Mit Schilddrüsenunterfunktion funktioniert Abnehmen nicht

In letzter Zeit bin ich oft auf das Statement gestoßen, dass eine Schilddrüsenunterfunktion automatisch mit Übergewicht einher geht oder Abnehmen unmöglich macht.

In Fettlogik bin ich auf die wissenschaftliche Seite dieser Aussage eingegangen und habe auch ein wenig zu mir selbst erzählt. Hashimoto wurde bei mir mit Anfang 20 diagnostiziert, als ich etwa 8 kg in wenigen Monaten zugenommen hatte. Mein Hausarzt hatte nur die Augen gerollt, als ich um den Test gebeten hatte, aber mein nachdrückliches Nerven überzeugte ihn doch irgendwann, den Bluttest zu veranlassen. Und: Hah! Auffällig!

Für mich war die Diagnose ein Grund zur Euphorie, war es doch die Erklärung für meine Zunahme und die Hoffnung, dass mit Beginn der Behandlung die Pfunde wieder von selbst purzeln würden. Leider stellte sich heraus, dass das ein Irrglaube war. Die Schilddrüsenhormone waren toll, ich fühlte mich endlich wieder lebendig, nachdem ich eine gefühlte Ewigkeit unter ständig gedrückter Stimmung und furchtbarer Energielosigkeit gelitten hatte. Aber eine Abnahme trat nicht ein. Noch nicht einmal ein Stillstand der Zunahme. Tatsächlich verlief der Gewichtstrend exakt wie vor der Diagnose weiter, stetig steigend, bis ich Anfang 30 bei 150 kg landete.

Für mich war klar, dass ich vielleicht nicht mehr direkt krank oder in der Unterfunktion war, aber mein Stoffwechsel auf jeden Fall extrem langsam und eine Abnahme enorm schwer sei. Die Schilddrüsen/Stoffwechsel-Fettlogik und die damit einher gehende Resignation war eine der gravierendsten bei mir. Wie gesagt, habe ich im Buch versucht, einiges davon wissenschaftlich zu behandeln, aber ich weiß auch, dass es oft hilfreich ist, Erfahrungsberichte von anderen zu hören. Wir Menschen ticken eben so, dass de Geschichten anderer uns nochmal anders ansprechen als reine Zahlen und Statistiken. Aus diesem Grund habe ich im Forum darum gebeten, dass User mit Schilddrüsenproblemen ihre Erfahrungen mit dem Abnehmen schildern. (Etwas ähnliches hatte ich vor einigen Monaten übrigens zum Thema „Für ältere Semester funktioniert Abnehmen nicht“ gemacht)

Im Folgenden eine kleine Sammlung dieser Geschichten, als Ergänzung meiner eigenen. Die Beiträge stammen unverändert aus dem Forum:

Lyo, weiblich, 25:

Mir wurde vor … ca. wenigen Jahren eine Unterfunktion diagnostiziert, aber ohne so bösem Zeug wie Hashimoto oder ähnlichem, einfach „nur“ zu wenig Hormone.
(Wobei genau ein Arzt auch meinte, dass das rein vom Übergewicht kommen kann!)
Mir wurden von Bekannten Dinge gesagt wie „Ja warts nur ab, wenn du die Medikamente nimmst rennst du rum wie ein Duracell-Häschen und das Gewicht wird auch weniger“.
Nichts war. Es ging mir besser, aber mein Bewegungsmangel hatte andere Ursachen und das Gewicht bewegte sich von alleine auch nicht.

Sprung zu Frühling diesen Jahrens.
Hey es gibt keinen Hungerstoffwechsel und kaputten Stoffwechsel. Ich mach eine Diät.
Weniger Kalorien gegessen, als ich verbrauchen sollte, und tadaa:
Und das Gewicht ging mehr oder weniger stetig runter. Bin jetzt bei -18.x kg. Ja doch, das würde ich echte als Abnahme werten.

Kloesschen, weiblich, 42:

„Mit Schilddrüsenunterfunktion kann man nicht abnehmen.“

Öhm ja.

Genau das war der Glaubenssatz, der mich jahrelang davon abgehalten hat, es auch nur zu versuchen.

Deshalb blieb mir beim Lesen von FLÜ auch so dermaßen der Mund offen stehen, als ich las dass Du mit Hashimoto (!!!) so erfolgreich abgenommen hast. Mir erschlossen sich auf einmal ganz neue Welten. Am nächsten Tag losgelegt, das ist jetzt viereinhalb Monate her. Und ich staune immer noch.

Ich habe schon viele viele Jahre mit dem TSH-Wert an der oberen Grenze herum gekratzt, dann hieß es latente SDU, aber so richtig ernst genommen hat es keiner. Trotz ziemlich heftiger Symptome, die sich dann mit psychischen Symptomen (Depression, Angst-/Panikstörung, und noch einiges mehr) mischten und voneinander schwer zu unterscheiden waren, insbesondere für mich selbst. Vor allem fehlte die Kraft. Zu allem. Und wenn jede kleine Bewegung schon zu viel ist, dann ist es nahezu unmöglich, abzunehmen. Im Gegenteil, immer dicker zu werden scheint vorprogrammiert – jedenfalls wenn man so gestrickt ist wie ich und Essen das Einzige ist, das keine Kraft kostet, sondern vermeintlich Energie gibt, tröstet, belohnt, entspannt, so etwas wie Lebensfreude verheißt…

Als nach einer sehr schweren Zeit vorletztes Jahr dann die SDU so ausbrach, dass sie auch ärztlicherseits nicht mehr übersehen werden konnte und eine Fachärztin dann auch Hashimoto diagnostizierte (womit ich tatsächlich im Stillen schon seit Jahren gerechnet hatte, da ich zu Autoimmunerkrankungen neige und auch sehr heftig Vitiligo habe), kehrten unter der Gabe von L-Thyorxin so langsam die Lebensgeister zurück, es wurde langsam besser. Aber es dauerte. Vor allem im Nachhinein spürte ich den Unterschied und mir wurde bewusst, WIE schlecht es mir eigentlich vorher ging. Die ganze Persönlichkeit verändert sich ja (mein armes Umfeld!), und man ist so machtlos dagegen. Ich war es jedenfalls.

Für mich war die Diagnose deshalb im Grunde ein Segen. Und jene Fachärztin hat auch erstmals geäußert, dass sobald die Schilddrüse mit der Medikation richtig eingestellt ist, es vielleicht auch möglich wird, etwas Gewicht zu verlieren. Ich muss sie damals angeguckt haben wie das sprichwörtliche kaputte Auto. Na ja, etwas Gewicht…was hieß das schon bei einem BMI von über 45. Da braucht man ja gar nicht erst anzufangen, hat doch eh keinen Zweck, und außerdem würde ich sowas nie durchhalten. Ich und Verzicht, harhar. Also was soll’s.

Dann kam FLÜ.

„Etwas Gewicht“ sind inzwischen 29 Kilo…mein BMI ist jetzt bei 35,6 und der Weg noch weit – aber ja, doch, mit einer (behandelten) SDU kann man abnehmen!

Daria83, weiblich

Bei mir wurde nach der Schwangerschaft auch Hashimoto diagnostiziert. Ich dachte auch, jetzt wird es noch schwieriger mit dem Abnehmen. Aber ich habe ein Jahr nach der Diagnose „Fettlogik“ entdeckt und gelesen und seit Mitte März bis Sommer 22 Kilo abgenommen bis zu meinem jetzigen Traumgewicht bei einem BMI von 19,9. Damit hätte ich wegen Schilddrüsenunterfunktion nun gar nicht gerechnet….

Mandarinnchen, weiblich, 30

Für mich war auch immer die Erklärung warum das Abnehmen nicht ging, und ich immer weiter zugenommen habe: Dass die Schilddrüse sowas einfach unmöglich macht.

Ich habe seit 6 Jahren diagnostiziert Hashimoto und bin in den letzten 1 1/2 Jahren von 83 auf 97 KG geschossen. Ohne dass ich bewusst viel anders gemacht habe und mit mehr Bewegung als zuvor. Und dann wurde ich auf FLÜ aufmerksam, habe einfach schon mal Kalorien gezählt, mich um die 1000 bis Maximal 1400 gehalten, und schon bis ich FLÜ hatte (hat mit DHL fast eine Woche gedauert) schon 2 KG runter (weis nicht wie viel Wasser da bei war..). Und seither flutscht es. Wirklich. Und ich bin so zufrieden, und nachdem ich jetzt auch ein Müsli gefunden habe das mir passt habe ich wirklich nicht das Gefühl auf irgendetwas verzichten zu müssen. Und meine Abnahme sind aktuell: 13,2 KG seit Ende April.

Meine Schilddrüsenwerte muss ich in meinem Urlaub im September checken lassen. Ich bin sehr gespannt.
Ich hatte immer das Problem dass ich müde und antriebslos war, wie es in den Posts vorher schon beschrieben war, und ich hatte auch Angst, dass ich allmählich in die Richtung Depression abrutsche, wenn ich nicht schon mitten in der Rutschpartie war/bin. Und selbst wenn die Medikamentendosis vom Doc angepasst worden ist, hatte ich maximal 3 Monate mehr Antrieb und etwas mehr Energie. Danach wars das selbe wieder. Selbst zu den Pferden fahren, was mir immer gut tut und worauf ich mich immer freue, hat nicht mehr funktioniert.
Und aktuell ist es so, dass ich wepsig, wuselig und derart aufgedreht bin (Stichwort Duracellhäschen trifft es wirklich gut gerade) dass ich mich selber schon nerve. Und unkonzentriert bin ich auch. Vor allem Nachmittags geht aktuell Garnichts. Bin mir aber nicht sicher ob das eine Überdosierung der Medikamente ist, oder ob das einfach mein wahres ich ist, das wirklich so antriebslos war dass ich mich jetzt im „Normalzustand“ selber nicht mehr kenne.

Waaah, weiblich

Ich hab Unterfunktion von Kleinkindjahren an. Zwischendurch wurde das aus Gründen, die ich hier nicht vertiefen möchte, jahrelang nicht behandelt. Ich habe in der Zeit originellerweise zugenommen, wenn ich über meinen Bedarf gegessen habe und abgenommen, wenn ich drunter blieb oder mit Sport ausgleichen konnte. Sicher war es schwieriger ohne Behandlung, aber das größere Problem war die Depression und nicht, dass ich halt beim Kalorienzählen ein bisschen tiefer stapeln musste.

Meowenkind, weiblich

Ich war 2008 wegen Depressionen in einer Klinik und gleichzeitig fest davon überzeugt, dass die Depressionen nicht vom Himmel gefallen sind, sondern irgendeine Ursache haben müssen. Obwohl ich persönlich dachte, dass man eine Unterfunktion vor sämtlicher Diagnostik vllt. wenigstens ausschließen wollen würde, musste ich im Endeffekt sehr darum kämpfen, dass die entsprechenden Werte mal getestet wurden. (Generell musste ich diverse Diagnosen selbst anstoßen… weil man dort lieber nur Antidepressiva und Schmerzmittel geben wollte statt herauszufinden wieso diverse Dinge so sind wie sie sind…) Da ich mich zu der Zeit quasi ausschließlich von Pommes ernährt habe kann ich allerdings nicht behaupten, dass die Unterfunktion für die steigenden Kilos verantwortlich war. ^^

Irgendwann Mitte 2008 stand die Diagnose Unterfunktion… vor 2 Jahren wurde sie zu Hashimoto.

Ich hab nie irgendwem gegenüber gesagt, dass ich nicht abnehmen kann, weil ich Medikamente nehme (Antidepressiva schon länger nicht mehr.. aber vorher über 5 Jahre), aber im Hinterkopf hatte ich es immer. Wie schwer das doch ist… und dass es so doch einfach keinen Sinn macht. Allerdings hatte ich auch immer im Hinterkopf, dass Abnehmen ohne Sport nicht funktioniert. Und mit vermindertem Antrieb ist Sport halt nicht drin … und im Endeffekt war das halt ein einziger ewiger Kreislauf. Aber das führt zu weit 😀

Seit dem 1. Mai hab ich fast 15kg abgenommen… bei 150µg L-Thyroxin.

OT: Im Oktober wird die Dosis vermutlich reduziert, weil meine Ärztin davon ausgeht, dass ich bis dahin – bei gleichbleibender Abnahme – überdosiert bin.

gliese_581, weiblich

Eine weitere Stimme:

Bei mir wurde im März eine Schilddrüsenunterfunktion aufgrund von Hashimoto-Thyroiditis festgestellt, seitdem nehme ich 50 Mikrogramm L-Thyroxin. Ich hoffe, dass nach einigem Hin und Her die Medikamenteneinstellung jetzt stimmt, Anfang Oktober steht die nächste Kontrolle an.

Meine Gewichtsabnahme hat jedoch schon vor der Diagnose und Substitution begonnen, etwa im November 2015. Zunächst als Nebeneffekt eines regelmäßigen Lauftrainings, dann unterstützt durch Kalorienzählen und gezielte Auswahl von Nahrungsmitteln und -mengen. Startgewicht war ca. 75 kg bei 1,71m Körpergröße, jetzt bin ich bei 60 Kilo. Zum Zeitpunkt der Diagnose waren es 69 Kilo.

ziggy, weiblich, 24

Ich nehme seit ich ein halbes Jahr alt bin hohe Dosen, meine Schilddrüse arbeitet dank Hashimoto quasi nicht mehr. Und ich nehme trotzdem ab, wenn ich weniger esse und mich mehr bewege, und zu, wenn ich mehr esse und mich weniger bewege. Meine Dosen schwanken zwar ständig und ich habe eigentlich ständig eine Unter- oder Überfunktion, aber der Stoffwechsel funktioniert trotzdem.
Aktuell habe ich letztens fast auf die untere Grenze des Normal-BMIs abgenommen durch weniger Essen und mehr Sport, jetzt möchte ich wieder etwas zunehmen und Muskeln aufbauen, und das klappt mit mehr Essen ebenfalls prima. Ich esse kalorienreicher und die Zahl auf der Waage steigt, wie erwartet.
Ich habe auch erst recht spät, ich glaube, da war ich schon fast erwachsen, das erste Mal gehört, dass die Schilddrüse und das Gewicht zusammenhängen wuerden, auch wenn sie eingestellt ist. Ich nehme die Hormone ja schon so lange ich mich erinnern kann. Ich wusste, dass es irgendwie zu einer Zunahme führen kann, wenn man sie nicht nimmt und eine Freundin hat im praepubertaeren Alter mal ihre ganze Schachtel auf einmal genommen um abzunehmen. Ich habe das aber nie in Bezug auf mich gebracht. Die Diagnose „Hashimoto“ habe ich auch erst seit 2 Jahren, weil alle Ärzte mir davor immer nur die Tabletten gaben und sagten, ich solle die nehmen und dann sei alles weiterhin gut. Ich bin ganz froh darüber, dass mir niemand vorher eingeredet hat, ich müsse dick werden oder dünn werden oder dürfe nicht essen oder übermäßig viel essen oder was weiß ich.

Jolla, weiblich

Ich hab im Januar 2015 begonnen abzunehmen, dann im Juli einen mentalen Schub durch die FLÜ-Lektüre bekommen und im Januar 2016, nach ca. 20 kg Abnahme wurde mir eine SD-Unterfunktion diagnostiziert. Mein Arzt zeigte sich erstaunt, dass ich dennoch so gut abgenommen hatte. Wir fummeln immer noch gemeinsam an der Einstellung rum, und ich habe noch weitere 10 kg abgenommen. Werte haben sich derweil leider nicht verbessert, auch bei mir wird Anfang Oktober neu gemessen.

Kurz: Der Abnahme tat die Unterfunktion in meinem Fall keinen für mich spürbaren Abbruch. Ich weiß nicht, ob es ohne schneller gegangen wäre, denke aber nicht. Abnahme und Kalorienbilanz passen bei mir auf lange Sicht betrachtet ganz gut zusammen.

Sookie, weiblich

Bei mir wurde irgendwann als junge Erwachsene eine Unterfunktion festgestellt. Da war ich aber bereits morbid adipös. Seitdem bekomme ich Thyronajod 125, Gewicht ist aber davon auch nicht runter gegangen.

Ich hab immer gedacht ich könnte nie wirklich schlank sein, aber daran waren diverse Fettlogiken Schuld, und nicht die Schilddrüse. Ich habe auch in den vergangenen Jahren immer mal erfolgreich abgenommen, nur leider nie dauerhaft. Der berühmt-berüchtigte Jojo-Effekt, wie meine weiterhin ungezügelten Essgewohnheiten gerne genannt wurden.

Seit FLÜ lesen Mitte Juli 2016, habe ich jetzt, nach 8 Wochen, ohne Probleme 19 kg abgenommen. Natürlich mit hohem Defizit, aber immer schön auf die Nährstoffzufuhr geachtet. Es geht mir gesundheitlich so gut wie seit Jahren nicht, und ich werde demnächst mal meine Schilddrüsenwerte und die Dosierung überprüfen lassen.

Brownie, weiblich, 45

Ich weiß nicht, ob ich hier reinpasse, denn ich habe keine Unterfunktion, sondern hatte eine OP aufgrund eines kalten Knotens. Dabei wurde fast die komplette Schilddrüse entfernt. Ist also fast noch schlimmer als Unterfunktion. Es hat nach der OP gut ein halbes Jahr gedauert, bis ich richtig eingestellt war, und ich habe in der Zeit schon zugenommen. Das lag daran, dass ich einfach so unendlich KO war, dass ich wirklich zu nichts mehr Energie hatte, weder zum Sport noch zum Kochen. Essen gab kurzfristig Energie, machte ein gutes Gefühl, da ist es dann sehr leicht, mehr zu essen als zu verbrauchen.

Seit Ende 2012 passt die Dosis. Im Mai 2015 habe ich FLÜ gekauft und gelesen, Kalorien gezählt, das eine oder andere Aha-Erlebnis gehabt, was die Kalorienaufnahme angeht. Und 15 kg abgenommen seitdem, von über 82 kg auf knapp unter 68 kg. Geht.

Natsuki, weiblich, 27

Ich habe eine ’normale‘ Schilddrüsenunterfunktion (kein Hashimoto) und für mich war das immer so eine Ausrede, warum ich ja trotz ‚kalorienreduzierter‘ Ernährung nicht abnehme.

Dann habe ich eben doch 50 Kilo abgenommen und wurde trotz Schilddrüsenunterfunktion sofort schwanger. Als ich das ganz verwundert bei meiner Frauenärztin ansprach, hat mir diese erklärt, dass eine richtig eingestellte und konsequent mit der Tablette behandelte SDU überhaupt keine SDU mehr ist, sondern dass ich dann quasi ’normal‘ bin – eben solange ich die Tabletten nehme. Und das Gefühl habe ich eigentlich auch.
Ob mein Körper wirklich einen etwas lahmeren Kalorienverbrennungsmodus fährt, kann ich schwer sagen, weil 100 kcal mehr oder weniger pro Tag als Verbrennung nicht auffallen würden, aber ich sage mal ganz mutig: Ordentlich eingestellt kann man auch mit SDU ganz normal abnehmen. Jetzt klappt es ja auch eigentlich ganz gut.

Edit sagt:
Was ich vergessen habe: Ich hatte bereits als elfjährige ein Gewicht von 110 Kilo, steht hier noch auf einem Arztbrief von damals. Die SDU wurde auch ein oder zwei Jahre später festgestellt und medikamentös behandelt. Ich befürchte, dass SDU zwar nicht vom Abnehmen abhält, aber so manches Kind, das nichts von seiner Hormonschwäche weiß, dadurch natürlich leichte dick wird, wenn die Bedingungen (z.B. eh schon miese Ernährung im Elternhaus) stimmen.

Robin, weiblich, 31

Ich war jahrelang überzeugt davon, einen besonders schlechten Stoffwechsel zu haben, weil ich übergewichtig war, obwohl ich doch nicht mehr aß als andere (jaja…). Mit der Zeit merkte ich dann, dass ich noch viele andere Symptome hatte, die auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuteten, aber es hat jahrelang gedauert, bis die Diagnose schließlich stand, da meine Werte zwar nicht gut waren, aber halt noch haarscharf im Normalbereich. Die Nuklearmedizinerin meinte jedoch, dass man es mal mit geringen Dosen probieren könnte.
Der hatte ich auch davon berichtet, dass ich so gerne abnehmen würde, aber nichts funktioniert. Sie war dann unglaublich lieb, hat es aber leider versäumt, mich richtig aufzuklären. Ich bekam dann 25 Mikrokramm L-Thyrox, was sich im Laufe der Zeit auf 100 steigerte.

Abgenommen habe ich davon nicht – eher zugenommen, weil mich diese Dosis vom unteren Rand der Normalwerte in den oberen brachte. Damit wurde ich zwar fitter und wacher, aber auch viel hungriger.

Durch FLÜ habe ich dann gelernt, dass mein Stoffwechsel vollkommen in Ordnung ist: Ich habe einfach einen viel kleineren Verbrauch als andere Leute, mit denen ich mich immer verglichen habe, weil ich halt viel kleiner bin. Gleichzeitig erfuhr ich, dass ein Mensch mit einer behandelten Schilddrüsenunterfunktion keine Nachteile gegenüber einem gesunden Menschen hat, da es dem Körper mehr oder weniger egal ist, ob die Hormone selbst erzeugt werden oder halt von außen zugeführt.
Meine Diät lief dann auch ohne Probleme. Ich nahm stetig und (aufgrund des hohen Defizits) rasch ab und zwar ziemlich genau das, was ich anhand der getrackten Kalorien erwartete. Die Schilddrüsenunterfunktion äußerte sich dabei null.

Inzwischen nehme ich keine Tabletten mehr – meine Schilddrüse ist nämlich nicht krank, sondern nur ein bisschen klein. Meinen schwereren Körper konnte sie nicht optimal versorgen, aber jetzt mit weniger Gewicht ist das absolut kein Problem mehr. Es war zwar kein großer Akt, jeden Morgen eine Tablette zu nehmen, aber ohne ist es mir natürlich lieber.

Fazit: Meine Schilddrüsenunterfunktion hat mich nicht im Geringsten daran gehindert abzunehmen.

Bei der Zusammenstellung fiel mir auf, dass sich hier ausschließlich Frauen zu Wort gemeldet haben. Gibt es auch männliche Erfahrungsberichte?

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23 Gedanken zu “Mit Schilddrüsenunterfunktion funktioniert Abnehmen nicht

  1. Frank

    Nebenbei beim Fußball, meine 5 cent: Seit mein Arzt bei mir eine Unterfunktion festgestellt hat und ich jetzt täglich 100er Efirox einwerfe („Das hilft Ihnen beim Abnehmen , wegen Stoffwechsel ankurbeln und so…“) hat mein Appetit merklich zugenommen und hilft mal gar nicht beim Abnehmen. Habe aber die berechtigte Hoffnung, dass ich bei unterem Normalgewicht keine Pillen mehr brauche. Fortsetzung folgt.

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  2. RonjaRäubertochter

    Ein weiteres Problem, warum man „mit SD-UF/Hashi nicht abnehmen kann“ könnte die Tatsache sein, daß extrem viele Ärzte ausschließlich nach TSH einstellen. Also nach einem Wert, der nicht einmal ein SD-Hormon ist und noch dazu im Tagesverlauf schwankt. Und der unter Hormongabe von T4 und besonders von T3 gerne mal supprimiert.
    Ich bin im Freundeskreis die einzige, und der wimmelt nur so von Hashis, deren Ärztin einen supprimierten TSH duldet, solange die freien Werte im Normbereich sind und ich mich gut fühle!
    Mein TSH hat sich irgendwann bei 75μg verabschiedet und kommt nur dann wieder in den Normbereich, wenn mein fT4 sowas von an der unteren Grenze kratzt, daß eine ausreichende Versorgung mit T4 wohl nicht mehr gegeben ist, was sich auch in deutlichen Symptomen äußert.
    Bei meinen Freundinnen hingegen hat nur eine eine stabile Hormondosis, bei einem TSH > 2 und freien Werten tief unten und schlechtem Befinden. Aber ist ja alles super, Werte sind ja in der Norm.
    Die anderen flippern munter mit der Dosis hin und her, da sie ja entweder in Überfunktion (falsch, wenn dann ÜberDOSIERUNG) sind oder in Unterfunktion, weil der TSH mal am unteren, mal am oberen Rand ist. Freie Werte werden nur selten bestimmt.

    Die Krönung war, als ich in der Frühschwangerschaft vom Gyn aus SOFORT meine Medikamente absetzen sollte, da ich in ÜF sei. Hab ich natürlich nicht, jeder Erstsemester in Medizin weiß, daß HCG den TSH drückt (meiner ist ja eh supprimiert, hab ich ihm aber nicht auf die Nase gebunden). Stattdessen in Rücksprache mit meiner Endo im Laufe der Schwangerschaft stetig erhöht, um die freien Werte im oberen Bereich zu haben.

    Abnehmen bei schlechter SD-Einstellung ist sicher möglich, aber schwerer, als es bei guter Einstellung in Angriff zu nehmen. Nicht wegen eines langsameren Stoffwechsels (haha), sondern weil man antriebslos ist, einem die Energie fehlt, depressive Episoden auftreten, man aufgedunsen ist und es einem einfach scheiße geht. Bis hin zur AU, weil man den Tag nicht mehr auf die Reihe bekommt.
    Findet man einen Arzt, der auch die freien Werte berücksichtigt, der einen fragt, wie es einem geht und das in die Dosierung einfließen läßt, der kurzum einen Menschen behandelt und nicht einen Wert auf dem Papier, dann kann man hingegen unter vernünftigen Bedingungen eine Gewichtsreduktion in Angriff nehmen.

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    1. Sarja

      Das unterstreiche ich, 3x und fett!
      Ich habe Hashimoto, eine Umwandlungsstörung und eine Resoptionsstörung, dh. ich brauche ein Kombipräparat (das bei mir den TSH-Wert komplett supprimiert) und eine extrem hohe Dosis, um gute Blutwerte zu haben.
      Mein erster behandelnder Arzt hatte damit gar keine Probleme. Ich war gut eingestellt, habe aber natürlich nicht automatisch abgenommen.

      In der Schwangerschaft rutschte ich in eine Überfunktion, Dosis wurde halbiert, ich zog um (->anderer Arzt), danach nie wieder angepasst. Erst diese Woche – nach über 10 Jahren – habe ich endlich eine Ärztin gefunden, die nicht auf den TSH-Wert schaut, sondern tatsächlich nur auf die fTx-Werte. Die keine Angst vor hohen Dosen hat und die mich wieder steigern lässt.

      Ich habe versucht mit Kalorienzählen in der Unterfunktion abzunehmen (auch mit WW und intermittierendem Fasten) – ja, es geht, aber wie mit angezogener Handbremse. Und da muss ich widersprechen: trotz großer Motivation, zusätzlichem Sport und wirklich akribischem Abwiegen ging es extrem schleppend. Mag sein, dass bei mir noch mehr im Argen lag/liegt und es deshalb noch zusätzlich schwer war, aber allein die Antriebslosigkeit und zu viel Essen war es nicht, denn beides hatte ich abgestellt.

      Ich kann aber sagen: schon nach 3 Tagen geht es mir besser. Ich bin sicher: Mit einer guten Einstellung jetzt und FLÜ gehöre ich auch bald zu den Uhus-Normalgewicht-nurnoch5kgichhabkeinenBockmehrs 😀

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  3. sternenmond75

    Bei meinem Mann wurde erst kürzlich Hashimoto festgestellt, muss aber noch medikamentös eingestellt werden. Er ist allerdings jemand, der sich IMMER am unteren Rand Normalgewicht und teilweise Untergewicht bewegt. Auch interessant was?

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  4. Michael Mendelsohn

    männlich, leichte Schilddrüsenunterfunktion, auch bei mir hat der Allgemeinmediziner mit den Augen gerollt, als ich anhand eines aus anderem Anlass angesetzten Bluttests gesagt habe, „dann könnten wir doch die Schilddrüse auch gleich mitmachen“. Das Thyroxin hat bei mir subjektiv nichts bewirkt, ich hab’s dann wieder gelassen und auch so dieses Jahr bis zu 5 kg/Monat abgenommen und meinen BMI bisher um 8 Punkte gesenkt.

    Das Gewicht habe ich mit ca. 2,5 kg/Jahr angesammelt (also ca. 500kcal Überschuss pro Woche, das war auch mit relativ gesunder Ernährung locker zu machen), und vielleicht (?) eine Folge der Schilddrüsenunterfunktion — wenn denn die Unterfunktion nicht eine Folge des Übergewichts war. Man wird sehen, aber noch ist es nicht so weit.

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  5. Fredo

    Interessant ist finde ich, dass die Logik auch in die andere Richtung funktioniert. Ich bin schon immer schlank und natürlich muss das an einer Überfunktion meiner Schilddrüse liegen. Liegt es aber nicht, meine Schilddrüsenwerte sind im Normbereich.

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    1. Eine Überfunktion der Schilddrüse führt zur Gewichtsabnahme, nicht zu stabilem Idealgewicht. Frag mal Leute, die Morbus Basedow hatten und erst stark verzögert diagnostiziert wurden oder gar einen kompletten Schub ohne ärztliche Hilfe ausgesessen haben.

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      1. Hier noch was Fachliches um Thema:

        „Anamnestisch klagen Patienten mit MB über Symptome, die aus einer Stimulation peripherer Organe durch die erhöhten Serumkonzentrationen an Schilddrüsenhormonen und die damit verbundene Sensibilisierung für die Wirkung von Katecholaminen resultieren: Gewichtsverlust bei gesteigertem Appetit (…)“

        http://www.aerzteblatt.de/archiv/3510

        Ab einer gewissen Höhe der freien Werte (besonders fT3) kann man also kaum noch gegen den beschleunigten Stoffwechsel anfuttern, sondern nimmt mehr oder weniger zwangsläufig ab.

        Auch interessant: „Bei erniedrigtem oder supprimiertem basalem TSH-Spiegel sollten zusätzlich die freien Fraktionen der peripheren Schilddrüsenhormone (fT3, fT4) bestimmt werden.“

        Das heißt, das Ausmaß der Überfunktion erkennt man an der Höhe der freien Werte. Eine Überfunktion (wie die Unterfunktion) ist kein Binärsystem, in dem es nur zwei Möglichkeiten gibt.

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      2. Michael Mendelsohn

        „Ab einer gewissen Höhe der freien Werte (besonders fT3) kann man also kaum noch gegen den beschleunigten Stoffwechsel anfuttern, sondern nimmt mehr oder weniger zwangsläufig ab.“ — das steht da nicht. Die gesamte Liste der Symptome (da, wo in deinem Zitat am Ende die Auslassung ist) ist „Gewichtsverlust bei gesteigertem Appetit, Schweißneigung, Wärmeintoleranz, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Nervosität, Zittern der Hände, Kraftlosigkeit, Müdigkeit, Muskelkrämpfe sowie Durchfälle.“ Also, das Herz schlägt schneller, der Körper produziert mehr Wärme (Zittern etc,) (daher auch die Wärmeintoleranz und Schweißneigung, der Körper will sich nämlich kühlen), und die Durchfälle sind natürlich auch ein Problem, wenn’s um die Nahrungsaufnahme geht. Wenn man die Durchfälle in den Griff bekommt, kann man sicher gegen den erhöhten Grundumsatz „anfuttern“, bei Sportlern oder Übergewicht geht’s ja auch. Nur werden das halt die betroffenen Menschen normalerweise nicht von alleine machen – Müdigkeit und Kraftlosigkeit tun da sicher ihr Teil dazu.

        Und vor allem ist auch hier nicht „der Stoffwechsel“ am Wirken, sondern man kann genau sehen, wo die Energie hingeht, die dem Körper fehlt.

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      3. FT3 wirkt sich stärker aus als ft4 (früher wurde fT4 lediglich als Speicher betrachtet, was aber nicht ganz stimmt) und bei einer starken Basedow-Überfunktion ist fT3 meist stärker erhöht als fT4. Das steht tatsächlich nicht im Artikel, das ist eine Ergänzung von mir.

        Einen fT3-Wert, der z.B. drei- bis vierfach über der Obergrenze liegt, mit Sport zu vergleichen, ist ambitioniert. Ein Sportler, der tatsächlich so intensiv trainiert, dass er den vielfachen Energiebedarf hat, tut das bewusst und kann sich über die passende Ernährung informieren (außer er ist essgestört).

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      4. P.S. Falls hier das Wort „Stoffwechsel“ als fettlogische Esoterik verfemt werden soll, empfehle ich einen Edit-War in der Wikipedia, alternativ eine Grundsatzdiskussion mit den Internisten im Netz oder dem Forum Schilddrüse. Ich bin nicht interessiert 😉

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      5. Michael Mendelsohn

        T3 und T4 (Trijodthyronin und Tetrajodthyronin) sind Hormone. Sie sind keine Speicher, sondern beeinflussen (regeln) u.a. Stoffwechselvorgänge im Körper. Ein mehrfach erhöhter Wert bedeutet aber nicht einen ebenso erhöhten Energieumsatz. Als Vergleich: wenn du die Heizung zuhause von 1 auf 4 drehst, wird es dadurch nicht viermal so warm. T3 und T4 sind in diesem Vergleich nicht die Heizung, sondern nur der Regler an dieser.

        Ich habe auf die Schnelle keine Daten zum Energieumsatz bei Basedow gefunden, und auch keine Angaben zum Umfang der Erhöhung der Hauttemperatur, woraus sich evtl. die Energiebilanz ableiten ließe.

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      6. Fredo

        Sag ich auch gar nicht. Ich stelle nur fest, dass es einen ganzen Haufen Menschen sowie einige Ärzte gibt die einem wenn man nur schön schlank aussieht sofort eine Schilddrüsenüberfunktion andichten wollen. So als ob es anders gar nicht möglich wäre. Tieferes Fachwissen dazu habe ich nicht, da nicht betroffen.

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    2. Michael Mendelson, mir ist als Autorin von Patientenratgebern rund um die Schilddrüse bekannt, dass T3 und T4 Hormone sind. Dennoch wird (f)T4 oft als Speicherhormon bezeichnet, auch von Ärzten, was nicht ganz richtig ist. Es ist halt weniger stoffwechselaktiv als (f)T3, um nochmal das hier verfemte Wort zu verwenden.

      (Ich erwarte von dir nicht, dass du alles weißt und jedes Detail belegst, ist ja keine Doktorarbeit hier. Aber wenn du mich belehrst, dann wäre etwas Substanz nicht schlecht.)

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  6. Florian

    Ich, männlich, war 20 als man bei mir Hashimoto festgestellt hat. „Endlich“ könnte man sagen.
    Davor habe ich Jahre lang zugenommen. Hab Sport gemacht, hab immer die Stiegen und nicht den Lift genommen usw. Auch beim Essen habe mich eingeschränkt. Doch der Hunger hat mich wahnsinnig gemacht. Und zugenommen habe ich auch.
    Schlussendlich wurde eine weit fortgeschrittene Schilddrüsenerkrankung festgestellt und bekam Euthyrox verschrieben (125ug, 1x täglich). In den ersten Monaten verlor ich viel Gewicht. Hauptsächlich Körperwasser, ich war am Schluss schon total aufgedunsen.
    Inzwischen treibe ich wieder Sport – aber nicht in erste Linie um abzunehmen sondern weil es mir Spaß macht (war vorher nicht wirlich so), esse nicht übertrieben viel aber schränke mich nicht wirlich stark ein, esse aber überwiegend gesund. Bin allgemein auch viel auf Achse und komme meinem Zielgewicht endlich näher.

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  7. Pingback: Meine Fettlogiken und ihre Überwindung – eine Befreiung! | Willkommen auf 60kgweniger

  8. Wow, so viele Erfolge…
    Wie unsympathisch, dass der Arzt genervt ist einen Bluttest machen zu müssen!! Ich war gerade vorgestern beim Arzt, und er hat mir direkt die Spritze angesetzt, und erst dann einmal gefragt, warum eigentlich. Ab 20 sollte man sowieso mal einen Test machen!
    Heute bekomme ich das Ergebnis. Ich bin schon gespannt. Seit einiger Zeit nehme ich nämlich auch (grundlos?) zu, obwohl ich mich ernähre wie immer. Bin jetzt sogar seit einem halben Jahr im ai-fitness (https://www.ai-fitness.de/fitnessstudios/studio-wuppertal) angemeldet, es wird nicht besser oder auch nur langsamer…. deswegen jetzt der Bluttest. Ich hoffe, mit einer richtigen Diagnose wird bei mir auch alles besser!
    Sam

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  9. Ich leite eine Selbsthilfegruppe für Hashimoto-Thyreoiditis.
    Um abnehmen zu können, sollte vorher unbedingt eine sehr gute Hormoneinstellung der Schilddrüse vorgenommen werden. Erst wenn dies geschehen ist, kann man versuchen mit einer Ernährungsumstellung usw. Gewicht zu verlieren.
    Auf unserer Webseite: http://hashimotoselbsthilfegruppefreyung.blogspot.com haben wir zahlreiche Erfahrungen von Heilpraktikern und Ärzten, die Vorträge bei und gehalten haben zusammengestellt.

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  10. Michael

    Bei mir – m., 59 – wurde vor ein paar Jahren Hashimoto festgestellt – ohne Beschwerden meinerseits. Nach einigem hin und her konnte ich mit 100ug L-Thyroxin, also T4, gut leben („gut“ heißt: Mein subjektives Befinden war gut, wie aus der Erinnerung vor der Medi-Einnahme, aber ich mag mich über die Jahre und das Alter an gewisse Unzulänglichkeiten als „altersüblich“ gewöhnt haben). „Einfach“ Abnehmen war aber nicht mehr möglich, ich schwankte zwischen über 80 und knapp unter 85kg. Was aber, ex post betrachtet, auch daran lag, daß ich „keine Ahnung“ hatte und mehr oder minder ohne großen Verstand gegessen habe, wie man es als Laie halt macht. Mit normalem Appetit, wie mein ganzes Leben lang. Allerdings hatte ich keine Probs mit T4, T3, SD, Befindlichkeiten, wie man es in der Hashimoto-Literatur und -Foren ständig liest. Die fT3/fT4-Werte lagen leicht über und leicht unter dem Durchschnitt des Referenzbereichs, sowohl vor Einnahme von L-Thyroxin als auch bei Festlegung auf 100ug.
    Vor einigen Monaten habe, inspiriert durch das BUCH ;-), mit einer Diät begonnen, wochentägliche Kalorienrestriktion auf ca. 1500 kcal, also ca. 500-700 kcal Differenz (je nachdem, wie ich meinen Gesamtumsatz berechne) mit sehr kleinkariertem Nahrungstracking. Nach einiger Zeit – ich sage mal 2 – 3 Wochen – spüre ich die Symptome einer SDUF, ich nahm nicht mehr ab (bei unverändeter Ernährung), was NICHT an dem mittlerweie eingetretenen Gewichtsverlust lag, und befand ich tagsüber in einer Art Wachkoma („Nebel im Hirn“). Das ging ca. 4 Wochen so, dann ging ich zum Arzt. fT3 war auf ca. 25% abgesackt, fT4 war (natürlich) wie zuvor bei ca. 65%. Wegen auch wieder mal niedriger Eisenwerte wollte der Arzt von der offenkundigen Konversionsstörung (offenkundig deswegen, weil man, wenn man danach in Verbindung mit Leptin und Diät sucht, „tausende“ von auch fachlich unzweifelhaften Belegstellen findet) nichts wissen sondern diagnostizierte einen Eisenmangel. Nun, da im Rahmen einer solchen Diät manches zu kurz kommen kann und ich mich noch nie in Hinblick auf Vitamine, Mineralien etc. ernährt hatte, mag es sein, aber als nach 3 Wochen NEMs (auch Eisen) der Zustand unverändert war, habe ich mir ein paar Tabletten Thybon 20ug, also T3, besorgen lassen und erst 5ug, dann 10ug getestet. Und siehe da: Das Wachkoma war weg und die Gewichtsabnahme begann wieder. Ich kann nicht behaupten, daß ich durch das T3 signifikant mehr Appetit bekommen habe.
    Da meine T4-Zufuhr unverändert war und dies durch die Blutuntersuchung auch belegt wurde, ist für mich klar: Eine SDUF mit der Folge eines (subjektiv, für den betreffenden Organismus) zu geringen fT3-Pegels kann zu einer derartigen „Reduzierung“ Stoffwechsels führen, daß der Umsatz um 500kcal und mehr fällt. Was bedeutet: Abnehmen wird deutlich erschwert bis unmöglich gemacht und wenn man wie vorher futtert (was möglicherweise infolge geringeren Appetits nur eingeschränkt der Fall ist) wird man unweigerlich zunehmen. NATÜRLICH hat ein „Wachkoma“ und die damit verbundene Trägheit etc. auch zur Folge, daß man sich weniger bewegt, „fauler“ wird, mehr „optimiert“. Aber dies kann man in erheblichem Umfang steuern, z.B. sich zwingen, sich zu bewegen. Da ich meine Situation, die Zusammensetzung meines Verbrauchs kenne, weiß ich, daß bei mir nur ein geringer Teil auf dieses trägheitsinduzierte Nichtbewegen entfiel.
    Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen halte ich auch die fachlichen Aussagen, daß T4 bzw. fT4 „nur“ ein Speicherhormon und biologisch aktiv nur T3/fT3 ist, für richtig. Mein fT4-Spiegel war dank L-Thyroxin unverändert und allein der Abfall von fT3 von knapp 50% auf 25% (in absoluten Werten würde man den Unterschied als nur gering ansehen) hatte eine entschieden drastische Auswirkung auf mein Leben.

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  11. Ich bin sehr dankbar für dein Buch und die Erfahrungsberichte hier. Ich habe zehn Jahre erfolglos immer wieder versucht abzunehmen. Meine Sdu ist sehr spät erkannt worden und durch einen Jodexsess in der Schwangerschaft (zuviel Jod eingenommen mit Schwangerschaftsvitaminen) zu Hashimoto geworden. Ich habe durch SymptomAnalyse das Jod abgesetzt. Aber da war es scheinbar schon zu spät. Auf eigenes Drängen hin habe ich eineinhalb Jahre später meine Werte checken lassen, Jahre zu spät. Die Diagnose war eine Erlösung, ich habe aufgrund stärker Depressionen und Müdigkeit und 20kg mehr etc. schon an mir selbst gezweifelt. Abnehmen klappte dennoch nicht. Ich habe sogar viel Geld in Hypnose gesteckt und nichts passierte. Dieses Jahr ein neuer Versuch und dein Buch. 4 kg in drei Wochen, ich bin so glücklich im Moment, ich habe nicht gedacht, dass es möglich ist. Ich verzichte kaum, die verlorenen Kilos spornen mich an. 21 kg liegen noch vor mir und ich weiß, dass es diesmal klappt. Die Kalorienzählerei nervt zuweilen sehr, Dank Handys und Apps ist ws um vielea leichter, dennoch ein Zeitfresser, aber das nehme ich für das neue Lebensgefühl in Kauf. Meine Haut ist besser, ich habe mehr Energie und andere LebensBereiche beeinflusst es mega positiv. Ich bin einfach nur dankbar.

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  12. Agnes

    Man nimmt also besser ab sobald die schilddrüse eingestellt ist? Gestern wurde bei mir eine unterfunktion festgestellt.ich nehme zusätzlich neuroleptika und die abnahme geht nur schleppend voran. Ändert sich das nach der richtigen einstellung?

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  13. Danke für den interessanten Artikel.
    Eine Bekannte wollte mit dem Problem zu einem Schilddrüsenworkshop, um dort ihre Probleme anzusprechen. Meinst du, dass das vielleicht helfen würde?

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