Könnes kämpft gegen die Fakten

Der WDR hat vor einigen Tagen einen Bericht aus der Reihe „Könnes kämpft“ gesendet, der mir wiedermal das Postfach überflutet hat. Nun ist so ein 40 Minuten Video mit Mitschreiben durchaus ein längeres Projekt, weswegen ich erst heute dazu kam, mir die Sache anzusehen. Eben lief der Abspann und … puh.

Wer das Video nicht gesehen hat, hier die Beschreibung des Senders:

Dick im Geschäft: Die Versprechen der Diät-Branche

Wir werden immer dicker! Das sagt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Das Geschäft mit Diätpillen und Abnehmpräparaten ist daher ein Milliardenmarkt. Dieter Könnes schaut sich das Geschäft mit den Diäten genauer an und klärt: Wie seriös sind die Versprechen der Diät-Industrie? Wer macht womit richtig Geld? Und wem kann der Kunde vertrauen, wo wird er zuverlässig beraten?

Es geht also einerseits um Übergewicht und Abnehmen, andererseits um „die Diätindustrie“. Und das ist direkt der erste und zentrale Kritikpunkt: Beides wird munter vermischt, gleichgesetzt und überhaupt nicht getrennt zwischen sinnlosen Abzock-Mittelchen, hilfreichen Abnehmprodukten und generell Diät im Sinne einer negativen Kalorienbilanz. Alles drei wird mal so mal so synonym verwendet.

Direkt zum Einstieg wird sich darüber entsetzt, wie unglaublich viel Geld „die Diätindustrie“ in Europa verdient:

industrie

Wenn man sich diesen Ausschnitt anschaut fällt auf, dass „Sportartikel“ und „Fitness“ offenbar „der Diätindustrie“ zugerechnet werden. Warum? Ich wage die Behauptung, dass es viele Menschen gibt, die Sport und Fitness zum Zwecke von Sport und Fitness ausüben und nicht um damit abzunehmen. Wenn meine monatlichen Gebühren für das Fitnessstudio, meine Laufschuhe und mein Sport-BH in diese Summe einfließen, ist das falsch. Also bitte rausrechnen! Dann sind es nämlich nur noch 99.999.999.irgendwas … das ist doch gar nicht mehr so dramatisch.

Aber ernsthaft: Es wird hier nicht klargestellt, was überhaupt „die Diätindustrie“ sein soll. Klar, wenn man alles darunter fasst, was irgendwie mit Sport, Ergänzungsmitteln, Ratgebern, Nahrungsmitteln die irgendwie mit Diät assoziiert sind, etc. kommen ganz schöne Summen heraus. Es ist aber nicht wirklich legitim, jedem, der beim Radfahren eine Cola light trinkt zu unterstellen, er sei damit Opfer der Diätindustrie. Möglicherweise fährt derjenige einfach gerne Rad und findet Cola light lecker.

Grundsätzlich fand ich den Ansatz ja ganz gut, über un- oder zumindest semiseriöse Abnehmprodukte wie homöopathische Spritzen oder Almased o.ä. aufzuklären. Diese Teile fand ich durchaus gelungen.

Ebenfalls positiv hervorheben möchte ich den Teil, in dem adipöse Menschen beim Abnehmen begleitet wurden. Es kam deutlich an, dass die stark Übergewichtigen zu Beginn Einschränkungen in Gesundheit und Fitness hatten (einer der Teilnehmer bekam zu Beginn sogar überraschend eine Diabetes-Diagnose, was ihn emotional stark traf und durchaus auch zeigte, wie hart die Konsequenzen von Übergewicht sein können). Etwas schade, dass sie durch Formula-Diäten und Fettblocker abnahmen und nur ein Gegenbeispiel miteinbezogen wurde von einem Abnehmer, der ohne diese Produkte „einfach so“ mit Ernährung und Sport abnahm. Die starke Abnahme von ~20 kg in wenigen Wochen bei einigen Abnehmern war schon fast wieder Werbung für diese Produkte, die man doch eigentlich kritisch beleuchten wollte.

Hier fehlte mir der Teil, in dem über Kalorien aufgeklärt wird und darüber, wie hoch das Kaloriendefizit mit Formula-Diäten ist, ob und für wen das wie sinnvoll ist und wie man ein solches Nährwertverhältnis auch ohne fertige Shakes erzielen kann. Statt dessen kam wieder nur das übliche mystifizierende Stoffwechselgewäsch:

stoffwechsel

Der Stoffwechsel sind zwei Pfeile im Bauch, die sich langsamer drehen wenn man ein Kaloriendefizit isst und deshalb kommt dann der Jojo-Effekt und man wird dicker als vor der Diät. Weil der Stoffwechsel jetzt im Diätmodus ist.

Zum Thema „Jojo-Effekt“ und „dicker als vor der Diät“ hatte ich noch eine kurze, persönliche Erkenntnis, als am Ende die Fettlöserin, Nicole Jäger auftrat. Als ich vor 3 Jahren meine Diät anfing, wog ich 150 kg. In den Jahren zuvor hatte ich im Schnitt kontinuierlich etwa 10 kg pro Jahr zugenommen. Wenn ich davon ausgehe, dass der Trend weiter auf diese Art verlaufen wäre (und es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln, denn die 150 kg waren keinesfalls stabil, sondern absolutes Höchstgewicht, Tendenz weiter steigend), wäre ich jetzt, zu diesem Zeitpunkt etwa 180 kg schwer und hätte Nicole Jäger damit überholt.

Hätte ich die Diät nach zwei Monaten beendet, wäre ich inzwischen wohl ebenfalls bei etwa 160 kg, also schwerer als vor der Diät. Ist das die Schuld der Diät? Wohl kaum.

Nun ja, an sich wollte ich ja zunächst das Positive herausstellen. Im Prinzip war es das auch schon: Unseriöse Diätmittelchen wurden kritisch beleuchtet und mehrere adipöse Menschen wurden beim Abnehmen begleitet. Am Ende hatten alle deutlich an Gewicht verloren und ihre Gesundheit hatte sich verbessert. Diese zwei Punkte sind auf jeden Fall Highlights, neben zwei ziemlich tollen Apothekerinnen, die zwischendurch zu Wort kamen und einen herrlichen No-Bullshit Ansatz vertraten.

Weiter geht’s mit dem „Aber“, und da gibt es eine ganze Menge. So fokussierte der Beitrag stark darauf, leichtes Übergewicht wegzureden und erst mittelgradige bis schwere Adipositas überhaupt erst als „Übergewicht“ zuzulassen. Zu dieser medialen Tendenz hatte ich vor einigen Wochen schon einmal einen ausführlichen Artikel gepostet.

Könnes selbst, der Reporter im Beitrag, ist 191 cm groß und wiegt 97 kg. Damit ist er „leicht übergewichtig“. Wie wir alle wissen, ist der BMI hier minimal fehlerbehaftet und etwa 3% der Männer werden mit dem BMI zu streng beurteilt, weil sie sehr muskulös sind und ihr Mehrgewicht nicht von Fett herrührt.

bmi1

Demgegenüber stehen die fast 40% der Menschen, die vom BMI zu „nett“ beurteilt werden.

Ist Könnes also der 3%-Mann? Er selbst ist offenbar der Meinung, wie man in der Szene mit seiner Äztin sieht:

Könnes: „Ich habe Sport studiert, laufe viel … vielleicht haben die Fettpolster deswegen noch keinen Erfolg gehabt. Ich und dick? Quatsch!“

Ärztin: „Also sie waren unten mit den anderen Teilnehmern auch auf der Körperfettwaage … jetzt sehen Sie selber, dass Sie mit dem BMI 26 formal in die Gruppe des Übergewichts fallen würden.“

Könnes: „Bitte?! Ich? Zu dick? Laut BMI, wenn ich jetzt nur die nackte Zahl sehe, wäre ich jetzt … übergewichtig? So wie Sie es mir aber erklärt haben … und ich meine, Sie müssen es ja wissen … bin ichs nicht.“

Ärztin: *sichtbar verlegene PAUSE, die Könnes mit lustigen Gesichtsausdrücken überspielen will* „Auf jeden Fall nicht in einem Sinne, der medizinisch für Sie einen Nachteil hätte.“

Das war ein ziemlich offensichtliches Ausweichmanöver, weil die Ärztin es sichtbar nicht über sich brachte, dem voll von seinem Normalgewicht überzeugten Reporter im Fernsehen zu sagen, dass er eben doch übergewichtig ist. Ein genauer Blick auf das kurz eingeblendete Blatt mit der genauen Analyse ergibt nämlich:

kfa

Könnes gehört nicht zu den 3%. Sein Körperfettanteil liegt bei 23,13%. Für einen Mann mittleren Alters ist dies … na ja.

tabellle-kfa-1000

Könnes ist also gemäß beiden Messungen im „leichten Übergewicht“. Nun ist er sicherlich an der Grenze, insbesondere da bei großen Männern die BMI-Werte etwas zu streng ausfallen. Ich hatte dazu schon einmal einen Artikel gebracht. Mittlerweile gibt es eine neue BMI-Formel, die dies korrigiert:

bmiformel

Könnes ist also gemäß dieser Formel nur ganz knapp im Übergewicht, hat aber dennoch tendenziell etwas zu viel Körperfett. Dabei bewegt er sich aber auf einer Grenze, und seine paar Kilo Extrafett sind sicher nicht instant-tödlich, ebensowenig wie die gelegentliche Zigarette oder ab und zu mal Alkoholmäßig über die Stränge schlagen. Dennoch würde es wohl merkwürdig wirken, wenn man nun unbedingt darauf bestehen würde, dass „die paar Zigaretten“ oder „die paar Gläser“ schlicht nicht existieren.

Könnes jedenfalls sieht sich als Normalgewichtig und bleibt auch dabei, als er später mit seinem adipösen Kollegen Basketball spielt: „Normalgewicht gegen hohes Gewicht“

Doch noch „lustiger“ wird es mit der BMI-Kritik, als der Arzt Dr. Frank auftritt. Er wird vorgestellt mit: „Er ist Arzt und ein scharfer Kritiker der Diätindustrie.“

Tatsächlich ist Dr. Frank ein sehr bekannter Vertreter dessen, was man in Deutschland als „Fatacceptance-Szene“ bezeichnen könnte. Übergewicht ist gar nicht schlimm, Abnehmen funktioniert eh nicht … Akzeptiere dein (Über-)Gewicht sind die Kernthesen. Und so findet er es auch beim Kennenlernen uuuunglaublich lustig, dass Könnes übergewichtig sein soll. Der Dialog mit dem sich kaum einkriegenden Dr. Frank:

„Ja, das ist so kurz vorm Ableben, ja … übrigens ich bin so knapp über Ihnen, also ich bin auch typisch übergewichtig.“ „Sie sind auch zu dick?“ „Ja, ich bin auch zu dick.“ „Also wir beide jetzt?“ „Jaa, nach den Leitlinien der deutschen Adipositas Gesellschaft sind wir beide schwer gefährdet“

Nein! Doch! Oooh! Hihihi!

Und dann natürlich das übliche:

Dr. Frank: „Diäten für die Gewichtsreduktion sind allesamt Unsinn, weil sie nicht funktionieren, deswegen gibt es ja auch so viele, und auf Dauer über die Jojo-Effekte, eher schädigen.

Könnes: „Das klingt jetzt so, Herr Dr. Frank, als wenn man als dicker Mensch einfach nur akzeptieren muss, dass man eben etwas dicker ist, als andere. Ist das so?“

Dr. Frank: „Das … im Grunde genommen ist es so. Ich muss schauen, was ist auf gesunde Weise möglich, wie kann ich mein Gewicht beeinflussen, da sind wir beim Thema Stress angelangt, Lebensqualität, da sind wir beim Thema auch Ernährung, aber anders als gedacht, nämlich zum Beispiel Süßstoffe machen dick, sind ja zugelassen in der deutschen Futtermittelverordnung als Masthilfe, aber ansonsten ist es viel besser ich akzeptiere das, als einen Kampf zu kämpfen, den ich nicht gewinnen kann.“

Könnes: „Jetzt gibt es ja den Body Mass Index … was halten Sie vom Body Mass Index?“

Dr. Frank: „Na ja, das ist halt eine raffinierte Methode, wie ich Risikozuschläge ermittle, damit Versicherte mehr Geld zahlen müssen. So ging das ja los, 1959 hat die Metropolitan Life Insurance ihre Versicherten in Gewichtsklassen eingeteilt und das entspricht in etwa den heutigen Body Mass Index Klassen und dann kam irgendwann mal raus, dass man um den BMI von 35 analog dann auf einmal unglaublich gefährdet sei und deswegen mehr Versicherungsbeiträge zahlen muss“

Könnes: „Jetzt habe ich ja einen BMI von um die 27. Wenn ich damit jetzt zu meiner Krankenkasse gehe und sage irgendwie, hier ich will noch ein Sportabzeichen machen oder so und dann wird mein BMI ermittelt, und dann sagen die „Ou, du bist aber schon gefährdet“

Und jetzt wird es lustig, denn an der Stelle wechselt Dr. Frank mal ganz geschickt das Thema und lenkt vom Gesundheitsaspekt auf „BMI-Skandale“ um:

Dr. Frank: „Das kann Ihnen sogar passieren, es gibt Unternehmen, die fordern den BMI ihrer Mitarbeiter in der Personalakte!

Könnes: „Ernsthaft?“

Dr. Frank: „Ja, und es gibt auch Unternehmen, hatte ich neulich grad n Patienten von einer großen Automobilfirma, da wird sogar schriftlich denen mitgeteilt, wenn sie in Vorstandsebene aufsteigen wollen, dürfen sie nicht BMI über 30 haben.“

Könnes: „Boah!“

Dr. Frank: „Das heißt, das ganze hat schon Dimensionen, die sind schon nicht so ganz so nett“

Könnes: „Nicht ganz so nett? Ein umstrittener Maßstab wie der BMI entscheidet mit bei wichtigen Personalfragen? Unfassbar!“

Gemerkt? Wir haben noch kein einziges wirkliches Argument gehört, warum der BMI eigentlich „umstritten“ ist, abgesehen von dem Herumgefeixe am Anfang darüber, dass -hihihi- BMI 27 kurz vor dem Ableben ist – hihihi.

Dass der BMI sich in umfassenden Untersuchungen als aussagekräftig erwiesen hat, und erst dieses Jahr wieder von der größten bisherigen Metaanalyse bestätigt wurde wird ignoriert und statt dessen die beliebte Verschwörungstheorie über böse Versicherungen ausgepackt. Warum diese Theorie gerade bei Lebensversicherungen keinen Sinn ergibt, habe ich hier schonmal ausführlicher aufgedröselt.

Abgesehen von sehr vereinzelten Ärzten wie Dr. Frank ist es mittlerweile keineswegs „umstritten“, dass ein erhöhter BMI (nicht erst ab BMI 35) mit zahlreichen Gesundheitsrisiken und einer verringerten Lebenserwartung einher geht.

Gerade bei jungen Erwachsenen summieren sich verlorene gesunde Jahre und verlorene Lebensjahre bereits bei nur leichtem Übergewicht:

lost

Lieber WDR, ist angesichts dessen so ein Fazit tatsächlich sinnvoll?

„Mein ganz persönlicher Rat: Wenn Sie eine Diät machen, dann sollten Sie sich eine entscheidende Frage bantworten: Warum? Etwa nur, um einem Schönheitsideal zu entsprechen? Mein Tipp: Wenn Sie gesund sind, und sich fit fühlen, dann stehen Sie zu Ihrem Gewicht und verzichten auf die angeblichen Wundermittel der Diätindustrie. Das Geld, das können Sie sich sparen. Bleiben Sie so, wie Sie sind.“

47 Gedanken zu “Könnes kämpft gegen die Fakten

  1. Zum einen finde ich es ja gut, dass man Menschen von diesen Jojo-Diäten weg holen will, aber warum macht man sich in im gleichen Zug nicht die Mühe, den Leuten zu zeigen, dass man auf normale Art und Weise abnehmen kann? Irgendwie habe ich bei solchen Beiträgen immer das Gefühl abnehmen ist unmöglich oder extrem schwer und dann nur von kurzer Dauer. Aber das muss es ja nicht unbedingt sein. Ich finde es schade, dass man den Menschen nicht Mut macht und zeigt wie es gehen kann.

    Eine andere Sache die ich sehr interessant finde, ist die BMI-Berechung, die du zeigst. Weist du ob diese allgemein besser ist als die alte? Nach dieser würde ich statt einem BMI von 25,3 nur auf 24,2 kommen. Ich würde mich trotz übergewichtigen BMI auch eher von der Figur als normalgewichtig bezeichnen. Dazu muss man aber auch sagen, dass die Körperfettwerte laut sportmedizinischer Untersuchung in Ordnung sind (ich liege 1 Kg unter der Obergrenze und dürfte noch 9 Kg Fett verlieren bis zur Unterschreitung der Untergrenze, was dann ein BMI von 22,5 entsprechen würde)

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    1. Die korrigierte Formel ist an sich genauer/besser, sie hat sich nur noch nicht durchgesetzt weil sie etwas komplizierter ist. Ich finde, sie löst auch ein Stückweit das Geschlechterproblem auf (dass Frauen tendenziell zu nett geschätzt werden und Männer eher strenger … dadurch, dass Frauen im Schnitt kleiner sind und große Menschen mit der korrigierten Formel „dünner“ werden) – im Zweifel würde ich also eher die korrigierte Formel nehmen.

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      1. Accolon

        … der NewBMI ist für große Männer besser?! O.O dann bin ich ja fast im Normalgewicht! Statt 6kg nur noch 1kg! … Leider ändert das den KFA nicht…

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      2. kork

        Das entspricht beinahe exakt dem Ponderal-Index. Der ist nicht neu und hat sich nie durchgesetzt. So darf man auch hier nicht viel Hoffnung haben.

        Was mir öfters auffiel, vielleicht auch eine Art Fettlogik:
        Frauen von 1,50 m die sich fuer untergewichtig halten, da ihnen ja Grösse 0 passt oder auch Kinderkleidung (z.B. Gr. 164 – gedacht fuer Maedchen von 1,64 cm). Der BMI deutet dann eben auch in diese Richtung.

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    2. Mona

      @Larissa
      Was meinst du mit „von diesen Jojo-Diäten weg holen will“?
      Diese Shakes sind an sich ja keine Jojo-Diäten. Nur dieses „wieder normal essen“ ist fatal, wenn die Menschen nicht wissen, wie viel/wenig sie pro Tag verbrauchen und dann einfach zu viel (für sie ist das „normal“) essen.

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      1. Ja, Mona. Man nimmt super schnell ab; und ein Teil der Abnahme geht auch auf das Konto „leerer Magen, leerer Darm“ – und wenn man dann wieder kaut und die Verdauungsenzyme etwas mehr zu tun haben, kommt der Appetit zurück und die Leute wissen dann nicht, wie sie damit umgehen sollen. Mir hat ja sehr geholfen, dass ich alle paar Kilo, die ich abgenommen habe, immer so eine Haltephase eingelegt habe, damit ich das einfach lerne: Gewicht halten.

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      2. Ich meine damit, dass diese Diäten ja meist in einem Jojo-Effekt enden und es ja meist eigentlich schon vorher klar ist. Wir wissen ja mittlerweile, dass die Zunahme nach der Abnahme genauso läuft wie die erste Zunahme. Gleiche Gewohnheiten, gleiches Ergebnis.

        Deshalb finde ich es zum einen gut, dass man die Mensche darüber aufklär, mir fehlt dann nur die zweite Hälfe. Nämlich denen, die wirklich etwas ändern wollen, zu zeigen, wie es gehen kann. Ich selbst, musste für meine Abnahme nicht einmal wirklich viel ändern (wenn man ein Schokocrossant gegen Vollkornbrot mit leckeren Dingen drauf tauscht, dann bringt das schon sehr viel und schmeckt mir um ehrlich zu sein besser. Solche Dinge dann bei allen Mahlzeiten und schon hat man 50 Kg weniger.). Und im Grunde bin ich immer noch bei meinen Gewohnheiten. Also rein vom Gefühl her. Es hat zwar etwas gedauert und ich weis, dass man eigene Erfahrungen nicht auf die Allgemeinheit beziehen kann.
        Aber ich denke, es gibt so extrem viele Diäten (in dem Bericht war von über 200 die Rede) und so viele gute gemeinte Ratschläge, die einem, jedenfalls mich, in ihrer Summe überfordern. Also sollte man versuchen alles auf einmal um zusetzen, ohne zu schauen, ob es überhaupt für einen passt. Aber ich finde irgendwie keine Vernüftige Anleitung, wie man seine Ernährung den umstellt. Ich denke auch nicht, dass so etwas viel erfolg hat. Denn seinen wir ehrlich, es hört sich besser an zu sagen, dass der Stoffwechsel schuld ist. Diesen können wir nicht beeinflussen, außer durch teuere Diätmittel. Aber die Wahrheit ist, eigentlich ist ein dicker Mensch (ich war jedenfalls an meinen 50 Kg schuld und habe nichts anderes gemacht als andere ebenfalls Dicke Menschen auch) doch selbst schuld. Die Aussage klingt in meinen Ohren nicht nett und ich denke, damit kann man keine Geld verdienen oder Leser gewinnen. Also werden die Leute belogen und können sich selbst belügen, wobei Berichte mit der Aussage „Bleib wie du bist“ dann natürlich erstmal gut tun.

        Ich glaube, wäre ich noch einmal in der Situation mir meinen Wunschberuf auszusuchen, wäre ich Ernährungsberaterin geworden. Sattdessen muss nun mein Freudeskreis darunter leiden, dass ich ihnen erkläre, wie sie abnehmen sollen und wie nicht. Aber dafür kaufen wir jedes mal kleinere Größen und es hat sich noch niemand beschwert.

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      3. @larissa:

        >>> Also sollte man versuchen alles auf einmal um zusetzen, ohne zu schauen, ob es überhaupt für einen passt

        Es gibt leider viel zu viele Details, die letztendlich keine Relevanz haben und nur verwirren. Das weiß man aber erst, wenn man sich ausgiebig mit dem Thema auseinander gesetzt hat — das Ziel also schon (fast) erreicht hat.

        Es gilt aber auch: Fast alle seriösen Diäten funktionieren auch (oder haben das Potential dazu) (z.B. Vegan, Paleo, Low Carb, High Carb, LOGI, jeweils mit/ohne kcal Zählen etc. — ja, es kommt am Ende auf die kcal Bilanz an, schon klar). Es bleibt nur jedem selber, die geeignete für sich zu finden.

        Und auch das ist „eigentlich“ einfach:
        1) Irgendeine Diät wählen, die sich spontan Interessant anhört,
        2) Buch lesen, gucken ob es halbwegs zu einem passt,
        3) 1 Monat durchziehen (also gewissenhaft),
        4) Gucken, wo man steht. Wie ist es einem ergangen: Hat man sich wohl gefühlt? War es effektiv? Wenn ja, weiter machen. Wenn nein, nächste Diät (mit dem zwischenzeitlich erlangten Feedback/Wissen auswählen).

        Früher oder später *muss* man eine passende Diät finden.

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  2. Mopelchen

    Ich kann’s nicht mehr hören. Ich bin doch kein statistisches Einhorn hier. Bis jetzt konnte ich meine Fettreduktion ziemlich exakt anhand meines Defizits nachvollziehen. Selbst die Wassereinlagerungen könnte ich bis fast auf 100ml exakt kalkulieren. Das funktioniert. Bei jedem. Minimale Voraussetzung: Beherrschung der Grundrechenarten.

    Und bei: so lange ich mich gut fühl und gesund bin, sind Diäten auch bei Übergewicht nicht so wichtig, krieg ich echt Pickel! Wenn die Gesundheit hinüber ist, isses vielleicht etwas spät. Ne Fettleber oder abgestorbene Nervenzellen regenerieren sich nicht wirklich gut. Und das mit Blinde, die wieder sehen, geht auch nur in der Bibel. Als Frührentner rumzusetzen und darauf zu warten, dass es endlich Schluss ist mit der Medikamentenparade, da hab ich keine Lust drauf. Mit 60 würde ich gerne nochmal die Welt zusammen mit meinem Ehemonster aufmischen! das ist mir ein Jahr maßhalten wirklich wert.

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  3. Pingback: Könnes kämpfte – und ich auch… | 321 Blog!

  4. Es sollte ein paar Berufsgruppen geben, die von Gesetz wegen nicht lügen dürfen und ihre Aussagen mit dem neusten, bewiesenen Stand der Forschung abstimmen müssten, damit sie ihren Job behalten dürfen: (Versicherungs-)kaufleute, Polizisten, Juristen, Journalisten und vor allem: ÄRZTE UND MEDIZINISCHE BERATER!

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    1. @unterhalb: Ärzte sind forschungstechnisch nicht besonders bewandert, ist ja auch kein Forschungsfach. Ein Arzt kann sich niemals so kritisch mit Studien und Studiendesigns auseinandersetzen wie z. B. ein Psychologe (sehr forschungsorientiertes Fach) oder Biologe. Beide brauchen mindestens 4 Jahre für ihren Doktortitel, müssen Forschung betreiben, eigene Studiendesigns herstellen, während der Doktortitel eines Arztes durch eine Art „kleine Bachelorarbeit“ verliehen wird (sorry, wenn’s etwas fies ausgedrückt ist). Das ist eben das Problem an der ganzen Geschichte, dieses „pi*daumen-nach-gefühl-etwas-behaupten“.

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      1. anakolicious

        Jetzt muss ich uns aber doch etwas verteidigen, klar haben die Psychologen weit mehr Ahnung über statistische Methoden, aber wir hatten das auch im Studium und den meisten Profs ist es sehr wichtig, dass wir Studien kritisch beurteilen können. Ich weiß natürlich nicht wie es früher war aber viele Kommilitonen (mich eingeschlossen) führen experimentelle Studien für ihre Promotion durch, um einen Einblick in die Forschung zu bekommen// und ein wenig das Vorurteil zu bekämpfen😉 (wir sind nun auch das erste Semester, das zusätzlich eine Forschungsarbeit durchführen muss)

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      2. Ana, ich möchte euch das nicht komplett absprechen und bestimmt hängt es auch vom Studienort ab. Aber wie erklärst du dir die große Diskrepanz zwischen Promotion in anderen Fächern und die als Mediziner? Eine experimentelle Forschungsarbeit absolvieren wir ja schon in der Bachelor Thesis, deshalb ist der Vergleich m. E. vom Aufwand her auch okay. Ich muss dazu sagen, dass ich ein M. Sc. in Psychologie habe & inzwischen auch Medizin studiere. Eine Ex-Kommili von mir hat sogar beides parallel studiert und zugegeben, dass die wiss. Ausbildung der Mediziner zwar ausreichend für sie als Praktiker sei, aber es macht sie auch etwas anfälliger für diagnostische Fehler und tendenzielle Aussagen. Und das, obwohl sie ja zumindest etwas präzisere Werkzeuge als psychologische Diagnoseinstrumente haben. Man hat einfach durch das sehr forschungs- und methodiklastige Studium eine etwas kritischere Haltung und achtet stark auf mögliche „Fehler“ oder „Schwächen“ von Studien. Aber wie gesagt, das sollte wirklich kein Angriff sein. Die Medizin wendet eher an, als dass sie Wissen generiert. Das ist doch wie bei der Psychologie in der Grundlagenforschung und ihrer Anwendung in der klinischen Psychologie / Psychotherapie.

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  5. Mich ärgert auch, das Verzicht immer mit eingeschränkter Lebensqualität gleichgesetzt wird.

    Erstens kann der Verzicht (auf Essen) an Sich schon das Leben bereichern.
    Zweitens, wie zum Teufel soll die verpasste Völlerei der letzten Monate in Punkto Lebensqualität gegen meine heutige 1a Bikinifigur ankommen?🙂

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      1. Frank

        Wie kann man von der Diätindustrie nur so verblendet sein, um sich diese Selbstkasteiung mit solchen Nebensächlichkeiten schön zu reden. Tststs.

        P.S.: Ich finde es gut, dass das Wort „Diätindustrie“ von der Rechtschreibprüfung noch rot unterstrichen wird🙂

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  6. Venus

    Genau solche Sendungen/Berichte/Bücher/Zeitungsartikel sind es, die mich und sicher viele andere dicke Menschen vom Abnehmen ab(ge)halten (haben). Immer diese Sabbelei mit dem Hungerstoffwechsel und Jojoeffekt und dazu Aussagen von „Experten“ – ich für meinen Teil war todunglücklich und dachte, ich sei dazu verdammt, mich mit jeder Menge Übergewicht für den Rest meines Lebens herumschleppen zu müssen.
    Gerade weil ich dann auf FLÜ gestoßen bin und seit Oktober tapfer abnehme, machen mich solche unrichtigen und gefährlichen Berichte verdammt wütend!

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  7. Am besten sind die Stellen: „Ich hab Sport studiert, ich kann nicht übergewichtig sein!“ und „Diätmittel wirken nicht, deshalb kann man nicht abnehmen und muss mit seinem Gewicht leben.“
    Anstatt diese Wahrnehmungsverzerrung anzusprechen die da eventuell vorliegt oder dass man auch einfach Sport und an seiner Ernährung arbeiten kann. Auch interessant, dass dieser Dr. Frank besser weiß, wann Übergewicht anfängt (ich geh mal davon aus, dass er einem 150kg schweren Menschen nicht erzählt, dass er ja damit kein Gesundheitsrisiko ausgesetzt ist).

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  8. hli

    *Verschwörungsmodus on*
    Vermutlich wird Herr Frank in Wirklich auch von der Gesundheitsbranche bezahlt. Halt nur nicht von dem Teil der an Diäten Geld verdient, sondern von dem der hinterher die neuen Kniegelenke einsetzt und die ReHas durchführt.
    *Verschwörungsmodus off*
    So, dass jetzt geschickt breitgetreten und schon sind die Diätkritiker diskreditiert. Mal im Ernst – dass was er von sich gibt ist genauso unseriös wie jede andere Verschwörungstheorie. Leider bestärkt sowas viele Leute in ihrer vorgefestigten Meinung😦

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    1. >> Leider bestärkt sowas viele Leute in ihrer vorgefestigten Meinung

      Ja, schade.

      Auf der anderen Seite kann es uns egal sein. Wir sind nicht für das Glück anderer Menschen verantwortlich. „Die anderen“ sind am Ende auch aufgeklärte Menschen und können sich das wirklich gesicherte Wissen zum Thema aneignen…
      (Was natürlich erschwert wird, wenn das öffentlich rechtliche Fernsehen solche Reportagen fabriziert…)

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  9. Trauerkloß

    Wenn der Körper bei einer Diät „denkt“, dass er jetzt den Stoffwechsel runterfährt und alles einlagert, was er kriegen kann, müsste der Körper von Übergewichtigen (besonders von denen, die schon als Kind dick waren) nicht „denken“:
    „Wow, Nahrung ist anscheinend immer in Überfluss vorhanden! Da hau ich doch mal auf die K*** und kurbel‘ meinen Stoffwechsel mal richtig an! Was (wieviel Kalorien) kostet die Welt?! Ich hab’s ja!!!“
    ????

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    1. Ich habe mal gelernt, ich glaube es war 2. Semester Biochemie, dass Prozesse wie der Citronensäurezyklus dazu dienen, die nötige Energie für den Körper bereitzustellen und eigentlich nur reagiert und nicht denkt. Aber dass ist glaube ich auch zu einfach gedacht. Auch der Gedanke, dass wenn ich einen 5 kg Eimer Frittierfett eine Treppe hoch trage, ich mehr Energie dazu brauche, also ohne den Eimer. Warum sollte es anders sein, wenn ich das Fett im statt vor dem Bauch trage. Aber ich denke, die Welt ist im Allgemeinen nicht bereit für Logik.

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  10. Sabine

    Danke, wieder was gelernt! Das mit der neuen BMI-FORMEL wusste ich noch nicht. Ich habe dann mal die detaillierte Formel gegoogelt:

    Gewicht in kg x 1,3
    ——————————–
    Größe in Meter ^2,5

    Anschließend musste ich im Bekanntenkreis nur noch jemanden finden, der wusste, wie man die Potenz in der unteren Zeile rechnet (2,5 als Bruch schreiben = 5/2. Das bedeutet, man muss die Größe in Metern 5mal multiplizieren und anschließend aus dem Ergebnis die Wurzel ziehen.) Am Ende kommt dann tatsächlich der BMI von der Website heraus. Aber ich kann jetzt gut verstehen, warum man den einfachen BMI mit ^2 nimmt.

    Man weiß tatsächlich nie, wann man Schul-mathe noch mal gebrauchen kann.

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  11. Uwe Trenkner

    Hallo Nadja
    Das Thema Darstellung von Übergewicht in den Medien ist ja derzeit ein echter Schwerpunkt in deinem Blog. Finde ich sehr gut auch wenn du vermutlich das Gefühl hast gegen Windmühlen zu kämpfen. Zum Thema Kritik an einzelnen Aspekten der Medienberichterstattung gibt es eine Seite http://www.uebermedien.de . Ich gehe mal davon aus dass diese Seite auch von Verantwortlichen der Branche gelesen wird. Wenn du mal aus der eigenen Ecke heraustreten möchtest wäre das sicherlich eine geeignete Plattform. Ich bin nur Abonnent der Seite und weiß nicht ob das Thema dort wirklich ankommt Anfragen lohnt sich aber bestimmt.

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  12. Mona

    „JoJo-Effekte“ sagt Dr. Frank. Bei ihm klingt es als ob das ein physikalisches Phänomen ist, wie der Tunneleffekt oder sowas in der Art.

    Der Könnes hat eine seltsame Art. Ist doch klar, dass er sein Fett nicht akzeptieren mag, denn im Vergleich zu den echten Dicken sieht er sich als super-sportlich und super-schlank. Andererseits will er ja an der Seite der Dicken stehen und macht ein bisschen auf: Huhu, ich bin auch übergewichtig, das ist alles halb so wild, lasst uns unser Übergewicht einfach akzeptieren.

    Ich verstehe nicht, wieso die so stark auf dem Sport rumreden. Jeder weiß doch, dass Bewegung und Muskulatur wichtig sind für einen gesunden Menschen, aber das ist ja kein Muss für eine Abnahme. Es ist so viel einfacher weniger Kalorien zu essen als von einem Tag auf den anderen sich Zeit für Sport zu schaffen und dann auch noch plötzlich diese Belastungen auszuhalten, wenn man die Jahrzehnte vorher sich kaum bewegt hatte. Für einige Menschen ist das eine viel zu hohe Hürde und wenn sie den Sport nicht einhalten, werden sie wieder glauben, dass sie niemals abnehmen werden bzw. immer weiter zunehmen werden.

    Ist die Frau Jäger jetzt ein Comedian?

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    1. Frank

      Jetzt müssen Sie aber aufpassen, nicht magersüchtig zu werden und außerdem die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass Ihr Stoffwechsel nur Anlauf nimmt für einen monströsen Jojo-Effekt^^

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  13. Ich bin ein bisschen froh, dass ich die Sendung (noch) nicht gesehen habe. Das klingt nach viel Stoff zum Aufregen…
    Aber hey, jetzt weiß ich wenigstens genau wie dieser ominöse Stoffwechsel funktioniert! Und je mehr ich esse, desto schneller drehen sich die beiden Pfeile in meinem Bauch? Wie bei einer Wassermühle? Genial!

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  14. Martina

    Frank, Pollmer und co haben mir auch immer ganz gut gefallen mit ihrer Ablehnung von Diäten. Ich, 41 Jahre, 163cm, 80kg und Gesundheitswissenschaftlerin (sogar promoviert, half trotzdem nix) dachte bis dahin, dass ich nicht abnehmen kann und und auch nicht muss. Mache ja viel Sport und nehme trotzdem nicht ab…. Sonst bin ich ja total gesund und ernähre mich richtig…. Auch wenn man übergewichtig ist, kann man ja trotzdem gesund sein (Health at every size)… Sooo dünn will ich ja auch nicht werden, set-point bzw. Wohlfühlgewicht und so weiter….
    Bis mir im Sommer mein Orthopäde sagte, dass ich mal ein neues Kniegelenk brauchen werde, er aber gerne noch 15-20 Jahre überbücken würde. Auf das Abnehmen bin ich dann selbst gekommen und mit Kalorienzählen funktioniert das einwandfrei. Der Hauptpunkt dabei ist, dass ich durch das Kalorienzählen das Gefühl habe, es selbst in der Hand zu haben. Ich bin verantwortlich für mein Gewicht, also kann ich es auch ändern.
    Das kreide ich einigen KollegInnen aus der gesundheits- und ernährungswissenschaftlichen Zunft an: dass sie die Statistiken, die angeblich sagen, dass leichtes Übergewicht gesünder sein soll, und dass Diäten nichts bringen, manchmal mit Begeisterung aufgenommen haben. Und dass sie dadurch den Menschen die Eigenverantwortung dafür nehmen und damit auch das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Dazu tragen auch solche Fernsehsendungen bei. Sehr schade.
    Umso schöner, dass es solche nüchterne und faktenbasierte Blogs und Bücher gibt, die mit den Mythen und falschen Logiken aufräumen. Danke!

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  15. Christian

    So, hier mal aus einem anderen Kulturkreis (allerdings auf Englisch)

    Wenn ich das richtig verstehe, sind die Japaner, obwohl dünn, trotzdem total Diät- und Abnehm-„begeistert“.
    Besonders den letzten Teil ab 21:55 find ich interessant: einfach durch Essen abnehmen, indem man die richtige Menge zu sich nimmt. Als ob das funktionieren würde. Und das als Restaurant-Idee! Find ich super. Weiß jemand, ob die Bücher mit den 500kcal-Rezepten in Deutschland erhältlich sind?

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  16. Oliver

    Was mich irritiert, ist der Vergleich zwischen BMI und Körperfettanteil. Ich zeige das am besten einmal an meinem eigenen Beispiel auf: Ich bin ein 46-jähriger Mann, ambitionierter Hobby-Sportler (Ultraläufer), der auch Krafttraining für den ganzen Körper macht (Bodyweight-Übungen). Außer stark ausgeprägter Oberschenkelmuskeln habe ich aber keine Muskelpakete.

    Ich bin 177 cm groß und wiege 70 kg, vor etwa zwei Jahren ging ich stramm auf die 90 kg zu. Mein heutiges Gewicht entspricht einem BMI von 22,34. Mein Körperfettanteil liegt bei 7-8 % – ärztlich gemessen, wobei meine Waage zuhause im Durchschnitt diesen Wert bestätigt. Mein BMI ist also genau richtig und mein Sportarzt fand meinen Körperfettanteil nicht zu niedrig. Für einen Ausdauersportler liege ich damit genau in der „competitive range“, die ermittelt wird, indem das Gewicht in lbs durch die Körperlänge in inches (Zoll) dividiert wird. Dann sollte ein Wert von 2,1-2,3 herauskommen, bei mir sind es 2,21. Ich dürfte also aus dieser Sicht allenfalls ca. 2 kg zunehmen.

    Nun komme ich langsam zu meiner eigentlichen Frage: Wenn ich den im Blogpost genannten „sehr guten“ Körperfettanteil für meine Altersklasse zugrunde lege, müsste dieser bei 18,6 % liegen! Wenn ich diesen angeblich „sehr guten“ Körperfettanteil hätte, würde ich ganz sicher keine 70 kg mehr wiegen (wahrscheinlich wieder eher in Richtung 90 kg = BMI 28,73) und mein BMI wäre bereits im Bereich des Übergewichts (bewahre!), mal ganz abgesehen von der „competitive range“. Das heißt, bei einem „sehr guten“ Körperfettanteil wäre ich eigentlich schon zu fett.

    Nun die Fragen konkret:

    1. Könnte es also nicht sein, dass BMI und Körperfettanteil überhaupt nicht aufeinander abgestimmt sind, also dass der Körperfettanteil signalisiert, dass alles im grünen Bereich ist, während der BMI bereits im roten ist?

    2. Ist es überhaupt möglich, bei einem angeblich „sehr guten“ Körperfettanteil kein zumindest „leichtes“ Übergewicht zu haben? Bei Könnes scheint es so zu sein, dass sein BMI noch relativ schmeichelhaft ist (nur leichtes Übergewicht) während sein Körperfettanteil „na ja“ ist, also schlecht (ohne sein genaues Alter zu kennen).

    Also, ich werde da daraus nicht schlau…oder habe ich irgendwo einen Denkfehler?

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    1. Mona

      Nur mein Senf dazu.

      Ich vermute, du denkst aus der Sicht eines Sportlers mit wenig Fett und viel Muskulatur. Dadurch ist das „sehr gut“ für den Durchschnittsmenschen nicht das gleiche sehr gut, wie für dich.

      Zur 2. Frage:
      Ja, es ist möglich. Es gibt Menschen, die sind untergewichtig und haben zu viel Fett, das heißt es gibt auch Menschen, die untergewichtig sind und im „sehr gut“-Bereich sind, da sie mehr Muskulatur haben, aber insgesamt dann trotzdem noch nicht ins Normalgewicht gerutscht sind. (Je länger ich drüber nachdenke, desto mehr denke ich, dass es stark mit der Körpergröße zusammenhängt.)
      Bei Frauen halte ich das für ziemlich unmöglich im „sehr guten“-Fettbereich zu sein und gleichzeitig einen BMI über 25 zu haben, das wären dann ja echt riesige Muskelberge und Wassereinlagerungen und was man noch alles haben kann im Körper, was kein Fett ist.

      Beispiel: Eine Person hat 18% Fett und wiegt 55 kg, das heißt einfach nur, dass sie für den Rest 45 kg zur Verfügung hat. Eine andere Person hat auch 18% Fett wiegt aber 80 kg bei gleicher Körpergröße, das heißt sie hat für den Rest 57 kg. Das heißt, wenn man Knochen usw abzieht, hat die zweite Person 12 kg mehr Muskulatur als die erste und ist nur dadurch in einem anderen BMI.

      Der Fettanteil allein sagt meiner Meinung nach nichts über den BMI, weil man auch den Muskelanteil berücksichtigen soll. Sehr wenig Muskulatur stelle ich mir genauso schlecht vor wie sehr viel Fett, deswegen gibt es ja wohl den Untergewichtsbereich, weil man da eine hohe Wahrscheinlich hat, dass die Person zu wenig Muskulatur oder/und Fett hat.

      Zur Frage 1:
      Dazu gibt es auch die Tabelle im Blogtext. Da hat jemand rausgefunden, dass es bei Frauen extrem unwahrscheinlich ist, dass man im Übergewichtsbereich ist, obwohl man einen tollen Fettanteil hat. Bei Männern ist es schon ein bisschen wahrscheinlicher (3% der untersuchten Männer), also möglich, wie es anscheinend bei dir der Fall wäre.

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      1. Oliver

        Danke für Deine ausführliche Antwort. Dann gehöre ich also zu „den“ 3 %…wow. Ein „thigh gap“ habe ich trotzdem nicht. Seufz.

        Aber Spaß beiseite😉 Unabhängig vom eigenen sportlichen Ehrgeiz habe ich das Gefühl, dass die Körperfett“vorgaben“ noch viel „netter“ sind als der BMI. Könnte das sein?

        Bei meinen aktuellen Daten sieht die Rechnung so aus:

        Gewicht 69,9 kg
        Körperfettanteil 6,95 %
        Fettmasse 4,86 kg
        lean mass 65,03 kg

        Bei 18,6 % Körperfettanteil und gleichbleibendem Gewicht:

        18,6 % von 69,9 kg = 13,00 kg Fettmasse
        lean mass = 56,9 kg

        Das bedeutet, ich „dürfte“ 8 kg schlanke Masse (=8 kgMuskeln?) abbauen, dann hätte ich immer noch den gleichen BMI und mein Körperfettanteil wäre offiziell „sehr gut“. Das kann doch keiner für gut befinden, egal ob Sportler oder nicht, oder?

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      2. Mona

        Die Werte in der Tabelle aus dem Blogeintrag sagen was anderen. Sie sagen halt, dass der BMI viel netter ist als die Körperfett“vorgaben“, insbesondere bei Frauen.

        Das kann ich halt nicht ändern.🙂 Es sieht wirklich so aus, dass der BMI netter ist als die Körperfettvorgaben.

        Als ich die Körperfetttabelle gesehen habe, hab ich eher gedacht, dass sie streng ist. Mir spuckte es im Kopf rum, dass für Frauen alles unter 32% normal/gut ist, aber wahrscheinlich ist das einfach nur ein sehr grober Wert für Erwachsene.

        20% bei einer 60 kg Frau sind 12 kg, das ist nicht viel bei einer Größe von irgendwas zwischen 165 und 175 cm.
        Deswegen kann ich mir auch nicht vorstellen, dass 13 kg an einem 177 cm Mann viel sein können. Je weniger Fett man hat, desto mehr spürt man jede Veränderung. Ein Mann, der 40% Fett hat, der stellt sich ja schon 25% total mager vor oder kann sich das gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlt „so wenig“ Fett zu haben. Für dich sind 18% schon so fett, dass du nicht glauben magst, dass es ein guter Wert sein kann.

        Es gibt doch solche Vergleichsbilder, wo man sich selbst einschätzen kann. Da sieht man ja, wie Leute mit unterschiedlichem KFA aussehen. Ich denk, die meisten die abnehmen wollen oder die letzten 10 Jahre keinen Sport gemacht haben, finden sich am Anfang eher im dem über 30% Fett Bereich.

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    1. Oliver

      Das Körperwasser gehört zur schlanken Masse – also alles was kein Fett ist: Muskeln, Knochen, Wasser usw.

      In meinem Beispiel bin ich der Einfachheit halber davon ausgegangen, dass die 8 kg schlanke Masse, die ich abbauen „dürfte“, alles Muskelmasse ist. Ich nehme an, dass dies mehr als realistisch ist, was sollte sich auch sonst abbauen?

      Außerdem wäre der Anteil des Körperwassers bei höherem Fettanteil wahrscheinlich sogar höher als bei meiner momentanen Körperzusammensetzung, so dass der Muskelschwund sogar noch höher wäre. Ich bin aber kein Wissenschaftler und somit ist dies nur meine laienhafte Vermutung. Sicher ist ja, dass das im Körper gespeicherte ohnehin stark schwankt.

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  17. War dieser Beitrag eigentlich dazu gedacht, sich mit dem Thema Übergewicht und dessen Bekämpfung auseinander zu setzen? Oder wollte Könnes nur mal zeigen, was er für ein toller Hecht ist.
    Ich hab mich sehr geärgert als ich das Video gehen habe und beim Schlusssatz hätte ich am liebsten den Laptop aus dem Fenster geworfen.

    Tja, dann lassen wir es jetzt alle bleiben und himmeln eine Runde Herrn Könnes an. So ein Quatsch. Schade um unsere GEZ Gebühren und die 45 Minuten kostbare Zeit.

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