Gastbeitrag: „Iss doch einfach jeden Tag Schokolade, dann nimmst du schon zu!“

Vor einigen Tagen schrieb mir Anna (26 Jahre): Ihr seien meine Comics zum Thema Übergewicht aufgefallen und sie wollte wissen, ob ich auch Comics zum Thema Untergewicht mache (die, die ich spontan gefunden habe, füge ich in den Text ein). Da das ja genau mein Thema ist habe ich das direkt zum Anlass genommen, sie zu fragen, ob sie nicht einen Text für meinen Zweitblog Fettlogik schreiben möchte:

Ich bin 1,60 groß und mein Wunschgewicht wäre 52 Kilogramm.

Aktuell habe ich leider wieder abgenommen und bin bei 47 Kilogramm. Das heißt leichtes Untergewicht, nicht sonderlich tragisch aber genug, dass mir Sport machen wieder schwer fällt. (die über Monate gewonnenen Muskeln neigen dazu wenn man ein paar Wochen nicht auf die Ernährung achtet wieder zu verschwinden) und ich mich allgemein unwohler und auch weniger attraktiv empfinde. Die Hosen rutschen, In den eh schon AA-Körbchen meiner BHs ist wieder mehr Platz.

Dazu kommt, das man sich dann wieder anfängt Gedanken zu machen was die Umwelt über einen denkt.

Denn den Satz „Als wir uns das erste mal gesehen haben habe ich ja schon gedacht du wärst bestimmt Magersüchtig.“ habe ich schon mehr als einmal gehört. Das einem Menschen die einen nicht kennen eine psychsiche Erkrankung andichten, fühlt sich nicht besonders gut an.

Überhaupt scheint es ok zu sein Menschen mit ein paar Kilo zu wenig, Erkrankungen zu unterstellen. Und das ist dann sogar nett, weil es ja gegen den Model-Magerwahnsinn geht. Aussagen wie „Frauen mit Oberschenkel-gap sind eklig, die müssen sich ja halb zu tode gehungert haben“ zu sagen ist gesellschaftlich total in Ordnung.

fettlogik2

Ich habe gelernt, mich aus Gesprächen zu Gewichtsproblemen lieber rauszuhalten. Denn diese laufen immer so ab:

Kollegin beim Mittagsessen: „Bei dem aktuellen Stress ist es so schwer sein Gewicht zu halten. Ich hab schon wieder drei Kilo zugenommen. Ich muss mich jetzt echt mal zusammen reissen“. Ich: „Ja, ich hab so ein ähnliches Problem. Bei Stress vergesse ich ständig zu essen, weil ich einfach so gar keinen Appetit habe und ich wollte eigentlich eher ein bisschen zunehmen als weiter abzunhemen“. Die Kollegin guckt mich an als hätte ich sie persönlich beleidigt und meint nur „na das Problem hätte ich gern“

Sowieso hat man oft das Gefühl von Menschen, die abnehmen wollen, als der natürliche Feind betrachtet zu werden. Man hat das, was sie haben wollen und beschwert sich „immernoch“.

Unter meinen Arbeitskollegen hatte ich da aber glücklicherweise einen „Vermittler“. Nämlich jemanden der Bodybuilding betreibt. Und der kennt beides. In Massephasen isst er mehr Kilokalorien, als er gerne würde und kennt das Problem zu essen, obwohl man weder Appetit noch Hunger hat. Und ansonsten muss er auch schonmal auf Süßes etc. verzichten, obwohl er Lust drauf hat. Und er meinte zumindest beides wäre ähnlich unangenehm.

Man bekommt von Menschen Tipps wie „iss doch einfach mehr“ oder „iss doch einfach jeden Tag Schokolade, dann nimmst du schon zu“. Natürlich ist das auch wahr, aber es ist nicht so einfach wie es klingt. Ich habe nur selten wirklich Appetit.

Etwas zu essen während man so gar keinen Appetit hat, ist als würde man etwas essen, das nicht wirklich schmeckt. Klar kann man das tun, aber es erfordert eben Disziplin, die man vielleicht zu stressigen Lebensphasen nicht immer aufbringt.

Klar kommt es auch mal vor, das ich so richtig Hunger oder Appetit habe und genauso viel wie andere esse oder sogar mehr, aber meist schaffe ich nur kleine Portionen. Eine halbe Pizza oder ein Teller voller Nudeln reicht mir. Und wenn ich keinen Hunger mehr habe weiter zu essen, kostet mich viel Überwindung. Klar habe ich nicht gerne Hunger aber dieses Überfressen-Gefühl finde ich noch schlimmer.

Ich setze dann eher auf viele kleinere Mahlzeiten. Und habe inzwischen auch ein paar Regeln, die ich zwar manchmal schleifen lasse, aber wenn ich merke das ich abnehme wieder stärker einhalte: (bitte nicht einfach als tolle Regeln selbst übernehmen, funktioniert für mich ganz ok, aber beruht auf keiner vernünftigen Quelle)

-nie hungrig schlafen gehen. Grade wenn ich viel zu tun habe den Tag über, fällt mir manchmal erst abends im Bett auf, das ich gar nichts zu abend gegessen habe und mein Magen knurrt. Die Verlockung dann einfach dem Schlaf nachzugeben ist groß, aber ich zwing mich dann zumindest noch eine Kleinigkeit zu essen.

-keine zu lange Lücken ohne Essen. Wenn ich zu unmotiviert bin mir irgendwas zuzubereiten, zwinge ich mich vielleicht mal zwischendurch einfach eine trockene Scheibe Brot oder nen Apfel zu essen oder sonst was ohne Aufwand. Bei zu großen Lücken geht mir das Hungergefühl irgendwann ganz Flöten und mit weder Appetit noch Hunger wird’s dann anstrengend.

-mindestens einmal die Woche Sport treiben. (ich gehe sehr gerne bouldern, aber manchmal wenn ich zu faul bin mache ich auch einfach zu hause Kraft- und Fitnessübungen) und anschließend was eiweißreiches essen.

Wenn Menschen mich fragen wieso ich denn Zunehmen wöllte, ich sähe doch gut aus wie ich bin, antworte ich inzwischen immer: „Ich würde einfach gerne mal Blut spenden, und das darf man erst ab 50kg.“ 😀

Das ist natürlich nicht der wahre Grund. Ich fühle mich schlichtweg wohler mit ein paar mehr Kilogramm.

Ich finde es auch ästetischer. Wenn ich 47 kg wiege habe ich so gut wie keine Oberweite, mit 50kg immerhin AA. Wer weiß ob ich mit 52 kg vielleicht sogar A hätte. Als Jugendliche war es mir peinlich, als all die anderen Mädchen anfingen richtige BHs zu tragen und mir wurde in einem Spezialladen für Sondergrößen gesagt „Tut mir Leid, ihre Körbchengröße ist nichtmal AA und kleinere Größen führen wir nicht“. Inzwischen ist mir das nicht mehr so wichtig. Zu Bewerbungsgesprächen oder schickeren Kleidern pushe ich meine Brüste aber immer noch zumindest auf A.

Heutzutage macht mir einkaufen auch immer noch keinen Spaß. Ich habe Kleidergröße 32-34, die meisten Läden fangen bei 36 an. Ich gehe eigentlich gar nicht mehr in der Stadt einkaufen sondern bestelle neue Klamotten nur noch im Internet. Und selbst in den online shops bleibt meist nicht viel Auswahl wenn man sich nur die in xs verfügbare Artikel anzeigen lässt.

Das sind alles natürlich keine wirklich schlimmen Dinge. Und ich muss auch sagen, das mein Aussehen und auch meine Sprortlichkeit beides nicht so die Dinge sind, über die ich mich selbst definiere und mir daher garnicht so super wichtig sind. Und ich bin mir auch sehr sicher das auch mein Partner und meine Freunde mich genauso schätzen, egal ob ich 47, 50, 52 oder 100kg wiegen würde.

Was mich aber dennoch verletzt ist als magersüchtig oder eklig bezeichnet zu werden. Das sagt dir vielleicht keiner direkt ins Gesicht (auch wenn das auch schon vorgekommen ist), aber indirekt bekommt man es oft mit. Ich persönlich denke, das jeder selbst über seinen Körper entscheiden dürfen sollte und es doch wirklich nicht nötig ist da so eine Gesellschafts-Jury einzuführen. Ich verstehe, dass einen dieser Mager-Model-Trend nervt. Die meisten Menschen mit einem BMI unter 19 sehen aber auch nicht aus wie ein Model und sind genauso wenig immun gegen Beleidigungen, wie jemand mit einem BMI über 25.

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Ich denke, wir sitzen doch alle im selben Boot. Kaum einer ist 100% zufrieden mit seinem Gewicht, ich würde mir da mehr Verständnis für Menschen wünschen, die sich von unten ihrem Wunschgewicht annähern.

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47 Gedanken zu “Gastbeitrag: „Iss doch einfach jeden Tag Schokolade, dann nimmst du schon zu!“

  1. Hallo Anna!

    Ich selbst nehme gerade von 100kg+ auf Normalgewicht ab… bin also nicht direkt betroffen.

    Allerdings habe ich eine langjährige Freundin, die seitdem ich sie kenne einen BMI um die 18-19 hat und darunter auch sehr leidet. Und so kann ich das über Umwege absolut nachvollziehen. Sie sagt von sich, dass sie keinen Sport machen kann, obwohl sie gerne würde, weil sie dann sofort abnimmt und das einfach nicht kompensieren kann. Auch sie vergisst bei Stress zu essen… isst dann Abends zwar eine große Portion… aber das gleicht natürlich nicht den gesamten Verbrauch aus. „Wenn ich zunehmen möchte, muss ich 1 Liter Eis essen. Ständig.“ Warum sollte es sich für Normalgewichtige/Untergewichtige weniger scheiße anfühlen, wenn sie sich überfressen als für Übergewichtige. Es ist einfach unangenehm und sich dazu zwingen stelle ich mir unglaublich anstrengend vor. Anstrengender als meine „Diät“ gerade.

    Ich habe meiner Freundin mein „Fettlogik überwinden“ Exemplar gegeben und hoffe dass es ihr in irgendeiner Art helfen wird. Und ich werde ihr mal deine Regeln vorschlagen. Vielleicht ist ja was für sie dabei.

    Dir wünsche ich, dass du die 5kg zum Wohlbefinden schaffst!

    Alles Liebe,

    Svea

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  2. Lexi

    Ich hatte beides erlebt. Bis ich etwa 30 war, war ich ständig untergewichtig.Schilddrüsenüberfunktion.
    Ich hatte echt zu tun, auf ein Gewicht hochzukommen, bei dem ich mich wohlgefühlt hätte. 55kg bei 1,68m war aber mein Standardgewicht. Einmal hatte ich tatsächlich mein Ziel von 60kg erreicht. Notwendig waren dazu „nur“ ein Jahr lang Muskel- und Fittnesstraining (Bundeswehr) und dazu allen möglichen Mist in mich reinzustopfen. Mein Abendbrot bestand aus Dreifach-Stullen bei denen ich statt Butter Schmalz nahm und dazwischen Salami-Käse-Schichten legte.
    Bei Frühstück und Mittag galt „Friss das Eineinhalbfache“. Dazu jeden Tag 100g Alpenmilchschokolade und jeden Abend 0,3l Bier.
    Irgendwann hatte ich es. 60kg. Und ich wirkte sogar fit und nicht aufgedunsen.
    Aber dann hatte ich irgendwann keine Lust mehr. Schon der Gedanke an die nächste Fressmahlzeit verursachte mir Übelkeit. Also aß ich wieder normal. Nach zwei Wochen war die Arbeit eines Jahres futsch und ich mickerte wieder bei 55kg herum.

    Das änderte sich irgendwann von allein. Als ich 30 Jahre alt war, war das Halten meines Wunschgewichtes kein Problem mehr. Und gegen 32…33 musste ich plötzlich aufpassen, dass ich nicht zu viel nasche, denn dieses Zu-Viel wanderte in den Bauch. Fast ausschließlich.
    Heute bin ich 35 Jahre alt und mein übliches Gewicht liegt bei 63kg, wobei ich mich nahe um die 62kg herum wohl fühle.
    Weniger hieße, dass die Rippen hervortreten, meine Gesichtszüge kantig werden und ich mich körperlich geschwächt fühle. Mehr führt zu Bauchansatz.
    Ich wiege mich jetzt 4 bis 5 Mal pro Woche. Auf diese Weise kann ich leicht erkennen, wann ich in die eine oder andere Richtung schwanke und gleich gegensteuern ohne dafür ein Diätprogramm fahren zu müssen.

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    1. das ist interessant – als ich bei 1,67 m 60 kg hatte (allerdings war ich da erst um die 16), war ich in der klasse bei den „dickeren“ dabei und fühlte mich maximal „normal“, aber keinesfalls schlank und trug schon größe 40, und später, mit 70 kilo, schimpfte mich mein radiologe, zu dem ich wegen der schilddrüse ging, dass ich maximal 55 kilo wiegen dürfe und nicht so viel bier trinken dürfe (ausgerechnet, wo ich bier gar nicht mochte) – ein für mich damals unerreichbares gewicht. da sieht man doch wieder, wie unterschiedlich ein und dasselbe gewicht sogar bei gleicher körpergröße aussehen kann und wieviel „spiel“ bei den gewichtsnormen drin ist.

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  3. Ein gewisser Neid ist vielleicht auch deshalb da, weil man beim Abnehmen eher verzichten muss und das ein wirklich fieses Gefühl ist. Viele arbeiten mit Verboten. Dann fühlt es sich zusätzlich noch so an, als würde man etwas weggenommen bekommen. Das ist beim Zunehmen nicht so. Das erscheint aus der Perspektive der Abnehmer geradezu paradiesisch. Keine Verbote mehr, kein Verzicht mehr, der pure Genuss und Essen, wonach einem der Sinn steht. Ach, wie gern man das tun würde! Viele vergessen nur leider allzu leicht, dass andere nicht denselben Appetit haben wie man selbst. Viele vergessen generell, sich mal in die anderen hineinzuversetzen. 😉
    Ein spannender Beitrag, danke fürs Teilen deiner Erfahrungen, Gefühle und Ansichten!

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      1. das mit der völlerei sehe ich nicht so. ich staune manchmal, mit wie wenig masse an nahrungsmitteln man auf 3000 kcal am tag kommen kann. da reicht es, wenn ein tag stressig ist und man keine gelegenheit hat, sich was frisch zuzubereiten oder in ruhe auf die kalorien zu achten. allein was schon so eine laugenbrezel an kalorien hat… ojojoj…

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    1. Mona

      Ein Mensch kann doch trotzdem nachvollziehen, dass mehr essen als man hungrig ist, ein aufgezwängtes Verhalten ist.

      Ich empfinde Verzicht als angenehmer als mich zu etwas zu zwingen. Bei Zwang werde ich trotzig und dann geht gar nichts. Bei Verzicht kann ich mir ja vor Augen führen, was ich ich alles schon hatte und dass ich nur so und so viel Zeit abwarten will und dann darf ich wieder leckere Sachen essen.

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      1. Das geht nicht allen Menschen so – ich kenne Menschen, die sehr gern überessen (oder auch „jetzt noch den Rest aufessen, damits alle ist, obwohl man eigentlich nichts mehr essen möchte und total satt ist“ nicht als negativ empfinden) und das wirklich nicht verstehen, was andere am „total vollgestopft sein“ nicht mögen.
        Für diese Leute ist das sehr schwer nachzuvollziehen, dass es für manche Menschen schwer ist, viel oder auch nur normal zu essen …
        Ebenso kenne ich Menschen, die IMMER Appetit haben und auch quasi jedes Nahrungsmittel mögen und gar nicht wissen, wie sich „appetitlos essen“ anfühlt.

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      2. Mona

        Ja, ich bin auch einer davon, der von einfach nur „lecker“ zu „hilfe mein Bauch explodiert, das tut so weh“ geht und dann auch noch weiter isst, wenn davon noch etwas da ist, worauf ich gerade Appetit habe. (Ich glaube auch irgendwie, dass ich mich mit dem Überessen bestraft habe, aber dadurch, dass ich etwas leckeres esse mich auch gleichzeitig beruhigt/belohnt habe. So ein Frustessen, wo es einem dabei super geht, aber wenn sie Bauchschmerzen anfangen man sich nicht mehr leiden kann, dass man das schon wieder so weit kommen lassen hat.) Für mich ist es auch ein Unterschied, ob ich sehr voll bin oder ob ich mich wirklich überesse. Voll sein ist wenn der Bauch spannt (z.B. von einer großen Pizza und viel Cola), überessen ist, wenn nichts mehr in den Magen passt, trotzdem weiter zu stopfen nur weil das leckere Zeug noch vorhanden ist und ich die Gier nicht stoppen kann, weil es beim Essen selbst der Geschmack Glücksgefühle macht.

        Mein Freund ist anders drauf, der isst immer alle Reste, wenn bei denen im Büro Reste sind und er weiß, dass es sowieso keiner mehr essen wird (ist so seine Erfahrung), nimmt er sie jedes Mal mit nach hause und isst sie dann portionsweise auf.

        Ich kenn niemanden, der Reste aufessen würde, nur weil sie da sind. Manche machen das, aber das ist meiner Meinung bei denen, die ich kenne, nicht mit guten Gefühlen begründet, sondern mit „Man darf Essen nicht wegschmeißen. Es muss jetzt aufgegessen werden, sonst wird es schlecht. Da keiner das macht, opfere ich mich und erledige das.“ Alle anderen Personen haben „immer Hunger“, weil sie das Sattsein nicht fühlen, oder denen schmeckt es so gut, dass sie nicht aufhören mögen.

        Ich kann einfach nichts essen, worauf ich gerade keine Lust habe, also fast Abneigung habe, obwohl ich ernsthaft Hunger haben kann in dem Moment. Es geht manchmal, wenn ich mir vernünftig einrede, dass ich das essen muss, weil es mir hilft: Also z.B. Proteinsachen statt Marmeladenbrot. Das fällt mir schwer, obwohl ich sogar Hunger habe. Wenn ich die Portion aufessen müsste, obwohl mein Hunger weg ist, ist es ein noch extremerer Zwang, sodass ich das als das Schlimmste ansehe.

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  4. sternenmond75

    Wichtiger Beitrag! Ich gehöre zu den Menschen, die einen BMI 30. Die untergewichtige Zeit ist bei mir in Sachen Kritik am deutlichsten im Gedächtnis geblieben. Selten kamen positive Bemerkungen, sondern häufig „zu dünn“ noch häufiger „zu dürr“ – natürlich „iss doch mal was“. Mitten ins Gesicht. Als übergewichtige Frau wurde mir entweder NICHTS oder „ach, sieht man gar nicht so“ (Besuch beim Optiker hilft!) vermittelt, obwohl die Situation glasklar war. Hintenrum kamen garantiert Sprüche.

    Ich schätze, es ist für viele Menschen schlichtweg fremdes Terrain einen Menschen mit Untergewicht mit seiner Unzufriedenheit darüber genauso ernst zu nehmen wie das komplette Gegenteil. Unwissenheit wird dann gern in saudumme, verletzende Sprüche verpackt und dem Gegenüber ungefragt ins Gesicht geschleudert. Neid mag da eine große Rolle spielen, obwohl Du hier null um Neid „wirbst“. Nadjas Comics untermalen die Situation wieder messerscharf.

    Dieser „iss galt Schokolade“ kommt vermutlich dann von Leuten, die den totalen Ernährungshype feiern. Dass man mal nascht – OK, aber Du willst vermutlich mit „gesunden“ Lebensmitteln zunehmen. Allerdings stelle ich mir das wegen dem mangelnden Appetit wirklich herausfordernd vor. So wie „Essen steht einem bis zum Hals“, aber man soll sich zwingen, zu essen.

    Mich interessiert aber mal: was sagen Ärzte aktuell in so einem Fall? Bei mir stand damals (vor 25 Jahren) ernsthaft Zusatznahrung in Form von 2 Snickers mittags auf dem Kurplan (ja, es darf gelacht werden! ).

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  5. Mona

    > Man hat das, was sie haben wollen und beschwert sich „immernoch“. <
    Wenn die Kollegin sich über ihr Stress-Essen und Zunahme beschwert, kannst du doch genauso böse schauen und ihr an den Kopf werfen "Dein Problem hätte ich gern". (Nur dass sie das überhaupt nicht verstehen würde, dass du ein Problem hast und es dir zu schaffen macht.) Ich versteh das auch nicht, dass manche Menschen so drauf sind. Vielleicht ist es ein Vorteil von mir, dass ich mit zu dünnen und zu dicken Menschen aufgewachsen bin und Beschwerden von beiden kenne. Vielleicht ist diese Erfahrung sogar dafür gut, dass ich immer nicht sehr lange im Untergewicht/Übergewicht verweilt bin, wobei ich den BMI 30 am schlimmsten fand, weil ich nichts anzuziehen hatte plötzlich und mich so gar nicht im Spiegel erkannte.

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    1. tritop

      Ich glaube, es geht auch darum, daß dünne Menschen dem gesellschaftlichen Ideal näherkommen als dicke. Dünnsein wird immer mit Kontrolle, Verzicht, Leichtigkeit usw gleichgesetzt, Dicksein mit Faulheit, Dummheit usw.

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  6. Ich verstehe das gut und möchte auch lieber meine Problemzönchen haben, als den beschriebenen, umgekehrten Fall.
    Auf etwas zu verzichten fällt sicherlich nicht leicht – und ich weiß, wovon ich rede, ich mache seit 5 Wochen eine 500kcal-Diät… aber allein die Vorstellung, ich müsste mir Essen reindrücken, auf das ich keinen Appetit habe und das noch, wenn ich auch keinen Hunger verspüre – das vergällt einem doch alles. Da erscheint einem doch selbst das Tiramisu wie Lebertran.

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  7. danke für deine einblicke. ich kann das ein stück weit insofern nachempfinden, als ich an manchen tagen zwar hunger habe, aber keinen appetit und eigentlich am liebsten gar nichts essen würde, wenn da nicht das lästige bohren im magen wäre. ich würge dann irgendwas runter, nur damit die magenschmerzen aufhören. kommt glücklicherweise nicht oft vor.

    interessant finde ich auch, was du übers hungrig schlafen gehen schreibst – bei mir ist das genau anders herum. ich würde oft gern das abendessen ausfallen lassen, weil ich mit den kalorien gerade gut im limit liege, aber ich kann nicht einschlafen, wenn ich hungrig bin, irgendwann nach langem herumwälzen kapituliere ich dann und stehe nochmal auf, um was zu essen. deshalb muss ich darauf achten, vor dem zubettgehen noch „puffer“ für ein kleines abendessen zu haben, wenn ich abnehmen will. im grunde sind das doch zwei seiten der gleichen medaille.

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  8. Zaungast

    Ah, ein Beitrag aus meiner Perspektive. ;D Ich bin 1,80 m groß und wog die längste Zeit meines Lebens grademal 54 kg – hätte ich den Begriff schon früher gekannt, hätte ich das als meinen „set point“ bezeichnet. Ich kann bestätigen, dass der Aufstieg aus diesem klar untergewichtigen Bereich mit viel, viel Überwindung und Arbeit (gepaart mit regelmäßigem Krafttraining, obwohl mir das überhaupt keinen Spaß macht) verbunden war.

    Den Vergleich „essen wenn man keinen Appetit hat ist wie etwas essen das nicht schmeckt“ kann ich absolut unterschreiben. Ebenso wie den Hinweis darauf, dass es offenbar total in Ordnung ist, Untergewichtigen sofort Magersucht oder Bulimie zu unterstellen, oder ungefragt und unverblümt blöde Bemerkungen zu ihrer Figur zu machen.

    Und wo ich schon die Selbstmitleid-Dose aufmache: Ich wage zu behaupten, dass man es als Mann mit diesem Problem noch schwerer hat. Ein „thigh gap“ gilt bei Frauen immerhin als – wenn auch kontroverses – Schönheitsideal, wie überhaupt Schlanksein generell. Ein Mann mit thigh gap? Darüber wird nur mitleidig geschmunzelt und vielleicht noch ein Schwulenwitz hinterhergeschoben. Haha.

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  9. Mona

    Es gibt in Gruppen, die Atkins, ketogene Ernährung oder LCHF machen, immer welche, die sich damit nicht wohl fühlen in den ersten Monaten oder denen kalt ist oder sowas. Dann wird denen gesagt „Du musst mehr Fett essen“ (sowas wie der Hungerstoffwechsel, der kommt, wenn man unter dem Grundumsatz futtert).

    Dann wird gesagt:
    Iss mehr Käse oder Salamisticks, tu Butter in deinen Kaffee/Tee, iss fettiges Fleisch, mach mehr Öl an dein Salat, Gemüse und Fleisch, iss viele Avocados, iss Mascarpone oder direkt paar mal am Tag einen Esslöffel Öl …
    Mir sind bestimmt ganz viele Tipps schon entfallen. Das hatte auf jeden Fall immer auch so einen Zwang, dass wenn man das nicht macht, dann macht man was falsch.
    Ich finde es aber normal, dass man wenn man vorher nur Süßkram und Kohlenhydrate gegessen hat (war echt mal meine Ernährung bis ca. 2011, das macht ziemlich skinnyfat und kraftlos) und dann plötzlich auch mal Fett und Proteine isst und keine Kohlenhydrate, dann hat man erstmal kaum Hunger, aber wenn man sich an seine neuen Lebensmittel gewöhnt hat, ist es wieder superleicht viel zu viel zu essen, wenn man vorher damit schon Probleme hatte, dass man sich überisst.

    Ich bin mir gerade nicht so gaaaanz sicher, ich meine, ich hab es im Atkinsbuch gelesen, dass seine Diät super ist, um zuzunehmen. Also die Ärzte haben da geschrieben, dass es die beste Ernährung gegen Krankheiten ist (Blutdruck und Diabetes und sowas) und man damit auch zunimmt, wenn man zu dünn ist. Irgendwie so.

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  10. Miriam

    Solltest du mal Urlaub in weiterer Entfernung planen, empfehle ich Asien, z.B. China, ich finde kaum Kleidung als Frau mit mehr als 1,70m und oberem Normalgewicht… Da mir in China oftmals das Essen nicht so schmeckt, kann ich aber den Punkt mit dem mangelndem Appetit gut nachvollziehen, obwohl ich sonst eher verfressen bin.

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  11. Hallo Anna, danke für Deinen Beitrag! Die gedanken- und empathielose Aussage „iss halt Schokolade, dann nimmst du zu!“ hat für mich mehrere Ursachen:
    1. Übergewicht ist bei uns weit verbreitet. Das kann von ein, zwei Kilo über „Normalgewicht“ reichen bis zu extremen Übergewicht wie bei mir (akt. BMI 43). Leichtere Formen des Übergewichts werden gesellschaftlich eher akzeptiert. Vielleicht weil so viele mit ihrem Körper unzufrieden sind und wissen, wie sich Verzicht anfühlt, wenn es einem doch so gut schmeckt. Viele Männer mögen eher etwas rundere Frauen (Rubensfiguren), als extrem schlanke Frauen, die aufgrund des minimalen Körperfettanteils knabenhaft aussehen. Das könnte auch an einer Homophobie liegen, aber das ist Spekulation.
    2. Weil die Übergewichtigen so viele sind und Ärzte, Krankenkassen, Pharmaindustrie und Frauenzeitschriften permanent neue „ultimative“ Ideen, Diäten, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel zur Gewichtsreduktion entwickeln und propagieren, und es auffällt, wenn ein Dicker sich plötzlich kasteit, ist Abnehmen und der Kampf gegen die Pfunde einfach mehr im Fokus der Öffentlichkeit als ein nichtessender extrem schlanker oder untergewichtiger Mensch. Bei Bulimikern fällt es auch nicht sofort auf, dass sie nach dem Essen regelmäßig zur Toilette gehen.
    3. Essstörungen, die zu Untergewicht führen, finden nicht so offensichtlich statt. Es gibt tatsächlich noch Menschen, die psychisch kein Problem mit Essen haben, normal oder ausreichend essen und trotzdem Hungerhaken sind. Einem Michelinmännchen wie mir nimmt man kaum ab, dass ich „normal“ esse. Ich war in einer psychosomatischen Klinik auf der Adipositasstation. Im Speisesaal saßen neben uns die untergewichtigen Patienten mit Essstörungen. Die Probleme, die zu Adipositas III oder zu Untergewicht führen, sind nicht selten die selben. Sie äußern sich „nur“ anders.
    4. Einem Dicken sieht man oft an, dass er leidet (Schwitzen, langsames Gehen, Schmerzen, Kurzatmigkeit, das Fett im Gesicht lässt extrem Dicke oft auch übellaunig oder krank aussehen: kleine Augen, herunterhängende Mundwinkel). Manche Schwergewichte fühlen sich wohl und leiden nicht. Das mag’s geben, ich kann’s mir aber nicht vorstellen und unterstelle Schauspielerei und Selbstbetrug. Außerdem weiß „man“ (also „alle“) ganz genau, was des Dicken Problem ist: er isst zu viel, das Falsche und bewegt sich zu wenig. Die Spielarten von Essstörungen mit Untergewicht sind vielfältiger und dem medizinischen Laien, nicht selten dem Hausarzt auch, nicht geläufig.
    Ganz ehrlich, bis zu diesem Klinikaufenthalt hätte die Schokoladenaussage von mir sein können – ganz spontan ohne großes Nachdenken. In meinem Blog spiele ich ja gern mit Klischees nehme auch die „magersüchtigen Frettchen“ (= Superschlanke mit Größe zero) aufs Korn. Es liegt mir aber fern, jemanden zu beleidigen, zu verletzen. Ich spiele da eher mit ein wenig Neid, meinem „Neid“: Ich will nicht so dünn sein wie sie, aber sie haben’s auf jeden Fall – Achtung, Wortspiel im doppelten Sinn – leichter als ich. Bis zum Aufenthalt auf der Adipositasstation kannte ich persönlich keinen Menschen mit krankhaftem Untergewicht und habe mich deshalb auch nicht damit auseinander gesetzt, warum jemand (fr)isst und danach erbricht oder sich vor Essen ekelt oder sich nach drei Erbsen vollgefressen fühlt und nichts mehr essen kann. Die flapsige Schokoladenaussage zeugt von Unverständnis, ist aber nicht verletzend gemeint. Sie verletzt Dich trotzdem. Das kann ich gut verstehen. „Iss doch einfach weniger und beweg dich mehr“, würde das Gleiche in mir auslösen. So einfach ist es nämlich nicht. Trag mal links und rechts einen vollen Wasserkasten und lauf in den fünften Stock! So geht es einem mit BMI <40 auch auf gerader Strecke ohne Treppe. Das kannst du vermutlich nachvollziehen. Die folgende Aussage, die auf mich zutraf, wahrscheinlich nicht: Versuch mal nicht an Hunger zu denken, wenn permanent der Magen knurrt, du immer Appetit hast und das Eine nicht vom Anderen unterscheiden kannst und du einfach nicht satt wirst, selbst wenn du bis zur Bewegungsunfähigkeit vollgefressen bist!
    Vielleicht unterstelle ich Dir jetzt Uneinsichtigkeit, aber ich nehme in und zwischen Deinen Zeilen wahr, dass Du Dich nicht für essgestört hältst: "Dass einem Menschen, die einen nicht kennen, eine psychische Erkrankung andichten, fühlt sich nicht besonders gut an." Nun, eine Essstörung ist eine psychische Erkrankung. Das heißt ja nicht, dass Du verrückt bist.
    Ich hoffe, ich war nicht verletzend, denn ich betrachte Dich nicht als meinen persönlichen Feind. Falls ich Dich kränkend war, bitte ich Dich um Entschuldigung!
    Wir haben beide Probleme mit dem Essen, um es scherzhaft auszudrücken: Du mit, ich ohne Essen. 😉
    Liebe Grüße
    Paninero

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  12. Oh, da hab ich mich aber heftig vertippt. es muss heißen: „Falls ich Dich gekränkt habe, bitte ich Dich um Entschuldigung!“ – Jetzt bitte ich alle, die den Kommentar gelesen haben, für meinen Fehler um Entschuldigung! 😉

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  13. Willi

    Jeder, der mal über mehrere Tage eine Magen-/Darmerkrankung hatte weiß, wie unangenehm es ist, ohne Appetit zu essen.

    Da du mit diesem Problem eine Sonderstellung einnimmst, wird sich ein Gesinnungswandel in unserer Gesellschaft so schnell nicht einstellen.

    Schöner Beitrag von der Untergewichtsfraktion.

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  14. Hallo, Untergewicht ist echt ein Problem, beim BMI unter 20,5 gibt’s bei der Narkose „Sonderbehandlung“. Bin letztens knapp dran vorbeigeschrammt.
    Regelmäßig essen hilft, gar nicht erst in den Hunger rein (mir wird üblig, wenn ich zu hungrig bin und dann was esse). Bin auch ein „bei Stress das Essen-Vergesser“. Was manchmal hilft sind Cashewkerne und Malzbier, natürlich nur, wenn du das magst.
    Pass auf dich auf, viele Grüße
    Ilka

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  15. Ich glaube schon, dass bei einigen ein Problem zu erkennen ist, wenn jemand nicht viel tun muss um schlank zu sein. Schade nur, dass sie manchmal nicht erkennen können, dass das einem nicht passiert nur um sie zu provozieren. Grundsätzlich finde ich die ganze Essthematik viel zu sehr im Fokus in den Medien. Letztlich zählt einfach nur, dass man sich selbst wohl fühlt. ist das nicht der Fall, dann gilt es etwas zu unternehmen.

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    1. Michael Mendelsohn

      „Letztlich zählt einfach nur, dass man sich selbst wohl fühlt. ist das nicht der Fall, dann gilt es etwas zu unternehmen.“ — manche Leute fühlen sich halt nicht wohl, wenn du schlanker bist als sie, und unternehmen dann was…

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  16. Maike

    Anna’s Beitrag kann ich voll unterschreiben. Ich kenne diese Aussagen, habe sie bis vor einem dreiviertel Jahr gehört. Ca 2001 habe ich sehr schnell von 63 auf 58 abgenommen (Größe 1,73). Der Grund war Stress und die Eigenart, bei Stress keinen Appetit zu haben/das Essen zu vergessen. Genau das Gegenteil von dem, was die meisten anderen um mich herum kannten.

    Mir ging es mit dem neuen Gewicht gut, mein Umfeld mühte sich aber nach Kräften, mich zu päppeln. Klappte nicht, ich war sehr schnell satt und hatte dann lange keinen Hunger.
    Halbherzig versuchte ich mehr zu essen, aber es blieb nichts hängen. Meine „Dünnlogik“ war: „Ich bin jetzt so lange bei 58 kg, das ist der neue „Status quo“ für Deinen Stoffwechsel, davon geht der nicht mehr weg.“
    Da mich die „Sorge“ meines Umfelds (Eltern, Freunde) doch beschäftigte, ließ ich mich regelmäßig ärztlich durchchecken. Ergebnis: Top-Werte. Alles im grünen Bereich. Insofern kann ich bestätigen, dass ein jahrelang gehaltener BMI von 19,3 keine Probleme macht.

    In den Augen meines Umfeldes (bzw. Teilen davon) war ich untergewichtig und damit meinten sie wahrscheinlich „unterversorgt“. Aber das stimmte nicht, denn ich habe offensichtlich automatisch auf genügend Nährstoffe geachtet. Immerhin gibt es fast nichts, was ich nicht esse und damit steht einer „ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung“ grundsätzlich schon einmal nichts im Wege.

    Die 58 Kilo habe ich ca. 15 Jahre gehabt. Inzwischen bin ich zw. 61-62 Kilo angelangt (Alter aktuell: 44 J.).
    Als ich in „Fettlogik“ las, dass Unter- bzw. Normalgewichtige die Kalorienzahl der Mahlzeit höher bzw. richtiger einschätzten als Übergewichtige, probierte ich umgehend die FDDB-App aus. Bei mir trifft die Aussage 100%ig zu. Ich neige dazu, die Kalorienanzahl meines Essens zu überschätzen. Sprich: Mit meinen Grundumsatz-Kalorien komme ich gefühlt locker aus.

    Ich nutze die „Fettlogiken“, um mein Gewicht zu halten und ich glaube, ich hätte – zur Freude meines Umfeldes – früher zunehmen können, wenn ich „Fettlogik“ gekannt hätte. Das funktioniert sicher in beide Richtungen.

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  17. UG

    Hallo,

    ich bin 27, männlich und wiege 54 Kilo bei 174 cm.
    Vor ca. 7 Jahren waren es mal ca. 75 Kg, dann kam eine stressige um emotionale Zeit. Es gab wenig Zeit für Sport, Ernährung wurde zum zufälligen Chaos, das ganze oft mit Schlafmangel verbunden.

    Und eines Tages Blickte ich den Spiegel und merkte, dass meine Wangenknochen eingefallen sind und ich mich selbst nicht erkenne. „Fck. Ich bin nun offiziell untergewichtig. Das ist nicht so gut.“ habe ich mir gedacht.

    Irgendwann kamen auch Spitznamen wie „Knochi“, „Dürr“, „Bohnenstange“, „siehst aus wie ein Ausschwitzopfer“.
    Meine damalige Freundin fand es beschämend, dass ich weniger als Sie wiege, vor allem weil sie auch mal bewusst weit aus mehr abgenommen hat.
    Das hat genervt.

    BodyIssiues hatte und habe ich deswegen nicht.
    Irgendwann meinte nur meine Hausärtztin, dass es mit 50 Kg langsam ungesund wird. Da bin ich dann aktiv einen Schwimmverein beigetreten. Und obwohl es leichte Leistungsprüfungen gab, kam das Thema Gewicht/Muskelmasse/Form etc. dort nie in Frage. Hauptsache mitmachen. Jede Woche. In „die Form“ kommt dann schon.

    Jetzt schwank ich zwischen 55 und 65 Kg , je nach Saison und Motivation. Wenn ich im Winter/Frühling Kinderschwimmausbildung mache, dann schwimme ich selbst so gut wie nie.
    Im Winter muss man dann die Jugend auf diverse Meisterschaften vorbereiten, da macht man gerne auch mal mit und testet an sich selbst diverse Leistungsmethoden und Sportdiäten.
    Ab und zu hat man dann eben gar keine Zeit. Dann lebt man von einer „Reserve“ und weiß zum Saisonstart früher mit dem Training anzufangen ggf. für einen Monat mal die Sportart zu wechseln.
    Ist zwar auch nicht super Athletisch und Wangenknochen sind immer noch eingefallen, aber immerhin hat man eine gewisse Grundausdauer und weiß effizient und zielorientiert zu Trainieren. Entsprechende Diät entsteht dann irgendwie von alleine. Sich genau 2600 kCal reinzuwürgen und den halben Tag vor dem Einkaufen Nährwerttabellen zu basteln ist mir mittlerweile auch zu doof.

    Interessanterweise wurde und werde ich nur von Leuten angegriffen, die irgendwie selbst komische Probleme mit ihrem dem Körper oder Eigendisziplin haben. Und komischerweise auch meist eher von Frauen.
    Was mich eher traurig macht, da es mehr über die Person aussagt die Angreift und Beleidigt, als über meine eigenen Defizite in Sachen Sport, Diät etc..

    Anmerkung:
    Ich weiß zwar nicht warum die meisten Männer Fitnessstudio als „Sport“ bezeichnen und bei BodyIssiues zuerst dort den Anlauf nehmen. Aber egal ob Wampe oder Untergewicht, sofern keine inneren Unsicherheiten da sind, viel nachdenken tun die meisten Männer drüber nicht.
    Vor allem auch weil Gewicht „bei uns“ nichts über die Leistung, Kraft oder Ausdauer aussagt. Entsprechend oft Überschätzen sich sehr viele und ziehen sich Sportverletzungen ein oder selbst super athletische Menschen unterschätzen sich eben und entscheiden sich für falsche Sportarten.
    Und mir ist eigentlich auch egal wie viel wer wiegt, sofern man an sich auch arbeitet. Wenn nicht, dann eben selber schuld, ist ja nicht mein Körper.
    Es ist auch völlig okey sich zu kritisieren und sich gegenseitig zu helfen. Es ist aber unsportlich jemanden zu beleidigen, weil man z.B. keinen Sixpack oder tight gap hat. Erst recht wenn man nicht gerade selbst Olypmia Sieger*in ist.

    Der Autorin vielen Dank für den Post.
    LG, die Untergewichtsfraktion.

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    1. Yggdrasil

      Warum sollte man das, was man im Fitnessstudio so treibt, denn nicht als Sport, sondern nur als „Sport“ bezeichnen?

      Wenn ich ne Stunde an der Langhantel gezerrt hab mit dem ueberschaubaren Fundus an Grunduebungen, dann fuehlt sich das sehr wohl nach Sport an. Und sowohl die Optik als auch eine Verbesserung in Mobilitaet, Ausdauer und Kraft bestaetigen das 🙂

      LG, Yggdrasil…

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      1. UG

        Hat was mit Methodik zu tun.

        Gewichte sind eine klasse Ergänzung zum normalen Training, ersetzen gezieltes Ganzkörpertraining aber nicht.
        Zb. es macht einen riesen großen unterschied ob man im Schwimmen 200m Sprintkraul oder 2.000m Ausdauer ggf. Rücken schwimmt.
        Oder ob man bei Fußball im Mittelfeld technisch taktiert oder als Stürmer hin und her sprinten muss.

        Vergleiche einfach die „Optik“ zwischen Marathonläufern und Sprintern.
        Wobei beide Disziplinen subjektiv gleich anstrengend sind.

        Lg.

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  18. „na das Problem hätte ich gern“

    Oh man! Wie gut ich das kenne! ZU GUT!
    Ich bin normalgewichtig, aber normalerweise im unteren Bereich des Normalgewichts (wohlgemerkt aber mit einem ziemlich hohen Körperfettanteil *husthust* – aber das darf man nicht mal sagen, wenn man nicht übergewichtig ist).
    Ich vergesse zwar nicht, zu essen, aber bei mir schlägt Stress etc schnell auf den Magen und dann krieg ich einfach nichts runter. Als ich nach einer Phase mit psychischen Problemen etliche Kilo abgenommen hatte und mir die regelrecht wieder ranfressen musste, hörte ich auch immer: „Na, das Problem hätte ich gerne“. Klar, cool… du willst psychische Probleme? Bitte gerne…

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  19. Mel

    Ist es nicht auch ein Zeichen unserer Gesellschaft, dass Menschen im unteren Normalgewicht bzw. mit etwas Untergewicht sich als nicht schön empfinden, bzw. generell darunter leiden? Wird uns eingeredet, dass wir uns nicht schön finden dürfen, wenn wir Körbchengröße AA haben? Ich bin 159cm groß, also nur einen cm kleiner als die Gastautorin. Ich wiege hingegen 44-45 kg und fühle mich sehr wohl. Ich empfinde mich nicht als eklig, sondern als schön. Zunehmen will ich nicht, rutsche ich aufgrund von Stress oder warum auch immer auf 43 kg – sei’s drum, ist keine Katastrophe. Auch bin ich sportlich, das eine tut dem anderen keinen Abbruch. Liegestütz, Klimmzüge, 10km laufen – alles drin. Würde mich nie auf Zwang „rauffressen“, nur um die nächste BH-Größe tragen zu können.

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    1. sternenmond75

      …interessehalber eine Nachfrage (und bitte nicht als „erhobene-Zeigefinger-Nörgler-Nachfrage“, sondern als wirklich interessiert interpretieren 🙂 ):

      was hat Dich auf diesem Blog geführt, wenn Du mit Deinem Gewicht offensichtlich nie Probleme hattest und auch in naher Zukunft nicht siehst. Denn sonst eint alle genau dieses Kriterium hier (ob unter-/übergewichtig: man war es in der Vergangenheit, ist es aktuell oder sieht achtsam bis kritisch in die Zukunft wegen gemachter Erfahrungen), so dass genau diese Formulierungen „ich fühle mich sehr wohl“ (ohne vorherige Aktionen des Zu- und Abnehmens) recht ungewöhnlich sind.

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      1. Mel

        Die Frage beantworte ich gerne, ich wollte es nur nicht von vornherein schreiben, um keine „Magersucht“-Interpretationen aufkommen zu lassen 🙂 Ich war schon immer dünn, habe aber früher sehr ungesund gegessen und als ich als gesundheitlichen Gründen auf „clean eating“ umgestiegen bin, bin ich von 48,5 kg auf 44 kg runter gekommen… Überraschenderweise sind damit meine alle meine kleinen „Mäkel“ verschwunden, bei denen ich gedacht habe, ich müsste aufgrund von meinen Genen für immer damit leben: Volle Backen, leichter Doppelkinn-Ansatz (ich habe einen sehr kleinen Kiefer), Cellulitis und „Reiterhosen“ auf den Oberschenkeln. Somit definierte ich 44 als mein neues Idealgewicht und halte es seitdem. Wenn das „halten“ mal nicht funktioniert, zähle ich für 1,2 Wochen meine Kalorien. Ich habe hier nur kommentiert, weil ich aufzeigen wollte, dass Knochen und Körbchengröße AA per se nicht hässlich sind. Mit Körpergröße um 160 herum ist man doch sowieso eher in der Elfen-Fraktion unterwegs…

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      2. sternenmond75

        danke für die offene Rückmeldung! Toll, dass Du Dein Wohlfühlgewicht für Dich herausgefunden hast und Dich nun gut fühlst. Die Körbchenthematik würde ich allerdings hier nun nicht weiter verfolgen. Das ging vor einiger Zeit mal richtig rund unter den Damen, weil Nadja hier auch mal ihre (natürlich subjektive – was auch sonst) Unzufriedenheit darüber äußerte. Da sind wir nämlich fix der gleichen Ebene wie der Fatacceptance-Bewegung, nur anders herum und vielleicht noch komplizierter. Also gaaaaanz sensibles Thema….

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      3. Michael Mendelsohn

        „Somit definierte ich 44 als mein neues Idealgewicht und halte es seitdem.“ — Die „Idealgewichte“, die die verschiedenen Formeln hergeben, sind ja statistisch gewonnen. Allein schon die Beobachtung, dass es unterschiedliche Körpertypen gibt, legt ja den Schluß nahe, dass auch das gesundheitlich optimale Idealgewicht individuell verschieden ist. Wenn wir jetzt noch bedenken, dass „Wohlfühlen“ (also neudeutsch „wellness“) psychomatisch auch die Gesundheit beeinflusst, ist es vermutlich eher ungünstig, auf einem „Idealgewicht“ zu beharren, bei dem wir uns nicht wohlfühlen, nur weil die Statistik es uns vorgibt.

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      4. die andere Mona

        Meinst du wirklich, dass hier nur Leute mitlesen, die mit ihrem Gewicht unzufrieden sind? 😮 Ich habe mir vor einer Weile das Buch gekauft, weil ich über die Erzählmirnix-Comics darauf gestoßen bin und es mich einfach interessiert hat, eine „Stimme der Vernunft“ zu diesem Thema zu lesen. Ich interessiere mich ganz sachlich dafür, zumal ich viel mit Mode zu tun habe und allgemein an gesellschaftlichen Fragen interessiert bin. Außerdem bin ich viel in feministischen Diskussionen unterwegs, wo teilweise dieses „Fat Acceptance“-Konzept sehr groß geschrieben wird, dem ich aus diversen Gründen sehr kritisch gegenüberstehe. Mich interessiert also der ganze Themenbereich, ohne dass ich persönlich/körperlich „betroffen“ bin.

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    2. Mona

      Ich denke eher, dass es individuell ist und nicht so sehr durch die Gesellschaft hervorgerufen wird. Vielleicht wird es dadurch beeinflusst, wie die Verwandten und Freunde aussehen? Also, dass man da nicht extrem auffallen will und sich angenommen fühlen will?

      @Mel, so allgemein kenn ich das auch wie du, dass ich mich wohl fühle, wenn ich dünn bin, solang ich keine Mangelerscheinungen habe. Ich hatte noch nie in meinem Leben weniger als BMI 17,5. Es kann sein, dass unter 50 kg bei mir dann auch so ein Punkt kommt, wo ich lieber zunehmen würde. Vielleicht liegt er bei dir auch einfach tiefer als bei der Gastautorin?

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  20. Hmm, ich kann das natürlich nicht nachempfinden, da mein Problem ja genau andersrum liegt. Aber ich weiß eben auch, daß ich dieses Problem nicht gerne hätte, weil ich dann eben unter- statt übergewichtig gewesen wäre. Beides doof.
    Genau wie du vermutlich auch nicht unbedingt die „Fähigkeit“ haben wolltest an einem Tag n halbes Kilo zuzunehmen…

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  21. Ich habe eine Freundin, die ich von der Uni jetzt schon fast 20 Jahre kenne. Ich war damals normalgewichtig, sie sehr schlank. Im Laufe der Jahre bin ich immer dicker und sie immer schlanker geworden. Sie hat dann nach der Geburt ihrer Tochter richtig schlimme Probleme bekommen, da nicht nur sie, sondern auch das Kind stark untergewichtig waren. Sie war jahrelang bei einer Ernährungsberaterin und während ich mit meinem Übergewicht gekämpft habe, hatte sie das gegenteilige Problem.
    Wir treffen uns so 1-2 mal im Jahr, meistens zum Essen. Das hatte dann manchmal schon komische Züge, wenn ich mir als „Dicke“ einen Salat und ein Glas Wasser bestellt habe, sie ganz tapfer Schnitzel mit Pommes und einen Saft (oder sowas in der Richtung) und beide immer strunzunglücklich auf den Teller des anderen gestarrt haben. Nach ihrem Gesichtsausdruck zu urteilen, wenn sie sich noch mehr Essen reingezwungen hat, wollte ich aber wirklich nicht in ihrer Haut stecken…
    Ich kann dich also auch gut verstehen und ich finde diese dummen Sprüche auch vollkommen daneben.
    Meine Freunding hat es übrigens mittlerweile im Griff (besser als ich, aber ich arbeite dran), das hat aber viele Jahre gedauert.

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  22. Danke für den interessanten Beitrag! Ich finde es vor allem krass, dass Leute anscheinend anderen Menschen einfach ins Gesicht sagen „Du schaust aus wie magersüchtig“. Nicht irgendwie besorgt – das könnte ich ja vielleicht noch verstehen – sondern irgendwie gehässig.

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    1. die andere Mona

      Meine persönliche Erfahrung ist, dass man als dünne Frau sehr viel unverblümtere (und teilweise unverschämtere) Sachen ins Gesicht gesagt bekommt als dicke Frauen. Ich wiege um die 50 kg bei knapp 1,60m, das hat sich die letzten 20 Jahre nicht groß geändert (bin Mitte 30). Ich habe schon in der Schule des öfteren unterstellt bekommen, ich sei „essgestört“, und als Erwachsene habe ich festgestellt, dass es kaum möglich ist, mit dicken Menschen über Ernährung, Mode oder Sport zu reden, ohne gehässige Bemerkungen einzufangen. Ich würde mir nie anmaßen, mich über den Körper eines anderen Menschen auf solche Art zu äußern. Leider gibt es so viele dicke Menschen, die latent unzufrieden mit sich sind, das aber nicht nach außen zugeben wollen und dann dünne Menschen als ihr Feindbild ansehen.
      Ich habe eine Freundin, die eine ähnliche Statur hat wie ich, aber vor einigen Jahren aufgrund von Stress und Krankheit einige Kilos angesammelt hatte, mit denen sie unzufrieden war. Sie hat einige Veränderungen in ihrem Alltag vorgenommen und dann innerhalb von ein paar Monaten ihr Gewicht wieder auf ihren vorherigen Normalzustand reduziert. Sie hat in dieser Zeit unglaublich viele hässliche Kommentare bekommen von Leuten, denen es anscheinend zuwider war, dass sie abnahm. Vordergründig ging es immer darum, dass man besorgt um ihre Gesundheit war. Ich glaube, viele Leute haben schon ein völlig verschobenes Bild von einem gesunden Körper.

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  23. Shark

    Ich bin von leicht übergewichtig zum unteren Ende der Skala Normalgewicht gewandert. Dort angekommen habe ich mir besonders von älteren Menschen anhören müssen, wie dürr und krank (ich habe mich nie besser gefühlt mit dem Gewicht!) ich doch wirken würde. Das fand ich ja noch nachvollziehbar. ([Nach-]Kriegsgeneration: Fettpolster haben ist wichtig für Notzeiten!)

    Was mich echt geärgert hat, war eine Ärztin, die mir mein Gewicht vorgeworfen hat. Und das ohne mich zu wiegen oder nachzufragen, wie hoch das sei – sondern allein nach meinem Anblick gehend. BMI von 19 – 20 ist ja wohl kaum krankhaft.

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  24. antonina

    Dazu kann ich auch ein paar Anekdoten beisteuern… Ich war immer untergewichtig, bis zu einem Alter von etwa 25. Mit 20 hatte ich bei 1.75m Größe zwischen 52 und 55kg Gewicht. Ich war selten krank und sportlich und hätte gerne zugenommen (was eine Magersucht wohl ausschließt). Ich konnte, wenn es mir schmeckte, essen wie ein Scheunendrescher, wofür ich auch sozusagen berühmt war. Gleichzeitig war ich ziemlich heikel (igitt, Fettränder!) und hab auch häufiger vergessen zu essen. Aber hungrig ins Bett gehen, wäre niemals passiert. Und nun zu den Anekdoten:

    Im Bus zur Klassenfahrt, laut vor allen Mitschülern: „Kein Wunder, dass du keinen Freund hast. Du bist so ein Knochengestell, da holt man sich ja blaue Flecken“.

    In der Kneipe mit Freunden und Bekannten, nachdem ich eine Pizza mit Genuss verspeist hatte und dann aufstand, um auf Toilette zu gehen: „Gehst du jetzt kotzen? Ihr Frauen macht das doch immer so“.

    Beim ersten Kontakt bei einem neuen Arzt (noch als Teeager), bevor er irgendwas anderes zu mir sagte: „Du bist viel zu dünn. Das ist nicht gesund“ (ich war pumperlgesund).

    An der Uni, im Hörsaal neben einer mir völlig unbekannten Mitstudentin, ich aß gerade eine „Lila Pause“ (gibt es die eigentlich noch?): „Hast du eine Schilddrüsenüberfunktion?“ (um das klar zu stellen: wir hatten uns noch nicht vorgestellt, nicht mal „hallo“ gesagt. Wir saßen nur nebeneinander. Und ich habe als schlanke Frau einen Schokorigel gegessen. Sakrileg!).

    Bei der Vorstellung in einer WG: „Wir werden dich hier erstmal hochpäppeln müssen, so klapperdürr wie du bist.“

    Wieder an der Uni. Wir saßen so zusammen. Eine Mitstudentin (ich kannte sie vage vom sehen), meinte plötzlich mit Seitenblick auf mich: „Du bist so dünn. Männer mögen so dünne Frauen ja eigentlich gar nicht. Die mögen schon was zum Anfassen haben“ und ein Mitstudent: „Nee, so dünn ist nicht schön. Lieber ein paar Kilo mehr“. (Schönen Dank auch für eure ungefragte Meinung).

    Inzwischen bin ich übrigens leicht im Übergewicht und kenne das Phänomen, dass alles hängen zu bleiben scheint. Mit Mitte zwanzig hat sich irgendwas verändert, keine Ahnung, mehr Appetit, schlechterer Futterverwerter, weniger Bewegung. Ich musste mir richtig abtrainieren, stolz darauf zu sein, dass ich jetzt mal so richtig gut gegessen hatte. Hat eine Weile gedauert ;-). Aber fiese Kommentare von Wildfremden bekomme ich jetzt keine mehr (schade, jetzt wo ich schlagfertig genug wäre…).

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  25. Pingback: „böse Zungen“ – Fettlogik überwinden.

  26. Anja

    Ich finde es spannend, dass die Probleme von Frauen unter der „Norm“ genau die gleichen sind, wie die von Frauen über der „Norm“ (Klamotten finden, Bodyshaming, pseudo-kluge „einfach mal“ Ratschläge)
    Das Gefühl „solche Probleme hätte ich auch gern mal“ kenne ich jedoch aus eigener Erfahrung sehr gut. Inzwischen verkneife ich mir, diese Gedanken auszusprechen, weil ich sensibilisiert bin, aber ich habe sie dennoch manchmal. Das geht aber bestimmt jeder*jedem mal so, die Probleme der anderen scheinen manchmal auf den ersten Blick halt einfacher lösbar 😉

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