Gastbeitrag: Warum Abnehmen jetzt „funktioniert“!

Gestern stieß ich im Forum auf Moechtegern-Elfe und wurde spontan neugerig, als ich las, dass es sich bei ihr um eine adipöse Psychotherapeutin mit Hashimoto und Knieproblemen handelte. Angesichts so vieler Gemeinsamkeiten konnte ich es mir nicht nehmen lassen, sie anzuschreiben, denn gerade die Meinung von Kollegen interessiert mich immer sehr (das sind ja die ersten, die merken, wenn man Blödsinn schreibt). Im Laufe dieses Gesprächs fragte ich sie, ob sie nicht Lust hätte, einen Gastbeitrag zu schreiben aus psychologischer Sicht. Sie hatte 🙂 :

Es ist jetzt ein guter Monat her, da schrieb mich eine Freundin an, dass sie einen „Hammer-Blog“ entdeckt habe, den müsse ich unbedingt lesen. Sie schickte mir den Link zu Nadja Hermanns Blog. Eine Stunde später meldete sie sich noch einmal und forderte mich auf, doch mal die Rezensionen bei Amazon zu lesen, sie habe sich das Buch Fettlogik bestellt, sie glaube das Buch sei super, weil es eine Psychologin geschrieben habe, die gleichzeitig auch Betroffene gewesen ist. Das imponierte mir, denn ich lasse mir lieber Dinge von Menschen erklären , die wissen wie sich das, worüber sie schreiben, anfühlt. Somit lud ich mir das E-Book runter und las das Buch in einem Rutsch.
Ich hatte direkt das Gefühl, dass dieses Buch mich zum richtigen Zeitpunkt erwischt hat, ich las es und hatte eine Art Gewissheit, dass es funktionieren würde, auch bei mir. Ich gründete mit meiner Freundin und deren Freundin eine Fettlogik-Whats-App-Gruppe und so starteten wir drei am 19. Juni. Wir alle haben gut abgenommen und motivieren uns gegenseitig.

Diejenigen, die dieses informative, berührende Buch schon gelesen haben, wissen dass Nadja nicht reißerisch eine Methode hochjubelt, sondern wissenschaftliche Untersuchungen vorlegt, die einen zum Staunen bringen und überlässt es dem Leser selbst, ob er es nach diesen Erkenntnissen ausprobieren möchte. Sie sagt auch nicht, was man essen soll, oder was nicht. Sie hängt lediglich einen Abnehm-Irrglauben an den anderen und entmachtet die. Das schafft Vertrauen, Wissenschaft ist immer gut, aber auch, weil es bestätigt, dass frühere Methoden nicht funktionieren konnten.

Nach dem Lesen von Nadjas Buch war mir klar, dass nach dem Entmachten der bisher in mir wirkenden Fettlogiken, nicht nur Glaube und Überzeugung (weil Nadja hat es ja auch geschafft) tragende Säulen des Erfolgs sein würden. Nein auch objektive, wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse waren eine wichtige Säule für mich. Ich will immer alles verstehen, warum mir etwas gelingt, oder nicht gelingt.

Mein Beruf ist es Menschen psychotherapeutisch bei der Erreichung ihrer Ziele zu begleiten. Deshalb ist mir bewusst, dass zunächst der Glaube an die Wirksamkeit einer Methode im Vordergrund steht. Folgt diesem Glauben dann ein messbarer persönlicher Erfolg, entsteht eine unglaubliche Motivation dranbleiben zu wollen, zu schauen was „machbar“ ist mit dem Prinzip. Es wird erst dann selbstwirksam, sprich es wirkt bei uns, wenn wir nachhaltig und nachvollziehbar mit einem funktionierenden Prinzip zu Erfolgserlebnissen geführt werden. Dann wird Erfolg sogar vorhersagbar. Dann kann man die berühmten mathematischen „Wenn, dann-Aussagen“ machen.

Ich kann klar sagen, um 10kg reines Fett abzunehmen, muss ich 70.000 Kcal einsparen. Egal wie und egal wie lange Zeit ich mir dafür nehme. Die Rechnung wird aber zu 100% aufgehen. Das ist beruhigend mit verlässlichen Tatsachen nicht auf etwas zu hoffen – wie bei früheren Diäten – sondern einfach zu machen und es ist klar, die Pfunde purzeln!

Zugegeben 70.000 Kalorien, das klingt erstmal nach einem Berg, der vor einem liegt, aber ich weiss, ich werde den Berg abtragen, Stück für Stück. Mich interessieren primär die nächsten 7000 kcal, die erst mal wieder ein Kilo Fettabnahme bedeuten. Nahziele sind wichtig, um die Motivation lebendig zu halten, und die Erfolge folgen dann auf den Fuß.

Heute habe ich exakt einen Monat nach dem Prinzip des Kaloriendefizits täglich gelebt und habe jetzt 10.8 kg Gewicht verloren. Mühelos und glücklich, weil es für mich erklärbar ist, warum das jetzt funktioniert hat.
Bisherige Versuche längerfristig abzunehmen, brachten nur passagere Erfolge, aber sie waren niemals absolute Selbstläufer mit dem Wunsch „auf ewig dran bleiben zu wollen“ an diesem Prinzip. Wer das hier liest, weiss, wovon ich speche! Es heißt nicht, dass alles nur schlecht war, was frühere Abnehmversuche betraf und wir nehmen auch ganz sicher aus jedem Versuch einiges mit. Auch ich habe eine Menge Tools und Fähigkeiten im Laufe meiner Diätkarriere gesammelt ernährungswissenschaftlicher und psychologischer Art.

Der größte Unterschied zu jetzt besteht darin, dass ich mir auf unbewußter Ebene bei jeder früheren Methode sicher war, dass ich alles wieder zunehmen würde, wenn ich aufhöre mit der Abnehmmethode. Und wie das mit sich selbst erfüllenden Prophezeiungen ist, traten sie auch immer ein. Natürlich ist bei sämtlichen ausschließenden Abnehmmethoden (Keine Kohlenhydrate, ultrawenig Fett) vorprogrammiert, dass man das Ende der Diät herbeisehnt, um dann wieder geliebte Sachen essen zu dürfen. Wenn ich in einem Mangelgefühl bin, versuche ich doch möglichst schnell da raus zu kommen.

Die Kalorienzählmethode ermöglicht es einem, alles essen zu können, nur halt in einem bestimmten Rahmen. Okay empfehlenswert ist es, nicht extrem zu agieren und nur einseitig zu essen, dann ist abnehmen ungesund, weil wir in ein Nährstoffdefizit geraten. Aber es gibt kein Mangeldenken und Fühlen bei dieser Methode, im Gegenteil, ich habe noch niemals so genussvoll gegessen. Einzig und allein machte mir am Anfang die ungewohnt reduzierte Essmenge etwas zu schaffen, das ist aber jetzt kein Problem mehr. Wenn man mit Sport abnimmt, darf man ja auch mehr essen.

Wenn ich früher hypnotisiert auf die Zahl auf der Waage starrte, addiere ich jetzt jeden Abend tiefenentspannt eingesparte Kilokalorien. Die Zahl auf der Waage ist zwar wichtig, aber eben sehr störanfällig und nicht so exakt wie die Zahl aus der Defizitrechnung. Da musste ich also 54 Jahre alt werden, um zum ersten Mal an eine Normal- oder gar Idealgewichterreichung zu glauben. Von wegen im Alter kann man nicht mehr so gut abnehmen. Auch mit Hashimoto Thyreoiditis und ohne Sport, weil meine Knieprobleme das noch nicht zulassen, ist eine sensationelle Abnahme möglich.

Ich habe vielen Klienten in meiner Praxis schon helfen können bei Depressionen, Ängsten und Beziehungsproblemen, nur Menschen die abnehmen wollten, konnte ich nie helfen. Vielleicht ändert sich das jetzt. Ein Therapeut muss, mehr als jeder andere Mensch, an den Erfolg seiner angewandten Methode glauben, um andere Menschen aus einer Krise oder einem Problem herausführen zu können. Ich bin gespannt und neugierig, was das Leben mit meinem schlankeren Ich noch für mich bereithält.

13 Gedanken zu “Gastbeitrag: Warum Abnehmen jetzt „funktioniert“!

  1. Yggdrasil

    Schön, dass Du endlich Deinen Weg zum Erfolg gefunden hast.

    Frage dennoch: in einem Monat knapp 11 Kilo angenommen .. ist Dir da ein Fehler reingerutscht? 10 Kilo Fett .. 70.000 Kalorien .. 30 Tage, das sind 2300 Kalorien am Tag. Das ist mehr, als was man einer 54-jährigen Frau ohne Sport allgemein zugestehen würde, kann also nicht so ganz stimmen.

    Viel Erfolg beim Weitermachen!

    LG, Yggdrasil…

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    1. moechtegernelfe

      Sehr gut bemerkt Yggdrasil, klar habe ich nicht 11 kg Fett abgenommen, sondern insgesamt habe ich 11 KG abgenommen, inklusive Wasser. An reiner Fettmasse habe ich etwa 7,5 kg abgenommen bis jetzt.
      LG Möchtegern_Elfe

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  2. Silke

    Danke für diesen Blogbeitrag. Wenn er nicht von Dir wäre, hätte ich ihn schreiben können. Allerdings habe ich erst angefangen damit, aber diese „Methode“, die eigentlich gar keine ist, ist so entlastend und entspannend, dass mir als Perfektionisten selbst Ausrutscher nichts machen (während ich vorher dann alles in die Tonne gekloppt habe mit dem Gedanken „ich schaff es ja eh nicht“). Nun weiß ich: Mein Defizit an dem Tag war nur kleiner oder gar nicht da, aber der nächste Tag kommt bestimmt! Diese Idee trifft genau meine Denkweise und motiviert mich. Und ich weiß: es klappt und es wird weiter klappen. Abnehmen auf eine fast mathematisch einfache Ebene zu hieven ist das Beste, was mir zu diesem Zeitpunkt passieren konnte.

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    1. moechtegernelfe

      Silke das freut mich, dass es dir genau so geht/gegangen ist wie mir. Die Mathematik ist noch niemals so sehr mein „Freund“ gewesen wie jetzt. 😉 Mit den Ausrutschern gehts mir ebenso, ich schreibe grundsätzlich alles auf und sag mir dann „Na gut, heute nicht so ein berauschendes Defizit!“ Und gut ist!
      LG Möchtegern-Elfe

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      1. Wie sehen genau Eure „Ausrutscher“ aus?

        Ich plane mein Abendessen meist im Voraus (erwähnte ich in meinem Gastbeitrag gar nicht, fällt mir gerade erst auf). D.h. ich kann vorher verschiedene Eß-Szenarien durchspielen und mich dann entscheiden. Ist es z.B. ein schöner Sommerabend, plane ich ein Bier ein, und mein Nachtisch fällt kleiner aus. Ich kann also gar nicht zu viele kcal zu mir nehmen, zumindest nicht unabsichtlich … 😛

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      2. moechtegernelfe

        Ja Fex 1 ich handhabe das in der Regel auch so, dass ich vorher kurz durchrechne was ein potentielles Abendessen an Verbrauch bringen würde. In 98% der Fälle setze ich das auch dann so um, manchmal kommt aber was unvorhergesehens hinzu (Besuch nach dem Abendessen und mit dem Trinkt man beispielweise noch einen Wein oder so) dann wirds mehr wie ursprünglich geplant, oder ich merke, dass ich zuviel Hunger habe und nicht mehr warten kann bis ich richtig Zeit hab, mir was zu essen zu machen, dann esse ich auch schon mal was zwischendurch) wie gesagt, ich bin Psychotherapeutin und ich muss immer volle Kozentration haben in meinem Job. Da ich wirklich nur wenige Kalorien pro Tag zuführe, eine Unterzuckerung würde ich nie riskieren. Aber aufschreiben tu ich alles. Ansonsten ist eine Planung wirklich der Regelfall bei mir.
        LG
        Möchtegern-Elfe

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  3. Super 😀 Der Beitrag ist einfach klasse. Mir gefällt das Kalorienzählen zum Abnehmen nämlich auch immer besser. Und das Beste daran: Es funktioniert!
    Also, weiterhin so viel Erfolg und Durchhaltevermögen.

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      1. Auf alle Fälle! Danke dir. Ich habe mit WW angefangen, schwenke aber immer mehr auf den klassischen Weg ein. Mit den Apps heute ist das ja sooo einfach! Es macht Spaß und funktioniert. Lieben Gruß, Kari

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  4. she_lo

    Liebe Elfe vielen Dank für deinen Beitrag. Ich bin nach vielen Irrungen und Wirrungen wieder beim Kalorienzählen angekommen und sehe endlich auch mal echte Erfolge. Vor allem ist es toll, sich nicht mehr einem scheinbar unberechenbaren Stoffwechsel ausgeliefert zu sein, sondern selbst die komplette Kontrolle zu haben. Me likey 🙂

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  5. Ich muss jetzt mal ne’doofe Frage stellen, sorry schonmal vorab^^

    Das Buch habe ich ja leider noch nicht gelesen, deshalb wusste ich nicht genau, wie Nadja konkret vorgegangen ist, aber anhand dieses Gastbeitrags sowie den Kommentaren…

    Verstehe ich das richtig, dass der „ganze Trick“ im Kalorien Zählen besteht??? Quasi das, was wir früher FdH nannten und was dir „früher“ jede ältere Frau anriet, wenn’s darum ging, ab – oder auch, nicht zuzunehmen (jdfs war das im Osten vor der Wende so, da kannte man wahrscheinlich gar keine anderen Methoden…)

    LG

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    1. Michael Mendelsohn

      FDH, genau. Ich zitiere mal aus dem Schulbuch CVK Biologie: Humanbiologie von 1979: „Alle Lebensvorgänge in den Zellen, die sich äußerlich als Wärmeproduktion, Bewegung, Bildung von Drüsensäften, Abwehr von Krankheiten, Um- und Abbau verbrauchter Teile sowie Wiederaufbau, Zellteilung und Wachstum bemerkbar machen, verbrauchen Energie. Die Energiemenge wird seit 1977 in Joule gemessen. 1000 Joule (J) sind ein Kilojoule (kJ). Früher war es üblich, in Kalorien zu rechnen. Kalorien lassen sich leicht in Joule umrechenen: 1 Kalorie entspricht 4,186 Joule.“ Diese Energie gewinnt der Körper aus den Grundnährstoffen Kohlenhydrate, Fette und Eiweiß. Davon kann der Körper einiges speichern: bei Kohlehydraten ca. 200g Glykogen in der Leber (3300 kJ / 800 kcal) und „entsprechende Mengen“ in den Muskeln. Fett wird natürlich mehr gespeichert. „Pro Kilogramm Körpergewicht muss pro Tag mindestens 1g Eiweiß aufgenommen werden, um die Verluste, die durch ständigen Eiweißabbau entstehen, zu ersetzen.“ Bei Kindern ist das deutlich mehr!

      Also, die Logik ist klar: der Körper verbaucht Energie (wenn nicht, solltest du mal deine Temperatur messen, vielleicht bist du tot), die muss aus den Nährstoffen kommen, und die kommen entweder aus der Nahrung oder aus Depots im Körper. Wenn du die Nahrung einschränkst, muss der Körper an die Depots; die Lerrung der Kohlenhydratspeicher macht sich am schnellsten bemerkbar, weil dabei auch Waser freigesetzt wird (udn weil der Köper die einfacher abbauen kann), Eiweißverbauch ist schelcht, weil das Muskeln usw. abbaut, aber wenn man’s richtig macht, geht der Körper auch an die Fettdepots. Wenn du also weniger Energie mit der Nahrung aufnimmst als du verbrauchst, werden die Depots abgebaut.

      Der Trick besteht jetzt darin, keine Mangelernährung zu betreiben (Stichwort Vitamine, essentielly Fettsäuren, essentielle Aminosäuren), den Eiweißabbau zu vermeiden bzw. zu kompensieren (sonst werden wir schwach), und trotzdem weniger Energie aufzunehmen als verbraucht wird.

      Also im Prinzip schon FDH, aber intelligent. 😉

      Die „5%“ der Menschheit, bei denen das nicht funktioniert, haben Probleme, ihre Energieaufnahme korrekt zu erfassenb, d.h. sie beschummeln sich selbst beim Kalorien zählen.

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