Wenn das Körpergewicht zur Last wird

Am Montag hatte ich meinen ersten Radioauftritt. Gemeinsam mit Bertram Eisenhauer, dem Autor von „Weil ich ein Dicker bin“, trafen wir uns in München beim Bayrischen Rundfunk. Das Gespräch wird morgen um 10:00 Uhr auf BR2 ausgestrahlt.

Ehrlich gesagt war ich so aufgeregt, dass ich mich nicht mehr wirklich daran erinnere, was alles in den 30 Minuten gesagt wurde – wenn ich es dann online nachhöre, hoffe ich, dass ich nicht über allzu viel stolpere, was ich lieber nicht gesagt hätte 😀

Ich hatte vor dem Gespräch tatsächlich im Vorfeld tagelang Albträume – also wirklich echte Albträume, in denen ich das Studio nicht fand oder plötzlich zu etwas ganz anderem gefragt wurde, wovon ich keine Ahnung hatte. Glücklicherweise waren sowohl der Moderator als auch Herr Eisenhauer extrem sympathische und entspannte Menschen mit beruhigender Ausstrahlung und das Gespräch selbst fühlte sich eher nach 5-Minuten-Huch-schon-vorbei an (auch hier hoffe ich mal, dass es auch beim Zuhören kurzweilig ist^^).

Ich bin also erst mal ziemlich stolz, mich endlich überwunden zu haben, nachdem ich nun fast ein Jahr lang reflexhaft jede Anfrage panisch verneint hatte, nur um mich hinterher deshalb über mich selbst zu ärgern. Ihr seht also, ich arbeite auch an „Schüchternheitslogik überwinden“ 😉

Edit: Der Beitrag ist bereits online verfügbar.

36 Gedanken zu “Wenn das Körpergewicht zur Last wird

  1. sternenmond75

    Glückwunsch! Kann ich mir gut vorstellen die Albtraum-Arie (hoch lebe der Concealer!). Jedenfalls siehst Du frisch und gesund neben den Herren aus, aber weißt Du, was mir sofort ins Auge sprang? Die Buchwerbung darunter…Herr Eisenhauers Werk kostet das Doppelte….ich vermute, die FAZ-Expertise ließ den Preis in die Höhe schnellen . Ich höre mir das aber gern mal an 🙂

    Gefällt mir

  2. „Der Kampf mit dem Gewicht ist auch einer gegen Vorurteile: Dicke seien selber schuld an ihrem Übergewicht, heißt es gerne mal. Aber so leicht ist das eben nicht. Jeder Versuch, den überschüssigen Pfunden Herr zu werden, ist eine unvorstellbare Qual und führt oft zu noch mehr Gewicht.“

    Die unvorstellbare Qual, etwas weniger zu essen? Um Himmels Willen!

    Gefällt mir

      1. Naja daran, dass die Systematik hinter’m Abnehmen so kompliziert ist, kann’s ja nicht liegen. „Weniger essen als verbraucht wird“ ist als Methode ja geradezu lachhaft simpel.

        Also nein, weniger zu essen ist (für die meisten) nicht trivial.

        Aber unvorstellbare Qualen sind dann doch wieder eine andere Geschichte.

        Gefällt mir

      2. Mike

        Bjorn: unter „unvorstellbarer Qual“ verstehe ich zumindest das, was meine Zahnärztin mit mir angestellt hat, als ein Zahn rausmusste, der auf Eiter lag….. Trotz Lokaler Betäubung!
        Aber musste halt sein!

        Wenn Herr Eisenhauer einfach mal 2000 kcal/Tag durchziehen würde, dann wären zunächst pro Monat 4 kg + X Gewichtsreduktion drinnen. 2000 kcal sind eine ganze Menge Holz, wenn man hochkalorische Lebensmittel einschränkt. Ich bin auf 1500, bei derzeit knapp unter 100 kg, und es ist für mich durchhaltbar. Von „unvorstellbaren Qualen“ keine Spur.

        Gefällt 2 Personen

  3. Joker

    „Die Qual, weniger zu essen“: Ich muss sagen, das ist der Punkt, über den auch ich stolpere.

    Klar ist das erstmal nicht angenehm 😀 Nach drei Tagen hätte ich wie eine Fressraupe durch die Wohnung raupen können. Ich habe Snackmöhren gegessen, bis ich kurz vor Hasenzähnchen war. Jeder Apfel (die ich normalerweise vergammelt wegwarf, aber immer wieder aus (Fett-)Logik kaufte ;)) erschien mir plötzlich wie eine erstrebenswerte Sahnetorte. Ich hab fast die Englein neben der Obstschale singen hören. Wahrscheinlich war das der Zuckerentzug 😀 Aber ich habe es überwunden und nicht nachgegeben.

    Ich frage mich jetzt aber, was die, die abnehmen anders machen bzw. wie anders sie (charakterlich, theoretisch, umfeldtechnisch, willenstechnisch, stoffwechseltechnisch,..) ausgerüstet sind. Das meine ich als offene Frage, ich weiß die Antwort wirklich nicht.

    In meinem Beispiel frage ich mich, warum ich mich in meinen Hintern treten kann und sagen kann: Oah, jetzt reiß dich mal zusammen, du hast schon genug Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß heute gehabt, also lass den blöden Apfel (Schokolade, Chips, Stuhlbein,…) einfach liegen. Und ich TUE das auch.

    Mein Freund schiebt sich hier die Gummibären und M&Ms rein und ich (funkele ihn böse an und) LASSE das Essen.

    Was ist das? Ist das wirklich nur Willenskraft, Selbstbeherrschung? Die Imagination, wie super das wird, wenn ich demnächst ein völlig anderes Körpergefühl haben werde? Der Glaube an sich selbst, dass man das einfach schaffen kann? Ist es einfach nur Glück? Sturheit?
    Würde mich interessieren, was ihr dazu meint.

    Btw: Herr Eisenhauer sprach von seiner Therapeutin – ich deute das als Psycho-Therapeutin?

    Gefällt 2 Personen

    1. Kennst du die Veränderungsformel?

      Veränderung = Leidensdruck * Perspektive * Wille

      Wenn nur eines davon fehlt, funktioniert es nicht.
      Kein Leidensdruck: wozu Energie zur Veränderung aufbringen? Wozu verzichten, wenn alles gut ist?
      Keine Perspektive: bringt ja alles ohnehin nichts, da kann ich genausogut gar nichts machen.
      Kein Wille: dann fehlt die Bereitschaft, auch mal Nachteile auszuhalten, um später daraus einen Vorteil zu haben. Das Vorhaben scheitert am ersten Miniwiderstand.

      Ich denke, dass es bei verschiedenen leuten durchaus an verschiedenen Faktoren liegen kann. Ich zB behaupte mal, dass mein Wille und meine Impulskontrolle ziemlich gut funktioniert. Aber mein Leidensdruck war begrenzt (BMI knapp über 30… ich bin sportlich… ich bin gesund… nur auf Fotos sehe ich irgendwie dicker aus… ich sehe doch in echt ganz normal aus… wozu abnehmen… und so schnell nehme ich dann auch wieder nicht zu) und meine Perspektive quasi inexistent. letzteres vor Allem durch die Setpoint-Logik, kombiniert mit dem Glauben an den Hungerstoffwechsel. Mich mühselig unter den Setpoint runterzuhungern, nur um dann mein restliches Leben mit minimalem Essen auskommen zu müssen? Nein danke!

      Gefällt mir

      1. Joker

        Hm, darüber muss ich nachdenken. Das würde bedeuten, dass es Veränderungen nur geben kann, wenn Leid da ist. Das halte ich für eine gewagte These. Sie mag in einigen Lebensbereich zutreffen, allerdings gäbe es dann niemals eine durch Positivität induzierte Veränderung und das erscheint mir falsch.
        Ich bin zB ein „Positiv-Mitläufer“: sehe ich die Leute um mich herum ständig Äpfel essen, will ich auch ständig Äpfel essen. Höre ich ständig, dass jemand trainieren geht, will ich auch trainieren 😀
        Diese Veränderung erklärt sich dann allerdings nicht vor dem Hintergrund dieser Formel, denn es ist ja vorher kein Leidensdruck da.
        (Gottseidank ist das derartige „Mitlaufen“ (Inspiration?) bei mir eine Einbahnstraße und funktioniert nicht für fettes Essen oder Rauchen oder Drogen usw!)

        Gefällt mir

      2. das kommt darauf an wie du Leidensdruck definierst. Es muß nicht zwangsläufig körperliches Leid sein, also mit Schmerzen verbunden, aber wenn man das Gefühl, ausgegrenzt zu werden wegen des Übergewichts nicht mehr aushält ist das auch Leiden. Oder wenn man keinen Job bekommt, keinen Partner findet, etc.
        Ich denke schon das es ohne einen gewissen Leidensdruck auf Dauer nicht wirklich funktioniert.

        Gefällt mir

      3. Irenicus

        Doch der Leidensdruck ebsteht dann darin, dass du nicht mitmachen kannst, obwohl du willst. Du leidest quasi an: ich darf/kann nicht
        Natürlich bist du als erwachsener Mensch in der Lage diese Emotion einzuordnen und liegst nicht heulend in der Ecke, wie ein Kleinkind, dass enttäuscht ist, dass die Zeit in der Badewanne jetzt einfach um ist. Aber gerade dieses Kleinkind zeigt auch, wie sehr man darunter „leidet“, wenn man etwas nicht bekommt.
        Wobei leiden schlcihtweg das falsche Wort ist. Es ist mehr, das nicht-erfüllen eines Bedürfnisses.

        Gefällt mir

      4. Joker

        @mimi45rog, Irenicus, Mike, johanna: Freu mich über eure Antworten 🙂

        Wahrscheinlich sollte ich dazu sagen, dass ich normalgewichtig bin (BMI von ~22, glaub ich). Leidensdruck ist daher eher minimal.

        Ich sehe es mehr wie Mike: Dass eine großartige Perspektive, ein flammender Wunsch und die Vorfreude, im Einzelfall sogar den Leidensdruck ersetzen kann.
        Übertragen wir die Veränderungs-(bzw. eigentlich langfristig: Erfolgs-)Formel mal auf Lernen für eine große Prüfung: Leidensdruck ist durch Nichtlernen mE nur minimal gegeben. Dafür aber die großartige Perspektive 🙂

        Es erklärt nur noch immer nicht den Unterschied. Bei der Formel angesetzt: Wie kommt es, dass einige Leute einen starken Willen haben und andere nicht? Wie kommt es, dass einige megadiszipliniert beim Geldausgeben, dafür aber gefühlt „willenlos“ in Bezug auf Essen sind?

        Ich denke, es spielt eine große Rolle, als was man Essen im Leben kennengelernt hat – als Tröster (nicht weinen, hier ein Lutscher), als Zuneigungsmittel (zum Geburtstag, hier ein Belohnungsbollchen,…), als Erinnerungsmethode (Omas Sonntagsbraten – hmmm!),…

        Ich habe mal das spannende Buch „Essen als Ersatz“ von Geneen Roth gelesen, das war superinteressant im Hinblick auf all diese Punkte.

        Gefällt mir

      5. Ja genau, Leidensdruck heißt ja nicht, dass es vorher schon Leid gegeben haben muss. Aber wenn es mit völlig egal (oder sogar zuwider) ist, dass andere Laufen gehen, besser Essen, … dann werde ich bestimmt nichts ändern.

        „Leidensdruck“ bzw. eben ein Bedüfnis zu erzeugen ist ja nicht umsonst eine der wichtigsten Maßnahmen des Maketings 😉

        Gefällt mir

    2. daswolli

      Das Fressraupensyndrom kenne ich. *lach* Sei froh, dass Du nicht im Lebensmitteleinzelhandel arbeitest—an manchen Tagen hätte ich gerne in Alles gebissen, was mir auf dem Kassenband gerade so entgegen gefahren kam.

      Ich: *happs*
      Kunde: Öh, war da nicht eben noch ’ne Bretzel? o.0
      Ich: *kau* Nö. >>

      Gefällt mir

  4. Sabine

    Glückwunsch! Am Anfang kam das Wort „eigentlich“ etwas oft vor, aber im Laufe des Gesprächs wurdest Du immer sicherer.

    Deine Stimme ist so sympathisch – mir kam sofort in den Sinn: mach doch noch ein Hörbuch.

    „Fettlogik überwinden“ wird noch durch die Decke gehen. ^^

    Gefällt 2 Personen

  5. Armin

    Angenehme Unterhaltung, der Moderator hat mir aber etwas zu sehr geschoben / geführt. Ein direktes Gespräch zwischen den Gästen fand leider nicht statt.

    Und Herr Eisenhauers Mikrofon war etwas ungeschickt eingestellt – das permanente Schnaufen ist etwas anstrengend.

    Gefällt mir

  6. K

    Bei Begriffen wie „heruntergehungert“ musste ich auch stutzen. Und was „Qual“ angeht, bin ich etwas zwiegespalten. Einerseits ist es wirklich einfach, abzunehmen (vor allem nach der Lektüre von Fettlogik), andererseits fällt es einigen trotzdem aus verschiedenen Gründen sehr schwer. Ich habe zum Beispiel schon immer kaum Sättigungsgefühl gehabt, und mit schon immer meine ich, von Geburt an. Dazu kommt noch ein hoher Appetit. Deshalb kann es schon echt anstrengend sein, sich wirklich an die Kalorienmenge zu halten und nicht zu schummeln, oder zu denken „jetzt ist es auch egal“. Ich denke, „Qual“ sollte auch ein bisschen plakativ wirken, aber ich finde es eher etwas demotivierend.
    Deine Gesprächsbeiträge fand ich sehr gut; informativ, aber trotzdem lebendig. Man konnte sich auch wirklich gut in das, was du gesagt hast, hineinversetzen. Und deine Stimme klingt wirklich sympathisch. Wenn du Fettlogik als Hörbuch rausbringen würdest, wäre das echt super. Man könnte das ganze dann noch wahlweise mit leiser Eso-Musik im Hintergrund unterlegen, dann spart man sich die Abnehm-Hypnose-CD von Freizeitguru Hieronymus Schnibli (und hat Erfolgsaussichten) :D.
    Außerdem zieh ich den Hut davor, dass du über deinen Schatten gesprungen bist. 🙂

    Gefällt mir

  7. Cordula

    Du musst dringend noch häufiger zu hören sein! Konntest ja gar nicht viel los werden von Deiner „Sendung“. Aber schön gemacht und herzlichen Glückwunsch zum „Mut“

    Gefällt mir

  8. Gestern entspannt auf dem Crosstrainer gehört 😀

    Mir hats sehr gut gefallen, wobei ich den Moderator wirklich nicht gut fand – kaum wurde es mal interessant, hat er es abgebrochen.. wobei da natürlich auch ein zeitliches Limit ist..

    Gefällt mir

  9. EinFan

    Sehr schönes Interview. Sachlich, menschlich, entspannt … toll.

    Ich musste dabei an den Podcast OmegaTau denken … auch wenn das Thema nicht technisch ist, aber ich denke ein langes Interview mit Dir wäre sehr interessant.

    Gefällt mir

  10. Hallo Nadja,
    ich finde das Interview toll.
    Interessant finde ich den unterschiedlichen Umgang mit dem Essen. Meiner Erfahrung nach ist es wichtig aus der emotionalen Ecke mit dem Überessen herauszukommen. Darum schätze ich deine aufgezeigten Fettlogiken, weil das Thema Essen mit allem drum und dran auf eine sachliche Ebene gehoben wird. Der Resignation wird entgegengewirkt. Es besteht Hoffnung, Motivation kann wachsen.
    LG
    Ganga

    Gefällt 1 Person

  11. Ella

    Die 27 min vergingen wie nichts, das war sehr kurzweilig und hat nach einer ausführlicheren Variante geschrien.

    Und Du hörst Dich sehr, sehr sympathisch an!

    Glückwunsch und weiter so!

    Gefällt mir

  12. kork

    Ja, sympathisch!
    Und: Nadja hat eine so angenehme Stimme und ein Talent kurz und præzise zu formulieren – macht Spass, da zuzuhören. Gilt natuerlich auch fuer die Herren. Leider wuergt Herr Schneider die sich am Ende anbahnende Diskussion ab: Weshalb ging das bei Nadja, was bei Herrn Eisenhauer nicht recht voran geht? Ich wuerde mich ueber einen gemeinsamen Artikel von euch Beiden dazu sehr freuen!

    Ja, wie soll man als nicht Betroffener Menschen ansprechen… mit Uebergewicht, Krankheit, Sucht, TodesfallimFamilienkreis… was auch immer? Wie man´s macht, macht man´s verkehrt!
    „Ich hab auch ganz leckeren Salat da.“ Oder aber „2 Huehnerschenkel sind noch uebrig – magst du noch was?“ Vielleicht sind da Hintergedanken, vielleicht auch nicht.
    Wiederholt höre ich auch: „meine Freunde etc. taten alle so, als sæhen sie das Problem nicht.“ Und dann jedoch: “immer wieder muss man sich so Sprueche anhören.“ Ein Minenfeld.

    Ich wuensche mir von meinen uebergewichtigen Mitmenschen, dass sie eine klare Ansage machen: Ob sie gerade beim Abnehmen Ruecksicht und/oder Unterstuetzung wollen, oder ob sie das Thema ihrer Privatsphære zurechnen (falls sie sich bereits „beobachtet“ fuehlen).

    So habe ich es uebrigens auch mit meinem Mann geregelt: wenn du doch mal was fuer deine Gesundheit tun willst, lass es mich wissen. Ich unterstuetze dich dann, so wie du es willst (er will aber nicht so richtig…).

    Gefällt mir

  13. Pingback: Oben der Himmel, unten die Erde .. und in der Mitte: Barbarella

  14. Pingback: Fettlogik beobachten… | Oben der Himmel, unten die Erde .. und in der Mitte: Barbarella

Deine Meinung?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s