Biggest Loser zum Dritten

Ihr erinnert euch an die Biggest Loser Studie, über den kaputten Stoffwechsel?

Ich hatte in meinem Blogartikel dazu vor allem darauf hingewiesen, dass die in der Show erhobenen Zahlen zum Grund- und Leistungsumsatz wirklich extrem hoch waren und aus meiner Sicht äußerst unrealistisch. Die Messung der Forschungsgruppe, jetzt, 6 Jahre später, ergab dagegen recht nachvollziehbare Werte.

Während also die Forscher postulierten, dass der Energieverbrauch enorm abgesunken sei („kaputter Stoffwechsel“), war meine Theorie, dass etwas mit der unrealistisch hohen Messung in der Show nicht gestimmt haben könnte, da der aktuelle Stoffwechsel vollkommen normal ist.

Auf Twitter hat mir dazu jemand etwas geschrieben, das ich ganz interessant fand, aber eher ein bisschen unter Verschwörungstheorie verbucht hatte:

loserstudie

Heute hat mir dann jemand einen Artikel der New York Post verlinkt: „‘Biggest Loser’ drugged us so we’d lose weight“ („Biggest Loser setzte uns unter Drogen, damit wir abnehmen“)

The federally funded study, conducted by Dr. Kevin Hall at the National Institutes of Health and published two weeks ago, says changing metabolic rates, hormone levels, and genetic predispositions explain post-show weight gain.

What’s missing, former Losers tell The Post, is any examination of the show’s secret and brutal tactics, which include providing illicit drugs to contestants and submitting them to questionable medical exams by the show’s resident doctor, Rob Huizenga, known as “Dr. H.”

Huizenga collaborated with Hall on the NIH’s study.

Anonyme Produktionsmitarbeiter und Kandidaten behaupten, dass ihnen illegale/ verschreibungspflichtige Medikamente gegeben wurden um den Energieverbrauch zu erhöhen und die Abnahme zu beschleunigen.

This source confirms that show trainer Bob Harper and one of his assistants have supplied contestants with Adderall and “yellow jackets” — pills that contain ephedra extract. Ephedra is used to promote weight loss and boost energy, and was banned by the FDA in 2004.

“Bob Harper was my trainer,” says Joelle Gwynn, of 2008’s “Couples” season. “He goes away and his assistant comes in. He’s got this brown paper bag that’s bundled up. He says, ‘Take this drug, it’ll really help you.’ It was yellow and black. I was like, ‘What the f- -k is this?’ ”

Gwynn says she took the pill, once.

“I felt jittery and hyper,” she says.

Inwiefern dies nun stimmt lässt sich natürlich nichts sagen, aber offenbar war die Idee der Twitterin gar nicht so abwegig. Es wäre zumindest eine Erklärung für die extrem hohen Werte im Energieverbrauch, die während des Showzeitraums gemessen wurden und dafür, dass die Ergebnisse der Studie vollkommen vom bisherigen Stand der Forschung abweichen. Da ich immer eher an Fehler als an bewusste Bösartigkeit denke, hatte ich den Fehler im Messgerät oder in der Bedienung vermutet.

8 Gedanken zu “Biggest Loser zum Dritten

  1. Kerstin

    Ephedrin, das hatte ich daaaaamals in der bösen Phase auch mal. War gelb-schwarz, übrigens. Aber man kann natürlich auch Vitamin C in ne gelb-schwarze Kapsel stecken 😉

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  2. nenzija

    Ich versuchte ohnehin grade, die Dinge, die in dem NY Post-Artikel über „The Biggest Loser“ angesprochen werden, gedanklich auf die Reihe zu kriegen, also kann ich das genauso gut hier tun.

    „The Biggest Loser“ ist, bei aller Nähe zu unserem Thema hier, eine Spielshow im Fernsehen, bei der es darum geht, soviel Geld wie möglich einzufahren, sofern man den größten Gewichtsverlust aller Teilnehmer erzielt und dem Produktionsteam nicht zu sehr aus der Reihe tanzt. Jeder, der sich von einer auf „Menschen, Kilos, Sensationen“ getrimmte Show realistische Empfehlungen für gesunden und nachhaltigen Gewichtsverlust erwartet, darf auch gerne die Partnervermittlungsexpertise von Vera Int-Veen in Anspruch nehmen. Kommt schätzungsweise aufs selbe raus.

    Ich halte die Erwartungen an viele der Kandidaten, ihr Gewicht nach der Show halten zu können, für überzogen, auch wenn ich sie nicht für chancenlos halte.

    Es dürfte schwierig sein, Verhaltensweisen, die man als Kandidat einer Spielshow monatelang unter Ausschaltung des normalen Lebens und mit einer ganz spezifischen Motivation vor Augen – nämlich das Geld gewinnen – durchgezogen hat, anschließend im (Berufs)Alltag aufrechtzuerhalten. Falls diese Leute danach auf dem Trip sind, dass es mindestens ein mehrstündiges, tägliches Sportprogramm und überstrenge oder hoch komplexe Ernährungsregeln braucht, die in den USA wahrscheinlich nur mit hohem zeitlichen und finanziellen Aufwand und hoher Disziplin durchzuhalten sind, wird es für diese Ex-Kandidaten möglicherweise problematisch, ihr Gewicht nach der Show weiterhin zu halten. Und selbst wenn: Dann kommt es immer noch auf die Reaktionen des persönlichen Umfelds an, das sich vielleicht gar nicht auf stark veränderte Lebensgewohnheiten des Gameshow-Rückkehrers einlassen will.

    Die psychische Belastung dürfte auch heftig sein. Einige Kandidaten fallen nach der Show sehr wahrscheinlich in ein Loch. Menschen gehen ja nicht nur in Fernsehshows, weil sie was gewinnen wollen, sondern auch wegen der Aufmerksamkeit. Dann ist die Show vorbei, sie haben nicht mal gewonnen (das wäre der Aufmerksamkeitsgarant für die Zeit danach gewesen) und man wird nicht mehr vom Produktionsteam und den Trainern betüddelt, der Kick fehlt. Dieses Nicht-mehr-Betüddelt-Werden kann aber noch weitere, negative Folgen haben.

    Ich wage mal die Annahme, dass nicht alle Kandidaten den Umgang mit der Öffentlichkeit, die einem durch das wochenlange Auftreten in der Show erst mal näher gerückt ist, draufhaben, oder mit dem Gefühl von Einsamkeit zurechtkommen, das sich einstellen dürfte, sobald man nicht mehr interessant ist. Das dürfte in der Zeit des Drehs und kurz darauf kein Problem geben, aber sobald die Ausstrahlung durch ist, darf man alleine mit den Reaktionen eines Umfelds klarkommen, das nicht mehr das persönliche, sondern ein ziemlich heftig erweitertes ist und einen möglicherweise auch noch ziemlich kacke findet. Selbst Superstars haben Probleme im Umgang mit negativen Publikumsreaktionen oder einem Verlust an Popularität. Manche schmeißen dann Drogen, fangen an zu trinken, legen an Gewicht zu oder versuchen auf sonstwie krasse Weise, dieses Loch zu füllen, das in ihr Leben gerissen wurde. Wieso sollten ausgerechnet Normalos, die überhaupt keine Erfahrung mit und dementsprechend keine Übung in dem Geschäft haben, besser mit solchen Einstürzen umgehen können als Profis?

    Zu den Drogen. Ich bin nicht überzeugt, dass die Produktionsfirma da das alleinig Böse ist. „The Biggest Loser“ dürfte in den USA eine Art Geheimtipp für Trainingsprofis und Sportmediziner darstellen, die ihre Karrieren ein wenig in Schwung zu bringen wünschen. Dass Personal Trainer und ihre Kundschaft in den USA auch ausserhalb des Fernsehens dazu neigen, zerstörerische Crash-Programme aufzufahren, wenn es „nur“ um einen Bikini Contest geht, der einen Monat später stattfindet, sieht man schön am Beispiel von Cassey Ho alias Blogilates:

    Übertraining – check
    Esstörung – check
    Zusammenbruch – check
    180-Grad-Drehung (Nie wieder wiegen! Diät ist bähbäh!) – check
    Tränenreiches Geständnis – check

    Wenn man als Personal Trainer in nur einer Season von „The Biggest Loser“ einen Sieger im Team hat, kann man sich wahrscheinlich seinen Stundensatz in Krügerrand auszahlen lassen und kriegt massig Angebote, die einem noch zusätzlich den Knackarsch vergolden. Ich fände es also nicht komplett abwegig, dass manche (wenn auch nicht alle) Trainer und Mediziner da gehörig nachzuhelfen wünschen. Genausowenig, wie ich es abwegig fände, wenn die Kandidaten selbst nachhelfen würden. Geht ja um ne Menge Heu und Aufmerksamkeit und ums Gewinnen.

    Dass Substanzen, die den Stoffwechsel auf Touren bringen, so ein ganz kleines bisschen ungesund sind: <a href="http://www.bezirkskliniken-oberfranken.de/pages/html/hochstadt/behandlungsbereiche/infos_ats.html#6"Uuups. Dass Amphetamine (Adderall enthält Amphetamine), aber auch andere „aktivierende“ Substanzen, die etwas uncremige Eigenschaft haben, nach dem Absetzen nicht mehr den Status Quo herzustellen, sondern depressionsähnliche Zustände herbeiführen, die noch von Lethargie, Muskel- und Gelenkschmerzen und Essstörungen gekrönt werden: Noch mehr uuups.

    Aber all das konnte ja keiner ahnen. Insbesondere nicht die an der Sendung beteiligten Mediziner, die dann mit dieser bescheuerten Studie um die Ecke kamen. m)

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      1. nenzija

        Nope. Ich dachte, die Schlussfolgerung würde sich bei Aufzählung der Entzugssymptome erübrigen und ich nehme wirklich nicht an, dass da durch die Bank in allen Teams zum Doping ermutigt oder gedopt wird.

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  3. Barbarella

    Hm .. aber wenn es solche Pillen wirklich gibt und die wirklich nutzen – warum werden die dann „nur“ für die Show eingesetzt?

    Oder sind die derart schädlich, dass das der Hintergrund ist?
    So von wegen „verschreibungspflichtig / illegal“… illegal wegen …?! Hohe Gesundheitsgefahr? Nur unter ärztlicher Aufsicht?

    Ich mein – ich bin ja eh ein Angsthase und würde dann die Pillen eh nicht nehmen..

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