Gastbeitrag: … als mein Mann mit Volldampf Richtung Normalgewicht davonrauschte …

Wer hier regelmäßig mitliest kennt vermutlich den Kommentator bjoernstarkimarm. Dazu eine kleine Anekdote am Rande über Zufälle, die das Leben schreibt, denn irgendwann überlegte seine Frau Julia, ob der Ehemann dieser Fettlogikfrau nicht möglicherweise ein früherer Schulfreund mit diesem Namen sein könnte. Es stellte sich heraus: Er war es. Seither schreiben vor allem Julia und ich regelmäßig Mails und ich stubste sie darauf, aus einem kleinen Nebensatz doch einen Beitrag zu schreiben, denn das Thema fand ich spannend: Was, wenn man als Paar abnimmt, aber der Partner verliert sichtbarer Gewicht? Genau so geht es nämlich Julia:

Ich hatte eigentlich gar nicht geplant abzunehmen. Ich war mitten in der zweiten Schwangerschaft als mein Mann auf Fettlogik stieß und mit Volldampf Richtung Normalgewicht davonrauschte. Da er kocht, optimierte er natürlich das Essen und ich begann ebenfalls etwas auf die Kalorien zu achten.

Nach der Geburt war ich dann schon mal gut 4 Kilo leichter als vor der Schwangerschaft. Als sich zeigte, dass diesmal mit dem Stillen alles klappte, begann ich etwa einen Monat später ernsthaft mit dem Kalorienzählen, allerdings mit einem kleinen Defizit von um die 500 kcal um genug Nährstoffe für die Milch zu haben. Das führte dazu, dass ich jetzt 9 Monate später knapp 20 Kilo abgenommen habe. Ich bin zwar noch nicht am Ziel, doch könnte man nun annehmen, dass es langsam dem Umfeld auffallen und die ersten Kommentare kommen sollte… sollte, denn passiert ist: nichts.

Bis auf meine direkte Familie und zwei Bekannte bemerkte niemand etwas. Selbst Freunden die mich das letzte Mal mit 100 kg gesehen hatten, schien mein Gewichtsverlust völlig unerwähnenswert. Das hat einen Grund und dieser Grund ist: mein Mann, hier bekannt als Björn Starkimarm.

Er hatte nämlich innerhalb weniger Monate über 30 kg abgenommen und ist damit nun wieder auf Normalgewicht. Nicht das er mit Maximalgewicht unansehlich gewesen wäre, aber jetzt ist er ein echter Hingucker und neben seiner Veränderung fällt meine offensichtlich einfach nicht auf. Es ist zum Haareraufen. Er staubt die ganzen Komplimente ab und ich steh daneben und denke mir: „aber ich hab doch auch…“ und werde höchstens ermahnt darauf zu achten, dass er nicht zu sehr abnimmt (ja, ich bin tatsächlich von einem gemeinsamen Freund aufgefordert worden meinem Mann ins Gewissen zu reden, da er ja schon viel zu dürr sei…).

Nur um das klar zu stellen: Ich freue mich für ihn und ohne ihn hätte ich sicher nicht so viel so schnell (für meine Verhältnisse) abgenommen. Es ist also nicht so, dass ich ihm die Komplimente nicht gönnen würde. Ich wäre ja schon vollauf zufrieden, wenn nach der ganzen Beweihräucherung meines Liebsten ein „du hast aber auch gut abgenommen“ oder sowas in meine Richtung gehen würde. Irgendeine Form der Anerkennung meiner Leistung (auch wenn es oben eher einfach klingt sind die Kilos dann doch nicht einfach von allein verschwunden). Aber nichts? Komplettes Ignorieren von 20 abgenommenen Kilos bei gleichzeitigem Sich-Überschlagen über die 30 verlorenen Kilos meines Gatten? Das ist schon irgendwie frustrierend.

Vielleicht das einzig Positive das sich dem abgewinnen lässt ist dann wohl die Erkenntnis, dass mich andere offensichtlich weniger über das Gewicht definieren, als ich gedacht hätte. Und so bleibt mir erst mal nur die Hoffnung auf Komplimente sobald ich irgendwann auf Normalgewicht bin oder wieder mit der Arbeit anfange, was auch immer zuerst passieren sollte (die Arbeit, 8 kg in 3,5 Monaten sind zwar theoretisch bei meinem Defizit möglich, aber beim momentanen Verlauf eher unwahrscheinlich).

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55 Gedanken zu “Gastbeitrag: … als mein Mann mit Volldampf Richtung Normalgewicht davonrauschte …

  1. SirFoomy

    Was die Anderen sagen, oder in dem Fall nicht sagen, ist doch vollkommen egal. Mann nimmt doch nicht ab um von anderen Komplimente zu bekommen. Hauptsache du weißt was du geleistet hast, und dein Mann weiß es ja auch.

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    1. Julia Starkimarm

      Ich würde sagen es ist größtenteils egal ;o)

      Es ist ja nicht so, dass ich jetzt alles überdenke und das Abnehmen als gescheitert betrachte, nur weil wenig bis kein Feedback kommt. Es ist halt nur das erste mal in meinem Erwachsenenleben, dass ich richtig viel Gewicht verloren habe und ich hatte mich schon drauf gefreut da positive Kommentare zu zu hören und schon enttäuschend dass diese zwar kommen, nur nicht zu mir. Würde das Thema gar nicht angeschnitten, wäre es auch weniger ärgerlich so übersehen zu werden.

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  2. Ich hab sogar absolut gesehen mehr als mein Freund abgenommen, aber eben mit deutlich höherem Ausgangsgewicht und daher wiege ich immernoch etwa 16 kg mehr als er. Ich weiß, dass ich ihn irgendwann überholen werde.

    Tatsächlich erlebe ich in unserem Freundeskreis genau das selbe. Eine einzige super tolle Freundin ist dabei, die bei dem ganzen Lob über meinen Freund dann einwirft, dass ich ja auch toll abnehme und man das richtig sieht und nochmal öffentlichkeitswirksam fragt wie viel ich bisher abgenommen habe. Dann kann ich auch endlich stolz meine aktuelle Zahl nennen und mein Lob kassieren. Aber man muss die meisten Leute wirklich drauf hinweisen, sonst kommt da nichts und das mache ich von mir aus nicht.

    Und nach dem Lob kommen natürlich direkt irgendwelche Fettlogiken. Für mich war bis dahin noch völlig unbekannt: „Abnehmen macht die Gelenke kaputt“

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    1. Julia Starkimarm

      Klasse dass deine Freundin Aufmerksamkeit auf deine Abnahme lenkt :o) und schon irgendwie spannend dass es nicht nur mir so geht.

      Ich hab ein bisschen das Gefühl dass die Hemmschwelle höher liegt Frauen auf das Gewicht anzusprechen, vor allem wenn es noch ein bisschen mehr ist als Normalgewicht.

      Alles Gute dabei deinen Freund bald zu überholen :o)

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      1. Ich hätte nie gedacht, dass mir dieses positive Feedback vom Freundeskreis so gut tut. Vorher war mir sowas ja ziemlich egal. Daraus lerne ich aber auch, dass man anderen auch positives Feedback geben darf. Das ist mir ja gerade wegen meinem Übergewicht schwergefallen, jemandem zu sagen, dass er toll abgenommen hat.

        Das mit der Hemmschwelle hab ich auch schon überlegt. Das betrifft auch nicht nur Frau zu Frau, wie man vielleicht noch denken könnte. Meine Kollegen, die auch gerne mal was zu meiner neuen Frisur sagen und sogar wissen, dass ich gerade Diät mache, sagen nichts. Echt seltsam, das 😀

        Bei meinem Freund sind die Reaktionen sehr vom Geschlecht abhängig. Die Frauen sagen ihm jetzt wie toll er doch aussieht (geht mir manchmal eher aus Eifersuchtsgründen etwas auf den Keks) und die Männer verpacken ihr Feedback in nett gemeinte Blödeleien, schließlich kann man ja nicht offen zugeben, dass ein anderer Mann jetzt gut aussieht 😉

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      2. Julia Starkimarm

        Ich hätte auch nicht gedacht, dass mich das so sehr stört, aber am Ende steht man dann doch nicht so sehr darüber, wie man sich das einreden mag ;o).

        Das Abnehmen anderer hab ich schon gerne kommentiert. Ein einfacher positiver Eisbrecher, bei dem man eigentlich nicht viel falsch machen kann… sofern man nicht jemanden fragt, der mit Untergewicht zu kämpfen hat.

        Hmm.. also wir haben da andere Erfahrungen gemacht. Auch unsere männlichen Freunde und Bekannte haben kein Problem ihm Komplimente zu geben.
        Schön ist unser Familien-Hausarzt, der dann auch gleich meinem Vater implizierte, dass er doch mal dem Vorbild seines Schwiegersohns folgen sollte ;o).

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      3. Nicole

        Liebe Julia,

        ja Frauen werden selterner darauf angesprochen, weil, es könnte ja als rückwirkend Fett genannt werden, verstanden werden…

        Hört sich blöd an, ist aber so.

        Ich finde 20 Kg sensationell, und weniger wiegen als vor der Schwangerschaft finde ich noch beeindruckender.. Das wünsche ich mir auch irgendwann!

        Viel erfolg weiterhin!

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  3. Mona

    Toller Beitrag!
    Ich find es ist eine Riesenleistung, wenn man schwanger ist und später stillt so gut drauf zu achten, wie viel man isst, weil frau dann ja wahrscheinlich tausend Dinge im Kopf hat und die Hormone wahrscheinlich es nicht leichter machen.
    Herzlichen Glückwunsch zu der Abnahme!

    Ich kann mir vorstellen, dass die Leute dir nicht gratulieren und nichts zu deinem Gewicht sagen, weil sie wirklich denken, dass du entweder durch den Babystress abgenommen hast und nicht absichtlich. Vielleicht schreiben sie deine Abnahme wirklich dem Stress/ nachts Baby beruhigen usw. zu oder sie denken vielleicht du bist eine der Frauen, die genetisch so viel Glück hatte, dass sie durch Stillen automatisch viel abnimmt und dabei essen kann, wie viel sie Lust hat. Vielleicht sind bei denen irgendwelche Mythen oder Ängste im Kopf. Wahrscheinlich einfach ganz viel Neid, dass du das hinbekommen hast, obwohl ihr euch gleichzeitig noch um das Baby kümmert. 😉

    Eine meiner Freundinnen stillt auch zur Zeit, sie wird immer schwerer, weil sie an ihrem monströsen Hunger verzweifelt. Sie weiß, dass es nicht toll ist so oft viel zu viel zu essen, aber sie hält den Hunger einfach nicht aus. Der Hunger ist wohl ständig da. Ich weiß leider nicht, was genau sie so isst, sodass ich ihr auch da nicht reinreden möchte. Vielleicht wird sie irgendwann mal fragen, was ich mache. Wahrscheinlich aber nicht, da ich ja nicht schwanger war und dadurch nicht wissen kann, wie das so ist.

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    1. Julia Starkimarm

      Danke :o)

      Das hat auch nur alles halbwegs geklappt weil mein Mann mir etwas beim Optimieren geholfen hat – besonders beim Frühstück (mal eben 500 kcal eingespart). Da hätte ich alleine überhaupt keinen Nerv zu gehabt. Dann natürlich noch sein leckeres kaloriengünstiges Abendessen und es gab Tage, da hab ich noch abends Eis gegessen um nicht zu viel Defizit zu haben ;o).

      Beim ersten Kind hab ich auch so viel Stress gehabt, dass ich schnell wieder auf dem Gewicht wie kur vor der Geburt war – da dann allerdings ohne Kind im Bauch. Nur war das bei mir reguläres Stressessen. Was du von deiner Freundin erzählst kenn ich gar nicht. Nimmt sie denn die empfohlenen Nahrungsergänzungsmittel?
      Vielleicht kann deine Freundin es ja so handhaben wie meine Ma in der Schwangerschaft: einen großen Topf Magerquark mit bisschen Marmelade (oder Skyr mit Süßstoff und Marmelade) und immer beim Heißhunger ein paar Löffel davon. Bei ihr hatte es wohl super geholfen.

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  4. sternenmond75

    ….und auch von mir: Riiiiiiiiesenkompliment zu 20 (!!!!) Kilo und das mit Anfang in der Schwangerschaft, dann noch Stillen (wobei ich das Stillen damals als großartigen Kalorienverbrenner sah – besonders bei den Zwillingen, aber der Hunger…….da musste bei 3 was in den Magen, sonst lief ich Amok! ) , dann der Alltag mit (mindestens? ) 2 kleinen Kindern……also: spitze!!!! Mal unabhängig von der „reinen“ Abnahme verstehe ich die mangelnden Komplimente nach der Geburt gar nicht. Wenn eine Frau so schnell wieder „in shape“ ist bzw. so gut abnimmt sagen doch viele etwas nettes. Also interpretiere es so: das ist der Neid! Der Ehemann wird noch gelobhuldelt (zu Recht, ist ja auch super), aber dass das frisch niedergekommene Eheweib unter diesen Bedingungen auch noch abnimmt ….. eiiii das kratzt ja dann entgültig am Schweinehund der anderen. Also straft man die Leistung mit ignorieren. Oder: HALO-Effekt … Dein Mann überstrahlt Deine tolle Leistung, dass die Leute so ins Licht schauen und Dich nicht mehr sehen (können). Fazit: Du betrittst ab sofort jeden Raum 5 Minuten vor Deinem Mann und dann bekommt jeder die Komplimente, die er verdient 🙂 . Aber wie genial, wenn der Mann beim Essen gleich mit Kalorien zählt. Ich habe so ein Pendant, der sich völlig unregelmäßig ernährt, aber dadurch offenbar intuitiv die passende Kalorienmenge zu sich nimmt und im unteren Normalgewicht herumturnt. Miiiimimimimi!

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    1. Julia Starkimarm

      Danke :o)

      Wow Zwillinge! Das stelle ich mir nochmal eine Spur härter vor. Mein Dreijähriger mag sich ja beschweren, wenn ich mal mit der Kleinen die Hände voll habe, aber er purzelt in der Zwischenzeit nicht von der Couch oder geht an die Steckdosen ;o). Seitdem ich eigene Kinder habe ist mein Respekt vor Zwillingseltern exponential gestiegen, also Hut ab :o)

      Ich tippe ja fast eher auf den Halo-Effekt. Und wenn nicht der Ehemann ablenkt, dann die beiden furchtbar niedlichen Racker (ganz objektiv betrachtet natürlich ;o)).

      Oh wie gemein, wenns beim Partner einfach „automatisch“ läuft. Ich finde es ja schon unfair wieviel mehr mein Mann essen darf, weil groß und stark, aber immerhin kann er das Problem sehr gut nachvollziehen und ich profitiere ja auch von seinen Lösungen.

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      1. Hi Julia,

        das ist ja lieb, dass Du auf jeden Kommentar hier reagierst 🙂 Ich habe neben den Zwillingen sogar noch einen Sohn, der 2,5 Jahre alt war, als die „Terrorschwestern“ (ok, sie können auch ab und zu „in nett“ 😉 ) die Pro-Frau-Geburtenrate haben hochschnellen lassen.

        Dennoch finde ich es wirklich uncharmant vom Freundeskreis, keine Kommentare zur Figur los zulassen.

        Oder hast Du so wahnsinnig weitsichtige Klamotten mit hohem Stretchanteil und klassisch kaschierend/lagig über die Hüfte, die man auch mit 20 kg plus tragen „kann“ (da wird’s evtl. bissel presswurstig) und jetzt schlichtweg lockerer fallen, aber unter dem Strich dieselben Klamotten wie vorher sind? Das fiel mir nämlich jetzt bei der aktuellen Abnehm-Arie auf. Nur Eingeweihte loben mich artig, aber auch ehrlich, wenn sie mich sehen. Der Rest schweigt und schweigt und schweigt (sogar meine Schwiegermutter !!!!!) nach 17 kg. Ich schiebe die Schuld auf meinen Hang zu Cardigans, die auf jeden Fall bis zur Mitte des Oberschenkels gehen und natürlich auf diese Stretchhosen. Wobei: jetzt mussten doch einige eingemottet werden, da der Faltenwurf wirklich schon peinlich war.

        In diesem Falle (also den mit denselben praktischen Klamotten) hilft nur eins: shoppen! Geht natürlich auch online 😉

        liebe Grüße
        sternenmond75

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      2. Julia Starkimarm

        Hallo Sternenmond,

        nuja, es haben sich ja auch alle die Mühe gemacht auf meinen Bericht zu antworten :o)

        Meine haben den selben Altersabstand. Dein armer Sohnemann ;o) Meiner ist mit seiner einen Schwester ja gelegentlich schon überfordert ;o)

        Ja, ich fürchte die Kleidung trägt zum Teil eine Mitschuld. Ich habe herausgefunden, dass sich Schwangerschaftsklamotten auch durchaus ganz gut nach unten anpassen (jedenfalls eine Weile lang, jetzt musste ich die Hosen weg tun, da sie mir einfach so in der Bewegung runterrutschen) und ich bin ja noch in der Elternzeit und da ja eh kaum ein sauberes Kleidungsstück auch beim Verlassen des Hauses noch sauber ist (einer der beiden schafft es doch meistens ;o)) hab ich mir neulich nur das Nötigste in preisgünstig zugelegt. So wirklich hat es allerdings noch nicht gezogen.

        Liebe Grüße,
        Julia

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  5. Veebque

    Respekt! Wie hast Du das mit dem Kalorienzählen in der Stillzeit gemacht? Ich habe mal gelesen, dass man beim Stillen 500 kcal mehr braucht. Hast Du dann sozusagen, das gegessen, was Deinem Energiebedarf ohne Stillen entspricht um auf das 500 kcal Defizit zu kommen? Ich habe mich erst an das Kalorienzählen getraut nachdem ich meine Zwillinge abgestillt hatte. Ich kann meiner Vorrednerin da nur recht geben, man isst dabei wie ein Scheunendrescher. Das hatte ich mir dann nur leider zum Ende der Stillzeit angewöhnt;) Jetzt bin ich wieder schwanger und zähle nicht, wiege aber Dank meiner Abnahme von 12 Kilo noch weniger als nach dem abstillen…. Und das in der 31. Woche :)!!!
    Dank dieses Beitrags bin ich jetzt aber voll motiviert wieder zu zählen sobald das Baby da ist… Mal sehen wie es hinhaut mit 4 Kindern… Aber mit dreien ging es ja auch 😉

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    1. Julia Starkimarm

      Danke :o) und absolute Hochachtung vor (bald) vier Kindern (und Zwillinge darunter!).

      Ich habe als Richtwerte in der Stillzeit alles von 300 bis 700 kcal zusätzlichen Verbrauch gefunden. Daher bin ich dann so 100 bis 200 kcal unter dem errechneten Tagesbedarf (ohne Stillen) geblieben um auch im worst case so um die 500 kcal Defizit zu haben. Dabei habe ich dann besonders in der Zeit wo sie noch keine Beikost bekommen hatte sehr darauf geachtet, ob die Kleine gut zunimmt und fit wirkt. Sie schien auch immer zufrieden was die Milchmenge anging und hat sich bislang hervorragend entwickelt, also gehe ich davon aus, dass das Defizit klein genug war, auch wenn ich darauf tippe, dass ich eher mehr als 500 kcal fürs Stillen verbraucht habe.
      Ich habe zusätzlich noch darauf geachtet, dass ich das Essen über den Tag verteile und nehme die empfohlenen Ergänzungsmittel damit die Milch auch immer die benötigten Nährstoffe enthält.

      Schön dass ich dich motivieren konnte obwohl ich den Eindruck habe, das du dich eh schon super schlägst ;o) und das mit drei Kindern und hochschwanger :o)!
      Alles Gute für die Geburt, die Stillzeit und die weitere Abnahme :o)

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    1. Julia Starkimarm

      Auch dir alles Gute für die Geburt und alles weitere :o). Ist es dein erstes Kind?

      Defizit-Details habe ich oben ja schon genannt.
      Es ist schon ziemlich cool das Defizit einfach so „geschenkt“ zu bekommen. Das Stillen ist ja doch deutlich entspannter als Sport ;o). Ich muss für mich nur aufpassen, dass ich da dann in dem ganzen Stress und unter Schlafmangel nicht trotzdem fröhlich drüber esse. Das ist mir nämlich nach unserem Sohnemann so passiert. Ratz fatz etliche Kilo drauf während andere Mütter erzählten, dass sie schon wieder in die alten Hosen passten.

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      1. sim

        liebe Julia, danke für deine Antwort! Ja, es ist mein erstes Kind….
        und genau vordem was du beschreibst, hab ich grad meinen Bammel …
        aber mein Plan ist genau der, knapp unter dem Tagesbedarf (excl Stillen) zu essen und das beste zu hoffen 🙂
        sind ja bei mir leider jetzt schon 15kg mehr als vor der Schwangerschaft – und das ohne Schwangerschaftsfettlogik, sondern Huuuuuuuuuuuuunger 😉 (okok und Definitv weniger Sport weil aua)

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      2. Julia Starkimarm

        Liebe Sim,

        ich glaube du musst dir da nicht so viele Gedanken machen :o). Du weißt ja jetzt schon, worauf es ankommt und kennst die Kalorienzahl der Lebensmittel die du gerne zu dir nimmst.

        Ich hab ja nicht über den Bedarf gegessen, weil ich so viel Hunger hatte, sondern weil ich nur eine grobe Ahnung hatte was welche Kalorienzahl hat und ich damit nicht ordentlich lenken konnte, was ich esse um nicht zuzunehmen. Dann noch der Stress (bei meinem Großen hat es Anlaufschwierigkeiten beim Stillen gegeben) dazu und ich hab zu hochkalorischen „Grundlebensmitteln“ noch fröhlich Süßigkeiten gegessen, natürlich auch hier völlig unkontrolliert. Dazu muss man auch sagen, dass ich sowas von nicht schätzen kann, das ist schon nicht mehr lustig. Also alles in allem, nicht die beste Ausgangslage ;o)

        Jetzt wo ich wusste worauf es ankommt und mal genauer hingesehen habe wo noch zusätzliche Kalorienbomben versteckt waren, hat es ja ganz gut geklappt, trotz Stress-Süßigkeiten ;o)

        Ich würde dir übrigens noch gerne den Rat geben erst ein bisschen mit dem Kalorienzählen zu warten, bis du weißt, dass es mit dem Stillen klappt. Gerade am Anfang muss der Körper sich auf eine völlig neue Situation einstellen auch von der Psyche her (Hormone!). Je weniger Baustellen und Sorgen dich da plagen umso besser. Hat sich das alles eingepegelt, kannst du immer mit dem Blick aufs Kind unbesorgt loslegen ;o)

        Aua? Oh du Arme! Der Rücken? Der war es nämlich bei mir. Falls der es sein sollte: das wird typischer Weise schnell besser nach der Geburt.

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  6. Hana Mond

    Erstmal Gratulation zur Abnahme – eine tolle Leistung!

    Ich glaube, man hat von anderen Menschen immer ein Bild im Kopf, was nicht immer der Realität entspricht.
    Eine meiner Tanten fragt z.B. jedes (!) Mal, wenn sie mich sieht, ob ich abgenommen hätte. Selbst, wenn ich seit dem letzten Treffen ein paar Kilo zugenommen habe. Anscheinend hat sie ein dickeres Bild von mir im Kopf. Umgekehrt habe ich von meiner Schwägerin anscheinend ein schlankeres Bild im Kopf, denn jedes Mal, wenn ich sie sehe, denke ich „Oh, sie hat doch einiges mehr auf den Rippen, als ich dachte“.
    Neben den anderen genannten Gründen kann ein Grund für fehlende Abnehm-Kommentare daher auch sein, dass die Menschen dich vorher schlanker im Kopf hatten, als du warst – und sich die Realität jetzt ihrer Vorstellung angeglichen hat.

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    1. Julia Starkimarm

      Danke :o)

      Das wäre auf jeden Fall eine Erklärung :o), wobei die meisten unserer Freunde mich noch nie mit so wenigen Kilos gesehen haben, aber wahrscheinlich ist es eine Kombination aus allem.

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  7. Die andere Mona

    WOW!
    20 Kg mit Schwangerschaft + anschließend Stillen und Kind?
    Du kannst echt stolz auf dich sein!
    Ich bin immer sehr fasziniert wie viel Menschen leisten können wenn sie wollen… ich tu mich ja
    schon unter normalen Bedingungen schwer mit dem Abnehmen und will gar nicht wissen wie es mal während der Schwangerschaft läuft @_@ (Hab da auch schon etwas Bammel davor…)
    Als mein Freund und ich mal mit WW abgenommen haben, wurde er auch immer sehr viel mehr gelobt. Vor allem seine Familie hat immer mit Komplimenten um sich geworfen während meine Abnahme ignoriert wurde.
    Als wir dann aber beide wieder zugenommen haben, wurde auch nur er getadelt und ich nicht, worüber ich dann wiederum sehr froh war :’D

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    1. Julia Starkimarm

      Danke :o)

      Zum Glück haben Nadja und mein Mann das Abnehmen ja deutlich einfacher gemacht, als es je zuvor war. Sonst wäre das nichts geworden ;o). Vielleicht hab ich auch Glück, dass mir die schlimmsten Heißhungerattacken erspart geblieben sind. Ich hatte nur gelegentlich unglaublich Appetit auf Fleisch, aber das war es schon. Ansonsten darf man halt nicht auf dieses ganze „ich ess ja für zwei reinfallen“ ;o).

      Na immerhin war es dann ja ausgeglichen ;o). Wär ja gemein kein Lob aber dafür den Tadel zu bekommen. Wahrscheinlich traut sich seine Familie nicht bei dir das gefährliche Gewichts-Thema zur Sprache zu bringen.

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  8. Julia Schmucki

    Vielleicht sollte dein Mann direkt darauf ansprechen, dass du ja auch abgenommen hast. Oder sowas in der Art von „Aber ohne Julia würde das ganze nur halb soviel Spass machen“ wenn ihr zusammen Sport macht z.B. 🙂

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    1. Julia Starkimarm

      Dafür ist er nicht so der Typ. Selbst wenn er es versuchen und halbwegs natürlich rüberbringen würde, würde es alle wahrscheinlich noch mehr ablenken, weil es völlig aus der Art geschlagen ist ;o)

      Tja und das mit dem Sport ist so ne Sache. Eine der wichtigsten Fettlogiken, die mich beim Abnehmen gehindert hat war das: „ohne Sport wird das nichts“. Jedes Mal wenn es mit dem Training wieder eingeschlafen ist, gab ich dann bald die Diät auf -hat ohne Sport ja keinen Sinn. Mit den Kids komme ich momentan auch nicht zu „regulärem“ Sport. Lediglich Kinderschleppen (in der Langzeit 10-kg Variante und kurzfristiger das 20 kg Krafttraining ;o)), Um-die-Balken-Jagen und wenn ich Glück habe, komme ich zum Streichen.

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  9. Ich kann deinen Frust völlig nachvollziehen. Dafür gibts von mir einen Gutgemacht-Knuddler. 🙂 Und bleib einfach dran, freu dich über dein neues Körpergefühl und mach fleißig Fotos, damit du den Verlauf zumindest im Nachhinein sichtbar dokumentiertst. So!

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  10. Schöner Beitrag und gratuliere zur Abnahme.

    Ich kann das auch gut nachvollziehen. Als ich Fettlogik entdeckt habe, habe ich es ja in der ganzen Familie verteilt und jetzt haben eigentlich alle abgenommen. Die Komplimente (bzw. auch die besorgten Warnungen vor noch weiterem Gewichtsverlust) bekommt hauptsächlich meine Mutter. Die hat zwar weniger abgenommen als ich (ich hänge seit geraumer Zeit auf 20 Kilo weniger fest), aber sie ist eben viel kleiner und viel älter, daher sieht man es sehr und alle tun so, als ob es ein Wunder wäre. Das gönne ich ihr zwar gerne, würde aber auch gern ab und zu ein Kompliment bekommen.

    Und dann habe ich noch eine Tante, die irgendwie unter massiven Wahrnehmungsstörungen leidet weil sie a) glaubt sie hätte in den letzten 10 Jahren höchstens 2-3 Kilo zugenommen und würde nicht über 70 Kilo wiegen (merkwürdigerweise trägt sie jetzt aber Kleidergröße 48 statt früher 42 – und das sitzt eng – also ehrlich, würde mich nicht wundern wenn sie bereits dreistellig wäre) und b) so tut, als hätte ich gar nicht abgenommen und dauernd so Sprüche bringt wie: „Setz Du dich nach vorne, dein Po ist ja schließlich viel größer als meiner. Tut mir leid, aber das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ oder „kann ja nicht jeder so schnell abnehmen, wie deine Eltern. Und wir beide genießen halt gern,nicht?“ (übrigens trage ich jetzt zwischen 42-44).
    OK, die Frau ist über 80 und vielleicht ist da auch schon ein wenig Demenz dabei, trotzdem fällt mir da immer die Kinnlade runter. Gottseidank den anderen auch (die lachen sich tot) – daher weiss ich wenigstens, dass nicht ich total plemplem bin….

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    1. Julia Starkimarm

      Danke :o)

      Cool, dass deine Familie das angenommen hat. Mein Vater hat sich als einziger das Buch auch durchgelesen, hat aber gerade den Kopf nicht frei genug fürs Kalorienzählen. Mein Bruder fand es auch interessant, nur gehört er gemeiner Weise zu den Intuitiv-Essern. Meine Mutter braucht es auch nicht und die anderen meinen sie wüssten schon alles übers Abnehmen. Vielleicht hat es meine Schwester etwas wachgerüttelt, dass mich nur noch wenige Kilo von ihrem Gewicht trennen, das erste Mal in unserem Leben ;o).

      Das mit deiner Tante ist natürlich schon frustrierend. Ich glaube dass sie das nicht wahrhaben will. Vielleicht hat sie dich irgendwann mal als Maßstab genommen „solange ich schlanker bin als yannaba, ist noch alles Ok“. Wenn du jetzt nicht mehr schwerer bist als sie, müsste sie das als Anstoß zum was ändern nehmen und ignoriert es deshalb. Irgend sowas könnte ich mir vorstellen ;o).

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  11. Erstmal Glückwunsch zur Abnahme. 20 Kilo sind ja nicht gerade wenig.
    Ich kenne das Spiel auch, habe es gerade mit meiner Schwester. Sie, schon immer normalgewichtig, nimmt vier Kilo ab: „Ach, du nimmst ja super ab, das finde ich toll!“
    Ich, schon immer übergewichtig, verliere nach der Entbindung im Dezember innerhalb von drei Monaten 15 Kilo und bin damit endlich fast wieder auf Normalgewicht, keine Reaktionen. Außer dem typischen Spruch dass man das Gewicht, das man in einer Schwangerschaft zunimmt niemals wieder verlieren wird und ich es daher gar nicht erst versuchen, sondern mich mit dem Übergang zur Adipositas abfinden soll.
    Ich kann das sehr gut nachvollziehen, aber ich Druck dir sie Daumen, dass bald mal Kommentare kommen – wenn du auf deinem Zielgewicht bist, dann muss es doch eigentlich jemandem auffallen. Spätestens wenn du auf einem Gewicht bist, dass die Leute meinen dich vor der Magersucht bewahren zu müssen.

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    1. Julia Starkimarm

      Danke und auch dir Glückwunsch zur Abnahme und das in der Geschwindigkeit! :o)

      Zum Glück hab ich diese Sprüche nicht abbekommen. Wahrscheinlich da ich die Schwangerschaften auf hohem Startgewicht begonnen habe (89 kg bei der ersten, 100 kg bei der zweiten bei 170 cm Körpergröße) ist eh keiner von ausgegangen, dass ich die Erwartung hätte, dass da was weggeht ;o).

      Ich muss sagen, dass ich mich noch auf solche Kommentare freue. Das ist dann wahrscheinlich sehr schnell vorbei, aber noch klingt das ganz reizvoll ;o). Ich drücke dir auch die Daumen, dass dein Umfeld auch schnell merkt, was für eine tolle Leistung du da gebracht hast!

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  12. MissGecko

    Mal ne (vielleicht) blöde Frage, aber hast du dir auch etwas neue Kleidung zugelegt? 20 kg sind schon ne ordentliche Hausnummer, auch wenn der Mann 10 kg mehr abgenommen hat. Das sollte durchaus deutlich zu merken sein, es sei denn, man „versinkt“ zunehmend im Schlabberlook, weil man ja noch nicht am Ziel ist und deshalb – verständlicherweise – nicht gleich die komplette Garderobe auswechseln will. (Und bei zwei kleinen Kindern sind vermutlich immer erst die Kleinen mit Neuanschaffungen dran – kostet ja auch ordentlich.)

    Falls das der Fall sein sollte: 2 Hosen in der aktuellen Größe plus ein paar günstige Oberteile dürften Wunder wirken! – (viel) mehr braucht es erstmal nicht. Bei jeder weiteren Kleidergröße weniger dann nur noch eine neue Hose dazukaufen und die vorherige Größe mit Gürtel tragen. Die noch größeren Größen nur noch zuhause tragen (wenn kein Besuch kommt). Falls irgend möglich, auch eine neue Jacke anschaffen.

    Ich habe seit letzten September 22 kg abgenommen, ca. 8 sollen noch runter. Bei mir hat es das weitere Umfeld erst dann richtig gemerkt, als ich meinen alten Winterparka nicht mehr getragen habe und zum Frühling auf eine Jacke in meiner jetzigen Größe umgestiegen bin. Jeans habe ich nach Möglichkeit so knapp wie möglich nachgekauft, damit sie etwas länger halten. Außerdem lassen sie sich bei mir dann auch gut mit Oberteilen kombinieren, die 1-2 Größen zu groß sind. Umgekehrt kombiniere ich die größeren Jeans mit den kleineren Oberteilen.

    (2 neue BHs habe ich mir auch angeschafft, fällt mir da noch ein.)

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    1. Julia Starkimarm

      Gratulation zu deinen 22 kg weniger :o)

      Zum Teil könnte das mit der Kleidung mit beteiligt sein. Bei einigen Feiern / Treffen hatte ich tatsächlich noch den Schlabberlook. Mittlerweile habe ich nachgerüstet, was allerdings bislang auch nicht so wirklich Wirkung gezeigt hat.

      Die großen Klamotten habe ich noch für Notfälle und zu Hause. Besonders die Kleine schafft es ja innerhalb kürzester Zeit frische Sachen einzusauen ;o)

      Lustiger Weise waren neue BHs bislang noch nicht nötig. Das liegt wahrscheinlich noch am Stillen.

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  13. Magenta

    Das mit der Kleidung stimmt, habe lange Zeit sehr bequeme, figurfreundliche Sachen getragen und dadurch viele Kilos kaschiert. Nach 25 Kilo Abnahme habe ich das erste mal etwas Figurbetontes gekauft und getragen. Schlagartig kamen ganz viele Kommentare und auch die erste Magersuchtwarnung (hatte da noch 5 kg Übergewicht).

    Jetzt sind 39 kg weg und ich bin im mittleren Normalgewichtsbereich (BMI knapp 21,4). Jeder, aber auch wirklich jeder Kommentar ist inzwischen negativ, egal ob von der Ärztin, Familie, Freunde oder Bekannte. Zum Glück bin ich ein bißchen stur und habe schon immer das gemacht, was ich wollte. 🙂 Mir wäre es inzwischen lieber, wenn die anderen ihre Klappe halten würden. Das ist also das Gegenteil von gar keine Bemerkungen!

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    1. Julia Starkimarm

      Oh du Arme!

      Das ist ja fies, wenn nur negativ Kommentiert wird! Schade, dass nicht wenigstens deine Familie das versteht und dich unterstützt.

      Momentan würde ich noch fast lieber so ne Magersuchtwarnung hören als gar nichts, aber ich bin mir sicher das geht ganz schnell vorbei sobald es dann irgendwann mal soweit sein sollte. Vor allem wenn da nicht auch mal was positives kommt!

      Ich finde deine Leistung jedenfalls ganz großartig :o)

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  14. MrT

    Ja, das stelle ich mir durchaus frustrierend vor, wenn kein positives Feedback vom Freundeskreis kommt, obwohl es ja durchaus anstrengend und immer wieder aufs Neue herausfordernd ist, sich zurückzuhalten, sich zum Sport zu motivieren, etc.

    Noch blöder ist aber, nicht nur kein Lob zu bekommen (krieg ich nur von den beiden Freunden, die ebenfalls abnehmen), sondern eine Mischung aus Fettlogiken, Sorge und Neid:

    – Da erkundigen sich besorgte Bekannte, ob man schon gesund sei? Man sehe so hager aus. Und bei ihnen hätte es auch so angefangen, bevor der Arzt den Tumor entdeckt hätte. Und auf die Erklärung, was es damit auf sich hat, kommen dann Hinweise, dass es nun aber wirklich reiche (mit BMI 24,9), dass man schon darauf achten müsse, nicht magersüchtig zu werden (seufz) und dass man doch vorher so gut und gesund ausgesehen habe (mit BMI >30).

    – Die eigene Mutter weist einen drauf hin, doch jetzt nicht so „genussfeindlich“ zu sein; und die Entscheidung, nach einem kalorienreichen Tag noch eine Stunde zu laufen, wird damit kommentiert, dass das jetzt schon ein bisschen fanatisch sei.

    – Selbst die Partnerin ist nicht sicher, was sie davon halten soll; sie möge ja eigentlich keine Bohnenstange haben…

    – Von Kolleginnen und Kollegen kommt regelmäßig der Hinweis, dass man doch jetzt genug abgenommen habe (wie gesagt mit BMI 24,9), dass man doch auch muskulös sei und deshalb der BMI nicht so viel aussage und überhaupt sei man doch vorher auch schon sportlich gewesen; der beste Kommentar war dann, dass man ja schon an Stattlichkeit eingebüßt hätte.

    Na schönen Dank auch, liebes Umfeld :-/

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    1. Magenta

      Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb viele Leute sich verunsichern lassen und dann in alte Verhaltensmuster zurückfallen, um sich wieder an ihre Umgebung anzupassen.
      (Zum Glück bin ich ein sehr selbstbewußter und eigenwilliger Mensch.)

      In meinem Bekannten-, Freundes- und Familienkreis habe ich jetzt wahrscheinlich den niedrigsten BMI. Mir wurde schon direkt gesagt, das sich andere dadurch unter Druck gesetzt fühlen und Minderwertigkeitskomplexe haben. (Ist doch nicht mein Problem. *Schulter zuck*)

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    2. Julia Starkimarm

      Das ist ja hart. Kein Feedback frustriert ein bisschen, aber solche Reaktionen…

      Ich hoffe deine Partnerin gewöhnt sich schnell an ihre Bohnenstange ;o). Ich muss da allerdings auch aus der kürzlichen Erfahrung sagen, dass es schon eine krasse Umstellung ist, wenn der Bär plötzlich zum Gepard wird – plötzlich so viele Kanten beim Kuscheln ;o), aber dann merkt man dass es doch noch derselbe Kerl ist und gewöhnt sich ans veränderte Äußere.
      Vielleicht hat sie auch Angst, dass du jetzt mit mehr Möglichkeiten andere Interessen entwickelst und dich auch innerlich änderst und damit von ihr entfernst.

      Ich finde bei den anderen wird recht deutlich, dass dein Vorbild sie in unerwünschten Zugzwang bringt, wodurch sie versuchen dich zu bremsen. Am Ende müssten sie ja noch was bei sich selbst ändern…

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  15. carter1

    Lustig, mir passierte so Ähnliches: Ich viel höheres Übergewicht als Mann, ich etwa 30kg verloren (immer noch 25-30 abzunehmen, mittlerweile sind 40 weg), Mann hat etwa 12 kg Übergewicht, verliert 10 und alle flippen aus. Der gewichtskritische Kinderarzt sagt zu mir (ich deutlich schlanker mit -30): Ihr Mann hat aber stark abgenommen! Zu mir natürlich keine Bemerkung. Also scheinbar ist die Bewunderung bei Männern einfach generell größer.

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    1. Julia Starkimarm

      Also vom Arzt hätte ich ja schon was anderes erwartet. Ganz besonders, wenn er da auch schon kritische Bemerkungen abgegeben hat.

      Vielleicht liegt es auch irgendwo am Erreichen des Normalgewichtes. Uns sieht man an, dass noch was zuviel ist und beim vorgepreschten normalgewichtigem Partner ist halt der Zustand „schlank“ erreicht und dabei wird dann übersehen, dass wir eben auch schon ziemlich was geleistet haben.

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      1. Ich denke das könnte oft ein Grund sein. Es ist durchaus anspruchsvoll einer Frau gegenüber „du bist ja gar nicht mehr ganz so fett“ so zu formulieren, daß man das auch überlebt…

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  16. @Julia: Denk dir nichts, mir ging es genauso: zeitgleich mit einer Freundin Gewichtsabnahme gestartet, sie hatte zum Startzeitpunkt 20 Kilo weniger als ich. Ich habe 20 Kilo abgenommen, sie 40. Meine Gewichtsabnahme ist in unserem gemeinsamen Bekanntenkreis völlig untergegangen, war bestenfalls eine wohlwollende Randbemerkung wert. Man muss sich dann wirklich klar machen, dass man es für sich selbst tut – und wenigstens bleiben dir dann Kommentare wie „jetzt ist aber gut“ erspart. 😉

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    1. Julia Starkimarm

      Schon seltsam, aber auch nach den anderen Kommentaren scheint es ja fast so, dass in einem Freundeskreis nur Kapazitäten für einen Abnehmer sind. Der bekommt dann die positiven und negativen Kommentare… man sollte meinen Worte und Aufmerksamkeit sind nicht so ein seltenes Gut, das man nicht mehrere Leute für das selbe loben kann. Bei Kindern geht das ja auch…

      Zum Glück habe ich die Unterstützung in der Familie, da haben die (fehlenden) Bemerkungen des Freundeskreises keine Chance mich aus der Bahn zu werfen (die netten Herren Ben&Jerry leider umso mehr ;o))

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      1. Mona

        „nur Kapazität für einen Abnehmer“ 🙂
        Das könnte echt sein. Bei mir ist das zumindest in der Verwandtschaft und Familie so. Wenn ich dort bin, dann sagen sie immer ich sehe ja immer so aus und bin ja ein gutes Beispiel, dass man sein Gewicht stabil halten kann. (Finde ich „interessant“, da ich in den letzten Jahren eine Achterbahn von +15 kg, -10 kg, +20 kg, -20 kg gemacht habe. So ähnlich war das bei der anderen Person auch und das auch noch ziemlich zeitgleich!) Und die andere Frau immer gesagt bekommt, dass sie zu viel abgenommen hat und knochig aussieht usw. Fast der einzige Unterschied zwischen uns beiden ist: ich hab mich sehr bemüht Muskulatur aufzubauen und hab es ein bisschen geschafft. Sie isst zu wenig Protein, sodass sie eher Muskulatur abgebaut hat.

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      2. Mona

        (Ich hab euren Blog nicht gelesen.)
        Kann es sein, dass du nicht so viel Muskulatur aufgebaut hast, wie dein Mann, weil es bei Frauen ja auch nicht sooo viel wird? Vielleicht ist das Auffallende (für andere Menschen) die Muskulatur und gar nicht so wirklich die Fettabnahme ist?

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      3. Julia Starkimarm

        Hallo Mona,

        Infos zu mir wirst du im Blog meines Mannes nicht viele finden. Ich halte mich da eigentlich ganz gerne zurück. Hätte Nadja mich nicht gebeten zu meinem unvorsichtigen Satz was zu schreiben, hätte es mein Gewicht nicht ins Internet geschafft (jedenfalls nicht über FDDB hinaus ;o)).

        Das mit der Muskulatur hat mich ein bisschen zum lachen gebracht ;o) Ich glaube ich könnte in vollen Body-Builder Modus gehen und würde nicht so viele Muskeln aufbauen, wie mein Liebster schon von Natur aus hat. Das „Starkimarm“ hat er sich nicht zufällig ausgesucht ;o).
        Ich hab mich immer für ziemlich stark gehalten, aber nur bis ich bei ihm gesehen habe, was das wirklich heißt. Besonders schön sieht man das, wenn wir in unserem Haus arbeiten. Da hatte er doch tatsächlich alleine (ich hab realistisch betrachtet nur Stabilisierungshilfe geleistet) zwei jeweils ca 200 kg Sandsteinplatten aus dem Haus gewuchtet (nacheinander). Und sowas ohne vorheriges Krafttraining.
        Für sein Vorher kann man in Richtung Vikinger denken, jetzt ist er eher athletisch (Schwimmer oder so ;o)).
        Tja und da mein Hauptsport Kinderschleppen ist (ich brilliere gerade besonders in den Disziplinen „einhändig Geschirrspüler einräumen mit neugierigem 10kg Kleinkind auf dem Arm“ und „nörgelnden 20kg Kind auf den Schultern durch den Supermarkt tragen“) bin ich da dann doch chancenlos. Also wenns danach geht kann ich lange auf meine Komplimente warten ;o)

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      4. Mona

        Oh man, tut mir leid, dass ich so viel falsch schreibe. ich lese es vorher, aber die Fehler fallen mir immer erst auf, wenn ich schon auf abschicken geklickt habe.

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      5. ja, ist schon komisch – aber es bleibt trotzdem eine tolle leistung, auch von mir herzlichen glückwunsch, und bleib dran! (trotz ben & jerrys verführungskünsten. 😉 )

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  17. kleinefrau

    Gratuliere, hast Du toll gemacht 🙂
    Ansonsten – ich vermute, es liegt an der Schwangerschaft dazwischen. Die Leute erwarten irgendwie, dass da weniger ist nach der Geburt und haben Deine Figur von vor der Schwangerschaft nicht mehr so richtig im Kopf. Für sie ist es also quasi die logische Schlußfolgerung, Kind da, Gewicht runter, das muß so.
    Kleinere körperbetonte Kleidung wirkt aber tatsächlich Wunder, bei mir hat den ganzen Winter über kaum jemand reagiert, klar, Winterjacke. Und dann wurde es wärmer und plötzlich fiel es auf einmal allen auf, dass ich von Adipositas auf Normalgewicht runter bin. Nur sind manche total ausm Häuschen und begeistert und andere gucken nur und gucken und gucken – sollen sie doch gucken 😉

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    1. Julia Starkimarm

      Danke :o) Auch dir die allerherzlichste Gratulation zu der tollen Abnahme :o)

      Das ist gut möglich. War ja auch ein großes, schweres Kind ;o). Obwohl… beim ersten Kind haben die doch alle gesehen: Kind da, Gewicht weiter hoch…

      Dann bin ich mal gespannt auf den Sommer :o)

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  18. Ich

    Ich verstehe nicht, warum es euch so wichtig ist, von anderen Menschen gelobt zu werden. Ihr nehmt doch nicht ab, um anderen zu gefallen, sondern a) um euch zu gefallen und b) um gesünder und agiler zu sein, oder?
    Mir ist jedenfalls mein Umfeld ziemlich wurscht. Eher sogar im Gegenteil: mir ist es tendenziell unangenehm, wenn das Thema auch nur ansatzweise gestreift wird.

    (Ich muss jedoch zugeben, dass ich nie adipös war. Ich habe lediglich vom unteren Normalgewicht/Grenze zu Untergewicht zu leicht übergewichtig zu- und wieder auf unteres Normalgewicht abgenommen. Dies jedoch innerhalb von 1,5 Jahren. Konkret heißt das, dass ich 15kg zugenommen und 12kg wieder abgenommen habe. Die letzten 3 weigern sich hartnäckig ^^)

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    1. Mona

      Ich finde es nicht wichtig. Außerdem hab ich Glück, dass bei mir das keiner so wirklich sehr gemerkt hat, weil ich dann das Schicksal meiner Verwandten teilen müsste, dass an mir rumgemeckert wird: zu mager, knochig, pösepöse dünn.

      Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Situationen, wo jemand extrem gelobt wird oder sogar Gratulationen bekommt und alle die Person bewundern, einen eher unwohl fühlen lässt, wenn man auch eine Leistung in ähnlicher Weise erbracht hat. Und das ist dann das Problem, nicht dass man selbst nicht gelobt wird, sondern weil man selbst abgestraft wird mit Nichtbeachtung, als wär man unsichtbar (in dem Thema).

      Sehr doofes Beispiel: Zwei Leute haben im Abi bei ne 1,6 und dem einen wird total gratuliert und alle wollen ihre Begeisterung ausdrücken und den anderen schaut man nicht mal mit dem Arsch an, obwohl er genau daneben steht.

      Im Beruf kann es ja auch passieren, dass ein Mitarbeiter etwas leistet und viel Aufmerksamkeit oder eine Gehaltserhöhung bekommt und sein Kollege hat etwas noch Wichtigeres geschafft und auch weniger Blödsinn oder Fehler gemacht in den letzten Jahren und bekommt gar nichts, eventuell sogar Abwertung, weil der Vorgesetzte sich nicht mal den Namen richtig merken kann.

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