Übergewichtig beim Arzt

Ich hatte es heute schon auf erzaehlmirnix als Comic gepostet: Ich hatte einen Radunfall:

rad

Im Alltag bemerke ich ja schon lange nicht mehr so viele Unterschiede zwischen 150 kg und jetzt, da sich das nach fast 2 Jahren doch irgendwie alles normalisiert hat. Im Krankenhaus dagegen, wenn man von oben bis unten durchuntersucht wird (die Kopfverletzung veranlasste meinen Hausarzt dazu, sofort den Rettungsdienst zu rufen, trotz meines zaghaften Einspruchs, dass ich mich eigentlich ganz okay fühle und nur gerne eine Tetanusspritze und eine Wundversorgung wollte)…

Nachdem ich mein Leben lang beim Arzt mit meinem Übergewicht (mit BMI ~50 lag ich ja irgendwann schon bei <1% der Bevölkerung) als Extrem auffiel, war es ein ungewohntes Gefühl, nicht die ganzen Gedanken im Hinterkopf zu haben, die mich sonst beim Arzt begleiteten:

  • oh Gott, die Blutdruckmanschette ist viel zu klein, sie müssen die extralange suchen („Haben wir noch irgendwo die Extralangen Manschetten?“ „Die XL? Die sind hier.“ „Nein, nicht XL … die extralangen in der Übergröße.“)
  • trägt mich die Liege?
  • können mich die Anwesenden heben oder muss noch von irgendwo ein extra starker Mann geholt werden, weil die 50-kg-Sanitäterin meine 150 kg nicht packt?
  • kann man beim Röntgen und beim Ultraschall überhaupt etwas sehen? Beim Ultraschall war das nämlich mit 120 kg schon äußerst schwierig
  • würde ich überhaupt ins CT passen? (die Antwort lautet: Nein, die meisten Standardgeräte gehen bis 120 kg und/oder sind sehr eng)

Das alles ist wahnsinnig stressig und auch ein Stückweit demütigend, denn auch wenn das Personal sich das nicht anmerken lässt ist es ein schlechtes Gefühl wenn man merkt, dass man nicht ein Problem HAT sondern ein Problem IST, wegen der Körperfülle. Dann liegt man aufgeregt und mit Schmerzen da und macht sich gleichzeitig über zig mögliche Problemszenarien wegen des Gewichts Gedanken. So doof es sich anhören mag, aber es war gewissermaßen „entspannend“, im Krankenhaus zu sein und sich nur auf mich konzentrieren zu können. Nur darüber nachzudenken, ob das Reinigen der Wunde weh tun würde (Ja, tat es. Wie Hölle) und nicht ständig zu überlegen, welche Probleme mein Gewicht bereiten könnte. Mich einfach aus der schlammigen Hose zu schälen und eine Einweghose anzuziehen, in die ich hineinpasse, statt mich notdürftig mit einem Laken zu verhüllen. Problemlos von den zwei Frauen auf die Röntgenliege gehoben zu werden. Beim Ultraschall ein klares Bild und damit auch klare Entwarnung („keine Blutungen“) zu bekommen.

Die medizinische Versorgung ab einem gewissen Gewicht ist wirklich ein Problem. Viele Dinge gehen trotz gutem Willen nicht, so blockiert Fettgewebe den Ultraschall ab einer gewissen Dicke, und es wird unmöglich, noch klare Bilder zu sehen. Andere Dinge sind wohl eher finanzieller Natur, und dann fallen die extrem Adipösen eben hintenüber, wenn es um die Anschaffung teurer Spezialgeräte geht – möglicherweise ändert sich das in den nächsten Jahren, wenn der anhaltende Trend so weitergeht und Adipositas immer häufiger wird. Viele Untersuchungen oder auch Operationen werden für die Ärzte schwieriger, weil das Fettgewebe sich nicht immer gleich verteilt und wo ein schlanker Körper relativ gut einzuschätzen ist, kann Fettgewebe sich unerwartet lagern und z.B. beim Abtasten dann nicht eindeutig sein ob etwas verhärtet ist oder nicht, oder beim Schnitt ist unklar, wie tief er gehen muss. Mit 150 kg war das Gefühl beim Arzt grundsätzlich für mich weniger sicher und vertrauensvoll, weil ich oft gespürt habe, dass die Ärzte sich unsicher waren. Ich konnte mich nicht gut „fallenlassen“, weil ich merkte, dass die Ärzte mich wortwörtlich und im übertragegen Sinne nicht auffangen konnten. Den Unterschied habe ich diesmal deutlich gespürt, denn ich merkte, wie auch die Ärzte im Umgang mit mir einfach sicherer wirkten. Die Handgriffe saßen, alles ging routiniert und professionell, kein Zögern und kein Grübeln oder Rätseln, ob dies oder jenes normal ist (bei dem Gewicht) oder ein Symptom.

Die Erfahrung war auch isofern interessant, als dass ich mir vorstellen kann, dass diese Mechanismen auch unbewusst auf beiden Seiten wirken. Also dass man als (sehr) dicker Patient irgendwie spürt, dass der Arzt unsicherer ist und selbst daraufhin nicht ganz so vertrauensvoll ist. Dazu dann evtl. noch eigene Unsicherheiten wegen des Körpers, zusätzlich zu den Ängsten und Schmerzen, die jeder Patient hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass Ärzte dann wiederum auch eher das Gefühl haben, hier einen „schwierigen Patienten“ zu haben und negativer rangehen. Ein Teufelskreis also, der sich gegenseitig verstärken kann. Zur Diskriminierung Übergewichtiger im Gesundheitswesen gibt es ja recht umfassende Untersuchungen und es ist tatsächlich so, das viele Ärzte zu ihren übergewichtigen Patienten ein schlechteres Verhältnis haben und sich übergewichtige Patienten oft stigmatisiert oder diskriminiert fühlen.

In Fettlogik spreche ich ja eher die andere Seite an, also dass Ärzte oft das Gewicht zu wenig direkt ansprechen, aber ich denke, beides hängt miteinander zusammen. Wünschenswert wäre ja eine positiv-unterstützende Interaktion, die motivierend wirkt und dem Patienten das Gefühl gibt, der Arzt traut einem eine Abnahme zu und sachlich ohne das Gefühl von Schuldzuweisung vermittelt, warum diese sinnvoll ist. Die negative Seite ist dagegen das Gefühl von Ablehnung, auch ohne dass der Arzt direkt einen Kommentar zum Gewicht macht. Man merkt aber, dass der Arzt eine negativere Meinung hat und einen schnell loswerden will.

Bei mir persönlich hatte sicher auch mein eigenes schlechtes Körpergefühl einen Einfluss. Ich hatte das immer so gut es geht weggeschoben und mir selbst gesagt, dass mich das nicht betrifft, aber gerade wenn ich dann doch in einer Situation war, in der ich mich (Fremden) zeigen musste, wurde mir durchaus bewusst, dass ich mich für mein Gewicht ein Stückweit schäme. Fand und finde ich auch selbst blöd, denn ich bin vom Verstand her nicht der Meinung, dass man sich vor irgendwem für seinen Körper rechtfertigen muss, aber Gefühle sind eben Gefühle. So empfand ich gewisse Fragen vielleicht auch eher als Angriff, selbst wenn sie neutral gemeint waren. Wenn ein Arzt fragte „Ist das normal, dass das bei Ihnen soundso ist?“ hörte sich das für mich an wie „Meine Güte, dein Körper ist so unnormal, dass ich nichtmal als Experte weiß, was ich damit anfangen soll.“

Gestern hatte ich dann auch die Situation, dass der Arzt mich beim Abtasten fragte, ob das bei mir normal sei, dass die Wirbelsäule so stark herausteht und ich fand das gar nicht unangenehm oder beschämend, lediglich etwas verwirrend. Daher auch meine perplexe „Äh … tut sie das?“- Reaktion, woraufhin er abwiegelte und meinte, das sei dann offenbar schon okay. Aber es hatte nicht diesen negativen Beigeschmack, den ich früher bei der Frage nach einer Unnormalität an meinem Körper wohl empfunden hätte.

Das nun als das Ende meiner etwas unstrukturierten (t’schuldigung: Kopfverletzung 😉 ) Überlegungen zum gestrigen Tag. Vielleicht werde ich die Tage mal grübeln und möglicherweise kommt auch in den Kommentaren etwas Input, und ich mache einen etwas objektiveren Beitrag mit Studien und Fakten dazu. Die Frage nach der Wirbelsäule interessiert mich allerdings sehr. Ist das möglicherweise etwas, das durch das Übergewicht und die Abnahme verursacht wurde, oder liegt das einfach in meinem Körperbau? Hier haben ja nun schon einige sehr stark abgenommen, wie ist das bei euch? Ich habe mal versucht, das fotografisch festzuhalten, wie meine Wirbelsäule aussieht, wenn ich mich vorbeuge. Mir war nicht klar, dass das ungewöhnlich ist? Wie sind eure Erfahrungen damit? Und generell eure Arzterfahrungen?

wirbel

Advertisements

37 Gedanken zu “Übergewichtig beim Arzt

  1. Erstmal gute Besserung! Schöner Artikel.
    Zur Wirbelsäule – also, meine sieht auch nicht viel anders aus, wenn ich mich vorbeuge. Und ich bin immernoch mehr als 20 Kilo schwerer als Du. Auch bei meinem Mann und meinem Sohn sehen sie nicht viel anders aus. Also, ich glaube echt, dass das normal ist. Manchmal suchen Ärzte auch ein wenig…

    Gefällt mir

  2. Auch von mir gute Besserung!!!! Zum Rücken: Also ich habe sehr viele Jahre als Kinderkrankenschwester gearbeitet und auf dem Foto sieht die Wirbelsäule „ganz normal“ aus!!!! Du bist jetzt halt richtig schlank und dann stehen die Knochen schon mal „vor“…LG

    Gefällt mir

  3. Claudia

    Hallo, auch ich wünsch dir zuerst mal rasche Genesung!
    Ich hab ziemlich süßsauerbitter kächeln müssen bei deinen Beispielen (Butdruckmanschette etc.) – kenne ich genau so. Ich habe es als extrem dickes Kind auch immer so erlebt, dass meine Kinderärztin mir das Gefühl gegeben hat, dass sie mich nicht leiden kann. Ich hatte einfach immer Angst und hab mich schreckich geschämt, wenn ich hin musste, weil sie es mir immer streng unter die Nase gerieben hat, dass ich viel zu fett bin.
    Meine persönliche „Krönung“ war dann die Waage – „Ähm, was machen wir denn jetzt, die Waage misst nur bis 120kg!?“ … Ich kann mich selbst gar nicht mehr erinnern, was das für eine Waage war, die meine 150kg angezeigt hat…
    Wie auch immer, ich kann es mir auch vorstellen, dass es im Umganz zwischen Ärzt_innen und stark übergewichtigen Patient_innen zu diesem Teufelskreis aus Verunsicherung kommen könnte, wie du ihn beschreibst. Vieleicht verändert sich das tatsächlich, wenn starles Übergewicht noch mehr zur „Normalität“ wird und Ärzte einfach häufiger Gelegenheit haben, an dicken Menschen zu „üben“. Naja, und vielleicht sollten sie doch ein bisschen mehr psychologische Skills für den Umgang mit Patient_innen vermittelt bekommen (*räusper, hab ich mir doch den kleinen Seitenhieb nicht verkneifen können).
    Die Wirbelsäule… ich sehe sie bei vielen Leuten hervorstehen und finde das normal. Nein, ich bin kein notorischer Wirbelsäulengucker, aber wenigstens im Sommer sieht frau ja unfreiwilig so manchen (halb)nackten Rücken… Ich finde übrigens auch nicht, dass sie bei dir besonders stark heraussteht (soweit das auf dem Bild erkennbar ist). Bei mir steht sie nicht heraus; das war noch nie so, auch als ich mit 54kg untergewichtig war. Ich mach allerdings viel Sport und bin offenbar hormonell so veranlagt, dass ich (dafür, dass ich eine Frau bin), wirklich viel Muskelmasse aufbaue. Bei mir ist halt die Wirbelsäule eher in einem „Graben“ zwischen den Rückenmuskeln…
    Vielleicht gab´s ja bei deiner Untersuchung medizinisch gesehen unfallbedingt Grund zu der Nachfrage, ob deine WS immer so raussteht – wer weiß, auf welche Verletzung das hätte ein Hinweis sein können 😉
    Liebe Grüße

    Gefällt mir

  4. Wünsche gutes Verheilen!
    Die Wirbelsäulen die ich über die Jahre so an an schlanken Mädels/Frauen in Umkleiden uÄ gesehen habe, sahen ab einem gewissen Gewicht ähnlich aus. Bei meinem Gewicht gibt’s da nichts zu sehen, allerdings kann ich im Gegensatz zu meinem Freund keine Sit-Ups ohne Unterlage machen (er legt ein Handtuch drunter… was für ein Polster :P). Ein Mal hab ich bei ihm ohne meine Matte auf dem Boden rumgeturnt, das Resultat war ein langer blauer Fleck auf der Wirbelsäule.
    Hast du deine Jugendfrisur wieder ausprobiert :D? Oder ist das eine Illusion?

    Gefällt mir

  5. Gute Besserung! (Spocht ist eben doch ungesund! ):-)
    Das mit Ultraschall und Manschetten kenne ich auch. Nun war ich neulich bei meiner Hausärztin, habe ihr das Fettlogik-Buch gezeigt und fragte, da ja große Gewichtsabnahmen ärztlich betreut werden sollten, WIE das denn betreut werden würde… Antwort: keine Ahnung!

    Na danke!
    (Wobei sie die Abnahme generell unterstützt und sich den Buchtitel notiert hat…)

    Gefällt mir

    1. jorgos

      Generell gesagt, scheint es mir doch eher fraglich, ob die Interaktion zwischen Arzt und Patient so wesentlich vom Gewicht des Patienten beeinflußt wird. Bei mir hängt das Gefühl des Vertrauens bzw. des Gegenteils ausschließlich davon ab, ob ich den Arzt sympathisch finde oder nicht, und umgekehrt merke ich oft trotz aller Bemühungen um Professionalität das auch.
      Mit den meisten kann ich nicht.

      Gefällt mir

  6. Womba

    Gute Besserung!!
    Ich muss sagen, ich bin bisher immer sehr, sehr gut behandelt worden, allerdings komm ich ja auch aus dem Bereich und werde da doch eher noch als „gleichwertig“ angesehen.
    Ich glaube (hoffe), dass ich auch nie einen Patienten wegen seines Gewichtes blöd angemacht habe, auch wenn uns manchmal nichts anderes über bleibt, als ehrlich zu sein – 150kg kann man einfach zu zweit nicht drei Stockwerke rauf- oder runter tragen und ich gehör schon zu denen, die dann (natürlich nur wenn möglich und verantwortbar) die Patienten sanft aber bestimmt zum selber laufen motivieren (da nehm ich mir dann auch alle Zeit der Welt und wenn wir nach jeder 3. Stufe Pause machen müssen ist das auch ok) – frei nach dem Motto: hBkl (hat Beine kann laufen)

    P.S. Vergiss nicht, den Helm auszutauschen 😉

    Gefällt 1 Person

  7. Oh je, also ich wünsche auch erstmal gute Besserung 🙂 Ich war so bis ca. Mitte 20 leicht untergewichtig, dann mit dem Studium schlich sich das langsam ins Normalgewicht und dann dachte ich irgendwann, wenn das jetzt konstant so weitergeht, habe ich in zehn Jahren Übergewicht. Weil mir das Naheliegendste (Studium statt Schauspielausbildung = weniger Bewegung = geringerer Kalorienverbrauch + regelmäßige Mahlzeiten in der Mensa statt Tütensuppe zwischendurch = höhere Kalorienaufnahme -> Gewichtszunahme) nicht auffiel, fragte ich meine Frauenärztin, ob das womöglich an der Pille liegen könnte. Da guckt die mich herablassend über den Rand ihrer Lesebrille an, schnaubt verächtlich und sagt: „Pfft, die hat wohl eher Ihr Untergewicht ausgeglichen.“

    Das fand ich respektlos und vor allem konnte ich mit der Info ja gar nichts anfangen. Sie hätte ja auch fragen können, ob ich mich evtl. weniger bewege und mehr esse als vorher und dann auch noch sagen können, dass das schon in Ordnung so ist, weil ich vorher offenkundig zu dünn war. Dann hätte ich gewusst, was ich tun muss, damit’s so bleibt und nicht noch weiter hoch geht. Da würde ich mir von Ärzten allgemein etwas mehr Einfühlungsvermögen und weniger Arroganz wünschen.

    Gefällt mir

  8. Gibt es _wirklich_ Studien darüber, dass Dicke diskriminiert _werden_? Also nicht nur solche, dass sie sich diskriminiert _fühlen_?

    Weil – nicht in ein MRT zu passen ist ja nun _keine_ Diskriminierung, sondern eine Kostenfrage, und irgendwo gibt es ja offenbar XXXL-MRT’s. Und extra-lange Blutdruckmanschetten. Und Sitzgurtverlängerungen im Flugzeug.

    Und zu hören, dass [Problem] am Gewicht liegen könnte ist halt das _naheliegendste_, und Ärzte sind auch nicht intelligenter als andere intelligente Menschen. Du rauchst? Liegt am Rauchen. Du trinkst viel? Liegt am Alkohol. Du hattest mal Wirbelsäulenprobleme? Kommt daher. Du bist dick? DISKRIMINIERUNG! — Ne, not sorry, is nicht.

    Gefällt mir

  9. Achsoja – Ärzte. Mein Vater hat das neulich nett zusammengefasst: „Mein [Irgendeinarzt] ist jetzt in Rente gegangen. Die Praxis hat eine junge Dame, so um die 40, übernommen. Die kann ihre Ahnungslosigkeit halt noch nicht so gut überspielen“.

    Gefällt 1 Person

  10. Gute Besserung!
    Zu der Wirbelsäulensache: Mein Mann hat das auch, der ist allerdings einer dieser seltsamen „Naturschlanken“ Menschen mit wenig Hunger 🙃 Also schätze ich, das hat mit Übergewicht und Abnehmen nicht viel zu tun.

    Gefällt mir

  11. Mona

    Ich wünsch dir eine gutes und schnelles Verheilen deiner Wunden.

    Wirbelsäule: Da ich ein Hohlkreuz habe und viel Wirbelsäulengymnastik mache, haben ich im Stehen eher ein Loch an der stelle, das viel zu weit Richtung Bauch geht. Es tut auch weh, wenn ich Übergewicht habe oder länger keinen Sport gemacht hab. Wenn ich mich beuge, dann sieht man die Wirbel, aber nicht so wie bei dir. Ich glaub, das liegt dran dass ich da zu unbeweglich bin (deswegen ja die Wirbelsäulengymnastik) und dass die Muskeln das von den Seiten her aufpolstern.

    Ich kenne das aber von früher. Als ich ein schwaches Kind war, stand meine Wirbelsäule beim vorbeugen auch so ab und bei meinen Schwestern und Vater auch, weil die halt alle dünn sind.

    Das mit dem Sport, ob weiche Unterlage oder harter Boden ist eine Gewöhnungs-/Trainingssache, finde ich. Als Jugendliche tat mir das auch immer richtig stark weh auch insbesondere am unteren Rücken, aber seit dem ich wirklich gut spürbare Muskulatur habe, bekomme ich zwar manchmal blaue Flecken, aber es tut nicht weh. Viele Übungen sind einfacher, wenn man sie auf dem harten Boden macht. Ich bevorzuge mittlerweile den harten Boden so oder so. Alles wo ich mich mit den Händen abstützen muss, tut mir in einem Handgelenk weh, wenn ich das auf weichen Oberflächen mache. Eine Yoga-Matte ist meistens sehr dünn, da kann man gut üben, wie man sich auf die Hüftknochen, Knien oder Fußspann gut abstützen kann. Ich hab auch noch einen Problemwirbel im Nacken, wenn ich den Pflug mache, bekomme ich da blaue Flecken und spüre auch den Druck während der Übung. Ich denk, das wird besser, wenn ich mich beim Sport mehr auf meinen oberen Rücken konzentriere.

    Falls man sich unter Yoga und Pflug nichts vorstellen kann, da gibt es Bilder:
    http://bloggerine.de/2014/07/yoga-schulterstand/

    Gefällt mir

  12. Ralf

    Hallo Nadja.

    Vielleicht schnappst Du dir mal nen Fuffi (zudem ich durch Lektüre des Buches einen gerne investierten Beitrag geleistet habe) und denkst über die Anschaffung eines Radhelmes nach. Die Wunde, die Du auf dem Foto hast wäre so nicht nötig gewesen und bei Kopfverletzungen ist es auch, glaube ich, egal ob Du mit 50 kg wie ein Stein über das Wasser hüpfst oder mit 150kg beim Straßenkontakt nen Erdbeben in Korea auslöst. 😉 Ansonsten auf diesem Wege ein „Weiter so“ mit dem Blog und den Fettlogiken.

    Gruß Ralf

    Gefällt mir

  13. Kafi

    Ich kann diese Erfahrungen nicht teilen, jedenfalls nicht in den letzten 10 Jahren. Und ich wiege auch nach einer großen Abnahme immer noch 185 kg. Im Gegensatz zu dem, was hier gerne geschrieben wird, gehen moderne und informierte Ärzte heutzutage nicht mehr vom Schuldprinzip der Dicken aus und behandeln sie respektvoll. Auch die Apparatemedizin ist heutzutage deutlich weiter und man muss nicht mehr durch halb Deutschland fahren, um z.B. ein geeignetes MRT zu finden. Eine Kostenfrage wäre das nur insofern, als Geräte speziell angeschafft würden. Wenn aber Geräte ohnehin ersetzt werden, kann man heute davon ausgehen, dass die meisten bis 200 oder 250 kg belastbar sind.

    Gefällt mir

  14. Katharina

    Hallo und erstmal gute Besserung!

    Zur Wirbesäule: sieht für mich als Laie normal aus.

    Zu Ärtzten: Ich habe oft das Gefühl, wenn Ärtzte nicht sofort nach Schulbuch was finden, stempeln sie gerne den Patienten als verrückt oder Hypochonder ab. Bei Übergewichtigen geht das ja auch ganz einfach, da hat man die scheinbare Erklärung gleich parat: liegt dann eben nicht an [mehr oder weniger schwierige, noch zu erstellende Diagnose], sondern am Übergewicht.

    Ich verdanke diesem Verhalten z.B. einen mittlerweile dauerhaften Schaden an der Kniescheibe (lag angeblich an meinem leichten Übergewicht und nicht an dem schweren Unfall, den ich damals hatte), der mich jetzt bei meiner neu entdeckten Freude an Sport stark einschränkt (aber natürlich nicht aufhält, gehe halt öfter zum Osteopathen).

    Gefällt 1 Person

  15. Dagmar Bödewadt

    Bin ich from, dass endlich mal jemand von Hunger schreibt! Fast dachte ich, nur ich hätte spätestens abends Hunger. Oft klingt es, als müsse man nur kapieren, dass es darum geht, ewiger zu essen, als der Körper braucht, und dann rasseln die Kilos nur so. Tun sie ja auch, aber ich finde es sehr schwer, den Hunger zu ignorieren und den Kühlschrank NICHT zu öffnen. Sogar bei 1000 kcal und genügend Protein habe ich spätestens abends Hunger……

    Gefällt mir

    1. Hmm, an sich schaffe ich es meistens ohne Hunger auf ein kleines Defizit zu kommen, allerdings kommt es da stark auf die richtigen Lebensmittel an. Das beste Sättigungs-Kalorien-Verhältnis hat eigentlich Magerquark – da komme sogar ich mit knapp 1000kcal 12 Stünden bis zum Abendessen hin. Haferflocken sind auch nicht schlecht wenn man ohne Zucker oder Vollmilch auskommt.

      Gefällt mir

      1. Michael Mendelsohn

        Zuckerfreie Getränkesirups sind dafür (auch für Joghurt) super. Himbeer, Waldmeister, Zitrone, Kirsch, Holunder findest du im Supermarkt (wenn auch nicht beim Discounter), von Monin auch Vanille, Haselnuss, Caramel via Internet. Zitronensaft oder Limettensaft mit Süßstoff ist auch eine Möglichkeit (ich nehme richtigen Saft, nicht das vermeintliche Konzentrat).

        Gefällt mir

  16. Alex

    Gute Besserung und eine rasche Genesung!
    Vielleicht warst Du früher einfach nur empfindlicher und hast Ärztefragen oder Kommentare hauptsächlich mit dem Beziehungsohr gehört? Meine Erfahrungen (Oralophobie) sind ganz unterschiedlich. Ein früherer Zahnarzt war zwar fachlich top, wäre bestimmt ein toller Pathologe geworden, nur das lebende Objekt war nicht sein Ding. Er war meistens ungehalten, wenn ich mal wieder längere Zeit das Behandlungszimmer blockiert und den Arbeitsrhythmus durcheinander gebracht habe. Glücklicherweise ein Einzelfall. Andere Zahnärzte waren da dann doch verständnisvoller.
    Diskriminieren Ärzte wirklich oder fühlen sich Patienten diskriminiert? Eine Bekannte hat mal erzählt, dass sie den Hausarzt gewechselt hat, als er ihr riet abzunehmen.

    Gefällt 1 Person

  17. Claudia

    Gute Besserung!

    Zum Thema Arzt:
    Es haben sich ja einige beschwert, dass ihr Arzt sie nicht konkret auf das Gewicht angesprochen haben…
    Ich hätte es persönlich, als unverhohlene Kritik aufgefasst, hätte mein Hausarzt sowas jemals angesprochen und dann wäre von mir nur ein „Ja, ich weiß.“ gekommen. Wege, wie es funktionieren könnte, sind ja nicht Aufgabe des Arztes, sie seinen Patienten aufzuzeigen. Wenn die nach der“gefühlten“ Kritik überhaupt zuhören würden…
    Daran hätte ich dann selbst wohl eher weniger Lust.
    Ich hätte eher das Gefühl gehabt, dass mir der Klugscheisser im Kittel, irgendwas aufdrängen will.
    Mein Hausarzt hat das Thema nie zur Sprache gebracht und das fand ich gut. Also bei 164 cm und 90 KG hatte ich mir auch nie Gedanken über die Stabilität von Praxiseinrichtung Gedanken gemacht.
    Der Impuls für das Abnehmen kam von meinem neuen Freund, auch dein Buch… und dann wurde mir so einiges klar und es läuft.
    Da ich aufgrund einer diagnostizierten Multiple Sklerose regelmäßig Blut abnehmen lassen muss, sind auch die Blutwerte alle ärztlich im Blick.
    Passt nicht 100%-ig zum Thema, ich wollt es nur mal loswerden.

    Werd wieder fit.

    LG Claudia

    Gefällt mir

    1. Hmm, ich finde schon, daß gerade ein Hausarzt so etwas zumindest einmalig ansprechen sollte – so im Sinne von „Mein Berufsethos gebietet es mir sie darauf hinzuweisen, daß Übergewicht mit Gesundheitsrisiken einhergeht. Wenn sie zu dem Thema Fragen haben oder Hilfe benötigen können Sie damit gerne jederzeit auf mich zukommen“. Der sollte dann natürlich auch passende Informationen haben ^^

      Gefällt mir

  18. Das erste Mal wirklich angesprochen wurde ich von einer Orthopädin, bei der ich war, nachdem ich mir mein Knie dumm verdreht hatte. Nach einem MRT kam raus, dass es zum Teil halt doch auch Verschleiß war. Nach einem „ja, ich weiß, abnehmen ist aber nicht einfach“ kam ein Nicken und ein „versuchen Sie es trotzdem :)“.

    Andere Ärzte haben eher nichts gesagt, vermutlich auch, weil Blutwerke gut und Blutdruck noch okay waren.

    Letztens bemerkten sowohl die Arzthelferin im Labor als auch meine Frauenärztin positiv meine Abnahme (gut 20 kg) und fragten, wie ich das gemacht hätte – „FLÜ lesen und Kalorien zählen“ – und ob ich noch mehr abnehmen wollte – „bis irgendwo im Normalgewichtsbereich, maximal bis X kg“. Fand ich gut. 🙂

    @erzaehlmirnix
    Gibt es eigentlich sowas wie Fettlogik-Flyer, die man bei Ärzten oder im Fitnessstudio abgeben/auslegen kann?

    Gefällt mir

  19. Barbarella

    Hm .. das mit der Wirbelsäule find ich interessant.

    ich hab jetzt noch nciht sooo viel abgenommen – doch bei mir ist es so, dass ich diese „zuisammenrollen und vor und zurück rollen auf dem Rücken“-Übung im Yoga EXTREM unangenehm finde, weil ich dann auf der Wirbelsäule rumrolle und das überhaupt nciht leiden kann. Ich „rolle“ mich eigentlich immer nur so zusammen, dass ich die Beine anziehe, aber der Rücken noch flach auf dem Boden liegt. Runder Rücken ist ekelig für mich. Hab jetzt gerade mal getastet: Spüre meine Wirbel schon gut .. dabei bin ich noch mehr als 20 kg vom Normalgewicht weg.
    … mir gruselt bei dem Gedanken, dass das ncoh mehr werden könnte.. ?!

    Ich hatte das aber auch schon mit 15 Kilogramm mehr, dass ich nicht über den Rücken rollen wollte…

    Dachte gar nciht daran, dass das bei anderen anders sein könnte – anatomisch .. dachte bisher einfach, ich wäre irgendwie komisch empfindlich oder so.

    Gefällt mir

  20. Sunny

    Oh wie kenne ich das Problem beim Arzt Besuch.
    Gerade ganz aktuell kann ich da , leider, mitreden. Ich muß dazu sagen, dass ich noch ganz am Anfang meines Weges stehe. Bin sehr stark übergewichtig und habe das Buch Flü gerade gelesen.
    Vorletzte Woche habe ich dann extreme Rückenschmerzen bekommen. Nach Reizstrom beim Hausarzt habe ich es Wochenends nicht mehr ausgehalten und bin ins Krankenhaus. Blutdruck? Keine Ahnung, es gab keine Manschette für mich. Nach ein paar Tests wurde ich entlassen, es sei ein Hexenschuss. Ich soll Krankengymnastik bekommen. Die einzige Stelle, an der mein Gewicht erwähnt wurde war, als man mir offerierte das selbst ein Bandscheibenvorfall nicht anders behandelten würde, weil mein Gewicht zu einem Narkose Risiko führen würde.
    Die nächsten Tage führten mich dann täglich zu meinem Hausarzt, wegen Infusionen. Natürlich sind die Venen an meinen fetten Armen so gut versteckt, dass es jeden Tag die reinste Tortur für mich war. Es ist so demütigend und einfach nur peinlich, mit welchen Gedanken und Problemen ich mich da auseinander setzen muß. Ich bin froh, ihr Buch gelesen zu haben. Und wie bei Ihnen die Knie Probleme, haT mein Rücken leiden dazu geführt dass ich sage, dass es so auf keinen Fall weiter geht.

    Gefällt mir

  21. Maui

    Ich gehöre auch zu den Übergewichtigen, habe jedoch in einer Kampfsportart meinen Spaß gefunden.
    Bzgl. Wirbelsäule: Wir haben großteils gut trainierte Gestalten in der Gruppe, unter anderem einen 16 Jährigen, der dann irgendwann festgestellt hat, das er schwierigkeiten hat sich schmerzfrei über seine Wirbelsäule zu rollen.
    Ich lasse dir die Weisheit unseres Trainers mal hier: „Jeder Körper ist anders!“ Er hat sogar mal gemeint, auch er könne bestimmte Bewegungen (Akrobatische) nicht, aus so einem Grund.
    Also mach dir keinen Kopf 🙂

    Gefällt mir

  22. Nach gut dreissig Jahren als Krankenschwester, kann ich an Deiner Wirbelsäule nichts auffallendes entdecken. Das sieht völlig normal und ganz durchschnittlich aus. Keine Ahnung was den Arzt zu seiner überflüssigen Bemerkung gebracht hat. Leider geben auch Ärzte manchmal ganz schön Blech von sich.
    Gruß
    Sue

    Gefällt mir

Deine Meinung?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s