Gastbeitrag: Die letzten Kilos sind die schwersten? Oder: Gedanken zum Endspurt.

Ich wurde schon einige Male gefragt, ob es eine Fettlogik ist, wenn gesagt wird, dass die letzten Kilos die schwersten sind. Meine Antwort war immer … jeeeeiiiiin. Dankenswerterweise hat Katrin mir einen etwas längeren Text zu dieser Frage geschickt, in dem sie detailliert aufdröselt, warum die letzten Kilos neeeeerven. Ich musste beim Lesen mehrfach energisch nicken 😀

Eigentlich wollte ich um diese Zeit schon fertig sein mit meiner Abnahme. Also – eigentlich-eigentlich schon vor gut einem Monat. Denn ich, da war ich mir sicher, würde nicht in die Fallen tappen, die da gegen Ende der Abnahme lauern… das immer kleiner werdende Defizit wegen schwindender Motivation. Die mehr oder weniger geplanten Diätpausen. Das Umdefinieren des Endgewichts. Ich war wild entschlossen, mich gegen all diese bösen Zielzeitpunktsverzögerer zu wehren und knallhart das hohe Defizit durchzuziehen, bis zum Zielgewicht. Jawoll. Denn bestimmt ist „die letzten Kilos sind die schwersten“ einfach nur ein fettlogikgeprägter Gedanke.

Tja.

Jetzt fehlen mir noch exakt 2 Kilo bis zum anvisierten Zielgewicht, und ich bin meinem Zeitplan ungefähr anderthalb bis zwei Monate hinterher. Und warum? Sind die letzten paar Kilos also doch die schwersten? Darüber habe ich in den letzten Wochen ganz schön gegrübelt. Mittlerweile bin ich zu dem Schluß gekommen, daß es gleich ein paar Punkte gibt, warum das so erscheinen mag.

Punkt 1. Schwindendes Defizit. Nicht nur aus Motivationsgründen.
Darüber hatte ich am Anfang, als ich meinen Zielzeitpunkt anvisiert habe, gar nicht nachgedacht. Aber klar – mit sinkendem Gewicht sinkt auch der Gesamtumsatz, und selbst bei steigendem Sportpensum ist irgendwann die Grenze erreicht, wo sich die Senkung noch ausgleichen läßt. Gerade bei größeren Abnahmen ist der Unterschied schon sehr deutlich, und konnte ich anfangs noch problemlos Defizite von um die 1600 kcal am Tag schaffen, müßte ich mich heute dafür auf eine Kalorienaufnahme von um die 100-300 kcal beschränken. Das ist schon arg sparsam – zumal bei mir mittlerweile auch noch dazukommt:

Punkt 2. Mehr Hungergefühl.
Am Anfang standen am Ende des Tages ganz gern mal nur 5-600 kcal Tagesaufnahme auf meinem Logbuch, und das war zwar öfter eine Bastelei (wie krieg ich das nötige Eiweiß unter, und was eß ich dazu?), aber nicht wirklich schwierig. Das Frühstück durch stramme Haltung und eine großzügige Portion Kräutertee ersetzt, und nach der Hälfte der 500 kcal schweren Fisch-Gemüse-Pfanne oder Hähnchen-Gemüse-Pfanne war ich mittags dann oft schon so satt, daß die zweite Hälfte das Abendessen ergab. Tadaaa, sogar noch Platz für ein Stück Schoki im Budget!
Mittlerweile ist mein Hungergefühl wieder größer geworden. Zumindest gefühlt. Was eigentlich auch nachvollziehbar ist – und nicht nur das, sondern auch sinnvoll und begrüßenswert, denn eigentlich sollte der Hunger so stark sein beziehungsweise so lange andauern, bis der aktuelle, tatsächliche Bedarf an Futter gedeckt ist.
Mehr Hungergefühl wäre also ein gutes Zeichen dafür, daß es in Zukunft mal klappen könnte mit dem (weitgehend oder vollständig) intuitiven Essen. Vorausgesetzt, irgendwelche Freßorgien oder fettlogischen Hirnfürze machen das sinnvolle Hungergefühl nicht wieder mit der Zeit kaputt… aber für diesen Fall lassen sich immerhin, kenne deinen Feind, auch Gegenmaßnahmen ergreifen.
Mehr Hunger also, der sich auch nicht mehr so leicht wegignorieren läßt, denn mittlerweile kommen dann auch mal Bauchschmerzen, und das muß schließlich nicht sein. Bei leichterem Hunger habe ich allerdings auch festgestellt, daß ich möglicherweise einfach nicht mehr so gewillt bin, das auszuhalten und das Essen rauszuschieben. Und damit sind wir bei

Punkt 3. Schwindender Leidensdruck.
Was das eine mehr wird, wird das andere weniger… weniger Fett. Weniger gesundheitliche Probleme. Weniger Leidensdruck. Weniger (oder weniger schnell) sichtbare Effekte.
Am Anfang, gerade bei einer großen Abnahme, macht sich jedes Kilo weniger am Körper ganz deutlich bemerkbar. Mit einem Gefühl der Leichtigkeit. Mit der wachsenden Überzeugung, daß es klappt mit dem Weg zum Normalgewicht. Den Sprung von Adipositas Grad 2 zu Grad 1 konnte ich richtig deutlich merken, quasi schlagartig, mit ziemlich krassen Verbesserungen in meiner Fitness und meinem Wohlgefühl. Ähnlich war es nochmal beim Übergang von Grad 1 zu „normalem“ Übergewicht. Der Schritt zum Normalgewicht war dann schon nicht mehr so auffällig, und das, was jetzt noch runtersoll, ist eigentlich nur noch für die Eitelkeit.
Der Leidensdruck ist also weg. Komplett weg. Bei einem (größenangepaßten) BMI von 22.5 und einem Körperfettanteil von um die 22% könnte ich jetzt auch einfach sagen, ich bin fertig. Das einzige, was mich noch dazu bringt, im Defizit zu bleiben, ist meine Sturköpfigkeit. Ich hatte mir ein bestimmtes Zielgewicht gesetzt, das ist durchaus realistisch, ein bißchen eitel bin ich mit dem viel besseren Aussehen ohne die Zusatzpfunde auch geworden, und ich will das gesetzte Gewicht jetzt zumindest einmal auf der Waage sehen. Basta.
Allerdings schleicht sich dann doch immer wieder der Gedanke ein: Ob das jetzt ein paar Tage länger dauert oder nicht, ist das wichtig? Meist sage ich mir dann selbst: Jaha. Ist es. Weil: Ich will endlich fertig sein. Den Schlußstrich ziehen und meinen Triumph verkünden können.
Nur dauert das gefühlt gerade ewig und drei Tage. Ein Grund dafür ist auch:

Punkt 4: (Subjektiv) größerer Einfluß von Plateaus und Wasserschwankungen.
Stehe ich am Anfang meiner Abnahme auf der Waage und sie zeigt drölfernolzigeinhalb Kilo an, ist ganz klar: Ein Kilo Wasserschwankung rauf, ja, nervig, aber die Abnahme dauert eh noch lange, das Kilo ist schnell wieder weg. Jetzt allerdings – jetzt, wo nur noch zwei Kilo fehlen? Aaaaargh. Hundert Gramm weniger sind ein Grund zum Jubeln. Ein Pfund mehr wegen Wasser ist dagegen fast schon ein Weltuntergang. Eine Sintflut, quasi.
Genauso übernervig sind dann Plateaus. Als ich noch 20 Kilo vor mir hatte, waren Plateaus zwar doof, aber es war auch klar, daß es irgendwann den Wasserfall geben würde. Ob der jetzt einen Tag früher oder später kommt, pfff, auf die lange Sicht macht das nicht viel aus. Jetzt will ich aber endlich fertig sein. Am besten eigentlich gestern schon. Oder vorgestern.
Sowohl Wasserschwankung als auch Plateau sind daher, rein kopfmäßig, für mich schwieriger wegzustecken. Wenn doch eh nix vorwärts geht, warum soll ich dann die Zähne zusammenbeißen und mich „so quälen“, weiterhin ein möglichst großes Defizit einzufahren?
Obwohl ich das „endlich fertig sein, zügig, basta!“ immer noch als ganz klares Ziel sehe, rutsche ich mittlerweile dann doch immer wieder ein bißchen über das selbstgesteckte Kalorienbudget. Das übrigens, dank den bereits aufgeführten Punkten, schon ein großes Stück aufgeweicht wurde. Trotzdem bin ich mittlerweile echt genervt vom Defizit-halten-wollen-oder-müssen. Das bringt uns zu

Punkt 5. Mann, jetzt reicht’s aber. Ich mach das echt schon lang genug.
Diät ist Verzicht. Schließlich ißt man weniger als vorher. Auch, wenn die Mengen im dicken Leben überdimensional groß waren und sich die Portionseinschätzung und die Hungergefühle wieder relativieren können, auf angemessenere Mengen – wenn das Defizit ordentlich sein soll, ist einiges an leckeren Dingen einfach nicht drin, oder nur in homöopathischen Mengen, die am Ende nur Lust auf mehr machen. Das ist nicht unbedingt toll. Nicht mal dann, wenn ich mir klarmache, daß ich auch bei dickem Defizit gar nicht so schlecht lebe und genug leckeres Essen abbekomme.
Nun lassen sich nicht-unbedingt-tolle Situationen schon aushalten, man weiß schließlich auch, wofür man das macht. Besser durchhaltbar sind sie allerdings meist, wenn schon klar ist, daß es nicht auf ewig so bleiben muß. Für mich wär das zum Beispiel so:
Einen Tag auf Schokolade verzichten? Fände ich vielleicht nicht so super, falls ich gerade einen Jieper habe, ist aber nicht wirklich schwer.
Eine Woche? Hm. Naja, wenn’s sein muß, kriege ich das hin.
Einen Monat? Öhm. Dafür hätt ich gerne einen wirklich, wirklich guten Grund, dann können wir drüber reden, und das schaffe ich dann auch, wenn’s sein muß.
Ein halbes Jahr oder für immer und ewig? Grrr. Vergiß es. Kommt gar nicht in die Tüte – zumindest ein kleines Stück ab und an muß drin sein.
Tja, und wenn sich die Diät und damit der Verzicht hinziehen, über das eigentlich gesetzte Zeitziel hinaus, dann wird das „jetzt reicht’s aber“-Gefühl immer größer. Je länger es dauert, desto mehr knabbert das zumindest bei mir an den Nerven. Dabei hab ich noch Glück, denn durch (mittlerweile dank Abnahme verschwundene) Lebensmittelunverträglichkeiten und den glorreichsten aller Freundeskreise schlägt der nächste Punkt bei mir weniger schlimm zu:

Punkt 6. Sozialer Kram.
Essen ist nicht nur Kalorienaufnahme. Essen ist auch etwas Gesellschaftliches, Soziales. Wer eine Unverträglichkeit oder Allergie hat, kennt meist auch dieses leise, nagende Gefühl des nicht-ganz-dabeiseins – alle essen X, nur man selbst nicht, weil X das Allergen enthält. So doof das auch ist, irgendwann kann sich das anfühlen wie Ausgeschlossensein, obwohl niemand aus dem Rest der Gruppe das ähnlich empfinden mag.
Ähnliche Effekte kann es auch geben, wenn man sich wegen einer Diät aus dem sozialen Freßrahmen ausklinkt oder sein Verhalten im Vergleich zu den anderen Essern deutlich ändert. Gemeinsames Essen kann unheimlich verbinden, und wenn einem andere Leute was voressen, ist der Verzicht oft extraschwierig. Oder wirkt extraschlimm.
Nachdem ich schon vor einigen Jahren eine Weile lang eine Ausschlußdiät wegen Unverträglichkeiten gemacht habe und dann lange (also bis vor kurzem, ein Dank an die Gesundheitsboni durch Normalgewicht) ein paar Sachen, darunter Weizen, nicht essen konnte, war für mich schon üblich, eigenes Essen zu Treffen im Freundeskreis mitzubringen. Zu Spieleabenden beispielsweise. Beim Übergang in meine Diätphase mußte ich hier also nichts erklären und nichts auffällig umstellen – ich habe einfach nur Menge und Zusammensetzung meiner Mitbring-Essen verändert, stillschweigend. Das hat es mir einfacher gemacht, und nachdem bei den Spielerunden das Pizzataxi für die Verpflegung sorgt, gab es auch kein Ausschlußgefühl (es ißt schließlich jeder was anderes von der Speisekarte).
Lecker Chips, Schokolade oder sonstiger Schweinkram, der bei den geselligen Runden dann auf dem Tisch stand, war also das einzige, was mir Willenskraft abgefordert hat. Wie gesagt: Glück gehabt. Allerdings schwebt mir jetzt schon eine ganze Weile vor, einfach mal wieder mitbestellen zu können – jetzt, wo die Unverträglichkeiten nicht mehr im Weg stehen. Und einfach mal wieder in die Chipstüte greifen zu können. Auch was von den dicken Oliven mitzumampfen, oder vom Schinken. Punkte 3 und 5 lassen schön grüßen.

Und dann kommen noch die üblichen erschwerenden Umstände dazu – Feiern und Festtage (da habe ich mir von Anfang an immer erlaubt, bis zum Budget zu essen) oder Reisen beziehungsweise Auswärtsveranstaltungen, bei denen ich „fremdes“ Essen mit schwer schätzbaren Kalorien esse. Da schrumpft das Defizit dann schon mal auf ungefähr null, und zurück bleibt dann eine Mischung aus leiser Unzufriedenheit (ich wollte doch eigentlich konsequent Defizit essen und endlich fertig werden) und der Freude über superleckeres Essen in netter Gesellschaft oder Umgebung.

So bin ich also immer noch beim Endspurt, oder vielleicht eher beim Endkriech. Und gedanklich immer wieder hin- und hergerissen zwischen „ich will großes Defizit, damit ich endlich fertig bin“ und „oooch, es geht eh nix vorwärts, da könnt ich auch Budget essen“. Zumal ich mir dann auch mal lustige Dinge vorrechne. Zum Beispiel: Würde ich an einem meiner aktuell normalen Tage auf mein Defizit pfeifen, könnte ich mir abends locker noch eine ganze Hundertgrammtafel Schokolade reinziehen. Eine. Ganze. Tafel.
Der Gedanke daran ist dann lustigerweise wiederum ein Ansporn, das Defizit zu halten und endlich fertig zu werden. Denn dann könnte ich ja ungefähr so weiteressen wie jetzt… und dann abends Schoki futtern. Quasi täglich! Berge davon! Und das, ohne mich darüber ärgern zu müssen, daß ich meinen Zieleinlauf dadurch verzögert habe. Jaja, seltsame Logik…

Sind die letzten Kilos also wirklich die schwersten? Ich würde sagen: Jein. Sie sind definitiv langsamer als die ersten, oder die mittleren. Wenn man wie ich ein bißchen blauäugig mit einem durchgehend gleichhohen Defizit für die gesamte Abnahme rechnet, ohne den deutlich sinkenden Umsatz zu berücksichtigen, dann erscheint der Endspurt wirklich schwerer als der Anfang. Die Mathematik bleibt die gleiche – nur die Umstände haben sich halt verändert. Und das macht die Abnahme bei den letzten paar Kilos nicht nur langsamer, sondern irgendwie auch anders.

Was vielleicht auch ganz gut ist – denn so ist ein bißchen Zeit, sich auf das neue Normal einzustellen und die Schwankungsbreite beim Gewicht im ungefähren Zielbereich kennenzulernen, genau wie das Hungergefühl und die Mengen an diesem und jenem, die gut oder weniger gut ins Budget passen.

Das letzte Wochenende war übrigens fast nix mit Defizit. Aber ich mach jetzt weiter mit meinem Endkriech. Ich krieg dich, du olles Zielgewicht. Wart’s nur ab.

43 Gedanken zu “Gastbeitrag: Die letzten Kilos sind die schwersten? Oder: Gedanken zum Endspurt.

  1. Wolfgang

    Hach, als Zweidrittel Zielerreicher kann ich diese Gedanken hervorragend nachvollziehen. Ich werde langsam ungeduldig. Wenn ich dann die Kurve vom Wiegen ansehe stelle ich aber fest: Der Graph zeigt im selben steilen Winkel abwärts wie vorher. Obwohl ich jetzt dreissig Kilo ausgeatmet habe hängt mir immer noch eine Wampe über den Gürtel. Das ist eigentlich das Schwerste. So viel weg und immer noch keine Figur. Bleibt nur der Blick nach vorne und weitermachen. Denn das Modell des Abehmens hat sich bei mir bewährt. Und der Arzt streicht mir bei jedem Besuch ein Medikament aus der Liste.

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  2. Carisa

    Ich merke bei mir vor allem Punkt 1. Die Differenz des Tages oder gar mehreren Tagen ist durch kleine Unachtsamkeiten oder Dinge aus Punkt 5 (z. B. mit Freunden Essen gehen) gleich aufgebraucht, weil sie einfach nicht mehr so groß ist…

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    1. Mona

      Ist bei mir genauso. Auf diese Weise hatte ich diesem Sommer sogar Wochen, wo ich über dem Verbrauch gegessen habe, sodass gleich der Defizit von mehreren Wochen hin war.
      Mir fehlen nur noch 3 kg. Ich hätte rechnerisch im April fertig sein müssen, aber schon seit Februar wird die Abnahme immer langsamer und langsamer. Ich dachte im Sommer nehme ich wieder viel ab, weil es im Sommer 2015 so schnell und gut ging. Leider hab ich falsch gedacht. Ich gebe nicht auf. Irgendwann schaffe ich das noch und ihr bestimmt auch.

      Was mir nur auffällt: Im Januar habe ich mich dünn und leicht gefühlt, seit dem gewöhne ich mich an meiner Gewicht und meine Knochen und Gelenke scheinen sich anzupassen, sodass man das Fett mit der Zeit doch wieder mehr sieht. Ich fühle mich also nach einem halben Jahr bisschen dicker, obwohl ich mehrere kg abgenommen habe und immer schön kontrolliere, dass ich nicht aus versehen wirklich zunehme.

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      1. Peka

        Knochen brauchen Jahre, um sich an veränderte Druckbelastungen vollständig anzupassen. Wenn du jetzt mehr Fett siehst, liegt es wahrscheinlich ( leider) daran, dass du dich mittlerweile an dein neues Erscheinungsbild gewöhnt hast (und die erste Euphorie weg ist…)
        Ich kenne das, bin seit Mitte April diesen Jahres fertig und betrachte mit steigendem Unwillen das Restfett am Bauch; besonders fies, wenn ich morgens auf der Bettkante sitze, dann ist da so ei doofer Wulst…..

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      2. Mona

        Ja klar kommt das dazu. Ein Teil ist auch noch, dass ich das Feste in mir stärker spüre und dann sehe, was genau das Fett ist.

        Wie meinst du das mit den Knochen?
        Ich mache anderen Sport als vor 1,5 Jahren und deswegen bin ich der Meinung, dass ich durch das Anspannen der Muskeln an/um/unter meinen Rippen oder dem Becken es enger in sich drücken kann (also durch Beweglichkeit der Gelenke), weil in mir drin nicht mehr so viel Zeug drin ist, wie das frühere Fett.
        Beispiel: Ich habe mit Bauchtanz angefangen vor einem halben Jahr. Dort lernte ich, wie ich meinen Brustkorb absichtlich zusammenhalte, also die unteren Rippen so weit es geht vorne zueinander halte. Dadurch stehen sie auf Dauer nicht so weit ab, wie als ich noch dick war durch Abnahme + Training.

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  3. Danke fuer den super Beitrag. Kenne ich nur zu gut, desto naeher dem Zielgewicht, desto schwerer. Jedoch hat mich das das letzte Mal zum Aufgeben gezwungen. Jetzt stehe ich wieder da, wo ich nicht mehr hin wollte bei knapp unter 100 kg. So an sich hat mich vor allem das soziale am meisten zurueckfallen lassen. Immer wieder gemeinsam gegrillt, mit Freunden aus gewesen, Bier getrunken etc.

    Wuensche dir jedenfalls sehr viel Glueck auf den letzten 2 kg. Die werden schon auch noch verschwinden! 🙂

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  4. Vielen Dank für den Beitrag. Ich hänge gerade auch. Letzte Woche war es noch etwa ein Kilo bis zum Zielgewicht, heute sind es 1 1/2. Schon seit etwa zwei Monaten geht es um einiges langsamer voran, ist klar, schließlich esse ich etwa so viel wie die ganze Zeit während der Abnahme.
    Außerdem sind Sommerferien. Und da mag ich in den Biergarten und Bier trinken und hungrig bleiben zwischendurch mag ich nicht mehr und jetzt, wo ich ja schon wunderbar schlank bin, kann ich ja auch mal wieder Gummibärchen oder Lakritzschnecken oder nur ein paar Nüsse und schließlich ist ein B;I von 21,4 doch wunderbar und ist doch egal, ob es jetzt eine Woche mehr oder weniger dauert.

    Ein Teil von mir ist übrigens felsenfest davon überzeugt, dass 500 Gramm mehr bedeuten, dass ich am Ende des Jahres die gesamten 34 Kilo wieder drauf habe. Klar.
    Ein anderer Teil von mir ist sicher, dass das eh wurscht ist und wenn ich jetzt über die Ferien ein Kilo zunehme, macht ja nix, kann ich dann ja wieder abnehmen.
    Logo. Das habe ich mir in den Jahren wo ich die Kilos zugenommen habe auch permanent erzählt.
    Also. Heute Abend trinke ich noch Caipi, weil wir bei meiner Schwiegermutter eingeladen sind. Den Rest der Woche habe ich Alkohol- und Süßigkeitenverbot.

    Das wäre doch gelacht, wenn der Rest nicht noch runterkäme.

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    1. Katrin

      Das klappt. Wir kriegen die Zielzahl. Jawoll.
      Ich habe vor, mir dann eine harte Grenze zu setzen fürs Halten, und wenn die Waage mehr zeigt, wird Defizit gemacht. Ohne Debatten. Das sollte gegen das „kommt eh wieder drauf“ eigentlich helfen ☺

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  5. Hi (steht Dein Name irgendwo?),
    ich kann das alles sehr gut nachvollziehen. Mir geht es ähnlich.
    Aber ich glaube, es ist klar, dass die letzten Kilos die schwersten sind! Und ich bin überzeugt, dass das auch so sein muss!
    Der Körper hat nun mal eine lebenswichtige Fettreserve, die er nicht hergeben wird (außer Du bist wörtlich kurz vor dem Verhungern.) Die Reserve ist zwar wesentlich niedriger, als man gerade mit sich herum trägt, aber es gibt sie. Je mehr Du Dich dieser Reserve näherst, um so stärker wehrt sich der Körper, indem er in dein Gefühlsleben eingreift: Du fühlst Dich schlapp, hast keine Motivation (weder auf Defizit Essen noch auf Sport), bist schlecht gelaunt, hast mehr Hunger.
    Ich bin überzeugt, das ist der Lebenserhaltungstrieb (Hunger ist eines der wichtigsten Mechanismen für das Überleben) und keine Fettlogik.
    Ich merke es an mir selber (ich bin unvoreingenommen in die Endphase gegangen), kenne es von Bekannten und man hört es auch von Wettkampf Bodybuildern. Ich weiß allerdings nicht, ob das wissenschaftlich untersucht wurde (ist also erstmal nur meine Meinung :P)

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  6. Genau der richtige Text zum richtigen Zeitpunkt. Die Punkte 3 bis 6 würde ich 1:1 so unterschreiben. Außerdem klopfen langsam schon wieder gewisse Fettlogiken wie z.B. der „Setpoint“ an, weil ich jetzt schon ewig über der „magischen“ 100-Kilo-Marke herumkrebse (aber erst ca drei Viertel meines Wegs hinter mir habe). Dabei ist es bei genauerer Betrachtung eigentlich nur die manchmal fehlende Konsequenz beim Defizit halten (oder einfach nur beim Kalorien zählen).

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    1. Katrin

      Ja, das kenn ich auch. Die Lust, alles zu wiegen und zu tracken wird mit weniger Leidensdruck nicht größer. Und verschätzen oder mal was vergessen zu notieren haut bei größerem Defizit auch weniger rein.

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  7. Auriel87

    Die biochemische Erklärung dafür ist das Leptin. Wenn die Fettmasse schwindet, schwindet auch die Ausschüttung von Leptin und damit nimmt der Hunger und der Appetit wieder zu.

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  8. Aua, hab mir den Nacken gezerrt wegen dem ganzen Nicken :oP

    Habe auch die Probleme mit den letzten Kilos und verschiedene Ansätze durchiteriert (und komme langsam aber halbwegs stetig vorwärts). Ein Punkt, den du noch nicht genannt hast (aber zwei über mir): mein KFA ist so irgendwo im Bereich um 13%, das führt dazu, daß ich auch teilweise massive körperliche (Heiß)Hunger-Reaktionen kriege, wenn ich nicht entsprechend mein Essverhalten anpasse – Stichwort Leptin und KH-Refeeds.

    Weiteres Problem: wenn ich eskaliere sind das nicht ein paar 100 sondern eher mehr als 2000kcal über meinem Tagesbedarf…

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    1. Katrin

      Der Umgang mit Heißhunger ist da quasi auch „neues Normal erlernen“… aber ich hoffe mal, dein Umsatz insgesamt ist ein Stück größer als meiner, 2000 über Limit wäre mehr als ein ganzer Fastentag mit nix zu essen für mich, um das wieder reinzuholen. Uiui. Allein die Vorstellung find ich schon echt gruselig…

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      1. Naja, ich habe in meinem Ess-Tagebuch Tage mit irgendwie 250% des Tagesbedarfs, das sind dann knapp 6000 oder 3500 drüber – da brauche ich dann auch 2 sehr disziplinierte Tage mit Minimalkalorien um das wieder auszugleichen (wobei mir erfahrungsgemäß zumindest der erste nach so einem Exzess dann sehr leicht fällt ^^).

        Aber mit Heißhunger meine ich tatsächlich eher die Tafel Schokolade nach dem Abendessen (obwohl ich körperlich absolut satt bin) wenn ich den Tag über hauptsächlich Eiweiß und zu lange zu wenig KH gegessen habe.

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  9. Hm. Ich habe bei 172, männlich, 96 kg gewogen – da war ich schon mal und bin damals auf 82 kg runtergekommen, bin dann nachlässig geworden und die Batterie der Waage war leer.

    Etwas enttäuscht war ich damals, dass der Bauch optisch nicht so stark zurückgegangen war, wie erhofft. Daher habe ich dieses Mal mein Ziel auf 70kg gesetzt, aber bei 80kg und Blick auf den Bauch auf 65kg korrigiert. Aktuell halte ich bei 75 kg.

    Aber dann bin ich dem BMI-Rechner-Link in einem der letzten Posts gefolgt und habe gesehen, mit dem Gewicht wären 96% aller gleichalten dt. Männer schwerer als ich, und dann dachte ich, so ehrgeizig muss ich vielleicht dann doch nicht sein. 🙂

    67 kg wäre gut, dann würde ich bei gelegentlichen Schwankungen auch nicht die 70kg-Marke reißen, und so glatte Marken sind ja gut zu merken.

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  10. Lorenz

    Ein großartiger Beitrag, sehr realistisch und überaus humorvoll verfasst. Bei mir habe ich festgestellt, wie nach 12 Wochen die Motivation stark nachgelassen hat. Man ist nicht mehr so streng, setzt das Kalorienlimit etwas höher und das öfter 😦
    Ich habe in 12 Wochen knapp 20 kg abgenommen, aber dann war Stillstand, es ging nur noch langsam voran. Das wird hier auch sehr treffend beschrieben: Der Leidensdruck lässt nach, die Klamotten passen wieder, man bekommt die ersten Komplimente und es kommt nicht mehr so darauf an, dass es so schnell geht.
    Und auch der permanente Verzicht fällt ab einem bestimmten Punkt wirklich schwer. Das wird hier am Beispiel der Schokolade sehr einfühlsam dargestellt. Geht mir genauso. Nach nunmehr 21 Diätwochen, durchaus erfolgreich, muss ich ab und zu sündigen. Dafür habe ich mir einen CHEAT DAY eingerichtet, ein Tag, wo ich alles essen darf, auch weit über mein Limit, wenn ich es brauche. Kostet mich aber natürlich das höhere Defizit der Woche und lässt sich nicht immer mit Sport ausgleichen.
    Die letzten Kilos sind ohne Zweifel schwieriger und dauern länger.

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  11. Sabluna

    Wie ich das nachvollziehen kann…
    Ich war nie stark übergewichtig. Als Jugendliche war ich immer im erhöhten Normalgewicht, habe dann aber nach der Schule gute 10-12 kg zugenommen, die ich mittlerweile innerhalb der letzten sechs Jahre schon zum dritten mal wieder abnehme. Die ersten fünf-sechs Wochen klappte jedes mal mithilfe von Kalorien-Apps oder klassischem FDH alles ganz wunderbar. Ich hatte keinen übermäßigen Hunger und sogar Süßes ließ mich kalt und ich nahm innerhalb von kurzer Zeit einige Kilos ab. Mittlerweile bin ich aber (mal wieder) im oberen Normalgewicht angelangt, bekomme Komplimente, die alten Sachen von früher (meine Motivationshose) passen wieder, joggen ist auf einmal so einfach geworden. Der Leidensdruck ist tatsächlich so viel geringer, denn „ich bin ja nicht mehr offiziell dick, früher war ich ja auch so gebaut wie jetzt“. Also nicht mehr so schlimm, eigentlich sogar ganz bequem. Da kann man sich ja auch „mal wieder was gönnen“…
    Blöd nur, dass ich dadurch im Endeffekt nie über mein ursprüngliches Zwischenziel hinausgekommen bin und immer wieder fast von vorne anfangen musste.
    Hilft wohl nichts, als mal wieder penibler die Kalorien aufzuschreiben, auszunutzen, dass der Sport leichter fällt und sich das Ziel häufiger vor Augen zu halten.
    Diese Seite und die Erfahrungsberichte helfen mir auf jeden Fall, am Ball zu bleiben, danke dafür 🙂

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  12. Barbarella

    Hm .. für mich sind wohl immer die nächsten Kilos die schwersten… zumindest im Moment.
    Motivationstiefs kenn ich auch ohne Endspurt in Sichtweite ganz gut.

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  13. kleinefrau

    Kann ich alles unterschreiben. Gesundheit besser, Fitness besser, Gewicht im Normalbereich, Bauch – nun ja, in meinem Alter haben 96% der Frauen Bauch und mindestens die Hälfte wiegt mehr als ich. Klamotten passen gut in kleinen Größen, Leidensdruck nicht vorhanden. Und ja, Hunger! Wesentlich deutlicher als zu Anfangszeiten. Und Defizit dank der Abnahme nur noch klein, so dauert es ewig, bis ich die letzten erwünschten paar kg auch noch abgeworfen habe…
    Schwer sind die letzten kg vielleicht gar nicht so sehr, aber sehrsehr langsam weichend.

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  14. jorgos

    Diese Beobachtungen kann ich gar nicht bestätigen. Je länger ich Diät lebe (ich spreche von einigen Wochen), umso mehr schwindet jegliches Hungergefühl, sodass ich mich schließlich zur Nahrungsaufnahme als etwas Lästigem fast zwingen muß und froh bin, wenn ich’s wieder hinter mir habe.
    Auf diese Weise habe ich als 1,84 großer Mann schon einige Male ein Gewicht von ca. 57 kg erreicht – und ausgesehen wie der Tod, das aber selber gar nicht gemerkt! Erst die entsetzten Reaktionen aus meiner Umgebung haben mich dann zur Einsicht gebracht. Dann waren aber in einigen Monaten auch problemlos wieder 10 kg drauf.

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    1. kleinefrau

      Ich rede eher von einem Jahr als von einigen Wochen…
      „kein Hunger/Null Appetit“ kenn ich von mir gelegentlich aus sehr starken Stressphasen, da gehen auch schon mal 4-6kg innerhalb weniger Wochen, ohne das ich auch nur ansatzweise „Diät“ halte, aber wie Du schon sagst, man kriegt es zügig wieder drauf…

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  15. Lastalda

    Schöner Beitrag!

    Ich merke auch, dass es auf der Zielgeraden grad anstrengender wird. V.a. Punkt 1 und 2 machen mir deutlich zu schaffen. Ich fahr ja die ganze Zeit schon ein eher moderates Defizit (Aufnahme von ca. 1300 kcal/Tag), aber inzwischen hab ich dabei halt viel mehr Hunger. Ich krieg den noch ignoriert, aber so entspannt wie bis vor kurzem ist es halt nicht mehr.

    Was den Leidensdruck angeht, geht es mir aber anders. Ich hab quasi die ganze lange Abnahme hindurch nicht wirklich Leidensdruck gehabt, da war mir das Tempo einigermaßen egal, solange es nach unten geht. Aber jetzt, wo das Ziel zum Greifen nah ist, hab ich Endspurt-Fieber. ICH. WILL. FERTIG. SEIN! Vorher gibt’s keine passenden Klamotten, und der Baggy Look ist total nervig! (Und ich _brauche_ vor dem Winter neue Klamotten – meine Pullis waren letzten Winter alle schon zu groß, und das ist 15 kg her…)
    Das motiviert mich zum Glück ziemlich, von daher hoffe ich, in den nächsten 2 Monaten fertig zu werden. 🙂

    Von daher: tschakka, wir schaffen das! 🙂

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  16. Yggdrasil

    Wenn Dir der Spiegel das erste Mal „och, sieht ja gar nicht mehr so Scheisse aus!“ sagt, ist das der Anfang vom Ende 😉 Irgendwie schlampt es sich dann naemlich viel entspannter.

    Bei mir schlaegt der Punkt „sozialer Kram“ voll durch. Wenn ich bei Freunden bin, oder auswaerts essen, oder bei den Eltern, oder im Urlaub .. oder oder, dann zaehl ich nicht mehr, und ich reglementiere mich auch deutlich weniger in der Wahl der Lebensmittel. Will sagen: ne Woche Urlaub und ich weiss genau, die Waage zeigt danach mehr an.

    Aber herrjeh. Muss man sich nicht dafuer geisseln, glaub ich. Die ganze Geschichte ist doch ohnehin ein sehr langfristiges Projekt. Wer beim Erreichen des Zielgewichts saemtliche Kalorientabellen und den FDDB Extender aus der Wohnung wirft, wieder frisst wie vorher, der darf sich mit dem Konzept des Jojo-Effekts dann sozusagen innerhalb kuerzester Zeit nochmal vertraut machen.

    Gruesse von einem Rechner mit Ami-Tastatur .. ungewohnt…

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  17. bei Prozessen, deren Geschwindigkeit von der Differenz zum „Normalen“ abhängen (wie sie in der Natur häufig vorkommen), geht es eigentlich immer irgendwie „asymptotisch“ voran, d.h. der Wert (hier Gewicht) nähert sich immer langsamer dem Ziel an, je näher er ihm kommt (theoretisch würde das sogar unendlich lange dauern). Das sind im Prinzip natürliche Wachstumsprozesse (Wachstum ist hier negativ, also Schrumpfung oder so).

    Wenn man das Defizit konstant hält, handelt es sich allerdings eigentlich nicht um einen solchen Prozess.

    Aber es gibt halt – wie im Beitrag beschrieben wurde – jede Menge anderer Einflüsse, die diesem Muster folgen. Deswegen hält man das Defizit eben nicht mehr konstant.
    Z.B. hat man mit weniger Gewicht auch weniger Energieverbrauch. Je weniger man isst, desto weniger kann man weglassen, psychologische Effekte, usw. die meisten Punkte aus dem Beitrag gehören wohl dazu.

    Letztlich alles natürliche Zusammenhänge, natürliche Regelkreise, mit dem Ziel eines Einschwenkens auf einen Zustand ohne über das Ziel hinauszuschießen.

    Ich halte das aber auch für sinnvoll.

    Denn es gibt ja eigentlich gar kein „fertig werden“, wie im Beitrag häufiger erwähnt wird.
    Es ist kein Ziel, bei dem man einfach nur ankommen muss um sich dann fallen zu lassen.
    Nein, man muss dort ja auch stehen bleiben und sich nicht mehr zurückdrängen lassen.
    Würde man danach einfach komplett aufhören den erfolgreichen Lebensstil weiter zu leben, würde man wohl einfach wieder zunehmen (typisch für das Ende von Diäten).

    Die immer weitere Verlangsamung hilft meiner Meinung nach, die „Defizit“-Lebensweise langsam in eine funktionierende normale Lebensweise zu überführen.
    Man hat einfach immer mehr Zeit, das *Halten* des ersehnten Zustands zu üben und lässt dafür einen Teil des *Ziel-Erreichens* los.

    Ich denke also insgesamt, man kann diese Verlangsamung des Verlaufs begrüßen.

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    1. Mona

      Es kann doch nicht sein, dass es wirklich asymptotisch verläuft, weil jeder ein anderes Zielgewicht hat. Wir nehmen zwei identische Personen mit einen BMI von 30 an. Beide machen die gleiche Diät und sind gleich gut oder schlecht dabei, also essen das gleiche und verbrennen auch das gleiche. Unterschied: die eine Person möchte total gern einen BMI von 23 haben und die andere unbedingt einen von 20. Dann ist doch klar, dass die Person mit dem BMI-Ziel von 23 schneller fertig ist und wirklich fertig ist! Beim BMI von 23 kann diese Person ihr Defizit sein lassen und mehr essen als die andere mit dem Ziel von 20.

      Deine Erklärung kann ich nur nachvollziehen, wenn du sagst: ein sehr niedriges Gewicht zu erreichen hat eine asymptotische Kurve. Aber alle, deren Zielgewicht irgendwo im halbwegs linearen ersten Kurvenbereich liegt, betrifft es nicht. Sie können fertig werden und brauchen auch nicht ewig.

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      1. hg42

        stimmt, so gesehen müsstest Du Recht haben, wenn man die körperlichen Aspekte betrachtet.

        Ich habe es nicht besonders betont, aber es sind wohl im wesentlichen die psychologischen Aspekte, die den ganzen Prozess steuern. Und z.B. und vor allem die Motivation nimmt mit der Differenz zwischen aktuellem und Zielgewicht ab. Die Bereitschaft Ausnahmen zu machen steigt. usw.

        Bei „Fettlogik“ geht es ja hauptsächlich um den Geist, stimmts?

        Ich würde behaupten, dass das größte Hemmnis beim Abnehmen das Leugnen der Macht des Geistes über den Körper ist.

        Es werden meistens objektive (physikalisch/chemisch/biologische) Gesichtspunkte betrachtet (Kalorien zählen, Sport).
        Aber ich halte diese nur für sekundär.

        Ich denke, man muss fast ausschließlich seinen Geist verändern um langfristig ein „normales“ Gewicht zu erreichen. Der Rest folgt dann von selbst.

        Das fängt mit der Definition des „Normal“-Zustandes an (Normalgewicht, Portionsgröße, wieviel Bier am Tag usw.).

        Dazu die Analyse und Beseitigung der Ursachen:
        Warum esse ich gerne Süssigkeiten bei diesem und jenem. Warum esse ich zu große Portitionen. Brauche ich Alkohol um Spaß zu haben? Kann man Rausch auch anders haben? Habe ich oft Frust? Lebe ich unnatürlich? Bin ich faul geworden? Wie kann mir Bewegung wieder Spaß machen? usw.

        Was man sich über viele Jahre antrainiert hat (z.B. Ausreden) kann man meist nicht von heut auf morgen durch besseres ersetzen.
        Also Geduld!

        Und das Ziel ist nicht das Gewicht (schon gar nicht die Zahl), sondern eine funktionierende Lebensweise, die dieses Gewicht hervorruft und bei der man sich als Ganzes wohlfühlt.

        Es erinnert mich an Verliebtheit, Liebe und Partnerschaft. Erst ist man im Rausch und alles ist einfach, dann besteht die Schwierigkeit darin den Rausch in eine funktionierende Beziehung weiterzuentwickeln. Das ist letztlich vor allem eine Entscheidung die man trifft und Beharrlichkeit trotz auftretender Schwierigkeiten.

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      2. Mona

        Ich finde es geht in Fettlogik nicht um den Geist. Es geht doch einfach um die Logiken, die man hat, aus eigenen Erfahrungen, die man sich falsch erklärt oder weil die Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, „Ernährungsexperten“, „Fitnessexperten“, Ernährungsberater, Ärzte, Eltern, Freunde die Sachen so erklären. Wenn man nicht weiß, wie etwas funktioniert und dann immer wieder von überall die Infos(=Logiken) bekommt, dann denkt man irgendwann, dass sie ja stimmen müssen. Sie klingen ja plausibel und wenn man seine eigenen Beobachtungen so erklären kann, dann ist doch auch logisch, dass man meint, das sind Tatsachen.

        In dem Buch wird nach und nach solche „Tatsachen“ genannt, die es Menschen schwer machen abzunehmen und dann werden Studien beschrieben, die es wirklich untersucht haben und wie es nach dem heutigen Stand des Wissens/Forschung zu erklären ist oder dass es so, wie viele glauben, nicht sein kann. Natürlich stimmten einige Logiken ja auch halbwegs, haben ein Körnchen Wahrheit, die vielleicht verdreht wurde oder total übertrieben oder untertrieben wurde.

        Die Psyche spielt bestimmt eine Rolle. Wenn ich merke „Oh Kacke, mir passen meine Klamotten nicht“ und dann Angst hab zu wenig Geld zum Neukaufen zu haben und Angst habe dem hilflos ausgeliefert zu sein, dass noch mehr kg drauf kommen, dann futtere ich halt auch mehr, weil vielleicht mein Schlaf schlechter wird und/oder ich Frustesser bin.

        Wenn man aber verstanden hat, dass es bei Übergewichtigen keinen Hungerstoffwechsel gibt, höchstens Mangelkrankheiten, dass man weniger Energie zu sich nehmen muss als man aufnimmt und dass es z.B. keine „schweren Knochen“ gibt und jeder schlank sein kann, dann ist man erleichterter und befreiter und kann die ganze Sachen relativ sorgentfrei angehen. Man freut sich sogar, dass man so gut ausrechnen kann, wie lange man insgesamt brauchen wird und wie viel man essen kann (weil es mehr ist als nur ein halber Apfel pro Tag, wie manche befürchten).

        Es ist eher Aufklärung.
        Aufklärung wirkt natürlich auf die Psyche, deswegen lernt man bei Verhaltenstherapien ja oft zuerst wie die Krankheit, die man hat, denn funktioniert, was die Knackpunkte sind und wie man sein Leben und Denken so anpassen kann, dass es alles besser erträglich ist und die Krankheit hoffentlich wegbleibt.

        Beispiel:
        Wenn man nicht weiß, wie das Wetter funktioniert, dann denkt man, dass es Gott ist, der den Donner macht, weil jemand das einem erzählt hat und es plausibel klingt in dem Moment. Wenn man dann den aktuellen Wissensstand erklärt bekommt und nachvollziehen kann, dann braucht man nicht mehr an den mächtigen Gott glauben, der einem mit Blitzen töten will oder sowas und man kann anhand des Wissens Strategien entwickeln, wie man sich vor Blitzeinschlägen schützten kann.

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      3. hg42

        die Themen der „Fettlogik“ die das Buch entlarvt beziehen sich doch meist auf physische Dinge wie „schwere Knochen“, „Gene“, usw.

        Gründe für das „Dicksein“ und „nicht abnehmen können“ werden auf anscheinend unabänderbare „äußere“ Begebenheiten geschoben und damit wird von den eigentlichen Gründen abgelenkt, nämlich die in der eigenen Psyche.

        Das ist mMn ein typisches Suchtverhalten. Der Geist sperrt sich selbst aus und verhindert alles was die Sucht mindern könnte.

        Nadja Herman hat eigentlich das getan, was bei Süchten in der Regel auch hilft. Sie hat den Selbstbetrug durch Objektivierung Schritt für Schritt beendet. Dazu gehört z.B. objektiv Messen statt subjektiv Schätzen, Studien statt Mythen, Studien objektiver betrachten und gegenteilige Studien in Betracht ziehen. Sie ist wissenschaftlicher an das Thema herangegangen. Wissenschaftliche Arbeit versucht(!) im Idealfall genau diese Objektivierung zu erreichen.

        Ich behaupte, dass die meisten Süchtigen ebenso wie die meisten Übergewichtigen ihre Selbstbetrugsszenarien durchaus kennen, sie aber verdrängen. Das Verhalten kann erlernt sein oder z.B. aus Selbstschutz geschehen (z.B. um bei Missbrauch unattraktiver zu werden) oder man hat es sich mit der Zeit angewöhnt. Letztlich muss man vor allem schaffen, zu sich selbst wieder ehrlich zu werden.

        Zum Wetter: ob man nun weiß, wie das Wetter funktioniert oder nicht. Es kommt darauf an, dass man nicht leugnet, dass man bei Regen nass werden kann. Und bei der Beobachtung „Regen“ halt ne Regenjacke anzieht, statt zu glauben, dass bei sehr viel Regen die Tropfen so schnell fallen, dass man gar nicht nass werden kann, nur weil man keine Regenjacken mag.

        Mal zu meiner Situation:

        Bis etwa 30 war ich immer schlank und konnte essen was ich wollte (stimmt nicht, siehe unten). Mit meinen aktuell 54 Jahren liege ich nun bei einem BMI von „lediglich“ (Selbstbetrug!) 30. Tendenz steigend. Durch tägliches Wiegen (Objektivierung) habe ich es jetzt immerhin geschafft, bei diesem Wert zu bleiben.

        Korrekt betrachtet, verlief das Gewicht oder besser die Energiebilanz früher in Schwingungen, sowohl über Tage als auch übers Jahr gesehen.
        Auf Fress- und Saufgelagen mit Freunden folgte eigentlich immer eine Erholphase. Auf den Winterspeck von 5 bis 10 kg folgte das Abnehmen im Frühling, auf ein Saufgelage folgte eine tagelange alkoholfreie Zeit, faule Tage wurden durch tägliches Radfahren zur Arbeit kompensiert, usw.

        Heute ist der Abstand zu meinem ehemals selbstregulierenden Rhythmus recht groß geworden.
        In der Familie gibt es z.B. einen Süß/Salzig-Schrank, der immer gut gefüllt ist. In meinen Singlezeiten dagegen habe ich meine eigene Einkaufsfaulheit dazu genutzt, dass einfach nichts zum Naschen da war.

        Es findet sich eigentlich jeden Tag mehrmals eine Ausrede, warum ich jetzt mal eine Tafel Schokolade verputzen kann (ohne dabei wirklich Genuss zu empfinden) oder warum heute doch nochmal ein Bier geht (oder zwei) oder dass die Portion bei dem leckeren Essen doch etwas größer sein darf.

        Ich denke ich weiss sehr genau was ich physisch alles falsch mache.
        Es hängt letztlich an der fehlenden Disziplin.

        Interessant ist doch die Frage, warum betrüge ich mich eigentlich?

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      4. Mona

        Nö, finde ich nicht. Steht ja auch im Buch: *Warum* genau du dich betrügst oder irgendwann mal zugenommen hast usw. ist total egal. Es gibt viele Leute, die nicht abnehmen, weil sie halt ewig nach diesem Warum suchen und es nicht finden und deswegen glauben, dass sie nicht abnehmen können. Sie glauben „Wenn ich weiß, warum ich so geworden bin wie ich bin, dann kann man das Problem einfach reparieren.“ Was ist, wenn es nur ein seltsamer Zufall war, dass du angefangen hast dich selbst zu betrügen und es keinen wichtigen Grund gibt? Es ist nur wichtig, dass du damit jetzt so umgehst, wie es für dich hilfreich ist und Strategien findest, die dein Problem verringern statt es zu verstärken. Wenn du verschiedene Dinge ausprobierst, wirst du wahrscheinlich etwas Hilfreiches finden, dabei ist es egal wieso du dieses „schädliche“ Verhalten irgendwann in der Vergangenheit dir angeeignet hast dich selbst zu betrügen. Es kommt auf das jetzt und hier an, finde ich.

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      5. hg42

        soweit Zustimmung, das war ja auch von mir mit der Regenjacke gemeint. Die Ursachen sind für das Abnehmen größtenteils irrelevant.

        Das betrifft aber vor allem die Phase des (großen) Abnehmens.

        Wenn man dann allerdings das Problem als gelöst ansieht („fertig“), dann wird mMn langfristig dieses Gewicht nicht beibehalten sondern man nimmt langsam wieder zu.

        Ich meine, es ist für die stabile Phase eine grundsätzliche langfristige Veränderung der Lebensweise nötig, nicht nur die Massnahmen zur (schnellen) Gewichtsreduzierung.

        Die Beschreibung der Verlangsamung beim Näherkommen des Ziels zeigt mMn die Wiederkehr einiger alter Muster. Sie wurden eben nicht beseitigt, sondern nur für das Abnehmen pausiert.

        Kann man die Beseitigung der Muster bzw. der Ursachen schaffen, sollte man das tun (z.B. unglückliche Partnerschaft oder Arbeitstelle beenden, usw.). Schafft man das nicht (irreversibles, z.B. Missbrauch), muss man aber nicht aufgeben. Dann bleibt einem immer noch eine regelmäßige Kontrolle (Wiegen) und entsprechende Maßnahmen.

        Ich sehe einen grundsätzlichen Unterschied zwischen „ich will abnehmen“ und „ich will glücklich und gesund leben“ (und so nebenbei mein Gewicht halten).
        Kurz vor dem Ziel kommt (hoffentlich) der Übergang.
        Die Alternative ist ein ständiges Sündigen-Abnehmen-Sündigen-Abnehmen.

        Vielleicht ist es auch eine Typ-Sache.

        Die einen leben gerne extrem und kosten alles aus und müssen dann entsprechend radikal gegensteuern. Etwa nach dem Muster „himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt“.

        Andere sind lieber ausgeglichen, in Balance. Keine extremen Höhenflüge aber auch keine Abstürze.

        Ich war in meiner Kindheit eher ausgeglichen. Dann später nach der Schule habe ich die extreme Seite ausgelebt. Aktuell habe ich wieder lieber alles im Gleichgewicht und ruhiger.
        Meine Ernährung und Bewegung hat aber die Ausgeglichenheit noch nicht erreicht. Hier überwiegen noch die Extreme.
        Mit Konsequenzen, z.B. aktuell eine Überbeanspruchung der Knie, 1. weil ich mich manchmal eher wie 20 fühle und bewege (sportlich, Treppen runterspringen usw.) und 2. wegen dem vorhandenen Übergewicht. Das passt nicht zusammen. Beides muss sich aufeinander zu bewegen.

        Das ist aber sicher alles lösbar, man darf sich halt nicht selbst bescheißen.

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      6. hg42

        ja, jeder hat halt andere Gründe, übergewichtig zu sein.
        Deswegen muss im Endeffekt eben doch jeder seinen Weg finden.
        Selbst wenn man mit Hilfe irgendeiner Methode schlank geworden ist, muss man immer noch den gesunden Lebensweg finden. Und der ist individuell sehr untrrschiedlich.

        Man ist mMn nicht glücklich, *weil* man schlank ist, sondern ich meine es ist (tendenziell) umgekehrt.
        Abweichungen wegen diesem oder jenem gibts es natürlich.
        Der übliche Wohlstandsspeck (wie meiner z.B.) liegt aber definitiv an der falschen Lebensweise. Zuviel und falsches Essen, zuviel Alkohol, zuwenig Bewegung, zuwenig Sinn im Leben.

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      7. Mona

        „ich will glücklich und gesund leben“

        Das ist meiner Meinung nach ein unrealistisches Ziel. Das kann man nicht messen. Woran siehst du, ob du nun glücklich bist? Was ist schlimm daran auch mal unglücklich zu sein? Woran misst du, dass du gesund bist? Nur weil man schlank ist, wird man weder glücklich noch automatisch gesund. Es kann auch sein, dass man nach 20 Jahren Schlanksein sehr schwer krank wird oder plötzlich stirbt, weil man einen schlimmen Schlaganfall hat oder sowas.

        Ich bin auch total gerne ausgeglichen. Hab halt Pech, dass ich paar mal mehr krank geworden bin als andere oder irgendwelche Krankheiten erwischt habe, die andere in meinem Alter nicht hatten.
        Ich bin vom Sport und Bewegung her sehr ausgeglichen und finde mich vorbildlich. Meine Ernährung ist recht faul, also nicht so sehr vorbildlich. Wenn mir Kinder zuschauen würden, würde ich anders essen wollen, damit sie was über Lebensmittel lernen. Aber meine Ernährung ist nicht extrem oder so. Ist ganz ok, bekomme alles was ich brauche, auch wenn ich vielleicht nur zwei Mal die Woche richtig koche.

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  18. hg42

    „Das kann man nicht messen. Woran siehst du, ob du nun glücklich bist?“

    nicht wirklich objektiv.
    Für Dich selbst schon.
    Dazu muss man sich erst mal selbst wahrnehmen.
    Fühlt man sich wohl?
    Ansonsten gibt es vielerlei Indizien:
    z.B. verkrampfte Muskulatur (Nacken und Rückenschmerzen).
    Mimik.
    Diverses wie Fingernägelkauen, Haut abknibbeln, Pickel jagen, usw. Sich selbst und anderen gegenüber nicht ehrlich sein.

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  19. Pingback: Gastbeitrag: „Aber Halten ist am schwersten!“ – Fettlogik überwinden.

  20. Ich weiß nicht ob es passt aber zum Thema Süßigkeiten/Heißhunger: Ich habe mir LowCarb Schokolade gekauft, die mit Xucker gesüßt ist. Ob nun tatsächlich oder Subjektiv: Da reichen mir 1-2 Riegel, um den Heißhunger zu steillen. Hat genau so viel Kalorien, wie Zuckergesüßte Schokolade, schmeckt genau so gut, fühlt sich aber anders an. Ist vielleicht auch nur Fettlogik.

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