Übergewicht & Sodbrennen

Als ich Fettlogik geschrieben habe und für das Krankheitskapitel recherchiert hatte, hatte ich zwischendurch einige „Nu ists aber mal gut!“-Momente, wenn ich das Gefühl kriegte, dass jede Krankheit auf diesem Planeten auch irgendwie in Verbindung zum Gewicht steht (okay, Verbindungen zu finden ist nicht so schwierig, ich meine damit natürlich relevante Verbindungen) – ich beschränkte mich also auf die häufigsten und klassisch-gewichtsassoziierten Erkrankungen.

Als ich neulich im Forum dann interessehalber nach den Erfahrungen mit anderen Erkrankungen fragte, wurde sehr häufig „Sodbrennen“ genannt:

Björn Starkimarm, 37, männlich:

Deutlich besser geworden um nicht zu sagen weg ist mein Sodbrennen – was jetzt nicht überraschend ist ich aber nicht auf dem Schirm hatte.

Kocorona, 31, weiblich:

Gaanz überraschend ist es nicht, aber extrem erfreulich: Mein Hausarzt hat mir iwann mal die Diagnose „Reizmagen“ aufgrund von alles andere ist ausgeschlossen worden, gestellt, weil ich immer empfindlicher auf alles mögliche reagiert hab.. Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Linsen, rohes Gemüse usw… Oft begleitet von Sodbrennen…

Seit dem ersten Tag meiner Abnahme hatte ich genau einmal Verdauungsprobleme..

Das Stichwort, was ich zwar mal bei online Recherchen gelesen hatte, aber nicht umgesetzt habe war: Mehr Bewegung! (und vermutlich auch weniger Nahrung im System, mehr Ballaststoffe etc)

Das hätte mein Hausarzt durchaus mal deutlicher sagen können, wie stark da der Zusammenhang ist. (hab mittlerweile nen anderen Hausarzt, mit dem ich sehr zufrieden bin)

Lucky:

* seit Monaten kein Sodbrennen mehr (früher ständiger Begleiter vor dem Einschlafen)

Cabernet, weiblich:

Ich habe kein Sodbrennen mehr. Das fiel mir erst gar nicht auf, aber ich schätze, nach ca. 20 Kilo Abnahme setze der Effekt ein.

Anja01, 40, weiblich:

Als ich das erste Mal über die 90 Kilo geschossen bin, fing der Husten an: Nach Erkältungen konnte ich wochenlang weiter husten. Der Lungenfacharzt verschrieb mir Kortison, das mal half und mal nicht. Niemand brachte mich auf die Idee, dass das etwas mit dem Gewicht zu tun haben könnte bzw. mit dem Bauchfett.

Mit steigendem Gewicht wurde das Sodbrennen immer schlimmer. Ich nahm eigenmächtig Omeprazol, davon bekam ich Muskelschmerzen. Danach habe ich mich mit Rennie Zuckerfrei über den Tag gerettet, was suboptimal ist, da diese Mittelchen die Säure wieder hervorlocken. Tomaten und Tomatenprodukte konnte ich nicht mehr essen, ging sofort los mit dem Brennen. Eine andere Lungenfachärztin sagte mir, der Husten käme vom Gewicht, weil das Sodbrennen von dem Husten quasi aufgewirbelt wird und die Dämpfe dann die Lunge reizen. So hält sich dieser Kreislauf nach einer Erkältung ewig im Gang.

Was soll ich sagen: Sie hatte wohl recht. Seit ich abnehme, ist das Sodbrennen nach und nach verschwunden. Neulich habe ich im Seitenfach meiner Schwimmtasche die Rennie-Tabletten gefunden und war ganz erstaunt, wie lange ich die schon nicht mehr brauche. Und damit ist auch der Husten schneller wieder weg. Eine Kombination aus schlechter Ernährung und Bauchfett sollte das Problem gewesen sein, denke ich. Die Ernährung erzeugte die Dämpfe im Magen und das Bauchfett nahm Platz weg und begünstigte eben damit den Austausch der reizenden Dämpfe mit der Lunge.

Sirenenlied, 24, weiblich:

Ich musste nach dem Essen manchmal so komisch Husten bis fast hin zum würgen. Keine Ahnung, ob Fett, Magen oder sonstwas – iwas wurde da bei einem bestimmten Essvolumen wohl eingequetscht und hat Würgereiz und manchmal auch Sodbrennen ausgelöst.

Ein kurzer Blick in die Datenlage zeigte, dass viele Faktoren Einfluss auf Sodbrennen haben, wie etwa genetische Veranlagung (zu etwa 31-43%), Alkoholkonsum (negativ), Rauchen (negativ), Bewegung (moderater Sport positiv, extrem anstrengender Sport eher negativ), Ernährung (fettige und stark gewürzte Nahrung negativ, ballaststoffreiche Nahrung positiv) aber der BMI ist offenbar ein eigenständiger Faktor, der Einfluss hat, auch unabhängig von den anderen Faktoren wie Ernährung und Bewegung.

Je höher der BMI desto höher das Risiko, schwer Adipöse haben ein Risiko von bis zu 59-79%. In einer Studie von Singh und Kollegen wurden über 300 Adipöse (durchschnittlicher BMI lag bei ca. 35) während eines Abnehmprogramms begleitet, in dem sie im Schnitt ca. 13 kg verloren. Von den 37% der Teilnehmer, die an Sodbrennen litten, erlebten 65% ein komplettes Zurückgehen der Symptome und 15% eine deutliche Verbesserung. Das Ausmaß der Verbesserung hing mit dem erreichten Gewichtsverlust zusammen.

Eine Studie aus diesem Jahr zeigte ähnlich vielversprechende Ergebnisse: In einer Gruppe von Personen die ihren BMI im Schnitt von ca. 30 auf 25 reduzierte konnte über die Hälfte ihre Medikamente absetzen und ein Drittel die Medikamente deutlich verringern. In der Kontrollgruppe, die die Standardbehandlung ohne Gewichtsverlust erhielt, konnte ebenfalls fast die Hälfte der Personen ihre Medikamentendosis verringern, aber keiner war in der Lage, die Medikamente abzusetzen.

Wer also unter Sodbrennen leidet, hat offenbar durchaus gute Chancen, durch Abnehmen die Situation zu verbessern oder das Problem möglicherweise ganz in den Griff zu kriegen. Wie sind eure Erfahrungen damit und gibt es noch andere Erkrankungen, bei denen ihr eine Veränderung bemerkt habt? Das nächste Artikelthema wäre vermutlich der Bereich Blase/Harnweg, angesichts der übrigen Antworten.

Advertisements

31 Gedanken zu “Übergewicht & Sodbrennen

  1. Nee, mit Sodbrennen hatte ich keine Probleme. Okay, mein BMI lag nur im Bereich „übergewichtig“. Aber Blase/Harnweg ist so was, damit habe ich noch immer Probleme, obwohl ich bereits im oberen Normalbereich bin. Deswegen bin ich da mal auf deine Gedanken gespannt.

    Gefällt mir

  2. Wolfgang

    Sodbrennen ist nicht sehr klar definiert. Bei mir nannte der Arzt es Reflux. Mitten in der Nacht wurde ich wach und spürte Magensäure im Hals. Nach 26 Kilo weniger ist mir klar das es einfach der Berg Essen im Magen war. Wie viele andere Zipperlein ist auch dieses jetzt verschwunden. Es scheint das die Verwaltung des Fettbergs irgendwann sämtliche Reparaturmechanismen des Körpers überfordert. Wenn das Fett weniger wird erlangt man viel verloren geglaubtes wieder zurück. Der Beweisberg dafür wächst mit dem verlorenen Fett 😉

    Gefällt mir

  3. Ich kann Wolfgang nur zustimmen, der nächtliche Reflux machte mich beinah Wahnsinnig. ..der ist weg , ebenso Sodbrennen und Blasenentzündungen. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Zustand gerade. Der Arzt bescheinigt mir gute Blutwerte, und die wenigen die noch etwas schlecht sind, führt er auf die jahrelange Fettsucht zurück.

    Gefällt mir

  4. Spannend, und eigentlich recht einleuchtend.

    Ich habe bei mir (BMI von 34 auf bislang 27 reduziert) etwas anderes fest gestellt: ich stecke Erkältungen seit Beginn der Abnahme viiiiel leichter weg. Früher war ich zwei bis vier Mal im Jahr echt ausgenockt. Erkältung hieß: mindestens zwei Wochen sehr schlapp, davon mindestens drei Tage im Bett.

    Seit Januar hatte ich zwar drei Erkältungen, konnte aber ohne Probleme einfach weiter arbeiten. Bissl früher ins Bett, das wars. Krass anderer Verlauf.

    Gefällt mir

  5. Gouranga

    Ich habe eine Frage zu dem Buch. Laut Twitter erscheint es jetzt in der siebten Auflage. Gibt es Unterschiede zwischen den Auflagen, wurde es aktualisiert oder erweitert? Oder sind alle bisherigen Auflagen identisch? Ist in letzterem Falle eine aktualisierte Auflage geplant?

    Gefällt mir

    1. Nur Schreibfehler korrigiert, nichts inhaltliches bisher. Es gab in letzter Zeit einige interessane neue Studien und evtl. wäre es interessant, die Biggest-Loser-Geschichte aufzunehmen … aber momentan habe ich nicht die Kapazitäten für eine umfassende Erweiterung und das meiste ist im Blog quasi tagesaktuell nachgereicht.

      Das war jetzt viel zu viel Antwort, wo der erste Satz gereicht hätte ^^

      Gefällt mir

  6. Jure Emhaeff

    Jepp, kein Sodbrennen, keine nächtliche Übelkeit mehr und auch nicht mehr dieser sehr, sehr langwierige Husten nach Erkältungen. Das ich oder auch mein damaliger Hausarzt nie darauf gekommen sind. Da kannste noch so viel ACC, Thymianpastillen und hassenichgesehen schlucken…
    Ich bin immer wieder ganz baff, wieviele übergewichtsbedingte Krankheiten ich einfach als Alltagszipperlein abgetan habe und wie sich meine Lebensqualität mit jedem verlorenen Kilo verbessert.

    Gefällt mir

  7. Hm, da ich das Problem nicht oft hatte, habe ich darüber kaum nachgedacht, aber mir ist neulich schon aufgefallen, dass ich seit bestimmt einem Jahr kein mehr Omep genommen habe, davor schon so 1 mal im Monat. Allerdings esse ich auch kaum noch die Dinge, die es bei mir auslösen (z.B. Jalapeno-Pizza oder Xtra long Chili Cheese).
    Meine Mutter hatte aber richtig schlimm Reflux, musste regelmäßig Pantoprazol nehmen. Das ist jetzt nach der Abnahme fast ganz weg, sie kann morgens sogar wieder ihren geliebten Kaffee trinken, was die letzten paar Jahre gar nicht mehr ging.

    Gefällt mir

  8. Mit einem BMI >27 bin ich immer noch übergewichtig, aber seit ich den Bürostuhl gegen körperliche Arbeit getauscht habe (leider nur temporär) sind diverse Zipperlein verschwunden… Kein Unterzucker, keine Hitzewallungen, keine Verstopfung, so gut wie keine Rückenschmerzen mehr.

    Gefällt mir

  9. Ich glaube nicht, dass das Sodbrennen direkt (!) etwas mit dem Gewicht zu tun hat. Sondern daran, dass es verschwindet, weil die Menschen anders essen, um abzunehmen.

    Warum? Weil ich als Kind und Jugendliche (normalgewichtig) häufig unter Sodbrennen gelitten habe, aber nach dem Auszug aus dem Elternhaus niemals mehr wieder – egal wie dick ich gerade war! Das lag also ganz klar an der Essensumstellung weg von der „klassisch deutschen“ Ernährung mit wenig Gemüse, Salat, aber viel Gebratenes, Fettes, Ballaststoffarmes…

    Gefällt mir

    1. Da kann ich dir widersprechen, laut meinem Gastroenterologen gibt es eine direkte Korrelation zwischen chronischem Reflux und Übergewicht. Laut ihm können schon wenige Kilo abnehmen einen Unterschied ausmachen. Wie recht er hat, ich bin jetzt 6 Kilo leichter seit Anfang Juni und hatte bisher keine schlaflose Nacht mehr.
      Im Detail: das zusätzliche Bauchfett hat eine negative Wirkung auf den oberen Schließmuskel des Magens. Das sieht man sehr oft am Ende einer Schwangerschaft, wo das Volumen des Babys das Problem verursacht, bei Obesitas ist es das Fett.

      Gefällt mir

      1. Danke für die Info! Wie ist es dann aber erklärbar, dass ich normalgewichtig oft Sodbrennen hatte, nach Wegzug von Eltern aber nie mehr? (Bei Übergewicht bis stellenweise über 30 BMI)

        Gefällt mir

      2. Risikofaktoren sind nie 100%ig, sonst wären es ja keine RISIKOfaktoren sondern Ursachen. Und es kann durchaus mehrere Risikofaktoren geben, die gleichzeitig wirken. Wenn mehrere Risikofaktoren wegfallen/sinken während gleichzeitig ein anderer ansteigt, kann in der Summe die Symptomatik trotzdem besser werden.

        Gefällt mir

      3. Tja, das kann durchaus eine andere Ursache gewesen sein. Stress vielleicht? Schlägt ja auch auf den Magen.
        Dass man mit einem BMI von 30 kein Sodbrennen hat ist durchaus möglich, und nicht jede(r) Übergewichtige hat unbedingt Refluxprobleme, es wird aber mit höherem Körpergewicht wahrscheinlicher. Mein BMI ist im Moment bei 34 und mein Reflux ist passé, war aber bei einem BMI von 35.3 ein konstanter Begleiter.
        Wie schon erwähnt: Reflux am Ende der Schwangerschaft ist ein bekanntes Problem, ist aber auch kein Muss, es gibt zig Frauen die nie Refluxprobleme hatten während einer Schwangerschaft.

        Gefällt mir

  10. Feli

    Husten
    …. der ist bei mir verschwunden. Über 13 Jahre hat mich ein chronischer Reizhusten geplagt. Ich habe sämliche Ärzte, Homöophaten aufgesucht und niemand konnte die Ursache aufspüren bzw. lindern. Im Nachhinein betrachtet, hat er wirklich mit steigendem Gewicht d.h. im oberen Normal-BMI begonnen und in den bin ich erst mit Abschluss meiner Ausbildung gerutscht. Mit BMI 27 bin ich in die Abnahme gestartet und jetzt bei BMI 20 bzw. auch schon bei 22 ist der Husten verschwunden. Ich hoffe sooo sehr, dass er bei diesem BMI auch dauerhaft wegbleibt. Ich vermute, dass wahrscheinlich Bauchfett mit der Grund war. Noch ein Grund mehr bei BMI 20 zu bleiben. Der Husten war eine sehr starke Behinderung für mich und meine Mitmenschen die ihn ertragen mussten.

    Gefällt mir

  11. Christine

    Ich hatte immer Gewichtsschwankungen durch erfolglose Abnehmversuche und immer, wenn ich über die 90 kam, ging es los mit dem Reflux. Jetzt bin ich weit unter der 90, aber es ist diesmal nicht verschwunden, sondern nur weniger geworden. Ich führe das darauf zurück, dass durch den ständigen abdominellen Druck der Schließmuskel wohl nicht mehr so gut funktioniert und es allerhöchste Eisenbahn ist, weiter abzunehmen, bevor es zu spät ist. Rückenschmerzen hatte ich auch schon durch mein Gewicht, aber das ist zum Glück schon weg.

    An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für dein Buch, ich habe es erst vor 2 Wochen gelesen, aber seitdem hat sich einfach alles verändert und diesmal bin ich fest davon, überzeugt, es schaffen zu können. Mir war vorher gar nicht bewusst, wie vielen Fettlogiken ich doch noch erlegen war…

    Gefällt mir

  12. Also ich kann einen direkten Zusammenhang zwischen übermäßigem Essen (also selbst für meine Begriffe viel) und Sodbrennen herstellen. Inklusive nächtliches erwachen weil mir die Magensäure im Hals steht und bin dann nur noch am Husten.
    Ich vermeide mittlerweile übermäßiges und auch zu spätes Essen und bin seitdem eigentlich wieder Beschwerdefrei.

    Oh, WordPress kennt mich noch, sehe ich gerade an meinem uralten Hamsterprofilbild…

    Gefällt mir

  13. Bine

    Ich habe zum Glück selbst mit einem BMI von 52 (aktuell 46… still a long way to go…) keine Probleme mit regelmäßigem Sodbrennen gehabt. Wenn nachts Magensäure hochkam, hatte ich mich am Abend zuvor wirklich richtig überfressen, da war die Ursache ziemlich klar – und nach 1-2 Tabletten Talcid war Ruhe und gut. Seitdem ich abnehme, kamen diese Fressattacken nicht mehr vor, daher brauche ich auch kein Talcid mehr.
    Oh, fällt mir gerade ein: Früher bekam ich Sodbrennen, wenn ich Schokolade oder festen Kuchen auf leeren Magen gegessen habe. Und zwar mit 100%iger Sicherheit. Letztens hab ich das mal wieder gemacht, also 2 Stück fester Kuchen, und da passierte nichts. Da hängt es dann vielleicht mit der Abnahme zusammen?

    Zum Thema Erkältungen: Die stecke ich seit Beginn der Gewichtsreduktion auch besser weg, meine sitzen aber eher im Nebenhöhlenbereich als im Lungenbereich, sprich da drückt ja dann kein Fett drauf?

    Liebe Nadja: Vielen, vielen Dank für dein Buch! Mir musste zwar bei verhältnismäßig wenigen Fettlogiken der entsprechende Zahn gezogen werden – hauptsächlich der böse Hungerstoffwechsel und „Normalgewicht werde ich nie erreichen“ – aber gerade diese beiden Sachen haben mich immer sehr gelähmt und ich hab mich davon abhalten lassen, das richtig durchzuziehen. Jetzt nicht mehr :)))

    Gefällt mir

  14. Ute

    Ich fühle mich gerade irgendwie „ertappt“.
    Nein, eher verstehe ich gerade so einiges. Bin gerade dabei das Buch zu lesen und hier auf diesen Beitrag per Zufall gekommen.
    Ja, ich habe oft abends Sodbrennen und ich huste auch oft.
    Ich habe schon vermutet, dass es mit dem Übergewicht zusammen hängt, jetzt fühle ich mich „bestätigt“.
    Auch vieles aus dem Buch stimmt einfach, ist mir klar wenn ich es lese.
    Also muss ich doch wirklich abwiegen und aufschreiben.
    Geht nicht anders.

    Gefällt mir

  15. Margarethe Bertram

    Bin 176 groß und hatte in jungen Jahren so um die 68 kg – 94-69-94 bis 1984 die Schilddrüse
    entfernt wurde. Seither eine Gewichtssteigerung auf 145 kg – innerhalb 20 Jahren.
    Schätzungsweise habe ich in dieser Zeit 140 kg zu und abgenommen. Aufgrund einer
    undefinierbaren Gelenkerkrankung – in welcher ich ca. 2 Jahre fast nur an Gehhilfen
    gelaufen bin – habe ich ca. 12 verschiedene Experten aufgesucht. Chiropractor, MRT
    Chirurg, Physiotherapeuth, das ganze Programm. Diese ganzen Behandlungen und
    Untersuchungen haben mich ca. 2000 € gekostet, mit insgesamt 12 unterschiedlichen
    Meinungen. Von Stoßwellentherapie bis Operation – aber keiner wußte etwas genaues.
    Die unglaublich schnelle Gewichtszunahme nach einer Diät – teilweise 3 kg haben mich
    ziemlich belastet. Mein Mann kommentierte dies immer mit der Aussage, das kann nicht
    sein, das gibt es nicht. Du trinkst keinen Alkohol, isst Magerquark, keine Chips etc. –
    Du isst weniger als ich. Doch es war aber so. Zwischenzeitlich wurden mir 2 Gallensteine
    entfernt, welche die Größe von Walnüssen hatten. Von den Beschwerden über 10 Jahre
    will ich hier gar nicht schreiben.
    Ich bin jedoch im Zuge dieser oben erwähnten körperlichen Einschränkung u.a.
    bei einem Physiotherapeuten gewesen, der sich meinen Bericht in aller Ruhe angehört
    hat. Als ich geendet hatte sagte er mir – Sie sind vollkommen übersäuert von Stress und
    Medikamenten. 25 % Ihres Körpergewichtes besteht aus Müll und Abfall in Ihrem Körper.
    Das dauert Jahre bis Sie das loswerden. Wenn Sie Ihren Urin untersuchen lassen
    haben Sie höchstens einen Wert von 5,2 – normal ist 7.
    Und er hatte Recht. Ich habe mir Teststreifen gekauft und monatelang gemessen, Ich
    habe den Kaffee weg gelassen und mich bewußt basisch ernährt. Es dauerte ungefähr
    4 Monate bis die Teststreifen langsam den basischen Wert von 7 anzeigten.
    Ich habe dann mal im Internet recherchiert und dort steht, das bei einer latenten
    Übersäuerung der Körper seine Organe mit dem Fett ummantelt und schützt …….
    Mit dieser Entsäuerung besserten sich seltsamerweise auch meine Beschwerden und
    ich laufe wieder normal, ohne Medikamente o.ä und ohne Gehhilfe.

    Meine Frage lautet, kennt jemand diese Situation oder hat schon einmal davon gehört.

    Ich habe mir das Buch Fettlogik gekauft und bin ziemlich begeistert. Mein Appetit
    ist bei der Aufzählung der Sterberate schon einmal massiv gesunken. Aber die
    Sache mit der Übersäuerung lässt mich einfach nicht los.

    Gefällt mir

    1. Mona

      Wie kann das sein, dass man irgendwie übersäuert ist, wenn doch die Säure mit dem Urin rauskommt? Ist es nicht ein bisschen gesünder saureren Urin zu haben? Ich dachte das ist so wie bei der Scheidenschleimhaut, dass die Harnblase dann geschützter gegen böse Bakterien ist?

      Ich glaub, das ist ein Thema für Fachleute, wie vielleicht Biochemiker oder Urologen. Es muss ja jemand schonmal untersucht haben.

      Gefällt mir

    2. Mona

      https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-0028-1086011#N66485

      Da steht, dass es keine Beweise gibt, dass etwas bewirkt wird und die Leute, die von der Säure/Basen-Wirkung überzeugt sind, glauben auch nicht unbedingt daran, dass man das im Urin messen kann.
      Es ist von 2008, vielleicht ist in der Zwischenzeit irgendwas genauer geprüft worden auf dem Gebiet, das weiß ich nicht.

      Meine Vermutung ist, dass die Sachen als böse (=machen Übersäuerung) gekennzeichnet sind, die halt regelmäßig und in größeren Mengen eingenommen allgemein nicht so gut für Menschen sind. Alles was super toll gesund sein soll, steht dann auf der nicht-böse Lebensmittel-Liste. Wodurch man sich eventuell weniger einseitig ernährt und mehr Gemüse zu sich nimmt als vorher. Oder irgendwie so ähnlich.

      Gefällt mir

    3. Disclaimer; ich bin gelernte Apothekerin, hatte selbst über 20 Jahre eine Niereninsuffizienz, + Dialyse und Transplantation und bringe dadurch auch einiges an Wissen über den normalen Metabolismus und vor allem die Nierenfunktion mit.
      Tja, dieses „übersäuert sein“ gehört eindeutig in die Kategorie Fettlogik: Metabolismus kaputt. Ein saurer Urin ist absolut normal und keineswegs pathologisch, es kommt halt darauf an, was man isst, es (der pH-Wert des Urins) hat aber null Konsequenzen auf den Organismus oder die Fettmenge im Körper.
      Margarethe: das beste, was du im Moment tun kannst, ist das Buch zu lesen, und über deine Essensmenge genau Buch zu führen. Saure oder basische Lebensmittel haben absolut keinen Einfluss auf den Fettstoffwechsel, der findet nämlich in der Leber statt, der pH-Wert des Urins zeigt aber rein gar nichts auf über den Fettstoffwechsel. Wenn du eine Vitamin-C-Tablette nimmst, wirst du einen sauren Urin haben, wenn du Milch oder Fleisch konsumiert, ebenfalls (beides enthält Proteine, also notwendige Baustoffe), die meisten Gemüse werden den pH-Wert wohl eher in Richtung 7 verschieben, aber das hat genau null damit zu tun, ob jemand abnimmt oder zunimmt, es kommt auf die Menge Kalorien an, die man dem Körper zuführt.

      Gefällt mir

      1. Könnte ich eigentlich, stimmt. Ich hoffe, du brauchst nicht etwas zu einem bestimmten Termin, es wird schon ein paar Tage dauern, bis ich etwas zusammengeschustert habe 🙂

        Gefällt mir

      2. Margarethe Bertram

        Das ist schon alles richtig……. und das Thema Fettlogik spielt bei mir mit Sicherheit die
        gleiche Rolle wie bei anderen auch.
        Unabhängig davon habe ich jedoch nach dem Gespräch mit dem Physiotherapeuten täglich
        den Urin mehrfach mit Teststreifen gemessen – der Wert war mehrfach täglich 5,2 – 5,5 hatte weiter Riesenschmerzen in der
        rechten Leiste so dass ich mein Bein nicht mehr strecken konnte.Diese Schmerzen hatte ich
        fast 2 Jahre – konnte kein Auto mehr fahren und war unglaublich eingeschränkt.
        Zu dem Zeitpunkt jedoch, als meine Urinproben „basisch“ wurden hat auch dieser
        Schmerz ohne jegliches Medikament aufgehört. Das habe ich mir ja nicht eingebildet
        und am eigenen Körper erlebt. Das ich fett bin steht auf einem anderen Blatt – aber die
        Sache mit der Übersäuerung……..die ganzen Experten – und alle lagen falsch. Als
        ich mich dann an diese Unterredung mit dem Therapeuten erinnerte und bewusst basisch
        gelebt habe, incl. Tee, den ich mein Leben lang verachtet habe, hört der Schmerz auf….
        Ich weiß was jetzt viele denken – aber ich habe ja nichts davon dies zu berichten. Es war
        lediglich ein Beitrag zum Thema Säure, Sodbrennen etc.

        Gefällt mir

  16. @Margarethe: ich glaube dir gerne, dass du das so siehst, nur kann es durchaus sein, dass noch andere Faktoren da hineingespielt haben. Man stelle sehr oft Sachen in einen bestimmten Zusammenhang und übersieht, dass es auch andere Gründe haben kann. Ohne dies genau nachvollziehen zu können ist es im Nachhinein eher schwierig, einen genauen Bezug herstellen zu können. Du kannst aber mit einiger Gewissheit darauf bauen, dass es mit dem pH-Wert des Urins nichts zu tun hat. Unterschätze nie den Zufall 🙂

    Gefällt mir

    1. Margarethe Bertram

      Danke für die freundlichen Worte – nur kann ich den Begriff Zufall nach meiner langen
      Odyssee incl. MRT jetzt doch sehr schlecht einordnen. Augenscheinlich erwecke ich den
      Eindruck ich wollte die Themen im Buch Fettlogik konterkarieren – und steige
      hiermit aus der Diskussion aus.
      Ich bedanke mich für die Kommentare zu meinem Anliegen.

      Gefällt mir

      1. @Margarethe Ich hatte mich übrigens nicht auf dich bezogen mit meiner Anfrage an mamarok. Ich kann mir gut vorstellen, dass eine basische Ernährung tatsächlich bei dir der Knackpunkt war, allerdings vermute ich, dass es eher am Ernährungsstil selbst lag als daran, dass es explizit „basisch“ war. Gerade basische Lebensmittel sind ja grundsätzlich recht gesund. Möglicherweise lagen deine Symptome tatsächlich an sauren Lebensmitteln. „Zufall“ wäre dann das falsche Wort, da die Ernährungsumstellung ja tatsächlich ursächlich war.

        Anderes Beispiel: Ich hatte damals mit Trennkost ziemlich gut abgenommen. Hinterher wurde klar, dass das Trennkost-Prinzip nicht haltbar ist, aber durch die Ernährungsregeln meine Ernährung insgesamt gesünder und kalorienärmer wurde.

        Gefällt mir

      2. Frank

        „Augenscheinlich erwecke ich den Eindruck ich wollte die Themen im Buch Fettlogik konterkarieren – und steige hiermit aus der Diskussion aus.“

        Bei mir erweckst du diesen Eindruck nicht. Es sind noch lange nicht alle Vorgänge im Körper restlos erforscht, bzw. liegen nicht überall zweifelsfreie Ergebnisse vor. Erlebnisse wie deine finde ich sehr lesenswert und denke, du solltest hier nicht „aussteigen“ weil Menschen mit dir diskutieren wollen.
        Einzig dein Zeilenumbruch bietet Anlass zur Kritik 😀

        Gefällt mir

Deine Meinung?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s