Die EMMA & der Terror-BMI: Alles Quatsch!

Mit etwas Verspätung widme ich mich heute der Juli/August-Ausgabe der EMMA. Der darin enthaltene Artikel „Body Mass Index: Alles Quatsch!“ wurde mir freundlicherweise von einem Leser zugeschickt.

Und weil „alles Quatsch“ wirklich die denkbar beste Überschrift und Zusammenfassung für diesen Artikel ist, fange ich einfach mal direkt am Anfang an und arbeite mich durch:

Bee. Emm. Iii.

Eee. Emm. Emm. Aaa.

Keine Ahnung was das soll, aber irgendwie wirkt es blöd.

Mit Hilfe dieser drei Buchstaben werden seit vier Jahrzehnten Millionen – vor allem weibliche – Menschen terrorisiert.

Ah. Es war eine Warnung: Es wird definitiv blöd. „Terrorisiert“ … eine Nummer kleiner ging es nicht, EMMA?

Der Terror (lat. terror „Schrecken“) ist die systematische und oftmals willkürlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder angedrohte Gewalt, um Menschen gefügig zu machen. – Laut Resolution 1566 des UN-Sicherheitsrates sind „terroristische Handlungen solche, die mit Tötungs- oder schwerer Körperverletzungsabsicht oder zur Geiselnahme und mit dem Zweck begangen werden, einen Zustand des Schreckens hervorzurufen, eine Bevölkerung einzuschüchtern oder etwa eine Regierung zu nötigen und dabei von den relevanten Terrorismusabkommen erfasst werden“

Ja, doch, das klingt angemessen. Schrecken, Einschüchterung und Gewalt … und wie genau macht der BMI das?

Man nötigt sie, panisch Zahlen in ihren Taschenrechner einzutippen, und erklärt sie zu verantwortungslosen, undisziplinierten Menschen, sofern die Zahl, die am Ende der komplizierten Berechnungen herauskommt, größer ist als 25.

Habt ihr auch schonmal in akuter Todesangst Zahlen in euren Taschenrechner getippt? Dagegen ist das, was die Flüchtlinge auf ihrem Weg von Syrien nach Deutschland erlebt haben nichts! Terroristen haben vor deinen Augen deine Familie erschossen? Also ich habe Zahlen in meinen Taschenrechner getippt!

Nee, sorry, ich halte das nicht durch. Ich gehe kurz den Artikel auf die unsäglich blöden Bezeichnungen für den BMI durch, sammle sie, verdrehe einmal intensiv die Augen und ignoriere sie für den Rest des Artikels:

Er ist ein Qual-Instrument gegen Emanzipation.

Denn ein BMI ab 25 gilt bereits als „präadipös“. Dieses Tor zur Hölle würde die 1,70 große Frau bei einem Gewicht von 73 kg durchschreiten.

Seinen Siegeszug trat der Plemplem-Quotient anno 1972 an

Verdächtig auch das Timing: Fällt die Propagierung des Terror-Instruments nur zufällig auf den Höhepunkt der westlichen Frauenbewegung?

Autsch.

Weiter geht’s, denn nun kommt der lustige Teil:

Diese Zeiten dürften bald endgültig vorbei sein. Zu verdanken ist dies einem amerikanischen Mediziner namens Jeffrey Hunger und seiner jüngsten Studie. Diese Untersuchung, so Hunger, sei „der Sargnagel für den BMI“.[…] Dank Jeffrey Hunger und seine Kollegin Janet Tomiyama von der University of California wissen wir nun definitiv: „Ob ein Mensch gesund ist oder nicht, ist weitgehend unabhängig davon, was er auf die Waage bringt.“ […] JedeR zweite „Übergewichtige“ mit einem BMI über 25 hatte völlig normale Werte. Dafür waren die Blutwerte bei jedem dritten „Normalgewichtigen“ kritisch und sprachen für ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes & Co.

Nun ist die EMMA ihrerseits etwas spät dran, um die Totenwache des BMI einzuläuten, denn tatsächlich ging diese Studie bereits Anfang 2016 durch die Medien und unter anderem die „Welt“ tat sich mit maximal verschwurbeltem Unsinn hervor. Das hatte ich bereits im Februar ausführlich kommentiert und mir die Originaldaten der Studie angesehen und eine Grafik dazu erstellt:

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Obwohl Herr Hunger sich offenbar die größte Mühe gegeben hat, den BMI widerlegen zu wollen, sehen die Daten so gar nicht nach einer Widerlegung aus. Das Krankheitsrisiko steigt mit dem BMI stark an und es ergibt sich ein ganz eindeutiger Zusammenhang zwischen BMI und Gesundheit. Wer schaut sich diese Zahlen an und denkt sich dabei: „Ganz eindeutig: Ob ein Mensch gesund ist oder nicht, ist weitgehend unabhängig davon, was er auf die Waage bringt.“?

Das ist wohl mit ein Grund warum die Zahlen der Studie grundsätzlich in fast keinem Artikel konkret genannt wurden sondern immer mit „Soundsoviele Dicke sind gesund und es gibt auch kranke Dünne! Hah!“ beschrieben wurden. Genau das könnte man auch mit jedem anderen Risikofaktor machen:

Nicht jeder Alkoholiker hat eine kaputte Leber und es gibt auch abstinente Menschen mit Leberschaden. Ergo: „Ob ein Mensch eine gesunde Leber hat ist weitgehend unabhängig davon, wie viel er trinkt“.

Nicht jeder Raucher hat Lungenprobleme, aber es gibt auch Nichtraucher mit Krebs, Asthma oder COPD: „Ob eine Lunge gesund ist, ist weitgehend unabhängig davon, ob jemand raucht.“

Aber die EMMA ist offenbar wenig an den tatsächlichen Fakten interessiert, sondern möchte einfach plumpes BMI-Bashing betreiben. Und dabei darf natürlich das Standard-Argument nicht fehlen:

Immer wieder waren in den letzten Jahren Studien zu dem Ergebnis gekommen, dass der BMI weder Muskelmasse noch Fettverteilung des jeweiligen Körpers berücksichtigt.

Das ist wahr. Was die EMMA dabei unterschlägt: Nur 1% der Bevölkerung sind aufgrund erhöhter Muskelmasse-Werten irrtümlich „adipös“, aber etwa 39% der Menschen (fast die Hälfte der Frauen) weisen trotz nicht-adipösem BMI Körperfettwerte auf, die sie als adipös klassifizieren.

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Der BMI ist also mit 99%iger Sicherheit gut darin, Übergewicht festzustellen – was ein sehr guter Wert für ein Diagnoseinstrument ist. Dagegen neigt er zur Fehldiagnose von Normalgewicht. Auch eine deutsche Studie von Hauner und Kollegen aus dem Jahr 2008 kam zu einem ähnlichen Schluss: Während laut BMI nur etwa ein Viertel der Deutschen adipös war, waren es laut Bauchumfang ganze 40%.

Halten wir also fest: Die Schwäche des BMI ist, dass er in unserer zunehmend inaktiver werdenden Gesellschaft systematisch die Muskelmasse über- und den Körperfettanteil unterschätzt. Vereinfacht gesagt: Der BMI ist viel zu nett, und sagt den Leuten eher, dass sie dünner sind, als tatsächlich der Fall ist. Das passt so gar nicht zu einem „Terror-Instrument“, oder?

Aber die EMMA will unbedingt darstellen, wie lächerlich der BMI ist, denn offenbar stand das bereits vor Jeffrey Hungers bahnbrechender Nicht-Widerlegung des BMIs fest:

Dabei steht für denkende Menschen schon seit Jahren fest: Der Body-Mass-Index ist Schwachsinn.

Und sie holt sich dabei Unterstützung von einem der führenden Köpfe der deutschen Fatacceptance, Udo Pollmer:

Pollmer ätzt: „Pardon, aber wer aus Körpergewicht und Körpergröße einen Quotienten errechnet, um daraus die gesundheitliche Zukunft eines Menschen zu weissagen, muss völlig plemplem sein. Da kann man ebenso aus dem Schädelumfang und der Körbchengröße einer Ernährungsberaterin deren Intelligenzquotienten berechnen.“

Ich bezweifle, dass man damit mit 99iger% Genauigkeit eine Aussage treffen könnte. Aber das Bild ist natürlich schön polemisch. Höhöhö, Körbchengröße! So ein Quatsch!

Aber selbstverständlich darf in der EMMA eine Prise patriarchaler Verschwörung nicht fehlen, denn irgendwie hängt ja alles Übel der Welt, so wie der Terror-BMI, mit dem Patriarchat zusammen:

Verdächtig auch das Timing: Fällt die Propagierung des Terror-Instruments nur zufällig auf den Höhepunkt der westlichen Frauenbewegung? Schließlich vertritt nicht nur die feministische Psychoanalytikerin Susie Orbach die äußerst schlüssige These, dass das Patriarchat auf den Ausbruch der Frauen aus ihren traditionellen Rollen postwendend reagierte, indem sie den entfesselten Weibern mit aberwitzig dürren Schönheitsidealen neue, innere Fesseln anlegte.

Da hat das Patriarchat wohl eher schlechte Arbeit geleistet:

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Umfragen zufolge stieg bei den Frauen in den letzten Jahrzehnten, in denen mit Hilfe des BMI „Millionen – vor allem weibliche – Menschen terrorisiert“ werden sowohl das tatsächliche Gewicht als auch das Wunschgewicht von Frauen um mehrere Pfund an. Auch scheint das Terrorinstrument in den letzten vier Jahrzehnten nicht wirklich gute Arbeit beim Anlegen innerer Fesseln im Bezug auf Adipositas geleistet zu haben:

obesity-prevalence-map-1960-2010

Fassen wir also kurz die Thesen des EMMA-Artikels zusammen:

Der BMI ist ein vollkommen nutzloses Plemplem-Qual-Instrument um Übergewicht festzustellen und ist weitestgehend unabhängig von Gesundheit. Vermutlich wurde er vom Patriarchat erfunden um Frauen einzuschüchtern und zu terrorisieren, damit sie versuchen, unrealistisch dünn zu werden.

Tatsächlich allerdings ist der BMI recht gut dazu geeignet, gesundheitsgefährdendes Übergewicht festzustellen und ist eher zu nett. Das tatsächliche Gewicht und das Wunschgewicht von Frauen ist in den letzten Jahrzehnten, seit der BMI genutzt wird, gestiegen und auch die stark gesundheitsgefährdende Adipositas ist gestiegen.

Wie gesagt: „Alles Quatsch“ beschreibt es eigentlich ganz gut.

59 Gedanken zu “Die EMMA & der Terror-BMI: Alles Quatsch!

  1. „JedeR zweite „Übergewichtige“ mit einem BMI über 25 hatte völlig normale Werte. Dafür waren die Blutwerte bei jedem dritten „Normalgewichtigen“ kritisch“ ist lustig formuliert.
    Das heißt ja wohl: 50% der Adipösen hatten kritische Werte und nur 33 % der Normalgewichtigen. Aber so wie oben kann man’s natürlich auch formulieren …

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    1. Jupp. Wie in der Grafik dargestellt: 30% der Normalgewichtigen und 52% der leicht Übergewichtigen (71% der Adipösen) hatten schlechte Blutwerte … und zufälligerweise unterschätzt der BMI eher Übergewicht, weswegen bei den Normalgewichtigen nochmal ca. 39% eigentlich Übergewichtig wären …

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    2. So eine falsche Disjunktion ist beliebt bei dummen Leuten (hier „dafür“): Während Sie bei der angeblich kostenlosen, aber bösen Bank A bis zu 9,90€ im Monat an versteckten Gebühren erwarten müssen, zahlen sie bei der fairen Bank B lediglich 10 Euro im Monat pauschal.

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  2. Ali

    Vielen Dank für den Artikel!

    Ich habe den EMMA-Artikel im Sommer gelesen und mich vor allem über diese seltsame Zahlenverdrehspielchen aufgeregt. Für wie blöd (in Mathe) hält die Autorin ihre LeserInnen eigentlich? (Einen dementsprechend harschen Leserbrief habe ich im Kopf zu formulieren begonnen, wo er bis heute verblieben und versunken ist… )

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  3. Häresie! Wie kannst Du es wagen an den Aussagen der heiligen Schriftin zu zweifeln? Das ganze auch noch maskulinistisch-naturwissenschaftlich belegt! Blasphemie! Ich geh jetzt mal ne Runde Holz für den Scheiterhaufen suchen…

    (Wer Sarkasmus findet darf ihn wie immer behalten!)

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  4. Hapi

    Bei dem 1%, wo der BMI zu „hoch“ ist, ist das Verhältnis Männer zu Frauen 15:0. Die Erklärung dürfte in der Muskelmasse liegen, wie sie etwa Bodybuilder haben. Diese wissen aber, dass sie nicht übergewichtig sind. In der Praxis dürfte der Fall eines zu hohen BMI praktisch kaum vorkommen.

    Schade, der Autorenname fehlt. Den sollte man Google nicht vorenthalten.

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  5. Julischka

    Hey, also erstmal will ich kurz sagen: Blog, Buch und Facebook-Auftritt von dir finde ich super! Habe das Buch verschlungen und danach gleich mal 5kg abgenommen.
    Mein Ziel war ursprünglich aber höher und bei mancherlei Aktion bleiben mir noch Fragen, wie zum Beispiel:
    Seit 3 Monaten gehe ich nun ins Fitnesstudio (2-3x die Woche) und joggen (2-3x die Woche,ca. 10km/h und meist 5km). Ich fahre regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit und mache dort alle 2 Stunden kurze Spaziergänge. Einmal im Monat werde ich im fitnessstudio gewogen und es wird mittels Waage eine Körperfettanalyse gemacht. Dabei war mein Körperfett bei 35% und meine Muskeln bei 27% und auch wenn ich weiß, dass man sich ja gern Ausreden für solche Werte sucht, so kann ich das irgendwie schlecht glauben. Ich bin 1,70m groß und wiege 65kg, meine Muskeln an den Armen und vor allem an den Waden zeichnen sich mega ab, ich trage Größe 36 und will natürlich noch abnehmen (auf ca. 58kg), fühle mich aber nicht wie nur 27%Muskeln, geschweige denn 35%Körperfett. Ich habe aber einen sehr ordentlichen Vorbau: Größe 75G
    -kann das bei der Waage mitgemessen worden sein, bzw. das Ergebnis verfälschen?
    Wie ist es denn eigentlich mit dem Gewicht so grosser Brüste? Ich habe die mal gewogen und kam auf 4.5kg – ist das ebenso gefährliches Fett oder eher nicht?

    Vielen Dank schonmal für den Fall einer Antwort und liebe Grüße

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    1. Ich würde nochmal andere Messmethoden zusätzlich verwenden, also z.B. Umfang (Navy Methode o.ä. müsste im Netz zu finden sein) oder Caliper oder eine andere Waage. Die Werte klingen schon so, als könnte die Messung fehlerhaft sein. Bei meinem Physiotherapeuten damals war die Messung definitiv quatsch, denn ich hatte damals nach 6 Wochen Krafttraining und 9 kg Abnahme plötzlich eine extreme Steigerung im Körperfettanteil, was schon rein rechnerisch gar nicht möglich war. Da war die Messung aus irgendwelchen Gründen komplett daneben.

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      1. Auf einem 3. Programm gab es mal einen Beitrag zum Messen des Fettanteils. Dabei sind alle Waagen mit Körperfettanteil durchgefallen. Damals war es Standard den Körperfettanteil durch einen el. Strom durch die Beine zu bestimmen – da sitzt aber nicht das meiste Fettgewebe.

        Verglichen hatten sich dabei Körperfettwaagen, Messmethoden mit Zangen (Menge Haut dazwischen) und Professionelles Messen mit elektrischem Strom – dabei kann ich mich an den Arm erinnern, weiß aber nicht mehr ob da noch mehr Stellen genommen wurden.

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      2. Mona

        Es kommt doch drauf an, wen man vor sich hat. Ich bin mir sehr sicher, dass ich jahrelang das meiste Fett in den Beinen hatte, schon allein, weil ich so gut wie keine Muskulatur drin spüren konnte (skinny fat und danach nur fat fat) und die Beine trotzdem sichtbar dicker waren als der Rest.

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    2. Mona

      So wie ich die Waagen verstehe, müsste eigentlich bei größeren Brüsten weniger Körperfettanteil angezeigt werden als bei wenig Oberweite. Das denke ich, weil die Elektroden meistens in den Händen gehalten werden und an den Füßen sind. Da müsste die Messung auch direkt Beine und Arme gehen und nicht extra einen Umweg durch die Brust machen.Es gibt ja auch Waagen, die nur Fuß-Elektroden haben, da misst die nur von Bein zu Bein, also bekommt man bei großer Oberweite (oder dickem Bauch) da einen zu hohen Muskelanteil angezeigt (im Fall von normalen oder fettarmen Beinen).

      Man kann den Wert durch vieles verändern. Wenn man eingecremte Hände und Füße hat, wird was anderes angezeigt. Wenn man gerade geduscht, geschwitzt oder Hände gewaschen hat auch. Es macht sogar was aus, ob man gerade eine leere oder voll Harnblase hat oder wie sehr und womit der Darm gefüllt ist. Je nachdem, welche Daten man der Waage gibt, kommen da auch unterschiedliche Werte raus, z.B. wenn man in Wirklichkeit doch 6 cm größer ist als eingetippt wurde. Jede Wasserschwankung ergibt eigentlich einen anderen Wert. Wenn du die Messung vor dem Sport und nach dem Sport machst, müsste sich eigentlich auch schon der Wert verändern. Bei viel Salz natürlich auch. Wenn man sehr wenig Kohlenhydrate isst, dann auch sein, dass zu wenig Muskelmasse erkannt wird, da die Speicher nicht so voll sind und nicht so viel Wasser binden. Naja, wie gesagt, hängt halt vieles vom Wasser/Feuchtigkeit ab.
      Von dem, was du geschrieben hast, kommen mir 35% auch bisschen viel vor.

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      1. Alles gut erklärt, Mona!🙂

        Die Messergebnisse liefern nur eine Momentaufnahme, die von viele Faktoren (wie oben beschrieben: z.B. Blaseninhalt, Glykogen und Wasser in den Muskeln) abhängen. Und natürlich kann die Waage auch nicht erkennen, wie groß die Brüste sind😉 (Herrlich zu lesen, worüber Frauen sich manchmal Gedanken machen. Made my day <3)

        Letztendlich werden alle Messergebnisse der Waage und die anderen Input-Größen (Geschlecht, Alter, whatever) in eine mathematische Formel gesteckt, die dann ein Ergebnis ausspuckt. Eine gewisse Ungenauigkeit ist also dabei (eine Formel für alle Menschen kann höchstens eine Näherung liefern).

        Was Du tun kannst, wurde auch schon erwähnt:
        a) Nimm eine andere Messmethode mit dazu. Ich habe einen Caliper von Amazon (ca. 10€), und der scheint mir gefühlt relativ genaue Ergebnisse zu liefern.
        b) Du hältst alle Einflussgrößen möglichst konstant (Ernährung in den Tagen vor der Messung, Uhrzeit der Messung, Sport vor der Messung, weiblicher Zyklus?? etc), und vergleichst die Messergebnisse relativ zueinander (nur um Fortschritt zu sehen, nicht um den absoluten Wert zu wissen).

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    3. Ob die Körperfettwaage funktioniert oder nicht, kann ich zwar nicht beurteilen, aber Brüste bestehen doch zum Großteil aus Fett. Wie soll also selbst eine richtig funktionierende Waage zwischen Brust- und Hüftfett unterscheiden?

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      1. Mona

        Anhand der Wasser- und Muskelmasse, deswegen muss man ja Alter, Größe und Geschlecht eintragen. Ich weiß die Details nicht, aber ich kann mir das nur so vorstellen, dass das Ding ein Gewicht misst und dann schaut wie viel Wasser und Muskeln (leiten besser als Fett) im Körper (bzw nur der Teil, wo der Strom entlanggeht) sind und der Rest ist halt Fett. Ich denk mal so typische Werte für Knochen und Knorpel werden von vornherein schon abgezogen.

        Wie geschrieben, eigentlich kann das Ding nicht wissen, dass man einen großen Hintern/Bauch/Busen hat, wenn nur über Beine gemessen wird und die Beine recht muskulös sind.

        Falls jemand das genauer weiß, kann er mir das gern genauer erklären, bitte.

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  6. Shark

    Ich finde dieses aufweichende Nutzen von Begriffen wie z.B. „Terror“ und „Trigger“ einfach schrecklich. Da werden Leute, die sich von bestimmten Haltungen oder Kommentaren in den social media beleidigt fühlen, auf die selbe Stufe gehoben wie Leute mir PTBS oder ähnlich schrecklichen Auskommen nach fürchterlichen Erfahrungen.

    Ähnlich wie die Leute, die aus Mode oder Hipp-sein alles gluten- und laktosefrei wollen (weil, das is‘ ja gesund, ne?) was dazu führt, dass Leute, die eine tatsächliche Intoleranz haben, nicht mehr ernst genommen werden.

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  7. Mona

    In der Tabelle steht, dass von 875 Frauen nur 26% einen body fat non-obese haben? 74% dieser Frauen haben body fat obese! Das ist so heftig. Wenn ich mir dann auch noch vorstelle, dass Frauen meistens sowieso schon mehr Fett haben als Männer, erschreckt mich das. Vor allem 48% der normal-BMI Frauen! Solche Zahlen machen immer, dass ich sofort noch 2 kg abnehmen will, weil ich keinen überflüssigen Ballast mit mir rumschleppen möchte.
    Gibt es solche Untersuchungen auch mit Leuten, die laut BMI untergewichtig sind? Wär total interessant zu wissen, ob es auch Untergewichtige mit body fat obese gibt oder ob es sich doch eher komplett ausschließt.

    Wieso können Menschen mit solchen Texten, wie der aus der EMMA, überhaupt Geld damit verdienen? Es muss doch jemand lesen, der erkennt, dass so ein Text vielleicht doch nicht an die Kunden gehen soll oder überhaupt veröffentlicht werden sollte. „Bee. Emm. Iii.“ Kommen da irgendwelche Experten zu Wort? Außer Pollmer. Für wen schreiben die das überhaupt, was ist deren Zielgruppe zur Zeit?
    (Ich weiß immer noch nicht, wie man hier Zitate einbauen kann.)

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      1. Mona

        Das müsste ja heißen, dass skinny fat nur im Normalgewichtsbereich gibt. Also wenn man skinny fat so versteht, dass die Person einen ungesund hohen KFA hat.

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  8. SnuSnu

    Die Emma hatte auch mal vor einiger Zeit einen „Artikel“ online der sich kritisch gegenüber der weiblichen Intimrasur äußert. Mein Kommentar dazu wurde prompt nicht freigeschaltet und auf meine Email mit der Frage wieso wurde bis heute nicht geantwortet. Ich habe auch die Vermutung, dass die einzigen semi-kritischen Leserkommentare fake sind…
    Ich bin selber eine Frau und das einzige, was ich damals bemängelt habe, war die Tatsache, dass es nur dann Feminismus ist, wenn ich als Frau mit meiner Intimbehaarung mache, was ich will und wenn keiner der Meinung ist nur Look x oder Look y sind „weiblich“ und „selbstbestimmt“ oder irgendwie sonst frei von Zwängen. Die waren so besessen davon, da den „gesellschaftlichen Druck“ reinzulesen, dem sich die Frau als (scheinbar) nicht-reflektierendes Wesen nicht entziehen kann, dass die nichtmal meine Meinung dazu in den Kommentaren stehen haben wollten! Feminism my ass!

    Gleicher Schwachsinn jetzt mit dem BMI. Und der übermäßige Gebrauch von dem Wort „Terror“ ist natürlich ganz schön bitter, wenn man darüber nachdenkt wofür dieses Wort im Regelfall genutzt wird und die Leiden der fetten Wurstfachverkäuferin möchte ich beim besten Willen nicht auf die gleiche Stufe Stellen wie die von z.B. Kindern in Syrien oder anderen Kriegsgebieten.
    Das ist schon echt eine geschmacklose Frechheit.
    Und wie schon angemerkt wurde, ist es natürlich auch frech gegenüber dem Leser, denn der wird ja für noch blöder verkauft als die Autorin ist, wenn erwartet wird, dass er einer derart löchrigen Argumentation zustimmt. Ist das jetzt Journalismus, oder was ist das? Wissenschaft ist mir scheiß egal ich kann unter dem Deckmantel (online-)Zeitschrift meinen persönlichen Frustrationen Luft machen ohne verpflichtet zu sein mir die Wahrheit über XYZ anzusehen und die Fakten kennenzulernen und eben diese weiterzugeben an meine Leser?
    Ekelhaft was die allgemein so für einen scheiß publizieren und behaupten so hat moderner third wave feminsim auszusehen.

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    1. Die EMMA-Variante des Feminismus hat sich noch nie dadurch ausgezeichnet, dass sie Frauen selbst denken und eigene Entscheidungen treffen lässt. Alles, was nicht der Linie entspricht, ist entweder vom Partrarchat gehirngewaschen (oder Teil einer „Zuhälterlobby“) … Wer braucht schon Fakten, wo eine dramatische Verschwörungstheorie erfunden werden kann.

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  9. BMI, Körperfettmessung, diverse Quotienten…
    Schade das wir lieber unsere Energie darauf verwenden solche Artikel über die Wichtigkeit/Unwichtigkeit der einzelnen Messmethoden schreiben, anstatt auf uns selbst zu hören.

    Ist es denn wirklich so schwer, sich einzugestehen, dass die Speckrolle an der Hüfte oder der Bierbauch, schlicht und ergreifend zu viel sind? Muss eine Emma, eine Welt, Bild immer einen riesen Artikel verfassen um das alles als gar nicht so schlimm hinzustellen? Müssen Wissenschaftler, immer wieder bekannte und bewährte Methoden, untersuchen um vielleicht doch die eine Außnahme zu finden und wenn nicht, das Ergebnis so zu verdrehen, dass doch alles Bullshit ist?

    So langsam scheint es mir, als wäre uns der Verzehr von Lebensmitteln wichtiger als unsere Gesundheit. Geht da wirklich ein Aufatmen durch die Reihen von Fatacceptance Vertretern, wenn es wieder eine neue Studie gibt, die sagt: „Alles nicht so schlimm. Das Croissant nach der Familienpizza geht schon noch, schließlich bist du als gesunder Mensch auch nicht vor der Fettleber geschützt.“

    Ich könnte mich gerade total aufregen. Seit ich begonnen habe abzunehmen (übrigens nach FLÜ, danke nochmal dafür) geht es mir mit jedem verlorenen Kilo besser. Und das betrifft nicht nur Blutwerte und Fettanlagerungen an Organen. Es betrifft meine Stimmung, meine Haltung, die gefühlte Leichtigkeit, die Freiheit, weil ich mich einfach besser bewegen kann und ja genau die Beweglichkeit an sich. Ist das alles tatsächlich weniger wert als die Völlerei?
    Warum akzeptieren wir diese Messmethoden nicht endlich, es gibt ja genügend, so dass sich jeder die aussuchen kann, die ihm besser liegt und tun etwas für unsere Gesundheit?
    Sorry, ich glaub es ist besser, dass ich die Emma nicht lese und so gar nicht über solche Artikel stolpern kann, wenn du sie hier nicht gerade besprichst.

    Liebe Grüße
    Bea

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    1. Dass die Speckrolle an der Hüfte zu viel ist, wird ja gezielt verleugnet. Denn warum ist sie zu viel? Gesundheitliche Gründe werden mit viel Schwurbelei totgeredet. Da bleibt dann ja nur noch die Optik übrig. Und da darf wirklich jeder selbst entscheiden ob was zu viel ist. Okay, laut diversen Feministinnen ist da die „falsche“ Entscheidung auch ein Beweis dass man nur ein Opfer des Patriarchats ist… Ach egal.

      Jedenfalls machst du den Fehler, Menschen ein Verständnis für Gesundheit zu unterstellen in einer Zeit, wo überall in Bezug auf Übergewicht gezielte Desinformation stattfindet. Vor FLÜ war mir auch nicht klar wie krass gefährlich mein Gewicht ist.

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      1. Klar, weiß man vielleicht nicht im Detail, was Übergewicht an gesundheitlichen Folgen hat, da ging es mir ähnlich. Aber das die Knie und Rückenschmerzen vielleicht etwas mit meinem Übergewicht zu tun haben könnten, ist ja nun nicht so weit hergeholt.
        Für mich grenzt diese ganze Fatacceptance-Sache und auch der Artikel von Emma, der ja (Absichtlich) Informationen verdreht, schon fast an fahrlässige Körperverletzung.
        Optik, ja, da bin ich voll bei dir, dass ist die Sache von jedem selbst.

        Bea

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  10. Frank

    Und in der nächsten Ausgabe der EMMA lesen Sie, warum das Minuszeichen auf Ihrem Kontoauszug NICHT bedeutet, dass Sie Ihr Konto überzogen haben und Ihr finanzieller Spielraum dadurch eingeschränkt sein könnte. Seien Sie gespannt, wie wir dieses patriarchalische Vorzeichen mit gewohnt seriöser, wissenschaftlicher Logik zerlegen, damit Sie Sich auch in Zukunft am Kontoauszugsdrucker wohlfühlen können.

    Ist diese „Zeitschrift“ eigentlich schon immer so gaga, oder erst seitdem die schwarze Alice für die Bild arbeitet?

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  11. Emma

    Oh, ihr seht das doch mit dem BMI viel zu verkniffen, schließlich kann man sich doch den BMI heutzutage als moderner Mensch aussuchen. Beispiel der EDEKA BMI Rechner zu anderen Rechnern: Mit 170 cm, 75 kg, männlich kommt bei Edeka heraus ein BMI von 26 „Sehr gut! Dieser Wert liegt für Ihre Altersgruppe im Normalbereich von 22-27. Sie scheinen auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu achten und auch die Bewegung kommt bei Ihnen nicht zu kurz. Machen Sie weiter so!“ während mir andere BMI Rechner sagen ich bräuchte eine Diät, welche sie mir per Link anbieten könnten oder haben zumindest leichtes Übergewicht
    „Sie haben einen BMI von 26 und haben damit Übergewicht. Ja, ich will abnehmen.“ (siehe Links unten sofern erlaubt).

    Na dann nehme ich doch lieber den Edeka BMI Rechner und gehe erst mal beim Edeka Lebensmittel kaufen😉

    https://www.edeka.de/rezepte-ernaehrung/tests-rechner/bmi-koepergewicht-pruefen/index.jsp?ns_campaign=S00097775&cl_adid=111065772609&ns_clid=google,462829569,30203911689,%5Bbmi%5D

    http://bmirechner.net/berechnung

    http://www.bmi-rechner.net/danke.htm

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    1. Ergebnis: 26,2 (richtig gerechnet ist schonmal)

      Nicht schlecht, aber auch nicht ganz perfekt. Dieser Wert liegt für Ihre Altersgruppe leicht über dem Normalbereich von 21-26. Mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung können Sie Ihr Gewicht langfristig reduzieren.

      Hinweis: Sportler haben auf Grund ihrer größeren Muskelmasse oftmals einen BMI-Wert über 25. In diesem Fall liegt kein Übergewicht vor.

      *facepalm*

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  12. Der BMI war mir mit fast morbider Adipositas wumpe und hat mich nicht einen Tag terrorisiert. Meine dicke Wampe aber schon. Mittlerweile bin ich mit BMI 28 „nur“ noch übergewichtig. Ich verstehe den BMI für mich aber trotzdem nur als ca-Richtwert und konzentriere mich auf die Reduktion des Körperfettanteils. Einen Einspruch zu obigem Artikel habe ich aber doch: dass das durchschnittliche tatsächliche bzw. Wunsch-Gewicht im Laufe der Zeit steigt ist doch eher nicht überraschend, wenn man bedenkt dass die Menschen auch im Durchschnitt größer geworden sind. Oder ist das schon berücksichtigt?

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  13. schöne Analyse…spricht mir aus der Seele…und zeigt schön auf wie Statistiken von alken und jedem nach Belieben missbraucht werden. Anscheinend können (oder ich würde eher sagen: wollen) viele eben doch nicht rechnen, oder sie machen sich nicht die Mühe und glauben einfach jemandem, der vermeintlich ihre Meinung vertritt. Ähnliches haben wir ja bei AFD, Brexit und Trump schon erlebt.

    bei dem Punkt mit dem Terrorisieren und dem Zeitpunkt (Frauenbewegung) war das aber vermutlich anders gemeint:
    der BMI würde den Frauen vorgaukeln, dass sie leichter sein müssten (was der BMI nicht erreicht, wie Du richtig aufgezeigt hast), soll wohl nach Emma nicht dazu führen dass sie tatsächlich leichter werden (was Du widerlegst), sondern nur den Wunsch erzeugen, um die Frauen unterdrücken zu können.

    Als jemand der als Mann in der Ära der Frauenbewegung groß geworden ist, kenne ich diese Argumentation nur zu gut (von Freu dinnen, Komilitoninnen, usw.) und muss ihr (abgesehen von der marzialischen Sprache und der Tendenz zur Vereinfachung) sogar teilweise zustimmen. Die magersüchtigen Models z.B. dienen meiner Meinung nach eben genau dazu, Wünsche zu erzeugen, die normal nicht erreichbar sind (und mMn auch gar nicht wünschenswert sind). Das erzeugt die Möglichkeit, vielerlei Produkte wie Mode oder diverse Hilfsmittel zu verkaufen bis hin zu Schönheitsoperationen. Oder nach Meinung der Emma eben Frauen abzuwerten und zu unterdrücken. Frauen, die sich ununterbrochen mit ihrem Erscheinungsbild beschäftigen, denken (potentiell wie auch real) nicht so viel über andere Dinge nach.

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  14. BMI über Größe und Gewicht halte ich grundsätzlich für Quatsch. Sowas entspringt einem üblichen Statistikergehirn. Statistik versucht ja eigentlich immer komplexe Zusammenhänge zu einer einzigen Zahl oder Aussage zu reduzieren.

    Es mag als Anhaltspunkt nützlich sein (ich verwende das auch, sogar im Alltag, also obendrein mit viel zu wenig Stichproben).

    Aber man darf eben nicht mehr Schlüsse daraus ziehen, als die Daten erlauben (also meist sehr wenig) und ein Beweis für irgendwas kann es mit Sicherheit niemals sein, Stichproben sind nun mal nur Stichproben. Es macht also keinen Sinn darüber zu diskutieren, ob der jeweilige Zusammenhang „stimmt“, das tut er sicher nicht in jedem Fall und auch immer nur tendentiell. Das liegt in der Natur der Statistik.

    Statistiken können aber (Un-)Wahrscheinlichkeiten anzeigen und erlauben damit umgekehrt, behauptete Zusammenhänge zu bezweifeln (wie in FLÜ geschehen). Denn wenn etwas nicht mal wahrscheinlich ist, dann ist es auch sicher nicht unbestreitbar (was gerne behauptet wird), besonders wenn das mit statistischen Aussagen begründet wurde (mit oder ohne echte Daten).

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  15. ähm, das sollte heißen „BMI (nur) über Größe und Gewicht zu ermitteln“.

    Als Anhaltspunkt geeignet (statistisch halt). Mehr aber sicher nicht.
    In meiner Jugend wurde noch eine andere (immer noch als stark vereinfachend angesehene) Formel propagiert, die wenigstens noch den Brustumfang (Brustkorb! also etwas vom Körperbau) mit hineingenommen hat. Ich glaube es war
    Länge_cm x Brustumfang_cm / 240
    Das sollte dann das Idealgewicht ergeben. In den 70ern wäre dann das „Normal“-gewicht (also damals das statistische Mittel) 10% höher gewesen. Das Idealgewicht kam bei mir (damals schlank, gesund und gut trainiert) sehr gut hin. Auch bei anderen mit anderem Körperbau war es ziemlich passend. Es war aber damals schon klar, dass eine Berechnung nur über die Größe verdammt viel daneben liegt. Trotzdem wird bis heute so was simples immer noch verwendet. Das zeigt doch, dass alle Welt gerne vereinfacht und verschleiert.

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    1. Naja, der BMI ist sehr leicht zu berechnen und funktioniert für eine bestimmte Fragestellung ziemlich gut: Er erkennt Übergewicht mit relativ wenig false positives (3% Männer, ca. 0% Frauen). Die false negatives sind halt ziemlich hoch, das sollte man wissen wenn man ihn benutzt.

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      1. hg42

        ich gehe jede Wette ein, dass man bei bloßer Beurteilung des Anblicks der Person eine ähnliche Sicherheit erreicht🙂 Oder mal in die Wampe greifen (Speckrolle) usw.

        Fragt sich auch, wie man an die jeweiligen Zahlen gelangt (Bewertung der Risiken usw.).
        Die Bauchumfangsmessung scheint ja mehr Aussagekraft zu haben als der BMI und der ist ja nun nicht so schwer zu messen.

        Die nicht entdeckten Gefährdeten sind auch mMn der wichtigere Teil, also versagt die Methode ja offensichtlich gerade bei ihrem Hauptzweck (nämlich der Erkennung von Risiken).

        Es schadet ja nicht, wenn jemand auf sein Gewicht achtet, der schon nicht mehr adipös ist (dann wird er eben normal- oder idealgewichtig, dagegen ist magersüchtig wohl bei dieser Betrachtung glaube ich nicht das Problem).
        Es schadet mMn deutlich mehr, wenn jemand sich einredet, er wäre noch im grünen Bereich, aber ist eigentlich übergewichtig.

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  16. hg42

    Übrigens ist ja gerade bei unserer Wohlstandsgesellschaft wohl die (Über-)Gewichts-Verteilung wohl nicht gleichmäßig, sondern wird in den meisten Fällen den Bauch vor allem anderen betreffen.

    Eine Messmethode, die nur das Gewicht betrachtet, mittelt also den Bauch auf alle Körperteile, die Aussagekraft des Wertes wird also deutlich verkleinert.

    Misst man aber direkt den Fettanteil, z.B. mit einer Zange am Bauch (die Hand tuts auch schon ganz gut), dann hat man den (wichtigsten) Wert pur, also mit nichts gemittelt.

    Da dies recht einfach ist, warum vereinfacht man das denn noch so viel weiter? Wegen der Effektivität, also den Kosten? Da könnte man doch besser an anderen Stellen im Gesundheitssystem sparen.

    Ich denke, hier wird eine angebliche Objektivität (Waagen sind nämlich immer richtig! und alle können auch die Größe genau bestimmen! -> Pustekuchen!) gegen etwas Unsicherheit (Zange mehr oder weniger zusammendrücken) getauscht. Ich denke das ist ein sehr schlechter Handel. Es ist nämlich fast unmöglich, bei dem Griff in den Bauch weniger herauszubekommen, als tatsächlich da ist, zumindest bei Männern, die einen eher strammen Bauch haben. Man hat also wohl alle zu dicken sicher drin, und ein paar vielleicht dazu, die eigentlich noch moderat dick sind, weil man halt nicht stark genug zusammengedrückt hat.

    Ich frage mich schon welche Beweggründe eigentlich zu solchen Entscheidungen führen.
    Wer entscheidet eigentlich über die Einführung eines BMI als Maßstab? Ich nehme an, der BMI kommt aus den USA. Vielleicht sollte man nicht so viel von da übernehmen? ich glaube nicht, dass die ein besseres Gesundheitssystem haben als wir, und die Leute dort sind im Schnitt vermutlich auch eher ungesünder als wir (habe ich den Eindruck), also warum sollten wir uns bei denen eigentlich viel abkupfern?

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    1. Mike

      Hi
      Der BMI hat deswegen seine Berechtigung, weil er sehr einfach zu ermitteln ist, bei geringer Fehlerquote.
      Körperfettanteilbestimmungen sind immer mit hohem Fehler behaftet, oder ziemlich komplex.
      Sogar bei der Bauchumfangmessung kann man sich ganz schnell um ein paar cm vertun, was z.B. für die Navy-Methode ziemlich unerwünschte Messfehler ergeben kann. Calipermessungen, besonders wenn sie nur an einer Stelle durchgeführt werden, haben gleichfalls einen grausigen Meßfehler, insbesondere da die Fettverteilung bei jedem menschen verschieden und man beim messen nicht immer bei jeder Person den gleichen Punkt trifft.

      Der BMI wurde, by the way, von einem Belgier erfunden, Adolphe Quetelet…

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    2. Abraxxas

      Es ist auch meine Meinung, die letzte Fettlogik ist der BMI! Man sollte nicht alles an diesem Wert festmachen. Jedes Kilo weniger ist ein Erfolg und besser als die Ausgangssituation

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    3. sharkathotep

      „Misst man aber direkt den Fettanteil, z.B. mit einer Zange am Bauch (die Hand tuts auch schon ganz gut), dann hat man den (wichtigsten) Wert pur, also mit nichts gemittelt.“

      Und dann kommen Leute und erklären einem, dass man mit Bauch besser dran ist …
      http://www.maennersache.de/studie-maenner-mit-bauch-leben-laenger-sind-attraktiver-442.html

      Aber jetzt ernsthaft: das viszerale Fett kann man nicht mit der Hand oder dem Caliper erfassen. Gut, mit dem BMI auch nicht. Aber was macht dann diese Methode besser, als den BMI?

      Von „alles an diesem Wert festmachen“ ist doch nie die Rede. Man kann davon ausgehen, dass man nicht zu schwer ist, wenn man einen niedrigen BMI hat, und wenn man einen hohen hat, weiß man mit 99%iger Sicherheit, dass man zu viel wiegt (und ein männlicher Bodybuilder weiß mit ziemlicher Sicherheit auch, dass er nicht dick ist, auch wenn er einen etwas zu hohen BMI hat). Mehr aber auch nicht.
      Ich weiß nicht, warum so viele Leute sich durch den BMI so verunsichern lassen, bzw. ihn so schrecklich finden. Es ist doch nur eine Richtlinie.

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      1. hg42

        > Man kann davon ausgehen, dass man nicht zu schwer ist, wenn man einen niedrigen BMI hat

        Man kann aber offensichtlich eben nicht davon ausgehen.
        Denn diese Aussage kann der BMI nunmal nicht leisten:
        „aber etwa 39% der Menschen (fast die Hälfte der Frauen) weisen trotz nicht-adipösem BMI Körperfettwerte auf, die sie als adipös klassifizieren.“
        40% Fehler => Kristallkugel => gar keine Aussage…
        zum Vergleich: „wenn ich blond bin, bin ich zu schwer“ würde wahrscheinlich 50% Fehler liefern.
        oder “ wenn ich Deutscher bin, bin ich zu schwer“ würde vielleicht sogar nur 40% Fehler haben, da die Deutschen mehrheitlich zu schwer sind.
        Ich würde mal vermuten, dass „wenn ich abends eine Tüte Chips esse, bin ich zu schwer“ sogar eine bessere Aussagekraft hat als der BMI!

        Ist noch jemand der Meinung, der BMI wäre nützlich?

        Diese Aussage kann er aber scheinbar treffen:
        > wenn man einen hohen hat, weiß man mit 99%iger Sicherheit, dass man zu viel wiegt

        Beim BMI wurde meiner Meinung nach diese Treffsicherheit für diese einseitige Aussage im Prinzip nur durch die passende Verschiebung der Grenze erreicht. Praktischerweise ist die Formel dafür ohne weiteren Faktor zu rechnen (es ist ja auch sooo furchtbar schwer mit einer dritten Zahl zu multiplizieren).

        Man muss hier mal in Betracht ziehen, das dies mit jeder x-beliebigen Mess-Methode erreichbar ist, die irgendeine Proportionalität mit dem betrachteten Zustand hat!
        Das ist ganz einfacher Zahlenzauber.

        Sehr simples Beispiel: „Jeder der mehr als 200kg wiegt ist adipös“ würde wahrscheinlich nahe 100% erreichen und wäre obendrein noch viel einfacher als der BMI, keine blöde Formel mehr rechnen, ist doch super, oder? Man kann den Prozentsatz durch die Wahl der Grenze (100kg, 150kg, …) beliebig von 0% bis 100% wählen (anhand der Statistik nach der man die Beurteilung vornimmt).

        Heißt aber eben absolut nicht, dass jeder unter der Grenze dann kein Problem hätte.
        Und so etwas ist in meinen Augen witzlos, es sei denn es geht wirklich um genau diese einseitige(!) Aussage, für die man die Grenze gewählt hat. Dann aber darf man den Wert auch nur genau für diese Aussage verwenden und KEINESFALLS für den UMKEHRSCHLUSS!!!

        Die Grenze ist ein Kompromiss zwischen der Fehlerquote auf beiden Seiten der Aussage.
        Ich würde fast vermuten, dass mit einer einfachen Gewichtsgrenze auch eine Fehlerquote von 1% und 40% auf den beiden Seiten zu schaffen wäre. Sollte man vielleicht mal ausprobieren. Hat jemand entsprechende Kurven parat?

        Noch viiiel einfacher wäre allerdings, einfach zwei Grenzen für diese beiden Aussagen zu wählen, das ist ja dann immer noch viel einfacher als dieses blöde Multiplizieren.
        Die jeweils gewünschte Sicherheit für die gewünschte Aussage kann man dann auf beiden Seiten frei wählen. Mit der Einschränkung, dass die eine Grenze nicht die andere überschreiten sollte, sonst sieht es irgendwie doof aus, weil jemand „zu schwer“ und „leicht genug“ gleichzeitig sein könnte.

        Das wäre übrigens deutlich besser als ein einzelner Wert, da man dann wenigsten sagen kann, dass man über alle Leute zwischen den beiden Werten keine vernünftige Aussage treffen kann (womit man aber dann auch die offenlegt, wie schlecht die Methode ist).

        Wenn man den BMI so anwenden würde, dass beide Aussagen jeweils z.B. 99% Trefferquote haben, sähe die Sache schon anders aus. Aber das ist ja soooo kompliziert, oder?
        Würde man das machen würde wohl ein Großteil der Menschen nicht beurteilbar sein.

        > Von „alles an diesem Wert festmachen“ ist doch nie die Rede.

        Ich denke, Fakt ist, dass der BMI überall von den Medien breitgetreten wird. Und damit wird er zum Standard-Wert an dem alles festgemacht wird.
        Wie oft liest man vom BMI und wann hast Du zuletzt von einer Methode gelesen, die etwas mehr in Betracht zieht? (zeigen!🙂

        Solche Aussagen wie in diesem Artikel lese ich überall:

        Entwicklungen | IFB AdipositasErkrankungen
        https://www.ifb-adipositas.de/adipositas/entwicklungen

        „Gemäß der DEGS-Studie des Robert-Koch-Instituts (2008-2011) sind 67,1 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen übergewichtig mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 25 kg/qm. Adipös mit einem BMI über 30 kg/qm sind 23,3 Prozent der Männer und 23,9 Prozent der Frauen hierzulande (Alter 18 bis 91 Jahre).“

        „In Deutschland haben gemäß der KIGGS-Studie (2003-2009) des Robert-Koch-Instituts 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren Übergewicht. Bestimmt wird das Übergewicht anhand des Body-Mass-Index und den so genannten Perzentilen-Kurven für Kinder und Jugendliche. “

        Von anderen Werten als dem BMI ist da praktisch nicht die Rede.
        Der ganze Artikel fährt ausschließlich auf BMI-Zahlen-Spiele ab.
        Interessant wäre, ob das auch die genannten Studien so machen.

        Gerade in der Frage, ob ich nicht doch noch ein bisschen weiterfuttern darf, ist der BMI wie gesagt überhaupt nicht hilfreich. Aber genau dafür wird er überall verwendet, auch von Ärzten.
        Ich habe z.B. je nachdem wie ich messe einen BMI von knapp unter dreißig.
        Bei der Rundum-Vorsorgeuntersuchung (ich bin über 50), hat das dem Arzt keinerlei Kommentar entlockt (ich war ja mit 29 noch drunter und da der Druchschnitt bei 27 liegt ist das doch noch in Ordnung, oder?).
        Ich selbst weiß aber schon lange, dass das sicher nicht gesund ist. Man spürt das, vor allem wenn man mit Zeiten vergleicht, wo man mit dem Gewicht noch weiter unten lag. Es gibt viele Effekte, u.a. so einfache Dinge wie dass man beim Schuhe zubinden nicht mehr gut an seine Füße dran kommt, weil der Bauch im Weg ist. Für einen Mann (strammer dicker Bauch) sicher auch ein ganz guter Test🙂

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      2. „Gerade in der Frage, ob ich nicht doch noch ein bisschen weiterfuttern darf, ist der BMI wie gesagt überhaupt nicht hilfreich. Aber genau dafür wird er überall verwendet, auch von Ärzten.
        Ich habe z.B. je nachdem wie ich messe einen BMI von knapp unter dreißig.
        Bei der Rundum-Vorsorgeuntersuchung (ich bin über 50), hat das dem Arzt keinerlei Kommentar entlockt (ich war ja mit 29 noch drunter und da der Druchschnitt bei 27 liegt ist das doch noch in Ordnung, oder?).“

        Äh, doch? Gerade in deinem Beispiel ist das Problem doch eher, daß der Arzt dir nicht gesagt hast, daß du zu dick bist, *obwohl du es laut BMI bist* (und ich vermute, daß du nicht wie The Rock oder The Mountain aussiehst).
        Wie du selbst auch schon richtig bemerkt hast, der BMI ist zu nett wenn man skinny fat ist, aber in die andere Richtung hat er eben eine ziemlich gute Genauigkeit.

        Und er hat wie gesagt den Vorteil, daß er vergleichsweise einfach zu berechnen ist und das aus Werten die relativ einfach relativ genau zu bestimmen sind. Notfalls kann man seine Größe mit 2 Ikea-Papiermaßbändern auf ~2cm genau bestimmen und auch die billigste Personenwaage wird nicht mehr als vielleicht 1-3kg abweichen.
        Hingegen finde ich Umfänge und KFA deutlich schwieriger korrekt zu messen. Bei meinem Bauchumfang komme ich z.B. auf Werte zwischen 72 (dünnste Stelle, Bauch eingezogen) und 90 (dickste Stelle, Bauch rausgestreckt). Der Reale Wert wird irgendwo dazwischen liegen, aber welche Stelle ist die exakt richtige und wie sehr ein-ausgeatmet/gestreckt ist richtig?
        Beim KFA wird’s eher noch schlimmer, dafür muß man mehrere Umfänge bzw. mit nem Caliper bestimmte Fettstärken miteinander verrechnen. Klar ist das wenn man es ordentlich macht exakter, aber auch komplizierter zu berechnen und um schätzungsweise wenigstens ne Größenordnung fehleranfälliger.

        Und deswegen wird der BMI verwendet.

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      3. Wie gesagt, locker ausgeatmet über dem Bauchnabel. Ein Schneider wird deine hemdgrösse auch unter dem Kehlkopf LOCKER messen, es hilft ja nix, wenn das Hemd dann zu klein ist und am Kragen kneift.🙂

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      4. Mir ist nicht klar, warum du ‚intuitiv‘ verlangst? Kann jemand, der keine Ahnung vom Kochen hat, intuitiv ein leckeres Essen zaubern? Ein nichtingenieur die Statik seines hausbaus berechnen? Warum verlangst du, dass jeder den Körperfett Anteil intuitiv richtig bestimmen können soll, wenn es wirklich eine sehr kurze Anleitung dafür gibt?

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      5. hg42

        na ja, bei der Musterung haben sie damals zwei cm zu viel gemessen…

        Mein BMI lag bei 29, die Grenze laut Arzt bei 30, also noch in Ordnung.

        Und ich bin eher klein (ich messe 174 cm) und habe eine ziemlich duchschnittliche Statur (in meiner Generation), deswegen ist der BMI bei mir wohl auch passend.
        Die meisten Leute heute sind aber größer und ich finde dass deren BMI schlechter passt als meiner. Und bei Leuten mit grundsätzlich anderer Statur passt es gar nicht.
        Ich denke, dass man mit steigender Tendenz überall dazu neigt über einen Kamm zu scheren und einen mehr oder weniger großen Prozentsatz statistisch unter den Tisch fallen lässt. Haben diese (in irgendeiner Art abweichenden) Leute kein Recht auf eine vernünftige Versorgung (also auch Information)? Man sollte sich einfach etwas mehr Mühe geben.

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      6. „na ja, bei der Musterung haben sie damals zwei cm zu viel gemessen…“
        Also etwas mehr als 1% falsch.

        „Ich denke, dass man mit steigender Tendenz überall dazu neigt über einen Kamm zu scheren und einen mehr oder weniger großen Prozentsatz statistisch unter den Tisch fallen lässt. Haben diese (in irgendeiner Art abweichenden) Leute kein Recht auf eine vernünftige Versorgung (also auch Information)? Man sollte sich einfach etwas mehr Mühe geben.“

        Klar, und in einer perfekten Welt nimmt man die genaueste Methode um jeden individuell passend zu beraten. In einer nicht perfekten Welt ist ein einfach zu bestimmender Wert mittlerer Aussagekraft aber imho wenigstens so viel Wert wie ein kompliziert und damit fehleranfällig zu bestimmender Wert hoher Aussagekraft.

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      7. hg42

        das Trendgewicht ist sicher besser als einzelne Tage zu vergleichen.

        Die Gewichtung ist aber für mich fraglich. Warum sollte der heutige Tag wichtiger sein? warum ist der faktor linear?
        Wenn man davon ausgeht, dass die unterschiedlichen Störungen zufällig verteilt sind, würde ich hier nicht gewichten sondern nur den „gleitenden Mittelwert“ über soundsoviele Tage rechnen. Je nachdem in welchen Zeiträumen die Schwankungen verlaufen, könnte man durchaus auch mehr Tage für den Mittelwert nehmen. Je mehr desto glatter aber auch etwas höher als real, während man abnimmt.

        Ich habe festgestellt, dass bei allen zufälligen Schwankungen der niedrigste Wert bei mir am aussagekräftigsten ist, d.h. dass er in Schüben immer weiter sinkt, wenn ich abnehme.
        Außerdem ist das jeweils niedrigste Gewicht in einem Zeitraum das, wo man sich am wenigsten selbst betrügen kann. Und es geht kaum einfacher.

        Zeiträume von weniger als einer Woche halte ich für relativ zwecklos. Da sind zu viele Schwankungen drin, als dass man da eine Schlußfolgerung draus ziehen könnte (nach dem Motto „die Nudeln gestern haben mir die Tour versaut“).

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      8. Weil es tatsächlich ein Teller Nudeln ist,der das Gewicht nach oben schießen lässt, bis zu 1.4 kg mehr kann der bewirken. Wie das möglich ist, steht hier :
        http://kochkatastrophen.blogspot.de/2014/02/gewicht-teil-1-gewichtschwankungen.html

        Den gleitenden Mittelwert kannst du auch benutzen, der Trend trifft es aber genauer. Wenn du in einer ständigen Abnahme bist, macht das kaum einen Unterschied, wohl aber, wenn du dich nicht jeden Tag so unter Kontrolle hast.

        Der gewichtungsfaktor ist prinzipiell ‚aus der Luft gegriffen‘, im Beispiel sind absichtlich einfache Werte gewählt. Man guckt halt, was passt, damit die Kurve nicht zu sehr geglättet wird. Näheres dazu im verlinkten text (kostenlos im Netz) von Walker.

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  17. Pingback: 92,1kg und der BMI des Terrors – abspeckblog

  18. Pingback: Könnes kämpft gegen die Fakten – Fettlogik überwinden.

  19. Mal abgesehen davon, dass der Artikel einfach reine Polemik ist, kann ich denke ich schon nachvollziehen(holt alle eure Steine), warum man gegen das generelle Thema ist. Dass man das Recht hat, dick zu sein und keine Lust auf Abnehmen zu haben, muss man hoffentlich hier nicht breit diskutieren.
    Aber dass es meistens nicht darum geht, gesund zu sein, sondern darum geht, hübsch zu sein, wenn man von „schlank sein“ redet, hat vielleicht jeder schonmal erlebt. Dass Gewicht und Schönheit oft zusammen gedacht werden, kennt man vielleicht auch. Der Punkt, auf den ich hier hinauswill: auch wenn es keine Patriarchatsverschwörung gibt, so ist doch dann eine gute Frau, die eine gute Figur hat. Das sieht man auf der einen Seite, wenn Kim Kardashian wieder zunimmt, oder Prinzessin schlagmichtot zu dünn ist und bestimmt Magersüchtig (lies: krank). Das ist ja auch beim seiteneigenen Projekt „zu dünn“ zu sehen – es ist nicht hübsch und ausserdem nicht gesund, also hör auf (oder: ich will nicht, dass du dünner bist als ich, also hör auf, geht wieder um hübsch, nur wieder im anderen Kontext). So, erster Punkt: Gewicht hat eine starke Verbindung zu Schönheit. Zweiter Punkt: Schönheit ist etwas wichtiges für eine Frau. Ausser bei Trump sehe ich wenige Auslassungen darüber, wie ein Mann aussieht, im Gegensatz dazu, wie eine Frau aussieht. Als dicke Frau habe ich andere Erfahrungen gemacht als Nadja oder wohl viele hier(was euch nicht diskreditieren soll, es gibt wohl nur solche und solche Umfelder): bei mir war es nie „gut“, dass ich einen BMI von 28 hatte, das „Umfeld“ war immer schnell dabei, mir mitzuteilen, dass ich viel hübscher wäre, wäre ich nur normal, Kuchen wurde mir übel genommen, ich war immer nur „die Dicke“ und von ständigem Nörgeln bis zum Einsperren sämtlicher Nahrung, sodass ich nicht herankonnte, habe ich so gut wie alles erlebt (kennen vielleicht manche) und jedesmal, wenn ich krank war, hieß es: du hast abgenommen, wie toll! (yay, nur noch zwei Magendarmgrippen und ich bin okay!). Von daher kann ich verstehen, an welche Themen der Artikel auch anknüpft: Wie oben bereits aufgebaut, meine ich zu sehen, dass es einen Zusammenhang zwischen Gewicht und Aussehen gibt, letzeres ist bei Frauen nicht ganz unwichtig und wenn man sich ansieht, wie über Frauen geredet wird, hat auch jeder immer eine Meinung dazu. Nachdem es jetzt immer weniger legitim zu sein scheint, einfach über „hässliche“ und „hübsche“ Frauen zu reden, sucht man sich eben das, was man messen kann:BMI und damit Gesundheit, denn Gesundheit ist gut und eine schlechte kostet die Leute viel. Wer nicht gefällt (zu dick oder zu dünn zu sein), der ist halt dann ungesund. Zu Mager? Krank! Zu dick? KRANK! Dass man sich dann anstatt auf Schönheitsideale auf den BMI stürzt, finde ich daher nicht abwegig, wenn auch sehr mies gemacht. Dass es daher ein Thema ist, das in Bezug auf Frauen eher sichtbar ist und daher auch manchmal als Problem von Frauen angesehen wird, ist die Emma eben da.
    Dass es einen sehr stark einnimmt und anstrengt, abzunehmen, vor allem die letzten Kilos, mag hier auch der eine oder andere kennen. Jede Frau und jeder Mann in der Dauerdiätenschleife und dem Sumpf aus Versagen und Selbsthass ist im Grunde nur mit einem Beschäftigt: sich selbst. Nebenher dann noch großes zu Vollbringen ist dann noch schwerer, sich selbst zu mögen sowieso. Es ist längst nicht nur ein Problem von Frauen und Frauenzeitschriften, dass die Maxime ist, möglichst gut zu sein und damit einen möglichst guten BMI zu haben.
    Der BMI ist dahingehend problematisch, dass er nicht dazu benutzt wird, Leuten medizinisch Auskunft zu geben oder zu helfen, sondern dass er dazu auch of dazu benutzt wird, den Leuten (in Verbindung auch mit Fettlogiken), einzureden, dass sie 1, eine Menge Produkte brauchen 2.quälende Diätprogramme durchmachen müssen 3.bei zu hoch oder zu niedrig pauschal ungesund zu sein und auf jeden Fall etwas zu tun (auch wenn man selbst es eigentlich total okay findet und damit leben kann).
    Für „ungesund sein“, also nicht im Normbereich zu sein, gibt es keine Entschuldigung, da ist es dann auch egal, ob man Lust hat, das durchzuziehen oder nicht. BMI ist oft die Gesundheitskeule, die gegen denjegien geschwungen wird, dessen Figur einem nicht passt und dem man klarmachen will, er solle anders sein. Denn wer will schon krank sein?

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