Gedankenschnipsel der letzten 12 Monate

„Das sind Wassereinlagerungen, kein Fett.“

„Frisch gewaschen sitzen Jeans immer eng.“

„Ein Kilo ist ja schnell wieder weg. Einfach eine Woche jeden Tag ein ordentliches Kaloriendefizit … aber nicht ab heute. Nächste Woche.“

„Immerhin sind die Brüste jetzt größer.“

„Zwei Kilo sind auch kein Drama. In zwei Wochen könnte das schon weg sein.“

„Ich könnte ja auch mal eine Woche komplett fasten. Ist ja heilsam. Kann ich ja irgendwann mal machen, dann hat sich das Thema auch erledigt. Alles halb so wild.“

„Die Hose mag ich eh nicht so.“

„Na und? Immerhin entkräftet das Magersuchts-Kommentare.“

So unwohl fühle ich mich gar nicht.“

„In diesem Winkel sieht man auf dem Foto gar nicht, dass ich zugenommen habe.“

„Dass die Oberschenkel wieder aneinander reiben liegt an dieser komischen Hose.“

„Hauptsache im Normalgewicht. BMI 21 oder BMI 22 ist doch nicht so wichtig.“

„Solange es nicht über 70 kg werden ….“

„Ich bin eben entspannt. Das ist doch eigentlich was Gutes.“

„2 kg in fast 2 Jahren ist ja wohl nichtmal ansatzweise ein Jojo.“

„63 war ja nie das wirkliche Zielgewicht. 65 +/- 2 kg … also ist 67 kg eigentlich okay.“

„….“

 

„Bullshit.“

72 Gedanken zu “Gedankenschnipsel der letzten 12 Monate

  1. Aber mal im Ernst: Spürst du echt so deutliche Veränderungen am Körper bei 2kg? Vielleicht liegt es aber auch daran, dass 2kg relativ zu deinem Ausgangsgewicht einfach anders fühlbar werden als bei mir. Höhö. *hust*

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    1. Ja! Und darüber habe ich früher immer die Augen gerollt, wenn das jemand sagte … ich konnte mir nie vorstellen, dass sowas tatsächlich fühlbar ist. Früher habe ich twilweise nichtmal 5-10 kg Zunahme wirklich im Körpergefühl oder den Klamotten besonders gespürt.

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      1. Dann liegt’s vermutlich wirklich u.a. am relativen Anteil des Gewichts. Ich spüre 2kg auch, aber nicht so krass, dass etwas sichtbar/fühlbar enger sitzt (und auch nur, seit ich auf die Ernährung achte und versuche, abzunehmen, ansonsten konnte ich das – wie du – sehr gut verdrängen).

        Ich weiß nicht, ob ich mir das einbilde und ob es da eine wissenschaftliche Basis dafür gibt (muss ich mal recherchieren), aber ich kriege das Fett, das ich „frisch“ angesetzt habe, schneller weg als wenn ich es Wochen später erst bekämpfe. Ich hab meine 2kg Plus aus dem Urlaub innerhalb von 1,5 Wochen abgenommen, obwohl ich zwischendrin auch mal sündhafte Tage mit 2500 Kalorien hatte. Andererseits macht das aus physikalischer Sicht vielleicht wenig Sinn … No Idea.

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      2. Ja, so in etwa erkläre ich mir das auch. Wobei ich laut der Kalorienbilanz zufolge schon hätte über 2kg zunehmen müssen. Aber das sind alles nur Richtwerte. Wie mein Umsatz tatsächlich ist, weiß ich ja nicht!

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      3. Michael Mendelsohn

        So einfach ist es wohl nicht. Das hängt ja auch davon ab, was deine Hormone so machen, wieviel Nährstoffe du jetzt aktuell wo gespeichert hast, ob du Muskeln auf- oder abgebaut hast, wie die Nahrung zusammengesetzt ist usw.

        Generell ist es so, dass dein Blutzuckerspiegel mitbestimmt, wieviel Insulin ausgeschüttet wird, und damit auch, wieviel Kohlehydrate ins Fettgewebe gehen. Auch deshalb ist Junk Food (Weißmehlprodukte, Zucker) ungesund im Vergleich mit Obst und Körnern.

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      4. Meine Ernährung ist nicht homogen. Aber wenn ich zulege, dann bin ich schon mit viel Insulinantwort unterwegs gewesen (liebe süß). Muskeln eher im Aufbau oder Haltenodus (Trainiere 7 Stunden die Woche exklusive Ausdauer). Während der Defizittage eher fettarm als KH-arm unterwegs (fällt mir was leichter). Denke, bei mir ist es wirklich Wasser, von KH gefüllten Muskeln und – ich habe kräftige Oberschenkel, da lagere ich auch was.

        Aber trotzdem erklärt das nicht, warum ich diese Art der der Eneegieeinlagerung schneller loswerde. Ich war bestimmt keine 14.000 Kalorien im Defizit, als ich die 2kg aus dem Urlaub wieder losgeworden bin!😀

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  2. Grit

    Geht mir auch grade so… Leider kriege ich die Kurve nicht. Zumal ich den ganzen Tag friere und dauernd an Essen denken muss. Mein Zielgewicht waren 65 Kilo, bis auf knapp 66 hatte ich es geschafft und jetzt hab ich Angst vor der Waage. Und ja, man merkt jedes einzelne Kilo, wenn es schon mal weg war. Vor allem verschlechtert sich mein Körpergefühl grade wieder rapide, ich merke, wie ich mich immer schneller an- und ausziehe, um mich nur nicht angucken zu müssen.

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    1. Ja, das ist dieser kurz-vorher Verdrängungsmechanismus wenn man denkt „Wenn ich hinschaue muss ich mir eingestehen, dass es mich nervt, und dann muss ich was tun … aber wenn ich nicht hinschaue, ist es nicht da…..“ … ich habe das Telent, diesen Verdrängungsmechanismus in jedem Lebensbereich, von Steuererklärung bis Diät bis ins Letzte auszureizen … *seufz*
      (und hinterher dann jedes mal: Boah, so schlimm wars gar nicht, das Problem zu lösen. warum habe ich das nicht viel früher gemacht, statt mich ewig zu quälen ?! Nächstes Mal passiert mir das nicht!“

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      1. Ich finde, die letzten Kilos werden nicht (nur) dadurch schwerer loszuwerden, dass man ja einen niedrigeren Grundumsatz usw. hat, sondern eben auch, weil das Ziel „so nah und doch so fern“ ist. Ich habe noch 4kg vor mir. Lächerlich, wenn ich bedenke, dass ich schon 58kg(!) abgenommen habe. Aber genau, weil das so lächerlich wenig klingt, kam mir auch schon die Frage „Macht das jetzt wirklich noch einen Unterschied? BMI 21 ist doch auch schon cool!“

        Ich habe für mich beschlossen: Ja, das macht einen Unterschied. Ich will einmal im Leben wissen, wie ich mit einem BMI von 19,x aussehe. Und vor allem will ich endlich mit dem Abnehmen offiziell fertig sein. So richtig. Ja, danach kommt Muskelaufbau und das alles, aber da kann ich meine 100% futtern und nicht wie jetzt so 50-80%. Und genau deswegen klotze ich jetzt nochmal richtig ran, damit ich die 4kg bis vor Weihnachten weg habe!

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  3. Klingt recht vertraut.
    Ich eiere gerade seit Juli bei den letzten zwei, äh, 1 1/2, äh Kilo rum. Das bisschen Bauchspeck ist doch gar nicht schlimm und ich esse bestimmt weniger, aber nicht heute/ weil es so kalt ist/ ich so müde bin/ der ganze Tag eh schon blöd ist/ das bisschen Bier auch nicht so einen großen Unterschied macht.

    Yep.

    Bullshit.

    Und ja, das Problem anzugehen fühlt sich eindeutig besser an, als zu verdrängen. Das lerne ich auch immer und immer und immer wieder.

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  4. noxneurotica

    So geht’s mir seit Monaten auf der Zielgeraden auch… Eigentlich müssten noch 4kg weg bis zum Zielgewicht, aber irgendwie lässt es sich so auch schon ganz bequem leben. Vor allem wenn man schöne Klamotten anhat, wo unliebsame Pölsterchen nicht auffallen. Und dann hat hier jemand Geburtstag, dann lädt jemand dort zum Essen ein, hier Filmabend, dort Grillparty… Und so denkt man sich „Ach naja, ich will ja auch noch das Leben genießen und nicht nur an mein Gewicht denken.“ Aber so tief drin weiß man, dass es einen eben doch stört und man die paar Kilos weg haben will. Deswegen versuche ich immer dran zu bleiben, auch wenn es manchmal nur langsam voran geht, aber Hauptsache man bleibt „drin“ und hört nicht auf. Denn wenn ich einmal wieder lax werde, falle ich sofort in die alte Bequemlichkeit, esse dann 1-2 Wochen völlig unkontrolliert und das „Erwachen“ kommt dann erst wieder, wenn auf der Waage dann +0,5-1kg stehen…

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      1. Mein Problem war da eher, daß ich so viel leckeren Scheiß dabei und so viel Zeit den zu vernichten hatte…
        Luxus-Camping auf Y mit Kühlschrank und Kochplatte kann da echt gefährlich sein – frische Pfannkuchen! Eis!

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      2. Nee, inzwischen trinke ich quasi keine Kalorien mehr und Alkoholkalorien habe ich eh noch nie in nennenswerter Menge getrunken.
        Ich meine, es war schon besser als früher, wo mein typisches Frühstück aus 1500kcal Ballisto, PickUp und Schoko-Bons, kombiniert mit >1000kcal Kakao und MezzoMix bestand (und der Tag dann eher schlimmer wurde…), aber da gibt es eindeutig noch Optimierungspotenzial.

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      3. Y, wie dekadent.😉 Aber ich verstehe das „Problem“..
        Nee, Zelt, Fahrrad, C, nur ein paar Meter vom Hauptweg/Haupteingang weg, von da aus ist es nicht weit zu den ganzen leckeren Ständen und vom Frühstückszelt. Und vom Blind Guardian Soundcheck geweckt zu werden hat schon was… Na gut, auch dekadent, nur anders.😉

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    1. Mona

      Mir geht es auch so. Die letzten kg sabotiere ich. Ich esse einfach oft meine 100% und immer wieder auch mal paar Tage hintereinander viel zu viel. Seit es draußen kälter geworden ist und ich mehr Stress habe, futtere wirklich deutlich mehr als ich verbrauche und ein bisschen schönrede, dass ich wieder paar kg zugenommen hab.

      Ich habe irgendwie die Hoffnung, dass ich irgendwann von selbst wieder normal esse, also nicht über 100%. Ich rede mir ein, dass das „genießen“ ist, wenn ich viel zu viele Süßigkeiten esse. Ist es so gar nicht, weil ich sogar Bauchschmerzen vom Überfressen habe und mache es trotzdem, weil ich die innere Unruhe nicht aushalte.

      Vielleicht reguliert es sich wirklich von selbst… 😉

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  5. Pappadappap

    Das Buch, der Blog… Ganz schön krass essgestört… Wahnsinn. Ich bin fasziniert vom Thema, aber es ist wirklich schockierend, wie Sie mit Fakten umgegen und welche unbewältigten psychischen Probleme hinter derartigen Sermones an Selbstrechtfertigungen (erst des Dick-, dann des Dünnseins) da zu Tage treten. Wow. Ganz schön krasse Ana-Logik…

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    1. Also Sie empfinden es als „Anorexie-Logik“, wenn ich schreibe, dass ich nach dem Erreichen eines mittleren BMIs von 21 in den letzten Monaten einen minimalen Gewichtsanstieg von 2-3 kg hatte und beschreibe, wie ich das ignoriert habe, weil ich zu unmotiviert war um 1-2 Wochen aktiv gegenzusteuern?😉

      Ich weiß nicht, wie gut Sie sich mit Anorexie auskennen, aber Anorexie geht normalerweise nicht damit einher, im mittleren Normalgewicht über Monate hin schleichend zuzunehmen. Wäre das der Fall, dann wäre Anorexie keine lebensbedrohliche Erkrankung.

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  6. jutta

    Wenn man nicht Wettkampfsportler/in oder Wettkampfbodybuilder/in ist, sind zwei Kilo mehr oder weniger kein Drama. Aber zwei Kilo in zwei Jahren sind in 10 Jahren 10 Kilo und in 20 Jahren 20. Und spätestens dann sind sie kein kosmetisches Problem mehr, sondern ein gesundheitliches. Daher besser rechtzeitig gegensteuern.

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  7. Solange du Sport machst und deinen aktiven Lebensstil beibehältst ist das doch in Ordnung. Mach dir keinen Kopf deswegen. Du weißt, wie es geht die Kilos wieder loszuwerden, falls es mehr werden sollte. Und ich glaube sobald du wirklich denkst, dass es zu viel wird, dann wird es dir auch leicht fallen, sie wieder los zu werden.

    Ich habe im letzten halben Jahr vier Kilo abgenommen, indem ich einfach angefangen habe diese Kilos zu akzeptieren. Quasi nach dem Motto: naja ich weiß dass die Bauchmuskeln unter dem cm fett sind, ein Sixpack muss ja nicht jeder haben. (Mein BMI war mit 59kg bei 21.7 und ganz ehrlich, die vier Kilo Unterschied fallen eigentlich wirklich nur mir auf).
    Aber als ich diese Kg akzeptiert habe, wurde ich plötzlich viel entspannter und hatte gar nicht mehr das Bedürfnis nach Süßigkeiten oder allgemein danach zu Essen, wenn ich eigentlich keinen Hunger hatte.
    Wenn du dich in dem gesunden Bereich von zwei Kilo bewegst, ist es manchmal besser die einfach zu akzeptieren und es entspannter zu sehen. Bei mir ist es auf jeden Fall eher so, dass, wenn ich unbedingt abnehmen möchte aber mein Gewicht nicht in meinem persönlichen Alarmbereich ist, ich zunehme, weil meine Gedanken 24/7 um Essen kreisen. Das macht (mir) dann irgendwie Hunger. Sobald mein Fokus vom Essen weg, hin zu etwas anderem geht, verschwindet auch die Lust zu essen.
    Ich weiß, das ist jetzt irgendwie leichter gesagt als getan.
    Und ich weiß, du bist generell eher ein Gegner von Intuitivem Essen. Ich stimme dir auch zu, dass man, wenn man wirklich ein gesundheitlich gefährliches Gewicht hat, nicht unbedingt auf seine Intuition hören sollte. Aber im Normalbereich kann man es eigentlich doch mal ausprobieren. Ich habe selbst viele Bücher dazu gelesen und das Körpergefühl wird auf jeden Fall gestärkt. (Ich würde Geneen Roth empfehlen). Naja wie auch immer, ich fühle mich jetzt wie ein Oberlehrer, weil ich das alles schreibe. Aber ich kenne deine Gedanken nur zu gut und mich haben sie in die Essstörung und Sportsucht getrieben. Ich weiß, dass muss bei dir nicht auch so laufen. Und ich bin auch nicht der Meinung dass du essgestört bist. Ich bin der Meinung du bist ein gesunder Mensch und auf jeden Fall ein Vorbild. Und ich bin entgegen der Kommentare ‚Pappadapap‘ (oder wie auch immer) auch nicht der Meinung, dass dein Buch Anorexie Logiken verbreitet. Ganz im Gegenteil. Dein Buch kann sogar helfen, eine Essstörung logisch zu entschlüsseln und herauszufinden, wo die Essstörungslogiken stecken. (So war es auf jeden Fall bei mir und ich bin dir wirklich dankbar dafür.)
    Du selbst schreibst in einem deiner Artikel, dass du dir wünscht, irgendwann einmal intuitiv das Richtige essen zu können. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt das einmal auszuprobieren? Setz dir doch vielleicht eine Deadline von vier Wochen oder so etwas. Da gibt es keine Regeln, eigentlich nur die, auf deinen Körper zu hören. Wenn du dein Gewicht immer beobachtest wird eine Eskalation ausbleiben. Und wenn du wirklich darauf hörst, was du möchtest und brauchst wird deine Wahl auch nicht schlecht sein. Zugegeben, meine Frühstückswahl war immer ein Nutellabrot. Aber das muss eben auch mal sein!😀
    Ich persönlich habe aber erst einmal richtig viel zu diesem Thema gelesen, weil ich doch eher der Typ Mensch bin, der wissen möchte, wo die Hürden stehen und nicht einfach so ins kalte Wasser springt.
    Ich hoffe der Kommentar hilft dir ein bisschen und ärgert dich nicht.

    Irgendwie fühlt es sich ganz seltsam an hier zu kommentieren, weil ich dich immer eher aus der Ferne ‚bewundert‘ und alles was du schreibst verschlungen habe.
    Naja, ich freue mich auf deinen nächsten Artikel und bis dahin viel Glück mit den zwei Kg🙂

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    1. Ärgert mich gar nicht, im Gegenteil! Ich finde Kommentare immer interessant, weil sie mir helfen, meine eigenen Muster irgendwie zu entwirren.

      Wenn du schreibst „Aber ich kenne deine Gedanken nur zu gut und mich haben sie in die Essstörung und Sportsucht getrieben.“ ist das spannend, weil mir der Gedanke bei mir selbst einfach nicht kommt, aber wenn ich es versuche, aus einer anderen Perspektive zu betrachten, verstehe ich woher die Assoziation kommt.

      Bei mir ist es halt in jedem Lebensbereich so, dass ich extrem zum Prokrastinieren, Aufschieben, Faulheit … wie auch immer man es nennen will, neige. Ich baue ewig Druck auf, bis ich dann in einem riesen Kraftakt mit hoher (Leidens-)Motivation den ganzen Berg auf einmal angehe. Aber dann eben auch nur soweit es nötig ist und nicht mehr … ich wirke dann kurzzeitig total diszipliniert (wie z.B. mit den 500 kcal) aber ich mache das nur solange es absolut sein muss, weil zuvor der Druck so hoch wurde.

      Langer Rede kurzer Sinn: Mein grundsätzliches Problem ist, dass ich Dinge zu lange schleifen lasse und (ich hasse dieses Wort, vermutlich weil ich es zu oft gehört habe …) disziplinlos bin. Dass ich in irgend einem Lebensbereich zu zwanghaft oder diszipliniert werde ist bei mir das geringste Risiko. Daher mache ich mir eigentlich nie Gedanken darum, dass ich zu extrem in diese Richtung gehen könnte oder mich zu sehr unter Druck setze. Ich bin mir recht sicher, dass ich mein Leben lang die Obergrenze im Blick behalten muss – es sei denn natürlich, ich werde körperlich irgendwie krank und magere unfreiwillig ab. Aber rein psychisch wird es immer in Richtung Übergewicht tendieren und ich muss da für mich noch gute Strategien finden, rechtzeitig immer die Kurve zu kriegen. Am liebsten natürlich lanngfristig intuitiv …

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      1. Sowas von +1 und like…
        Hatte gerade Magen-Darm und selbst da habe ich ohne mich (zum Essen) zu zwingen und ganz intuitiv nichtmal n halbes Kilo abgenommen. 2 Tage mit vermindertem Appetit und danach mußte ich schon wieder aufpassen. „Zu dünn“ kann bei mir nur bei plötzlicher schwerer Krankheit ein dauerhaftes Problem werden – vom Unter- ins Übergewicht würde ichs schätzungsweise in 2 Monaten schaffen…

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      2. So ist es. Bei mir ist es wirklich genauso. Intuitives Essen würde bei mir zur Zunahme führen. Ich beneide Menschen, die einfach automatisch regulieren, ohne es zu bemerken, sobald sie einfach mal einen Tag zuviel gegessen haben. Mein Mann ist z. B. so: Wenn er einen Tag reinhaut, weil es eben den Anlass dazu gab, vergisst er tags darauf einfach das Mittagessen. Er hat dann keinen Hunger. Und sobald das „Plus“ weg ist, beginnt er seinen normalen Essrhythmus wieder. Er bemerkt das nicht einmal. Er IS(S)T intuitiv richtig. Wird bei mir niemals so sein.

        Aber einer der wichtigsten Fundamente meiner Lebensstilveränderung ist, dass ich das akzeptiere und dass ich mir eingestehe, dass es niemals ein Schlaraffenlandleben nach einer Diät oder nach Erreichung des Wunschgewichts geben wird. Es wird immer so sein, dass ich achtgeben muss. Ich habe das nun voll und ganz akzeptiert. Seitdem (und seit dem Abbau hemmender Fettlogiken) klappt es einfach und ich fühle mich unerschütterlich.

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      3. Was ich sehr bemerkenswert finde: Als ich während meines Sabbaticals den Bürostuhl verlassen habe und ein Praktikum in einer Schäferei machte (meistens draußen und auf den Beinen mit teilweise moderat anstrengenden Tätigkeiten) waren mein Hunger und mein Appetit in ausgewogenem Verhältnis zu meinem Bedarf – ohne Kalorienzählen, ohne Aufschreiben. Intuitiv. Ich finde es jetzt noch unglaublich. Und es ist abartig, wie schnell die Rückkehr ins Büro mein Gewicht nach oben katapultiert.

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      4. Michael Mendelsohn

        Hafenhexe, nicht umsonst ist die Fettleibigkeit eine Zivilisationskrankheit.

        Der Zusammenhang ist möglicherweise folgender: Kohlenhydrate heben den Blutzuckerspiegel, das löst eine Insulinausschüttung aus, und das Insulin sorgt dann dafür, dass der Zucker gespeichert wird. Aber nicht, wenn der Körper gerade aktiv ist! Unter Belastung soll der Zucker ja zu den Muskeln kommen, es wird dann also kein Insulin ausgeschüttet.

        Schön sieht man das an Sportlern: essen die 30-45 Minuten vor dem Sport Traubenzucker, steigt der Blutzuckerspiegel schnell stark an, Insulin wird ausgeschüttet, der Zucker wird „eingelagert“, aber der Nachschub versagt, deshalb sinkt der Blutzuckerspiegel jetzt ganz rapide, und das Hirn bekommt Hunger. Außerdem fehlt der Blutzucker jetzt für die anstehende Leistung!

        Traubenzucker 5 Minuten vor dem Sport ist richtig, weil dann der Blutzuckerspiegel nicht mehr zur Insulinausschüttung führt und der Zucker sofort zur Verfügung steht.

        Fazit: Zucker essen im Büro macht hungrig und dick, Zucker essen, wenn man was tut, nicht so sehr. (Ich hab‘ gestern mal wieder in meinem Ernährungslehrebuch geblättert.😉

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      5. Steve

        @Michael Mendelsohn:

        Ist es nicht so, dass Insulin generell eine Art Pförtnerfunktion hat? Also auch die Muskelzellen „aufschließen“ muss, damit der Blutzucker in den Muskel rein und dann als Energieträger zur Verfügung stehen kann?

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  8. Kari

    Ja, ja, genau meine Vogel-Strauß-Logik der letzten 20 Jahre. Und – ups- auf einmal waren es so um die 15 kg mehr…
    Nachdem ich Ihren Blog entdeckt und mir das Buch zugelegt habe, gehe ich seit August von 70kg auf 62kg (aktuell).
    Herzlichen Dank für die mentale Unterstützung, die manchmal sehr nötig ist. Die Kommentare des Umfeldes sind so besser wegzustecken. Ich leide laut Umfeld wahlweise an Magersucht oder Krebs, am meisten aber traf mich die Bemerkung, dassmich diese Magerkeit auch nicht mehr jünger / attraktiver machen würde. Bin 56J. und mich stört mein Alter überhaupt nicht. Ich will nur meine überflüssigen Pfunde wegkriegen. Ich habe mein Ziel- dank des Buches- nach unten korrigiert, ein BMI von 21 (55-56kg) ist mein Ziel und ich werde mich nicht von der Missgunst Anderer irritieren lassen.
    Dafür kann ich Ihnen nicht oft genug danken.

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  9. Fehlt da nicht noch der Gedankenschnipsel zum Sport? „Ach, das gleiche ich einfach durch 1 Stunde Sport aus!“ *lach* Den hatte ich nämlich heute, als mich eine Hunger- (Fress?-) attacke überkommen hat. Ich bin müde und gestresst und das wirkt sich leider auf mein Essverhalten aus. Ich habe dann immer Hunger…😦 Aber jetzt ist gut. Ich wollte bis übernächste Woche noch 2kg schaffen. Realistisch oder nicht, wird sich dann zeigen. Danke noch mal für Dein tolles Buch! Ich habe seit Mitte September schon knapp 8kg verloren!🙂 LG, H.

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  10. BadJuju

    Moin!
    Diese Gedanken kommen mir unangenehm bekannt vor…verflixt!
    Meine Abnahme stagniert im Moment und ich muss auch wieder konsequent sein, nachdem ich die Diät hab schleifen lassen. Insofern haut mir dieser Beitrag nochmal ein bissl auf die Finger😉

    Ich wünsche Dir alles Gute! Dein Blog und Buch sind sehr gut.
    Liebe Grüße!

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  11. Magenta

    Na, zumindest bin ich mit meinen Problemchen hier nicht alleine. Habe inzwischen auch 42 kg abgenommen und bin jetzt bei 53 kg (BMI 20,2). Wenn ich in den Spiegel schaue, kann ich es immer noch nicht fassen, dass die Frau mit der Traumfigur ich bin.

    Soweit so gut, aber ohne Kalorienzählen läuft es maximal 2 Wochen und dann beginnt der Zeiger der Waage wieder nach oben zu schleichen, wenn auch langsam. Ich bezweifle inzwischen, dass es mit dem intiutiven Essen irgendwann mal klappt, dafür futtere ich einfach zu gerne. Halte das Gewicht jetzt seit 4 1/2 Monaten, aber es fällt mir manchmal sehr schwer gegenzusteuern. An manchen Tagen (z. B. heute *grrr*) schlage ich voll über die Stränge, komischerweise meistens dann, wenn das Gewicht gerade schön niedrig ist. Mein großer Appetit wird wohl immer meine Schwäche bleiben, die ich in Schach halten muss.

    Zum Glück habe ich im Urlaub diesesmal nur knapp 1 kg zugenommen, das war super. Nach 3 Wochen Amerikaurlaub hatte ich vor ein paar Jahren auch schon mal 5 kg mehr. Etwas besser als vorher läuft es jetzt schon.

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  12. Anne

    Mir geht es leider auch gerade so – war bis jetzt genau für 12monate in Amerika und schleichend und am Ende rasant sind 25kg draufgekommen – mein komplettes Umfeld ist so geschockt, dass es meine Verzweiflung nur noch ins unermessliche steigert – ich bitte inständig um Hilfe!

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    1. Frank

      Die einzige Hilfe, die man Dir geben kann, ohne dass Du die Art der Hilfe etwas präzisierst, ist das: I
      Das ist nämlich der gravierende Unterschied von +480 kcal zu -480 kcal. Wenn Du es innerhalb eines Jahres auf +25 kg geschafft hast, wirst Du im Schnitt 480 kcal täglich zuviel konsumiert haben. Mach daraus ein Defizit von 480 kcal und Du bist in einem Jahr wieder da, wo Du hin willst. Verdopple das Defizit und Du halbierst die Zeit. Rund 500 kcal täglich zu sparen, ist nach meiner Meinung recht easy. Sehr hilfreich ist es für mich, die aufgenommene Energie in eine App einzutragen, um jederzeit Bilanz ziehen zu können. Kalorienarme Rezepte, die trotzdem satt machen (hoher Eiweißanteil) findest Du u.A. auch in diesem Blog.

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      1. Anne

        Hallo Frank,

        Danke für das ausrechnen – 480kcal was hab ich nur gemacht – naja kaum Bewegung und das falsche zuviel gegessen – es lebe die USA😦

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  13. Ich kann das verstehen – ich bin auch ein Aktion-Seeker und somit Prokrastinieren-Profi🙂 Irgendwie bekomme ich einen „Kick“ wenn ich Sachen dann doch fertig bekomme und alle zufrieden sind. Ist besser geworden, seitdem ich mir überlege, wann ich den Kick will und wann nicht. Ich fange ja gerade erst an, bin gespannt wann mich das Aufschieben, bei mir dazu führt das ich nachlässig bin.
    Was den Vorwurf der Zwanghaftigkeit angeht: ich mag Kalorienzählen auch nicht. Aber ich habe durch dein Buch endlich begriffen, dass ich KEIN Disziplinproblem habe, sondern einfach eine ganz schlechte Einschätzung dessen was ich esse. Ich habe tatsächlich manchmal weniger gesessen als jetzt hatte aber dafür das doppelte an Kcal. Daher sehe ich zum ersten mal Kcal nicht als Gefahr oder genussfeindlich an, ich kann mir ja leckere Alternativen überlegen.. So habe ich irgendwann ein Essen mit dem Kollegium zur Martinsgans – zum ersten Mal macht mir das keine Angst, weil ich weiß das ich vorplanen kann.. Ich fühle mich nicht mehr soo ausgeliefert. Ich befürchte bei mir das ich mit zunehmenden Erfolg auch übermütig werde.. und nicht mehr so genau. Dein Posting dient mir da als Warnung… Viel Erfolg weiterhin dir!

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  14. Pingback: Meine Fettlogik II – Berg- & Talträume

  15. halluzinelleblog

    Nun hab ich mir extra WordPress zugelegt, um in Kontakt treten zu können!
    Danke, dass mir alten Skeptikerin so was unter die Augen gekommen ist. Ich war es so müde, irgendwo im Verwandten – und Freundeskreis, in Blogs oder Foren all das Pseudowissen zu bekämpfen. All diese immer wiederkehrenden Formeln, die mit großer Wichtigkeit vorgetragen werden, die Belehrungen und Bekehrungen – kurz, es reichte mir schon lange. Es hungert mich nach Vernunft und die hab ich hier gefunden.
    Mit Fettlogiken kam mir schon mein Vater, der meinte, mir als 15Jährige sagen zu müssen, ich wäre mit 70 Kilo auf 1,70m zu dick und mich zu den ersten Diäten überredete. Nun bin ich 54 und wie jeder Übergewichtige Weltmeister im Abnehmen. Will sagen: wie es bei mir geht, weiß ich gaaaaanz genau.
    Die 150-Kilomarke hab ich angeschlagen vor 3 Jahren und dann konnte ich endlich anfangen, aufzuhören.
    Dein Buch hat mir noch einmal bestätigt, dass ich NICHT blöde bin, dass ich die meisten Sachen ganz genau weiß und mich darauf verlassen kann, dass mein gesunder Menschenverstand noch funktioniert.
    Zwischendurch war ich bei 117, dann nach einer Hüft-OP, in deren Vorfeld ich noch mal zurück kam zu ca 137, bin ich es noch einmal angeggangen und mittlerweile bei 128.
    Fahrrad gekauft, jeden Tag mind. 20 km straight unterwegs und das ist für mich ein absoluter Befreiungsschlag.
    Kalorien strikt notieren und sich nicht mehr beirren lassen, wenn Essen angeboten wird. Auch, wenn es manchmal fast in Unhöflichkeit ausartet, ich werde nicht mehr gefüttert.
    Und siehe da! Kaum macht mans richtig, schon funktionierts!
    Danke. Von ganzem Herzen. Und von ganzem Geist!

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  16. Julia

    Hallo🙂 lieben Dank für das tolle Buch und dass du uns in Form dieses Blogs sowie auf Facebook weiterhin an deiner Gewichtsgeschichte sowie deinen Gedanken teilhaben lässt. Danke, danke, danke!

    Eine Frage habe ich. Da wir etwa gleich groß sind…..ab welchem Gewicht haben deine Schenkel aufgehört zu scheuern? Das ist mit das, was mich am meisten an meinem Gewicht stört..

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    1. Ich bin ziemlich schmalhüftig und bei mir lagert sich das meiste Fett an den Innenschenkeln ab … daher reiben meine Schenkel in Hosen ab ca. 67 kg und ohne Hosen ab ~65 kg … also ziemlich genau wenn ich an meine persönliche Obergrenze komme🙂 Ich glaube aber, bei mir ist das extrem. Meine Mutter ist kleiner als ich und hat ein breites Becken, bei ihr reibt mit ~75 kg nichts…

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      1. Analoge Halluzinelle

        Schmalhüftig. Was für ein schönes Wort!
        Mein Gynäkologe sagte mal in der zweiten Schwangerschaft zu mir: „Sie sind ja wirklich schmal gebaut.“
        Mein Ex stand dabei und drehte sich weg, weil er sich das Lachen verbeißen musste. Hatte da jemand die Plantschkuh schmal genannt?!
        Ich aber habe mir das gemerkt und ich bin fest davon überzeugt, dass in mir eine Gerte steckt.
        Die schnitze ich jetzt heraus.

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      2. Ja, das ist offenbar je nach Figur sehr unterschiedlich. Bei mir reiben die Oberschenkel jetzt (bei 88 Kilo auf 1,70m) nicht mehr – ich hatte aber schon immer sehr schlanke Arme und Beine. Dafür halten mich immernoch alle für schwanger…

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      3. Mona

        @yanaba Stimmt daran hab ich gar nicht gedacht. Es steckt gar nicht in meinem Vorstellungsvermögen, dass es ja auch Leute mit relativ dünnen Beinen gibt. Ich hab, egal was ich mache, ziemlich viel Oberschenkel so proportional zum restlichen Körper (aber passend dazu hab ich ein eher breites Becken). Ich kann halt durch Zunahme noch dicker an den Oberschenkeln werden oder sie ein bisschen formen durch Sport. Dünne Beine hab ich nicht wirklich zur Auswahl, außer ich gehe wirklich ins Untergewicht und lass meinen restlichen Körper auf die Knochen abmagern, dann hätte ich etwas, was wie dünne Beine aussieht, aber die würden proportional zum restlichen Körper halt immernoch wuchtig wirken.

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    2. Mona

      Ich vermute, dass die Muskulatur da auch einen deutlichen Unterschied macht. Wenn man viel Muskulatur hat (bei Normalgewicht bei mir), dann ist ja der Oberschenkel eher so von vorn und hinten dick (steht ab, wie ein trainierter Po, nur halt auch nach vorn) und zu den Seiten nicht mehr so sehr. Wenn ich das gleiche Gewicht ohne Muskulatur habe, z.B. 65 kg, dann sind die Oberschenkel eher flach (wie ein untrainierter Po) und ziemlich breit, das reibt schneller. Beim gleichen Gewicht nimmt Fett ja sowieso mehr Platz ein als die gleiche kg-Zahl Muskulatur.

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