Fettlogik(en) & Öffentlichkeit

So, heute geht es um Teil 2 der Fragerunde zum Normalgewicht. Das sind die Fragen zum Thema Umgang mit Fettlogik(en) und der Öffentlichkeit, die mir gestellt wurden. 🙂

Gibt es eigentlich in Deinem Umfeld noch jemanden, der auf seinen Fettlogiken beharrt oder hast Du alle restlos überzeugt?

Das weiß ich nicht. Ich rede im realen Leben ausserhalb des Internets kaum über das Thema. Diejenigen, die mich schon vor 2013 kannten, wissen natürlich, dass ich mal wesentlich mehr gewogen habe. Wenn mich jemand fragt, wie ich abgenommen habe, sage ich meist sowas wie „Das übliche: Weniger essen und so.“ und das Interesse lässt dann fast immer schnell nach. Dass ich ein Buch geschrieben habe, wissen einige, aber ich glaube, die meisten haben nur mitbekommen, dass ich das als selbstpubliziertes Ebook bei amazon herausgebracht habe. Meine Nachbarin stand vor einigen Wochen ganz aufgeregt vor der Tür, weil sie mein Buch in einer Buchhandlung gesehen hat und da das Bestseller-Kleberchen drauf war. Sie wollte dann ein signiertes Exemplar, aber ob sie es gelesen hat, weiß ich nicht. Meiner besten Freundin hatte ich das Buch nach dem Schreiben geschickt und sie hat nicht viel dazu gesagt, hat sich aber immer mitgefreut, wenn ich ihr etwas darüber erzählt habe. Vor ein paar Tagen hat sie lustigerweise eine Mail geschrieben, dass sie das Buch jetzt richtig gelesen hat, nachdem sie vor kurzem ein Kind bekommen hat und nun nach der Schwangerschaft zum ersten Mal in ihrem Leben übergewichtig ist und auch zum ersten mal wirklich abnehmen will. Das war süß, weil sie ziemlich begeistert war und dann beim nächsten Telefonat unbedingt darüber reden wollte. Ich hatte das Thema bei ihr schon ein bisschen abgehakt als „Na ja, sie fand es halt offenbar nicht sooo besonders und will mich nicht verletzen“, weil sie damals ehrlich meinte, dass sie das Thema nicht so interessiert und es stressbedingt bloß überflogen hat.

Um wieder zu Fettlogiken zu kommen: Dadurch, dass ich das nicht groß zum Thema machen will, ignoriere ich die meisten Fettlogiken. Ich bestätige sie nicht, aber ich fange auch keine Diskussion über die Richtigkeit an, meistens versuche ich mehr oder weniger elegant das Thema zu wechseln.

Inwieweit mein Verhalten jetzt gut oder richtig ist, kann ich nicht sagen. Als meine Umgebung damals meine starke Abnahme realisiert hat gab es einige Reaktionen darauf, z.B. fingen Leute einfach umgefragt an, mir ihre „Essenssünden“ zu beichten. Allein mich zu sehen hat offenbar so ein schlechtes Gewissen erzeugt, dass sie sich genötigt sahen mir zu erzählen, dass sie heute eine Pizza im Supermarkt gekauft hatten, obwohl sie ja eigentlich Salat holen wollten, und dass sie ja wissen, dass das nicht gut sei, aber der Tag war so stressig, etc. etc. – Mich hat das damals ziemlich gestresst, also sowohl dass das Thema so viel Raum einnahm und in fast jeder Interaktion das Gewicht oder Abnehmen zur Sprache kam, als auch zu merken, welchen Druck ich bei anderen damit erzeuge. Ich denke, wenn mehr Leute wüssten, dass ich einen Bestseller über das Thema Übergewicht/ Abnehmen geschrieben habe, wäre das noch schlimmer. Auch wenn ich ein Buch darüber geschrieben habe, ist das Thema für mich nicht so zentral oder spannend, dass ich ständig darüber reden will. Dadurch, dass ich diesen Blog führe und online viele Kontakte darüber habe, nimmt es schon einen gewissen Raum ein, aber im Alltag will ich einfach nicht diese Diättussi sein, mit der man nicht essen gehen kann, ohne ständig über Kalorien zu reden.

Verzweifeln Sie als Autorin von Fettlogik manchmal an der „Allgemeinmeinung“ zu Diäten? Nerft das Sie persönlich? Oder machen Sie sich da gar keine Gedanken drum?

Anfangs ja. Ich glaube, anfangs habe ich in jedem, der Fettlogiken verbreitet hat, mich selbst gesehen und die Resignation und Hoffnungslosigkeit, die das bei mir verursacht hat. In meiner eigenen Begeisterung dachte ich, alle anderen müssten genauso froh sein, wenn ich sie vor den bösen Fettlogiken rette. War natürlich doof, denn wie ich schon neulich zu meinem beruflichen Selbstverständnis schrieb: Es steht mir nicht zu, meine eigenen Vorstellungen auf andere überzustülpen. Früher wollte ich unbedingt jeden überzeugen, Fettlogik eine Chance zu geben und mal reinzulesen. Ich hatte sogar ganz zu Beginn das Angebot gemacht, das Buch an Skeptiker oder „Hater“ gratis zu verschicken weil ich ja selbst aus der Fatacceptance-Szene kam und gerade dort „gehört“ werden wollte.

Mittlerweile hat sich das ziemlich ins Gegenteil verkehrt. Vielleicht ist es auch meiner eigenen momentanen Gestresstheit geschuldet, aber in letzter Zeit ist mir das zunehmend egal geworden. Wenn jemand Fettlogik von vornherein doof findet, ist das jetzt meist eher so ein „Ja dann halt nicht“-Gedanke. Es nervt mich dann eher, wenn diese Leute mit mir diskutieren wollen, so der Marke „Na los, überzeug mich doch von deinem Buch“. Früher habe ich dann versucht herauszufinden warum derjenige vielleicht einen negativen Eindruck haben könnte, aber mittlerweile denke ich mir „Das Angebot ist da und ob du es nutzt oder nicht ist deine Sache.“ Mittlerweile wurde so viel über Fettlogik geschrieben und gesagt und wer sich ein Bild machen will, wird es schon lesen.

Traurigerweise ist für mich persönlich das Vorhandensein der vielen Mythen ja sogar verkaufsfördernd. Gäbe es nicht so viele Fettlogiken wäre Fettlogik nie bekannt geworden, weil kein Mensch das irgendwie neu oder informativ gefunden hätte.

Meine Frage – ich hoffe, nicht zu indiskret: Ist es eigentlich eine Belastung, dass du und deine Gewichtsverhältnisse ein wenig unter öffentlicher Beobachtung stehen und es sicherlich etliche da draußen gibt, die eine Gewichtszunahme deinerseits sofort als Beweis dafür nehmen würden, dass es ihn eben doch gibt, den Hungerstoffwechsel. (Und es wäre ihnen egal, warum du nun genau zugenommen hast, das ist dir sicher bewusst.)

Dass mein Gewicht unter Beobachtung steht ist überraschenderweise kein Problem für mich. Ich weiß noch, wie ich mit Anfang 20, nach meiner Abnahme, sehr stark unter diesem Druck gelitten habe. Ich konnte Komplimente nicht annehmen, weil es sofort Panik erzeugte in Richtung „Was denkt die Person dann, wenn ich wieder zunehme?“, so dass ich schon von mir aus immer abwiegelte und das Scheitern quasi vorwegnahm mit Antworten wie „Na ja, ich muss es ja auch erst mal halten“. Als mein damaliger Freund einen blöden Spruch über eine übergewichtige Bekannte machte, bin ich vollkommen aufgelöst gewesen, in Tränen ausgebrochen und wollte sogar Schluss machen, wegen meiner Angst, dass ich wieder zunehmen könnte und er mich dann verlässt. Ich glaube, die heutige Situation wäre damals ein reiner Albtraum gewesen: Zu wissen, dass tausende Menschen mein Gewicht beobachten und nicht wenige davon nur darauf warten, hämisch den Jojo-Effekt zu kommentieren. Quasi meine schlimmsten Kindheitserlebnisse mal tausend genommen.

Das ist für mich mit der deutlichste Unterschied zwischen Fettlogiken und Nicht-Fettlogiken: Dass mich diese Situation im Bezug auf mein Gewicht nicht unter Druck setzt.

Der erste Teil der Frage allerdings, also ob es mich unter Druck setzt, dass ich unter Beobachtung stehe … ja. Ich bin ein sehr introvertierter Typ und irgendwie merkwürdig. Einerseits kann ich unglaublich rechthaberisch sein und unheimlich schwer irgendwas, was ich falsch finde, so stehenlassen. Andererseits hasse ich Streit und finde es schrecklich, irgendwen zu verletzen.

Durch den plötzlichen und für mich unerwarteten Erfolg von Fettlogik stand ich mit einem Mal als Person in der Öffentlichkeit. Davor war ich schon mit den Comics halbwegs bekannt gewesen, aber das war anders, weil es einfach kleine Meinungsschnipsel waren und das nicht so direkt etwas mit mir zu tun hatte. Die Comics waren zwar oft über kontroverse Themen, aber es waren Meinungsbeiträge unter vielen. Durch Fettlogik stand ich dann als Person mit einer kontroversen Meinung zum Thema Übergewicht in der Öffentlichkeit. Für mich war und ist das ein krasses Gefühl und ich muss mich nach wie vor an die Tatsache gewöhnen, dass Menschen mich auf eine gewisse Art wahrnehmen, auf die ich keinen Einfluss habe. Das schlimmste für mich war lange Zeit, wenn ich als gemein und dickenhassend beschrieben wurde und ich gemerkt habe, dass sich Menschen durch mich verletzt fühlen. Wie schon gesagt wollte ich anfangs dieses Bild unbedingt richtig stellen, und führte auch im Rahmen diverser Shitstorms x Diskussionen, in denen ich versucht habe, mich zu erklären.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass das nicht funktioniert, schon gar nicht wenn irgendwann zig tausende Leute von mir oder Fettlogik gehört und sich eine Meinung gebildet haben. Dann ist es eben irgendwann so, dass einen tausende Leute anders sehen, als man sich selbst sieht – und damit meine ich nicht nur im negativen sondern auch im positiven. Ich finde es auch unangenehm, wenn Leute mich für Dinge toll finden, die ich anders sehe, wie etwa meine „Disziplin“.

Im Laufe der Zeit habe ich realisiert, dass diese Kontroversen auch gut sein können und viele Leute gerade deshalb auf Fettlogik und meine Aussagen aufmerksam wurden. Einige Erlebnisse waren hart, z.B. die Shitstorms auf Twitter oder Stalkingerlebnisse mit Leuten, die z.B. versucht haben über den Verlag oder andere Wege an private Infos zu gelangen. Wenn man merkt, dass man für die Leute dann kein wirklicher Mensch mehr ist, sondern nur noch ein Feindbild, also die bösartige Fatshamerin, die man bekämpfen muss. In den Momenten wünsche ich mir manchmal, ich hätte das Buch nie geschrieben und hätte einfach meine Ruhe.

Was war DEIN schönster Fettlogik-Moment? Also nach der Veröffentlichung von FLÜ mit Fans?

Die Frage habe ich jetzt extra an der Stelle eingefügt, um wieder die Kurve zu kriegen 😀 Von den Momenten gab es nämlich unglaublich viele. Ich könnte keinen konkret nennen. Ich bekomme fast täglich Mails von Leuten, die Fettlogik gelesen haben und mir erzählen, was es bei ihnen ausgelöst hat. Und egal wie unterschiedlich das Leben und die Erfahrungen sind, meistens ist da ein starkes Gefühl von Verbundenheit, weil das Gefühl dahinter so ähnlich ist. Wenn mir Leute erzählen, was sie beim Lesen gefühlt haben, ist das meist genau das, was ich selbst in den letzten Jahren gefühlt habe. Es ist schwer zu beschreiben, wie es sich anfühlt wenn man merkt, dass man eine Veränderung bei jemandem ausgelöst hat, indem man eine Erfahrung weitergeben konnte, die einem selbst sehr viel bedeutet.

Mein Dank an der Stelle auch einfach mal an Robin, die diese Fage gestellt hat und als Korrekturleserin eine der ersten war, die deses Gefühl mit mir geteilt hat und seither immer dabei war. Ich kündige an der Stelle schonmal an, dass wir beide zusammen demnächst (voraussichtlich im Oktober) an einem Podcast teilnehmen und über unsere Erfahrungen mit Fettlogik, Shitstorms und Fatacceptance reden 🙂

12 Gedanken zu “Fettlogik(en) & Öffentlichkeit

  1. sieben6

    Sehr sympathisch geschrieben!

    Ich habe das Buch zweimal gelesen, einige Kapitel sogar öfters, und doch immer wieder ein neues Aha Erlebnis gefunden (obwohl selber medizinisch vorbelastet).

    Was ich sehr schätze, dass Du Deine Umgebung nicht ständig überzeugen möchtest. Wenn man den Blog aufmerksam verfolgt, ist bei den KommentatorenInnen oft ein missionarischer Unterton heraus zu hören. Das tut der Sache aber auch nicht gut.

    Viel Erfolg weiterhin.

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  2. Meeresbraut

    Ich gebe zu: ich missioniere leider sehr gerne, was Fettlogik betrifft und ich vermute, manche Menschen in meinem Umfeld finden das gar nicht toll.
    Umso schöner, dass es für dich einfach ist „darüber“ zu stehen. Danke für deine ehrlichen Antworten! 🙂

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  3. Yggdrasil

    Ich kann’s sehr gut nachvollziehen, dass Du auf Missionierung verzichtet. Das hat nicht mal was mit Introvertiertheit zu tun (ich bin eher extrovertiert und gewöhnlich ergibt es sich, dass ich eher rede und andere zuhören, wenngleich ich gut zuhören kann) – es ist einfach mühsam, anderen Fakten ins Ohr zu drücken, weil die meisten sich nicht durch Fakten verwirren lassen wollen. Die meisten wollen ihre vorgefertigten Meinungen bestätigt haben und wenn man das nicht tut (Fakten hin oder her), dann schalten die meisten auf Durchzug oder werden aggressiv in der Gesprächsführung.

    Das Ding zwischen den Ohren benutzen die meisten halt tatsächlich nur, damit der Schall von aussen kein Echo erzeugt. Sozusagen als passive Dämmung.

    tl;dr: Der Gentleman / die Lady geniesst und schweigt…

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    1. Frank

      Habe mir auch vorgenommen, Fettlogiken weitestgehend zu ignorieren. Wie Du schon sagst, wollen sich die Meisten ihre festgefahrene Meinung nicht durch Fakten zerstören lassen.
      Dann neulich beim Aufnahmegespräch im neuen Fitnessstudio: Die junge, superschlanke Dame fragt mich, wie ich mein Abnehmziel erreichen will. „Mindestens 1000 kcal tägliches Defizit und eben Sport.“ Ihre Augen wurden größer und es kam (tatsächlich sogar mit erhobenem Zeigefinger!) das, was ich befürchtet habe. Du darfst aber KEINESFALLS unter deinem Grundumsatz essen! Mein „Warum?“ war leider schneller raus, als ich es mir verkneifen konnte. Im weiteren Verlauf des Gesprächs, in dem sie natürlich vom Hungerstoffwechsel usw. lamentierte, schwenkte die Stimmung etwas um und es endete mit ihrer Aussage: „Naja, wenn du nichts lernen willst…“
      Nächstes Mal halte ich bestimmt die Klappe. Vielleicht 😀

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    1. sieben6

      In der Tat viele Fettlogiken.

      Wobei man vielleicht vorsichtig sein muss: Ich bin überzeugt, dass es den JoJo Effekt nach Diäten gibt (selber leidvoll erfahren), ABER nicht aufgrund eines abgesenkten oder irgendwie zerstörten Grundumsatzes, sondern aufgrund einer mangelnden oder ungenügenden psychischen Auseinandersetzung mit der Ernährungsveränderung.

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      1. Mona

        Ich denke, dass es auch nicht an zu wenig psychischen Auseinandersetzung liegt.
        Es reicht doch die kognitive, vielleicht physikalische/naturwissenschaftliche, Auseinandersetzung.

        Jedem dem nicht klar ist, dass man nach einer Abnahme nicht einfach wieder normal= „Ich esse jetzt wieder so, wie zu den Zeiten wo ich viel wog oder sogar weiter zunahm.“ essen kann.
        Es muss doch nur klar werden, dass wenn man so isst wie bei 20 kg mehr, dann wird man auch irgendwann 20 kg mehr wiegen. Was soll die Psyche da machen? Irgendwelche Emotionen hat man ja so oder so. Einem muss natürlich klar sein, dass man psychisch irgendwas an Frustessen oder Traurigkeitsessen oder Einsam-Überessen ändern sollte. Es doch nicht so, dass jeder Mensch dick geworden ist, weil er psychisch nicht in der Lage war weniger zu essen. Oder? Viele sind einfach dick geworden, weil sie dachten, dass sie normal essen: Sie haben Hunger, dann essen sie, aber halt auf Dauer ein bisschen über dem tatsächlichen Verbraucht. Das ist wie beim Sport, der bei einigen Menschen Hunger macht. Dann hat man das Gefühl man hat unendlich viel geleistet beim Sport und hat sich eine Portion extra verdient, aber in Wirklichkeit hat man vielleicht 200 kcal zusätzlich verbraucht und die extra-Portion waren 600 kcal, dann nimmt man mit Sport auch gut zu.

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    2. Mona

      Total lustige Grafiken. Nur 6% der Menschen glauben, dass man durch übermäßige Nahrungszufuhr dick wird. 7% glauben, dass man durch Medienkonsum dick wird! Wie soll das gehen?

      „Ich hab heute eine Tageszeitung gelesen.“
      – „Lass das lieber, das macht dich dick!“

      „genetischen Einfluss auf 70 Prozent“ geschätzt von den Experten.

      Wenn interessiert es eigentlich, dass 71% der Befragten adipöse Menschen unästhetisch finden? Müssen sie halt nicht hinschauen. Ist doch ihr persönliches Problem, wenn sie dicke Menschen unästhetisch finden, das ist doch kein Grund die Adipositas zu verringern. „Oh die fremnde Frau auf der Straße findet mich hässlich. Ich muss sofort zur Schönheitsklinik, das kann ja nicht so weiter gehen, dass ich fremde Menschen mit meiner Hässlichkeit störe.“ ??_??

      „Der einzig evidenzbasierte Therapieansatz sei zurzeit die bariatrische Chirurgie, bestätigte auch Luck-Sikorski.“ Das heißt für ihn nun, dass man alle anderen Möglichkeiten sein lassen soll und direkt zum Chirurgen gehen soll?

      „In der befragten Gruppe ist dieses Wissen noch nicht angekommen. Auf die Frage, was man gegen Übergewicht tun kann, waren die meisten (76 Prozent) davon überzeugt, dass eine Ernährungsumstellung ausreiche. Nur 11 Prozent sahen die derzeit effektivste Behandlung, den operativen Eingriff, als Mittel der Wahl (siehe Folie links). Ein trauriges Ergebnis, findet Luck-Sikorski. Hier zeige sich erneut eine unglaublich große Diskrepanz zwischen den Erkenntnissen der Wissenschaft und dem Denken der Allgemeinbevölkerung. Diese Skepsis der Bundesbürger decke sich auch mit Zahlen aus früheren Studien.“

      Wieso schreiben die sowas?

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  4. Freya

    Das Traurige daran ist, dass die Kliniken in der Zwischenzeit Unmengen dieser Operationen bei den Krankenkassen einfordern. Da geht’s um einen Milliarden-Markt. Die Kassenvertreter können sich gegen solche Forderungen der Ärzte kaum wehren, weil es eben evidenzbasiert ist. Ich befürchte, dass eine enorme Steigerung solcher Operatinen nicht mehr aufzuhalten ist. Für mich ist das so, als ob man bei Knieproblemen das ganze Bein amputiert, dann hat man schließlich auch keine Schmerzen mehr im Knie. Adipositas? Magen verkleinern (die von den Ärzten empfohlene OP ist übrigens irreversibel) und schon ist die Adipositas weg. Die Ärzte argumentieren mit Einsparungen bei den Medis etc. und mit Lebensverlängerung und Verbesserung der Lebensqualität. Aber dass man das alles auch durch Sport und weniger Essen schafft, davon will keiner was wissen, denn das bringt schließlich kein Geld. Das hört sich unglaubwürdig an?

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    1. Heike Grimm

      Es ist wirklich so, dass es hier um viiiiiel Geld für die Kliniken und die Chirurgen geht. Und sondt um nichts. Der Patient kommt erst gaaanz weit hinten.

      Ich habe selbst seit 2007 einen Magenbypass. Habe mit seiner Hilfe von 173kg auf 119kg abgespeckt. In eineinhalb Jahren. Dann ging es wieder bergauf. Warum? Weil ich immer noch das Falsche aß! Nicht viel, aber falsch!

      Nun bin ich aber als Patient plötzlich völlig uninteressant!
      Weil … ich könnte ja einen schlechten Eindruck auf die anderen OP-Interressierten machen! Also werde ich nur mehr oder weniger kurz abgefertigt.

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