sich das alles klären und einpendeln wird. Geduld ist halt nicht immer meine große Stärke. Vielleicht klang der Text daher auch teils etwas unentspannter, als ich den größten Teil der Zeit bin.

    Die diversen alternativen Aufschreibe-Optionen habe ich mir schon überlegt, hab aber nicht so die große Lust, das gewohnte Schema in der Art zu durchbrechen. Heißt: Ich schreibe entweder wie gewohnt auf fddb mit – oder tracke halt gar nicht. Was sich allerdings schon herauskristallisiert, ist, daß das neue Hungergefühl ganz gut zu passen scheint beziehungsweise nicht nennenswert über den Tagesbedarf geht und eher (noch) ein bißchen drunter hängt. Nicht wiegen und nur nach der engsten Jeans oder dem Spiegel zu gehen ist keine Option für mich, ich finde die morgendliche Zahl auf der Waage durchaus beruhigend, vor allem, weil sich über schnelle Schwankungen dann doch besser Wassersprünge aufzeigen als über Hosenanprobe. (Die ich sicherlich nicht jeden Tag machen würde…)

    Ähnliches kann ich berichten, was Zyklusbeobachtung/Basaltemperatur angeht, das hab ich schon mal eine ganze Weile gemacht, aber es nervt mich ehrlich gesagt zu sehr. Die Unregelmäßigkeit habe ich schon immer und kann gut damit leben, außerdem bin ich immer noch hoffnungsvoll, daß sich das auch mit dem Gewicht stabilisiert (da gibt es durchaus schon Anzeichen dafür, zu meiner großen Freude).

    Daß Routine beim Halten superhilfreich ist, würde ich auch so sehen. Routinen halten bei mir aber immer nur begrenzt lange, dann ändert sich was. Ich kann eine Woche lang immer das gleiche Zeug essen, manchmal auch ein paar Wochen oder Monate lang immer wieder ein (aktuelles Lieblings-)Gericht, und dann plötzlich ist es vom Tisch und für Monate total uninteressant. Einfach was festzulegen, zum Beispiel als Frühstück, ist also durchaus möglich – hält aber nur eine Weile, und wie lang die ist, läßt sich schwer vorhersagen. Meine anderen Mahlzeiten entscheide ich meistens sehr spontan, daher ist auch der Wochenplan nicht so leicht möglich. Was ich aber versuche, als feste Gewohnheit zu etablieren, ist zum Beispiel aufzuhören, wenn ich satt bin, und nicht noch einen Klecks mehr zu essen, weil’s grad so gut schmeckt. Da ist der neue Synapsen-Trampelpfad auch schon ein gutes Stück breiter geworden : )

    Insulinresistenz – danke für den Hinweis, ich behalt das mal im Hinterkopf. Ein Sättigungsgefühl hab ich durchaus, nur ist eben noch nicht ganz klar, ob es bei Bedarf oder knapp daneben liegt/liegen wird. Was den Rest-Bauchspeck angeht – ich bin jetzt seit etwa drei Monaten im mittleren Normalgewicht, und ich hab schon den Verdacht, daß ein guter Teil einfach noch überschüssige Haut ist, die halt eine Weile zur Rückbildung braucht, gerade wegen der deutlich unterschiedlich starken Ausprägung je nach Wasserstand. Mit Heißhunger hab ich auch keine Probleme… aber wenn der nächste große Check ansteht, kann ich das Thema Insulinresistenz ja mal ansprechen.

    Nachdem das Vorweihnachtsarbeitsgewusel meine letzten Tage gefressen hat (weshalb ich auch heute erst dazukomme, mal die Kommentare zu kommentieren), aber sich freundlicherweise auch das Zykluswasser mittlerweile verabschiedet hat, habe ich mittlerweile eine testweise Tracking-Auslauf-Möglichkeit beschlossen: Ich habe einen Korridor im Korridor festgelegt, in dem ich nur das tägliche Gewicht eintrage und ansonsten nur nach (Hunger-)Gefühl essen werde, ohne Wiegen und Aufschreiben. Was die Süßigkeiten und Schweinereien angeht, darf der Kopf dann auch mitreden (frei nach dem Motto „Das sieht nach einer sinnvollen Portion aus und sollte reichen). Ich bin mal gespannt, wie das wird… und kann dann in ein paar Wochen oder Monaten vermutlich wieder berichten.

    Vielleicht sogar mit einem Foto. Ich denk da mal drüber nach.

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