Gastbeitrag: Diagnose Hashimoto Thyreoiditis – und dann? Meine Geschichte.

Wenn ich gefragt werde, wann das Thema Abnehmen bei mir richtig hochkochte, kann ich kein festes Datum benennen. Wie so häufig im Leben gibt es schleichende Prozesse, die man gar nicht so wahrnimmt. Man wundert sich bloß, wenn man irgendwann Veränderungen feststellt, für die man keine Erklärung hat. Aber ich erzähle am besten vorn:

Ich wurde vor 40 Jahren geboren und war als Kind (ein absolutes Wunschkind übrigens) lange Zeit normalgewichtig. In der Pubertät ging ich ein wenig aus dem Leim, ohne dass es darüber noch belastbare Daten gibt. Das einzige, was ich noch erinnere, ist meine Kur an der Ostsee im Jahre 1988, bei der ich 12 Jahre alt war, 1,63 m Körpergröße an den Tag legte und 63 kg wog. Zu schwer, wie der Kinderarzt in der Kurklinik fand. Ich war zwar nicht dort, weil ich ein Gewichtsproblem hatte, sondern meine Lunge stärken sollte, wurde aber gleichwohl auf Schmalkost gesetzt. Ergebnis nach 3,5 Wochen: 3 kg abgenommen, also 60 kg.

In der Folgezeit wuchs ich auf 1,75 m und wurde auch schwerer. Es hielt sich aber weitestgehend im oberen Normalbereich. Mit 18 pendelte ich im Bereich zwischen 73- 75 kg. Im Studium sagte irgendeine damalige Freundin (ungefragt wohlgemerkt), sie finde mich nicht dick, nur mollig. Der Schlag saß, ob gewollt oder ungewollt, sei dahingestellt. Ich beschloss abzunehmen. Gesagt, getan: innerhalb von 2-3 Monaten jagte ich mir 10 kg ab und wog 65 kg. Da war ich 22 Jahre alt. Was man so alles schafft, wenn man jung ist! Wie mir das damals gelang? Mit strikter Kalorienreduktion. Begonnen hatte ich mit einer 4tägigen Fastenkur unter Zuhilfenahme von Apfelessig (ja, da gab es damals einen großen Hype und ich bin von jeher scheinbar leicht empfänglich für solche Themen). Danach habe ich mich für 8 Wochen fast ausschließlich von Gemüse, Obst, Joghurt, Quark, fettarmem Fleisch und Käse ernährt und ca. 1.000 kcal am Tag zu mir genommen. Außerdem fing ich an zu laufen. Also alles schick. Eigentlich. Aber so blieb es nicht.

Mein Leben wurde stressiger, da das Erste Staatsexamen bevorstand und ich überdies in Sache Liebe einen katastrophalen Fehlgriff machte, an dem ich lange (auch gesundheitlich) zu knabbern hatte. Kurioserweise führte das erst einmal nicht zur Gewichtszunahme. Vielmehr wog ich, als es mir am schlechtesten ging, kurzzeitig sogar bloß 59 kg, was nebenbei bemerkt nun auch nicht mehr so sehr schön aussah und auch nicht lange zu halten war.

Das Leben ging weiter, ich machte mein Examen, beerdigte die Erinnerungen an diesen blöden Typen, lernte meinen jetzigen Mann kennen, heiratete, begann das Referendariat. Als ich dann schwanger wurde, nahm ich logischerweise zu, hatte aber ein knappes halbes Jahr nach der Entbindung (die im Mai 2001 stattfand) wieder meine 65 kg, mit denen ich damals zwar (aus heute mir unerfindlichen Gründen) nicht zufrieden war, die ich aber rückblickend als mein persönliches Wohlfühlgewicht definiere. Ich beendete das Referendariat, legte das Zweite Staatsexamen ab (wir schreiben mittlerweile das Jahr 2003) und wurde 14 Tage später zur Rechtsanwaltschaft zugelassen, die Einstellungsgarantie in einer hiesigen Rechtsanwaltskanzlei hatte ich bereits vorher in der Tasche. Es folgte eine stressige Zeit als Berufsanfängerin, nebenbei noch der Hausbau, alles sehr fordernd. Ich joggte nicht mehr und beruhigte meine Nerven gern mit Süßem, sodass ich langsam wieder die 70-kg-Marke knackte. Im Oktober 2004 bekam ich mein zweites Kind. Dabei hoffte ich, genau wie beim ersten schnell wieder abzunehmen. Das klappte aber nicht mehr so einfach. Ich hing ewig auf über 80 kg fest und war schon sehr frustriert.

Irgendwann raffte ich mich erneut zu einer strikten Kalorienreduktion auf und kam runter bis auf 75 kg, tiefer aber nicht mehr. Ich war wenige Monate nach der Geburt schon wieder arbeiten, Stress begleitete mich jeden Tag, beruflich und privat. Ich wurde 30 und dachte, jetzt ist es eben nicht mehr so leicht wie in der Jugend, Gewicht zu verlieren. Dann gab es Streit auf Arbeit (Streiten sich alle Anwälte irgendwann auch untereinander?), eine arbeitsrechtliche Auseinandersetzung und den daran anschließenden Sprung in die Selbstständigkeit. In dieser Zeit kam das große Kind in die erste Klasse. Mein Mann, der gerade erst mit seiner Promotion fertig war, pendelte jeden Tag viele Kilometer auf Arbeit, alles nahm mich sehr in Anspruch. Irgendwann rächte sich das gesundheitlich, als ich mich (ironischerweise nach einer Fastenwoche als Versuch, doch wieder unter 75 kg zu kommen, da es doch 1998 auch geklappt hatte) in der Notaufnahme wiederfand mit einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung aufgrund des Abgangs von vielen (bisher nicht bekannten) Gallensteinen. Dass ich damals (wir schreiben mittlerweile das Jahr 2008) dem Tod von der Schippe gesprungen bin, verstand ich erst viel später. Und die großen Schwüre, dass ich etwas an meinem Leben ändern wollte, um den Druck rauszunehmen, waren bald wieder vergessen. Gewichtsmäßig blieb ich in der ganzen Zeit bei 73-75 kg hängen (also eigentlich meinem Gewicht im Alter von 18 Jahren).

Damit hätte ich leben können. Aber dann kam es irgendwie anders: ab dem Jahre 2010 ging das Gewicht schleichend nach oben. Genau kann ich es nicht mehr nachvollziehen, da ich von jeher mich nicht gern und daher nur selten wiege, aber das war die Zeit, in der die Klamotten immer enger wurden. Meine Mutter, die uns immer sehr den Rücken freihielt in der Kinderbetreuung, erkrankte an Brustkrebs. Dazu muss ich anmerken, dass ich ein sehr enges Verhältnis zu meiner Mutter habe und daher mein Kosmos nicht nur organisatorisch, sondern insgesamt zusammenbrach.

Um es vorweg zu nehmen: meine Mutter hat alles gut überstanden und gilt derzeit als geheilt, aber das wussten wir damals natürlich alles nicht. Mein Mann hatte gerade einen neuen Job hier in der Nähe gefunden. Ein Jahr später wurde unser kleines Kind eingeschult. Parallel dazu wurde der Stress auf Arbeit größer, es gab Differenzen mit dem Kollegen, mit dem ich in Bürogemeinschaft zusammenarbeitete. Dieser Konflikt eskalierte Ende 2012 derart, dass ich mir quasi über Nacht neue Kanzleiräume und eine neue Mitarbeiterin suchen, alles neu ausstatten und nebenbei weiterhin meine Mandate betreuen musste. Dass die Wellen manchmal über mir zusammenschlugen, ist vielleicht verständlich. Und dass ich mich manchmal mit Essen tröstete, auch.

Irgendwann aber waren diese extremen Belastungssituationen vorüber, alles lief in einigermaßen geordneten Bahnen, ich aß wieder normal, nahm mich sogar in Acht und … nahm weiter zu. Wieso denn das? Außerdem wurde ich immer müder, schlapper, antriebsloser, trotzdem schlief ich schlecht, hatte Alpträume, mir gingen die Haare aus, dafür bekam ich mehr Pickel als in der Pubertät. Ich hatte Stimmungslagen, die man am ehesten als depressiv bezeichnen könnte. Alles, wirklich alles fiel mir unendlich schwer. Ich hätte stolz, glücklich, befreit sein müssen, aber das Gegenteil war der Fall. Paradox, oder? Es war zum Heulen.

Deswegen begab ich mich im Spätsommer 2013 zu meiner Ärztin und machte genau das: heulen. Ich hatte Glück und sie Verständnis, denn sie meinte sofort, dass wir doch einmal die Schilddrüsenwerte testen sollten. Wenige Tage später lag das Ergebnis vor: Hashimoto Thyreoiditis. Das war im September 2013 und ich wog schon deutlich über 80 kg. Uff! Damit hatte ich nicht gerechnet. Na gut, der Feind hatte jetzt einen Namen. Aber sollte ich wirklich chronisch krank sein? Der Gedanke ging mir lange nicht ins Hirn. Ok, an Hashimoto ist noch niemand gestorben, man fühlt sich nur manchmal so, als sei man schon tot oder wenigstens so gut wie. Auch war meine Hoffnung nach der Diagnose, dass nun die Gefahr erkannt und damit auch gebannt war. Aber weit gefehlt! Erstens dauerte es ewig, ehe ich überhaupt richtig eingestellt war. Zweitens wurde ich in der Zeit immer runder. Schlafstörungen, depressive Stimmungen, Angstzustände begleiteten mich jeden Tag. Eine Belastung für mich, meine Familie und meine Mitarbeiterin. Bei einer Dosis von 175 µg L-Thyroxin stagnierte dann das Gewicht endlich. Aber von einem Gewichtsverlust war ich so weit entfernt wie vom Mond.

Ich las zu dem Thema, was das Zeug hielt, und kam zu dem ernüchternden Ergebnis, dass ich mich aufgrund der Hashimotodiagnose mit dem höheren Gewicht abfinden müsse, das ist nun einmal so bei den Hashis! Für mich war das eine bittere Pille. Immerhin konnte ich froh sein, nicht über 100 kg zugenommen zu haben. Tröstete mich gar nicht. Dass das Thema Gewicht mich spätestens seit meinem 12. Lebensjahr immer mal wieder beschäftigte, zeigt obige Geschichte. Dass ich aber jetzt auf diesem (Über-)Gewicht kleben bleiben sollte, war für mich ein persönlicher Offenbarungseid.

Mein Ehering passte mir schon lange nicht mehr, von dem Inhalt meines 3-m-Kleiderschrankes passten mir nur noch weite und stretchige Sachen. Hinzu kam, dass mein Mann (knapp so groß wie ich) nun deutlich leichter war als ich, was sich in einer sehr unschönen Situation auf einem Spielplatz im Urlaub äußerte, als wir beide auf einer Wippe saßen und er oben blieb, während sich meine Wippenseite bedrohlich schnell nach unten absenkte. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich zwar nicht, dass ich bereits weit über 80 kg wog, denn ich mied die Waage wie der Teufel das Weihwasser. Aber insgeheim hatte ich schon so einen vagen Verdacht, der sich dort schlagartig äußerte. Gern wäre ich in der nächsten Erdspalte verschwunden, wenn sich spontan eine aufgetan hätte. Tat sie aber nicht. So blieb mir nur übrig, dass ich mich selbst nicht mehr leiden konnte und aufgab, was das Gewicht anbelangte. Meine Versuche, so wie früher wieder abzunehmen, misslangen kläglich. Das Gefühl, einen übermächtigen Gegner zu haben, gegen den man keine Chance hat, kann sehr viel Appetit machen!

Es dauerte von der sogenannten Wippenaffäre noch 1,5 Jahre, bis ich meinen Schalter im Kopf umlegen konnte. Mein Schlüsselerlebnis war ein Bericht bei Quarks & Co. im Dezember 2014 über das sogenannte 5:2-Fasten. Der fixte mich an, weil die Botschaft war: 2 Tage in der Woche nur 500 kcal + 5 Tage normal essen = Gewichtsabnahme. Sollte das meine Chance werden? Es sollte! Ich nahm mir das Projekt vor, wobei ich nicht so selbstmörderisch war, schon in den Feiertagen zu beginnen, sondern erst Anfang Januar 2015. Gedacht, getan. Los ging es allerdings mit meinem absoluten Tiefpunkt: das anfängliche Wiegen brachte die knapp 89 kg schonungslos zu Tage, eine Erkenntnis, die ich bis dahin tunlichst umgangen hatte. Aber nun hieß es, dem Feind ins Auge zu blicken! Ich fastete fleißig zweimal pro Woche vor mich hin, wobei ich mich an den beiden Fastentagen von Eiweißmilchshakes ernährte, und nahm recht gut ab (ca. 2 kg pro Monat). Leicht fiel mir das Fasten allerdings nicht, an den Fastentagen hatte ich Kopfschmerzen, fror, war mürrisch und antriebslos und fühlte mich insgesamt nicht gut.

Hatte ich damit den kleinen Hashimototeufel besiegt? Natürlich nicht! Ab Mitte 2015 ging nämlich gar nichts mehr, ich stand auf dem Gewicht. Gut, dass ich bis dahin wieder angefangen hatte mich zu belesen. Zunächst nur über 5:2, über einen Blog zu diesem Thema landete ich dann bei dem Blog von „Fettlogik überwinden“, las dort mit und meinte, jetzt schon alles zu wissen, was mich voranbringt. Trotzdem ging es aber nicht mehr voran.

Obwohl ich mir geschworen hatte, kein Buch mehr über das Abnehmen zu kaufen, wurde ich zum „Meineid-Juristen“ und holte mir am das E-Book „Fettlogik überwinden“. Zum Glück, muss ich rückwirkend betrachtet sagen. Ich las das Buch innerhalb eines Tages aus. Und fühlte mich verstanden, angesprochen, erhellt. Insbesondere zum Thema Hashimoto leuchtete mir schnell ein, woher mein Gewichtsanstieg kam.

Im Ergebnis musste ich gar nicht mehr so viel verändern, bis das Gewicht weiter nach unten ging. Und das tat es dann auch. Was hatte ich verändert? Ich achtete bewusst auch mehr auf das Essen an den Nichtfastentagen, aß viel Eiweiß, führte mir Mineralien und Vitamine zu und löste mich von vielen Mythen im Zusammenhang mit dem angeblich gestörten Stoffwechsel. Bis Ende 2015 hatte ich mit dem 5:2-Fasten, das ich weiterhin beibehielt, und meinem Wissen auf FLÜ mein Gewicht auf 69 kg reduziert. Anfang Dezember 2015 beendet ich das 5:2-Fasten und stellte um auf 6:1 (= ein Fastentag mit 500 kcal pro Woche), nachdem ich sehr öffentlichkeitswirksam an einem Fastentag vor dem Gerichtssaal ohnmächtig wurde und der Notarzt insistierte, ich solle doch das strenge Fasten aufgeben.

Und wie ging es weiter? Erst ab März 2016 fing ich an, regelmäßig Sport zu machen. Ich hielt mein Gewicht und erreichte damit mein Ziel, an meinem 40. Geburtstag im April unter 70 kg zu wiegen. Bis Ende August 2016 behielt ich auch den einen Fastentag pro Woche bei. Allerdings gelang es mir nicht, dadurch sowie durch das Sporteln weiter abzunehmen. Warum? Nun, es waren offensichtlich keine magischen Mächte am Werke. Ich aß schlichtweg an den Nichtfastentagen so viel, dass ich mein Kaloriendefizit vom Fastentag und den Sporteinheiten wieder aufbrauchte. Ich gehörte zwar nie zu den Abnehmern, die jeden Tag ihre Kalorien berechnen (nur an den Fastentagen wog ich genauestens ab). Aber wenn ich daran denke, dass ich 2-3 Tage nach dem Fastentag immer viel Hunger und/oder Appetit hatte, und wenn ich mal Revue passieren lasse, was ich mir so alles eingeworfen habe an Lebensmitteln, liegt das Ergebnis sozusagen auf der Hand. Also nix da Jojo-Effekt, Set-Point, Hashimoto-Schicksal oder so. Wie ich darauf komme? Ganz einfach: mit Aufgabe des Fastens legte ich spontan einen „Gemüsemonat“ ein, d.h. in aß unter der Woche sehr, sehr viel Gemüse (als Salat, Suppe, Ofengemüse u.ä.), machte artig meinen Sport und nahm schlussendlich ab auf 65 kg.

Na bitte! Warum nicht gleich so? Diese Frage kann ich nicht wirklich beantworten. Bei mir war es ein langer, mitunter mühevoller Erkenntnisprozess über ein Jahr und 9 Monate. In dieser Zeit verlor ich 24 kg. Dabei war es eher Zufall, dass ich nun nach dem offiziellen Fastenende mental so gerüstet war, die letzten 4 kg abzujagen. Das Fasten habe ich nicht abgebrochen, sondern verabschiedet wie einen guten Freund. Jedenfalls aber war mein kleiner Intimfeind Hashimoto nicht in der Lage, meine Abnahme auf Wohlfühlgewicht dauerhaft zu verhindern. Jeder, der etwas anderes behauptet, muss erst einmal an mir vorbei! Mittlerweile habe ich mir übrigens meinen Kleiderschrank komplett zurückerobert, muss lediglich zu große Kleidungsstücke aussondern und gehe wieder leidenschaftlich gern Kleidung shoppen. Und der Ehering passt auch wieder.

Fazit: ich bin heute eine 40jährige selbständige Rechtsanwältin, verheiratet mit einem beruflich häufig sehr eingebundenen Ehemann, Mutter von zwei Teenies (oder Pubertieren, wie Jan Weiler so schön formuliert), Herrscherin über knapp 3.000 qm Grundstück und einem Drei-Generationen-Haus. Habe ich etwas vergessen? Ach ja! Außerdem habe ich Hashimoto Thyreoiditis, nehme derzeit 125 µg L-Thyroxin pro Tag ein und bin mit 1,75 m Körpergröße und 65 kg im Wohlfühlgewicht. Mit dem Abnehmen ist der Stress in meinem Leben nicht geringer geworden. Es gibt immer noch Tage, da bin ich sozusagen on the edge. Aber ich habe ein Problem weniger. Und das ist gut so!

11 Gedanken zu “Gastbeitrag: Diagnose Hashimoto Thyreoiditis – und dann? Meine Geschichte.

  1. Shark

    Erstaunlich, wie unterschiedlich so was sein kann. Ich habe auch Hashimoto, das hat meine Ab- und Zunehmkarriere aber niemals wirklich beeinflusst, glaube ich. (Das einzige, was ich als Symptom bemerke, ist, dass schnell müde werden.)

    Was ich nicht verstehe, ist der Gebrauch des Wortes „Fasten“. Für mich heißt das: NICHTS essen, anstatt Kalorien in flüssiger Form (Eiweißshakes) statt in fester zu sich zu nehmen. (Ist wohl so wie der Begriff „Vegetarier“, mit dem manche Leute sich belegen, weil sie kein rotes Fleisch essen, aber dafür Geflügel und Fisch.)

    Hast du (haben Sie) einen Unterschied bemerkt, was die Auswirkungen der Schilddrüsenfehlfunktion bei anderem Gewicht betrifft? Ich habe den Eindruck, dass die bei mir mit weniger Gewicht weniger geworden sind.

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    1. FM

      In gewisser Weise habe ich schon einen Unterschied bemerkt. Zunächst rutschte ich ungewollt in eine Überfunktion, da ich nicht die Dosis reduzierte, nachdem das Gewicht nach unten ging. Schön ist anders, so viel steht fest. Dann dauerte es wieder eine Weile, bis ich richtig eingestellt war. Ansonsten kann ich vermelden, dass die Größe meiner Schilddrüse bei der letzten Untersuchung halbiert war, was fast wieder Normalgröße entspricht. Auch hatten sich die festgestellten Knoten verkleinert. All das kann aber auch an der mittlerweile richtigen Medikamenteneinstellung liegen. Es steht ja leider nicht dran, was die Ursache war. Vielleicht auch alles zusammen. An der Entzündung selbst hat sich nichts geändert. Aber die Symptome sind lange nicht mehr so schlimm wie am Anfang.

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      1. Shark

        Danke für die Antwort.
        Wäre ja mal spannend zu erfahren, ob es mehrere Leute gibt, denen es eben auch so ging, dass die Schilddrüsenwerte sich mit abnehmendem Gewicht normalisierten.

        (Nein, liebe Rechtschreibprüfung, ich meine „Schilddrüsen“ und nicht „Schulddrüsen“ oder „Schilddüsen“…)

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      1. Nanne: klar, steht drüber. Aber normalerweise leitet sie ein, und dann folgt der Text. Daher ging ich davon aus, dass der Einstieg von ihr war und las es als ihren Beitrag, was sich dann als falsch entpuppte …

        Macht der Gewohnheit …

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  2. Sersi

    Ich habe seit Jänner 14-15 Kilo (schwankt gerade etwas) durch Kalorienzählen abgenommen und im Juli wurde bei mir ebenfalls Hashimoto festgestellt. Mein Arzt meinte daraufhin jetzt, wo ich mich gerade seit einigen Wochen bei einem Stillstand befinde, solle ich mich, anstatt mich weiter zu quälen, doch lieber mit leichtem bis mittleren Übergewicht zufrieden geben, da dies „normal“ bei Hashimoto ist und es gesünder ist, das Gewicht zu halten, als weiter große Gewichtsschwankungen zu haben. Ich wollte mich jedoch nicht damit abfinden und habe nach Infos und „Erfolgsgeschichten“ von Personen gesucht, die es trotz Hashimoto geschafft haben, abzunehmen. Bin dadurch auf FLÜ gestoßen und habe mir diese Woche auch endlich das Buch bestellt um für die letzten 6-7 Kilo zum Normalgewicht nochmals Tipps und Motivation zu bekommen. Finde Geschichten wie deine extrem motivierend, das Hashimoto eben nicht bedeutet, für immer dick sein zu müssen. Großartig was du (und viele andere hier) geschafft hast!

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    1. Shark

      Das klingt für mich ja fast so, dass nicht vermeintliche Nicht-abnehmen-können das Problem ist, sondern die Gewichtsschwankungen und damit das falsch eingestellte Medikament, das den Betroffenen das Leben schwer machen.

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  3. she_lo

    Danke für den Beitrag. Ich habe gerade einer Freundin, die auch Hashimoto hat, den link dazu geschickt. Sie behauptet seit zwei Jahren durch die Erkrankung immer dicker zu werden und einfach nicht abnehmen zu können. Auf meinen ‚weniger essen und mehr bewegen‘ will sie nicht hören, da ich als nicht Betroffene ja schließlich keine Ahnung habe. Mal sehen, was sie jetzt sagt.

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  4. V_S_S

    Mir wurde letztlich auch Hashimoto diagnostiziert. Aber besonders große Auswirkungen auf mein Gewicht hat die Erkrankung nicht gehabt (aber sie hat durchaus Auswirkungen darauf und auch wenn das für andere „Kleinigkeiten“ sein mögen, weil die mit viel größeren Gewichtszunahmen zu kämpfen haben, habe ich die Veränderungen deutlich mitbekommen, mich hat das belastet und freue mich sehr über meinen neu-alten Körper.).

    Was mich bei mir gestört hat im Umgang mit den Ärzten war, dass 10 Jahre ins Land gezogen sind bis die Erkrankung erkannt worden ist. Dass ich Schilddrüsenprobleme hatte, war den Ärzten seit meinem 18. Lebensjahr bekannt. Da hieß es noch, dass eine kleine Schilddrüse manchmal angeboren sein könnte und überhaupt – müde wäre jeder mal und die Unterfunktion würde davon kommen, dass ich mich zu einseitig ernährt hätte, Tabletten bräuchte ich nicht.

    Manchmal wüßte ich gerne (oder eigentlich möchte ich es doch nicht wissen), ob die Problematik bei mir nicht bereits mit 15, 16 angefangen hat. Damals bin ich depressiv geworden ohne dass es Gründe dafür gab und war oft müde und „abwesend“. … Es gab dann immer bessere oder schlechtere Phasen, letztlich ist 10 Jahre später nach meinem Studium (das davon auch belastet war) durch Zufall wegen einer anderen Geschichte Hashimoto mit Unterfunktion der Schilddrüse festgestellt worden. Der Arzt meinte vorher noch, dass ich sicher nichts hätte an der Schilddrüse, ich wäre ja schließlich schlank und jung (und erneut: Müde, antriebslos etc. ist jeder mal.) Ich war zu dem Zeitpunkt soweit, dass cih selbst davon überzeugt war, dass cih mir meine Beschwerden nur einbilde und irgnedwie psychisch krank sein muss – oder eingebildet krank, mit Ärzten wollte ich schon gar nicht mehr darüber sprechen.

    Nachdem ich nach der Hashi-Diagnose Selen bekommen hatte, ging es mir in kurzer Zeit viel besser. Die Antriebslosigkeit, die komisch-diffusen „Lebensmüdigkeitsanfälle“, die ich mir nie erklären konnte, die chronischen Wassereinlagerungen, die oft sehr unangenm und teils schmerzhaft waren und die komischen Stimmungseinbrüche sind praktisch verschwunden. (Im Grunde so schnell, wie sie damals als Jugendliche bei mir erstmals angefangen hatten.). Abgenommen habe ich auch (ca. 3 kg, schätze das sind alles Wassereinlagerungen gewesen), der Körper ist viel straffer, da die chronischen Wassereinalgerungen verschwunden sind und cih kann wieder Sport machen ohne danach Tage zusätzlich abgeschlagen zu sein. Außerdem nehme ich normal ab, wenn ich mal weniger esse. Die Antriebsprobleme sind deutlich besser geworden und ich habe nicht mehr diese diffusen Sterbewünsche ohne suizidal zu sein. Meine Grundstimmung ist viel besser und wieder so wie ganz früher. Der Körper funktioniert irgendwie ganz anders – auch wenn mir das keiner glauben will in meiner Familie.

    Mich stört nur, dass früher wenn cih meine Beschwerden geschildert habe, es auch von ärztlicher Seite aus hieß, ich würde mir das einbilden bzw. könnte nichts haben. Und heutzutage glaubt mir mein behandelnder Hausarzt auch nicht, dass seit der Seleneinnahme (dank der Diagnose) bei mir so viele Beschwerden verschwunden sind. Auch da hieß es, cih würde mir das einbilden, das könnte gar nicht sein.

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