Blogvorstellung: Feeling oder Fakten? Das ist die Frage…

Früher habe ich mich aus naheliegenden Gründen von allem, was irgendwie nach Abnehm-Blog aussah, ferngehalten. Ewwww, Leute, die über ihr Gewicht schwadronieren, pöööh, gibt’s etwa nichts spannenderes? Auch während meiner Abnahme habe ich abgesehen von den regelmäßigen Besuchen auf Reddit größtenteils alleine vor mich hin gewurstelt. Typ: Einzelkämpfer, eben.

Erst im letzten Jahr habe ich nach und nach verschiedene Blogs, die mir auffielen, abonniert und verfolge nun diverse Abnehmwege. Es sind ganz unterschiedliche Menschen, die da bloggen mit ganz unterschiedlichen Ansätzen, unterschiedlichen Zielen und an unterschiedlichen Punkten ihrer Abnahme. Inzwischen verstehe ich die Faszination dieser Blogs, man begleitet Menschen auf ihrem Weg zu einem bestimmten Ziel, fiebert mit, freut sich über Erfolge und leidet mit wenn die Waage wochenlang stillteht. Und auch wenn Gewicht und alles drum herum meist zentraler Teil sind, bekommt man nebenbei ganz viel über das Leben der Bloggenden mit und auch was sich so alles verändert – ob wegen der Gewichtsabnahme oder auch einfach so, unabhängig davon.

Das interessante daran ist, dass diese unterschiedlichen Erfahrungen immer ein Stückweit greifbarer und nachvollziehbarer sind, weil es einen roten Faden an gemeinsamer Erfahrung gibt. Egal wie verschieden nach aussen hin das Leben ist, es gibt immer wieder Berührungspunkte und bestimmte (Abnehm)erfahrungen oder Gedanken, die Verbundenheit herstellen, weil man sie selbst so oder so ähnlich erlebt hat.

Manche Blogger bloggen schon seit Jahren und sind irgendwann auf Fettlogik gestoßen, andere haben ihren Blog nach dem Lesen des Buches eingerichtet. Ein solcher Blog stellt sich heute vor:

Ich kann nicht oft genug sagen, warum mir mein Essenstagebuch so unglaublich wichtig ist. Zugegeben, es ist viel Arbeit und es nervt auch, wenn man zwischendurch die Eintragungen machen muss, Essen abwiegt und es kostet definitiv auch Lebensqualität – für den einen mehr und den anderen weniger. Daher habe ich großes Verständnis, wenn es Menschen gibt, denen das komplett zuwider ist und die lieber „nach Gefühl essen“ statt sich dieser Quälerei hinzugeben.

Dennoch: Es hat auch große Vorteile, ein Essenstagebuch zu führen. Man sammelt unglaublich viele Daten und Fakten, über die man, wenn diese nicht schwarz auf weiß festgehalten wären, großzügig hinwegschaut und die einem gar nicht so recht bewusst sind.

Wenn ich „nach Gefühl esse“, dann geht das, bezogen auf die Einhaltung eines Kalorienlimits, grundsätzlich immer schief, denn bei mir gibt es einfach kein Sättigungsgefühl. Essen löst bei mir scheinbar so eine immense Freude aus, ja beinahe schon einen kleinen Rauschzustand, dass ich das Signal „ich bin satt“ einfach nicht mehr wahrnehme oder unbewusst ignoriere.

Essen dient ja eigentlich primär der Energiezufuhr.. Das gilt aber nur für „normale“ Menschen, die ein Sättigungsgefühl haben und essen, weil der Körper per Hunger nach Essen fragt. Dazu gehöre ich nicht. Essen ist für mich Beruhigungsmittel, Problemlöser, Frustkiller, Seelentröster und Genuss in einem.

Bevor ich mit dem Abnehmen anfing, las ich das Buch „Fettlogik überwinden“. Noch nie war ich so motiviert und noch nie habe ich so lecker abgenommen wie nach der Lektüre diese tollen Buches. Einer der Hauptgründe hierfür war, dass ich eben nicht nach „Gefühl“ gegessen habe, sondern ich legte mir ein Ernährungstagebuch bei fddb an. Sie kennen das ja vielleicht auch aus dem Buch „Fettlogik überwinden“.

Ich habe alles aufgeschrieben, auch die bösen Tage und auch die Sünden. Nie hätte ich gedacht, dass ich so daneben mit meinen Schätzungen liegen könnte. Manchmal fühlte ich mich nach einer Fressattacke noch immer hungrig und ich hätte geschworen, nicht über meinem Limit zu sein. Dabei schaffe ich problemlos bis zu 7000 Kalorien, wenn ich meinte, mal alles nach „Gefühl“ essen zu können, worauf ich vielleicht schon längere Zeit verzichtet habe.

7000 Kalorien? Sie werden vielleicht denken, wie das möglich ist? Oder man müsste platzen? Nein. Das kann man schaffen und je nach Gewicht sogar mit relativ  geringem Aufwand. Und das ist eben genau der Punkt. Wenn ich selbst es nicht nachgelesen hätte und würde kein Ernährungstagebuch führen, würde ich es nicht glauben. Die Fakten helfen mir, mich besser einzuschätzen und zu verstehen. Wenn man die Fakten nicht kennt und sich verschätzt, fängt die Fettlogik an.

„Ich verstehe das nicht, ich habe doch kaum etwas gegessen“

„Mein Körper ist wohl im Hungermodus, denn er will einfach nicht weiter runter mit dem Gewicht“.

„Mein Körper hat seinen Set-Point erreicht, ich kann nicht weiter abnehmen“

Wenn ich weiß, dass ich an 3 Tagen 7000 kcal gegessen habe, dann weiß ich auch, wo die 1,5 kg Gewichtszunahme herkommen. Es ist erklärbar und nachvollziehbar.

Ich plädiere daher für Fakten statt Feeling. Dennoch: Wer es schafft und sich gut, wirklich gut einschätzt, den beneide ich ein bisschen darum, denn bei mir ist das Essen nach Gefühl immer der Anfang vom „wieder zunehmen“. Langsam aber stetig ist dann das Einzige, was ich fühle, dass meine Klamotten enger werden😉

Leider. Ich habe einen Blog angefangen, wo ich täglich meine Fortschritte poste. Sie sind herzlich eingeladen, dort mal vorbei zu schauen. Freue mich auch immer wieder über Tipps und den allgemeinen Austausch. Unter tezumrollo.wordpress.com finden Sie mich.

Falls ihr ebenfalls Lust habt euch oder euren Blog vorzustellen, meldet euch gerne. Egal ob ihr schon länger bloggt oder gerade erst beginnt, auf die Art könnt ihr euch untereinander noch besser vernetzen und Leser oder Mitblogger finden, die ähnliches bewegt, sich über Erfolge mitfreuen und bei Stillstand motivieren.

23 Gedanken zu “Blogvorstellung: Feeling oder Fakten? Das ist die Frage…

  1. Mir geht es genauso. „Nach Gefühl“ funktioniert -insbesondere am Anfang- bei mir vor allem deswegen nicht gut, weil eben noch das Gefühl für die Kaloriendichte im Essen fehlt. Inzwischen führe ich seit längerer Zeit Buch und bekomme so langsam eben dann doch ein „Gefühl“ für die Kalorienmenge, auch ohne ein Abwiegen😉
    Das Gefühl funktioniert eben dann am Besten, wenn es vorher mit Daten gefüttert wurde^^

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  2. Tatsächlich ist meine Erfahrung nach 120 Tagen und 17 Kilogramm: Ohne Tagebuch geht es nicht. Tatsächlich habe ich am Anfang jede Kalorie eingetragen, aber in den letzten 4 Wochen bin ich dazu übergegangen eher zu schätzen. Ob die Möhre nun 100g oder 80g hat ist letzten Endes egal. Auch mein Training, früher mit Brustgurt kaloriengenau eingetragen, schätze ich inzwischen. 15 Minuten schnell gehen/Fahrradfahren sind ca. 80 kcal. Einmal in der Woche Krafttraining wird auch immer so ähnlich das gleiche geben – bei mir ca. 500 kcal. Damit komme ich gut klar und nach einem „Plateau“ von zwei Wochen geht es jetzt auch wieder abwärts, genau das Kilo / Woche, was ich will.

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  3. Dass EMN meine erste Abonnentin war hat mich sehr stolz gemacht.😀 Vor allem, da ich ja nichts wirklich Konstruktives schreibe, sondern nur so vor mich hin wurstle.
    Ich habe keine tollen Rezepte, keine sinnvollen Erkenntnisse … aber ich lese andere Blogs wirklich gerne. Also her mit den Geheimtipps!🙂

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  4. mirocle

    Danke für diesen Beitrag. Bei mir ist gestern Fettlogik überwinden eingetroffen und ich hoffe auf einige Motivation, so wie dieser Blogeintrag auch Motivation ist. Ich hab mich echt wiedergefunden in dem ’nach Gefühl essen‘ und ‚kaum Sattigungsgefühl‘ und denke, ohne Tagebuch wird bei mir auch nichts gehen. Auf gutes Gelingen?😀

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  5. Das es wirklich Menschen gibt, die mein ganzes Geschwurbel auf meinem Blog interessiert konnte ich ganz lange nicht glauben. Meine Schwester meinte neulich, dass ihre Freundin, die meinem Blog folgt, mich sogar als Vorbild sieht, weil ich immer wieder anfange und nie aufgebe. Das hat mich sehr überrascht. Schließlich mache ich doch nur weiter, weil es da so ein paar Verrückte gibt, die das lesen und ich keine Niederlagen eingestehen kann😉
    So lustig das anmutet, meinen Blog zu führen, war eine der besten Entscheidungen in meinem Leben (gleich nach FLÜ lesen) und ohne hätte ich wohl wieder einmal nur 3 kg verloren und dann wieder abgebrochen.
    Also, wer Lust hat, darf sich gerne meinem Blog anschließen😉 Ich freue mich über jeden Mitleser.
    Liebe Grüße
    Bea
    https://abnehmenfuermich.wordpress.com/

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  6. annesch

    Ich habe angefangen zu bloggen, als mir Nadja/Erzählmirnix anbot, einen Gastbeitrag hier zu veröffentlichen: https://fettlogik.wordpress.com/2016/10/14/gastbeitrag-aufruf-lipoedem/ Ich hatte schon seit Jahren bloggen wollen, aber nie angefangen – nun stellte das Thema Abnehmen mit Sonderthema Lipödem auf einmal einen roten Faden dar, der mich zum schreiben animierte: und es macht unglaublich Spaß und greift auch auf andere Themen über, die Anfangsschwelle ist überwunden. Zeitlich komme ich im Moment leider nicht dazu über all das zu schreiben, was sich tagsüber unterwegs so als mögliche Blogartikel in meinem Hirn entwickelt.
    Der Austausch mit anderen Bloggern ist eine schöne Sache, indem man sich gegenseitig liest, kommentiert, sieht, dass man nicht ins Leere schreibt, durch die Beiträge anderer selbst ins Nachdenken kommt, Gedanken weiterspinnt… Ich freue mich unter http://www.annesch.wordpress.com über Leser_innen, Kommentare, Dialog…🙂

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  7. Conrad Skerutsch

    Mir kommt die sehr strikte Haltung „Pro-BMI“ und „Übergewicht ist gesundheitsschädlich“ merkwürdig vor. Einerseits sind Sie sehr stark bemüht, Aussagen durch Studien zu belegen (was ich sehr gut finde!) und andererseits steht aus meiner Sicht Ihre Position im Widerspruch zum Stand der Wissenschaft: BMI wird inzwischen von den meisten einschlägigen Fachleuten als ungeeignet betrachtet und das Übergewichtige sogar länger leben ist mehrfach belegt.
    U.a. hier: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23280227

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    1. Lieber Herr Skerutsch, da sie nahezu gleichzeitig wie Dr. Werner Bartens kommentieren und ebenso wie er auf die Flegal-Studie Bezug nehmen, möchte ich auf meinen Antwortbeitrag an Herrn Bartens verweisen: https://fettlogik.wordpress.com/2016/11/17/sz-lesen-ist-ein-gesundheitsrisiko/comment-page-1/#comment-15473

      Wenn Sie darüber hinaus in die Suchfunktion dieses Blogs „Flegal“ eingeben, werden Sie mehrere Artikel dazu finden, warum leichtes Übergewicht nicht gesünder ist als Normalgewicht und warum die Flegal-Studie unter starker Kritik steht. Das Video des Harvard-Vortrags, welches in einer der Linksammlungen enthalten ist, ist dazu sehr zu empfehlen.

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      1. Conrad Skerutsch

        Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich bin Ihrem Vorschlag gefolgt und habe mir alle Beiträge zu „Flegal“ durchgelesen. Eine konkrete fundierte Kritik habe ich aber nirgends gefunden, sondern allenfalls Links zu anderen kritisierten Artikeln oder das besagte Video des Harvard-Beitrages.
        Insgesamt fand ich nirgends ein überprüfbares Gegen-Argument zu den Aussagen der Flegal-Studie sondern fast schon ad hominem-Argumente.
        Mir kommt immer mehr der Eindruck, dass eine Fettlogik-Community entstanden ist, die alle Argumente gegen BMI / „Übergewicht macht krank“ abbügelt und schon in die Richtung Verschwörungstheorie geht. Erinnert mich sehr an die Veganer-Szene.
        Falls ich aber beim Suchen mit Blindheit geschlagen sein sollte, könnten Sie mir ggf. ein Beitrag verlinken in dem sachlich und mit nachprüfbaren Argumenten die Flegal-Studie kritisiert wird.

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      2. Ich bin mir nicht ganz sicher, was Sie kritisieren, versuche aber mal die einzelnen Punkte zu beantworten.

        Dazu erst noch: Es gibt oben einen Link zu FAQs, also „Frequently asked questions“ in denen ich häufige Fragen beantworte. Eine der ersten Antworten bezieht sich auf den Sinn und die Inhalte dieses Blogs: „Wer das Buch nicht kennt, mag von dem ein oder anderen Blogartikel verwirrt sein. Leider lässt sich nicht alles so schreiben, dass es für zufällige Leser verständlich und gleichzeitig für Buchleser nicht furchtbar langweilig ist.“

        Der Blog bezieht sich also, wie gesagt, auf ein Buch und ist eine Ergänzung dazu. Es ist keine „Fettlogik-Community“ oder ähnliches, sondern mein ganz persönlicher Blog. In den Kommentaren kann jeder kommentieren, es gibt also keine geschlossene „Community“ oder dergleichen, aber natürlich haben die meisten regelmäßigen Leser und Kommentatoren das dazugehörige Buch gelesen und daher das Interesse, auch den Blog zu verfolgen. Man MUSS das Buch nicht kennen und ich bemühe mich auch, die meisten Beiträge auch für Nichtleser verständlich zu machen, indem ich z.B. auch mal kürzere Buchpassagen einfüge.

        Ein sehr umfassendes Kapitel im Buch bezieht sich auf das Thema, ob leichtes Übergewicht gesünder ist als Normalgewicht. Dazu wird auch die Studie von Flegal thematisiert und warum diese methodisch schwierig ist. In kurz: Raucher und chronisch Kranke haben oft einen niedrigeren BMI wegen des Rauchens oder ihrer Krankheit und gleichzeitig aufgrund dieser Faktoren auch ein höheres Sterberisiko. Wenn man diese Faktoren nicht berücksichtigt kann es so scheinen, als ob schlankere Menschen kränker seien. Das ist dann allerdings ein methodischer Mangel und ein falsches Ergebnis.

        Es gibt eine große Anzahl Studien, die diese Faktoren kontrollieren und klar zeigen, dass ein normaler BMI mit dem niedrigsten Krankheits- und Sterberisiko einher geht. Vor wenigen Monaten etwa gab es die bisher größte Metaanalyse zu dem Thema (http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2816%2930175-1/abstract) und auch hier ergab sich ganz klar das Bild, dass Normalgewicht das gesündeste war. Je länger die Studienzeiträume, desto niedriger der optimale BMI.

        In dem Video, welches ich verlinkt habe, kritisiert ein Professor eben jene Punkte, die ich eben aufgeführt habe und versucht zu begründen, warum eine Studie wie Flegal, die in der wissenschaftlichen Gemeinschaft starker Kritik ausgesetzt war wegen der mangelnden Methodik dennoch so stark in den Medien vertreten war, während gleichzeitig qualitativ hochwertigere Studien, die im selben Zeitraum publizietr wurden und alle das Normalgewicht bestätigten, kaum öffentlich Beachtung fanden. Dazu sei gesagt, dass es hier nicht um Verschwörungstheorien o.ä. geht, sondern um den völlig normalen Mechanismus, dass die Medien natürlich lieber über „neue“ Ergebnisse berichten als über die x-te Bestätigung dessen, was bereits bekannt ist. Dazu sind inzwischen die Mehrheit der Menschen übergewichtig und natürlich kommt „Übergewicht ist gar nicht ungesund“ auch besser an bei den Lesern. Es ist also nicht überraschend, aber natürlich nichts desto trotz ärgerlich, wenn ein solches Studienergebnis überproportional viel Beachtung erfährt, auch wenn die Methodik schwach ist und von zahlreichen Studien nicht bestätigt wird.

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      3. Conrad Skerutsch

        Auch hier bedanke ich mir für die ausführliche Antwort und akzeptiere, dass Ihre vertiefte Argumentation offensichtlich im Buch zu finden ist. Mal schauen, ob ich dazu komme dieses Buch zu lesen. Ich will mich aber noch davon überzeugen, dass es sich auch lohnt😉
        Zu der von Ihnen verlinkten Metastudie und u.a. zur Frage des Aussortierens z.B. von Rauchern usw. gibt es diesen (aus meiner Sicht sehr einleuchtenden) Beitrag von Pollmer und Knop:
        http://euleev.de/lebensmittel-und-ernaehrung/ernaehrungsunsinn-des-monats/735-ernaehrungsunsinn-des-monats-juli-2016-normalgewicht-verlaengert-leben

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      4. Ich denke, ich habe versucht zu erklären, was die Argumentation dahinter ist, warum man Rauchen und chronische Krankheiten aus der Berechnung entfernen muss, um Verzerrungen der Daten zu vermeiden.
        Wenn Sie Herrn Pollmers Thesen hierzu überzeugender finden, bleibt Ihnen das selbstverständlich unbenommen. Herr Pollmer wirft damit der wissenschaftlichen Gemeinschaft (denn dieses Verfahren ist Konsens) vor, zu „manipulieren“ um ein Ergebnis absichtlich zu verzerren. Damit sagt er letztlich: Die überwiegende Mehrzahl der wissenschaftlichen Untersuchungen, der Konsens der Wissenschaft und Medizin und die daraus resultierenden Empfehlungen sind allesamt Teil einer gezielten Manipulation.

        Persönlich kann ich sagen, dass die methodische Kritik an der Flegal-Studie aus meiner Sicht nachvollziehbar und überzeugend ist und dem entspricht, was ich aus meiner eigenen wissenschaftlichen Arbeit kenne. Auch die weitere Recherche zu dem Thema hat das bestätigt. Selbstverständlich kann man an der Stelle nun sagen: „Gut, dann sind eben 95% aller Studien zu dem Thema manipuliert und nur einige wenige Studien zeigen die Wahrheit.“ – Diese Abschätzung muss jeder für sich treffen, denn letztlich ist das Körpergewicht eine ganz persönliche Entscheidung.

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      5. Conrad Skerutsch

        Die größere Anzahl von zitierten Studien und Artikeln unter dem Pollmer-Artikel sind für mich eher der Hinweis, dass eine Mehrzahl von wissenschaftlich fundierten Aussagen seine Auffassung bestätigen. Aber wahrscheinlich ist die Ping-Pong-Debatte in diesem Rahmen auch nur begrenzt sinnvoll. Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende.

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      6. Conrad Skerutsch

        Doch noch ein Nachtrag: Das Herausrechnen von Teilgruppen aus solch einer Studie ist offensichtlich ein sehr großes Manipulationsrisiko. Wenn mir eine Auswertung nicht passt, rechne ich halt mal so lange Teilgruppen heraus bis meine vorgefasste Meinung bestätigt wird. Bei der von Pollmer kritisierten Metastudie wurden dann gar 2/3 der erfassten Daten „herausgerechnet“. Warum die genannten Raucher, EX-Raucher und chronisch Kranke? Warum nicht Vegetarier, Fleischesser, Grünkohl-Liebhaber? Wenn man eine Aussage dazu treffen will, wie sich BMI-Übergewicht auf die Gesellschaft auswirkt, sollte man wohl besser nichts herausrechnen – weil die Gesellschaft eben nicht nur aus einem Drittel sondern aus 100% der Menschen besteht.

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      7. jutta

        1. Eine Blogtechnische Bemerkung/Frage: ich durchschaue nicht ganz, woran es liegt, dass man auf manche Kommentare antworten kann und auf andere nicht. Meine Antwort landet also nicht ganz dort, wo ich sie haben wollte.
        2. Den Stand der Diskussionen um Gewicht und Lebenserwartung würde ich persönlich ca. so zusammenfassen: Leicht Übergewichtige haben bessere Chancen, bestimmte Krankheiten zu überleben, die sie bei gesünderer Lebensweise gar nicht bekommen hätten. (Anm: gesündere Lebensweise umfasst mehr als nur kalorienarm zu essen.) Oder eine Spur polemischer: ab einem bestimmten Punkt verlängert Übergewicht das Leiden.

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  8. tezum

    Habe mich heute sehr über die vielen Kommentare von allen gefreut. Und auch, dass so viele meinem Blog gefolgt sind. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Dabei habe ich gemerkt: Der Austausch mit anderen ist die größte Motivation und es war eine gute Idee von Nadja, den Blog ins Leben zu rufen und hier einen Gastbeitrag zu veröffentlichen. Danke danke und nochmals danke . Ich wünsche allen hier ein schönes, erholsames und kalorienarmes Wochenende !

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  9. Du sprichst mir aus der Seele. Wenn ich „nach Gefühl“ esse, komme ich ca. auf 3500-5000 Kalorien. Ich hatte eine Zeit, da habe ich durch meine „Hoffnungslosigkeit mit diesem miesen Stoffwechsel“ eine depressive Episode ausgelöst. Ich dachte kurzzeitig, ich könne rein physiologisch/physikalisch nicht abnehmen, weil ich durch viele Hungerkuren meinen Stoffwechsel zerstört habe. Diese Esstagebücher sind ein Segen; und das kühle Kalkulieren der Kalorien, das „Sich-auf-physikalische-Gesetze-Beziehen“ mein Fundament. Es ist ja nicht nur so, dass ich dadurch gut abnehme, ich gerate einfach nicht mehr in „Panik“ und dem Gefühl der absoluten Machtlosigkeit, wenn ich zulege. Ich weiß dann „Okay, naja, du hast ja jetzt auch 2 Wochen am Stück jetzt über 3500 Kalorien gegessen. Ist doch normal!“

    Euch allen weiterhin viel Erfolg.❤

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  10. Dass man mit Schätzen nach hintenlosgehen kann, habe ich auch am eigenen Leib erfahren. Das sah dann hauptsächlich so aus, dass ich nur die Hälfte des Tages eingetragen habe und das Abendessen dann nur noch geschätzt. Und viel zu oft habe ich mich weit verschätzt. Das schürt natürlich nur den Frust.

    Ich wünsche dir viel Erfolg und gutes Durchhaltevermögen! Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass es nur motivierend ist, wenn man (fast) alles richtig macht und dann Ergebnisse sieht. Nur nicht aufgeben, dann bereut man nur – so wie ich es mittlerweile tue!

    Inspiriert von all diesen tollen Geschichten hier, habe ich mich nun auch entschlossen, meine Erfahrungen und (Miss-)Erfolge zu bloggen. Wer möchte kann gerne vorbei schauen, ich freue mich immer über konstruktive Dialoge🙂 https://kaschmiro.wordpress.com/

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  11. Ich bastel seit ein paar Jahren an einem Blog, das u.a. Übersicht und Startportal zu einer großen Menge an Abnehmblogs sein soll.
    Es besteht aus BlogRadaren (wie eine BlogRoll, zeigen die neuesten Meldungen oben an) zu den Themen:

    AbspeckBlogger – 60 Blogger schreiben über ihre Abnehmerei
    https://kochkatastrophen.blogspot.de/p/abspeckblogger.html

    Abnehmen – der bunte Mix der Abnehm- und Sportblogs
    https://kochkatastrophen.blogspot.de/p/blogs.html

    Ebenso gibt es solche BlogRadare für Fitness, LowCarb, Veggie oder sogar PlusSize-Fa(t)shion – viel Spaß beim Stöbern!🙂

    Teilnehmende Blogs erscheinen auch auf der Startseite.

    Viele Grüße,
    Marc

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