Für das dicke Ende sorgt die Welt.

Wenn ich jemals einen Fettlogik-Award vergebe, dann steht der Gewinner bereits fest: Die Welt qualifiziert sich durch ihre Artikel „Auch sehr dicke Menschen können kerngesund sein“ in dem sie mit viel Zahlenzauberei den Eindruck erwecken wollen, Übergewicht sei kein Gesundheitsproblem, weil 30% der Normalgewichtigen und über 70% der Adipösen krank sind. … was? Wie? Egal. Bei der Welt hat das irgendwie Sinn ergeben.

Dann wollte uns die Welt verkaufen, „ein genetischer Schalter“ mache die Menschen dick, ohne dass sie mehr essen. Was sich bei genauer Betrachtung der Studie, auf die sie sich bezogen, als kompletten Bullshit erwies.

Nun hat die Welt beschlossen, dass Übergewicht doch furchtbar schrecklich ist, aber wir leider nichts dagegen tun können, ausser uns den Magen operieren zu lassen. Aber hey, die gute Nachricht ist, dass die Gene diesmal nicht schuld sind. Die Diäten sind es!

In ihrem Artikel „Das dicke Ende kommt zum Schluss“ (am 05.07. nochmal unter dem Titel „Kampf den Kilos: Warum Diäten uns immer dicker und dicker machen“ erschienen) fährt die Autorin, Wiebke Hollersen, ein Best of Fettlogiken auf. Eingestimmt werden wir mit der Geschichte von Gabriele Böttcher, die ihren Stoffwechsel mit ihrem Hobby, Diäten, zerstört hat.

Seit November wird Gabriele Böttcher im Adipositas-Zentrum der Klinik behandelt.

Sie macht dort keine Diät. Sie wird nie wieder eine Diät machen. Die Ärzte haben ihr eindringlich abgeraten. Und ihr erklärt, dass sie vielleicht gar nicht hier wäre, nicht Patientin in der Klinik, keine 153 Kilo schwer, wenn sie sich mit ihrem lebenslangen Hobby nicht gründlich den Körper ruiniert hätte. Ihr BMI, der Body-Mass-Index, der das Gewicht ins Verhältnis zur Körpergröße setzt, entspricht jetzt genau ihrem Alter. Gabriele Böttcher ist 55.

Gabriele Böttcher hat sich also wirklich den Stoffwechsel kaputt gemacht? Japp, so erklären es die Ärzte:

Als sie sich im November letzten Jahres in der Klinik in Köpenick meldete, wog Gabriele Böttcher fast 157 Kilo. Sie litt unter Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, ihr Blutzuckerspiegel war an der Grenze zum Diabetes, ihre Knie trugen sie kaum noch. Das letzte Diätprogramm hatte ihren Stoffwechsel wie versprochen neu programmiert. Nur in die völlig falsche Richtung. „Ich hab mir damit den Stoffwechsel zerschossen“, sagt Böttcher. So haben es die Ärzte im Adipositas-Zentrum ihr erklärt.

Wir halten fest: Die ÄRZTE im ADIPOSITAS-ZENTRUM haben ihr DAS erklärt. Bleibt zu hoffen, dass Gabriele Böttcher da irgendwas missverstanden hat und nicht von komplett inkompetenten Schnipplern behandelt wird [Nachträgliche Einfügung, da der Artikel evtl. für Leser, die über BILDblog und andere Quellen hergekommen sind an der Stelle schwierig ist: In dem Buch zu diesem Blog, „Fettlogik“, gehe ich intensiv auf die Forschungslage zu Diäten und Stoffwechsel ein. Ein „kaputtmachen“ oder „zerschießen“ des Stoffwechsels ist definitiv NICHT möglich. Im Rahmen auch radikaler Diäten kommt es lediglich zu einer geringen und weitestgehen erklärbaren und reversiblen Absenkung des Energiebedarfs]. Wenn man sich den Rest des Artikels und die Zitate der Ärzte anschaut, sind diese allerdings nicht dazu angetan, den Eindruck zu korrgieren. Denn:

Nur jeder dritte Patient esse wirklich zu viel, sagt die Ernährungstherapeutin des Zentrums, diesen Patienten könne sie oft gut helfen. Am besten, jemand hat noch nie Diät gemacht. Diese Patienten nehmen durch gesündere Ernährung manchmal 20 Kilo ab, vor allem Körperfett. Je mehr Diäten ein Patient gemacht hat, desto aussichtsloser ist das Programm.

Ach so. Nur jeder dritte Patient isst zu viel, und dem Rest kann man leider nur helfen, indem man den Magen verkleinert, um dafür zu sorgen, dass sie weniger essen. Denn:

Dass die Operationen funktionieren, belegen auch Studien. Eine Metaanalyse des unabhängigen Forschernetzwerks Cochrane Collaboration prüfte vor zwei Jahren 22 Einzelstudien. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis: „Operationen führen zu einem größeren Gewichtsverlust als andere Programme – unabhängig von der Art des chirurgischen Eingriffs.“

Und warum ist das so?

Ihr Magen ist danach kleiner, sie können und dürfen ihn nur noch mit kleinen Mengen an Nahrung befüllen. Aber die Operationen scheinen den Körper nicht zu einem Notprogramm zu animieren. Die neuen, kleinen Nahrungsmengen werden offenbar nicht als Zeichen einer Hungersnot gedeutet. „Man entfernt einen Teil des Magens inklusive der Magenkuppe, in der viele Hormone produziert werden. Es ist ein Eingriff in die gesamte Verstoffwechselung“, sagt Martin Kemps.

Sekunde Mal, ich dachte, ALLE Operationen wirken, aber hier liegt der Erfolg plötzlich nur daran, dass in einer bestimmten OP-Form die Magekuppe entfernt wird? Was ist denn mit z.B. dem Magenband, bei dem der Magen an sich intakt bleibt und nur die Essensmenge begrenzt wird? Ach egal. Details.

Warum Diäten im Gegensatz zur OP nicht funktionieren, zeigt sich nämlich in EINER ganz neuen Studie. Ratet mal welche!

Da wäre, ganz neu, die „anhaltende metabolische Anpassung“, die erstmals an den Kandidaten der Abnehmshow „The biggest loser“ beschrieben wurde. […] Alle 14 verbrennen deutlich weniger Kalorien, als es für Menschen ihrer Größe üblich wäre. Ihre Körper arbeiten in einer Art Notprogramm, als müssten die 14 eine Hungersnot überstehen. Dabei sind die meisten wieder übergewichtig.

Ganz recht. Ignorieren wir also buchstäblich hunderte seriöse Studien, die das Gegenteil sagen und argumentieren wir mit EINER Studie, mit 14 Personen, die extrem fragwürdig ist (falls ihr den Artikel noch nicht kennt, ich habe darüber gebloggt. Ihr solltet es lesen, um zu verstehen WIE idiotisch dieser Artikel der Welt ist).

Das muss man sich geben: Nahezu der komplette Artikel basiert auf den Ergebnissen dieser einen, absolut fragwürdigen, Studie!

Auch der Arzt Martin Kemps hat die Studie über die „Biggest loser“ gelesen. Auch er war schockiert. „Vielleicht haben wir alle jahrzehntelang etwas komplett falsch gemacht“, sagt er.

Definitiv. Wer sein medizinisch-naturwissenschaftliches Wissen aufgrund einer auf den ersten Blick unrealistischen und fragwürdigen „Studie“ komplett überdenkt, anstatt hunderte seriöse Studien zu berücksichtigen, die alle das Gegenteil sagen, der macht ganz sicher irgendwas falsch.

Aber dank der geballten Kompetenz der Adipositasspezialisten in diesem Artikel, können wir noch ein wenig Hoffnung haben:

„Hungern ist kontraproduktiv“, sagt Christina Holzapfel. Auch sie rät von Radikaldiäten dringend ab. Und von überzogenen Zielen.

Kaum jemand wird mehr als fünf bis zehn Prozent seines Gewichts auf Dauer loswerden. Fünf bis zehn Prozent, dazu ein fitterer, besser trainierter Körper – das sei aber ein ziemlich gutes Ergebnis.

Ui, 5-10%. Das wären bei meinen 150 kg irgendwas zwischen 135 und 142 kg gewesen. Das hätte meiner Kniearthrose sicher enorm geholfen, nicht so wie diese unrealistischen 65 kg. Ja gut, das sieht die Welt ganz ähnlich:

Zehn Prozent vom eigenen Gewicht. Bei Michelle Hagen wären das etwa 15 Kilo gewesen. Viel zu wenig, um gesund zu werden. Abgesehen davon, dass auch ihr Körper kaum noch ein Kilo verlor, egal, wie sehr sie sich anstrengte.

Michelle Hagen kam im vergangenen Jahr in das Adipositas-Zentrum in Berlin-Köpenick. Gewicht: fast 155 Kilo, davon Körperfett: mehr als 80 Kilo, BMI: fast 52, Kleidergröße: 54.

Sie war erst 24 Jahre alt und litt an Depressionen, Asthmaanfällen, Hirnhochdruck, sie hatte eine Insulin-Resistenz entwickelt, ihre Knie zeigten erste Zeichen einer Arthrose. Eine Hormonstörung hatte sie unfruchtbar gemacht.

Allerdings funktioniert das laut des Werbeflyers für Adipositaschirurgie … ääääääh … des Welt-Artikels nicht durch weniger essen, sondern nur durch eine OP, die einen dazu bringt, weniger zu essen:

Seit November hat sie einen Magen-Bypass. Sie legt eine Tabelle mit ihren Werten zu den Fotos. Die Messung an diesem Tag hat ein Gewicht von 89,2 Kilo ergeben, davon 27,4 Kilo Körperfett. Sie ist nicht mehr unfruchtbar und fährt jeden Tag mit dem Rad ins Büro.

Der Arzt Martin Kemps hat Michelle Hagen operiert. „Die OPs sind kein Allheilmittel, aber sie funktionieren für viele Patienten sehr, sehr gut“, sagt er. Die bariatrische Chirurgie ist für viele schwer Übergewichtige die einzige Chance, dauerhaft Gewicht zu verlieren, und zwar viel Gewicht, und damit gesünder zu werden.

Ach ja, um das komplette Arschlochprogramm zu fahren, konnte die Welt es sich nicht entgehen lassen, noch ein bisschen Bodyshaming-Glitzer auf den Bullshithaufen zu streuen:

Michelle Hagen hat drei Fotos aus dieser Zeit mitgebracht. Man sieht eine junge Frau mit langen, dunklen Haaren und fröhlichen Augen, die in einem Berg festzustecken scheint, der aus ihrem eigenen Körper besteht.

Jaja, wie das halt so ist. Ab einem gewissen Gewicht ändert sich der Status von „menschlicher Körper“ zu „Berg, in dem man festzustecken scheint“. Und die einzige, ja wirklich die EINZIGE Rettung, auch für Gabriele Böttcher ist natürlich:

Gabriele Böttcher macht wieder Sport, seit sie im Adipositas-Zentrum behandelt wird, Dance Aerobic und Aqua Fitness, beide Kurse sind extra für Dicke angelegt. Sie isst drei Mahlzeiten am Tag, sie ernährt sich etwa so wie vor Beginn des Programms. Es gebe da nicht viel zu verbessern, hat man ihr in der Klinik gesagt, sie werde wohl auch nicht mehr viel abnehmen, in einem halben Jahr hat sie vier Kilo verloren. Sie hofft auf eine Operation, der Antrag für ihre Krankenkasse ist fast fertig.

Denn offensichtlich gibt es bei einer Frau, die täglich über 2500 kcal (das ist die unterste, konservativste Schätzung für eine komplett inaktive Frau ihrer Größe und ihres Gewichts) isst, um ihr Gewicht zu halten NICHT VIEL ZU VERBESSERN. Ahja. Würde sie 2000 kcal essen – immernoch überdurchschnittlich viel für eine durchschnittlich große Frau – hätte sie in dem halben Jahr mindestens 12 kg verloren. Aber hey, wenn es nicht viel zu verbessern gibt, warum sollte sich eine Ernährungsberaterin die Mühe machen, einen vollkommen realistischen Ernährungsplan zu erstellen? Immerhin kann man der Frau doch wesentlich besser mit einer OP helfen:

Sie hat einen Notfallpass in ihrem Portemonnaie, auf dem vermerkt ist, nach welcher Methode sie operiert wurde, welche Medikamente sie nicht mehr bekommen darf. Sie muss ständig ein Multivitaminpräparat nehmen. Sie darf keine Kohlensäure mehr in den Magen bekommen, nichts Heißes, nichts Kaltes.

Wohlgemerkt, es geht hier nicht darum, Adipositaschirurgie grundsätzlich zu verdammen. Ich werde demnächst einen Artikel bringen, in dem es um Magen-OPs geht, und in dem auch die positiven Seiten zur Sprache kommen. Ich habe mehrere Berichte von Leuten, die zufrieden sind mit der OP. Aber wie krass unkritisch diese OP hier als einzige Möglichkeit dargestellt wird, um Gewicht zu verlieren, ist unfassbar. Im letzten Satz wird dann noch die Gegenstimme lächerlich gemacht:

Sie hofft auf eine Operation, der Antrag für ihre Krankenkasse ist fast fertig. Eine Psychologin, mit der sie darüber gesprochen hat, habe hinterher zu ihr gesagt: Also, bei Ihnen, da funktioniert das Abnehmen doch bestimmt auch so.

Haha! Dumme Psychologin! Abnehmen ohne Magen-OP? Ja wie soll DAS denn gehen?

Wirklich schade, dass ich diesen Artikel nicht vor drei Jahren gelesen habe, dann hätte ich rechtzeitig gewusst, dass weniger essen leider nicht funktionieren wird, um von meinen 150 kg wegzukommen. Hilfreiche Artikel wie dieser hätten mich vielleicht davor bewahrt, zu glauben, ich könnte etwas gegen mein Übergewicht tun. Vielleicht wäre ich dann verzweifelt genug gewesen, doch nochmal zur Adipositasambulanz zu gehen und möglicherweise hätte mir dort eine freundliche Ernährungsberaterin nach Durchsicht meines Ernährungstagebuches gesagt, dass es an meiner Ernährung gar nicht viel zu verbessern gibt.

Aber ich bin sicher, dieser Artikel wird auch heute, 2016, noch genügend verzweifelte Menschen erreichen und sie davon überzeugen, dass jede Hoffnung ausserhalb des Operationssaales vergebens ist.

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54 Gedanken zu “Für das dicke Ende sorgt die Welt.

  1. Vollkornhonig

    Das bedeutet, als ich meine 30 Kilo abgenommen habe, weil ich weniger gegessen habe… waren es in Wirklichkeit ALIENS DIE MICH ENTFÜHRT HABEN UND DAS FETT ABGESAUGT HABEN? Wie in dieser Folge Doctor Who? Oh man, und ich dachte schon es lag an der gesunden Ernährung und dem Sport… 😦

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  2. nessii31

    „Häufige Diäten gelten inzwischen als Risikofaktor für Adipositas.“

    Und häufiges Geldsparen gilt als Risikofaktor für Armut. Außerdem: Wer häufiger Bewerbungen schreibt, ist öfter arbeitslos. Nicht zu vergessen: wer öfter aufhört mit dem Rauchen, ist mit höherer Wahrscheinlichkeit Raucher!

    Was für ein bescheuerter Satz, der völlig Ursache und Wirkung vertauscht.

    Natürlich machen dünne Leute weniger Diäten, warum sollten sie auch?!

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  3. Also echt, Du hättest Dich einfach operieren lassen können. Erst ein Stück vom Magen. Und dann noch eine. Für die Haut und so. Weil Du dabei aber nichts darüber gelernt hättest was dein Körper wirklich braucht und was nicht, hättest Du auch nach der OP wieder zugenommen und die Prozedur dann alle zehn Jahre wiederholen lassen können. Viiiieeel einfacher ist das, vor allem wenn man dick und daher eh willensschwach ist. Andere Möglichkeiten gibt es nicht. *ironie_und_zynismus_aus* :-p

    Mann, wie gut, dass Du das nicht gemacht hast und stattdessen ein Buch geschrieben hast und ich Dein Buch auch rechtzeitig gelesen habe! Danke an dieser Stelle nochmal, dass Du diese wichtige Aufklärungsarbeit leistest. Für uns alle!

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  4. Dani

    Wenn ich nicht eigentlich wüsste, dass der Welt-Artikel ernst gemeint ist, würde ich das für eine sehr gut gemachte Fettlogik-Satire halten. Die Autorin hat ja nun wirlich nichts ausgelassen. Autsch.

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  5. Der Artikel widerspricht sich irgendwie selbst. Oder kommt es mir nur so vor? „Die Operationen scheinen ganz andere Mechanismen auszulösen als eine radikale Diät … Ihr Magen ist danach kleiner, sie können und dürfen ihn nur noch mit kleinen Mengen an Nahrung befüllen. Aber die Operationen scheinen den Körper nicht zu einem Notprogramm zu animieren. Die neuen, kleinen Nahrungsmengen werden offenbar nicht als Zeichen einer Hungersnot gedeutet.“
    Eine Diät bzw. Abnehmen wird hier grundsätzlich gleichgesetzt mit Radikaldiät – und das führt quasi automatisch zum anschließenden erneuten Zunehmen. Aber wenn ich – durch die OP gezwungen – einfach nur kleine Portionen esse, kann ich abnehmen. Aber ohne OP kann man keine kleineren Portionen essen? Komisch. Also ich kann das. (Muss ich das verstehen?)

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  6. Corimosa

    Das Schilmme- und der Grund, warum mich solche „Artikel“ manchmal echt auf die Palme bringen können- ist, dass ich früher nach dem Lesen seufzend genickt und lethargisch in mein Snickers gebissen hätte… jaja, dauerhaftes Abnehmen ist so schwer, eigentliche ein Mythos wie der Yeti… und ich gehöre nun mal nicht zu den Auserwählten, die jemals dünn sein können… hm, ob man auch mit einem BMI von noch-nicht-ganz-30 eine OP bewilligt bekommt? … Waaaaah!!!
    Liebe Nadja, ich hoffe, du schöpfst ganz viel Freude daraus, dass du mit deinem Weg (und deiner Offenheit darüber) ganz vielen Menschen eine Tür geöffnet hast. Meine Lebensqualität, mein Selbstbild… alles so anders jetzt. Danke!

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  7. Inita

    „Die Welt ist eine Scheibe und Chemotherapie heilt Krebs“.So lange es was zu verkaufen gibt, werden sie es uns verkaufen. Glücklicherweise haben Menschen auch ein Gehirn. Einige jedenfalls :-).

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    1. Tina

      „Chemotherapie heilt Krebs“ – Ja, tut es!

      Sorry für OT! Aber mein Blutdruck, der hochgeht, wenn ich sowas lese, zwingt mich quasi in die Tasten zu hauen.

      Selbstverständlich hoffe ich, dass die Medizin bald mit besseren Methoden zur Behandlung von Krebs aufwarten kann, denn Chemotherapie ist scheiße und belastet den Körper, ja. Aber: Das tut Krebs auch. Die Überlebenschancen MIT Chemo sind in den meisten Fällen deutlich besser als ohne.

      Dieses „Chemotherapie ist Geldmacherei!“-Gejaule geht mir tierisch auf den Keks. Denn genau das beeinflusst Menschen dahingehend, statt eine schulmedizinische Therapie zu machen, die ihre Überlebenschancen in den meisten Fällen erhöht (okay, ein Glioblastom oder so mal ausgenommen – aber auch da kann Lebensqualität und Zeit gewonnen werden), sich in irgendwelche kruden, obskurden alternativmedizinischen Hände (die natürlich überhaupt nicht ihr Geld wollen) zu begeben.

      Und solange wir in einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung leben, ist es völlig normal, dass jedes Unternehmen einen Gewinn erwirtschaften will, auch Pharmaunternehmen. Das bedeutet aber nicht, dass sie alle unter einen riesigen Chemotherapie-Verschwörungsdecke stecken.

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  8. Nett zerlegt. Beflügelt dich so eine Auseinandersetzung, oder begeistert sie dich für ein Siegesgelage?

    Wären Menschen mit Knieproblemen eine geschützte/“historisch benachteiligte“ Gruppe, würde wieder propagiert werden, dass das einzige Heil in Knieoperationen liegt.

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  9. Claudia

    Liebe Nadja, noch vor einigen Wochen (ich nenne es immer mein Leben vor deinem Buch) hätte ich mich leicht deprimiert und neidisch auf alle die, die sich operieren lassen können meinem Selbstmitleid hingegeben. inzwischen zähle ich Kalorien und nehme ab. da es mir nicht jeden Tag gelingt ein großes Defizit zu erreichen, nehme ich langsam ab aber ich nehme ab. die Menschen belügen sich. Sie belügen ihre Ärzte, sie belügen ihren Steuerberater (das bin in dem Fall ich) nirgendwo wird mehr gelogen, als im menschlichen Leben und irgendwann beginnt man selbst diese kleinen Ausreden zu glauben. außerdem ist es unglaublich schwer zu fassen, wie viel Kalorien unser Essen tatsächlich hat und wie verdammt wenig 100g sind und wie elend lang eine halbe Stunde schwimmen. die wenigsten machen es mit bösem willen und: es ist sauschwer, wenn der Apetit riesig und das kalorienbudget klein ist. Auch ich schaffe es nur, wenn ich mich Lowcarb komplett ohne Zucker und Co ernähre, um den Heißhunger auszuschalten und den Tag überhaupt erträglich zu gestalten. ansonsten renne ich wie ein Tier auf der Suche nach fressen durch den Alltag und denke 24 von 24 Stunden nur daran, was ich wann noch darf und ob mir das vielleicht nicht reichen könnte. ich bin dir sehr dankbar für dein Buch und deinen Artikel und das wollte ich schon lange mal gesagt haben: Danke! Claudia

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  10. Mona

    Die Frau ist ein halbes Jahr in der Klinik und die Leute dort sagen ihr, dass sie nichts abnehmen wird, weil ihre Ernährung schon annähernd perfekt ist? Entweder die Frau selbst oder die Leute, die dort arbeiten betreiben Sabotage, auch wenn sie es gar nicht merken.

    Wie sollen Knie entlastet werden, wenn es schon supi ist 5 bis 10% abzunehmen? Wie lang sind die Menschen in der Klinik? Das müssen doch bestimmt einige Monate sein, oder? Kennt sich jemand aus? Wenn man da nur 2 Wochen ist, dann sind 5% natürlich supi.

    Ich frage mich bei sowas immer: Würden die Ärzte ihre eigenen Kinder/Liebsten/sich selbst auch in diese Klinik schicken oder würden sie sich/Liebsten/Kinder ganz anders behandeln?

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  11. Daniel

    Über die Autorin bei der Welt:

    Studium der Publizistik, Politikwissenschaft, Neueren Geschichte an der FU Berlin

    Also die wusste es wahrscheinlich nicht besser. Möchte die vielleicht mal jemand kontaktieren? (Blick auf EMN)

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  12. dieElsve

    Was man hier nicht übersehen darf, ist dass die Welt schon des öfteren „vergessen“ hat plumpe Werbung als solche zu kennzeichnen und das Ganze statt dessen als redaktionellen Inhalt verkauft (Quelle BildBlog, ich glaube, das letzte Mal betraf es einen „Artikel“ über eine Fluggesellschaft). Am Kalorienzählen zuhause verdient halt keiner was…

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  13. Sabine

    Also, Diäten, d.h. weniger essen, hilft nicht, macht im Gegenteil dick. Und nach einer Magen OP isst man dann weniger, aber DAS hilft dann ? Oder verstehe ich das mal wieder alles nicht…?

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  14. Wolfgang

    hmmpf, Ich hätte den Schmonzes auch mit meinem BMI von 40 nicht geglaubt. Weil mein Denken stets funktioniert hat. Sonst hätte ich ja meinen Bauch nicht weg erklären können. Das ist wirklich schon dreiste Verdrehung der Tatsachen in dem Artikel.

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  15. Michael Mendelsohn

    „Sie darf keine Kohlensäure mehr in den Magen bekommen, nichts Heißes, nichts Kaltes.“ — na, mit dem Programm hat man die ganzen zuckerhaltigen Limos schon ‚raus, Eis geht auch nicht mehr, da gibt’s schon aus Umstellungsgründen vermutlich ein gewisses Kaloriendefizit!

    Ich stelle mir das mit „Stoffwechsel kaputtmachen“ auch so vor, dass die ganzen Pseudodiäten nach einer Weile nicht mehr funktionieren, weil die Tricks schon ausgereizt sind. Damals bei der Ernährungsberatung im Krankenhaus wurde mir auch erzählt, es käme nur darauf an, den Fettanteil im Essen zu reduzieren (mit passendem Medikament natürlich), und bei einigen Leuten funktioniert das dann auch: keine Würstchen, keine Chips, weniger Sahne an die Suppe und weniger Fett in die Pfanne, und schon hat man, ohne sich viel umzugewöhnen, ein Kaloriendefizit. Ich habe damals von Milch auf Apfelschorle umgestellt als Getränk, was genau nix gebracht hat, und durch den Verlust an Eiweißzufuhr möglicherweise sogar negativ war. Wenn man durch so ein paar Diäten durch ist und die ganzen einfachen Tricks schon alle drauf hat, d.h. sich relativ gesund ernährt, dann ist mit so „Diäten“ eben nichts mehr zu machen.

    Aus Sicht der Berater sieht das natürlich anders aus: ihre tollen Tips funktionieren bei vielen ihrer Klienten, nur halt einigen nicht. Kann also nicht an den Tips liegen, müssen die Klienten sein, die den „kaputten Stoffwechsel“ haben. Auch wenn die Erklärung Blödsinn ist.

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    1. Mona

      Doch Eis geht. Man muss es ja nur etwas aufwärmen lassen und kann es quasi trinken. Cola geht auch, muss man nur vorher ganz kräftig schütteln. 🙂

      Das mit dem Eis hab ich von einer erzählt bekommen, die selbst schon mehrere Magen-Ops hatte. Das mit der Cola hab ich mir ausgedacht.

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      1. Mona

        Das geht über Jahrzehnte, deswegen musste dann nachgebessert werden und es gab im Bauchraum noch Verwachsungen oder wie man das nennt. So wie ich das verstanden habe, wurde es bei ihr halt über Jahre schlimmer, mit Vitaminen und Erbrechen, weil nichts drin blieb, aber andererseits irgendwie hat sie es geschafft vieles zu essen, was durch den Magen durchrutscht und sie wieder zunahm. Ich versteh das alles nicht so gut, weil ich sie halt nicht so extrem detailliert ausfragen wollte. Das mit dem Eis ist mir halt hängen geblieben.

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      2. Und genau das ist das sowohl das Problem, als auch das Risiko bei Magen-Op’s. Wenn sich nicht auch die Einstellung und Ernährung grundsätzlich ändert wird es richtig gefährlich. Diese Umstellung funktioniert aber eben auch ohne Op. Wahrscheinlich glauben die Ärzte, dass man fettsüchtige Menschen nur durch Zwang, wie eben die Op, zu einer Lebenseinstellungsänderung bringen kann, die nebenbei auch noch für ausreichende Fallpauschalen in ihrer Klinik sorgt^^

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      3. sternenmond75

        ….krasse Geschichte und macht hier deutlich, dass eine Magen-IP nichts bringt, wenn der Patient sich mit Biegen uns Brechen hochkalorisch ernähren will. Eis auftauen und flüssig lauwarm trinken – also das ist schon mit die unterste Stufe der Verzweiflung so ekelhaft ist das !! Ich werde übrigens den Linken zu diesem Blogeintrag weiterleiten – bin ja Welt-Kompakt-Abonnent und habe ein Recht auf sauber recherchierte Artikel deutlich über Bild-der-Frau-Niveau.

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      4. sternenmond75

        …arrrrg Smartphone mit T9 – mein Untergang. Seltsame Fehler gegen Sinnhaftes bitte austauschen. …peinlich…immer wieder

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  16. Alex

    Da fehlt doch der Hinweis „Sponsored“ oder „Affiliate“ in dem „Artikel“- oder? Und der Inhalt ist nur was für Leute mit extrem schrägem Humor. Normalgewichtige Leser werden wahrscheinlich mit den Schultern zucken und zum nächsten Thema wechseln, übergewichtige hingegen je nach Stimmungslage mit dem Gedanken spielen, vielleicht doch auch mal so eine OP, weil, scheint ja das Einzige und Sinnvollste, was hilft. Was ich besonders gewissenlos finde: Diese Art der OPs (ich werfe da jetzt ebenfalls mal die ganzen plastischen Verschlimmbesserungen mit in den Topf) werden von denen, die damit Geld verdienen, als mindestens so harmlos wie Haarefärben dargestellt. Wer braucht schon die Magenkuppe, das olle Ding- kann weg. Eventuell könnte man starken Rauchern, die es sonst nicht schaffen, vom Glimmstengel loszukommen, einen Lungenflügel- nee, das wird selbst mir jetzt zu makaber.

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  17. Frank

    Was die da betreiben, finde ich sträflich inkonsequent! Wenn ich mich schon zu einer Magen-OP entschließe, weil ich durch Diäten nicht abnehmen kann, möchte ich aber bitteschön auch SOFORT einen Effekt sehen. Warum bieten die kein Rundum-Sorglos-Paket inklusive Fettabsaugung und Hautstraffung an?

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    1. Mona

      Das wär doch viel zu offensichtlich, wenn man Behandlungen auf der Körperaußenseite hat. Der Magen ist innen, vielleicht hat es etwas magisches dadurch? Außerdem ist es beim Magen eher so ein „ich bin krank und deswegen muss der Magen operiert werden und dann zahlt die Krankenkasse.“ (Zahlt das die Krankenkasse überhaupt?) Bei Fettabsaugung und Hautstraffung ist es ja viel schwieriger es bezahlt zu bekommen. Krankenkassen wollen meistens, dass man vorher alles mögliche selbst schon durchgezogen hat bzw. bestimmte Behandlungen schon mitgemacht hat.

      Lipödeme können ja auch operiert werden. Eine, die ich kenn, hat es zuerst selbst bezahlt aus Verzweiflung vor den Schmerzen und dann 3 oder 4 Jahre mit Gutachten und vor Gericht zugebracht bis die Krankenkasse die Kosten ihr erstattet hat. Die Op an sich war wohl auch ziemlich fies, sodass sie nur die Unterschenkel machen lassen hat und die Oberschenkel erstmal so gelassen hat.

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    2. Mona

      Irgendjemand muss das mal durchrechnen, vielleicht ist ein Rundum-Sorglos-Paket sogar wirtschaftlich günstiger für Deutschlands Bevölkerung. 😀 Schöne neue Welt.

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  18. Ich war auch mal soweit mir den Magen verkleinern zu lassen, weil ich einfach mit meinem ganzen Gewicht nicht klar gekommen bin und das Gefühl hatte, die Gewichtsspirale geht immer immer immer weiter nach oben ohne dass ich etwas tun kann. Ich hatte das Beratungsgespräch in der Klinik, ich war ein paar Mal bei der Magenbypass-Selbsthilfegruppe der Klinik und mein Antrag bei der Krankenkasse war durch. Der Arzt hat mir im Gespräch gesagt, dass ich mit meinen 137kg es eh alleine nicht schaffe, da würde die Statistik gegen mich arbeiten. In der Selbsthilfegruppe waren die ganzen glücklichen, euphorischen Menschen, deren Leben so viel besser geworden ist durch die OP. Ich war wie in einem Glückstaumel, dass es endlich eine Lösung für mich gibt. Und auch noch so relativ einfach. Und für den Rest meines Lebens müsste ich niiiiie mehr meine nichtvorhande Willensstärke strapazieren, weil,… ja, weil ich halt gar nicht mehr anders kann.

    Aber dann war da der Junge, der von der OP erzählt hat, wie schrecklich und schlecht es ihm danach ging. Und wie lange es ihm so schlecht ging. Und jetzt ist er zwar relativ dünn, nur 85 statt 165 Kilo, aber unter seiner hängenden Haut ist ständig alles entzündet und wenn er in den Spiegel schaut, dann dauert es immer eine Weile, bis er erkennt, dass er das ja ist, weil er so schnell abgenommen hat, dass sein inneres und äusseres Bild nicht mehr deckungsgleich sei. Und die Frau, die erzählt, dass sie nur eine Tasse Nahrung auf einmal zu sich nehmen kann, aber trotzdem rumrennt wie ein Junkie und nach hochkalorischer Nahrung sucht und sich dabei erwischt hat, wie sie ein Glas Nutella in der Mikrowelle verflüssigen wollte um sie zu trinken. Oder Sahne direkt aus der Packung trinkt. Und die Leute, die von den Hautreduktions-OPs erzählt haben. Ja, da tut einem (ein weiteres halbes Jahr) alles weh. Und gut aussehen tut das erstmal auch nicht mit den ganzen Narben.

    Ich habs letztendlich nicht gemacht. Hauptsächlich, weil ich es vor mir selbst nicht rechtfertigen konnte, mir ein gesundes Organ kaputtoperieren zu lassen. Und die Angst davor, dass ich dieses Stück Magen oder diese 80cm Dünndarm vielleicht doch noch mal brauche in meinem restlichen Leben.

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      1. 20kg sind weg, aber das war in den letzten 5 Jahren in denen ich mehr und weniger intensiv dran gearbeitet habe. Jetzt bin ich eher intensiv wieder dran und wäre bis zum Jahresende gerne ein Uhu. Im Momemt trinke ich morgends und Mittags Proteinshakes (was für mich gut funktioniert) und esse Abends eine leichte, kohelnhydratarme Mahlzeit, so dass ich insgesamt unter 1000kcal pro Tag bleibe.

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  19. Anonyma

    Der Welt-Artikel zeigt sehr deutlich, wie verkommen der Medizinbetrieb inzwischen ist. Verzweifelten Menschen werden Operationen angedreht, deren Folgen diese gar nicht absehen können. Ich finde das zynisch.

    Meine Vermutung: Mit Knie-Operationen können sie nicht mehr so viel Geld machen, also muss ein neues Geschäftsfeld her. Mit den Dicken kann man’s ja machen.

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  20. Paul

    Hat der Autor dieses Blogs und des Buches, das er hier verkauft, nachgewiesene Physiologiekenntnisse? Kennt er den Unterschied zwischen viszeralem Fett und Körperfett? Ich empfehle das Buch „Das egoistische Gehirn“, die Investition dafür ist jedenfalls geringer als für eine (vielleicht unumgängliche) OP.

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    1. Wiesler

      Ihr Kommentar erinnert an ein kleines Kind, das sich bei Konfrontation mit einer unangenehmen Nachricht die Ohren zu hält und „lalala“ brüllt. Warum lesen SIE nicht das Buch der Autorin? Damit Sie weiterhin rhetorische Fragen stellen können?

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  21. Mona

    Ich habe eine Frage, wie ernst nehmen es die Leute mit den Abnehm-Versuchen, die man machen muss, wenn man von der Versicherung die Magen-OP bezahlen lassen will?

    Ich hab in Foren schon paar mal gesehen, dass dann Leute in so einer Art schreiben: „Ich habe noch 6 Monate, wo ich mit der Ernährungsberaterin probieren muss. Ich werde es probieren. ;)“ So ein Zwinkern am Ende sagt mir doch, dass die Person das nicht vorhat durchzuziehen, dass sie nur die nötigen Termine einhält, aber Zuhause isst wie sie lustig ist, oder nicht? Muss man eine Abnahme vorweisen, wenn man sich operieren lassen muss oder ist das kontraproduktiv für die Kostenübernahme, wenn man eine Abnahme vorher hinbekommt? Ok, jetzt sind es zwei Fragen.

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  22. Beim lesen merkte ich wie mich die Teile des Artikel immer mehr schwerst frustrieren. Das ist so eine Hoffnungslosigkeit.
    Und die wird einem fetten Menschen doch immer und immer wieder vermittelt. Das die Störung der Hormone durch dass übermäßige Fett kommt (denn da wird die Hormonproduktion stark eingeschränkt) wird gar nicht erwähnt. Und dass sie froh sein kann, wenn sie einige Kilos abnimmt und da eh schon der Zenit erreicht ist. Seufz, ich grief mir auf’s Hirn. Aber in der Verzweiflung da glaubst und meinst du möglicherweise vieles.

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  23. Ossi

    Ich bin ein bisschen spät dran mit meinem Kommentar, aber irgendwie beschäftigt es mich schon länger, dass die Adipositaschirurgen hierzulandedie Patienten in ihrer fettlogik nur bestätigen zu scheinen, bis die OP als einziger Ausweg dasteht.

    Ich habe eine sehr dicke Bekannte, die sich einem Magenbypass unterzogen hat. Sie hat auch immer behauptet, sie äße gar nicht so viel, seit Jahren unter 1800 Kalorien am Tag; wiegt aber weit über 150 Kilo. Der Adipositaschirurg hat ihr auch bestätigt dass man nicht vom essen dick wird, sondern von den Hormonen, und dass die OP die einzige Rettung für sie ist, weil das irgendwie auch die Hormone beeinflusst.

    Sie behauptet, sie wäre in jeder Hinsicht speziell, sowohl metabolisch als auch dahingehend dass sie, egal wieviel Sport sie treibt, einfach nie Fortschritte macht und ihr hinterher nur alles weh tut.

    In Wirklichkeit isst sie natürlich deutlich mehr als die 1800 kcal und bewegt sich nur vom Haus zum Auto. Ihre Spezialisten haben sie in dem Glauben bestätigt dass das alles nichts mit ihrem Übergewicht zu tun hat, es sind nur die Hormone.

    Ich finde das verantwortungslos und unethisch. Ich habe nichts dagegen, dass sich Leute operieren lassen weil sie diese Krücke brauchen. Aber Menschen so schwerwiegenden Operationen zu unterziehen nachdem man sie in dem Glauben bestätigt hat, dass ihr Verhalten rein gar nichts mit ihrer miserablen Situation zu tun hat, heisst doch, sie zum Scheitern zu verurteilen.

    Gar nicht lange nach der OP hat die Bekannte vermerkt, irgendwas stimme mit ihren Hormonen immer noch nicht, weil sie jetzt nur noch 1000 kcal am Tag isst und nichts mehr abnimmt … ich befürchte, sie wird es nicht schaffen. Immer wird irgendwas anderes ausser sie schuld sein, wenn es mit dem Abnehmen nicht hinhaut. Die Frau ist ein wandelndes Fettlogik-Lexikon … :/

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  24. Ich denke, bei dem Welt-Artikel handelt es sich um einen (in Verbindung mit einem großen Anzeigenkontingent) geschriebenen redaktionellen Beitrag für die Adipositas-Chirurgie. So macht mein (und viele andere) Unternehmen das tatsächlich auch. Kauft Anzeigen und lässt sich einen positiven Artikel schreiben (nur in einer weit weniger gefährlichen oder sensiblen Branche). Was dann wirklich gesagt wurde (oder ob überhaupt, ich wurde schon x-mal in Artikeln zitiert und habe nicht ein Wort davon wirklich gesagt) bzw. ob das was vielleicht tatsächlich gesagt wurde, richtig wiedergegeben oder „passend gemacht“ wurde, ist dann noch mal eine andere Geschichte.

    Das fiese ist, dass Artikel über das Abnehmen bzw. über Übergewicht so viele Menschen erreichen und ansprechen. Dieser ist echt der Gipfel, da er Menschen als einzigen Ausweg eine nicht ganz ungefährliche OP empfiehlt, die dazu noch lebenslange Weiterbehandlung mit sich bringt. Bevor ich (dank Deines Buches, Nadja) damit begonnen habe, mit weniger Essen schnell und viel abzunehmen (ich bewege mich stramm auf das Zerstören meines Stoffwechsels zu), war ich auch davor, mich mal über eine OP zu informieren. Ein solcher Artikel hätte mich bestärkt. Jetzt bin ich einfach nur so froh, dass ich das nicht getan habe.

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  25. Pingback: Linksammlung – Fettlogik überwinden.

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