Gastbeitrag: „Das hätte ich auch gerne!“

Vor einiger Zeit schrieb mir Mark um sich für Fettlogik zu bedanken – allerdings mit einer eher ungewöhnlichen Hintergrundgeschichte. Während ein großer Teil der Leser ihr Übergewicht loswerden will, hatte Mark nicht den geringsten Wunsch danach, sondern im Gegenteil, Angst davor sein Übergewicht zu verlieren. Der heutige Gastbeitrag bietet einen Einblick in die Geschichte von jemandem, der „essen kann was er wll ohne zuzunehmen“:

 

Wie ist es wohl wenn man täglich Schokolade, Pommes und Pizza isst und mehrere Liter Cola trinkt ohne an Gewicht zuzulegen oder vielleicht sogar noch welches zu verlieren? Ein wahr gewordener Traum? Sicherlich. Falls man noch ein Alp davor setzt…

Mein Name ist Mark O., ich bin 35 Jahre alt, 1,82m groß und der Gedanke daran Gewicht zu verlieren hat mir einen großen Teil meines Lebens lang Angst gemacht.

Mit vierzehn Jahren ist bei mir eine Culitis Ulcerosa ausgebrochen, eine Stoffwechselkrankheit bei der sich der Dickdarm großflächig entzündet und unter anderem chronischen Durchfall verursacht. Sie ist immer aktiv, ist aber manchmal nur sehr schwach, aber manchmal auch ungemein stark, ein sogenannter Schub. Die Krankheit wurde zuerst nicht erkannt und der Durchfall auf alle anderen möglichen und unmöglichen Ursachen geschoben, unter anderem das ich ein Hypochonder wäre.

Vor Ausbruch war ich ein recht kräftig gebautes Kind bzw. Jugendlicher. Nicht wirklich übergewichtig, doch stets an der Grenze dazu. Vielleicht war ich auch drüber, es ist lange her und ich habe damals nie auf mein Gewicht geachtet. Die Krankheit blieb wochenlang unbehandelt, da niemand mir und meiner Mutter glaubte dass ich unter wochenlangen Durchfall, am Ende durchaus zwanzig rein wässrige Durchfälle, litt. Ernst genommen wurde es erst als ich völlig dehydriert in die Notaufnahme gebracht wurde. Zu diesem Zeitpunkt vermisste mein Körper nicht nur das Wasser, auch jegliche Fettreserven waren verloren und die Muskelmasse stark im Rückgang. Aus dem Spiegel sah mir ein hohlwangiges Skelett entgegen das man aus irgendeinem Grund mit trockener Haut überzogen hatte.

Eine Culitis lässt sich nicht heilen. Entweder wird sie unterdrückt oder ist immer aktiv. Die althergebrachte Methode sie zu bekämpfen besteht aus einer angepassten Ernährung, recht hohen Cortisonmengen um das Immunsystem und somit die Krankheit zu unterdrücken und operatives Entfernen von zu stark befallen Bereichen des Darms. Letzteres natürlich nur wenn es gar nicht mehr anders geht. Die Krankheit gewinnt an Stärke durch die falsche Ernährung und Stress. “Gut“ sind Sachen die der Darm leicht verarbeiten kann ohne sich groß anstrengen zu müssen. Fleisch und Zucker. “Schlecht“ sind Sachen wo er hart arbeiten muss. Obst und verschiedene Gemüsesorten, je frischer umso schlimmer.

Der Start in das neue Leben fiel mir sehr schwer. Ich war nicht bereit die Krankheit zu akzeptieren, meine Familie überfordert, vernünftige Ärzte hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht gefunden, in der Schule hänselte man mich weil ich krank und dürr war und oft genug zu schwach war um selbständig zu stehen. Da die Krankheit durch Stress und Unglück an Kraft gewinnt glaubten, und glauben, viele das ich mir das nur einbilde oder als Ausrede benutze. Keine Ahnung wie oft ich mir das anhören durfte…

Zusammen mit ein paar anderen Sachen reichte es um eine starke Depression zu entwickeln wodurch ich in einen Teufelskreis geriet. Die Depressionen verstärkten die Culitis, was mich körperlich und seelisch weiter schwächte, mich weiter isolierte und so die Depressionen verstärkte.

Aber was hat das mit dem Gewicht zu tun? Wie schon geschrieben nahm ich bei Ausbruch der Krankheit rapide ab. Wieder zuzunehmen viel mir mit der Krankheit unglaublich schwer. Meine damaligen Ärzte hielten nichts davon mich zu einer Ernährungsberatung zu schicken oder mir mehr als grobe Ratschläge zu erteilen. Was ich darüber weiß was ich vertrage und nicht ist einer jahrelangen Versuchsreihe an mir selbst zu verdanken. Um der weiteren Abnahme entgegenzuwirken nahm ich fast nur noch Dickmacher zu mir. Trinken tat ich nur noch Cola und Kakao. Meine Nahrung wurde immer fettiger und ausgewogener. Irgendwann hatte ich gelernt soviel in mich hineinzustopfen das ich mein Gewicht ansatzweise stabil halten konnte. Wenn die Culitis gerade etwas schwächer war nahm ich ganz langsam zu, wurde sie wieder stärker nahm ich wieder ab.

Mein Leben war von zwei Sachen bestimmt. Den Depressionen und der Culitis. Ich lebte mit der Überzeugung das, wenn ich nur diese Krankheit überwand, ich meine Depressionen los werden und glücklich werden könnte. Meinen Körper verstand ich als eine völlige Fehlkonstruktion, die Krankheit als einen Selbstzerstörungsmechanismus dem ich immer aktiven Widerstand entgegensetzen müsste um zu überleben. Ein Kampf für den mir die Depressionen die nötige Willenskraft völlig nahmen.

Nach ein paar Jahren fand ich einen Arzt der seinen Patienten wirklich helfen wollte. Er zeigte mir dass es inzwischen bessere Behandlungsmethoden gab. Einen intravenösen Antikörper, der viel besser als Cortison wirkt und erheblich weniger Nebenwirkungen hat. Er hat mich solange unter Druck gesetzt bis ich eingesehen habe mich in eine Therapie zu begeben. Und danach ist es NICHT schlagartig besser geworden. Es war aber ein Zustand erreicht indem ich nicht nur überleben sondern auch etwas leben konnte. Und der hielt verdammt lange an…

Ich wusste inzwischen was ich Essen durfte und was nicht, bekam regelmäßig meine Medikamente, ging zur Therapie und trotzdem hatte ich immer wieder Schübe in denen die Krankheit so stark wurde das ich wochenlang nichts anderes machen konnte als zu leiden und gewaltig abnahm. Zwischen diesen Schüben, mit nur mäßigen bis keinen Durchfall, bemühte ich mich immer irgendwie an Gewicht zu gewinnen um für den nächsten Schub vorbereitet zu sein. Von meiner Umgebung durfte ich mir in dieser Zeit immer anhören wie gut ich es doch hätte. Ich könnte essen was ich wollte und würde nicht zunehmen. Wenn ich es versuchte zu erklären wurde nur gelacht und mir gesagt “Das hätte ich auch gerne!“ Übergewicht wird als solches Problem wahrgenommen und eine Gewichtsreduktion als so schwierig, dass die Vorstellung dass ein Mensch das umgekehrte Problem hat die meisten Menschen schlichtweg überfordert. Sie sahen nur dass ich täglich Weingummi, Schokolade und fettige Sachen aß und dazu Unmengen an Cola in mich hineinschüttete. Woher sollten sie wissen dass ich den Geschmack von diesem Zeug nicht mal mehr wahrnahm? Das ich eine Tafel Schokolade essen konnte ohne am Ende wirklich sagen zu können was für eine Sorte das wahr? Mit welch sehnsüchtigen Blick ich den Apfel betrachtete den die Kollegin aß? Essen war für mich nur selten mit Genuss verbunden, es war viel öfters eine Erinnerung an die Krankheit. Die Wage fürchtete ich. Jeglicher Gewichtsverlust war Öl in das Feuer meiner Ängste und Depressionen. Wenn ich den Gürtel mal wieder ein Loch weiter stecken konnte, sagte eine Stimme sofort in mir “Das wird nicht lange so bleiben“, wurde er ein Loch enger gesteckt “Bald liegst du wieder im Krankenhaus. Hängst wieder an zwei Tröpfen gleichzeitig die mehr Flüssigkeiten in deine Venen pumpen als diese schmerzfrei verkraften können und wartest auf deinen Tod.“ Und dafür wurde ich regelmäßig beneidet. Es folgt ein Beispiel was ich an einem Tag während die Culitis mittelmäßig aktiv war gegessen habe. Morgens: zwei Spiegeleier, 150gr Speck, 2 Scheiben Buttertoast, alles in Butter gebraten. Bis zum Mittag: 100gr Schokolade, ½ – 1 Packung Haribo, Mittagessen: eine gefüllte Pizza aus der Innenstadt, Nachmittag: Rest vom Haribo, halber Liter Kakao (auf Milchbasis), Abendessen: Pommes mit Fleisch. Danach eventuell noch Chips. Dazu muss man noch ca. 3 Liter Cola rechnen. Ergebnis einer solchen Ernährung, ich konnte mein Gewicht gerade noch halten.

Über die Jahre habe ich in der Therapie immer wieder Erfolge erzielt und habe immer wieder geglaubt es jetzt geschafft zu haben. Leider immer zu früh. Dennoch gelang es mir allmählich eine Besserung bei meinen Depressionen zu erzielen, was sich auch auf die Culitis auswirkte. Unter anderen hat mir leichter Sport geholfen. Durch die Krankheit ausgemergelt, die Muskulatur geschwächt kam mir der Gedanke absurd vor, außerdem erhöht es den Kalorienbedarf! Aber regelmäßiges Radfahren und mehrmals in der Woche abends Rundendrehen im Schwimmbad halfen mir den Stress deutlich zu reduzieren und die Culitis dadurch weiter zu beruhigen. Ganz, ganz allmählich wurde die Krankheit besser und ich legte an Gewicht zu, da sich mein angewöhntes Essverhalten natürlich nicht änderte.

Nachdem ich dreißig wurde schienen Körper und Psyche der Meinung zu sein es sei an der Zeit für eine Entscheidung. Ich erlitt einen psychischen Zusammenbruch, der mich in die Klinik brachte, wo ich dann entscheidende Sachen über mich selbst erkannte. Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht die Krankheit akzeptiert und setzte mich im Job weiterhin extrem unter Druck um zu beweisen dass ich trotz Krankheit mehr als nur voll leistungsfähig bin. Durch den Dauerstress begann die Culitis unbemerkt zu mutieren. Von einer Culitis Ulcerosa zu einer Culitis Indeterminata. Diese verbindet die unangenehmen Eigenschaften einer Culitis Ulcerosa mit denen von Morbus Crohn.

Es gelang mir die Anzeichen zu ignorieren oder anderweitig zu erklären. Zumindest zwei Jahre lang. Dann gab der Darm der andauernden Belastung nach und wurde durchlässig. Ich wurde mit höllischen Schmerzen und hohen Fieber ins Krankenhaus gebracht und in einer Notoperation wurden fünfzehn Zentimeter Darm entfernt, in einem Zustand den ich lieber nicht beschreibe. Seit der Operation besitze ich einen Stoma, also einen künstlichen Darmausgang. Glücklicherweise muss ich diesen nicht permanent behalten, demnächst steht die Rückverlegungsoperation an, bei der die bestehenden Darmstücke wieder zusammengenäht werden.

Für mich war diese Notoperation erstaunlicherweise ein Glücksfall.

Die Fragen vor der Operation, Wie stehen Sie zu Fremdblut?, Wen sollen wir im Notfall benachrichtigen?, Haben Sie eine Patientenverfügung?, haben mir die Augen geöffnet und mir, dank der langjährigen Vorarbeit, geholfen meine Depressionen über Bord zu werfen und mich so zu akzeptieren wie ich bin, Krankheit eingeschlossen. Nach so einer Erfahrung kommen einen so viele Sachen lächerlich vor..

Damit es nicht falsch verstanden wird, nicht diese Erfahrung hat mich von meinen Depressionen geheilt, es war der letzte Punkt der mir erlaubt hat alle Erkenntnisse aus der langjährigen Psychotherapie endgültig in mir umzusetzen und mit der Vergangenheit abzuschließen. Ohne diese Therapie hätte ich niemals aus der Operation etwas Gutes ziehen können.

Um mir selbst ein sichtbares Zeichen meiner Akzeptanz der Krankheit zu geben, stellte ich einen Antrag auf Schwerbehinderung. Ergebnis: Behinderungsgrad 60. Kein Grund zur Freude, aber man kann ihn ansehen und sich selbst und anderen damit beweisen das diese Krankheit etwas Ernstes ist und man sich nicht nur zusammenreißen muss.

Der Stoma war immer ein Damoklesschwert das über mir gehangen hat, etwas vor dem ich mich fürchtete und mir widerfahren würde wenn ich die Krankheit nicht endlich in den Griff bekämme. Und jetzt hatte ich einen und musste damit zurechtkommen.

Und was soll ich sagen? Die Teile sind unangenehm und nervig. Aber ich habe damit eine Freundin gefunden, einen neuen Job, kann normal Essen, Schwimmen gehen, Rad fahren, Klettern und Krafttraining machen. Man kann mit einem Stoma leben.

Was auf einmal die ganzen Sportarten sollen?

Nun, während der langsamen Genesung wurde ich auf das Buch “Fettlogik überwinden“ aufmerksam und habe es mir aus reiner Neugier gekauft. Das Entlarven von Ernährungsmythen klang interessant, aber dass etwas darin stand das auf meine Situation passte konnte ich mir nicht vorstellen.

Zum Glück ist irren menschlich.

Der Punkt wie Übergewicht die Wahrscheinlichkeit erhöht ein Pflegefall zu werden war für mich wie ein Schlag ins Gesicht. Ich habe immer geglaubt, dass ein höheres Gewicht für mich wie ein Schutzmechanismus wirken könnte. Das ich dadurch vielleicht das gleiche wie zum Ausbruch meiner Krankheit durchmachen muss, das hätte ich nicht für möglich gehalten.

Der Mythos vom guten und schlechten Stoffwechsel. Davon war ich felsenfest überzeugt. Mein Stoffwechsel sei durch die Culitis ein Schnellverbrenner und deshalb muss ich soviel essen. Diesen Irrtum zu erkennen war eine Erleichterung. Ich muss bei aktiver Krankheit nicht Unmengen von Kalorien zu mir nehmen, die die aufnehme werden durch Durchfall, vernarbten und jetzt auch verkürzten Darm nur nicht so gut aufgenommen. Das ist ein gewaltiger Unterschied! Dies bedeutet dass auch ich nicht mehr als (ca.) 2000 kcal am Tag verbrauche und ein Kilo Fett (7000 kcal) genug Speicher für dreieinhalb Tage bedeutet. Das hilft mir sehr mir selbst klarzumachen wie viel Fettreserven ich wirklich brauche.

Muskelmasse hilft gegen Entzündungen. War mir auch neu. Mit der Culitis habe ich immer eine Entzündung im Körper. Für mein doofes Gehirn stellt sich da die Frage, wenn ich meine Muskeln trainiere, kann dann die gesteigerte Muskelmasse meinen Körper helfen mit der Krankheit etwas besser klar zu kommen? Um eins klarzustellen, ich erwarte nicht das ich durch “ausreichend“ Muskeln geheilt werde, aber wenn es hilft die Medikamente zu unterstützen und vielleicht die benötigte Menge auf Dauer etwas zu reduzieren, wäre das schon großartig!

Nach der aufschlussreichen Lektüre und starken Grübeln, mit den oben genannten Erkenntnissen, holte ich die Wage aus dem Schrank, suchte anschließend neue Batterien und stellte mich drauf. Ergebnis: 96,7 Kilo bei einer Größe von 1,82m und einem damaligen Alter von 34. Nach einer sehr kurzen Suche im Internet fand ich einen BMI Rechner und das Ergebnis lautete: Leichtes Übergewicht, ihr Normalgewicht geht bis 84 Kilo.

Da habe ich mir wohl, nachdem die Krankheit gut unterdrückt war, etwas zuviel an Reserven angefressen…

Nächstes Nachdenken. Wie gehe ich dagegen vor?

Eine Diät?

Bei meiner eingeschränkten Auswahl an Lebensmitteln vielleicht nicht das Beste. Außerdem entscheide ich sehr spontan was ich esse und mag es nicht meinen Speiseplan zu planen.

Mehr Sport?

Auf jeden Fall! Schon allein weil ich die Muskelmasse erhöhen muss, ich vermute unterhalb der Normalmasse zu sein, konnte es aber noch nicht untersuchen lassen. Mein Sportprogramm wurde also soweit gesteigert wie es meine Gesundheit nach der Operation jeweils zuließ.

Kalorien zählen?

Hm, ich bin Buchhalter und daher sollte man meinen dass mir das leicht fällt. Dennoch tue ich es nicht wirklich. Ich habe mir eine Liste meiner üblichen verwendeten Lebensmittel gemacht und notiert was wie viele Kalorien hat. Anschließend habe ich mir überlegt wie ich meine Kalorien reduzieren kann ohne mich spürbar einzuschränken.

Und wie sah das in der Praxis aus?

Der erste Schritt waren die Getränke. Statt Cola und Kakao trinke ich jetzt ausschließlich Wasser um meinen Durst zu stillen, davon aber eine ziemliche Menge. Von Milch und Cola trinke ich vielleicht alle paar Tage mal ein Glas.

Süßigkeiten wurden sehr stark reduziert. Wenn ich mal eine Tafel Schokolade esse ist es eine 40 Gramm Tafel statt einer normalen. Auf der Arbeit nasche ich nicht mehr und auch das Mittagessen wurde stark überarbeitet. Manchmal gehe ich in die Kantine, aber meistens esse ich luftgetrocknete Salami Sticks. Die haben ebensoviel Kalorien wie eine Tafel Schokolade (500 kcal) sättigen aber viel länger.

Das Frühstück wird jetzt bewusster eingenommen und mehr darauf geachtet das länger sättigende Sachen eingenommen werden, also eher Wurst statt Nutella.

Das Abendbrot hat sich nicht geändert, da wird genauso zugeschlagen wie früher. Es sei denn ich war in der Kantine, da wird dann am Abend etwas weniger gegessen.

Und zwischendurch wird immer wieder mal genascht, damit kann ich nicht aufhören. Aber ich habe mir Aufbewahrungsmöglichkeiten für den Naschkram besorgt indem sie lange halten. Mit etwas Willenstärke kriegt man es auch hin nur wenig zu naschen und den Kram dann zu lagern. Das Argument “ist eh schon offen und bevor es schlecht wird…“ zählt dann nicht mehr.

Beim Sport wird jetzt täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren, hin und zurück 16 Kilometer, am Wochenende wird 2 Stunden lang Bahnen geschwommen und als die Bauchdecke wieder geheilt war nach dem Aufstehen ein paar Liegestütze und Bauchaufzüge, abends in den Keller um Hanteln zu stemmen. Dazu kommt noch Bouldern, alle zwei Wochen mit ein paar Freunden. Diese Liste ist nach und nach entstanden.

Am Anfang fiel mir der Sport sehr schwer und es kostete große Mühe und Willenskraft regelmäßig welchen zu treiben. Das Schwimmen hat sich als hervorragende Methode gegen Stress herausgestellt, vor allen wenn man einen wasserdichten MP3 Player mit Hörbüchern mitnimmt. Frühere Versuche regelmäßig Sport zu treiben sind allesamt gescheitert. Ich habe nicht damit begonnen weil ich es wollte, sondern weil ich das Gefühl hatte Sport treiben zu müssen. Durch die Lektüre von Fettlogik überwinden hat meine Motivation aber endlich ausgereicht um mich über den Punkt zu bringen wo ich Sport nur als Qual empfunden habe. Als sich die ersten Anzeichen von Fortschritten zeigten fing Sport tatsächlich an Spaß zu machen. Etwas das ich früher für unmöglich gehalten habe.

Die Kalorien werden grob im Kopf überschlagen, Zahlen kann ich mir berufsmäßig gut merken, und ich gehe bei der gewünschten Grenze von meinem Normalverbrauch aus. Was ich mir an Sport noch zusätzlich an Verbrauch erwirtschafte ignoriere ich einfach. Als zusätzliches Plus auf die Kalorienwage darf ich meinen vernarbten, verkürzten Darm rechnen, der die Lebensmittel nicht so gut auswerten kann wie ein gesunder. Das darf auch einmal im Leben ein Vorteil sein.

Dieses Programm, oder vielmehr diese Umstellung der Lebensgewohnheiten habe ich drei Monate lang gemacht und mein Körpergewicht auf 82 Kilo reduziert. Zwischendurch habe ich meine Kalorienmenge für eine Woche stark erhöht, den Sport aber gleich gelassen. In dieser Woche habe ich nicht weiter abgenommen, aber auch nicht zugenommen. Irgendwie habe ich geschafft was ich wollte, nämlich die Wage zwischen Verbrauch und Zufuhr auszugleichen. Für mich war das wichtig um die nagende Furcht, den Abnehmprozess nicht wieder stoppen zu können, loszuwerden.

Meine Umgebung reagierte auf meinen Vorsatz abzunehmen äußerst ablehnend. Diese Ablehnung fußte aber durchaus auf ernst gemeinter Sorge um meine Gesundheit.

Der Klassiker war auch dabei.

97 Kilo bei deiner Größe ist für mich nicht übergewichtig“

Eine völlig korrekte Aussage. Die Person hat gesagt wie sie empfindet und da habe ich ihr auch nicht zu widersprechen. Aber mir geht es mehr darum was aus medizinischen Gründen übergewichtig ist und was nicht. Daher richte mich bei der Wahl meines Gewichtsziels nach dem BMI und meinem Körpergefühl.

Hältst du das für richtig? Ich weiß wie du aussiehst wenn die Culitis wieder stark aktiv wird. Da wirst du doch sofort hohlwangig und nimmst rapide ab.“

Ein sehr guter Punkt. Oben wurde er auch schon etwas angesprochen und ich bin auch jahrelang darauf reingefallen. Erst als ich Fettlogik las, verstand ich wie es wirklich ist. Es handelt sich um einen guten Vertrauten, wenn es um Gewichts- und Abnehmirrtümer geht. Das Wasser. Sobald die Culitits stärker wird verliert man große Mengen Wasser und daher auch sehr rasch an Gewicht und man sieht schmaler und kränker aus. Da zur Behandlung einer Culitis meistens, oder immer, auch Cortison gegeben wird, ist die Wasserablagerung im Körper normalerweise eh noch höher und der Verlust wird noch deutlicher.

Willst du das abnehmen nicht lieber erst nach der Operation in Angriff nehmen? Im Krankenhaus und danach nimmst du bestimmt schon von so ab. Nicht dass du noch zu dünn wirst.“

Übergewicht ist bei einer schweren oder eher schwierigen Operation nicht gerade hilfreich. Da macht es schon mehr Sinn sein Gewicht vorher zu reduzieren. Im Krankenhaus werde ich nach der Rückverlegung abnehmen, das ist sicher. Nach der Operation muss ich vorsichtig wieder an die Nahrung herangeführt werden. Zuerst Tropf, dann klare Brühen und nur ganz langsame Steigerungen. Habe ich schon mal überstanden. Das klappt auch ein zweites Mal. Mein Gewichtsverlust wird aber nicht so groß werden das es bedenklich wird. Dies werden die Ärzte schon verhindern und mich notfalls zusätzlich zur Nahrung mit intravenöser Nahrung versorgen. Und danach kann ich wochenlang keinen Sport treiben und mich in der ersten Zeit auch kaum bewegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich da stark abnehme, halte ich für sehr gering.

Wie stelle ich mir jetzt meine Zukunft vor?

Nach der erfolgreichen Operation und Verheilung der Wunden werde ich weiter Sport treiben und abnehmen. Mir schwebt kein bestimmtes Gewicht vor. Ich habe ein viel schwierigeres Ziel. Seit Ausbruch der Krankheit habe ich meinen Körper als etwas Minderwertiges angesehen. Etwas das mich umbringen will. Etwas das ich bekämpfen muss. Jetzt will ich an ihm oder vielmehr mit ihm arbeiten. Allein die Vorstellung dass ich mit meinen Körper zufrieden sein könnte ist für mich vor kurzen noch unvorstellbar gewesen. Um es ungeschönt auszudrücken. Ich habe ihn gehasst. Jetzt habe ich ihn akzeptiert und will sehen wie ich ihn formen kann. Früher galt ich als Stubenhocker, jetzt gelte ich als sportlich. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber letzteres macht mehr Spaß.

Ich bin meine Depressionen los geworden.

Ich habe die Culitis bezwungen, sie ist jetzt unter Kontrolle.

Ich habe meinen Ängsten ins Gesicht (Stoma, Gewichtsverlust, Pflegeheim und noch ein paar andere) geschaut und sie überwunden.

Ich habe gelernt, dass man nicht als sportlich oder unsportlich geboren wird, man kann es sich aussuchen.

Ich habe erlebt wie ich mein Körpergewicht selbst bestimmen kann.

Ich weiß, dass ich trotz Krankheit und Behinderung, in meinem Job verdammt gut bin.

Ich bin jetzt 35.

Und trotz des nahenden Operationstermins schaue ich seit meiner Jugend zum ersten Mal ohne Furcht oder Resignation in die Zukunft.

Ich bin einfach nur neugierig was kommt und freue mich auf neue Erfahrungen.

25 Gedanken zu “Gastbeitrag: „Das hätte ich auch gerne!“

  1. Oh wie ich das kenne! Nicht ganz so extrem, aber durch eine Jahrzehnte unerkannte Fructosemalabsorption habe ich nen Reizdarm. Wenn du nur Durchfall hast, bleibt halt nix hängen am Gestell! Auch mein Bauch hätte gern Fleisch, Kartoffeln usw. Zucker fällt allerdings aus. Nur habe ich mit Gerstengraspulver (hilft auch bei Darmentzündungen!), gemahlene Flohsamenschalen und Heilerde eine Darmsnierung gemacht, die so gut war, dass ich morgens 400ml Smoothie mit Avocado, Banane und saisonalem Obst eigentlich ganz gut vertrage. Ich würde mich soooooooooo gern von Obst und Gemüse ernähren… Aber es wird besser. Und ich nehme zu. Sport hilft auch! Ich drücke die Daumen, dass die OP gut verläuft!

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  2. Wow, wirklich bewegend dein Bericht. Du bist ganz schön stark. Ich ziehe meinen Hut und freue mich sehr für dich. Deine heutige Sicht auf dich und deinen Körper ist bewundernswert und sollte eigentlich selbstverständlich für uns alle sein.

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    1. Mark O.

      Na ja, so stark wie ich werden musste um zu überleben.
      Um diese Sicht zu verwirklichen habe ich auch sehr lange gebraucht. Aber die Mühe hat sich gelohnt.

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    1. Mark O.

      Gerne geschehen. Wenn sich andere Menschen dadurch ermutigt fühlen in ihrem Leben etwas zu verbessern, oder zuversichtlicher voran schreiten, würde mich das ungemein freuen.

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  3. In meinem direkten Umfeld gibt es drei Leute, die unbegrenzt essen können, ohne zuzunehmen. Alle drei schwer krank und bei der kleinsten Untegelmäßigkeit direkt im Krankenhaus. Ganz im Ernst, da halte ich mich lieber bei der Pizza etwas zurück. Dir wünsche ich auf jeden Fall viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft!!

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  4. Danke für deinen Bericht.
    Ich arbeite auch mit Menschen, die Gewicht verlieren möchten und habe mich auch mit dem Thema des Zunehmenwollens beschäftigt, und kann sehr gut nachvollziehen wie es ist, zu dünn zu sein. Meinen Bruder geht es genauso, zum Glück hat er keine Krankheiten, zumindest nicht mehr.
    Ich kenne mich nicht gut genug aus, aber ich behaupte mal, dass es auch kalorienreiches Essen gibt, welches gesund ist. Oder zumindest gesünder, als der ganze Fast Food Kram.
    Bist du denn schon mal auf die Idee gekommen, frisch gepresste Säfte zu trinken? Geht an dem Darm wie Wasser vorbei, kann auch sehr kalorienreich sein je nach Frucht, und du bekommst reichlich Nährstoffe, die dein Körper benötigt, um nicht nur deine Regeneration anzukurbeln, sondern dich auch fit zu halten (das kann man nämlich nicht nur durch Sport werden).
    Es ist nur ein Gedankengang…
    Ich hatte selbst damals Depressionen, richtig schlimme sogar. Manchmal muss man erst so tief fallen, damit sich etwas ändert (im eigenen Kopf). Ich hatte damals keine Kraft mehr und mein Leben war mir egal (so richtig egal, keine Angst vor dem sterben und so), deswegen habe auch Sachen ausprobiert, ganz gegen meine Überzeugungen und meiner Weltansicht, und siehe da es hat mich geheilt.
    Und noch so ein Gedankengang…wenn du oder generell jemand nicht weiter weiß und sich Hilfe/Heilung wünscht, also so richtig von Herzen, dann sollte man danach suchen. Alles versuchen.
    Ärzte reden einen ein, dass man unheilbar krank ist. Menschen haben den schlimmsten Krebs besiegt, die krassesten Sachen erlebt. „Wunder“ sind geschehen.
    Man ist nicht nur was man isst, man ist auch das was man selbst von sich denkt.
    Eine Überlegung dessen ist es wert, zumindest wird es dadurch nicht schlimmer als jetzt.

    Ich wünsche dir gute Besserung und eine erfolgreiche OP und Genesung..
    Liebe Grüße,
    Anja

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    1. Mark O.

      Ich habe verschiedene Fruchtsäfte ausprobiert, frisch gepresst und aus der Flasche. Die Ergebnisse unterscheiden sich nur minimal von kompletten Obst. Leider. Aber trotzdem danke. 🙂 Und keine Sorge, mein Arzt untersucht regelmäßig mein Blut ob ich auch alles habe was ich brauche und von nichts zu viel da ist.
      Respekt das du es geschafft hast deine Depressionen zu überwinden. Das ist ein unglaublich schwerer Weg der auch nicht gerade dadurch leichter wird das jeder seinen eigenen finden muss…
      Die Krankheit ist ein Gendefekt der in jeder meiner Zellen sitzt, die werde ich nicht los. Aber ich brauche nur noch ganz wenig tägliches Cortison, muss alle acht Wochen zur Infusion und muss halt auf meine Ernährung achten. Damit kann ich gut leben. 😀

      Vielen Dank!

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      1. Anja Zawadzki

        Fruchtsäfte sind auch nicht unbedingt empfehlenswert. Vielleicht sind ja auch Wildkräutersäfte was für dich, ein Shotglas pro Tag bewirkt schon sehr viel. Medizin ist ja auch nicht gerade das Leckerste. 😉
        Du hast recht, es ist ein richtig schwerer Weg gewesen. Aber ich denke leben zu wollen ist die größte Motivation. Als Gefühlsmensch gibts hat man ja auch jede Menge positiver Gefühle in sich, die über Freude hinausgehen.
        Freut mich dass es dir schon sehr viel besser geht, mach weiter so. 🙂
        Liebe Grüße

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    1. Mark O.

      Hm, nicht wirklich. Nur das ich es nach Ausbruch falsch geschrieben verstanden habe und jahrelang niemand es für nötig gehalten hat mich zu korrigieren. Wenn ich nicht drüber nachdenke oder aufgewühlt, wie als ich den Artikel geschrieben habe, mache ich es immer noch falsch… Tut mir leid…

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  5. Georgios

    Wie sagt man das nett und ungekünstelt, dass man regelrecht gerührt ist von so einem Bericht? Keine Ahnung, du bist ein wildfremder Mensch für mich, aber ich freu mich riesig wenn ich so was lese. Danke dafür!

    Abgesehen davon, der Sport-Teil, das hab ich auch so erlebt. Gerade diesen Teil kann ich voll unterschreiben, das hätte auch von mir sein können:

    „Ich habe nicht damit begonnen weil ich es wollte, sondern weil ich das Gefühl hatte Sport treiben zu müssen. Durch die Lektüre von Fettlogik überwinden hat meine Motivation aber endlich ausgereicht um mich über den Punkt zu bringen wo ich Sport nur als Qual empfunden habe. Als sich die ersten Anzeichen von Fortschritten zeigten fing Sport tatsächlich an Spaß zu machen. Etwas das ich früher für unmöglich gehalten habe.“

    Viel Spaß noch weiterhin mit deinem „neuen“ Leben! Mit 35 bleiben dir hoffentlich noch viele viele Jahre um das zu genießen 🙂

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  6. Marianne

    Es ist immer wieder schmerzlich zu hören, was Ärzte anrichten und zur Verschlimmerung beitragen, wenn sie den Patienten keinen Glauben schenken, alles auf die psychische Schiene schieben. Das tut mir sehr leid Mark, was Du da alles erleben musstest! Und es berührt mich, dass Du nun einen Weg gefunden hast, Deine Krankheit zu akzeptieren, mit ihr umzugehen und wieder Spass am Leben zu haben! Ich wünsche Dir von Herzen immer wieder gute Besserung und dass die stabilen Zeiten möglichst lange anhalten!! 🙂

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  7. Ich habe beim lesen sehr mit dir mit gelitten…was für eine Geschichte, was für ein weg . Und du hast ihn so mutig beschritten, und doch nie aufgegeben, auch wenn du es doch dachtest. …allergrößten Respekt für deinen offenen Bericht!
    Man kann es sich aussuchen. .das ist wahr ! Sport ist erst seit Nadjas Buch ein Genuss, und auch nur weil ich den Sinn auch selbst erfassen kann mittlerweile. ..
    Ich wünsche dir auf deinem Weg weiterhin alles,alles gute und das die OP gut verläuft. Alles Gute für dich !!!!
    Liebe Grüße Stella

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  8. Maria

    Herzlichen Glückwunsch, Mark, zu deinem gefundenen Weg zur Genesung und zur gesunden Lebensweise. Zur echten, nicht zu der, die uns die Medien erzwingen, um die Verbrauchergesellschaft zu unterstützen und an uns und unserer Gesundheit zu verdienen. Leider verdienen Ärzte nicht daran, dass wir gesund sind (wie bei einem chinesischen Imperator, dessen Artz nur dann das Gehalt bekam, wenn der Imperator gesund war). Sie verdienen desto mehr, je öfter Patienten zu ihnen kommen und je teuerer Manipulationen sind. Und die Verbraucherkette funktioniert: mehr Werbung (verdient Werbunsindustrie) – mehr Verkaufen (verdienen Produzenten und Verkäufer) – mehr Essen (verdienen Ärzte, weil Menschen vom übermäßigen Essen krank werden) – mehr abnemmen (verdienen Fitnessstudios und Verkäufer von Sportgeräten). Am Ende bleibt der mit Werbung belogene Verbraucher, der nur sich selber von den Manipulationen schützen kann. Zuerst war ich erschrocken, dass du ohne Nottfallreserve zu einer bewussten Notfallsituation – Operation kommst. Dann habe ich gedacht, dass durch die erhöhte Muskelmasse dich besser schützt, als durch die Fettmasse, die du immer auf die ungesündeste Art und Weise gespeichert hast. Und Sport, als Ersatz der sinnvollen physischen Arbeit, hilft gegen Depressionen tatsächlich. Danach wollte ich nur zwei Namen von Fachleuten nennen: Giulia Enders, eine Medizinstudentin, die einen Bestseller über den Darm geschrieben hat, weil sie sich nach der Pubertät mit Hautproblemen ohne Cortison helfen wollte und half, und Udo Pollmer, Lebensmittelchemiker, der lebenslang gegen Lebensmittelindustrie kämpft, die unser Essen teuerer; schöner, aber ungesünder macht. Letztendlich habe ich beschlossen, doch ein paar Worte zu schreiben, weil ich Medizin in Russland und Deutschland lernte, sowie Psychologie in Russland und Lebensmittelchemie in Deutschland studierte, aber auch viel eigene Erfahrung mit dem eigenen Magen-Darm-System sammelte. Gerade jetzt beschäftige ich mich mit dem Abnehmen, die ersten 10 kg u.a. dank Nadjas Buch sind weg, und irgendwann mal schreibe ich auch einen Gastbeitrag hier. Aber jetzt zu dir. Natürlich kann ich mich irren, aber kann es sein, dass diene Krankheit ausgebrochen hat, als du nicht mehr das häusliche gesunde Essen zu dir nahmst, sondern mit Limo, Chips und Fast Food anfingst? Kann es sein, dass dein Darm die chemischen Produkte der Lebensmittelindustrie immer wieder nicht vertragen konnte und dir immer mehr mit Durchfall zeigte? Hast du über die Zutaten von Limo (z.B. Orthophosphorsäure, Farb- und Aromastoffe – reine Chemie, die für unseren Körper schädlich sind) und deren Eigenschaften (löst Rost, Urinanlagen und Unfallsflecken) gehört und nachgedacht? Hast du gehört, dass die meisten „Pizzas aus der Stadt“ nicht mit dem echten Käse aus Kuhmilch gemacht werden, sondern mit dem „Käse“ aus pflazlichen Öl mit der guten Portion Chemie, damit er wie ein echter Käse aussieht? Hast du über Hormonen und Antibiotika im Fleisch gehört, die dann wichtige für uns Medikamente unwirksam machen? Auch über die Ascorbinsäure im Pizzateig (wie in fast jedem Brot), damit die Brotware länger frisch bleiben? Eigentlich ist die Ascorbinsäure was Gutes – Vitamin C. Aber beim Backen – 200 C – verwandelt sie sich in eine andere Säure, die in unserer Blut die Stelle von Vitamin C nimmt, unser Immunsystem schwächt und den Körper krankheitsanfällig macht. Kann es sein, dass dein Darm einfach streickte gegen Cram und Müll, mit dem du ihn gefüttert hast? An deiner Stelle müsste man, wie Nadja „Colitis-Logik überwinden“ schreiben, um sich selber zu helfen. Und den ersten Schritt in die richtige Richtung hast du schon gemacht: du machst Sport und stopfst nicht mehr das Chemiezeug in Unmengen in dich hinein. Mache den nächsten Schritt und erkundige dich, welches Essen tatsächlich für dich wert ist. Sammle, wie Nadja, die objektive Information, lass dich von der Werbung und Medien nicht belügen. Übrigens, dein Körper spürt und lässt dich wissen, welche Chemistoffe dir fehlen und welche Lebensmittel sie enthalten – dann möchtest du genau das essen. Wenn du Angst hast, erkundige auch womit du das Fehlende ersetzen kannst. (Ich weiß. z.B. wenn ich Lust auf Süßes habe, fehlt mit Chrom. Eine Multimineraltablette und ich schau auf Süßigkeiten wie auf Steine.) Von meiner ehemaligen Nachbarin hörte ich mal die Geschichte über ihre Schwester, die nach Typhus zwei Wochen unbewußt lag, und nach dem Erwachen Lust auf Sauerkraut hatte. die sie auch aß, obwohl es anscheinend tödlich sei, aber für sie genau das Richtige – der Weg zur Genesung. Nun trank sie hinterher kein Limo, mit dem der Körper kämpfen musste. Übrigens, deine Umstellung auf das Wasser ist auch ein Teil deiner Genesung. Viel Erfolg!

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  9. Ich bin sehr bewegt von deinem post und finde es bewundernswert, wie du zu deiner jetzigen Einstellung gekommen bist. Das hat für mich Vorbildwirkung, sich mit sich selbst und dem Leben zu arrangieren.
    Sehr interessant ist für mich die Sache mit dem Sport und der Muskelmasse. Es führt mir vor Augen wie wichtig Muskeln sind.
    Herzliche Grüße
    Ganga

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  10. Pingback: Gastbeitrag: Das hätte ich auch gerne! (2. Teil) – Fettlogik überwinden.

  11. Sylvia

    Nachträglich schöne Weihachten und einen guten Rutsch. Was mich an dem Buch störte, weil man erstmal die Fettlogiken in empirischer Breite und wiederholt durchharken muss, dann die „Wahrheit“ erfährt. Das verwirrt sehr. Viele Logiken sind nicht so verbreitet und bekannt. Warum nicht die Betonung auf den Wahrheiten?

    In einer Zeitschrift las ich wieder, daß BMI überholt ist.Okay, nichts neues. Was wiederentdeckt wird: leichtes Übergewicht wär am gesündesten. Yeah! Sieht sogar schön aus!

    Die Wahrheit wird dazwischen sein. Nicht das Gewicht, sondern die Muskulatur ist das ausschlaggebende. Ohne Extreme!

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