Gastbeitrag & Aufruf: Lipödem

Das Thema Lipödem ist eines, zu dem ich relativ häufig angemailt werde – was natürlich nahe liegt, da es sich um eine Erkrankung im Bezug auf Körperfett handelt. Außerdem wurde ich schon einige Male direkt oder indirekt als Lipödem-Patientin bezeichnet – in den Kommentaren oder irgendwelchen Foren, die hierher verlinkten und die mir in den Statistiken angezeigt wurden (dazu sei gesagt, dass ich die Diagnose nicht habe, aber auch noch nie einen Arzt darauf angesprochen habe. Wenn einige tatsächliche oder vermeintliche Experten der Meinung sind, das anhand meiner Fotos sehen zu können kann ich das weder bestätigen noch das Gegenteil beweisen. Als ich adipös war, waren Arme und teilweise die Schenkel extrem Druckempfindlich, was offenbar zu den Symptomen zählt. Mittlerweile ist das allerdings nicht mehr so.)

Eingehendere Recherche zum Lipödem steht also auf der To-Do-Liste, bis dahin habe ich alle Betroffenen, die mich bisher kontaktiert haben, gebeten, ihren Verlauf zu dokumentieren und mir ihre Fallberichte zu schicken. Mögliche Gastbeiträge von Experten stehen ebenfalls noch an. Der heutige Gastbeitrag von Anne ist daher sowohl eine persönliche Geschichte als auch der erste Teil ihres Fallberichtes, dessen Verlauf sie in ein paar Monaten fortsetzen wird. Außerdem ist es ein Aufruf an alle (Betroffenen und/oder Experten), die mit dem Thema zu tun haben, sich zu melden und es ihr gleich zu tun, falls ihr Lust habt, an diesem Projekt mitzumachen.

 

„Fettlogik überwinden“ habe ich schon im Mai 2015 als E-Book gelesen, fand es sehr überzeugend, wartete aber leider vergeblich auf den auch hier in den Gastbeiträgen beschriebenen „Klick“ und Motivationsschub. Die Zeit seitdem bewege ich mich in einem Auf und Ab des Gewichts, mal ein paar Kilo mehr, mal weniger. Aus verschiedenen Gründen (dazu weiter unten) stieß ich bei Recherchen schließlich auf das Phänomen „Lipödem“ – auch „Fettverteilungsstörung“ genannt – das meinen Körper genau beschreibt: relative schmaler, schlanker Oberkörper, breiter, ausladender Unterkörper.

Neben dem BMI wird als Indikator für Gesundheit/Gewichtslage manchmal das Taille-Hüft-Verhältnis herangezogen. Alles unter dem Wert 0,8 für Frauen gilt als gesund bzw. Normalgewicht, 0,8-0,84 steht für Übergewicht, ab 0,85 geht man von Adipositas aus. Mein Taille-Hüft-Verhältnis beträgt 0,6, und ich habe durchaus Fett am Bauch, das ich verlieren könnte, und einen BMI von 29… Vielleicht machen die Zahlen das disproportionale Verhältnis meines Ober- zu meinem Unterkörper deutlich – und nein, eine klassische „Sanduhrfigur“ habe ich leider nicht, dazu sind Schultern und Oberweite zu schmal. Es geht eher in die Richtung extreme Birne.

Was mich beim Recherchieren dann erschreckte, war die oft gelesene Aussage: „Bei Lipödem helfen Sport und Diäten (gar) nichts.“ Betroffene Frauen müssten sich darauf einstellen, auf Dauer Kompressionsstrümpfe zu tragen, damit sich das Lipödem nicht ausbreitet oder sogar noch ein Lymphödem hervorruft, ansonsten gilt Liposuktion als Mittel der Wahl (nicht von den Kassen bezahlt). Beides keine schönen Aussichten. Beim Lesen der Texte über das Lipödem fiel mir manches auf, was nach Fettlogik oder vielleicht „Lipödem-Logik“ klang: dass Abnehmen gar nicht ginge, dass jeder Gewichtsverlust am Oberkörper geschehe und jede (Wieder-)Zunahme am Unterkörper… Manchmal trifft man auf die Aussage: „Wenn Abnehmen möglich war, dann war es gar kein echtes Lipödem.“

Da hatte ich bereits etwas andere Erfahrungen gemacht, wenn es auch stimmte, dass mir Abnehmen sehr schwer fiel und ich beim Abnehmen am meisten oben verlor und unten weniger. Aber dass gar nichts passierte, stimmte schon mal nicht. Ich beschloss, Nadja zu schreiben, der ich auf Twitter folgte und deren Texte (und Eure Gastbeiträge) ich hier im Blog gelesen hatte, um zu erfahren, ob sie denn schon mal was von Lipödem gehört hätte und vielleicht Studien kennen würde. Sie schrieb zurück, dass sie zu diesem Thema Material sammele und dass ich ihr gerne meine Erfahrungen schreiben könnte. Was ich tat, woraufhin sie mir vorschlug, den Bericht als Gastbeitrag zu veröffentlichen.

Nach einer fast mageren frühen Kindheit kämpfe ich, seit ich 8 bin, mit Übergewicht, mal mehr, mal weniger. Ich habe die verschiedensten Diäten ausprobiert – und ich denke nach der Lektüre von FLÜ immer noch manchmal ein bisschen fassungslos z.B. an die „Stoffwechseldiät“, die ich im Teenager-Alter machte: bestehend hauptsächlich aus hartgekochten Eiern und Quark, Aussage: „Danach nimmt man nie wieder zu, weil der Stoffwechsel neu eingestellt wurde!“ Zu Abi-Zeiten ungefähr ein BMI von 30, nach einem Jahr in Frankreich erstaunlicherweise trotz vieler Croissants ein BMI von ca. 26, dann in den folgenden Jahren das allmähliche Raufschleichen bis zu einem BMI von ca. 35 (unglückliche Beziehung, Mensa-Essen und abends kochen in der Uni-Zeit, Zucker im Kaffee…). Durch veränderte Gewohnheiten und einen langen Fahrradarbeitsweg gelang es mir, wieder den BMI von ca. 30 zu erreichen, was bei mir etwa 85 kg sind, diese hielt ich dann mehrere Jahre, mit zahlreichen Versuchen, weiter abzunehmen, aber die 80 erreichte ich nie.

2013 hatte ich dann ein Aha-Erlebnis. Ich entdeckte alternierendes Fasten mit dem Buch eines österreichischen Autors „Die Morgen-darf-ich-essen-was-ich-will-Diät“, das Konzept nennt sich 10in2 und besteht aus einem Tag Essen (langsam und achtsam, bis zur angenehmen Sättigung) und einem Tag Nicht-Essen (nur kalorienlose Flüssigkeiten, ich habe, weil es Sommer war, wegen des Salzes, das ich irgendwie brauchte, Abends immer eine Gemüsebrühe gekocht). Ich fing von einem Tag auf den anderen an, zog es durch und der Effekt war berauschend: 10 Kilo in sechs Wochen. Es war Sommer, ich fuhr viel Fahrrad, das Frieren an den Nicht-Ess-Tagen hielt sich in Grenzen. Ich fühlte mich wohl mit dem Kurzzeitfasten, hatte an den Fastentagen erstaunlicherweise viel Energie und Motivation um Liegengebliebenes anzupacken, an den Ess-Tagen hatte ich erstaunlicherweise vor allem Appetit auf gesunde Sachen, Gemüse, Salat, Vollkorn etc. Berauschend war vor allem das Gefühl, nach allen frustrierenden Diätversuchen ein Gefühl der Kontrolle zu haben. „So geht das also!“, dachte ich mir. Die endgültige Bewältigung meines Übergewichts schien möglich, leider ließ ich mich dann von einer Kombination aus Fettlogiken, wie ich heute weiß, einholen.

Das meiste Fett hatte ich wiederum am Oberkörper und am Bauch verloren (trotz schlanker Taille saßen/sitzen da noch einige Kilos, es ist aber nicht meine Hauptproblemzone). Die Haut am Bauch unter der Taille wirkte dadurch schlaff und ich entwickelte Befürchtungen, am Ende mit einem Hautlappen dazusitzen. Gleichzeitig begannen sich im Bereich des Dekolletés und des übrigen Brustkorbes die Rippen und das Brustbein abzuzeichnen, auch im Gesicht wurde ich sehr schmal. An Hüften, Oberschenkeln und Hintern nahm ich auch ab, vielleicht eine Hosengröße, aber die Proportionen blieben unausgewogen. Obwohl ich mich mit dem Fasten wohlfühlte, begann ich anzunehmen, dass so eine schnelle Gewichtsabnahme nicht gesund sein könne und vor allem die Haut sich lieber langsam zurückbilden sollte. Dazu kam, dass eine Bekannte aus meinem Chor (Ärztin, mit großer und schmaler Figur – Anästhesistin, soweit ich weiß) nach der Sommerpause auf mich zugestürzt kam und meinte, ich sei ja so schmal geworden, jetzt würde es aber doch reichen und ich solle mich doch einfach mit meiner Figur abfinden, ich hätte doch eine so schöne Taille… Ich wog 75 auf 1,68, BMI 26,5 – wobei der Hauptteil des Übergewichts wie gesagt auf Hüften, Hintern und Oberschenkel lag. Unter dem Eindruck von schlaffer Haut und der Befürchtung, weitere Abnahme könnte ungesund sein, beschloss ich, mit dem alternierenden Fasten eine Pause zu machen und später, vielleicht im Januar, vielleicht im Frühjahr wieder anzufangen.

Positiv: Es gab in den kommenden Monaten keinen Jojo-Effekt. Über den Winter achtete ich nicht groß auf das, was ich aß, sondern aß, worauf ich Lust hatte – aber es waren im Großen und Ganzen gesunde Entscheidungen und anscheinend nicht zu viel, ich nahm jedenfalls etwa 10 Monate lang nicht zu. Das alternierende Fasten hatte den Stoffwechsel nicht „zerstört“ – die Leute von 10in2 sagen, das liege daran, das ein Tag Nicht-Essen zu kurz sei, um in den Hungerstoffwechsel zu fallen, aber dank FLÜ wissen wir ja, dass es den Hungerstoffwechsel und den zerstörten Stoffwechsel nicht gibt. Ich würde sagen, das alternierende Fasten hatte dazu beigetragen, dass ich mit kleineren Portionen zufrieden war (Magenschrumpfung an Fastentagen?) und „achtsamer“ aß und mehr genoss. Es gibt noch Theorien, nach denen Kurzzeitfasten sich sehr positiv auf Insulinsensitivität etc. auswirkt, aber wie gut die belegt sind, weiß ich nicht.

Negativ: Mir ist es seit 2013 nicht mehr gelungen, in das alternierende Fasten einzusteigen – damals fiel es mir leicht, ich habe seitdem mehrere Anläufe gemacht, aber immer nach ein paar Tagen oder einer Woche abgebrochen. Auch normales Kalorienaufschreiben und -reduzieren mit App hielt ich immer nur phasenweise durch. Wäre ich damals, als es mir so leicht fiel, doch einfach weiter in dem Modus geblieben! Seitdem habe ich wieder etwas zugelegt und bewege mich um 80 +/- 3 Kilo – was aber nicht an einem kaputten Stoffwechsel, sondern schlicht an zu viel Schokolade etc. und weniger Bewegung liegt. Ich bin umgezogen, mein Fahrradarbeitsweg verkürzte sich von 2 x 10 km auf 2 x 2,5 km… Und morgens früher loszufahren, um trotzdem 10 km zu fahren, habe ich leider nur selten hinbekommen.

In Frühjahr 2016 ließ ich endlich mal eine Krampfaderstelle an meiner linken Wade anschauen, die Ärztin schlug für diese eine veränderte Ader eine ambulante OP vor, teilte mir aber mit, dass meinen anderen Venen und Venenklappen in ganz gutem Zustand seien. Das überraschte mich einerseits, wegen jahrelangem Übergewicht und familiärer Veranlagung zu Krampfadern und schwachem Bindegewebe – andererseits war es natürlich auch ganz schön zu hören, dass die Venen in Ordnung waren, ich vermute, dass viel Fahrradfahren seit der Kindheit da durchaus eine Rolle gespielt hat. Nach der OP begann ich allerdings darüber nachzudenken, woher denn dann die Probleme mit schweren/schmerzenden Beinen am Ende eines Tages (inzwischen manchmal auch am Anfang des Tages) kommen, wenn es eigentlich nicht die Venen sind. Ob es nur am Übergewicht lag? Gleichzeitig hatte ich vor ein paar Jahren, als ich noch wesentlich mehr wog, weniger Schweregefühl in den Beinen… Ich recherchierte und stieß irgendwann auf das Lipödem, die „Fettverteilungsstörung“ und die Horroraussagen, dass „weder Diät noch Sport etwas helfen!“. Meine Erfahrungen, dass ich eher an Oberkörper und Taille und proportional weniger an Hüften und Hintern verliere, scheinen dafür zu sprechen. Betroffen sind neben dem Hüft-/Oberschenkel-/Hinternbereich auch die Oberarme, an denen sich auch wenig änderte beim Abnehmen, aber da dachte ich immer, das liegt daran, dass ich zu wenig Muskeltraining in den Armen mache (das wird vermutlich auch eine Rolle spielen, Lipödem hin oder her).

Einer der nervigsten Aspekte im Alltag mit dieser Art der Figur ist die Hosensuche. Jede Hose, die weit genug ist, um über Hintern und Oberschenkel und Hüften zu gehen, ist in der Taille viel zu weit. „Bequeme“ Hosenschnitte haben normalschlanke Hosenbeine und viel Platz für den Bauch – das umgekehrte, weiter Bein- und Hüftbereich und schmal geschnittene Taille gibt es sehr selten. Wegen der unausgewogenen Proportionen fühle ich mich oft genug ziemlich grotesk (da reicht es manchmal, meinen Schatten zu sehen), wenn ich mit Kleidung meine Taille betone, betone ich gleichzeitig damit den Hintern, der im Kontrast noch größer wirkt…

Seit einiger Zeit habe ich die Befürchtung, dass diese Ödeme sich in den Bereich der oberen Waden und Schienbeine ausbreiten – ohne dass ich mehr wiege. Einerseits unangenehm, die Vorstellung, dass sich das weiter ausbreitet, andererseits ist dieser Gesundheitsaspekt hoffentlich der letzte Motivationskick, den ich brauche. Selbst wenn das Lipödem nicht ganz weggeht – genügend „normales“ Fett zum Verlieren gibt es darüber sicher noch, und jedes Kilo, das die Gelenke, den ganzen Körper, das Lymphsystem weniger belastet, kann nur gut sein. Es kann, was die weitere Ausbreitung angeht, sicher nicht schaden, den Körperfettanteil deutlich zu senken (nach den Messungen und Abschätzungen, die ich hatte, keine sehr genaue, liegt der um 36 %). Eine Rolle spielte für mich jetzt auch Undines sehr motivierender Gastbeitrag auf dem FLÜ-Blog. Sehr interessant fand ich den konkreten Hinweis auf PSMF und auf die Seite der „fitness-experts“. Irgendwie bin ich auf einmal in der Lage zu denken: „Du schlägst dich jetzt seit über 30 Jahren mit diesem Problem rum. Du weißt doch jetzt, wie es geht. Ein paar Monate Kalorienreduktion solltest Du schaffen, wenn du damit ein jahrzehntelanges Problem löst.“

Inzwischen habe ich mich zum Thema Lipödem eingelesen. Im Kapillarbereich tritt Flüssigkeit mit Nährstoffen aus den Arterienkapillaren aus und umspült und versorgt die Körperzellen, die Flüssigkeit wird dann von den Venenkapillaren wieder aufgenommen, größere Abfälle der Zellen werden durch das Lymphsystem entsorgt: total spannend, ich verstehe nach wie vor nicht, wieso Biologie in der Schule so langweilig sein musste… Beim Lipödem ist anscheinend das Problem, dass die Kapillaren zu durchlässig sind, zu viele „große“ Eiweiße durchlassen, die sich dann im Zwischengewebe anreichern. Das Lymphsystem ist überlastet, ein Lipödem entsteht und das ohnehin schon nicht gut funktionierende Lymphsystem ist noch mehr überfordert (hier ist eine Beschreibung der Hintergründe, die ich sehr verständlich finde). Ursache ist eine Veranlagung. Übergewicht (wie bei mir) ist wahrscheinlich nicht hilfreich, aber es gibt auch Frauen, die sehr schlank sind und Lipödeme entwickeln. Dabei handelt es sich nicht nur um ein kosmetisches Problem: Das Lipödem wird im Verlauf immer schlimmer, die Beine sind schwer und schmerzen, dazu sehr berührungsempfindlich.

Ich habe bisher, so empfinde ich es inzwischen, beinahe „Glück“ gehabt. Es gibt Frauen, die schon in jungen Jahren ein Lipödem von den Hüften bis zu den Knöcheln entwickeln (Füße sind erst betroffen, wenn sich zusätzlich ein Lymphödem entwickelt). Bei mir blieb es bisher im Großen und Ganzen auf den Bereich bis zu den Knien beschränkt, auch wenn ich eine gewisse Zunahme im Bereich unter den Knien beobachte. Ich bin an den Beinen berührungs- und schmerzempfindlicher als an anderen Körperbereichen und habe dort oft blaue Flecke und manchmal schon morgens ein Schweregefühl, aber es ist kein Dauerschmerz und kein Dauerschwellungs- und Platzgefühl, wie andere Frauen das beschreiben. Woran das liegt, das ich bisher von der Ausprägung bis zum Knöchel und den richtig schmerzhaften Symptomen verschont blieb, weiß ich nicht: Vielleicht ist die Ausprägung sehr stark Veranlagungssache, vielleicht hat mein vieles Fahrradfahren und häufiges Spazierengehen doch eine gewisse Wirkung.

Zusätzlich zur Kalorienreduktion werde ich alles machen, was in meinen Möglichkeiten steht, um die Mikrozirkulation in den Beinen anzuregen. Manches gehört schon länger zu meinen Gewohnheiten: viel Fahrradfahren, den Büroalltag am Schreibtisch durch einen kurzen Mittagsspaziergang unterbrechen, abends noch einmal eine Runde gehen, Beine kalt abduschen. Anderes bin ich dabei mir anzugewöhnen: Bürstenmassage und Beine ausstreichen morgens und abends, bei jedem Warten auf den Wasserkocher oder beim Zähneputzen auf Zehen und Fersen hin- und herwippen, um die sogenannte „Venenpumpe“ anzuwerfen (Leute mit Krampfadern kennen die Routine). Mich um einen Termin bei einer Phlebologin/Lymphologin kümmern und hoffentlich Kompressionsstrümpfe und Lymphdrainage verschrieben bekommen. Sehr sehr gut bei Lipödem soll auch Schwimmen sein. Dilemma. Der Badeanzug ist das Kleidungsstück, in dem ich mich am wenigsten wohlfühle, zum Beckenrand zu gehen, empfinde ich als Spießrutenlauf (auch wenn noch nie jemand was gesagt hat). Außerdem: In Seen und Meer schwimme ich sehr gerne, aber schwimmen im Schwimmbad finde ich einfach nur langweilig…

Aha-Erlebnisse hatte ich bereits in Bezug auf Kompression: ich hatte nach der ambulanten Venen-OP für die Nachsorge Kompressionsstrümpfe bis zu den Knien bekommen, die ich nach der OP erst mal Tag und Nacht tragen sollte: eine Qual, denn sie schnitten in den Kniekehlen wahnsinnig ein. Inzwischen weiß ich, dass es rundgestrickte Kompression gibt (die hatte ich) und flachgestrickte (mit „schicker“ Naht), die passgenauer sind und für Lipödem geeigneter. Als ich las, dass bei Lipödem Kompression vor allem beim Sport sehr wichtig ist, kaufte ich mir im Sportgeschäft eine Laufhose mit (im Vergleich zu medizinischen Kompressionsstrümpfen) leichtem Kompressionseffekt – und merkte: oha! Seit letztem Jahr habe ich ein Zimmertrampolin, das ich zu meinem eigenen Ärger weniger benutzte, als ich wollte – wie es immer so ist. Ich konnte gar nicht genau sagen, woran das lag. Als ich es jetzt mit den Kompressionslaufhosen ausprobierte, war das ein Unterschied wie Tag und Nacht: das Hüpfen und Springen und Laufen darauf war auf einmal total angenehm, wie unangenehm es ohne war, habe ich erst durch den Kontrast gemerkt, weil ich ja vorher nichts anderes kannte.

In Sachen Ernährung reduziere ich gerade die Kalorien (durch Weglassen des Frühstückes, was mir relativ leicht fällt, und Aufschreiben der restlichen Mahlzeiten) und werde genau die Effekte im Blick behalten, wenn ich dann anfange, ein bisschen meine Ernährung zwischen Kohlehydraten, Eiweiß und Fett hin- und herzuschieben. Ich neige bei Kalorienreduktion vor allem beim Kochen in Richtung Low Carb und versuche, auf ausreichend Eiweiß zu achten – es gibt aber eine Theorie (allerdings ohne Belege, aber der Arzt hat anscheinend viel Erfahrung mit der Behandlung von Lipödemen in seiner Klinik), dass ein Eiweißmangel in der Ernährung dazu führt, dass der Körper das im Lipödem angereicherte Eiweiß „aufräumt“ und verbraucht, weil er es braucht. Andererseits schwören manche Lipödem-Betroffene auf Low Carb und sogar ketogene Ernährung. Eine Physiotherapeutin hat mir auf meinem Blog in einem Kommentar erzählt, dass sie in ihrer Ausbildung gelernt habe, dass das Lipödem durch eine fast fettfreie Ernährung ausgehungert werden solle.

Jedenfalls habe ich einen Hang zur Empirie und Maßnehmen und Aufschreiben und werde daher mit Waage und Maßband mein Gewicht und den Umfang der Beine im Auge behalten und gegebenenfalls, wenn sich an den Beinen nichts ändert, experimentell meine Ernährung verändern. Im Moment sieht das Mittagessen eher kohlehydratbetont aus, das Abendessen geht eher in Richtung Low Carb (Frühstück fällt weg). Wenn sich an den Beinen nichts tut, werde ich nach und nach kohlehydratarme, fettarme und eiweißarme Ernährung ausprobieren. Sobald ich meine Kompressionshosen habe, werde ich auch im Fitnessstudio ein bisschen an meinen Beinmuskeln arbeiten und schauen, was passiert.

Das alternierende Fasten im täglichen Wechsel werde ich erst mal nicht wieder probieren, da stecken mir noch die gescheiterten, frustrierenden Versuche in den Knochen. Andererseits ist bereits ohne Frühstück auch eine längere Fastenphase vorhanden, vielleicht komme ich im Lauf der Zeit auf den Rhythmus einer Mahlzeit am Spätnachmittag/Abend. Die Fastenphasen haben mir gut getan (Gefühl, danach schneller satt zu sein, weniger Heißhunger, vielleicht wird der Magen dadurch kleiner), dem Kurzzeitfasten, egal in welchem Rhythmus werden haufenweise positive Wirkungen zugeschrieben: Insulinsensibilität wird besser, Blutdruck sinkt, Blutfettwerte sinken… und wer die Berichterstattung bei den Nobel-Preisen verfolgt hat, hörte von der Autophagie: dem Sperrmüllmechanismus der Zellen, auch dieser (erwünschte) Prozess soll durch Fastenphasen angestoßen werden. Aufgrund persönlicher Erfahrungen werde ich auch den Histamingehalt der Nahrung im Auge behalten, die Hintergründe dazu habe ich in meinem Blog beschrieben.

Im Moment bin ich zumindest recht optimistisch eingestellt und hoffe, dem Lipödem durch Ernährung, Bewegung, Kompression und Entstauung (Lymphdrainage) zu Leibe rücken zu können – und in ein paar Monaten von meinen Experimenten hier zu berichten und ein paar schöne Vorher-Nachher-Fotos posten zu können. Wenn andere von Euch Leser_innen des Blogs Erfahrungen mit dem Lipödem und Abnehmen gemacht haben, würde mich sehr freuen, davon zu erfahren – entweder hier in den Kommentaren oder gerne auch unter meinem vor einigen Tagen begonnenen Blog Berg- und Talträume. Falls jemand vom Lipödem betroffen ist und in Berlin wohnt und hier vielleicht eine gute Arztpraxis kennt, die sich mit dem Thema wirklich auskennt, bin ich über jeden Hinweis dankbar, die Suche gestaltet sich leider schwierig, wenn man nicht gleich eine OP in Betracht ziehen möchte…

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48 Gedanken zu “Gastbeitrag & Aufruf: Lipödem

  1. Reni

    Ich habe auch ein Lipödem und leider kommt es immer wieder, wenn ich zunehme. Nehme ich ab, dann sieht es erträglich aus. Am schlimsten ist es an den Knien, da ist es ziemlich arg vorhanden, obwohl ich schon 2x abgesaugt wurde. Es war wohl doch noch ein Rest an Fett drin, denn sonst hätte es nicht wieder kommen dürfen. An den US und an den Innenseiten der OS ist es nicht wieder gekommen, nur an den Knien und ich hoffe, wenn ich noch 10 kg weg habe, dass sich da noch einiges tut.

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  2. Hilfreich beim Tracken/Bewerten der Veränderung wäre bestimmt ein regelmäßiges Messen von den üblichen Körpermaßen (Brust, Taille, Hüfte, Oberschenkel, Wade, Oberarm).
    Ich wünsche dir viel Erfolg und danke für den Artikel! Ich habe leicht auffällige Oberarme, aber keine Diagnose fürs Lipödem und bin inzwischen auch davon abgerückt, weil mir nichts fehlt/wehtut. Die verhalten sich allerdings wie dein Unterkörper beim Abnehmen – da geht auch was weg, aber die Proportionen ändert sich nicht, das Missverhältnis besteht fort. Aber ich finde es auch schwer, das an mir selbst objektiv zu beurteilen.

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  3. Viktoria

    Habe diagnostizierte Lipödeme an den Oberarmen unser Oberschenkeln. Gerade erstere lassen mich viel dicker aussehen, als ich tatsächlich bin 😦 Die Unterarme sind völlig normal, dann kommen richtige Beulen, teils mit Cellulite. Zum Kotzen.

    Kompressionsstrümpfe für die Arme haben ein bisschen geholfen, dass die Beulen gleichmäßiger aussehen, aber das ständige Tragen halte ich nicht durch.

    Massagen wurden mir auch verschrieben, fand ich aber nicht wirklich hilfreich.

    Jedenfalls dachte ich, dass ich auf eine Absauugung hin spare, bis ich mit dem BBG (Bikini Bodu Guide) von Kayla Itsines angefangen habe. Damals als ebook gekauft, jetzt gibt’s das auch als App mit wöchentlicher Gebühr. Auf Instagram sind wir eine riesige Community!
    Nach einer Runde von 12 Wochen Training wäre ich baff meine vorher-nachher-Fotos zu sehen. Die Oberschenkel haben so deutlich an Umfang verloren und die Reithosen-Beulen waren weg.
    Die Oberarme haben noch nicht so ganz davon profitiert, aber ich denke, das wird noch.

    Schöne Grüße!

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  4. Pingback: Hintergrund – Berg- & Talträume

  5. Barbara Rinio

    Oha… da weiß ich kaum wo anfangen und wo aufhören.
    Okay, ich bin heute 46 und war seit der Jugend essgestört. Binge Eating. Auffällig dicker Po und dicke Beine entwickelten sich seit dem 13. Lebensjahr. Bis dahin normalgewichtig mit Leistungssport Schwimmen. Ab dem 16. LJ deutliches Übergewicht. Mit 18 bereits 100 kg auf 1.74 m. Nach Abschluss des Studium (1998) mit knapp 120 kg auf eigenes Betreiben ambulante Psychotherapie wegen der Essstörung. Erfolgreich. Abgenommen auf 90 kg, am Oberkörper richtig schlank, aber ganz schlimme Beine. 2 Schwangerschaften, allmählicher Rückfall in die BED. Sept. 2010 Beginn medizinische Ernährungsberatung / Ernährungsumstellung / Verhaltensmodifikation bei 126 kg. Abgenommen auf 97 kg bis Juni 2011. Plateau bis August 2012, viel Sport / Schwimmen. Gesicherte Diagnose Lipödem durch Venenzentrum Bochum. Konservative Therapie. Abgenommen auf 90 kg. 3 Liposuktionen (Dez. 12 bis Feb. 13), Erhebliche Verbesserung der Körperproportion und Gewicht runter auf 82 kg. Insgesamt also von BMI 42 auf 27. Mit meiner Figur bin ich seitdem sehr zufrieden. Sieht bei viel Muskulatur echt gut aus. So viel zu mir…
    Seit 2012 bin ich Mitglied im Lipödem Hilfe Deutschland e. V. und habe mich mit dem Ernährungsthema sehr beschäftigt. Am Samstag, 22. Oktober halte ich bei unserem Lipödemtag in Markkleeberg einen Vortrag zum Thema Lipödem und ernährungsbedingte Adipositas. Das Buch FLÜ (gelesen in Juli 2016) hat mir diesbezüglich einige Anregungen geliefert, mir aber auch ziemliche Nüsse zu knacken gegeben. Es bleiben zum Thema etliche Fragezeichen stehen.
    Ein extremes Kaloriendefizit halte ich für Frauen mit (der Neigung zu) Lipödem nach wie vor für gefährlich. Es gibt zu viele Fallberichte, in denen Frauen nach Extremkuren, bulimischen und anorektischen Phasen schlimme schubförmige Verläufe erleiden mussten, die weit über den (ggf. gar nicht existenten) Jo-Jo-Effekt hinausgehen.

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    1. annesch

      Hallo, gibt es die Möglichkeit, dass der Vortrag hinterher als Film oder Manuskript oder PPP online zugänglich ist? Was die Kalorienreduktion angeht: eine Extremkur habe ich nicht vor, durchschnittlich ein tägliches Kaloriendefizit von 600 kcal plus das, was noch durch Bewegung wegfällt… und dann mal schauen, welche Ernährungsform ggfs Wirkung zeigt.

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  6. Danke für den Beitrag, ich habe schon eine Weile auf so etwas gewartet und war kurz davor, Nadja mal anzuschreiben 🙂 Zu dem Thema bin ich sehr hin und her gerissen. Alle Bilder, die ich so finde (Facebook Communities auch), zeigen eindeutig übergewichtige Leute, die sagen, sie hätten ein Lipödem und könnten deswegen nicht abnehmen, weil der böse, böse Körper das nicht zulässt (dabei sind sie am ganzen Körper dicker und nicht seltsam verteilt). Gleichzeitig kenne ich aber das Problem persönlich, ohne das Kind beim Namen gekannt zu haben. Zu meinen schlanksten Zeiten hatte ich eine Kleidergrößendiskrepanz von 34/40 und meine Beine waren schon seit der Jugend druckempfindlich und mit unerklärlichen Blauen Fleckrn übersät(aber ohne grosse Schnerzen, also nicht fortgeschritten).
    Deshalb kann ich mir aus dem Internet kein ‚gescheite‘ Meinung bilden, weil ich zwar weiss, dass es eine grosse Beeinträchtigung sein kann und die Menschen wirklich belastet. Zur selben Zeit aber denke ich nur, wenn ich ‚Jammerposts‘ lese: du hast vielleicht ein lipödem, aber fett bist du auch, liebes.
    Daher hoffe ich wirklich mein eingeschränktes Weltbild etwas zu erweitern, da ich auf diesrm Blog weniger Vorurteile zu haben scheine ^.^“

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    1. http://www.soul-feelings.de/lip.html

      Als ich das erste Mal von dem Lipoedem gehört habe und es gegoogelt habe, war ich auch etwas verunsichert. Die Bilder da oben in dem Link sehen fast alle aus wie ich. Denn meine Fettverteilung ist genauso: Ich habe richtig dicke Oberschenkel und das Fett fing zu meinen dicksten Zeiten an, über die Kniescheibe zu gehen. Zusätzlich habe ich sehr dicke Oberarme. Gleichzeitig habe ich eine vergleichsweise schlanke Taille und ziemlich dünne Unterarme.

      Aber das liegt eben daran, dass ich adipös bin. Diese Fettverteilung und auch Cellulite/Dellen ist halt bei vielen Frauen so, ohne krankhaft zu sein. Deswegen möchten sich, meinem Eindruck nach gerade so im Bereich Instagram/Facebook, viele Übergewichtige/Adipöse auch ein bisschen in diese Diagnose „retten“, denn dann hat man ja weniger Eigenverantwortung. Das schadet aber mMn nach den tatsächlich Betroffenen, denn die können nur sehr wenig tun, um das Fortschreiten zu verhindern. OPs werden ja auch kaum bezahlt.

      Es gibt bestimmt Ausnahmen, aber grundsätzlich geht so ein Lipoedem ja offensichtlich mit Schmerzen/Druckgefühl, blauen Flecken und Flüssigkeitseinlagerungen einher. „Schwere Beine“ scheint ein Hauptsymptom zu sein. Meine Beine aber sind zwar dick, aber schwer fühlt sich da garnix an. Wenn ich reinpiekse, tut das nicht mal ansatzweise weh und wenn ich abnehme, dann auch an den Schenkeln.

      Ich glaube, dieser Krankheitswert muss mehr unterstrichen werden. Wie gesagt, als ich davon das erste Mal gelesen habe und die Bilder sah, dachte ich „Krass, genauso sehe ich auch aus.“ Aber ich hab kein Lipodem, ich muss einfach weiter abnehmen. 😉

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  7. Ruth

    Hi, mir ging es genauso. Mit 27 Jahren hatte ich mich auf 38 Kilo runtergehungert ( bin 1.75cm groß) und du glaubst es nicht, ich hatte IMMER noch einen dicken Hintern….. natürlich hatte ich abgenommen – auf Größe 38 und obenrum ca. Größe 32. Dann hatte ich Angst, draufzugehen und machte gleichzeitig eine kleine Erbschaft – tja. was soll ich sagen, ich habe die OP gemacht und dann langsam wieder auf 55 Kilo zugenommen. Was soll ich sagen, ich war mega-zufrieden.
    Vorher passte mir nix, plötzlich konnte ich alles tragen. Ich fand mich hübsch und attraktiv, mein Selbstbewusstsein machte einen gewaltigen Sprung nach vorne. Und das Bestte war, der Doc sagte mir, die OP wäre beständig, solange ich nicht zunehmen würde, müsste also im Gegenbsatz zu anderen Eingriffen nicht wiederholt werden.
    Wie gesagt, 15 Jahre ging es gut, dann bekam ich Medikamente und verdoppelte mich gewichtsmäßig. Da war natürlich der OP – Effekt futsch, obwohl , jetzt zumindest bin ich gleichmäßig dick.
    Wie gesagt, ich wäre dafür, dass die OP in schlimmen Fällen eine Kassenleistung wäre. Zumindest war sie so nützlich wie eine Psychotherapie und im Preis etwa gleich.

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  8. Katrin

    Hi! Ich hab seit ca. 25 Jahren ein Lipödem. Die Diagnose bekam ich aber erst im Dezember 2014. Ich hab jetzt mit der Stoffwechselkur (Adipositaskur von Matthias Jünemann) angefangen. Meine Mutter hat damit ihren Beinumpfang und die Schmerzen in den Beinen deutlich reduzieren können. Das is erschwinglich, im Gegensatz zu den Op-Kosten. Und bei einer Op gibt es ja auch keine Garantie, dass es nicht wieder kommt. Das Lipödem is ja leider unheilbar!!!
    Auf jeden Fall wünsch ich dir viel Erfolg und alles Gute!

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  9. Ich habe mir nun viele Bilder zum Thema lipödem angesehen und frage mich grad: haben nicht ein Drittel aller Frauen ein stufe 1 lipödem?

    Dieser starke hintern mit cellulite und schmale Taille darüber wird im angezogenen Zustand doch gemeinhin als „weiblich“ wahrgenommen?

    Also bei mir ist die untere Hälfte meines Körpers eine Kleidergröße stärker, ich hab sehr kräftige Waden und Fesseln und schon seit dem 10. Lebensjahr cellulite… Blaue Flecken kriege ich auch sehr leicht und druckempfindlich ist das Gewebe auch. Ich hab das aber immer als Familieneigenheit gesehen. Bei uns sind alle Frauen eher „bodenschwer“, so haben wir das immer genannt. Miniröcke zieht bei uns niemand an, in Dirndlkleidern sehen wir alle um ein bis zwei Kleidergrößen schlanker aus. Wobei extreme Ausmaße bei uns nicht vorkommen, so wie es manche Bilder zeigen. Wenn es so wäre wäre der Leidensdruck sicher viel größer! Deshalb bin ich auch nicht ganz sicher wo da die Grenze ist… Scheinbar gibt es doch aus Ausprägungen die für sich gesehen nicht fortschreitend sind wenn man nicht zunimmt?

    Meine Erfahrung mit dieser Art der körperfettverteilung ist, dass die Proportionen ähnlich bleiben, am Hintern und den Oberschenkeln genauso Fett weggeht wie oben, es dort aber erstmal nur auffällt wenn man Umfänge misst. Vor dem Moment, wenn es oben knochig wird, hatte ich auch etwas Bammel. Das war bei mir der Fall, als ich unter 80 kg ging, bei 1,78 m (und da kamen dann auch die Kommentare: nicht mehr weiter abnehmen du bist schon richtig dürr) deshalb blieb ich auf diesem Gewicht nach der ersten Abnahme auch erstmal stehen für Café 2 Jahre, bis ich fettlogik las 😉 dann nahm ich den Rest auch noch in Angriff und versuchte es einfach. Es war dann bald so dass oben nicht mehr viel weggehen konnte (weil schon das meiste Fett weg) und untenrum der Umfang weiter schwand. Ich würde also nicht noch knochiger, sondern die Polster untenrum würden weniger. Jetzt habe ich 73 kg und bin derweil zufrieden. Sehr geholfen hat das Krafttraining – es hilft, obenrum wieder Masse aufzubauen (noch dazu richtig straffe 🙂 ) dadurch wirkt die Figur ausgeglichener. Bikinifigur wirds wohl keine mehr werden aber die hatte ich nie und mittlerweile ist es mir herrlich schnurz wie ich am Strand mit Bikini ausschaue. 😀

    Hier noch etwas Statistik:
    Start 2013 mit 105 kg, Konfektionsgröße oben 44/46, unten 48 (wahrscheinlich eher 50, ich zog nur noch Stretchhosen an)
    Jetzt 2016 mit 73 kg, Konfektionsgröße oben 38, unten 40.
    wobei ich niemals skinny Jeans über die Waden bringen werde, und kurze Röcke ziehe ich zwar an, aber auch mit hohen Schuhen und dunkler Strumpfhose hab ich stämmige Beine. Das ist aber ok so 🙂 „bodenschwer“ halt! :-))

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    1. annesch

      Danke für Deine Erfahrungen! Klar ist schmale Taille zu gerundeten Hüften eine Ausprägung der weiblichen Figur, ich denke, es kommt auf den Unterschied an, wie er entweder sich in den Kleidergrößen oder der Waist-Hip-Ratio ausdrückt. Aber ich kenne auch Frauen, die total schlanke Beine haben, aber einiges an Bauch… ich bin der Ansicht, dass sich das im Alltag leichter „tarnen“lässt als der große Hintern, aber das ist vielleicht nur meine spezifische Neidperspektive 😉.

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      1. Franzi39

        Oja die spezifische NeidPerspektive 😄 Ist mir auch bekannt… Wenn ich Frauen mit rehschlanken beinen sehe. 😊 Oder Läuferinnen. Hab letzte Woche probeweise versucht auf dem Laufband zu laufen was hat mich mein Mann mitleidig angesehen. Jetzt mache ich so viel Sport aber beim Laufen fühlt es sich an als hätte ich Blei in den Beinen. Und es sieht wohl auch so aus. 😜

        Eigentlich wollte ich Darauf hinaus: dass Stufe 2 oder gar 3 des lipödems krankhaft ist plausibel. Aber hilft es einem wirklich die Stufe 1 bereits als Krankheit einzustufen? Dadurch nimmt man den Frauen die Macht etwas dagegen zu unternehmen bzw suggeriert man es Händle sich gegen ein unabwendbares Schicksal. Das sehe ich aber, auch aus eigener Erfahrung, anders. es erscheint mir genauso wenig zweckdienlich wie Übergewicht zur Krankheit zu erklären.

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      2. annesch

        Ich denke auch, dass diese Perspektive „Diät &Sport hilft gar nichts“, die man liest, gefährlich ist – entmutigend. Trotzdem kann es vllt sinnvoll sein, auch schon Stufe 1 zu diagnostizieren – weil man dann z.B. bei Sport auf Kompression achten kann bzw. seinen Beinen viel gutes tun kann. Ich dachte jahrelang, ich hätte schwache Venen (ohne Arztdiagnose, weil ich das bei meiner Mutter mitbekam) – was nicht der Fall ist. Aber ich habe viel gemacht wie Venengymnastik, kaltes Wasser, viel Spazierengehen, Fahrradfahren – was auch bei Lipödem gut tut. Ich weiß nicht, ob eine Diagnose im Stadium 1 mich dazu gebracht hätte, den Abnehmwillen zu entwickeln mit dem Stadium 2&3 im Hinterkopf, den ich jetzt mit Schmerzen in den Beinen habe. Aber vielleicht ja. Die Aussage, dass Diäten nichts bringen, halte ich in jedem Stadium für kontraproduktiv, aber vielleicht ist das die Arroganz der frisch Diagnostizierten…
        Wenn Deine Beine beim Laufen bleichschwer sind, hast Du schon mal ne Laufhose mit Kompression probiert? Macht bei mir deutlichen Unterschied. Oder’ne simple Leggins mit Kompression gibt’s auch, finde ich sehr angenehm…

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    2. Mona

      Ich hab auch immer gedacht, dass ich niemals Skinny-Jeans anziehen werde, aber mit einem BMI unter 21 geht das plötzlich einigermaßen, also mit 20,x BMI. Ich bin gerade beim BMI von genau 20 seit 5 Monaten. Ich denk so richtig super sieht das mit BMI 19 aus, aber meine Beine sind wirklich das allerdickste an mir und ich würde das als Proportion auch als stämmig beschreiben. Die Proportion an sich geht nicht weg, weil der Oberkörper mit abnimmt, aber durch weniger Gewicht sehen die Beine halt ein bisschen länger aus und mit skinny Jeans noch ein bisschen länger.

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      1. Seifenblase

        Hallo. Ich arbeite in einem Lymphnetzwerk und bin auch selber betroffen.
        Ich kann dazu nur sagen das sich in den letzten Jahren viel getan hat in diesem Bereich. Aber es ist leider immer noch so das viel Blödsinn erzählt wird. Aber es ist definitiv so das man was tun kann um der Erkrankung entgegen zu wirken, aber wie bei allen Sachen ist es so das die Auswirkungen unterschiedlich sind. Und leider glauben viele auch nur zu gerne das man eben nichts dagegen tun kann und sich sozusagen auf ihrer Erkrankung ausruhen.
        Während andere jeden Tag kämpfen müssen um einen geringen Erfolg erzielen zu dürfen.
        Ich selber finde, wenn man aus der Adipositas raus ist kann man ja mal schauen was von dem Lipödem noch übrig ist. Denn leider werden die Patienten in vielen Fällen noch nicht im Anfangsstadium erkannt.

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  10. BineSinGluten

    Hallo 😉

    Das ist jetzt fast schon unheimlich, denn ich bin als selbst Betroffene mit Lip- und Lymphödem und erfolgreich Abnehmender tatsächlich am überlegen, ob ich die „Fach“Meinungen zu diesem Thema besser mal nicht geglaubt hätte. Seit meiner frühen Jugend höre ich: Deine Beine werden nie schlank. Da kannst du eh nix machen. Da müßtest du schon extrem trainieren. Usw.
    Seit letztem Weihnachten habe ich bei 163cm von 80 auf 60 kg abgenommen (leider grad 4 kg wieder drauf). So schlanke Beine hatte ich noch NIE und ich bin echt glücklich in Hosen in Gr. 36 zu passen.
    Klar habe ich immernoch „dicke“ Beine im Vergleich zu meinem jetzt schon sehr schlanken Oberkörper, ABER ich habe an den Beinen und Armen abgenommen. Und das nicht wenig.
    Ich habe immer Kompressionsstrumpfhosen getragen (beim Abnehemn, im Sommer war ich mit allem inkonsequent).
    Also, glaubt an Euch!! Man kann abnehmen und ist auch als Lipödempat. nicht dazu verdammt sich unwohl zu fühlen.
    Seit ich abgenommen habe höre ich übrigens von sehr vielen Leuten: Gott, bist du dünn! Hast du denn noch Spaß am Essen? Hör endlich auf zu Hungern.

    PS: mein Höchstgewicht waren 90kg.

    Liebe Grüße, Bine

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    1. annesch

      Sorry, habe Deinen Benutzernahmen erst jetzt richtig gelesen, ich nehme also an, dass Du Gluten vermieden hast – aufgrund DIagnose von Zöliakie oder eher durch Ausprobieren und Merken, dass es Dir nicht gut tut? Und hast Du dann generell weniger KH gegessen, oder einfach nur glutenfreie?

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      1. BineSinGluten

        Ja, ich habe Zöliakie. Ja, ich trage immernoch Strümpfe, allerdings hab ich gedacht ich könnte drauf verzichten, geht aber leider nicht.
        Das stört mich eigentlich nur im Sommer. Ich habe früher extrem kohlehydratlastig gegessen. Jetzt esse ich eiweißbasiert. Da lagere ich wesentlich weniger ein. Hast du ähnliche Erfahrungen?

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      2. annesch

        Als ich das alternierende Fasten gemacht habe, habe ich am Esstag gemerkt, dass ich als erste Mahlzeit was mit Rührei viel besser vertrug als Kohlehydrate, die sich wie ein Betäubungshammer anfühlten… ;-). Ich merke salziges Essen sehr stark und werde, wie ich gebloggt habe, mal wieder histaminarm ausprobieren.

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    2. annesch

      Noch ’ne Frage (und meinen allerersten Kommentar auf Deinen Post habe ich falsch platziert, so dass er Dir vielleicht nicht direkt angezeigt wird…) – trägst Du heute nach Deiner Abnahme noch Kompression? Danke für die Details!

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  11. annesch

    Wow, danke, das klingt sehr ermutigend! Hast Du einem bestimmten Ernährungsbereich (Fett, Eiweiß, KH) reduziert oder einfach generell Kalorien reduziert? Hast Du Erfahrungen mit manueller Lymphdrainage und ihren Wirkungen?

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  12. Hallo Anne,
    vielen Dank für das Verlinken meines Blogs!
    „Wenn Abnehmen möglich war, dann war es gar kein echtes Lipödem.“ – das habe ich auch schon zu oft gehört. Es mag mit Lipödemen schwer sein, aber es ist nicht unmöglich.
    Für mich funktioniert die ketogene Ernährung, für andere wiederum eine ganz andere Ernährungsform. Knapp 45kg habe ich jetzt weniger, von Hosengröße 56 auf 42, knapp 40… aber darüber ist ja auch in meinem Blog https://www.living-keto.de zu lesen 🙂
    Ich wünsche Euch allen von Herzen ganz viel Erfolg, egal auf welchem Wege ihr es schafft!
    Ganz liebe Grüße, Karen

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    1. Monika Pohling

      Ich war vor einigen Jahren bei einem Venenarzt, da wog ich noch 20 kg mehr, er hat sofort ein Lipödem diagnostiziert, und mir einen Op angeboten.
      Beine , Waden und Oberarme.
      Da ich Privatpatienten bin, bin ich immer sehr skeptisch bei solchen Angeboten.
      Nach der Abnahme sind die Oberschenkel immer noch dicker, die Oberarme haben den Winkemuskel, aber mit 67 Jahren ist das beinahe normal.
      Lyphdrainage bringt sehr viel bei eingelagerten Wasser, sollte aber immer in Verbindung mit Kompression gemacht werden. Und wenige Therapeuten können Lyphdrainage wirklich gut.
      Die Fettverteilung ist einfach individuell seht unterschiedlich, und ein dicker Bauch ist auch nicht so spannend.

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  13. Charlotte

    Ich habe mit EMA-Training (und gleichzeitigem Kalorienzählen) in sehr kurzer Zeit den Umfang meines Hinters und Oberschenkel deutlich reduzieren können. Ich bin nicht sicher, habe aber den Eindruck, dass der Reiz des Stromes bei der gezielten Umfangverkleinerung hilft.
    Keine Ahnung, ob das zum Thema Lipödem passt – aber ihr könnt das ja ggf. selbst ausprobieren.

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    1. Mixi

      Ich möchte dazu anmerken, dass die Autorin nicht „Steinklee“ einnimmt, sondern ein homöopatisches Mittel. „D4“ entspricht in den dort verlinkten 0,4g-Kapseln also 0,00004g Steinkleeausgangsmittel pro Kapsel. Interessant, dass auch noch ein Tee verlinkt ist. Dort werden einfach direkt Steinkleeblätter benutzt.

      Einfach zur Info, weil ich oft lese „ich nehme Steinklee“. Und anscheind nicht klar ist, dass man damit 0,04mg meint.

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      1. Hallo Mixi,
        bei einem Tee aus Steinklee-Blättern kann man leider auch nicht sagen, welche Wirkstoffe und wieviel davon es tatsächlich in den Tee schaffen. Das hängt ja auch sehr von der Qualität des Tees ab.
        Beim Steinklee-Tee besteht leider auch das Problem, dass man das schnell überdosieren kann. Das Motto „viel hilft viel“ sollte man hier definitiv nicht anwenden …
        Viele Grüße, Karen

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  14. Wolke

    Meine Lipödeme (nur in den Beinen) sind im Vergleich zu so manchem, was ich schon gesehen habe, eher ein kleineres Problem. Dennoch sind sie da und haben mich meine Leben lang gestört und in meinen adipösen Zeiten auch sehr behindert. Vor FLÜ sah ich mich ihnen ausgeliefert und hatte ständig meine wenig schöne Zukunftsprognose in Form der ausladenden Beine und Hinterteile meiner Tanten vor Augen.

    Seit Anfang Juli nehme ich nun durch Kalorienmanagement ab, 13 Kilo sind runter und ich bin von der Adipositas ins Übergewicht und bald im Normalgewicht. Die Beine sind deutlich schlanker geworden, die „Reiterhosen“ bleiben, aber auch sie werden schlanker und sie stören mich immer weniger. Als ich merkte, dass das Abnehmen klappt, fasste ich die Möglichkeit ins Auge, bei Erreichen des Idealgewichts, von dem ich noch 17 Kilo entfernt bin, die Fettödeme absaugen zu lassen. Mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, ob ich das wirklich für nötig finden werde.

    Ich esse alles, wenn auch momentan etwas eiweißlastiger, da sich bei Kohlehydraten einfach die meisten Kalorien einsparen lassen und weil ich deutlich mehr Sport mache als früher.

    Momentan kann ich sagen: die Schmerzen in den Beinen und Füßen, das Gefühl der Schwere sind jetzt schon weg und der Umfang vor allem auch an den Oberschenkeln nimmt ab, wenn auch die „Unform“ im wesentlichen bleibt.

    Besonders möchte ich Aquajogging empfehlen. Zum einen verbrennt es fantastisch viele Kalorien und zum anderen kriegst Du eine kostenlose, hoch effektive Lymphdrainage gleich mit – ich fand das sogar effektiver als eine echte Lymphdrainage bei einer Physiotherapeutin, die ihr Handwerk 1A versteht.

    Ich kann jeder, die unter Lipödemen leidet nur Hoffnung machen: Abnehmen und (Wasser-)Sport sollte zumindest für Erleichterung sorgen.

    Ach ja: Stützstrümpfe habe ich nie getragen und werde sicher auch keine brauchen.

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  15. cece

    Hallo zusammen,
    ich habe länger hin und her überlegt, ob ich etwas dazu schreiben soll.

    Solange ich mich daran zurück erinnern kann habe ich seit Beginn der Pubertät mit sehr starken Beinen und Übergewicht zu kämpfen. Heute kann ich nicht mehr sagen, welche Diät ich nicht versucht hätte. Es ging soweit, dass ich mich zeitweise nur noch von einem halben Liter Gemüsesaft ernährt habe, aber trotz dessen keine schlankeren Beine bekommen habe und mir von Verwandten und Bekannten den netten Spruch mit dem Brauereipferd anhören durfte….
    Diese Sprüche sind weder für Heranwachsenden, die sowieso schon mit sich unzufrieden sind, besonders motivierend, als auch für eine ausgewachsene Frau. Mein Selbstbewusstsein ist mein Leben lang untergraben worden daher habe ich mich auch immer mehr zurück gezogen und im Stillen meine Wunden geleckt und habe dadurch dann noch mehr zugenommen. Mit 18 hatte ich dann das erste Mal ein Höchstgewicht von 103 kg, was ich ich mit viel Arbeit und Mühe dann wieder auf 76 kg herunter bekommen habe. Dieses Gewicht +/- 5 kg konnte ich sehr lange halten, bevor ich dann mit Mitte 30 wieder bei 95 kg angekommen war. Da habe ich die Notbremse gezogen und mit einer Radikalkur innerhalb von 5 Monaten 20 kg abgenommen. In etwas langsameren Tempo dann noch einmal 7 kg, so dass ich bei gesunden 68 kg bei 1,71m war. Dann habe ich den Fehler begangen mit dem Rauchen aufzuhören und mich zu sicher mit dem Gewicht zu fühlen. Probleme in der Partnerschaft taten ihr übriges dazu, dass ich dann Ende 2014 bei dem krönenden Gewicht von über 113 kg angelangt war. Im Januar 2015 habe ich meine Ernährung komplett auf Vegan umgestellt und ohne Kalorien zu zählen bis April 2016 gute 22 kg abgenommen.
    Durch die Erzählmirnix- Comics bin ich dann auf das Buch gestoßen und der Aha- Effekt hat mir dann noch einmal satte 9 kg Abnahme beschert und ich hatte mein Zielgewicht mit 5 kg schon vor Augen, wie der Esel seine Karotte.
    Ende Juli habe ich dann die Diagnose auf Lipödem bekommen. Bei mir hat die Diagnose einen umgekehrten Prozess ausgelöst, da ich seitdem gar nichts mehr abnehme und auch nicht mal mehr ins Kalorien zählen rein komme…. 😦
    Sie hat bei mir im Kopf irgendwo einen Schalter mit der Aufschrift „Vergiss‘ es, das schaffst du sowieso nicht!“ gefunden, den ich seit Wochen verzweifelt suche, um ihn zu eliminieren.
    Im Innersten weiß ich ganz genau das ich abnehmen kann, zumal ich es ja auch schon mal geschafft hatte!!! Durch unvernünftiges – wenn auch noch immer veganes Essen- lagere ich zur Zeit auch noch extrem viel Wasser ein, was den morgendlichen Gang auf die Waage dann noch weniger motivierend macht.

    Sorry, so viel Schreiben und Jammern wollte ich eigentlich gar nicht, aber ich musste das jetzt einfach mal loswerden…

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    1. annesch

      Danke für Deine Erfahrung – ich weiß ja auch noch nicht, wie lange bei mir der Effekt „Ich krieg das in den Griff!“ anhält, aber ich hoffe, die Motivation, die ich irgendwie daraus ziehe, möglichst nutzen zu können… Für mich war die (mögliche) Diagnose (habe nächste Woche einen Arzttermin bei einem Facharzt) der Ansporn, aber die 1,5 Jahre davor, die ich schon das Buch von erzählmirnix kannte – also eigentlich alle notwendigen Fakten kannte -, aber trotzdem nicht den Schalter zum Umlegen fand, waren enorm frustriend und gewichtsmäßig ein ständiges Auf und Ab, daher kann ich Deine Verzweiflung etwas verstehen. Hattest Du auch – neben der Figur – Probleme mit Schmerzen in Deinen Beinen und haben Kompression und Co da vielleicht auch schon was helfen können? Bei mir ist die Vorstellung, dass ich mit der Kombination aus Kompression, Gewichtsverlust und Bewegung an den schmerzenden Beinen etwas verändern kann, sehr stark (vielleicht täusche ich mich ja auch), und sie motiviert mich ungemein…
      Ich wünsche Dir alles Gute!

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    2. annesch

      Hallo Cece, ich weiß nicht, ob Du über Kommentare zu Deinem Kommentar benachrichtigt wirst, aber ich bin gerade auf eine Seite gestoßen, die ich für alle, die auch gern Englisch lesen, sehr interessant finde: Die Seite der amerikanischen Fat disorders Research society http://fatdisorders.org/. Ich finde die Informationen dort sehr differenziert und ausführlich zu allen möglichen Themen rund um Lipödem. Unter anderem gibt es einen YouTube-Kanal (https://www.youtube.com/channel/UC4zBZEEwLw2nGkqIp7txy8Q/videos), in dem z.B. Vorträge von ihrer Tagung 2016 wiedergegeben werden, darunter fand ich z.B. den hier sehr interessant: https://www.youtube.com/watch?v=YBtpnvGAZyQ. Ich bin immer ein bisschen vorgesprungen, bis eine neue Folie im Vortrag auftauchte und habe weitergehört, da kriegt man bereits viel von dem, was sie erzählt, mit ;-).

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  16. Ruth

    Vielleicht interessant http://news.doccheck.com/de/newsletter/3627/22551/?utm_source=DC-Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=Newsletter-DE-DocCheck+News+16.44+%28Montag%29-2016-10-31&user=4075d63ec602c5eb8960a4200d5f368f&n=3627&d=28&chk=10ba17564ceaa98ba59a535fcca9c9ba

    sollten die KK die Liposuktion bei schweren Fällen bezahlen?

    Nochmals zum Erfolg von Diät und Sport: Natürlich habe ich „dort untenrum “ auch abgenommen.
    Ich wog in meinen anorektischen Zeiten 38 Kilo , das bedeutete, ich trug oben Kleidergröße 32,
    untenrum aber immer noch 36/ 38.
    Ich finde sogar, dass jetzt, wo ich auch einen leichten Bauch habe, mehr Busen und dickere Arme, meine Figur harmonischer wirkt als vorher. Ich finde auch leichter Hosen von der Stange, vorher gingen die mir über die Oberschenkel mit Ach und Krach, rutschten aber in der Taille.

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  17. Pingback: Gastbeitrag: Lipödem/Reiterhosen – Fettlogik überwinden.

  18. Lillie

    Hallo zusammen,

    habe den Verdacht, dass Lipödem -neben den wirklich ernsthaft erkrankten- eine aktuelle Mode Diagnose ist.

    Bin letzte Woche wegen Besenreissern zu einem Phlebologen der mir einfach so die Diagnose Lipödem gestellt hat.

    Habe zuvor noch nie etwas davon gehört.

    Er meinte ich habe bestimmt schnell blaue Flecken und Druckschmerzen. Obwohl ich dies verneinte und meinte es wäre nur Cellulite erwiderte er, ich hätte ja kein Übergewicht (dabei habe ich einen BMI 29 bei Größe 1,62 und 77 kg). Es würde schlimmer werden und ich müsse ab jetzt immer Kompressionsstrümpfe tragen damit es sich nicht ausbreitet.

    Etwas geschockt, denn bislang war ich davon ausgegangen, dass ich einfach „nur „eine weibliche Birnenfigur mit Übergewicht und Cellulite habe, und keine Krankheit, fing ich an zu recherchieren.

    Meinen aktuellen Erkenntnissen nach handelt es sich um eine sog. Extremitäten- Lipohypertrophie aus der sich in manchen Fällen ein Lipödem entwickeln kann aber nicht muss. Hauptunterschied ist, dass diese keine Beschwerden verursacht wie das Lipödem und auch nicht als Krankheit eingestuft wird, sondern als mögliche Körperform.

    Also eben doch das wovon ich bislang immer ausgegangen bin: Weibliche Birnenfigur mit Übergewicht und Cellulite 😉

    Vermute da Interessen aus dem Schönheits-OP Bereich o.Ä. hinter um einen neuen „Markt“ zu erobern. Jedenfalls weiss ich aus eigener Abnehmerfahrung, dass ich dort sehr wohl abnehmen kann – was ich auch aktuell wieder vorhabe.

    Gibt es hier jemanden mit ähnlichen Erfahrungen?

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    1. Mixkassette

      Ich kann nur sagen, dass es bei mir von Pubertät an auch nur Figur war. Jetzt aber beeinträchtigend ist. Wenn du diese Entwicklung irgendwie vermeiden kannst würde ich alles Notwendige dafür tun. Dass jeder Schritt ne „Qual“ ist wünsche ich keinem. Rein äußerlich sehen meine Beine auch einfach nur etwas „weiblich“ aus.
      Ich hätte mir so einen Arzt gewünscht.

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    2. Mona

      Ich sehe es wie MIxkassette.
      Wenn jemand solche Einschränkungen und Schmerzen hat, dass er für sich eine Op organisiert, dann ist es halt ihre/seine Entscheidung. Ich denk nicht, dass der Arzt einen nur dadurch, dass der beim ersten hinschauen auf ein Lipödem schließt direkt dem „neuem Markt“ hinführt.

      Ansonsten finde ich es auch gut, dass man bei Problemen Strümpfe bekommt und schonmal eine Erleichterung hat. Naja die Strümpfe sind ja gegen Venenprobleme und Lymphödeme. Wenn sie einem nichts bringen, braucht man die auch nicht tragen. Das entscheidet man am Ende immer selbst.
      Ist doch gut, dass der Arzt drauf hinweist, dass es auch ein Lipödem werden könnte, dann kann man durch Abnahme, Strümpfe und Sport gut etwas dagegen machen, sodass man keine Schmerzen bekommt.

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      1. Mona

        Ich meine allgemein, dass einem Hilfe angeboten wird und man ausprobieren kann, ob irgendwelche der Strümpfe einem was bringen.

        Die Fachstrick sind für das Lipödem oder andersrum? Eine Freundin, die Lipödem aber auch Venenprobleme hat und wegen beidem schon Ops hatte, hat von allen Ärzten immer Rundstrick aufgeschrieben bekommen, das brachte so gut wie gar nichts. Jetzt mit Flachstrick ist sie begeistert, die entlasten wohl wirklich gut.

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  19. Frank

    Also wenn ich die Diagnose eines Arztes anzweifle und ihn sogar für korrupt halte, hole ich mir eine Zweit- oder Drittmeinung von Spezialisten. Ich weiß ja nicht, wo Du Deine aktuellen Erkenntnisse her hast, aber von Google-Selbstdiagnosen würde ich abraten.

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