Gastbeitrag: Der Fettlogik-Knick

Ich freue mich immer besonders, wenn Kommentatoren, die ich schon seit Monaten „kenne“, ein Gesicht bekommen und sich dazu entscheiden, ihren Weg im Gastbeitrag zu schildern. Hotte ist tatsächlich schon kurz nach Erscheinen von Fettlogik dabei, sein erster Kommentar stammt vom 26. Mai und mir war damals schon klar, dass das ein kritischer Leser ist, den ich mögen werde 😀

Moin zusammen!

Manche Kommentare zu den älteren Beiträgen hier stammen von mir noch unter dem Namen „Hotte“. Ich folge Nadja seit ich im Mai 2015 über die Buch-Empfehlung für „Fettlogik überwinden“ gestolpert war. Ich gehöre zu denen, die das Buch nicht gelesen haben – ich habe es inhaliert!

Offenbar ist es zum allgemeinen Verständnis am einfachsten, wenn ich gleich zu Anfang die Hosen herunterlasse: Ich bin ein Mann, der mit einer Vagina sowie Gebärmutter und Eierstöcken geboren wurde. Da, wo ich dies offenlege, bezeichne ich mich als Mann nach einer Geschlechtsangleichung oder als Transmann. Wenn ein Junge aussieht wie ein Mädchen, wird er auch so behandelt wie eines – das soll hier nicht das Thema sein, auch wenn es in meinem Leben und auch im Zusammenhang mit meinem Übergewicht eine maßgebliche Rolle spielt(e).

Heute möchte ich einen Kurzüberblick über die Hintergründe meines Gewichtsverlaufs geben und an einen Punkt meines Lebenswegs heranzoomen, den ich als Fettlogik-Knick bezeichne.

Kurz zur Vorgeschichte:
Zu schwer für meine Körperlänge war ich seit der zweiten Klasse.
„Das verwächst sich noch“, sagte der Kinderarzt.
Ich wuchs leider ab der Pubertät mehr in die Breite als in die Länge.
Obendrein wuchsen mir auch noch Brüste,
während ich vergeblich auf den Stimmbruch wartete.
Abnehmen wollte ich in dieser Zeit schon allein aus Trotz nicht.
Quasi aus Versehen habe ich von 2001-2002 abgenommen
von 110kg auf 78kg, wurde aufgrund der nun typischen Figur extrem in die
weibliche Geschlechtsrolle gepresst und litt darunter,
so umworben, hofiert und komplimentiert zu werden.
Binnen eines halben Jahres futterte ich mich hoch auf sichere 120kg.
Irgendwann 2010 habe ich die 150kg-Marke gesprengt, wie mir die Wii mit einem
traurigen „Du bist zu schwer!“ mitteilte.
2011 habe ich die Brüste sowie Eierstöcke operativ entfernen lassen
und mich einer Abnehmgruppe in einem Forum angeschlossen.

Wer nun mitgerechnet hat, dem ist aufgefallen, dass ich mich weitere neun Jahre lang schlichtweg geweigert habe, abzunehmen. Dieses „Ich will jetzt nicht abnehmen!“ ging wirklich auf die Erfahrung zurück, mit typisch weiblicher Figur ins Beuteschema heterosexueller Männer zu passen, die Tür aufgehalten zu bekommen (usw) und auch von älteren Herren (älter als die von mir präferierte Altersgruppe Anfang 40) anzügliche Bemerkungen zu hören zu bekommen.

Daraus habe ich meine ganz eigene, transmännliche Fettlogik entwickelt:

Ich glaubte noch bis vor wenigen Wochen, wenn ich weiter abnehme, sieht man mein Becken wieder so deutlich, dass der Eindruck entstehen könnte, ich sei eine Frau und man würde mich wieder so sehr in die weibliche Geschlechtsrolle pressen, wie ich es damals mit Anfang zwanzig erlebt hatte. (Ehrlich gesagt bin ich heute noch nicht voll überzeugt, das dies nicht passieren wird, aber ich gehe dieses Risiko ein und hoffe auf das Beste.) Tatsächlich hatte ich während meiner Therapie auch darüber nachgedacht, ob der Wunsch, eine Geschlechtsangleichung machen zu wollen, nur vorgeschoben ist, um nicht abnehmen zu müssen, oder ob ich wirklich deshalb nicht abnehmen will, um nicht noch einmal eine typisch weibliche Figur zu bekommen.

Jetzt aber dazu, wie ich in die Gewichtsklasse kam, in der ich jetzt bin: UHU seit August 2015, Übergewicht mit BMI unter 30 seit April 2016 und fest entschlossen, das mit dem Normalgewicht nochmal auszuprobieren.

In der Grafik meines Gewichtsverlaufs erkennt ihr zwei Kringel: Der erste links markiert den ersten, großen Fettlogik-Knick bei Erscheinen des eBooks und der zweite weiter rechts den zweiten Fettlogik-Knick bei Erscheinen des Druckbuchs.

lysander

Etwa drei Jahre lang wollte ich zwar abnehmen, wusste aber nicht so recht wie ich das beim ersten Mal geschafft hatte.

Damals hatte ich einen Freund, der überallhin mit dem Rad fuhr oder zu Fuß lief, ein gutes Stück kleiner war als ich, schlank, und alleine deshalb schon weniger aß als ich und ich hatte mich seinem Ernährungs- und Bewegungsverhalten angepasst. Damit war das ein Selbstläufer.

Heute kann ich also auch diese wundersame intuitive Gewichtsreduktion auf ganz simples Kaloriendefizit zurückführen.

Alleine mit Bewegung habe ich 2013 keine Erfolge erzielen können, weshalb ich im August 2014 mit 135kg begonnen habe, ein Ernährungstagebuch zu führen, das Kleingedruckte auf meinem Futter zu lesen und nach und nach Gewohnheiten zu verändern. Das ist deutlich in der Grafik zu erkennen, weil zum ersten Mal neben der blauen Linie auch zwei Linien für das angestrebte Minimal- oder Maximalgewicht erscheinen. So ein oben und unten, zwischen dem ich okay bin, ist für mich sehr hilfreich, da sich dieses Ziel leichter erreichen lässt als ein ganz bestimmter Wert. Durch diesen Spielraum verkrampfe ich nicht so in übersteigertem Ehrgeiz.

In meiner Abnehmgruppe war eine Leistungssportlerin, die uns alle mit den heißesten Tipps versorgte. Ich hatte überhaupt keine Ahnung von Ernährung, die über meine Kochlehre hinausging, und war für jeden Ratschlag dankbar. Einer davon war der Ernährungsplan vom Olympia-Stützpunkt, der bei ihr aus mysteriösen Gründen nicht funktionierte:

25%-30% der Kalorien aus Fett (gutes, pflanzliches)
45%-55% der Kalorien aus Kohlehydraten (vor Turnieren gibt es KH-Ladetage)
mind. 20% der Kalorien aus Proteinen.

Das finde ich im Grund gar nicht so verkehrt und das behalte ich bis heute so bei, wobei mein Anteil an Proteinen mittlerweile in etwa bei dem anderthalbfachen bis doppeltem Idealgewicht in Gramm liegt – was ja auch mehr als 20% entspricht und insofern regelkonform ist.

Jedoch damit nicht genug, es folgten weitere Regeln:

mindestens 40g Fett am Tag (sonst gehen die Gelenke kaputt)
mindestens 40g Kohlehydrate am Tag (sonst kann man keine Leistung bringen)
nicht mehr als 300kcal unter den Grundumsatz (sonst geht der Stoffwechsel kaputt und nachher schlägt das Jojo zu)

Damit war ich dann einfach überfordert, fühlte mich jeden Tag mies damit, versagt zu haben und die Abnahme von 2 Kilo je zwei Wochen war mir nicht genug, weil ich mich einfach nicht gut genug damit fühlte – ich litt ob der ganzen Regularien in diesem Korsett. Ich plante meine Nahrungsaufnahme minutiös und nahm Speisen wie Medikamente ein. Lebensqualität hatte zu warten, bis ich eines Tages fertig sein würde mit Abnehmen und entsprechend wenig Geduld hatte ich und es konnte mir nicht schnell genug gehen.

Dann kam die Erlösung. Die Scheuklappen zerbrachen durch die Lektüre von Fettlogik über winden und plötzlich war alles ganz einfach:

Ich durfte ja alles essen! Ich durfte auch ein größeres Defizit haben! Es war erlaubt, was mir schmeckte! Ich musste mich nicht vollstopfen, nur weil ich ein zu großes Defizit hatte! Es gab keinen Jojo-Effekt und mein Stoffwechsel war gar nicht kaputt – endlich geheilt!

Ich fühlte mich befreit und wie ihr an der Grafik deutlich sehen könnt, habe ich dadurch nicht nur eine enorme Motivation bekommen, meine Gewichtsreduktion wieder aufzunehmen, sondern das Tempo hat sich sogar leicht gesteigert auf 3kg pro zwei Wochen – daraus entstand besagter Fettlogik-Knick.

2015

Als ich im August 2015 Uhu geworden war, brauchte ich erstmal eine ganze Weile, um zu realisieren, dass ich jetzt nicht mehr fett bin und um mein Körperbild dem Körper anzupassen. Das fiel mir daran auf, dass ich zum Beispiel gar nicht glauben konnte, dass ich im Sportfachgeschäft auf eine bestimmte Konfektionsgröße geschätzt wurde, die gefühlt meilenweit von der zuletzt gekauften entfernt lag (das erste Kleidungsstück in L ohne irgendein X davor), aber wie angegossen passte.

Im Alltag wurde es besonders deutlich, als ich einmal an der Schlange an der Kasse durchgelassen wurde und man mir meiner Wahrnehmung nach viel zu wenig Platz bot (ich hatte Angst, mit meinem dicken Hintern die Quengelware aus dem Regal zu reißen) und ich dann sehr überrascht war, mit dem mir noch zusätzlich zur Verfügung gestellten Platz mehr eingefordert zu haben, als ich tatsächlich gebraucht hätte.

Seit anderthalb Jahren mache ich ganz bewusst Körperarbeit, um meine Körperwahrnehmung zu schulen. Dies begleitet mich jetzt seit über 30kg und es hat sich für mich als sehr wertvoll erwiesen. Nachdem ich seelisch die ersten 30kg Differenz nachgeholt hatte, komme ich jetzt sehr viel besser mit den Veränderungen meines Körpers klar.

(Die Veränderungen im Zusammenhang mit der Geschlechtsangleichung fanden rein äußerlich statt, da mein Äußeres meinem Inneren angepasst wurde – insofern war da mein Körperbild den Tatsachen bereits einen Schritt voraus gewesen. Die Brüste habe ich beispielsweise nie als zu meinem Körper gehörig empfunden.)

Diese Körperarbeit hat mir nicht nur geholfen, mich überhaupt mit meinem eigenen Körper zu versöhnen, sondern auch, Berührungsängste abzubauen. Vielleicht kennt ihr das unangenehme Gefühl bei unfreiwilligem Körperkontakt mit Wildfremden in Bus oder Bahn, das sich aufgrund enormer Körpermasse bei starker Adipositas in Verbindung mit beschränktem Platzangebot manchmal nicht vermeiden lässt. Heute kann ich mich massieren lassen und diese Berührungen genießen. Vor der Geschlechtsangleichung konnte ich solche Berührungen überhaupt nicht zulassen.

Als ich mit dem Tanzen und der darauf vorbereitenden Körperarbeit anfing, tanzte ich zunächst nur mit meinem Ehemann, während die anderen untereinander jeweils die Tanzpartner wechselten. Mittlerweile bin ich so weit, nicht nur auch mit anderen Tanzpartnern zu tanzen, sondern auch in die enge Umarmung zu gehen. Berührungen und auch die Präsenz in meinem Körper machen mir nicht nur nichts mehr aus, sondern ich genieße sie inzwischen.

Natürlich macht sich dieser Unterschied, ob ich mich in meiner Haut wohl fühle oder nicht, nach außen bemerkbar und hat Einfluss auf mein Sozialverhalten und auch auf das meiner Mitmenschen. Die Präsenz im Körper ist nicht nur beim Sport von Bedeutung. Neulich habe ich zu allerersten Mal bewusst registriert, wie mir in der S-Bahn flirtende Blicke zugeworfen worden, die sich an mich richteten und nicht nur an meine Hülle – das hat mich sehr gefreut.

Zusätzlich zu der angeleiteten Körperarbeit achte ich auch in meinem Alltag sehr viel bewusster auf meinen Körper. Zum Beispiel morgens unter der Dusche spanne ich beim Einseifen die Muskeln an und beobachte, wie mein Körper jetzt aussieht und wie er sich anfühlt. Auch regelmäßige Progressive Muskelrelaxation (PMR) hilft mir, mich auf mich und meinen Körper zu besinnen und Unterschiede in der Anspannung wahrzunehmen.

Von Mitte November 15 bis Mitte März 16 habe ich mit dem Kalorienzählen ganz bewusst ausgesetzt und intuitives Essen ausprobiert. Dabei habe ich den Unterschied zwischen Hunger, Heißhunger und Appetit kennengelernt:

Heißhunger ist wie ein Ziehen im Kopf, ähnlich dem Entzug von Nikotin – deshalb schreibe ich diesen Heißhunger in erster Linie der Zuckersucht zu. Richtiger Hunger ist ein Gefühl leeren Magens bis hin zum Knurren, das ich im Bauch spüre. Ich mag diese Leere und faste gerne, brauche aber die Gewissheit, dass im Kühlschrank mein Quark auf mich wartet, den ich mir dann nach dem Workout einverleibe. Der Appetit ist eine Ansammlung von Serviervorschlägen: Heute mal Banane zum Quark oder doch lieber Weintrauben? Fisch zu Mittag oder Geflügel? Frisches Gemüse oder aus der Tiefkühltruhe?

Wie ihr seht, gibt es deutlich mehr Gewichtsschwankungen in diesem Zeitraum, aber im Grunde habe ich das Gewicht zwischen 95kg und 100kg gehalten. Zu dieser Zeit habe ich erste Erfahrungen mit Eigengewichtsübungen gesammelt. Trotz in etwa gleichbleibendem Gewicht habe ich zweimal eine engere Hose gebraucht: Zwei Konfektionsgrößen in 90 Tagen.

lysander

Nun habe ich durch das im Februar erschienene Druckbuch, das ich meiner Nachbarin geschenkt habe, nochmals neuen Antrieb bekommen, weiterhin mit gutem Beispiel voranzugehen. So entstand der zweite Fettlogik-Knick: Ich begann wieder mit dem Kalorienzählen und zeitgleich mit einem zweiten Durchgang der 90-Tage-Challenge. Wie dies weiterhin verläuft, darüber berichte ich auf meinem eigenen Blog: Der befreite Mann.

Für den Fall, dass ich nochmals einknicken sollte, habe ich das Druckbuch extra noch aufgehoben. Wenn ich das lese, gibt es dann vielleicht noch einen dritten Fettlogik-Knick.

19 Gedanken zu “Gastbeitrag: Der Fettlogik-Knick

  1. fak

    Sehr interessanter Gastbeitrag, habe mich in vielem wiedergefunden.

    Insbesondere in dem Teil, in dem es darum geht, sich quasi vom Partnermarkt zu nehmen, indem man sich deutliches Übergewicht draufschafft. Ich habe zwar nicht die Situation, dass ich mich im falschen Körper fühle; aber wenn ich versuche, nach Gründen zu suchen, warum es für mich wünschenswert sein sollte (oder gewesen sein sollte), deutliches Übergewicht zu haben, dann komme ich immer wieder dabei raus, wenn auch mit anderem Hintergrund als bei dir. Kam mir also sehr bekannt vor. Gleiches gilt für die häufige Angst vor körperlicher Nähe, insbesondere in öffentlichen Verkehrsmitteln. Eine meiner Projektionen für die Zeit, wenn ich mein Gewichtsziel erreicht habe oder nahe dran bin, ist, dass ich im Zug sitze und a) sich jemand freiwillig neben mich setzt und nicht lieber nochmal guckt, ob anderswo nicht mehr Platz ist und b) ich das dann nicht unangenehm finde, weil es eben den unfreiwilligen Körperkontakt gibt und zu viel davon.

    Glückwunsch zur Abnahme und möge das Buch ein drittes Mal helfen, so du es denn benötigst!

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  2. geisterkarle

    Interessante Geschichte!
    Das mit dem „herausnehmen aus dem Partnermarkt“ ist etwas verwirrend für mich; denn letztlich ist ja „am Ende“ der Story wieder schön für dich, das „geflirtet“ wird. Aber da habe ich vermutlich zu wenig Einblick in die ganze Trans-Problematik und was damit verbunden ist!

    So „leicht“ Offtopic muss ich aus „professionellen“ Gründen aber bei der Erwähnung von Tanzen nachhaken: Wenn du so die nahe Umarmung erwähnst, tanzt du Tango Argentino? Wenn du Follower bist, könnten wir mal tanzen gehen 😛

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    1. Hallo geisterkarle,

      ich tanze Queer Tango mit einem Dialog aus Führen und Folgen, zudem befreit von Geschlechterschubladen. Wir wechseln auch die Rollen Führen und Folgen.

      Da ich aber mittlerweile sehr gerne folge, kann ich es mir sehr gut vorstellen, den Tango Argentino mal auszuprobieren. 🙂

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      1. geisterkarle

        Also Queer Tango sagt mir natürlich was und hab auch daran gedacht. Hatte aber zugegeben nicht mehr auf dem Radar, dass da der Rollenwechsel so aktiv ist!
        Ich bin da eher „klassisch“ und Führend. Von ein paar Übungen im Kurs halt abgesehen.

        Aber finde diese „Unterscheidung“ zwischen Queer und „normalem“ Tango eh ein wenig Blödsinn. Keine Ahnung, wie das vor Jaaahren ausgesehen hat, aber es gibt heutzutage genug Frauen, die – vielleicht in Ermangelung der holden Männlichkeit – die Führungsrolle erlernt haben. Ich kenne mehrere Pärchen, die auch fröhlich hin und her wechseln. Mindestens ein lesbisches Paar ist mir bekannt, die regelmäßig auf die lokale Milonga kommen und beide, beides sehr gut können (wurden schon von mir auf Folgend „geprüft“ ;)) und auch ich tanze hin und wieder mal mit einem Herren. Letzteres ist zugegeben noch die vielleicht „seltenste“ Variante, die man so in der „nicht-queeren Szene“ antrifft. Aber die Zeiten, wo Rollentausch oder gleichgeschlechtlicher Tanz in der klassischen Tangoszene erschrocken angesehen wird, sind (zum Glück) vorbei!

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      2. Hallo geisterkarle,
        ich habe den Tango in der queeren Szene kennengelernt, deshalb kenne ich nur diesen Queer Tango als Tango. Dazu kommt, dass „unser“ Tango sehr improvisiert ist, weil u.a. auch Elemente aus der Contact Improvisation hineinfließen (s.u.). Auch das scheint nicht so weit verbreitet, wie ich inzwischen mitbekommen habe.
        Also für mich ist unser Tango „Tango“ – Du hattest nach „Tango Argentino“ gefragt und die einzige Abgrenzung, die mir dazu einfiel, war „Queer Tango“. ;P

        Vielleicht schreibst Du mich mal an und wir sehen uns auf dem Parkett, um unserer Erfahrungen live und in Farbe auszutauschen. 🙂

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    2. Robert W.

      Ts, zwei Tangotänzer 😉
      Ps: ich bin nicht in der „Queertango-szene“, aber von hier in München scheint mir der Unterschied nur zu sein, dass man im Queertango ein (kleines) bisserl offener in Bezug auf Rollenwechsel ist. „Contango“ (als Argentino mit Elementen von Contact Improvisationen) gibts auch unabhängig von Queertango.

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  3. Mona

    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute!


    Im Alltag wurde es besonders deutlich, als ich einmal an der Schlange an der Kasse durchgelassen wurde und man mir meiner Wahrnehmung nach viel zu wenig Platz bot (ich hatte Angst, mit meinem dicken Hintern die Quengelware aus dem Regal zu reißen) und ich dann sehr überrascht war, mit dem mir noch zusätzlich zur Verfügung gestellten Platz mehr eingefordert zu haben, als ich tatsächlich gebraucht hätte.
    —–
    Bei mir war es genau umgekehrt. Ich war in meinem Leben länger normalgewichtig als übergewichtig und als ich mit meinem Hintern immer irgendwas umgeworfen habe oder an etwas schmerzhaft gestoßen oder hängen geblieben bin, habe ich verstanden, dass ich deutlich Übergewicht hatte. Vorher hab ich natürlich gemerkt, dass ich nicht in die Hosen passte usw. Das hab ich mir damit „erklärt“, dass die Hosen ja alt sind und bestimmt schon eingelaufen sind vom ganzen Waschen. Im Laden hab ich mir das so erklärt, dass die Läden, wo ich sonst eingekauft hab, jetzt alle Kleidergrößen verkleinert haben, weil das ja 11 bis 15 -Jährigen auch passen soll, damit sie angefixt werden immer dort die coolen, trendy Marken zu kaufen.
    (Kennst ihr aus den 90ern bzw. 2000 die Marke MIss Sixty? Ich glaube, jedes Mädchen in meiner Schule hatte mindestens eine Hose von dene, wahrscheinlich auch viel mehr.)

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  4. yannaba

    Interessanter Beitrag.

    Mir geht es da in einer Sache sehr ähnlich – ich habe zwischen November und März zwar nicht aufgehört zu zählen, habe mich aber immer so um den Bedarf herum bewegt (mal 500- mal 600+) und das Gewicht ungefähr gehalten (naja, ok, etwa 1 Kilo mehr ist es schon).
    Jetzt habe ich die Buchversion auch schon zweimal verschenkt und auch mehrfach empfohlen – jetzt bleibt mir auch nichts mehr übrig, als wieder durchzustarten, sonst blamier ich mich ja vor den missionierten 😉 Es fällt mir aber im Frühjahr/Sommer auch deutlich leichter, sowohl weniger zu essen, als auch mich mehr zu bewegen.

    Also weiterhin viel Erfolg – wir schaffen das 🙂

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    1. fak

      Das mit den Jahreszeiten geht mir genauso. Meine schwierigste Phase sind immer Februar und März, manchmal auch noch der April. Mit dem Fettlogik-inspirierten abnehmen habe ich im Januar angefangen und dann auch mal gleich gut 10 Kilo in anderthalb Monaten gemacht. Wollte dann eigentlich erstmal in dem Tempo weitermachen; ging aber irgendwie nicht und dank der früheren Erfahrung, dass das einfach die schwierige Jahreszeit ist, habe ich mich dann auch damit begnügt, das Gewicht erstmal eine Weile ungefähr zu halten, was auch gelungen ist. Habe dabei aber auch weiter gezählt, weil mir das trotz der Stagnation beim Abnehmen ein Gefühl von „ich bleibe dran“ gegeben hat. Dann jetzt mal schauen, wann sich der Faden wieder aufnehmen lässt – sollte demnächst so weit sein. Dir auch viel Erfolg dabei!

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    1. Hallo Bernd,
      zunächst meinte ich ganz plump das, was ich eben vom Tanzen und Chanten her kenne und habe allerdings auch geglaubt, dass der Begriff sich grob ausdehnen lässt auf alles, was man bewusst tut, um somatophysische Vorgänge auszulösen.
      Mein Tanzlehrer hat mir gestern aber noch zwei Fachbegriffe für Dich mitgegeben: Body Mind Centering und Release-Techniken wenden wir hauptsächlich an.

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  5. Danke für diesen Gastbeitrag.
    Ich kann es gut verstehen, wenn man seinen Körper nicht so aktzeptieren will, wie er ist, weil er für dich eben nicht dein richtiger Körper ist. Also hast du ihn versteckt. So mache ich das vor allem wenn ich mich nicht wohlfühle mit dicken Pullovern. Mir geht es um die Bequemlichkeit, das einigeln. Für dich, war es sicherlich anders motiviert, eben nicht mehr als das gesehen zu werden, was man nicht ist.
    Genauso wichtig ist aber auch nach der Veränderung den Weg zurückzufinden, den eigenen Körper akzeptieren zu lernen, weil er jetzt eben mit dem Geist übereinstimmt und kein weiblicher Körper mehr ist, und sich wieder darum zu kümmern und ihn gesund zu halten.
    Wie ich sehe hast du schon eine Menge geschafft in deinem Leben und ich wünsche dir weiterhin Alles Gute und viel Erfolg!

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  6. Vielen Dank für diese Einblicke in Deine Story! Ich finde vor allem toll, wie man beim Lesen die Power merkt, die da jetzt aus Dir spricht, jetzt, wo die Umstände und Dein Körper sich langsam dem angleichen, wie Du es für Dich als richtig empfindest. Ich wünsche Dir noch viel Erfolg, bin aber auch sicher, dass Du den haben wirst! 🙂

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  7. re-laxed

    Jesses ist das Internet klein. Stöbere hier ein wenig, weil ich über meinen Sportbeginn und entsprechende Foren natürlich immer wieder auf hungernde Mädels und Jungs treffe die einen Haufen Mist erzählen von Kalorien nach 18:00 Uhr und kaputtem Stoffwechsel, die ich so noch nie glauben wollte.
    Egal ich hab kein wirkliches Fettproblem – BMI im Normalbereich und noch nie drüber gewesen – aber Hotte, also Hotte … ich erinnerte mich sofort.

    Hier mal einen Gruß schicke aus alten FTM und SZ Zeiten – this is Eric / dare-or-not – you remember. Schön zu lesen dass es dir gut geht.

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  8. Pingback: Fettlogikverdienste oder „Wie hast Du das gemacht?“ | Oben der Himmel, unten die Erde .. und in der Mitte: Barbarella

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