Fit For Fettlogik: Der 24-Stunden-Bullshit

Mir wurde wiedermal ein Artikel zugeschickt, dessen Bullshitgehalt sogar mich noch überraschen konnte, obwohl ich in letzter Zeit einiges gewohnt bin.

Verursacher des Fettlogik-Desasters? Die Fit For Fun. Ausgerechnet.

Vollmundig versprechen sie: „Die „24-Stunden-Diät“ bringt für schnelles Abnehmen ca. 2 Kilo in nur 24 Stunden bei maximaler Fettverbrennung!

Halten wir mal fest: 2 kg Fett, das wären etwa ~14.000 kcal, die da in 24 Stunden verbrannt werden müssten. Der durchschnittlich aktive Mensch verbrennt pi mal Daumen etwa 1/7 davon. Wer intensiv Sport treibt, über mehrere Stunden hinweg, kann evtl. einen durchschnittlichen Verbrauch von 500 kcal pro Stunde aufrecht erhalten, wenn er gut ist.

Um also 14.000 kcal an einem Tag zu verbrennen, müsste man bei kompletter Nulldiät etwa 24 Stunden durchgehend intensiven Ausdauersport betreiben. Klingt total machbar, oder?

Gut, ein extrem trainierter, riesiger Bodybuilder schafft es möglicherweise auch in 16 Stunden mit extremem Ausdauersport.

Aber moment mal… Nulldiät? Neinneinnein, denn gegessen wird schon, laut FitForFun:

Gibt’s auch was zu essen? Ja, denn hungern dürfen Sie auf keinen Fall“ – womit es dann natürlich schwierig wird, mit den 14.000 kcal, selbst bei 24 h Sport.

Aber Moment … da geht es doch sicher um Wasserverlust, oder? Nönö, die FitForFun macht da durchaus Versprechungen und grenzt sich ab von anderen Diäten, die nur zu Wasserverlust führen:

Mit der 24-Stunden-Diät wird also in kürzester Zeit eine enorme Fettverbrennung erreicht, die auf bislang nicht für möglich gehaltene Werte ansteigt. Bei anderen Diätmodellen greift der Körper im Kampf gegen Übergewicht erst nach etwa zwei bis drei Tagen verstärkt auf seine Fettdepots zurück, vorher führen vor allem der hohe Kohlenhydrat- (Glykogen-) und Wasserverlust zur Gewichtsreduktion. Dieser Prozess wird mit der 24-Stunden-Diät enorm beschleunigt: So erreichen Sie in 24 Stunden die maximale Fettverbrennung und können insgesamt etwa 2 Kilo an Gewicht abnehmen – mit einem hohen Anteil an Körperfett! Selbst weniger Trainierte und Menschen, deren Stoffwechsel genetisch bedingt lieber auf Kohlenhydrate als Energiequelle zurückgreift, werden mit der Methode regelrecht zu Fatburnern.

Und Jojo-Effekt gibt es natürlich auch nicht, denn das wäre ja nur so, wenn man kurzfristig Wasser loswerden würde, das dann direkt wieder eingelagert wird …

Sie wissen aber auch, dass man mit herkömmlichen Crashdiäten auf Dauer sogar zunimmt! Wir verraten Ihnen, wie sie mit einer sicheren Methode gesund und schnell abnehmen – mit maximalem Fettverlust und ohne Jojo-Effekt!

Es ist sogar gesund! Und klingt das nicht wirklich nett?

Sie wollen nicht hungern, aber für lange Diäten haben Sie weder Zeit noch Lust?

Und die Jenny hat’s sogar ausprobiert:

unsere Probandin Jenny von Hacht aus Hamburg hat es ebenfalls mit der 24-Stunden-Diät geschafft: Sie verlor an einem Tag beachtliche 2,1 Kilo!

Und wie funktioniert es nun?

Sie beginnen abends mit einem Intervalltraining, um die Kohlenhydratspeicher zu leeren und den Körper sofort auf Fettverbrennung zu polen. Damit haben Sie auch schon das Schwierigste geschafft – die zweite Einheit ist viel weniger anstrengend.

Jo, abends werden die Kohlenhydratspeicher geleert, was natürlich überhaupt nichts mit freigesetztem Wasser aus den Kohlenhydratspeichern zu tun hat. Am nächsten Tag gibt es etwa 1000 kcal, hauptsächlich aus Eiweiß und nochmal eine Stunde Sport, um die Kohlenhydratspeicher ja nicht wieder aufzufüllen und so viel Wasser auszuschwitzen wie möglich.

Tatsächliches Defizit? Mit Glück etwa 2000 kcal, bei den untrainierten Frauen wohl eher etwas weniger. Fettverlust? Maximal 300 g. Aber am nächsten Tag wunderbar dehydriert auf der Waage stehend, freut sich Jenny über ganze 1,8 verlorene Liter Wasser, die sie die nächsten Tage auch garantiert nicht wieder einlagert. Oder?

Wir erinnern nochmal:

So erreichen Sie in 24 Stunden die maximale Fettverbrennung und können insgesamt etwa 2 Kilo an Gewicht abnehmen – mit einem hohen Anteil an Körperfett!

Hoher Anteil? Sind 300 g wirklich ein hoher Anteil von 2100 g? Für mich klingen gerade mal < 15 % nämlich nicht nach einem „hohen Anteil“ und ob Jenny so erfreut darüber sein wird, wenn sie die nächsten Tage wieder 1,8 kg zunimmt? Das liegt sicher an ihrem kaputten Stoffwechsel …

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41 Gedanken zu “Fit For Fettlogik: Der 24-Stunden-Bullshit

  1. K

    Ich wäre ja mal für ein Bullshit-Bingo mit Artikeln. Jeder sucht sich einen Artikel raus und hakt dann die typischen Fettlogiken ab wie „Hungerstoffwechsel“, „Jojo-Effekt“, „Abends keine Kohlenhydrate“ etc. Und wer als erstes alles voll hat, muss den Artikel dann in seinem Blog zerreißen.
    Wobei bei einigen Artikeln wahrscheinlich innerhalb von zwei Minuten alle Felder ausgefüllt wären. Aber die Idee wäre trotzdem lustig, finde ich. 😀 auch wenn so viel Wortmüll in einem einzigen Artikel eigentlich eher traurig ist.
    Hoffentlich stolpert Jenny bald über dein Buch. ^^

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  2. Mona

    Du machst ein bisschen Sport, isst das, was in der Zeitschrift stehst und dir geht es toll. Nach 24 h kommt die Fee und zaubert dir 2 kg Fett weg. Bei Fit For Fun müsste es doch Menschen geben, die Ahnung über Sport und menschliche Körper haben?

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    1. Nö. Bei denen ist der Schwerpunkt eindeutig der Fun. Und den haben nur Leute, die eh schon schlank sind, denn für alle Anderen ist Abnehmen Arbeit.

      Mit anderen Worten: der Artikel ist von vornherein nur Show und Selbstbeweihräucherung, denn dicke Leute sind überhaupt nicht deren Zielgruppe.

      Disclaimer: ich lese das Blatt nicht, aber meine Ex, Sportlerin, konnte die FfF wunderbar auseinanderpflücken.

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  3. Kati

    Ach ja, die 24h Diät… Ist sie diesmal wieder drin? Wird schon seit 4 Jahren vorgestellt
    Hahahahaha
    Dachte mir vor Jahren schon das es der blödeste Mist ist. Jetzt bin ich mir, dank Fettlogik, noch sicherer.

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  4. Christina

    Ja als ich es gelesen habe dachte ich auch das ist total lächerlich. Natürlich ist es Wasser. Die sagen sogar die Begründung warum es Wasser ist nur behaupten das wäre Fett 😀

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  5. Ich war eben auf der fff-Seite: Geil – gleich als erstes eine schöne Sportlogik: Übungen für einen sexy flachen Bauch! Was für ein Bullshit. Das Sixpack kommt am Herd, nicht im Gym. Ein Sixpack und einen flachen Bauch bekomme ich dann und nur dann, wenn der Körperfettanteil gering ist. Wo das Körperfett abgebaut wird, sucht sich der Körper auch individuell aus. Gleich dahinter ein Artikel über angebliche Trainingsschnitzer, die dafür sorgen, dass man weniger Kalorien verbrennt, wo man nicht weiß ob man lachen oder weinen soll. Wenn man auf dem Crosstrainer zu fest zupackt soll die schnellere Ermüdung für ein geringeren Umsatz sorgen… Aha, und ich dachte ein Crosstrainer bietet einen definierten Widerstand? Zu wenig Dehnen, genau der gleiche Bullshit, zumindest statische Dehnübungen sind mittlerweile aus der modernen Trainingslehre verschwunden weil bringt nix. Dann überall Fatburner und Fettkiller: Muahhahahaha: Der Körper bezieht seine Energie in folgender Reihenfolge: Alkohol – Zucker – sonstige Kohlehydrate – Fett – Eiweiß, erst wenn die anderen Quellen alle sind und das Eiweiß noch nicht erreicht wurde geht es ans Fett, zumal es auch keine negativ kalorischen Lebensmittel (Eiswürfel mal ausgenommen) gibt.

    So langsam wird es Zeit mal wirklich was über Sportlogiken zu schreiben, wenn ich nicht nur immer so faul wäre…

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    1. Michael Mendelsohn

      Ich würde scharfe Peperoni auch als negativ kalorisch annehmen, da durch das Capsaicin der Kreislauf angeregt und die Körpertemperatur erhöht wird. Höhere Temperatur = höherer Grundumsatz, das könnte dann die paar Kalorien von der Peperoni wieder aufwiegen. Der mögliche „Kaloriengewinn“ ist natürlich auch hier deutlich begrenzt, als Diätverfahren („Peperoni-Diät nach Dr. Mendelsohn“) ist es vermutlich nur dann tauglich, wenn man außer den Peperoni sonst nix isst. 🙂 („Sie dürfen bei der Peperoni-Diät alles essen, aber für jeden Bissen, den sie zu sich nehmen, müssen sie vorher einen Bissen scharfe Peperoni essen.“)

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      1. usability-idealist.de

        @mike: nächstes mal wieder auf mechanische Tasta setzen (oder im Falle von Notebook: Thinkpad), die kommt auch problemlos mit Joghurt, Currywurst-Ketchup und Katzenhaaren klar 😉

        cu, w0lf.

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    2. Die andere Mona

      Oh, ja, bitte!
      Ich bräuchte ganz dringen ein „Sportlogik überwinden“! Hab mich jetzt in letzter Zeit etwas genauer mit dem Thema beschäftigt, aber grad wenn man sich im Internet (unteranderem auch Fit for Fun) umsieht, kriegt man ja regelrecht angst beim Sport machen :’D
      „Zu viel Sport ist schädlich!“
      „Der falsche Sport ist noch schlimmer als gar kein Sport!“
      „Sport bringt erst etwas ab 20 min“
      „Nur wer bei einer bestimmten Herzfrequenz trainiert nimmt auch ab!!“
      Und so weiter @__@
      Jemand der keine Ahnung hat macht sich da schon seine Gedanken, auch wenn ich mir schon denken kann, dass meine 40min Cross bestimmt nicht schädlich sind :‘)
      Also wenn du mal Zeit und Lust hast würdest du mich mit einem solchen Artikel sehr glücklich machen ♥ 😀

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      1. Tja, da ist schon eine ganze Menge Unsinn bei. Ich selber habe mich mit dem Thema beschäftigt, da ich eine kleine Rugbymannschaft trainiere und den Anspruch habe es vernünftig machen zu wollen.

        Also:

        1. Zuviel Sport ist schädlich

        Stimmt, wenn es in den Bereich der Überlastung kommt, nur da komme ich als Anfänger meist gar nicht rein. Schädlicher ist die falsche Ausführung, die punktuell Überlastungen schafft. Überlastungen werden vom Körper als Schmerz angezeigt und auf den sollte man hören. Zu den Überlastungen gehören auch nicht eingehaltene Superkompensationszeiten. Da wäre bei einem Zuviel tatsächlich Muskelverlust die Folge.

        2. Der falsche Sport ist schlimmer als gar kein Sport

        Es kommt auf die Zielsetzung an. Was will ich denn? Ausdauer, Kraftausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Koordination, Ostheoporosevorsorge, Kalorien verbrauchen…
        Ich muss schon die passende Sportart zu den gesteckten Zielen auswählen, sonst kann es kontraproduktiv sein. Bei Anfängern ist es gut, wenn es überhaupt erstmal wieder zu Bewegung kommt.

        3. Nur wer bei einer bestimmten Herzfrequenz trainiert nimmt auch ab

        Bullshit! Bewege ich mich verrichte ich Arbeit, die Energie verbraucht! Auch für Sportler gelten die Gesetze der Thermodynamik. Die Pulsfrequenzen der einzelnen Menschen haben übrigens so große Varianzen, dass allgemeine Aussagen hierzu eher unverbindliche Empfehlungen sind. Wichtiger sind eher die Zeiten, bis der Ruhepuls wieder eintritt.

        nun ein paar Klassiker:

        4. Ich muss eine gewisse Grundausdauer erwerben, um bereit für Kraftsport zu sein!

        Bullshit! Erstens kann man nirgends die Belastung so gut steuern wie beim Kraftsport, zweitens sollte ich eh erstmal Technik üben, drittens werden durch Kraftsport andere Muskelfasern als beim Ausdauersport beansprucht, dass ist so, als ob ich beim Auto eine lautere Hupe einbaue, weil die Bremsen kaputt sind.

        5. Ausdauersport ist das Beste für das Herz-Kreislauf-System!

        Falsch! Ausdauersport stärkt das Herz-Kreislaufsystem, Kraftsport ist jedoch in allen Bereichen überlegen: Cholesterin, Blutdruck…

        6. Schwimmen ist gut für die Gelenke!

        Unsinn! Im Wasser ist der Körper quasi schwerelos, somit ist die Belastung für die Gelenke minimal, damit wird auch die für die Regeneration notwendige Belastung nicht erreicht. Der Körper ist Äußerst sparsam und regeneriert nur was er muss, und was er muss entscheidet er nach Belastung, ansonsten wird abgebaut.

        7. Ausdauersport ist gut für Skelett und Bänder

        Falsch! Beim Menschen ist ab ca. 20 km Lauftraining pro Woche eine Änderung des Hormonspiegels messbar. Bei großen Belastungen auch merkbar. Östrogen geht hoch, Testosteron runter, dies hat einen verlangsamten Eiweißstoffwechsel zur Folge, d. h. Knochenmaterial wird abgebaut, Bänder und Sehnen werden „labberiger“.

        8. Ich geh zweimal die Woche joggen, ich werde trainierter!

        Falsch! Die Superkompensationszeit bei Ausdauersport liegt bei ca. 24h. d. h. ich muss täglich trainieren, wenn ich etwas erreichen möchte, bei Kraftsport betragen diese 48 – 72 h, teilweise sogar noch länger, so dass 2 – 3 x die Woche reichen.

        9. Kraftsport schadet dem Beckenboden

        Er bringt einen defekten Beckenboden deutlich zu Tage, ist m. E. aber nicht die Ursache. Für Frauen: Kein Kreuzheben und Kniebeugen ohne Beckenbodengymnastik.

        10. Geräte sind besser als freie Gewichte

        Kommt darauf an. Mache ich Grundübungen mit freien Gewichten(Bankdrücken, Kreuzheben, Kniebeugen,…) trainiere ich große Muskelgruppen und die Koordination zwischen den beteiligten Muskeln. Den reinen, gezielten Muskelaufbau kann man besser mit Machinen machen, da sie sie Bewegung genauer führen.

        So, jetzt ist meine Mittagspause auch rum…

        Viel Erfolg und Spaß beim Sporteln!

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      2. Mona

        @ladit01
        Den Punkt 1 und 9 verstehe ich nicht ganz, wie du das meinst.

        „Zu den Überlastungen gehören auch nicht eingehaltene Superkompensationszeiten. Da wäre bei einem Zuviel tatsächlich Muskelverlust die Folge. “

        Das kannte ich so, dass man kraftloser wird und Muskeln nicht aufgebaut werden.
        Ist das wirklich so, dass die sogar abgebaut werden können, wenn man zu früh die Belastung setzt?

        „Für Frauen: Kein Kreuzheben und Kniebeugen ohne Beckenbodengymnastik.“

        Wie meinst du das?
        Die Beckenbodenmuskeln werden doch zusammen mit dem Bauch und den inneren und äußeren Seiten der Oberschenkel und des Pos mittrainiert oder nicht? Ich hab das noch nie gehört, dass jemand sagt Krafttraining wär schlecht für den Beckenboden. Wie begründet man das so im Allgemeinen?

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      3. @Mona

        Zu 1.: Die Muskeln werden durch Training geschädigt, Dein Körper reagiert auf diese Schädigung durch Reparatur und zusätzliche Verstärkung der betroffenen Partie (Superkompensation, dt. in etwa Überreparatur). Durch das Training werden zunächst Muskeln abgebaut und wenn Du trainierst, bevor die Reparatur abgeschlossen wurde, schädigst Du den Muskel weiter und er wird abgebaut. Die Superkompensationszeiten sind je nach Trainingsstand und Trainingsart verschieden. Ein Anhaltspunkt ist Muskelkater, solange Du diesen hast, ist die Reparatur nicht abgeschlossen.

        Zu 9.: Du trainierst meist die äußeren Muskeln, der Beckenboden wird aber durch innere Muskeln gehalten. Es kann passieren, dass die äußeren Muskeln auf die inneren drücken und wenn diese dem Druck nichts entgegen zu setzen haben, da sie untrainiert sind, können Beschwerden wie Inkontinenz ausgelöst, nicht verursacht, werden. Ausdauersport ist hierbei noch schlimmer, da die bereits beschriebene Hormonumstellung dafür sorgt, dass sich z. B. die Symphysen (Beckenbänder) verändern, was zu Beckenschmerzen führt. Insbesondere nach einer Schwangerschaft sollte daher Ausdauersport vermieden werden.

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      4. Mona

        @ladit01
        Tut mir leid, ich versteh es noch nicht.
        zu 1.
        Ich kenne auch Superkompensation, aber immer nur bezogen auf Kraft und Leistung und nicht direkt auf das Muskelvolumen und einzelne Fasern oder so. Ich versteh nicht, wieso ein Muskel abgebaut werden sollte, der gerade trainiert wurde. Ich dachte, er ist nur geschwächt durch die Risse (?) und sie werden repariert, weswegen man in der Erholung nicht die Leistung aufbringen kann, die man in dem vorhergehenden Training geschafft hat.
        Verstehe ich das jetzt richtig, dass du sagst, diese Leistungsminderung kommt vom Muskel“schwund“?
        zu 9.
        Männer brauchen doch auch Beckenbodenmuskulatur. Beim Kreuzheben ist doch so ziemlich alles angespannt (ähnlich wie bei Pilates, wo man ja auch immer Bauch und Beckenboden festhält). Man würde doch in der Mitte durchbrechen (also den Rücken kaputt machen), wenn man Kreuzheben macht ohne den Rücken und Bauch zur Stabilisierung festzuhalten. Sobald man seinen „Kern“ festhält, dann tut das der Beckenboden doch auch, wieso sollte ein Mensch auf die Idee kommen den locker zu lassen beim Kreuzheben? Geht das überhaupt? Kniebeuge und Kreuzheben sind doch so ziemlich das Gegenteil von Isolationsübungen, das müsste doch für den ganzen Körper, auch für den Beckenboden, gut sein.
        Welche Beckenbodengymnastik soll frau machen, wenn sie keine Probleme mit Kreuzheben und Kniebeugen haben will?

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      5. @mona

        Der Muskel wird durch Training teilweise zerstört, Superkompensation bedeutet letztendlich Müll weg neues Material aufbauen. Unterbrichst Du diesen Prozess, werden Muskeln abgebaut.

        Kreuzheben und Kniebeugen sind in der Tat keine Isolationsübungen, trainieren aber nicht alle Muskeln. Auch der männliche Beckenboden kann geschädigt werden, gib mal bei Google Kraftsport und Hämmorhoiden ein…

        Übungen: z. B. hier: https://youtu.be/grIdvzN2nQM

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      6. pufaxx

        Muskelkater ist echt ne spannende Sache …

        Bisher habe ich gedacht, dagegen hilft nichts. Aber nachdem ich 3 Monate mit dem Training „geschlampt habe“ (in der zweit war ich nur 2 Mal da, auweia), habe ich mir in den Kopf gesetzt „Alter. Du gehst jetzt zwei Wochen lang. Und zwar JEDEN Tag!“

        Soviel vorweg: Ich hab’s nicht durchgehalten. Nach dem dritten Tag in Folge hatte ich am Morgen echt Schwierigkeiten, meine Kaffeetasse zum Mund zu kriegen. Ich habe mir zwei Tage Regenerationszeit gegönnt.

        Dann wieder zwei Tage in Folge. Was ich anders gemacht habe: Ich hab so eine Schwabbel-Wabbel-Stange mit Blei in den Enden. Die habe ich nach dem Training benutzt. Ich bilde mir ein, die Vibration hat geholfen. Ich hatte zwar trotzdem Muskelkater, aber längst nicht so einen fiesen. Und am zweiten Trainingstag habe ich genau den gleichen Kram wie am Tag zuvor gemacht, und genau so lange. Nur mit etwa einem Drittel der Gewichte. Der Muskelkater war … weg.

        Geht mir oft so, dass ich z.B. Muskelkater in den Beinen „wegspazieren“ kann. Statt U-Bahn zu Fuß gehen. Rolltreppen und Fahrstühle ignorieren, auch wenn man die am liebsten nutzen würde.

        Mir jedenfalls hilft’s.

        Ich werd mal ne Zeit lang probieren, was passiert, wenn ich immer zwei Tage in Folge trainieren gehe. Drei von bis jetzt drei Malen war mein Muskelkater weg. Vielleicht ist das wie so eine Art Massage, wenn man (wirklich gut aufgewärmt, ich bin danach immer klatschnass geschwitzt) einfach locker und ohne „Uff!“ und „Pfffz!“ nochmal alles durch bewegt?

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  6. Litschi

    Die Fit For Fun ist ja auch mehr ein Sportmode-Magazin denn wirklich ein Sportmagazin. 😉

    Btw bezüglich 14 000 kcal verbrennen: Auf Youtube gibt es ja diese ganzen Fress-Challenges, wo hauptsächlich Fitnessleute versuchen 10 000 kcal oder auch mehr an einem Tag zu konsumieren. Einer hat nun das Gegenteil versucht und wollte 10 000 kcal an einem Tag verbennen: https://www.youtube.com/watch?v=xpiFuZO_rVY

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  7. In der Bildserie find ich diesen Satz besonders schön:
    „Falls Sie sich mit einer Körperfettwaage wiegen: Lassen Sie sich nicht von steigenden Körperfettwerten irritieren – bereits kleinste Flüssigkeitsverluste (z.B. durch Sport) führen zu ungenauen Daten. Also keine Panik, verlassen Sie sich lieber auf ihr Körpergefühl.“

    Sie verlieren 2kg Körperfett in 24 Stunden – sollte ihre Waage was anderes sagen, liegt das natürlich nicht an der Diät! Glauben Sie einfach fest daran – dann ist das Fett auch weg! Oder wie muss ich mir das jetzt vorstellen???

    btw. ich bin auch für ein Sportlogik überwinden Buch!!!

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      1. Litschi

        Gerne!

        „Nach dem Sport kann man essen was man will, weil der Körper noch voll im Fettverbrennungsmodus ist.“
        „Nach dem Sport darf man gar nichts essen, weil sonst die Fettverbrennung gestoppt wird.“
        „Ausdauertraining darf man nicht über einen Puls von 120 kommen, da man sonst aus dem Fettverbrennungsmodus kommt.“

        Irgendwie gibt’s bei Sportlogiken auch nur zwei Zustände: Entweder der Körper ist im Fettverbrennungsmodus, dann ist total egal, wieviel man (fr)isst oder er ist nicht im Fettverbrennungsmodus, dann nimmt man automatisch zu, egal, was man macht…

        „Trainingskonzept XY kurbelt den Stoffwechsel enorm an und man verbrennt noch 24h danach unmengen an Fett.“
        „Ich trainiere nur mit 1kg Hanteln, ich will ja nicht zum Muskelprotz/ She-Hulk / Monster werden.“
        „Ich mache ganz viele Sit-Ups, damit ich endlich ein Sixpack kriege.“

        „Du kannst das ja auch essen. Du hast ja total viele Muskeln und verbrennst mindestens das doppelte von mir.“ – „Äh, du ich bin etwas leichter als du und soviel mehr verbrauchen Muskeln gar nicht an Energie. Wir brauchen wahrscheinlich in etwa gleichviel.“ – „Kann nicht sein!“

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      2. Fettverbrennung: Ja, sie ist abhängig von der Trainingsart und kommt insbesondere beim Ausdauertraining zur Geltung, da dort auch langsam gewonnene Energie verbraucht werden kann, aber: Über den Tag verteilt spielt die Fettverbrennung des Trainings keine Rolle, da der Körper die Homöostase (Stoffwechselgeichgewicht) beibehalten möchte. Letztendlich ist ein Kaloriendefizit wesentlich wichtiger. Die Fettverbrennung ist ein eher unbedeutendes Detail. Durch Ernährung kann ich dort viel mehr steuern.

        Stoffwechsel ankurbeln: Klar, je mehr Zerstörung ich durchs Training angerichtet habe, desto mehr muss der Körper an Reparaturarbeit aufwenden, auf die Kalorienbilanz hat das aber einen eher geringen Einfluss.

        1-kg-Hanteln: Kommt auf die Übung drauf an, ich kenne welche wo auch 1-kg-Hanteln zur Qual werden, aber gemeint ist wohl die Trainingsintensität. Dazu mal etwas Weitschweifenderes, also: Ein Muskel besteht aus drei verschiedenen Arten von Muskelfasern: Typen 1, 2a und 2b.
        Der Typ 1 ist rot und stark durchblutet, er wird durch Ausdauersport aktiviert, z. B. 1 kg Hantel viele Wiederholungen, die Energiegewinnung ist aerob, Die 2er-Typen gewinnen ihre Energie anaerob (ohne Sauerstoff) und sind rosa (2a) und weiß (2b). 2a ist für die Kraftausdauer zuständig, er gewinnt seine Energie aus Milchsäureverbrennung, 2b ist für Schnell und Explosivkraft zuständig und gewinnt seine Energie durch Adenosinphosphatumwandlung. Die einzelnen Muskelfasertypen werden erst ab bestimmten Belastungen aktiviert, d. h. mit geringen Gewichten werde ich die 2er-Fasern nicht erreichen, da die Erregungsschwelle unterschritten wird. Den größten Massenzuwachs kann man bei Typ 2a erreichen, da dort durch Training die Faserstränge aufgespalten und die einzelnen Stränge verdoppelt werden, im Gegensatz zu den beiden anderen Typen, wo nur die Fasern dicker werden ohne Faservermehrung. Da brauch ich gar kein Krafttraining, da sind Laufband, Fahrrad und Crosstrainer die bessere Wahl.

        Six-Pack: Die Bauchmuskeln werden eh bei komplexen Übungen mittrainiert, will ich ein Sixpack haben muss der Speckmatel drumrum weg, das funktioniert nur durch Diät, mit dem Ziel den Körperfettanteil zu senken. Wo der Körper Fett verbrennt, kann man übrigens nicht beeinflussen, wenn dein Körper auf magere Ohrläppchen steht, holt er das Fett halt von da…

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      3. Litschi

        Schön erklärt! Danke!
        Bei der 1kg-Hantel ging es mir eigentlich mehr drum, dass allgemein das Vorurteil besteht, dass man als Frau nur schon eine 20kg-Gewichtsscheibe anschauen muss und schon aussieht wie Miss Olympia.
        Von dem Anfänger-Muskelzuwachs jedoch abgesehen, kann eine Frau abhängig Training, Ernährung und Genetik ungefähr 0.5kg an reiner Muskelmasse aufbauen. Bei Männer sind es etwa 1kg.

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  8. Die andere Mona

    Vielen Dank für die ganzen Erklärungen, Ladit! Das hilft echt ne Menge!
    Hast du denn auch „gute/vertrauensvolle“ Quellen?
    Ich würde mich in das Thema gerne selbst einlesen, weil ich es wahnsinnig interessant finde, habe aber immer angst auf der falschen Seite zu lesen und mir was falsches beizubringen :’D

    Was haltet ihr denn von:
    „Ja nicht ZU VIEL Eiweiß essen!“
    Das hat ne Freundin von mir im Fitnessstudio gesagt bekommen.
    Dass man genügend EW beim Sport braucht ist ja bekannt, aber was, wenn es zu viel ist?
    Und wie viel ist überhaupt „zu viel“. Ich versuche momentan mindestens 80g pro Tag (ca 1g pro Kg Körpergewicht) zu mir zu nehmen, aber manchmal sind es auch 100-120g. Hätte mir da aber jetzt keine Sorgen drüber gemacht, da ich auch möglichst viel Trinke und dann kommt aber so ne Aussage, die mich wieder verunsichert :’D

    Mhh… ist das jetzt ne Sport-, oder Fettlogik? 😀

    @Litschi:
    Die 0,5 Kg sind aber nicht insgesamt gemeint, oder?
    Das wäre etwas wenig…?
    Ich hab 0,5Kg pro Monat im Kopf – natürlich wenn alles gut läuft 🙂

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    1. Also erste Anlaufquelle: http://fitness-experts.de/ die haben auch alle Quellen verlinkt. Vieles habe ich aus dem Trainergrundkurs des HSB, damüsste ich jetzt recherchieren, war aber alles in Pubmed zu finden (erwähnte ich schon dass ich ein wenig bequem bin?). Mach Dir über den Unsinn mit Eiweiß und Nieren bitte keine Sorgen, bisher ist nach meinen Informationen nicht ein klinischer Fall von Nierenstörungen auf Grund hohen Eiweißkonsums bekannt geworden. Vor und während des Sportelns sind aber Kohlehydrate sinnvoller, da Du die Energie benötigst.

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    2. Mona

      Ich glaub, man muss erst ab 200 oder 250 g Eiweiß pro Tag bisschen aufpassen, wie man drauf reagiert. Ich denk, ich würde bei der Menge (ich weiß nicht, ob ich schaffe so viel Protein zu essen/trinken) erstmal Verstopfung bekommen, egal wie viel ich trinke.

      Wenn man bei so einer Proteinmenge wenig Kohlenhydrate isst, wird doch sowieso das überschüssige Protein irgendwie verzuckert? Bei der ketogenen Ernährung würde man ja „aus der Ketose fallen“, wie auch immer die Leute das sonst nennen.

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      1. 200 g Eiweiß? Kein Problem: 2 Packungen Magerquark, 1 Shake, 1 Ds. Thunfisch… Nein, Verstopfung bekommt man davon nicht, ja, wenn nichts anderes da ist, kann der Körper auch Eiweiß zur Energiegewinnung einsetzen, dies bedeutet aber einen hohen Energieeinsatz, um die Aminosäuren so zurecht zu dengeln, dass es passt, dieser Vorgang heißt aber Glukoneogenese, zur Ketonese kommt es erst, wenn Ketone als Glukoseersatz gewonnen werden, dafür muss aber schon gefastet werden.

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      2. Mona

        Wenn ich eine Packung Quark aufgegessen habe, dann habe ich den ganzen Tag keinen Hunger auf Proteinsachen. Ich bekomme öfter Verstopfung, wenn ich viel Protein gegessen habe und wenig Fett, wie bei Magerquark.

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    3. Einer

      Zu viel zugeführte Proteine scheidet der Körper über die Nieren und somit den Urin aus, es kommt zur Proteinurie. Lässt sich ganz einfach an milchig-trübem Urin erkennen – und damit auch steuern. Sieht’s beim pinkeln aus, als sei nicht aufgekochte Stärke untergemixt, dann runter mit der Proteinzufuhr. Von einmal oder auch ein paar mal gehen die Nieren auch noch nicht hopps, dazu braucht es längere Zeiträume. Proteinausscheidung ist allerdings Schwerstarbeit für die Nieren, wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann ihnen nach einer Proteinurie erst einmal ein paar Tage proteinarmer Erholungspause vor dem nächsten Versuch gönnen.

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      1. Mona

        Wenn man irgendwelche Nierenprobleme hat, dann wird der Arzt einen bestimmt drauf hinweisen womit man aufpassen muss oder was man sein lassen soll (bestimmte Medikamente usw.).

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      2. Es ist biher noch kein Fall von Nierenversagen auf Grund von erhöhter Eiweißzufuhr beschrieben. Es besteht die theoretische Möglichkeit, die aber in der Praxis bisher nicht angetroffen wurde, so jedenfalls mein bisheriger Kentnisstand, wenn es mittlerweile andere Erkenntnisse gibt bin ich sehr interessiert. Meine Kenntnis: Niere und Leber werden be- aber nicht überlastet.

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  9. Die andere Mona

    Mir geht’s auch so! Protein widersteht mir einfach sehr schnell und ich muss genau darauf achten, dass ich genügend esse. Die Woche habe ich jetzt Abends größtenteils auf KH verzichtet und vermehrt Fisch, Salat und Putenbrust gegessen, weswegen mein Wert so bei 100-150g war. Mehr wäre aber nur schwer gegangen. 200g bekomm ich zwar auch hin, aber nur mit Lebensmitteln mit denen ich über meinem Kalorienbedarf essen würde und das ist ja nicht im Sinn des Zählens :D´

    @bjoern
    Was es alles gibt… jetzt hab ich Hunger auf Kaninchen *Q*

    @Ladit
    Auf der Seite werde ich mich auf jeden Fall mal umschauen, danke! 🙂
    Mit den KH vor dem Sport höre ich sehr auf meinen Körper:
    Wenn ich Hunger habe, esse ich auch was, aber wenn ich keinen habe, lass ich es einfach. Wenn ich nämlich einmal mit KH angefangen hab ist es nur ganz schwer wieder damit aufzuhören >,<

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    1. Ich war das Wochenende gerade bei meinem Papa zum Geburtstag… Bestimmt 7.000 kCal / d, totally worth it! Da war bestimmt nur Eiweiß drin 😉 Aber ernsthaft, seitdem ich dreimal die Woche Pumpen gehe ist mein Appetit auf KH runtergegangen, dafür könnte ich den ganzen Tag Eiweiß futtern.

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