Gastbeitrag: Es läuft sich besser mit leichtem Gepäck

tinaIhr erinnert euch noch an die Verlosung vor einigen Monaten, als ihr mir Bilder schicken solltet? Nun, eins davon kam von Tina, gemeinsam mit dem Hinweis, dass sie nun ihren ersten Halbmarathon vor sich hat. Das fand ich spontan so cool, dass ich sie gefragt habe, ob sie nicht Lust hätte, etwas zu Ihrem Weg zum Halbmarathon zu schreiben. Laufen war für mich immer der Inbegriff des Sportlichseins und irgendwie ist es mir auch jetzt noch etwas unheimlich (und der Crosstrainer im Wohnzimmer ist viel näher an der Comfort-Zone dran) – aber das war so ein richtiger Motivationsbeitrag, der mir beim Lesen wieder Lust aufs Laufen gemacht hat 🙂

Als Titel für diesen Gastbeitrag schwirrte mir irgendwie „Vom Couchpotatoe zum Halbmarathon“ durch den Kopf, weil es so herrlich drastisch klingt.

Aber das wäre irreführend, denn ein Couchpotatoe war ich eigentlich nie, auch nicht zu Moppel-Zeiten. Es gab sicher aktivere und weniger aktive Phasen, aber ich habe immer Sport gemacht.

Vielleicht aber zunächst mal grundsätzlich zu meiner Person: Geboren im Jahre 1983, bin ich mittlerweile 33 Jahre alt, habe zwei Kinder, die im März 2012 und im Juni 2014 geboren sind und ich falle seit meiner Jugend in die Kategorie „Pummelelfe“. Gefühlt würde ich sogar sagen „schon immer“.

Wenn ich mir heute Bilder anschaue, auf denen ich Kind oder früher Jugendliche bin, frage ich mich immer, woher dieses Gefühl kommt, denn ich sehe völlig normal aus. Sicher nicht dürr, aber eben auch nicht moppsig. Trotzdem ist mein Selbstbild davon geprägt, nicht schlank zu sein, auch wenn ich nur bedingt sagen kann, woher das kommt.

Zum Glück ist es aber ebenso geprägt vom Sportlichsein, weil Sport in unserer Familie auch immer dazu gehörte.

Trotzdem kenne ich mich seit früher Jugend nur mit Gewichtsproblemen und nahm so ungefähr seit meinem 16. Lebensjahr stetig zu, immer mal wieder unterbrochen von mehr oder weniger erfolgreichen Diäten.

Und so brachte ich im Herbst 2014 fast 100kg auf die Waage, verteilt auf eher kleine 164cm.

Höchstgewicht, wenn man mal von den jeweiligen Zahlen am Ende beider Schwangerschaften absieht.

Laufen war vorher eigentlich nie mein Ding gewesen.

Langweilig, dauert schrecklich lange, ohne dass was passiert und man zockelt halt so vor sich hin. Gähn!

Freundinnen von mir hatten im Jahr zuvor am „Women’s run“ teilgenommen. Ein supertolles, lustiges, aktives, verrücktes Laufevent nur für Frauen, wenn man denn den Erzählungen glauben konnte. Man kann wählen, ob man 5 oder 8 Kilometer läuft oder walkt.

All das machte mich nur bedingt neugierig und machte auch die eher skeptischen Gedanken zum Laufen nicht wett.

ABER: Es gibt pinke Laufshirts!

Knallpinke, geile Shirts mit dem jeweiligen Jahresmotto.

Jaaaa, ich gestehe, ich liebe pink und ja, ich wollte so ein Shirt.

Und ein bisschen neugierig und ehrgeizig war ich auch.

Meine Freundinnen waren die 8km gelaufen, die mir durchaus sehr respektabel erschienen, ich hielt mir zunächst offen, mich doch lieber nur für die 5km-Distanz anzumelden.

Zunächst musste ich allerdings überhaupt mal anfangen. Nur wie? Ich wusste nicht mal, wie lange ich am Stück überhaupt durchhalte. 30 Meter? 40?

Ich mag Pläne. Ich folge gerne Plänen. Und ich mag mein Handy und Apps und Spielereien

Und für Menschen wie mich gibt es Apps mit Plänen.

Super!

Ich lud mir also eine App für den Lauf-Anfänger runter, Stöpsel in die Ohren und los:

Eine freundliche Männerstimme lud ich mich ein: „Wärmen wir uns erst mal auf! Fünf Minuten zügiges Gehen!“

Kann ich.

Yeay!

Dann fing ich an: 30 Sekunden Laufen, 90 Sekunden Gehen.

Kein Scherz!

Und ja, das war so was von genug!

Mein sportliches Leistungsvermögen hatte wohl in Schwangerschaft und der Zeit danach doch etwas gelitten.

Aber einer der Vorteile, den ich beim Laufen sehe, ist der, dass man relativ rasch Erfolge erzielen kann. Merkliche Erfolge. So was brauche ich, um dabei zu bleiben, sonst geht meine Motivation zu schnell den Bach hinunter.

Die Lauf-App steigerte also kontinuierlich den Anspruch, die Laufzeiten wurden mehr, die Kilometer, die ich dabei lief, auch.

Von acht Kilometern war ich zwar noch weiiiiit entfernt, aber bis zum Women’s Run war auch noch genug Zeit.

Um mich einzustimmen, lief ich mit einer Freundin Ende Juni dann bei meinem ersten Laufevent mit: 5km, liebevoll Fun-Lauf genannt, wobei ich, was den tatsächlichen Fun betraf, eher skeptisch war.

Zumal um mich herum fast nuuuur schlanke Menschen waren und ich mir ein bisschen wie der Tanzbär zwischen den Gazellen vorkam.

Und ja, es wurde anstrengend. Sehr.

Und ja, die schlanken Menschen waren schneller.

Es war unglaublich warm, ich war unglaublich aufgeregt und mir war danach unglaublich schlecht.

Aber: Wir wurden nicht die Letzten, womit ich mich vorher insgeheim eigentlich schon angefreundet hatte, und ich lief die 5 Kilometer so… naja… „schnell“, wie niemals vorher: In knapp 37 Minuten. (Zum Vergleich: Heute brauche ich 10 Minuten weniger.)

Ich freute mir den Arsch ab und ich hatte Blut geleckt: Ich wollte mehr.

Zeitgleich mit diesem Laufevent startete ich außerdem meine neue Abnehmphase. Ich hatte endlich abgestillt und wollte doch wenigstens wieder irgendwas um die 80kg wiegen, 77kg wären der absolute Traum gewesen, aber der wirklich nur für den Fall, dass ich ganz viel Glück habe.

Ich habe meine Diät mit einer Art Fastenkur begonnen, unterstützt von Akupunktur.

Wichtig: Man nimmt nicht durch die Akupunktur ab, sondern die Nadeln im Ohr helfen, den Hunger im Zaum zu halten und man ernährt sich drei Wochen lang nach einem strengen Plan, mit dem man auf ca. 360 Kalorien/Tag kommt. Ganz ehrlich: Ich bin mir recht sicher, dass man mir die Nadeln auch in den Hintern setzen könnte, und es würde funktionieren, einfach weil es viel Kopfsache ist, denke ich.

Wie dem auch sei: Ich schaffte in den drei Woche über 12kg, was natürlich traumhaft und motivierend ist. Ehrlich gesagt ist es sogar schon frustig, wenn man in diesen drei Wochen morgens auf die Waage steigt und weniger als 500g verloren hat *g*

Allerdings hatte ich, was mir aber wirklich bis dato mit dieser Methode so noch nie passiert war, innerhalb von drei, vier Tagen zwischen vier und fünf Kilo wieder drauf und die blieben dann auch.

Natüüürlich: Stoffwechsel kaputt gemacht 😉

Dank einer schlauen Freundin, die Krankenschwester ist („Naja, aber wenn das mit dem Stoffwechsel stimmen würde, dann müssten meine anorektischen Mäuschen ja quasi von einem Apfel am Tag zunehmen.“) und eines guten Sportarztes („Bleiben Sie mal weiter am Ball, schaffen Sie ein Kaloriendefizit und Sie werden sehen, das kommt.“), wurde ich darin bestärkt, einfach mal ohne Nadeln mit dem Laufen und der verringerten Energiezufuhr weiterzumachen und zu sehen, was passiert. Natürlich schaffte ich es alleine nicht, bei 360 Kalorien/Tag zu bleiben, aber ich kam auf ein Defizit von gut 1000 Kalorien/Tag, was ich auch der vorangegangenen dreiwöchigen starken Reduktion zuschreibe. Ich war das einfach schon gewohnt.

Wenn die Leute mich fragen, wie ich „das“ geschafft habe, antworte ich immer: „Ganz schnödes Zählen und viiiel Laufen.“

Und es war wirklich so simpel. Kein Hexenwerk, keine besondere Form der Diät.

Einfach ein Defizit schaffen.

Von den Fettlogiken hatte ich bis dahin noch nicht gehört, aber als ich das Buch dann Endes Jahres auf Empfehlung las, dachte ich nur „Sauber. Alles richtig gemacht. Ab jetzt nie wieder anders! Danke, Freundin, danke Arzt, danke Nadja!“

(Wobei das mit den Nadeln ja letztlich als Hilfestellung auf’s Gleiche hinausläuft und ich finde es immer noch praktisch *g*)

Aber zurück zum Laufen:

Ich war euphorisch und begeistert und fieberte dem Women’s Run entgegen. Erst schaffte ich beim Training 6 Kilometer, dann 7, dann 8, der Lauf konnte kommen.

Er kam auch.

Und mit ihm eine Unwetterwarnung.

Der Lauf musste leider abgesagt werden und so fand das Event, für das ich überhaupt erst das Laufen angefangen hatte, gar nicht statt.

Meine Freundin und ich, wir liefen trotzdem, wenn auch bei mir zu Hause durch’s Feld und durch den Regen, aber das war uns egal. Wir wollten, wir mussten, wir liefen. Als Ziel hatten wir uns gesetzt, unter einer Stunde zu bleiben, und wir schafften es knapp unter 57 Minuten und freuten uns wie die Schneeköniginnen.

Außerdem hatte ich endlich mein pinkes Shirt. „Laufperle“. Ein Traum.

Der Schritt zum Halbmarathon… ich weiß gar nicht mehr so genau, wie es dazu kam.

Meine Freundin lief im Herbst dann mit ihrem Mann den Köln Marathon mit und ich meine, ich hätte damals noch gesagt, dass ich das niiiiemals schaffen würde.

Ich wagte mich im Oktober zu einem Event mit einem Waldlauf, da lief man 7-Kilometer-Runden und konnte während des Laufens entscheiden, ob man nach der laufenden Runde aussteigt oder weitermacht.

Nach der ersten Runde kostete es mich schon durchaus Überwindung, weiterzumachen, und am Ende der zweiten Runde war ich so weit, mich zwei Kilometer vor dem Ziel einfach ins Unterholz zu legen. Irgendwer würde mich schon finden und ins Ziel tragen, wenn es an der Zeit wäre.

Ich kam fix und fertig ins Ziel. Noch eine weitere Runde, um die 21 voll zu haben? Jenseits meiner Vorstellungskraft.

Und doch packte mich wieder der Ehrgeiz:

Ich beendete das Jahr 2015 nach sechs Monaten Diät mit rund 30kg weniger auf den Hüften und einer neuen Leidenschaft in den Beinen.

Ich gab all meine alten Klamotten weg, wünschte mir zum Fest ausschließlich Gutscheine und kleidete mich komplett neu ein, während ich drei- bis viermal in der Woche trainierte, was natürlich auch dabei half, mein Gewicht zu halten.

Und Anfang April war es dann so weit: Die komplette Bonner Innenstadt war im Lauffieber und wir standen zu viert in Mitten tausender Mitläufer in der Nähe des Stadtgartens und warteten gespannt darauf, dass es losging.

Was bei solchen Massen ziiiemlich lange dauert.

Und wie wir da so standen und ich mich umschaute, dachte ich wieder: Oh Mann, all diese schlanken Leute. Was mache ich hier eigentlich?!

Und laut sagte ich: „Ich komme mir so ein bisschen fehl am Platz vor. Moppel probiert mal, wie weit sie im Halbmarathon kommt.“

Meine Freundin schaute mich erst ein wenig irritiert an und antwortete dann: „Du siehst genau so aus, wie der Durchschnitt hier! Du spinnst!“

Naja… war ja nett gemeint.

Aber auf den Bildern, die mein Mann vom Rand aus schoss, konnte ich nachher sehen, dass sie Recht hatte. Ich fiel nicht etwa durch besondere Rundungen auf, überhaupt nicht.

Und auch auf der Strecke hatte ich so eine Art aha-Erlebnis:

Jeder, der am Rand steht, jubelt ja quasi nur für dich. Alle kennen deinen Namen und die Stimmung ist der Wahnsinn. Viele hatten sich mit Bierbänken und -tischen am Rand aufgebaut, hatten Musik und Essen aufgebaut und genossen das Event. So auch eine Gruppe junger Kerle unten am Rheinufer. Und als ich kam, lief ein Lied, das mich unglaublich motivierte, wie Musik das eben manchmal kann. Ich strahlte und machte mir klar, was hier gerade los war: ICH LIEF EINEN VERFLUCHTEN HALBMARATHON!

Die Jungs am Rand jubelten und klatschten und riefen meinen Namen: „Jaaa, Tinaaaa, das sieht super auuuus!“

Früher hätte ich ihnen glatt unterstellt, dass sie sich gnadenlos über mich laufendes Moppelchen amüsierten. Ich hätte sie ignoriert und meine emotionale Mauer hochgezogen, um mich davon nicht verletzen zu lassen.

Auch hier hat sich wohl etwas verändert und ich grinste nur rüber, riss die Arme hoch und ließ mich von dem Jubel ein Stück tragen.

Die letzten Kilometer liefen sich wie von selbst und es war ein irres Gefühl, dem Ziel immer näher zu kommen. Fertig, ja, aber voller Endorphine, die den Schmerz in den Beinen nichtig werden lassen.

Ob ich das mit 30 Kilo mehr auch geschafft hätte? Unwahrscheinlich.

Ich könnte diverse solcher kleiner Aha-Episoden erzählen, in denen ich nicht nur körperlich einen Unterschied erlebe, sondern auch einen… emotionalen? Umlernen in meinem Selbstbild? Ein neues Ich kennenlernen?

Ich weiß es nicht genau, aber ich mag’s und ich freue mich sehr auf den nächsten Halbmarathon. Diesmal in Köln, im Oktober.

Und ja, ich habe den Ehrgeiz, meine Zeit zu verbessern.

Ach so, die habe ich noch gar nicht erwähnt, oder?

2 Stunden, 13 Minuten.

Passabel, aber definitiv ausbaufähig 😉

27 Gedanken zu “Gastbeitrag: Es läuft sich besser mit leichtem Gepäck

  1. Susanne L.

    Das ist wirklich ein ganz ganz schöner Beitrag! Ich wünsch Dir noch ganz viele weitere tolle Erlebnisse beim Laufen.
    Mit welcher App hast Du denn Deine ersten kleinen Schritte gemacht? Ich bin nämlich auch gerade an diesem Punkt und was ish gefunden habe beginnt mit viel längeren Laufphasen. Das motiviert nicht wirklich…
    LG susanne

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  2. Schön zu lesen, wie klein auch die ganzen „supersportlichen Läufer“ wohl angefangen haben! Ich hab das mit dem Laufen einmal versucht und bin nach ’nem Kilometer Gerenne fast kollabiert. 😀 Vielleicht sollte ich mir doch mal so ’ne App installieren und es noch mal probieren.
    Sehr motivierender Bericht! Ich gratuliere zum Halbmarathon & zum gesunden Gewicht! 🙂

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  3. Andi

    Danke für den tollen Text. Ich kann Dich da voll verstehen: es gibt kaum etwas das so befreiend wirkt wie Laufen 😀
    Ich habe jetzt erst mal die 10km vor mir, nächstes Jahr dann den Halbmarathon.
    Deine Zeit ist echt super, meinen tiefsten Respekt!

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  4. Martin

    Ich hab meine ersten Halbmarathon mit 120 Kg gelaufen – das ging auch ganz gut. Und ja, ich kann Dich soll verstehen, einmal angefangen will man nicht mehr aufhören 🙂

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    1. Mona

      Dann mache ich irgendwas falsch. Habe seit 2011 öfter angefangen und bin auch gelaufen, aber ich komme nicht wirklich über 30 Minuten mit 3,5 km hinweg. Bei meinen ersten Laufversuchen habe ich sogar Fieber bekommen, obwohl ich da nur 1 km mit 2 min laufen und 2 min gehen gemacht habe, wobei das Laufen langsamer war als das Gehen, weil ich dieses Sprunggefühl nicht mochte und nur winzige Schritte zur Sicherheit gemacht habe. Das mit der halben Stunde und den 3 bis 4 km mache ich aber seit fast einem Jahr jetzt regelmäßig, das reicht mir schon. Bin halt sehr langsam, Hauptsache schwitzen und warm werden. Selbstsam finde ich nur, dass ich bei Zumba, Aerobic, TaeBo usw. die ganze Stunde aushalte, auch wenn man da auch viel Springt.

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      1. rinablau

        Laufen ist nicht für jeden.
        Für manche ist es „die große Sportliebe“, andere werden auch nach Jahren noch nicht damit warm. Ist doch ganz okay.
        Für jeden Sportler gibt es das passende Deckelchen.. ääh… Sportart 😉

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  5. Mona

    „Wenn ich mir heute Bilder anschaue, auf denen ich Kind oder früher Jugendliche bin, frage ich mich immer, woher dieses Gefühl kommt, denn ich sehe völlig normal aus“

    Das kenn ich auch, das ist wirklich seltsam, als ob jemand die Fotos in der Zwischenzeit geändert hat.

    Herzlichen Glückwunsch zu deinen Erfolgen! Richtig cool.
    Ich kenn das auch, dass ich mich als übergewichtig wahrnehme, obwohl ich es nicht mehr bin. Hab aber schon ewig keine Fotos machen lassen, nur so Portrait, da ist der Unterschied nicht so auffallend. Mittlerweile ist es so weit, dass ich mich erschrecke, dass Kleidung, die ich letzten Sommer trug dieses Jahr zu groß sind, obwohl ich die letzten Sommer für kleine Größen hielt unter die ich nie drunter komme. (sah dann aus wie ne Wurstpelle letztes Jahr) Seit ich meinen Bikini anprobiert habe im Winter und er mir noch halbwegs passte, haben ich nur 3 kg abgenommen und jetzt sieht es aus wie 3 Größen zu groß und Hose rutscht runter. Es geht wirklich nicht in meinen Kopf, wie das sein kann. Na ja egal, hab ich halt letztes Jahr viel Geld zum Fenster raus geschmissen beim Bikini-Kauf (bin da sehr wählerisch).
    Ich werde wohl nicht drumrum kommen die Realität zu akzeptieren, dass alles ist, wie es ist. Das müsste für Menschen, die noch nie schlank waren, noch ein größerer Schock sein, wenn sie irgendwann mehrere Größer unter der Größe sind, die sie glaubten erreichen zu können, weil das die niedrigste ist, die sie in ihrem erwachsenen Leben hatten.

    Tolle Geschichte, die zeigt, wenn man in etwas gut sein will, sollte man halt nicht aufgeben und immer weiter üben, auch wenn man Zeiten hat, wo es sehr schwer ist. Einfach nur wollen reicht ja nicht und üben ohne ein Ziel zu wollen bringt ja auch nichts. Wenn man nicht wirklich will, wird man immer wieder aufgeben oder sich selbst sabotieren. Das unterscheidet Träume/Wünsche von echten realen Zielen, für die Ziele kann man Pläne machen und sie auf sich selbst so gut anpassen, dass man fast gar nicht anders kann als am Ziel anzukommen.
    Alles Gute für alle deine Ziele!

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    1. Myrine

      Hach, bei genau der App habe ich gestern das letzte Training absolviert :-). Leider hatte ich vergessen GPS zu aktivieren und jetzt weiß ich gar nicht, wie schnell ich denn nun war 😦

      Muss ich das Training wohl noch mal wiederholen – und danach geht es mit 10K weiter! Als 5K-Absolvent überspringt man da einfach die ersten 4 Wochen und steigt mit Tag 1 der 5. Woche ein.

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  6. Barbarella

    Bewundernswert … kann das Ganze zwar schon irgendwie mitfühlen – doch meine Einstellung zum Laufen ist die Gleiche, wie bei Dir zu Beginn beschrieben:

    Blödes, langweiliges, sinnloses und spaßfreies durch-die-Gegend-Gerenne – Beschäftigung für Supersportliche.

    .. nicht, dass ich mich nicht gern bewege – aber dann doch lieber was mit Spaß oder Sinn! zB tanzen oder wenn draußen, dann einfach so spazierengehen – oder von einem Ausgangspunkt zu einem anderen Zielpunkt.

    Den Sinn, einfach so durch die Gegend zu rennen oder zu fahren (mit dem Rad zB), begreif ich nicht … das macht mir keine Laune und fühlt sich nach „Pflichtprogramm“ an und nicht nach Spaß oder Freude und ich merke, da hab ich auch irgendwie „nie Zeit“ für.

    Doch ich find Deinen Bericht echt toll!

    Insbesondere faszinierend ist der Wandel im Denken und Fühlen – vor allem auch mit dem Gefühl ganz hinten „Mal schauen, wie weit der Moppel beim Halbmarathon kommt..“ und irgendwie noch gar nciht im Bewußtsein haben, dass „der Moppel“ gar kein Moppel mehr ist!

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      1. Barbarella

        Ich geh selten in dem Sinne spazieren … ich sammle Kräuter, zB für Grüne Smoothies und schau Bäume an, versuche Pflanzen zu erkennen oder sowas.. 😉
        Von dem her geh ich selten so komplett ohne Ziel los..

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  7. Magenta

    Schöner Beitrag, ich habe im Oktober 2015 auch mit dem Laufen angefangen, vorher nie Sport gemacht. Bei mir war es am Anfang: 1 min gehen, 1 min joggen (gaaanz langsam, sie dürfen von Muttis mit Kinderwagen überholt werden und kleine Schritte) – 30 min.

    Dann habe ich die Joggingzeit minutenweise erhöht und nach 3 1/2 Wochen habe ich die 30 min und 2 km ohne Gehpausen geschafft. Habe diese Hinweise auf einer Webseite als Tipp für Laufanfänger gefunden.

    Inzwischen laufe ich locker 10-12 km und ich denke tatsächlich auch daran, mal im Halbmarathon zu starten: Vorsicht – Laufen macht süchtig! 😀

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    1. Delilah

      So war es bei mir auch 🙂 Bei meinem letzten Abnehmen habe ich mich auch über Wochen gesteigert, bis bei 7 km und 1 Stunde laufen (es ging mir nie um die zurückgelegten km sondern um die Zeit) Schluss war: Angerissene Menisken beidseitig. Gerade, als Joggen anfing Spaß zu machen (und ich mich drauf freute und so): Nie wieder joggen dürfen 😦 Ich hätte heulen können und meinen Orthopäden am liebsten verhauen.
      4 Jahre später ist es immer noch so, dass viele Sportarten gehen, aber beim Joggen nach 15 Minuten tierische Schmerzen in den Knien anfangen.

      Beneide dich sehr dafür, so viel laufen zu können!

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  8. Gratuliere, zu deinem Erfolg in beiderlei Hinsicht. Ich hab auch feuchte Augen bekommen, eine unglaublich bewegende Schilderung. Mein Ziel nächstes Jahr ist ebenfalls den Halbmarathon zu schaffen. Letzte Woche war es erstmal der Nachtlauf in Bonn und im September mach ich den Gerolsteiner Brückenlauf in Köln mit. In Etappen zum Ziel. Ich trainiere übrigens mit Adidas MiCoach, die wollten am wenigsten persönliche Daten abgreifen, was mir am besten gefiel. Ich drück dir die Daumen für alles was du dir noch so vornimmst. Klasse, echt!

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  9. Gefällt mir sehr! Deine Geschichte ist motivierend und das kann ich gerade gut gebrauchen, da ich nach einer ganz guten Abnahme leider so langsam, aber sicher wieder in die Gegenrichtung komme. Herzlichen Glückwunsch zu deiner Abnahme und deiner wiedergewonnenen Sportlichkeit, echt toll! 🙂

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  10. Katrin

    Liebe Tina,
    dank deinem Beitrag habe ich mich auch (seit langem) mal wieder zu einem Laufevent angemeldet. Bin vor 2 Jahren einen HM gelaufen und danach irgendwie in ein Loch gefallen und konnte mich gar nicht mehr aufraffen 😦
    Du kannst dir vorstellen das ich etwas Zeit brauchte wieder fitter zu werden, was das joggen betrifft 😉 Der Körper verzeiht einem ja nix. Derzeit bereue ich es aber noch mich angemeldet zu haben, habe mich für 10km angemeldet habe aber ehrlich gesagt Angst das ich die Letzte sein werde die ins Ziel kommt da ich derzeit unheimlich langsam bin. Naja, ich habe noch über 2 Wochen Zeit schneller zu werden. Hoffen wir das Beste.

    LG
    Kati

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