Zu dünn – Projektgedanken

Gestern Abend habe ich das Fotoprojekt „Zu dünn“ gestartet, in dem Abnehmer oder Menschen, die abgenommen haben, mir Fotos schickten, wie sie aussahen als sie von ihrer Umwelt Warnungen oder Kritik erhielten „zu dünn“ zu sein.

Die Resonanz war direkt überraschend riesig und es kamen zig Mails in mein Postfach geflattert.

Wobei, so überraschend ist das gar nicht. Die krassen Reaktionen meiner Umwelt waren damals mit ein Grund, warum ich „Fettlogik“ überhaupt erst geschrieben habe. Im Prinzip ist das Buch in etwa drei Teile gegliedert: Zunächst geht es um körperliche Grundlagen wie Stoffwechsel und medizinische Auswirkungen von Übergewicht, dann um klassische Ernährungsmythen wie „Man muss Frühstücken“ oder „Soundsoviele Mahlzeiten sind wichtig“ oder „Stoffwechsel ankurbeln“, etc. Im dritten Teil geht es hauptsächlich um gesellschaftliche Entwicklungen.

Als ich das Buch schrieb, ging es mir damals primär um den dritten Teil, der Thesen als Diskussionsgrundlage liefern sollte und den ich für das Kontroverseste hielt.

Überraschenderweise – für mich – interessierte sich dafür zunächst mal keiner. Statt dessen gab es dramatische Kommentarkriege in diversen Foren und Kommentarspalten über das Thema „Hungerstoffwechsel“ und gleichzeitig bekam ich ausführliche Nachrichten, was die Auseinandersetzung mit bestimmten Mythen oder das Krankheitskapitel in Lesern ausgelöst hat. Wenn ich nach dem gesellschaftlichen Teil fragte kam meist ein etwas verlegenes „Jaaaa, ehrlich gesagt, das fand ich jetzt nicht sooo spannend für mich.“ oder ein direktes: „Na ja, den Teil fand ich etwas übertrieben.“

Ich fand mich also, zugegeben ein wenig enttäuscht, damit ab, dass Leute offenbar ganz andere Dinge viel wichtiger fanden. Rückblickend betrachtet ist das ja auch ziemlich logisch, denn die meisten Leute haben natürlich erst einmal das herausgezogen, was für sie in dem Moment das relevante war, und das war eben der Teil: „Wie erreiche ich das Gewicht, das ich will?“ und nicht „Wie reagiert möglicherweise die Umwelt auf mich, wenn ich das Gewicht erreicht habe?“.

Im Laufe der Monate veränderten sich dann allmählich die Rückmeldungen und ich bekam natürlich weiterhin sehr viel Resonanz auf die ersten Buchteile, aber zunehmend auch immer mehr Feedback zum gesellschaftlichen Teil. Immer häufiger kamen Mails oder Kommentare wie: „Als ich das Buch gelesen habe, dachte ich, du überteibst, aber jetzt wo ich 30 kg abgenommen habe passiert mir genau das was du schreibst! Und das nervt!!“

Das ist vermutlich auch eine Erfahrung, die man tatsächlich oft erst selbst machen muss. Zumindest bei mir war es so. Hätte mir in meinen 30 größtenteils schwer adipösen Jahren jemand gesagt, dass ich mich mal über „Du bist zu dünn!“ oder „Du bist doch magersüchtig!“ Kommentare ärgern würde, hätte ich wohl gedacht, das ist Unsinn. Ich freute mich geradezu darauf, endlich mal so einen Kommentar zu hören. Ich stellte es mir ganz toll vor, dass mich mal jemand zu dünn findet.

Als es dann zum ersten Mal passierte, wog ich etwa 110-120 kg und war noch weit im adipösen Bereich. Ich fühlte mich im ersten Moment verarscht, als mein besorgtes Gegenüber mir eindringlich sagte, dass es doch jetzt aber genug sei und ich doch „dünn genug“ wäre. Hallo?! Ich kam mir ernsthaft blöd vor, während mich noch fast 40 kg von der Grenze zum Normalgewicht trennten, darüber zu diskutieren, doch auf keinen Fall mehr weiter abzunehmen. Insbesondere der ungläubig-besorgte Blick, als ich die 40 kg erwähnte, so als sei ich irgendwie vollends vom Boden der Realität abgehoben.

Nach diesem Erlebnis dachte ich, die Person sei halt einfach etws komisch. Doch unmittelbar danach stapelten sich plötzlich die Kommentare dieser Art und ich bekam innerhalb weniger Wochen mehrere dieser Reaktionen: Eine Kollegin, die ich länger nicht gesehen hatte, scherzte, wann sie mir die Magersuchtdiagnose geben dürfe, sprach mich dann aber kurz darauf nochmal ernsthaft an, es nicht zu übertreiben. Andere Kollegen begannen ebenfalls von ihren magersüchtigen Patienten zu erzählen, und dass das ja toll sei mit der Abnahme, aber man halt schon aufpassen müsse. Einer gab zu, er habe extra nicht so positiv reagiert, um ein möglicherweise krankhaftes Verhalten nicht positiv zu verstärken.

Meine Nachbarin wandte sich besorgt an meinen Mann, ob ich genug äße, wenn ich im Garten arbeitete, kamen von mehreren Richtungen die entsprechenden Bemerkungen und oft auch besorgte Kommentare, ob ich denn stark genug für die Arbeit sei. Die Ironie daran: Ich war zuvor über ein Jahr mit den Knieproblemen bei 150 kg extrem eingeschränkt und häufig wochenlang nicht in der Lage, überhaupt raus zu gehen. Mit meinen nach wie vor ~100kg fühlte ich mich so fit wie seit Jahren nicht mehr und schleppte 40kg-Steine herum, aber die Nachbarschaft behandelte mich, als sei ich auf 35 kg abgemagert und könnte jeden Moment zusammenbrechen. Ich dachte ernsthaft, ich sei im falschen Film. Es fühlte sich unglaublich surreal an.

Auch von den „Profis“ mit denen ich in der Zeit zu tun hate, wie etwa dem Physiotherapeuten oder der Ärztin kamen kritische Kommentare zu meinem Zielgewicht. Man war sich relativ einig, dass oberes leichtes Übergewicht (~90kg) doch absolut toll sei für mich und weniger Gewicht weder nötig noch realistisch sei. In den entsprechenden Diskussionen gaben sie durchaus zu, dass gerade aufgrund des kaputten Kniegelenks ein niedriges Normalgewicht natürlich das gesündeste sei, aber man war sich eben doch auch sicher, dass das irgendwie nicht „zu mir passt“ und jemand, der so extrem dick war wie ich, doch bereits glücklich sein könnte mit nur noch leichtem Übergewicht.

In dieser Stimmung schieb ich mein Buch.

Ich habe seither viel darüber nachgedacht, warum mich diese Kommentare treffen. Auch heute höre ich sowas noch relativ oft. In Foren wird darüber geredet, wie abgemagert ich sei, wie dürr, knochig, skeletthaft, nicht mehr schön. Wenn ich in den letzten Jahren ein Vorher-Nachher Foto im Profil hatte, konnte ich sicher sein dass mehrere Kommentare kamen, dass „irgendwas dazwischen“ viel besser gewesen wäre und mein aktuelles Gewicht „viel zu extrem“ sei, weil „so dünn ist auch nicht mehr gesund/schön/sexy“.

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„Zu extrem! Irgendwo in der Mitte wäre schöner!“

Die Situation ist merkwürdig. Ich fühle mich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich wohl mit mir und meinem Körper. Was andere darüber denken, könnte mir egal sein – und ist es auch. Dennoch ist jeder dieser Kommentare im ersten Moment kurz verletzend. Wie gesagt, ich habe viel darüber gegrübelt, warum mir sowas nahe geht, obwohl ich mich endlich mit mir selbst wohl fühle. Irgendwann habe ich gemerkt, dass das wohl gar nicht so viel mit meiner jetzigen Situation zu tun hat, sondern mit den 30 Jahren davor. Als Kind und Jugendliche wurde ich geärgert – die „Klassiker“ möchte man fast sagen: Namen wie „Fatbag“ oder „Schau dir mal die fette Sau an!“ oder wenn ich hinfiel „Haha, jetzt ist da ein Fettfleck!“ und eben das übliche im Sport zuletzt gewählt werden … als Erwachsene kamen, soweit ich mich erinnere, keine Kommentare mehr, aber das schlechte Gefühl begleitete mich.

Egal wo ich war, ich fragte mich immer irgendwie, was die Leute über mein Aussehen denken. Traf ich einen neuen Patienten, überlegte ich, ob derjenige wohl so etwas dachte wie „Wie soll die mir helfen, wo sie doch offensichtlich nichtmal ihr eigenes Problem im Griff hat?“ und wenn ich in der Stadt Eis essen war, verspannte ich mich bei jeder Gruppe von Jugendlichen, die vorbei lief. Auch wenn seit Jahren nie etwas passiert war, war doch immer die Befürchtung im Hinterkopf, jemand könnte abfällig über mein Gewicht reden. Und auch wenn ich es mir nicht eingestehen wollte, ich hatte Schuldgefühle. Ja, das ist „fatshaming“, schon klar, niemand sollte wegen seines Gewichts Schuldgefühle haben, denn es ist ja keine moralische Verfehlung. Trotzdem hatte ich sie, wann immer ich ein gesundheitliches Problem spürte. Und wie gesagt, in den letzten Jahren vor der Abnahme häuften sich diese Probleme. Und bei allen Schmerzen war da ein Teil von mir, der sagte: „Du hast das verdient! Du hast dir das selber angetan!“ Ich hatte mir selbst gegenüber Schuldgefühle und was ich meinem Körper zumutete … und trotzdem fühlte ich mich hilflos das zu ändern.

Die heutigen Kommentare schaffen es jedes Mal, kurzzeitig all diese Gefühle der letzten Jahrzehnte wieder hochzuholen. Wenn mir jemand vorwirft, mein Gewicht sei ungesund, zu extrem oder ich sähe hässlich aus, piekt das genau in diese 30 Jahre Ängste und Schuldgefühle. und ich reagiere im allerersten Moment furchtbar emotional.

Mal davon abgesehen, dass ich tatsächlich überempfindlich bin, ist es aber auch objektiv ziemlich scheiße, sowas zu sagen. Irgendwelchen Fremden ungefragt auf die Nase zu binden, in welchem Zustand man sie geiler fände, und dass man bei 10 kg mehr oder weniger geneigter wäre zum Geschlechtsverkehr ist unnötig, unverschämt und übergriffig. Und irgendwem Vorträge – noch dazu falsche – über Gesundheit zu halten, ist ebenfalls daneben, wenn man nicht gerade der Arzt oder mitbetroffen ist. Inzwischen scheint das in Sachen Übergewicht ziemlich angekommen sein in der Gesellschaft, auch wenn es natürlich immer diejenigen gibt, die absichtlich gegen diese Konventionen verstoßen – Jugendliche etwa, um vor ihren Freunden zu beweisen wie cool sie sind.

Idioten wird es immer geben, aber man ist sich in der Gesellschaft größtenteils einig, dass es unhöflich und scheiße ist, jemanden „Fette Sau“ zu nennen. Ganz anders sieht es aus, wenn es um weniger Gewicht geht, so dass es völlig okay ist, Menchen die ihr Gewicht reduzieren oder schlank sind, die härtesten Beleidigungen an den Kopf zu werfen und dennoch irgendwie dabei als „netter Mensch“ rüberzukommen, der doch nur „helfen“ will. So „gegen den Magerwahn“. Ist doch total nett gemeint, wenn man jemandem sagt, dass er zu dünn ist, dann kann derjenige sich endlich wohl mit sich fühlen.

Warum das scheiße ist? Beleidigungen sind nicht positiv. Die wenigsten werden sich mit sich selbst wohler fühlen, weil ihnen jemand sagt, sie sähen (bald) aus wie ein „abgehungertes Knochengerüst“ oder nur Hunde würden noch auf sie stehen. Es ist bevormundend und übergriffig davon auszugehen, jemand möchte ein bestimmtes Körpergewicht nur „wegen der Gesellschaft“, also „dir“ haben und lege Wert auf deine Meinung dazu oder gar deine „Erlaubnis“ dicker sein zu dürfen. Menschen nehmen aus unterschiedlichsten Gründen ab, und selbst wenn Attraktivität eine Rolle spielt, dürfte deine persönliche Meinung dazu eher keine Rolle spielen, wenn du nicht gerade der aktuelle Sexpartner bist – und selbst dann zählt es immernoch mehr, was die Person selbst attraktiv findet.

Dazu kommt, es ist unglaublich nervig und demotivierend, wenn man etwas erreichen will und jemand dazwischennörgelt. Was ist das denn für eine scheiß Art, wenn man Leuten mit einem Ziel sagt, dass es doch nicht „nötig“ sei, das zu erreichen? Nicht nur aufs Abnehmen bezogen, ganz generell. Wenn wir alle nur tun würden, was unbedingt „nötig“ ist, würden wir immernoch in Höhlen leben. Wir Menschen sind darauf ausgelegt, irgendwelche Ziele zu erreichen, sowas macht uns glücklich. Menschen ohne Ziele sind meist depressiv und eins bedingt dabei das andere. Selbst wenn ein Ziel von aussen betrachtet irgendwie sinnlos erscheinen mag, wie etwa tagelang ein 5000 Teile Puzzle zu lösen, nur um es anschließend wieder in die Packung zu legen. Allein ein Ziel zu haben macht schon irgendwie zufrieden und glücklich, daher ist es absolut ätzend, die Ziele anderer Leute kleinzureden oder abzuwerten, egal wie unnötig sie einem selbst erscheinen mögen. Und ja, herrgott, bevor jetzt irgendwer meint, das offensichtliche kommentieren zu müssen: Natürlich geht es dabei um Ziele, die keinem schaden. Haha, lustig, ja, man darf kritisieren, wenn jemand das Ziel hat die Menschheit mit einem Killervirus zu vernichten.

Richtig ätzend wird es aber dann, wenn es gesellschaftlich quasi „normal“ oder „positiv“ ist, ein Ziel zu kritisieren, das Menschen wirklich helfen kann. In den letzten Blogartikeln habe ich viel über gesundheitliche Konsequenzen von Übergewicht geschrieben, aber nochmal kurz hier:

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Wenn jemand Anstrengung auf sich nimmt und am Ende mehrere gesunde Lebensjahre zusätzlich für sich dabei herausholt, dann ist es absolut daneben, das mit einem „Iss lieber noch ein Stück Kuchen, du siehst nämlich viel zu dünn und abgehärmt aus“ sabotieren zu wollen.

Ich würde mich nicht aufregen, wenn das, so wie bei Übergewicht, generell als unhöflich und mies gelten würde und nur Volldeppen sowas sagen würden. Wer einer übergewichtigen Person sagt: „Verzichte mal besser auf das Stück Kuchen, du siehst nämlich fett aus!“ wird in 99% der Fälle zu Recht(!) wie ein Arschloch dabei aussehen. Sagt man den entsprechenden obigen Spruch zu einem schlanken Menschen oder Abnehmer, ist die Wahrscheinlichkeit dagegen hoch, dass andere zustimmen oder es zumindest nicht als unverschämt wahrnehmen. Mit einer entsprechenden Gegenreaktion muss man hingegen vorsichtig sein:

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Langer Rede, kurzer Sinn, offenbar ist das ein Thema, das sehr vielen Menschen unter den Nägeln brennt, wie die Reaktionen darauf zeigen:

Während ich diesen Beitrag schreibe, kamen wieder mehrere Mails mit Fotos für das Projekt. Ich werde die Seite weiter aktualisieren und freue mich über eure Einsendungen und das rege Interesse! Vielleicht schaffen wir es ja mal, an den Punkt zu kommen, an dem jeder, egal mit welchem Gewicht, für sich selbst bestimmen kann, wie er sich wohl fühlt🙂

45 Gedanken zu “Zu dünn – Projektgedanken

  1. tarumpirnz

    Ich vermute einen andeeen Hintergrund: mit einem BMI der „schlank“ beinhaltet ist man im alltäglichen Leben in der Minderheit. Ich behaupte mal, ohne genaue Daten zu kennen, dass das Maximum eher bei leichtem Übergewicht, ca BMI 25-26 liegt.
    Das wäre dann wohl etwas, was als normal gesehen wird und damit zur Norm erhoben wird. Alles darüber (bmi >30) und darunter (bmi < 22) ist dann außerhalb der Norm und damit unnormal.
    Nur aufgrund des begrifflichen Zusammenhangs wird dann imho klar, warum beide Abweichungen des Durschnitts sozial sanktioniert werden.

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  2. Danija

    Also als aller Erstes:
    Den Teil mit der verschoben Wahrnehmung, fand ich wirklich mit am interessantesten. Weil ich mich da auch selbst (mal wieder) total ertappt gefühlt habe, wie sich auch bei mir diese Wahrnehmung verändert hat.
    „Ja schöne Hose/Oberteil, gibt’s die/das auch für _Frauen_?“
    Was in sich ja auch schon wieder diskriminierend gegenüber den Schlanken ist…

    Ich seh seit dem auch irgendwie nur noch dicke Leute.. was wohl irgendwie jetzt auch mehr der Realität entspricht als früher😉

    Zu den Kommentaren „zu dünn werden“ mache ich wohl irgendwie was falsch….
    Von nem BMI von über 32 kommend (selbst denkend ich sei nur übergwichtig) zum einem derzeitigem BMI von 22,8 kamen in der ganzen Zeit gerade mal zweimal Kommentare im Sinne von „Naja aber langsam reicht es“. Einmal eine Kollegin und einmal ein Bekannter. Und auch da kam nach einem selbstsicheren „Naja, da geht schon noch einiges!“ nichts weiter mehr.

    Ich weiss nicht, ob ich das entsprechend austrahle, dass ich mache, was ICH will und mir da keiner groß reinreden kann, daß zu mir so gut wie keiner was sagt oder ob ich den Leuten einfach egal bin😉
    Aber ich hatte das echt nur zwei Mal…. zumindest woran ich mich bewusst erinnern kann😉

    Naja, ok meine Mutter kam doch noch so 1-2 Mal, aber nach dem dezenten Hinweis, wieviel ich mit 17/18 wog und ob sie mich da zu dünn fand, kam nur ein entrüstetes „Nein, da sahst Du doch toll aus!“ Und ich nur „Aha!“😉

    Also bin ich tatsächlich eigentlich auch fast ein bißchen neidisch, wenn ich oft lese, das andere öfters solche Kommentare erhalten, weil das ja schon auch mitteilt, dass man die Abnahme sieht und das ist ja schon auch ein Kompliment.
    Solche Kommentare dann nicht zu bekommen, hat ein wenig was von „Joa alles normal wie immer…“

    Also Leute ärgert Euch nicht so viel, über solche Kommentare!
    (Zumindest solange es keine Beledigungen sind natürlich)
    Sie zeigen Euch doch vor allem, dass Eure Umwelt wahrnimmt, dass sich da was verändert!
    Ansonsten schert Euch nicht um deren Meinung. Es ist Eurer Körper!😉

    Liebe Grüße
    Danija

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    1. Die Kommentare sagen nicht unbedingt etwas über die Sichtbarkeit der Abnahme aus, sondern auch über das persönliche Umfeld. Meins besteht weitergehend aus zurückhaltenden Menschen. Und größtenteils wohl auch aus vernünftigen, die Fortschritte gut finden und nicht untergraben. 2 Kommentare von 2 Mitgliedern der Kernfamilie hatte ich, aber sonst nichts, was als negativ bezeichnet werden könnte. Stattdessen auch positives. Alles in allem aber sehr wenig direktes Feedback.

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  3. Erik

    Ich frage mich wie sehr das mit der Zeitspanne zusammen hängt, in der man abnimmt, dass solche Kommentare kommen. Vielleicht ist es einfach nur der krasse Kontrast der die Leute dazu bringt zu glaube, die Person sei zu dünn.
    Ich mein da ist diese Person die man über Jahre als übergewichtig wahrgenommen hat, dessen Übergewicht man als „normal“ abgespeichert hat. Und dann nimmt diese Person in kurzer Zeit hab, so dass die Diskrepanz zwischen dem als „normal“ abgespeichertem Gewicht und dem aktuelle Gewicht eine Größe annimmt, die der zwischen tatsächlichem Normalgewicht und Untergewicht gleicht.
    Wenn die selbe Person über einen Zeitraum von sagen wir mal 5 oder 10 Jahren abnimmt, würde das vielleicht weniger extrem war genommen werden. Weil man sich an das neue Gewicht als Außenstehender gewöhnen kann.
    Vielleicht ist es aber auch einfach nur unterbewusste Boshaftigkeit. Man gönnt anderen ihren Erfolg nicht oder verliert so die Möglichkeit auf sie herab zu schauen, weil man sich heimlich immer über ihr Übergewicht lustig gemacht hat. Man verliert die Möglichkeit sich selber sagen zu können „Ich bin besser, weil wenigstens bin ich nicht fett.“
    Ich hatte zum Glück nie Probleme mit extrem Übergewicht. nur in meiner frühen Pubertät war ich ein wenig moppelig. Das bin ich einfach dadurch los geworden, dass ich nicht mehr dieses süße Soft-Drink-Gelumpe in mich rein geschüttet habe.
    Kommentare ich sei zu dünn oder ähnliches gab es glaube ich nie. Außer von meiner Oma aber die hat, egal wie dünn oder dick ich war, immer gesagt ich solle mehr essen. Deswegen kann ich das nicht so wirklich nachvollziehen.
    Was mich aber ein wenig schockt ist, dass das auch Ärzte gesagt haben sollen. Als schlichter Verwandter oder Freund weiß man es vielleicht nur nicht besser aber als ausgebildeter Mediziner müsste einem doch klar sein, dass Übergewicht in jeglicher Hinsicht ungesund ist.

    Aber schönes Projekt und schöner Artikel.

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  4. Ich hab mal gehört, woher das kommt mit dem ‚Du wirst zu dünn!‘ und fand die Erklärung ziemlich logisch, deshalb kann ich den Abschnitt jetzt einfach aus meinem Abnehm Kurs rauskopieren, hurra!🙂

    Sind wir bald da? – Dein Umfeld redet auf dich ein

    Je näher Du deiner Traumfigur kommst, desto mehr werden die Stimmen in deiner Umgebung, die dich loben – und gleichzeitig mahnen, dass es jetzt genug wäre: „Du wirst viel zu dünn!“ – „Guck mal, Du hast eine ganz spitze Nase / spitze Ellenbogen / knochige Beine!“ – „So ein dürres Gesicht! Dein Hals hängt schon in Falten, Du siehst ganz krank aus!“

    Ganz im Ernst? Ignorier sie.

    Du siehst am BMI, wo wirklich das Untergewicht beginnt. Und diese Grenze wollen wir auch gar nicht erreichen, unteres Viertel des BMI-Bereiches ist vollkommen ausreichend für Traumfigur, der Rest ist dann Training.

    Deine Freunde, Verwandten und Arbeitskollegen meinen es nicht böse. Es ist auch (meistens) kein Neid, der sie dazu bringt, so etwas zu sagen, sondern tatsächlich Sorge.

    Und diese Sorge kommt aus der Urzeit. Das Gehirn speichert das letzte Bild von einer Person. Wenn wir sie wiedertreffen, wird dieses letzte Bild mit dem aktuellen verglichen. Warum?
    In Neandertaler-Zeiten, als niemand auf die Idee gekommen wäre, eine Diät zu machen, war ein großer Gewichtsverlust ein eindeutiges Zeichen für KRANKHEIT. Von solchen Leuten musste man sich fernhalten, wenn man überleben wollte – womöglich ist es ansteckend?
    Und genau das passiert heute noch in den Köpfen, auch wenn man sich dessen nicht bewusst ist. Man merkt nur, die Alarmglocken schrillen und der Abnehmende sieht „irgendwie krank“ aus – jetzt weißt Du, woher das kommt.

    Geh in die Sauna oder ins Schwimmbad, such Dir jemand sympathisches und bitte um eine unabhängige Meinung, ob da noch „2-3 Kilo“ weg können oder ob Du bereits zu dünn bist. Diese Leute müssen nicht nett zu Dir sein. Sag ihnen das auch, dass Du eine unabhängige Meinung brauchst, weil man sich im Spiegel so sieht, wie man sich sehen will.
    Und da sie kein altes gespeichertes Bild von Dir im Kopf haben, können sie dir auch objektiv sagen, wie Du aussiehst…

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    1. Plausible Erklärung, danke!🙂

      Ich stimme auch Erik zu: es hat sicher viel mit der zu Grunde liegenden Zeitspanne zu tun. Sieht man jemanden alle 1-2 Monate und nimmt in der Zeit eben so viele Kilos ab, wird derjenige vermutlich nicht so heftig reagieren, wie jemand, der mich nach 10 Monaten und -20 Kilo wieder sieht.

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    2. Al Kane

      Vielleicht kommt noch hinzu, dass Übergewichtige durch mehr (Unterhaut-) Fett oft einfach jünger wirken und wenn sie dann abnehmen und die Haut sich entspannt, die Pausbäckchen einfallen, die Haut unterm Kinn lockerer wird und die Augen etwas tiefer in den Höhlen liegen, sprich der ‚Babyspeck‘ weg ist, die Leute tatsächlich erstmal ungewohnt ‚alt‘ oder in der Wahrnehmung eben verhärmt aussehen. Ich habe im Bekanntenkreis einige erfolgreiche Abnehmer(/innen), die wirklich durch die Abnahme erstmal gefühlt fünf Jahre gealtert sind. Aber in Wahrheit sehen sie jetzt dem Alter entsprechend, aber eben ungewohnt aus. Wenn die Leute ihr Zielgewicht dann längere Zeit gehalten haben gewöhnt man sich an die neue Optik und findet die dann tatsächlich schöner, wenn im Vergleich die Moppelfotos von vor ein paar Jahren hervorgekramt werden.

      Was nervt, sind (neu)schlanke Menschen, die bei jeder Essenssituation ihr Light-Lunchpaket herausholen und ungefragt Vorträge darüber halten wie sie sich ernähren um ihr Gewicht zu halten oder noch 500g anzunehmen. Einerseits verstehe ich, dass, wenn man bereits etliche Kilos verloren und sich notwendigerweise ins Thema eingearbeitet hat, nun enthusiastisch die neuen Erkenntnisse und Lebensziele mit der Umwelt teilen möchte, aber manchmal will ich auch einfach was Ungesundes futtern ohne dabei eine gratis Ernährungsberatung vom Tischnachbarn zu bekommen, die mir dann den Appetit auf das Puddingteilchen vor mir verdirbt.😉 Hab auch gar nichts dagegen, wenn der Tischnachbar dabei diskret seine Rohkost futtert. Aber wenn von den fast am Zielgewicht angekommenen Tischnachbarn dann Kommentare wie ‚Ach, auf so ein Stück Kuchen hätte ich ja auch Lust. Aber ich will noch zwei Kilo abnehmen… Und heute habe ich nicht mehr so viele Kalorien übrig‘ kommen ist das ungefähr so schön wie von einem Veganer beim Steakessen einen Vortrag über CO2-Bilanz und Tierschutz anhören zu dürfen. Oder nach einem Couchpotato-Tag vom Fitness-affinen Kumpel die letzten zwei Stunden im Fitnessstudio geschildert und den eigenen Schweinehund vor Augen geführt zu bekommen.
      (und vielleicht sind solche Situationen, in denen der ‚Normalo‘ sich in seinem ungesunden Essverhalten ertappt fühlt, auch der Ursprung der ‚man kann es auch übertreiben‘ – Kommentare?)

      Bisschen Sensibilität ist alles. Ich jammere einer übergewichtigen Person auch nicht vor, dass ich meine Oberschenkel zu dick finde bei einem BMI von 21, und einer Abnehmerin mache ich den Erfolg nicht madig, indem ich ihr sage, dass sie ja bewundernswert durchgehalten hat, aber sie dafür voll verhärmt aussieht.
      Es sei denn es besteht ernster Anlass zur Sorge, dass die Person wirklich in die Magersucht driftet (was ja durchaus passieren kann, dass eine Essstörung durch eine andere substituiert wird). Aber ganz ehrlich: einer magersüchtigen, befreundeten Person zu sagen, dass sie ihrer Gesundheit schadet, empfinden wir schon fast als unsere Pflicht. Ich überlege aber gerade, ob ich mich trauen würde, einer schwer übergewichtigen Person meine Gesundheitsbedenken zu äußern. Das käme mir übergriffig vor. Ist es ein Unterschied (vielleicht weil die Magersüchtige sich durch verzerrte Wahrnehmung nicht bewusst ist, dass sie krankhaftes Untergewicht hat, während eine Übergewichtige Person das vermutlich eh selbst weiß und nur nicht die Motivation / das Durchhaltevermögen zum Abnehmen hat)?

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  5. Faelis

    Ich habe von April diesen Jahres bis August knapp 15kg abgenommen.
    Bei 1,75m wiege ich zur Zeit 60kg (so niedrig war nicht gewollt, ich erhole mich noch von einer Noroinfektion. 63-65kg war geplant. Vorher wog ich 81kg).

    Besonders aus der Verwandtschaft kommen immer wieder besorgte Kommentare. Soweit ich mich erinnere wurde ich kein einziges Mal gelobt. NIE!
    Ich fand das manchmal schon schade.

    Ich leide seit mehreren Jahren unter einer generalisierten Angststoerung mit daraus resultierender Depression.
    Ich hatte lange Angst mich zu schnell zu bewegen, denn der erhoehte Herzschlag koennte ja Panikattacken ausloesen.

    Fuer mich war die Abnahme, verbunden mit mehr Bewegung und echtem Sport (inklusive Schnaufen und Schwitzen) ein kleiner Befreiungsschlag. Ich hab nicht nur Gewicht verloren sondern konnte viele Aengste reduzieren und mein Selbstbewusstsein staerken.

    Vielleicht bin ich deshalb auch enttaeuscht, dass ich besonders von nahestehenden Menschen so wenig positive Resonanz bekommen habe. Ich werde eigentlich nur auf meine Knochen hingewiesen und auf mein eingefallenes Gesicht und manchmal habe ich das Gefuehl ich werde viel mehr als frueher mit Nahrungsmitteln beschenkt.

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  6. Dicker Typ

    Mir ist das ‚du bist doch schon schlank‘ usw. letzte Woche zum ersten Mal passiert.

    Ich war praktisch mein ganzes Erwachsenenleben ein dicker Mann und habe 2016 mit etwas vernünftigerer Ernährung (allerdings ohne Diätplan, Kalorienzählen usw.) und hauptsächlich mit Sport (wöchentlich vier- bis fünfmal mal 30 min Gymnastik [neumodisch Body-Weight-Training], dreimal 50 min Joggen) von 120 kg auf 105 kg abgenommen. Ich habe kürzlich ein paar Kollegen erklärt, die mich auf meinen Gewichtsverlust angesprochen haben, dass ich zwei realistische und ein Idealziel habe: BMI unter 30 (geschafft), dauerhaft unter 100 kg (nicht mehr fern, wird nächstes Jahr nach der weihnachtlichen Plätzchenorgie geknackt!) und 90 kg Gewicht (BMI 20 bis 25 wäre bei meiner Größe ca. 75 kg bis 92 kg).

    Als sie hörten, dass ich noch weiter abnehmen will, warnten sie mich davor, zu dünn zu werden. Zum Glück ist mir das total egal. Nachdem ich weiß, dass ich immer noch tendenziell zu viel und/oder zu energiereich esse und eine Menge Sport mache, sehe ich keineswegs die Gefahr, dass ich mich durch falsche Körperwahrnehmung irgendwie zugrunde richte.

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  7. philomela

    Ich überlege gerade, ob ich nur wegem dem dritten Teil über gesellschaftliche Entwicklungen, dein Buch kaufe!

    Ich habe im meinem Leben noch nie eine Diät gemacht, noch nie Kalorien gezählt und noch nie Sport gemacht, nur um Kalorien zu verbrennen. Ich esse wenn ich hungrig bin und höre auf wenn ich satt bin. Ich habe schon immer Normalgewicht gehabt (heute 57 kg bei 166 cm), aber das „Kompliment“, dass ich so dünn/mager sei, begleitete mich schon mein ganzes Leben. Mich laden auch regelmäßig Bekannte zum Essen ein oder schenken mir ihren Nachtisch. Ich seh ja so aus, als ob ich gleich vom Fleisch falle oder ich könnte, es mir ja gönnen, da es bei mir ja nicht sofort ansetzt.

    Das ist nicht „normal“ bin, zeigt mir in letzter Zeit auch zunehmend die Modeindustrie. Als ich jetzt zum ersten Mal einen Hosenanzug und Blusen kaufen wollte, musste ich durch verschiedene Läden um überhaupt etwas in meiner Größe zu finden. Wenn einem Frauen-Größe 34 zu groß ist und die Blusen über der Brust eingefallen wirken, dann ist das echt frustrierend (Und nein, ich finde meine Brüste mit 75B nicht zu klein!). Inzwischen kaufe ich wieder unglücklich bei H&M ein, weil deren Größen sich an Jugendliche richten und mir dort 34/36 passen.

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    1. Lol, wie ich das kenne! Also, zum Glück drängt mir keiner wirklich ernsthaft Nachtisch auf, da hab ich kein Problem, auch die Kommentare mit dem ‚du isst ja wirklich‘ sind weniger geworden, seit ich mich eigentlich immer im gleichen Umfeld bewege. Die Leute SEHEN mich in der Kantine die Normalportionen futtern. Ich bin trotzdem noch am Rande des Untergewichts, 50kg bei 1,65. Irgendwie haben die es alle aufgegeben *kicher. Also nicht dass ich nicht schon an der Supermartkasse besorget Kommentare bekommen hätte. Und die neiderfüllten Blicke der am Salat nagenden übergeichtigen Kolleginnen verfolgen mich quer durch den Pausenraum *dumdideldum.

      Ich kaufe gern bei Zara, die sind erwachsener im Style als H+M, aber auch bei Hasi und Mausi passen mir die Hosen. Esprit, Hallhuber usw. kann ich total knicken, dafür braucht man Hüften. Und nachdem ich die Skelett-mit-dir-geh-ich-nicht-ins-Bett-da-hole-ich-mir-blaue-Fecken-Kommentare seit 30 JAhren kennen (bin 47), gehen die mir sowas von an meinem süßen Knackarsch (Froschhüpfen nach David Kirsch!) vorbei! Mein Kerl liebt jeden zierlichen Zentimeter von mir, zu seinem Glück😉

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  8. Ich habe mir die Bilder im Fotoprojekt angeschaut und ich habe fast weinen müssen, weil ich mich so für alle, die schon so toll abgenommen haben, gefreut habe. Keine/n einzige/n fand ich zu dünn. Toll, dass ihr das so durchzieht, davor habe ich wirklich sehr großen Respekt.

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  9. Ruth

    Ich finde diese Verfügungsgewalt über andere Körper ganz schlimm, kein Mensch hat einem zu erzählen, wie man auszusehen hat. Meiner Meinung nach ist alles okay, solange man sich WIRKLICH wohlfühlt ( also sich nix vormacht.) Daher gibt es ja auch nicht mehr solche Fixpunkte wie „Idealgewicht“, sondern eine Spannbreite.
    Zu der Reaktion auf Gewichtsabnahme. Ein wenig hat Marc Winking recht, ich habe die Aussage eines afrikanischen Models gelesen, die meinte, in ihrer Heimat glaube man, wenn eine Frau so schlank ist wie sie, sie habe Aids.

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  10. Arquata

    Mein Freund ist auch ziemlich übergewichtig mit knapp 130kg, als wir im Fitnessstudio angefangen haben und (mehr schlechte als rechte) Ernährungspläne hatten, hatte er tatsächlich fast 20kg abgenommen. Die Reaktionen dazu waren auch alle durchweg positiv. Leider hat er das aber auch wieder zugelegt, ich vermute, es liegt an den Essgewohnheiten. Hab ihm aber mal dein Buch zum Geburtstag geschenkt in der Hoffnung, dass es was bewirkt.😀

    Ich selbst war nie übergewichtig, aber sehr lange knapp im Untergewicht und durfte mir natürlich auch Sprüche anhören. Inzwischen bin ich mit 54kg im guten Normalgewicht, aber ich muss doch sagen, dass ich mich damit gar nicht so wohl fühle. Nur trau ich mich da gar nicht, bei irgendwem zu erwähnen, dass ich doch lieber wieder 2-4kg runter hätte, eben weil vermutlich gleich alles schreien würde, ich sei magersüchtig, etc., vor allem, weil trotz Normalgewicht besonders meine Arme immer noch so dünn sind.

    Beim Schreiben bin ich mir jetzt gerade nichtmal mehr sicher, ob das überhaupt was mit dem Artikel zu tun hat, aber irgendwie ging mir das durch den Kopf, während ich gelesen hab.

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  11. Ich denke, dass es eine einfache, leider nur allzu menschliche, Erklärung gibt.

    1. Das westeuropäische Schönheitsideal der letzten Jahrzehnte ist jugendlich, schlank bis überschlank.
    2. Ideale sind ihrer Natur nach schwer erreichbar, sonst wären es keine, sondern Normalität.
    3. Wer dem Ideal durch Genetik nahekommt, muss mit dem giftgrünen Neid derjenigen leben, bei denen das nicht so ist.
    4. Wer sich das Ideal auch noch *erarbeitet*, erzeugt nicht nur Neid, sondern auch noch schlechtes Gewissen beim Neider.

    Mein weibliches Umfeld hat ein Durchschnittsgewicht von 50 kg, das bringt mein Job halt mit sich. Aus diesem Umfeld heraus weiß ich, dass 90 % der ach so besorgten / giftigen Kommentare von Frauen kommen. Mich persönlich ärgern aber vor allem die Sprüche von männchen der Sorte „Nur Hunde spielen mit Knochen!“, weil ich es so peinlich finde, diese versuchte Einschleimerei als Frauenversteher.

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  12. Maramura

    Bei mir gab es witziger weise mal eine ganz Umgekehrte Reaktion. Abnehmen war damals gar nicht Relevant für mich. Mir ging es dreckig, weshalb ich 2 Wochen nichts aß. (Nicht krankheitsbedingt, „nur“ psychisch gings mir nicht gut) Abgenommen habe ich dadurch natürlich ordentlich. Aber das war nicht meinem Ehrgeiz zuzuschreiben sondern es war eher ein Makel für mich, da ich genau wusste das nichts essen nicht gut ist, ich aber einfach nichts herunterbekommen hab.

    Es ist unfassbar wiedersinnig wenn man nach so einer Zeit andauernd Lobpreisungen erhält wie dünn man doch geworden wäre. Das es kein Ehrgeiz war, sondern man damit quasi gelobt wird, das es einem scheiße ging, interessiert irgendwie niemanden.

    Das ist wohl die andere Seite der verqueren Wahrnehmung.

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    1. Mimikry

      Ja, das kenne ich!

      In meiner Jugend – als ich noch zu Hause wohnte und zur Schule ging, ging es mir eine ganze Weile sehr sehr schlecht. Ich habe in der Zeit u.A. versucht, die mangelnde Kontrolle in meinem Leben durch extremes Kontrollieren meiner Nahrungsaufnahme zu kompensieren (wie ich im Nachhinein weiss). Letztlich war ich auch leicht im Untergewicht. Was habe ich für Kommentare bekommen – „Wow, du hast so eine tolle Figur, wie ein Model!“ „Deine Wangenknochen sind sooooo schön, ich bin so neidisch“ „Du siehst toll aus, so eine Figur hätte ich auch gern!“ … Dabei war die Figur nicht das Ziel, meine Essgewohnheiten waren schrecklich, mir ging es miserabel und jede Bewegung war schwer…

      Im Laufe der nächsten 10+ Jahre habe ich, umso besser es mir ging, auch zugenommen, bis ins Übergewicht (BMI 27,4). Darauf, dass ich immer mehr zulegte hat mich niemand angesprochen. (Spricht dafür das Veränderungen über längere Zeit nicht so relevant zu kommentieren sind).

      Jetzt habe ich seit Ende September fast 13 kg runter (jetzt BMI 23,4). Was kommen jetzt für Kommentare? „Du hast ja so viel Stress das du total dünn geworden bist!“ „Pass auf das du nicht magersüchtig wirst!“ … Dabei geht es mir großartig, mein Ernährung ist spitze und ich bin gefühlt leistungsfähig wie lange nicht mehr…

      Irgend wie wurmt mich das ganz schön. Schräge Welt.

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      1. Frau Frosch

        Genau das kenne ich auch! Drei Mal in den letzten 10 Jahren ging es mir so schlecht, dass ich rapide je ca. 8-10 kg abgenommen habe und jedes Mal bekam ich zu hören, wie toll ich aussehen würde. Dabei war ich bleich, immer an der Schwelle zum Kreislaufzusammenbruch und wirkte unglücklich und ausgemergelt – trotz oberem Normalgewicht. Da es auch von Freundinnen (mit eigenen Figurproblemen) kam, war ich auch sehr verletzt, dass offensichtlich niemand sich für mögliche Probleme interessiert und die Hauptsache ist, dass ich schlank bin.
        Lange hatte ich damit zu kämpfen, eine schlanke Figur nicht als das Wichtigste im Leben und gleichzeitig den Ausdruck persönlichen Elends zu sehen, da diese Verknüpfung bei mir irgendwie bestand (falls das jemand versteht…)
        Dazu kam der elende Glauben an den Setpoint, ein empfindlicher Kreislauf und ein vorteilhafter Körperbau, mit dem ich nicht übergewichtig wirkte, wodurch ich dem Mythos aufsaß, dass das leichte Übergewicht am Gesündesten sei…

        Ich musste erst 30 werden, bis ich erkennen konnte, dass das Unsinn ist und ich mich viel wohler fühle, wenn ich weniger wiege. Diesmal waren die positiven Reaktionen auch ganz anders, schöner formuliert und beinhalteten Nachfragen; ich denke, man konnte sehen, dass das Ganze gesund vonstatten ging und ich glücklich war…

        Schön zu wissen, dass es noch andere Leute mit dieser elenden Erfahrung gibt!

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  13. Maren

    Ich saß mal dabei, als eine meiner Freundinnen von einer Verwandten auf solche Weise „begutachtet“ wurde. Da fiel dann auch so ein KZ-Spruch, der mich sehr böse gemacht hat, denn zwei meiner Großeltern waren ganz real im KZ. Ich finde es unglaublich würdelos, solche Dinge in einem so banalen Kontext zu sagen.
    Im Gegenzug traut sich fast kein dünner Mensch öffentlich so krasse Dinge über dicke Menschen zu sagen.

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  14. Ich bin schon mein ganzes Leben lang dünn. Bis vor vier Jahren, als ich mit Kraftsport begann, war ich sogar leicht untergewichtig. Heute wiege ich bei 180cm Körpergröße 73Kg. Auch ich leider seit meiner frühesten Kindheit unter Hänseleien wegen meiner Statur. Ich wurde ausgelacht, mit Spitznamen bedacht und in den Papierkorb gestopft. Weil man es mit dem dünnen, blassen Jungen ja machen kann. Auch heute muss ich mir noch gelegentlich dumme Sprüche anhören. Wie man sieht sind diese Schmähungen, die man beim Abnehmen ertragen muss keinesfalls ausschließlich auf die Gewichtsabnahme zurück zu führen oder gar „historisch“ begründet sondern eher auf Neid und Hass.

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  15. noxneurotica

    Ohja, wie ich mich auch drauf gefreut habe, endlich den „Jetzt aber nicht mehr abnehmen!“-Spruch zu hören. Dann kam er und ich war endlos genervt. Eigentlich hätte ich es kommen sehen müssen. „Du bist ja nur noch ein Knochengerüst“, „Schau dich an, wie mager du bist“, „Kein Arsch, keine Titten mehr“ und natürlich auch die ständigen Sabotageversuche beim Essen inklusive nicht-so-subtiler Vermutungen, dass ich insgeheim Hungern würde. Wenn ich sage, dass ich keinen Hunger habe, wird das meistens nicht ernst genommen. „Wie, kein Hunger? Du hast doch heute noch gar nicht ordentlich gegessen!?“ Ganz toll auch, wenn Dritte zum mitlästern eingeladen werden, als ob ich gar nicht da wäre: „Schau mal hier, wie dünn ihre Arme sind! Findest du das nicht auch krass?“ Ich hab echt das Gefühl, mein Körper ist jetzt ein Gegenstand öffentlicher Diskussion geworden, den man nach Belieben kritisch kommentieren kann. Natürlich habe ich auch nette Komplimente bekommen. Aber wie der Mensch halt so ist, beschäftigen ihn die negativen Erlebnisse meist mehr. Das ist frustierend, wenn sich die Eigenwahrnehmung so massiv von der Außenwahrnehmung unterscheidet. Manchmal rutscht mir raus, dass es mich ärgert, dass mein Oberschenkelfett so hartnäckig ist, oder dass ich noch den letzten Schwabbel loswerden will, und das stößt natürlich nur auf Unverständnis. Klar, es wird nach außen hin wie ein totales Luxusproblem. Aber wenn man nicht zufrieden ist, ist man nicht zufrieden und mein KFA ist auch objektiv gesehen noch nicht optimal (um die 22%), da geht auf jeden Fall noch was. (Aktuelles Bild: https://dl.dropboxusercontent.com/u/21145755/img01.jpg) Und vom Untergewicht bin ich sowieso noch ~4kg entfernt. Außerdem kennt die Person, die sowas sagt, meistens jemanden, der objektiv viel dünner ist als ich. Das kann aber nicht eingeordnet werden, weil man mich halt nur mit 10kg mehr kennt und die Abnahme dann in Relation viel krasser wirkt. Aber all das zu erklären stößt nur auf taube Ohren. Seufz. Das Gefühl, dass ich halt irgendwie zu dünn aussehe, bleibt. Ich hoffe, das legt sich, sobald man mich mal ein paar Jahre mit diesem Gewicht kennt. Dieser Beitrag beruhigt mich jetzt immerhin ein bisschen, dass es anderen Menschen mit ähnlichen Körpern ähnlich geht.

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    1. sarugani

      Noch freue ich mich auch auf solche Sprüche. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass die dann doch relativ schnell ziemlich auf den Zeiger gehen und in Kombination mit Sabotageversuchen richtig ätzend werden.
      Bisher gab’s nur Komplimente und eine Freundin hat gesagt, dass ich doch nicht mehr abnehmen muss. Auf meine Antwort, dass ich wenigstens Normalgewicht erreichen will, hat sie dann aber immerhin Verständnis gezeigt. Mein endgültiges Ziel kennt nur mein Partner, der findet es zwar ambitioniert, aber er unterstützt mich (und ich ihn, wir verfolgen zwar etwas unterschiedliche Ansätze, die aber kompatibel sind und Sabotage gibt’s gar nicht). Dass ich allerdings mal zu hören kriege „da ist gar kein Arsch mehr in der Hose“, das hätte ich vor ein paar Monaten noch nicht gedacht. Und: Da ist durchaus noch Arsch in der Hose, die Hose saß bloß etwas ungünstig, weil ich noch keinen Gürtel gefunden hatte…😉
      Normalgewicht ist noch knapp 2 kg entfernt und mein Ziel für dieses Jahr, wenn’s geht noch in der ersten Dezemberhälfte, um für die ganzen Feiertage einen Puffer zu kriegen und nächstes Jahr auch mit Normalgewicht zu starten. Endziel ist noch knapp 17 kg entfernt, das ist mein Projekt für’s nächste Jahr.

      Mir ist etwas aufgefallen. Wenn Kollegen kommentieren, dass ich abgenommen habe und die Frage kommt, wie ich das mache, dann kommt unweigerlich von denen, die selber abnehmen wollen und teils auch sollten, auf meine Antwort „Kalorien zählen“ ein ungläubiger Blick, während die schlanken Kollegen nur nicken. Neulich wurde ich von zwei Kolleginnen heranzitiert, ich dachte schon, ich hätte irgendeinen schlimmen Fehler gemacht, so aggressiv klang das „komm mal kurz her“, aber als ich denen dann doch bloß den Namen meiner App mitteilen konnte, in der ich Gewicht und Kalorien logge, war ich schon wieder komplett uninteressant, weil ich halt doch kein Wundermittel hatte. Als ich raus ging, sagte die eine zur anderen „das ist so unfair! In Amerika haben die diese Spritzen, die den Stoffwechsel ankurbeln. Ist zwar illegal, aber alle Stars machen das. Das kam neulich im Fernsehen.“

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  16. Maren

    Ich saß mal bei einer Freundin dabei, als sie von einer Verwandten derartig „begutachtet“ wurde. Da kam dann auch so ein KZ-Spruch, und ich fand das ziemlich skandalös. Zwei meiner Großeltern waren ganz real im KZ, und ich finde es ziemlich würdelos solche Vergleiche zu ziehen, wenn jemand ein bisschen Wohlstandsbauch losgeworden ist.

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  17. Kh Arma

    Für mich, ob das nun vailde ist oder eben nur ein persönlicher Eindruck, spielt da viel Neid und Missgunst mit rein. Es gibt nicht wenige Menschen, die von konsequenten Menschen abgeschreckt werden. Vielleicht erinnert sie das an ihre eigenen, nicht erreichten, Ziele.

    Das ist allerdings zugegebenermaßen ziemlich oberflächlich. Die Ursachen für das Problem sind vermutlich multikausal. Zum einen regt Erfolg Missgunst an, zum anderen spielt da, insbesondere bei Männern gegenüber Frauen (v.a. im Netz) der Bewertungsaspekt eine Rolle. Die Scheu hier relativ deutlich zu sagen, wie ich als Mann, eine Frau bewerte, scheint mir doch deutlich geringer, als im realen Leben. Zudem kommt vielleicht auch noch eine echte Sorge hinzu, die von Mythen eingerahmt ist: Wer so schnell, so viel „abmagert“ befindet sich in einem pathologischen Prozess… und vermutlich noch einige weitere Aspekte…

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  18. Skinnyfat

    Solche Leute sind der Grund warum ich fett geworden bin. Als Kind war ich am unteren Rand vom Normalgewicht oder leicht untergewichtig. Meine Schwester war etwas pummelig. Der Rest der Familie adipös.
    Jeder einzelne Erwachsene dem ich begegnet bin musste mir erzählen ich wäre viel zu dünn und solle doch mehr essen. Ich erinnere mich an einen hageren Kerl wo ich den sah dachte ich „Oh, der ist auch so dünn – von dem kommt bestimmt kein blöder Kommentar!“ Tja denkste, selbst der hat gemeint ich solle mehr essen. Dass ich das dachte zeigt aber dass es wirklich extrem häufig vorgekommen sein muss – ich treff nen Erwachsenen und geh schon davon aus dass ich nach dem „Hallo“ direkt ein „Du bist zu dünn“ hinterhergeschoben bekomme. Nur in meiner Familie fanden alle mein Gewicht OK – die wussten auch was der Kinderarzt dazu sagte nämlich dass das Gewicht in Ordnung geht.
    Meine leicht übergewichtige Schwester hat NIE auch nur ein einzigen dummen Kommentar abbekommen…

    Als ich in die Pubertät gekommen bin habe ich es endlich geschafft mich mit Essen vollzustopfen. Und bin dick geworden.
    Nach ca. 2-3 dicken Jahren (in denen ich übrigens keine Gewichtskommentare mehr hören musste) habe ich abgenommen, aber einen kleinen Bauch behalten. Klar, ein flacher Bauch wäre mir lieber gewesen. Aber ich dachte ich wäre etwas gesünder mit dem hohen Körperfettanteil. Und ich hatte Angst vor den Kommentaren…

    Erst nachdem ich dein Blog bzw. dein Buch gefunden habe hab ich den Mut gefunden nochmal etwas abzunehmen und drauf zu scheißen was irgendwelche Arschlöcher sagen. Vor allem aber ist das „bisschen Bauch ist gesünder“ – Argument vom Tisch. Danke dafür🙂

    Natürlich darf aber keiner außer ausgewählten Individuen wissen dass ich abnehmen möchte… Also lüge ich einfach und behaupte ich hätte gerade wenig/keinen Hunger.

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  19. CatpainBlockudder

    Ich – bei 77 kg auf 178 cm, männl, Start vor 1 Jahr bei 105 kg, Spitze war 113 kg 2010 –
    bin seit Jahren der einzige (knapp) Normalgewichtige in meiner Familie. Natürlich kamen die Kommentare schon ab ca. 95 kg. Und bei jeder Familienfeier erneut, es riss einfach nicht ab.
    Meine Frau hat im sich gleichen Zeitraum von 85 kg auf 65 kg (auch 178 cm) gemausert. Als sie dann langsam anfingen, auch offen über sie zu lästern, habe ich am Esstisch für jeden Kommentierenden den BMI ausgerechnet und bewertet. Meine Großmutter erfuhr so vor versammelter Mannschaft, dass ihre Adipositas 2 (ich habe übertrieben und „morbide Adipositas“ gesagt) wohl für ihre Gelenkleiden und Wassereinlagerungen eine Rolle spielt und mein Vater, dass sein nunmehr dritter Herzinfarkt und seine daraus resultierende Herzinsuffizienz sicherlich nicht positiv von seinem Aufstieg in Adipositas 1 begleitet würden.

    Seltsamerweise sind sie seitdem ruhig, was das Gewicht angeht. Dafür kommt jetzt die ganze Zeit etwas nach dem Muster: „Hach, ich beneide euch ja so für die Abnahme, aber für mich ist das nichts.“ *alternierend in Bockwurst und Schokoriegel beiss*

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  20. Das Phänomen scheint auch nicht nur auf Abnahmen beschränkt zu sein: ein Freund von mir, eher groß und dünn, hat gleichzeitig mit mir mit dem Bouldern angefangen. In meinen Augen hat er sich gar nicht verändert, aber als seine Mutter ihn nach ein paar Monaten wieder gesehen hat: „Oh Gott, nimmst du etwa Anabolika?“

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  21. Karina

    Was auch immer manche Menschen dazu veranlasst, die Abnehmerfolge anderer Leute mit schlauen Sprüchen, überflüssigen Tipps oder gar Mitleid zu kommentieren – das braucht man eigentlich nicht!
    Solange die Kommentare aber nicht unter die Gürtellinie gehen, wie es einige hier leider auch schon erleben mussten, sehe ich das relativ gelassen, eher amüsiert es mich.
    Teils kann ich sogar verstehen, wenn das Umfeld sich äußert. Wenn man immer die „Dicke“ war und jahrelang voller Überzeugung alle Fettlogiken verteidigt hat, hat man eben auch weiter dick zu sein. Die vielen gescheiterten Abnehmversuche veranlassen dann die Familie auch schon mal zum Kommentar: „Lass es jetzt gut sein, du bist jetzt schlank genug, sonst nimmst du gleich wieder zu, versuche lieber so zu bleiben, du hast es doch schon so oft versucht und doch wieder zugenommen“.
    Da haben sie einfach recht und meinen es wahrscheinlich wirklich nur gut.

    Manchen erzähle ich dann wie ich auf das geniale Buch „Fettlogik überwinden“ gestoßen bin und seitdem endlich das Gefühl habe, es wirklich schaffen zu können, normalgewichtig zu werden.
    Ich bin 52, 1,67 m, habe im März 2016 begonnen abzunehmen:
    Start 135 kg Kampfgewicht / BMI 48,4, die Knie kaputt mit starken Schmerzen, Bluthochdruck, andere Blutwerte schlecht, Wasser in den Beinen, Sodbrennen und und und….wohlfühlen klingt wirklich anders!
    Heute: 96 kg / BMI 34,5, Blutdruck normal, Blutwerte alle super, Knie immer noch kaputt, aber viel weniger Schmerzen, Sodbrennen weg, ich fühle mich tausendmal besser!
    Ziel: 67 kg / BMI 24, das wäre super, ich weiß allerdings noch nicht, wo es wirklich hingeht, weil ich mir selber noch nicht vorstellen kann, wie ich dann aussehe. Das letzte mal, als ich so ein Gewicht hatte, war vor ca. 40 Jahren. Ich bleibe auf jeden Fall weiter dran.

    Und bis zum Ziel werden viele Leute noch viele Kommentare loswerden wollen, sollen sie mal.
    Es ist ja auch ein Zeichen dafür, dass die Veränderung auffällt. Lieber mal einen Kommentar: „Nun musst du aber aufhören, du hast schon ein ganz spitzes Gesicht“ als gar nichts zu hören. Die Ignoranten gibt es leider auch und das ist doch auch doof.

    Allen Mitstreitern weiterhin viel Erfolg und nicht ärgern lassen! Seid stolz auf euch!

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  22. Kaja

    Als „naturschlanke“ Person, die schon ihr ganzes Leben lang an der Grenze zum Untergewicht lebt, glaube ich, dass solche Sprüche vor allem kommen, wenn sich jemand sichtbar verändert.
    Ich selbst höre nur sehr, sehr selten überhaupt Kommentare zu meinem Gewicht und wann dann eher so etwas mit neidvollem Unterton: „Iss doch noch ein Stück Kuchen, du kannst es dir ja erlauben“, oder auch ganz offen: „Wie machst du es eigentlich, so dünn zu sein?“ Da ich selbst gar nicht immer so glücklich mit meinem Gewicht bin (ich muss tatsächlich darauf achten, nicht zu dünn zu werden), ist das auch nicht immer so toll. Aber niemand käme bei mir auf die Idee, solche „Skelett“-Sprüche zu machen und wenn ich mich selbst mal auf die Schippe nehme damit, wird mir immer vehement widersprochen. („Neeeeeiiiiin, duuuu bist doch nicht zu dünn!“ – „Doch, ich habe Untergewicht.“ – „Also für mich sieht das nicht untergewichtig aus, einfach nur schön schlank…“)
    Ich vermute, das liegt daran, dass die Leute diese Figur einfach als „zu mir gehörend“ wahrnehmen und es als unhöflich empfinden würden, darüber negative Kommentare zu machen. Da ich schon immer so war, kann ich ja scheinbar „nichts dafür“. Daher kann ich allen, die davon genervt sind, Mut machen: Sobald das Umfeld sich daran gewöhnt hat, dass ihr jetzt schlank seid, sollten auch diese Kommentare weniger werden…

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  23. GelberRucksack

    “ Was andere darüber denken, könnte mir egal sein – und ist es auch.“

    Nein, ist es nicht. Sonst hättest du diesen langen Text nicht geschrieben.
    Wenn es dir ernsthaft egal wäre, würden Menschen dein Gewicht vermutlich gar nicht kommentieren, weil sie merken würden, dass du derlei Diskussionen über deine Privatangelegenheiten nicht duldest und nicht führst.

    Ich habe in den letzten 2 Jahren sehr viel und sichtbar abgenommen, aber niemand macht diese Art von Bemerkungen. Warum?

    Manchmal denke ich sogar, wenn nur mal jemand so eine Bemerkung machen würde, dann könnte ich ihn herzlich auslachen.

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  24. Katharina

    Also ich war schon dick, dünn und irgendwas dazwischen (zur Zeit zuviel Gewicht mit Trend nach unten) und kenne aus den „Niedriges Idealgewicht“-Zeiten auch die „zu dünn“ Sprüche und ich muss heute sagen: manchmal stimmt es einfach. Auch wenn ich nie nennenswert unter BMI 20 war, würde ich heute als Frau nicht mehr so schlank aussehen wollen. Mein Ziel-BMI liegt sogar etwas über 25 – aus Eitelkeit. Ich finde so schlank (an mir, kommentiere es nicht bei anderen, ist mir eh wurscht) selber heute nicht mehr hübsch. Und dann gibt es ja auch die Leute, die zwar körperlich noch gesund-schlank sind, aber total krankhaft auf alles mit Gewicht fixiert sind. Also, wenn ich z.B. meine Kalorien ausgerechnet habe, weiß ich ob ich noch ein Stück Kuchen „darf“ oder nicht. Also: ja danke oder nein, heute leider nicht mehr – fertig. Aber es gibt auch Leute die plötzlich fast Weinkrämpfe oder Brechreiz kriegen, wenn sich ihrem Teller auch nur ein hochkalorisches Lebensmittel nähert. Irgendwas zwischen Orthorexie und einer Art von Dünnlogik, nach dem Motto, dieses böse Essen zaubert mir auf magische Art und Weise Gewicht auf die Hüften und ich kann nichts dagegen tun. Da fände ich es ok – also nicht bei Fremden, nur bei guten Freunden oder so – auch schonmal zu sagen, hey, du übertreibst es auf deine Weise mit dem Dünnsein, als eher psychisch als physisch.

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  25. Philipp

    Hallo,

    ich bitte um Entschuldigung, falls diese Frage hier schonmal aufgetaucht ist, und noch mehr, falls er nicht in diese Kategorie passt.
    Ich frage mich, ob es eigentlich ein Mythos ist, dass unterschiedliche Personen unterschiedliche Mahlzeiten unterschiedlich gut verwerten (im signifikanten Bereich). Ich kenne mindestens zwei Leute, die sehr dünn sind, und die von sich sagen sie könnten „alles“ essen und nehmen nicht nennenswert zu, und schwören Stein auf Bein, sie würden auch sonst nicht gerade wenig verdrücken.
    Beim Abnehmen ist dieses Phänomen eher zweitrangig: Esse ich etwas mit 1000 kcal, kann der Körper schließlich nur maximal 1000 kcal davon verwerten, alles darüber hinaus muss ggf. von den Fettreserven entnommen werden

    Beim Zunehmen sieht das aber anders aus: Möchte ich gerne 1000 kcal verwerten und das oben beschriebene Phänomen trifft bei mir zu, müsste ich ja ggf. mehr essen als laut Kalorientabelle nötig!

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  26. Ich habe noch keine eigene Erfahrung mit derartigen Kommentaren, da ich das Ziel längst nicht erreicht habe. Immerhin kann ich mich darauf mental schon mal vorbereiten😉

    Was ich wirklich interessant fand an dem Kapitel war meine eigene Wahrnehmung. Ich bin ein wenig erschrocken, dass diese – gesellschaftlich beeinflusst – genauso verschoben ist, wie die Autorin beschreibt. Auch ich würde Normalgewichtige eher als „zu dünn“ beschreiben. Mittlerweile schaue ich kritisch in die andere Richtung. Ich sehe viele, die bei eher Normalgewicht einen Bauchansatz haben. Bisher nahm ich das als Selbstberuhigung meiner eigenen Defizite. Denn als Defizit nehme ich es durchaus wahr. Ich gefalle mir nicht, weil ich vor allem weiß, dass das Fett in erster Linie ungesund ist. Das wusste ich schon vor Lektüre dieses Buches, dennoch ist hier viel nützliches Wissen versammelt.

    Was ich noch nicht gefunden habe: einen Weg, vornehmlich die Kalorienaufnahme zu reduzieren und dabei nicht das Gefühl zu haben, auf etwas verzichten oder Hungergefühle aushalten zu müssen. Low Carb ist ein Weg, der für mich funktioniert. Nur nicht im Winter.
    Aber ich bleibe dran.

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  27. Pingback: „Hast Du noch mehr abgenommen?“ | Oben der Himmel, unten die Erde .. und in der Mitte: Barbarella

  28. Ronja

    Hallo Kerstin ,
    ich habe eine schreckliche Warheit für dich. Abnehmen hat sehr viel mit Verzicht zu tun.
    Ich habe seit Juli 13 Kg abgenommen und meine Kaloriengrenze liegt zur Zeit bei 1250 kal pro Tag. Du musst dich vielleicht mal mit den Rezepten auf dem Blog befassen, da sind viele gute Vorschläge dabei. Eiweißreich und dabei wenig Kalorien. Ich glaube in Fettlogik überwinden stehen da auch gute Beispiele. Für mich funktionieren tagsüber während der Arbeit Diätshakes und fettarme Speisen (Salat mit gewürztem fettarmen Jogurt als Dressing, magerer Frischkäse, oder Hähnchen gekocht als Wurstbelag auf Vollkornbrot. da gibt es noch mehr aber das ist eh Geschmackssache ) . Da ist für mich manchmal auch etwas Süßes oder auch mal ein Stück Kuchen drin . Man muss nur ehrlich zusammenrechnen und sich überlagen was der Tag so an Herrausforderungen(In Kalorien) bringen könnte. Mit dieser Taktik fühle ich mich beim Abnehmen gut und der Erfolg gibt mir recht.

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    1. Danke für Deinen Zuspruch, Ronja😉

      Ja, ich bin derzeit am Rezeptewühlen und überlegen, was für mich passen könnte. Mit Low Carb habe ich bereits einmal 12 kg reduziert, das war total ok – aber im Sommer ist das eben leichter. Nicht, weil Bratwurst, Glühwein, Stollen & Co. so sehr lockten. Nein, ich habe manchmal so richtig das Gefühl, dass ich was fettiges & süßes BRAUCHE. Dagegen muss ich eine Strategie entwickeln. Ich bin der Auffassung, dass es am allermeisten Kopfsache ist. Mit dem Gefühl des Dauerverzichts wird sich bei mir kein Erfolg einstellen, also muss ich etwas finden, bei dem ich kein Verzichtsgefühl habe. Da geht es – bei mir – glaube ich vorwiegend um mentale Programmierung.

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      1. jutta

        „ich habe manchmal so richtig das Gefühl, dass ich was fettiges & süßes BRAUCHE.“

        Das Entscheidende dabei ist, glaube ich, wie oft „manchmal“ ist. Überleg dir das ehrlich und plane es ein.

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  29. Ronja

    Hallo Kerstin ,
    Schaufel dir durch kaloriensparen einfach einmal pro woche Platz für deine Lieblingsspeise frei.Ich hab mal nachgeschaut , ein Stück schwarzwälder Kirschtorte hat ca 450 kal ein Rindersteak 360 kal. Man muss sich solche Freiheiten erlauben, sonst geht mit der Zeit die Motivation verlohren . Und das ist ja auch kein Problem wenn du dir ein Wochenziel beim Kalorienzählen gestellt hast. und vorher sehr konsequent warst. Rechne es mal durch mit deinen Speisen. Vielleicht reicht es ja auch wenn du einmal im Monat So eine „Sünde “ einbaust. Oder du siehst es als eine art Behlohnung für deine eiserne Diät in der restlichen Zeit. Ich hab übrigens zuckerfreie Bonbons von Vivil zu Hause 1 stück hat so ungefär 8 kkal.Mir hilft so ein Bonbon schon mal .

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  30. Pennywise

    Eieieiei… Also, ich bin seit September bewusst am abnehmen, bis dahin sind aber schon 8kg gefallen, durch ein Praktikum im Krankenhaus. Das hatte mich dann halt so gepusht, dass ich angefangen habe meine Kalorien einzuschränken.
    Bis vor ein paar Wochen hatte ich nie etwas von FLÜ gehört und bisher auch nur die Leseprobe (brauche noch einen Wunsch zu Weihnachten/Geburtstag :D). Bis dahin habe ich mir halt gedacht: „naja irgendwann musst du halt langsam die kcal hoch schrauben“, mich aber nie weiter mit Hungerstoffwechsel etc befasst da es für mich eh wie das andere Ende der Welt wirkte von den 88kg Anfang September auch nur je in die Nähe meines Wunschgewichtes von 60-65 kg zu kommen.
    Mitte Oktober war ich zum Geburtstag meines Cousins, es gab haufenweise Komplimente, aber auch den Zusatz „Mehr willst du aber hoffentlich nicht abnehmen, das ist sonst ungesund.“, ich war zu dem Zeitpunkt bei ca. 83kg und somit noch 11/12kg im Übergewicht. Heute bin ich bei 71,5kg und hoffe, mein Ziel von U70 noch bis zum 25.12 erreichen zu können. Meine Familie wird Augen machen, ich freu mich schon wie bolle.😀

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