Schwere[s]Los – Comic

Zur DAK-Aufklärungskampagne über die Diskriminierung Übergewichtiger hatte ich ja bereits einiges geschrieben. Heute bin ich auf eins meiner Comics aus Anfang 2013 gestoßen – also einige Monate bevor Abnehmen überhaupt Thema wurde.

Es fasst ziemlich gut zusammen, was ich von der Kampagne, insbesonderen Teilen wie diesen halte:

Für die Kampagne SCHWERE[S]LOS habe ich ganz bewusst „normal” gewichtige Menschen, die mit ihrem Körper zufrieden sind, fotografiert. Diese sollten sich Gedanken machen, wie sie sich mit einer Adipositas-Erkrankung fühlen würden. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Gesellschaft stark auf das Äußere fixiert ist, werden diese Patienten oftmals extrem ausgegrenzt und in ihrem Alltag benachteiligt. Durch den Prozess des Sich-Hineinversetzens in einen adipösen Menschen soll für diesen Verständnis und mehr Mitgefühl geweckt werden.

Das Ergebnis sind selbstbewusst und glücklich lächende Schlanke, die auf Klebezettelchen folgende Sätze geschrieben haben:

– Ich würde mich traurig und einsam fühlen
– Ängstlich, langsam, Selbsthass, depressiv
– Eingeschränkt, unzufrieden, ungesund, nicht akzeptiert, ausgegrenzt
– So, als ob ich in jeder Hand eine Einkaufstüte mit je 5kg hätte, und permanent tragen müsste
– Ich würde mich nicht mehr selbstbewusst fühlen, wahrscheinlich schwach, und ich würde mich zurückziehen
– Unwohl, hässlich, eingeschränkt, außerhalb
– Ich würde mich unwohl, nicht selbstbewusst fühlen
– Krank, hässlich, unbeweglich, so plump, isoliert

soz

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5 Gedanken zu “Schwere[s]Los – Comic

  1. sternenmond75

    Mutti wusste schon immer treffend zu zitieren:

    „Was Du nicht willst, das man Dir tu‘, das füg‘ auch keinem and’ren zu!“

    Basis-Kurs Sozialkompetenz

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  2. IULIUS

    „Gerade in der heutigen Zeit, in der die Gesellschaft stark auf das Äußere fixiert ist, werden diese Patienten oftmals extrem ausgegrenzt und in ihrem Alltag benachteiligt. Durch den Prozess des Sich-Hineinversetzens in einen adipösen Menschen soll für diesen Verständnis und mehr Mitgefühl geweckt werden.“

    Mir persönlich stellen sich da mehrere Fragen. Z. B.:
    Warum soll sich jemand in einen adipösen Menschen hineinversetzen.
    Warum soll jemand für adipöse Menschen Verständnis und Mitgefühl entwickeln.

    Im Ergebnis läuft das nämlich darauf hinaus, daß adiböse Menschen über andere bestimmen.
    Ich soll gezwungen werden mich mit seinen Problemen zu befassen.

    Wenn ein Mensch Probleme hat hilft es wenig, wenn andere sich damit befassen. Tatsächlich ist es sein höchstpersönlich eigenes Problem.
    Einem adipösen Menschen wird es mit Sicherheit nicht besser gehen, wenn ich mich mit seinen Problemen befasse. Wozu auch? Weder wird ihm damit geholfen, noch sind die Probleme aus der Welt geschafft. Die kann lediglich der adipöse Mensch selber lösen. Es wird nur sinnlos meine Zeit in Anspruch genommen.

    Tatsächlich wäre hilfreicher, wenn Menschen anfangen würden sich gegenseitig als Individuum zu respektieren. Da sind dann Gewicht, Haarfarbe, Geschlecht etc. relativ unwichtig.

    Aber nein adipöse stellen an die Gesellschaft die Forderung, daß die sich mit ihnen befaßt. Nicht sie wollen sich bewegen, sondern die Gesellschaft soll sich bewegen.
    Da liegt M. E. das Hauptproblem vieler adipöser (und nicht nur adipöser), ein hochgradiges Anspruchsdenken.

    Der Adipöse nimmt die Position eines Außenseiters ein und fordert im Mittelpunkt zu stehen.
    Wie heißt es so schön, ein Egoist ist jemand, der sich mehr liebt als mich!

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    1. Michael Mendelsohn

      Klassischer IULIUS: zusammengefasst: „Empathie ist überflüssig“. (Dass das in der Kampagne nicht so doll gelaufen ist, steht auf einem anderen Blatt.)

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