Gastbeitrag: Skinnyfat – wie ich plötzlich kein Normalgewicht mehr hatte

Der heutige Artikel stammt von einer Bloggerkollegin, deren Blog „Blaubeermuffins machen glücklich“ ich schon fast seit meinem Beginn auf wordpress verfolge. Inzwischen hat sie auch einen Zweitblog – „Realität mit Sahne“ – auf dem sie über Sport bloggt. Unsere Geschichten sind sich in gewisser Weise ähnlich: Wir haben beide vor Jahren stark mit (nahezu) Nulldiät abgenommem. Ich finde mich in vielem wieder, was sie schreibt. Allerdings verliefen unsere Wege nach dieser Abnahme unterschiedlich, während ich wieder zunahm, hielt Julia ihr Gewicht. Warum sie trotzdem nicht zufrieden war, und was Fettlogiken damit zu tun hatten, erzählt sie in ihrem Gastbeitrag:

Wenn ich Menschen erzähle, dass ich gut 40 Kilo abgenommen habe, kommt meist eine der folgenden Reaktionen:

1. „Deine Gesundheit wird es dir danken!“
2. „Wow, wie hast du das geschafft?“

Bei der ersten Reaktion winkte ich immer augenrollend ab und erläuterte gebetsmühlenartig: „Nein, meine Gesundheit dankt es mir nicht wirklich. Als ich noch dick war, hatte ich keine Kreislaufprobleme. Und ich fühlte mich auch nicht ständig schlapp. Außerdem kann ich nicht mehr so viel essen wie andere. Durch die ganzen Crash-Diäten hat sich mein Körper an die geringe Kalorienzufuhr gewöhnt, sodass ich deutlich weniger Kalorien zu mir nehmen darf, als andere.“ Ja, auch ich verpestete die Welt naiv mit diversen Fettlogiken.

Auf die zweite Reaktion ging ich meist nicht näher ein, da ich wusste, dass meine „Methode“ nicht gut war und niemand zum Nachahmen motiviert werden sollte. Ich nahm nämlich mit der Nulldiät ab, d. h. durch den absoluten Verzicht auf Kalorien – und übrigens auch mit absolutem Sportverzicht (Sport ist nämlich Mord – neben Fettlogiken gab es auch Sportlogiken). Über Letzteres habe ich mir allerdings nie Gedanken gemacht, ich hasste Sport einfach.

Ich war nach meiner Abnahme mehr oder weniger (un)glückliche Normalgewichtige. Auf der einen Seite geht es mir um Längen besser. Ich fühle mich in meinem Körper wohler, habe deutlich mehr Spaß am Leben und ein weitaus positiveres Selbstbild. Auf der anderen Seite habe ich aber tatsächlich mehr gesundheitliche Beschwerden.

Besonders bitter war (bzw. ist) für mich allerdings, dass ich bis heute keine bikinitaugliche Figur habe. Das Gewicht war zwar okay, die Haut allerdings überhaupt nicht straff. Das gesamte Körperbild war für mich so wenig ansprechend, dass es auch nach der Abnahme nur mäßigen Spaß machte, in den Spiegel zu schauen. Winkfleisch, Hüftspeck, Cellulitis und mehr ließen grüßen. Das fiel natürlich auch anderen auf. Einmal sagte man zu mir, ich würde mich anfühlen wie Wackelpudding. Ein anderer (ein Ex-Freund der Kategorie „Arschloch deluxe“) sagte, wenn ich mich in Unterwäsche an die Straße stellen würde, würde ich niemals einen Mann abbekommen. Das sind zwar nur zwei Meinungen von Menschen, die sich dringend mal einen bestimmten Song von Aretha Franklin anhören sollten, um wenigstens zu wissen, wie man „Respekt“ buchstabiert, aber diese Meinungen haben meinen wundesten Punkt getroffen und ordentlich gesessen. Da änderte auch die Tatsache, dass diese beiden Meinungen absolute Einzelmeinungen sind, nichts dran. Ich fühlte mich nicht nur seelisch, sondern auch vom Schicksal geschlagen. Das waren Worte, an denen ich Jahre zu knabbern hatte, denn all die Kraft, die ich in meine Abnahme investierte und die Leistung, die ich trotz allem brachte, wurden mit Füßen getreten. Ich war ohnehin sehr empfindlich, was das Thema betraf, denn ich hatte so sehr geackert und mein Ziel trotzdem nicht erreicht. Besonders hart war das vor allem deshalb, weil die Vorstellung, nach meiner Abnahme einen Bikini tragen zu können, meine größte Motivation war. Ich habe übrigens einmal in meinem Leben einen Bikini getragen (und auch tragen können): vor 20 Jahren. Damals war ich 7 Jahre alt. (Im Schwimmbad war ich übrigens das letzte Mal vor ca. 13 Jahren.)

Den Bikinitraum habe ich dennoch nie aufgegeben. Aber bislang auch nicht erreicht. Dass ich abgenommen habe, ist knapp 10 Jahre her. Und da mein Ziel noch immer nicht erreicht ist, bin ich auch mit dem Projekt „Abnehmen“ noch nicht fertig. Der Fokus lag allerdings nicht mehr primär auf Gewichtsreduktion, sondern auf Bikinitauglichkeit (wobei ich nach wie vor dachte, die Bikinifigur käme von alleine, wenn ich nur noch weniger wiegen würde; auch bei meinem geringsten Gewichtsstand von 52 Kilo auf 173 cm Körpergröße war das aber nicht der Fall). Deshalb sauge ich seit zehn Jahren alles auf, was mit Diät und Figur zu tun hat – in der Hoffnung, endlich DEN Weg zu meiner Bikinifigur zu finden. Sport war aber weiterhin keine Option, ich hasste ihn einfach.

Anfang letzten Jahres lernte ich dann meinen Freund, einen sehr sportlichen und durchtrainierten Menschen, kennen. Ich war zwar bekennender Sportmuffel, leidenschaftlicher Schokoladenfan und noch leidenschaftlichere Raucherin, das war allerdings zu keiner Zeit problematisch für ihn. Für mich hingegen schon. Ich schämte mich für meinen ungesunden Lebensstil, vor allem vor mir selbst. Ich wusste, was ich da tue. Und dass es nicht gut ist. Auch vorher schon. Ich wollte es nur nie sehen, mich vielleicht auch nicht in die Verantwortung nehmen (müssen), denn Veränderungen sind unbequem, erst recht wenn man Gewohnheiten ablegt, die einem das Leben bisher leichter machten. Allerdings gab mir die Tatsache, dass dieser unglaublich tolle Mann an meiner Seite war, einen unheimlichen Push. Ich wollte auch so sein. Sportlich, trainiert, gesund, stabil, ausgeglichen. Und natürlich bikinitauglich. Ich schöpfte neue Motivation, um wieder ausgiebiger an meinem Bikinitraum zu arbeiten.

Keine vier Monate später hatte ich hoch motiviert das Rauchen aufgegeben und mich beim gesundheitsorientierten Krafttraining angemeldet. Das war nicht meine erste Mitgliedschaft im Fitnessstudio, aber diesmal fühlte sich die Motivation anders an – zumal ich nicht alleine zum Sport gehen musste, sondern mich einfach meinem Freund anschließen konnte, und das dreimal pro Woche. Er trainierte bereits seit mehreren Jahren in diesem Studio. Das Konzept (1 Satz pro Gerät mit individueller maximaler Gewichtsbelastung; Training bis zur absoluten Erschöpfung, die zwischen 60 und 90 Sekunden eintritt, wenn das richtige Gewicht gewählt wurde) überzeugte mich – und der trainierte Körper meines Freundes war ohnehin ein schlagendes Argument.

Kurze Zeit vorher veröffentlichte Najda „Fettlogik überwinden“. Der Veröffentlichung hatte ich bereits lange entgegengefiebert, denn zum einen war ich begeisterte Leserin des Erzählmirnix-Blogs, zum anderen hatte ich durch Nadjas vorherige Fettlogik-Artikel aber auch die Hoffnung, trotz jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema „Ernährung“ und „Diät“ neue Erkenntnisse gewinnen bzw. alte Erkenntnisse, d. h. Fettlogiken, mit fundierten Tatsachen revidieren zu können. So war es dann auch. Besonders erleichternd war die Tatsache, dass ich meinen Stoffwechsel nicht „kaputtdiätet“ habe, sondern dass er ganz normal funktioniert. Oder dass es den ominösen Setpoint so nicht gibt. Genauso interessant war, dass es prinzipiell erstmal egal ist, was ich esse, weil es im ersten Schritt um die Energie geht, die ich mir zuführe. Ich bin also nicht (mehr) gezwungen, auf meine heißgeliebten Kinderriegel zu verzichten. Ich durfte nur nicht mehr dem Trugschluss unterliegen, dass sie schon nicht so viel ausmachen würden, weil sie ja nur eine Kleinigkeit sind.

Bevor ich das Buch gelesen hatte, war ich immer wieder wütend auf mich. Ich war schließlich an allem selber schuld. Ich hatte mich vollgefressen, weil Essen mein Trost war, als sich meine Eltern trennten (ich habe mich wirklich sehr lange „getröstet“). Anschließend hatte ich in einer Crash-Diät abgenommen und glaubte, meinen Stoffwechsel ruiniert zu haben. Ich habe meinem Körper also sehr viel scheiße angetan – und mich dafür immer wieder niedergemacht (und insgeheim auch andere: Wieso haben meine Eltern nichts getan?! Wieso haben sie es so weit kommen lassen? Warum sind meine Lehrer nicht eingeschritten?). Wenn man mich fragte, was ich anders machen würde, wenn ich mein Leben nochmal leben könnte, dann habe ich immer nur eins gedacht: ich hätte drauf geachtet, nicht zuzunehmen, denn wenn ich schlank geblieben wäre, so wie ich es als Kind war, dann wäre mein ganzes Leben einfacher gewesen. Alles, was in meinem Leben schiefging, schob ich auf die Tatsache, dass ich es als (Ex-)Dicke sehr schwer hatte. Manchmal schlug ich aber auch ins Gegenteil um und redete mir schön, was passiert ist: Hätte ich all das nicht erlebt, wäre ich heute ein intoleranter, arroganter und diskriminierender Mensch.

Am Ende war das Buch für mich nicht nur eine Parade von Aha-Effekten, sondern vor allem auch der Anstoß für den Prozess des Verzeihens. Ja, ich habe meinen Körper scheiße behandelt. Und ich kann auch nicht mehr rückgängig machen, dass ich ihm Nährstoffe entzogen und damit eventuell Krankheiten begünstigt oder hervorgerufen habe. Aber ich bin trotzdem kein Opfer meiner Vergangenheit (mehr), sondern Gestalter meiner Zukunft. Ich fühle mich nicht mehr hilflos und ohnmächtig, sondern weiß nun, dass ich meinen Körper formen, wieder ohne schlechtes Gewissen Kinderriegel essen und trotzdem an mein Ziel kommen kann. Ich habe einen Stoffwechsel, der normal funktioniert – was wohl die schönste aller Erkenntnisse war. Denn (es klingt zwar banal, aber die Erkenntnis war für mich sehr emotional): Ich bin ein ganz normaler Mensch! Ich habe alle Möglichkeiten und die Fäden in der Hand. Ehrlich, das ist genial!

Durch das Buch habe ich dann auch endlich herausgefunden, warum ich mein Bikini-Ziel bislang nie erreicht habe, obwohl ich nicht viel wog und mein BMI im unteren Bereich lag:

Ich bin skinnyfat!

Ich hatte also Normalgewicht, im Verhältnis aber zu viel Körperfett. Der niedrige BMI war leider zu keiner Zeit repräsentativ. Und plötzlich war ich wieder dick, obwohl ich Normalgewicht hatte. Das war eine bittere Erkenntnis, die mich zunächst geknickt hat. Ich drohte, in das alte Muster zu fallen. Klar, ich war es ja auch selber schuld – hatte ich doch ohne Sport abgenommen! Hinzu kam, dass ich ohne Sinn und Verstand abgenommen hatte, d. h. ich habe nicht auf die ausreichende Zufuhr von Nährstoffen geachtet, sondern nur darauf, so schnell so viel wie möglich abzunehmen, um endlich in einen Bikini zu passen. Dass mein Körper bei der Nulldiät bei Weitem nicht nur an die Fettpolster geht und ich mir in vielerlei Hinsicht schade, war mir bis dahin überhaupt nicht bewusst. Nun verstand ich auch, warum die Körperfettmessung vor gut 11 Jahren (und einer Abnahme von ca. 30 Kilo) einen Wert von 35 % ausspuckte – und was das überhaupt bedeutete.

Ich fing mich nach dem Skinnyfat-Schock relativ schnell wieder, denn das Buch hat (wie oben beschrieben) meine Haltung verändert. Ich habe die Fäden in der Hand! Ich bin kein Opfer meiner Vergangenheit, sondern Gestalter meiner Zukunft! Ich kann mein Ziel erreichen! Ich bin ein normaler Mensch! Einer, der es durchaus bis zum Bikini schaffen kann!

Mit der Anmeldung im Fitnessstudio wähnte ich mich auf einem guten Weg, vor allem hinsichtlich der Motivation. Denn das Krafttraining beansprucht (inkl. Umziehen!) nur maximal 45 Minuten. Da ich allerdings „Quick Wins“, also schnell sichtbare Erfolge, brauche, um am Ball zu bleiben, wusste ich, dass die Tatsache der kurzen Trainingseinheit nicht dazu führen würde, den Schweinehund dauerhaft zu überwinden. Aus diesem Grund machte ich erneut eine Körperfettmessung (Größe: 173 cm, Gewicht: 60 kg) und erhielt folgende Daten:

  Meine Werte Normwerte
BMI 20,05 20-25
Körperfett in kg 17,05 11,34-13,8
Körperfett in % 28,42 18,90-23,00

Das sind zwar keine guten Werte, aber immer noch bessere als ich erwartet hatte. Wichtig war mir, Anhaltspunkte zu haben, um das Projekt „Bikinifigur“ neu starten zu können. Ich fing an, auf meine Proteinzufuhr zu achten und regelmäßig zum Krafttraining zu gehen. Der Trainer und ich erarbeiteten anhand meiner Ziele (primär Muskelaufbau) einen individuellen Trainingsplan. Das Training ist bis heute jedesmal sehr anstrengend, da ich bis zum Äußersten gehen muss und für meine Bedingungen recht hohe Gewichte habe (die sich übrigens stetig steigern – das Training zeigt seine Wirkung). Ich war zwar hoch motiviert und hatte auch meine Freude am Training, letztlich war es aber auf gewisse Art auch frustrierend. Ich war ungeduldig, sah nicht schnell genug Ergebnisse, fühlte mich nicht richtig k.o. und schon gar nicht beflügelt. Durch die Fettlogik-Lektüre führte ich einige Gefühle auf eine mögliche Disbalance im Hormonhaushalt zurück. Ich verstand nie, was Menschen an Sport gut fanden oder von welchen Glücksgefühlen sie sprachen. Ich konnte das nie nachfühlen, bei mir gab es das einfach nicht. Damals jedenfalls nicht – inzwischen sieht das etwas anders aus (wir sprechen hier zwar noch nicht vom größten Glücksgefühlsfeuerwerk, aber mindestens von einer größeren Wunderkerze, die sich immerhin aus einem winzigen Funken entwickelt hat). Das Feeling nach dem Sport ändert sich stetig ins Positive (ich vermute, dass das mit der Veränderung des Körperfettanteils zusammenhängt). Während ich anfangs oft frustriert war, bin ich heute oft k.o., aber zufrieden. Und das positive Gefühl wird zunehmend intensiver.

Nach ca. 40 Trainings machte ich im November 2015 eine weitere Messung. Sie war allerdings nicht motivierend, sondern mehr als ernüchternd, denn auf einmal wurden mir 33 % Körperfett bescheinigt. Das schmiss mich erstmal zurück, da ich felsenfest mit einem Erfolg gerechnet hatte. Ich war etliche Wochen unheimlich diszipliniert und fleißig – und dann das. Es dauerte einige Tage, ehe ich mich innerlich wieder fangen konnte. Inzwischen gehe ich davon aus, dass es eine Fehlmessung war, denn mein Körper hat sich bereits nach 40 Trainings und ausreichend Protein sichtbar verändert. Ich bin definierter und stärker geworden, mein Bindegewebe fester. Da passt eine Zunahme von 5 % Körperfett nicht ins Gesamtbild.

In meinem Alltag bzw. an meinem Körper bemerke ich bis heute immer wieder spannende Veränderungen. „Fühl mal“, sagte ich kürzlich zu meinem Freund und hielt ihm meinen Bizeps hin. Er fühlte, ich strahlte: „Das sind meine Muskeln!“, sagte ich begeistert. Er lachte und bestätigte mir, dass ich viele Muskeln bekommen hätte und man das auch ganz deutlich sehen würde, vor allem wenn ich im Fitnessstudio an den Geräten trainiere (was ich nun mit deutlich erhobenerem Kopf mache ;)). In solchen Momenten wachse ich 3 cm. Mein größtes Glücksgefühl lösen aber zurzeit immer wieder die Beine aus. Sie sind noch lange nicht „perfekt“, aber ich merke, wie die Oberschenkel vom Knie ausgehend immer fester werden, wie die Muskeln von Monat zu Monat trainierter werden. Nur noch ein paar Monate und ich blogge ein Angeberbild! 😉

Ich habe das Gefühl, dass sich durch mein jetziges Verhalten mein gesamtes Leben ändert. Ich werde nicht nur trainierter, definierter und gesünder, sondern auch ausgeglichener, zufriedener und selbstbewusster. Bewegung und Sport haben ihren Platz in meinem Leben gefunden. Ich gehe inzwischen dreimal in der Woche zu einem Turnverein (Aerobic, Bauch-Beine-Po, Hochintensives Intervalltraining) und weiterhin zwei- bis dreimal zum Krafttraining. Ja, man könnte inzwischen sagen, dass es mir Spaß macht. Nur eins, das mag ich immer noch nicht: Laufen oder hüpfen. Denn ich habe nach wie vor zu viel Speck an der Hüfte. Und der hüpft ordentlich mit (falls noch mehr Personen das Problem haben sollten: Einfach die Sporthose eine Nummer kleiner kaufen – hilft schonmal ein bisschen, wenn es der richtige Stoff ist; sieht auch nicht so presswurstig aus, wie man denkt  siehe Bild ;)).

Seit der Messung im November erfolgte keine weitere mehr. Mein Körperfett ist vermutlich nach wie vor nicht im Normbereich. Noch nicht! Ich bin mir jedoch sicher, auf einem guten Weg, endlich auf DEM Weg, zu sein und den Traum von der Bikinifigur mit all den neuen Erkenntnissen und meiner entflammenden Leidenschaft an Bewegung noch dieses Jahr verwirklichen zu können, oder besser gesagt, dank „Fettlogik überwinden“ ENDLICH zu verwirklich. Am 05. Dezember 2016 startet mein Flieger Richtung Karibik. Weihnachten liege ich dann im Bikini und mit Sixpack (also am Bauch, ein Sixpack Bier zählt nicht!) am sonnigen Strand unter Palmen. Das jedenfalls ist die Wette mit meinem Freund. Und damit ich ein bisschen Druck, aber vor allem noch mehr Motivation und Unterstützung habe, werde ich über den Weg zu meinem Sixpack öffentlich berichten. Der Startschuss fällt offiziell am 07. April.

Warum erst dann? Ganz einfach! Vorher müssen doch noch die ganzen Süßigkeiten vernichtet werden, damit man nicht in Versuchung kommt… 😉
Das ist übrigens die Ausgangsposition (und das Ergebnis nach acht Monaten Krafttraining – ein Vorher-Bild existiert leider nicht; ja, das sind Zahnpastaflecken auf dem rechten Bild ;p). In meinem Empfinden ist das Bild positiver als die Realität (weshalb Kommentare á la „mit der Figur könnte man doch Bikini tragen“ bei mir ins Leere laufen – und wer genau hinguckt, der sieht auch die Problemzone im rechten Bild ;)). Aber ich glaube, das ist okay, denn ihr seid Zeuge einer absoluten Premiere: Es ist das erste Mal seit 20 Jahren, dass ich Haut, speziell meinen Bauch, in der Öffentlichkeit zeige. Vielleicht ist hier schon ein kleines Ziel erreicht. Oder wenigstens ein wichtiger Schritt dorthin. Es fühlt sich noch etwas merkwürdig an. Aber merkwürdig gut.

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42 Gedanken zu “Gastbeitrag: Skinnyfat – wie ich plötzlich kein Normalgewicht mehr hatte

  1. Hannelore

    Mach Dir keine Sorgen bezüglich des Bikinis. In unserem letzten Thailand-Urlaub gab es Damen, die mit gefühlt 120 Kilo auch Bikini getragen haben. Das „Höschen“ hat man dann zwar im Sitzen nicht gesehen, aber Hauptsache Bikini. So nun Kopfkino 😀

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    1. noxneurotica

      In meinem letzten Urlaub waren wir auch einmal im Schwimmbad und ich habe keinen Bikini getragen, weil ich mich das einfach nicht traue. Da hab ich auch gemerkt, dass ich mich unter den Anwesenden keinesfalls hätte schämen brauchen, da so gut wie keiner Normalgewicht hatte. Aber dennoch ist es einfach irgendwie was anderes, an sich selbst legt man oft andere/höhere Standards an.

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  2. noxneurotica

    Dieser Blogeintrag rennt bei mir offene Türen ein (nicht zuletzt wegen des gleichen Vornamens 😉 ), weil ich auch schon länger wieder disziplinierter werden möchte was Sport angeht. Ich habe mir lang den ‚Traum von der Bikinifigur‘ versagt, weil es ja immer heißt, das sei nicht wichtig, ich sei doch genug, es käme ja nicht auf’s Aussehen an, wenn man wert drauf legt, trainiert auszusehen, ist man sowieso nur oberflächlich… Irgendwann (unter anderem durch Verfolgen dieses Blogs) wurde mir klar, dass es egal ist, was andere von meinem Körper oder von meinen Zielen halten und dass ich meine Ziele erreichen kann, wenn ich will. Das Gefühl ist wirklich super! Ich freu mich für dich, dass du Sport für dich entdeckt hast und wünsche dir viel Erfolg.

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  3. fprittwitz

    Vielen Dank für den tollen offenen Beitrag!! Und viel Glück auf deinem Weg. Und noch ein Tipp: mir persönlich hat neben Nadjas Buch das Buch „no sweat“ von Michelle Segar sehr geholfen, die sich intensiv mit der Motivation für Bewegung und Sport bei Nichtsportlern beschäftigt und einen wunderbar Schritt für Schritt durch das eigene Motivationschaos im Kopf coacht.

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  4. Mixi

    Ich war ehrlich schockiert von den Fotos.

    Bis dahin war ich voll bei der Autorin.

    Aber ich denke, dass das Posten der Bauch Bilder schon ein Anfang ist endlich mit dem Verstecken des – und unnötigem Schämen für den eigenen Körper aufzuhören!

    Viel Erfolg weiterhin!

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    1. Es klingt vielleicht etwas bekloppt, aber ich glaube, die Seele muss auch hinterherkommen (und die scheint ein wenig zu brauchen ;)). Ich las hier auf dem Blog öfter von der „dicken Identität“. Ich glaube, ich kann gut nachvollziehen, was damit gemeint ist.
      Man hat letztlich keinen objektiven Blick auf sich. Wenn ich meinen Körper heute und damals vergleiche, würde ich für den heutigen töten. Aber die Veränderung geht ja so weich vonstatten, dass man es fast gar nicht merkt. Mit ein wenig Abstand, schaue ich aber auch auf die Bilder und denke mir: „Och, ist ja gar nicht so schlecht.“ Letztlich geht es aber nicht nur um den Bauch, sondern auch um das Gesamtbild bzw. Gesamtgefühl. Und da gibt es noch zwei, drei Dinge (z. B. die Oberschenkel oder der Hüftspeck), die mich aktuell noch sehr unzufrieden machen und das Wohlfühlen in einem Bikini enorm beeinträchtigen. Noch, noch, noch! :))) Danke dir für den Kommentar!

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  5. Pingback: Gastbeitrag auf Fettlogik | Realität mit Sahne.

  6. Mona

    Sehr guter Beitrag!
    Ich hab mich in vielen Situationsbeschreibungen wieder gefunden.
    Ich hab beim Lesen Kinderriegel gefuttert, als ich dann an die Stelle kam, wo du auch Kinderriegel erwähnst, konnte ich mich kaputt lachen (ist bestimmt super für die Bauchmuskulatur.)
    Mein Bauch sieht aus wie deiner. Ich bin erst vor 2 Tagen zu meiner Schwester gegangen und gesagt „Fass mal an“, weil sich meine Beine und Arme (unterm Fett) sehr hart sind, wenn ich sie anspanne. Ich mache nicht mal „richtiges“ Krafttraining, nur einmal die woche Body Pump, was eher Kraftausdauer ist. Obwohl ich Laufen und Hüpfen auch nicht mag, mache ich bei so Aerobic-Sachen mit. Meine Schwester meinte ohne anzufassen schon „Wow!“, weil man das Anspannen sieht und auch durch das Fett schon Muskeln an den Armen und Beinen sichtbar sind, wenn ich sie fest anspanne (Rücken und Bauch leider so gar nicht, aber es wird…). Ich war früher eher der Typ: meine angespannten (!) Muskeln fühlen sich an wie Wackelpudding.

    Ich denk, ich weiß, welches Krafttraining du meinst, das hab ich ein Jahr lang gemacht und hatte danach so große Muskeln, wie nie vorher in meinem Leben. Ich hab nur den Fehler gemacht, dass ich dann auch mehr gegessen hab und man an mir nur die verbesserte Haltung gesehen hatte, aber die Muskeln nicht wirklich, da war die Fettschicht einfach zu dick. Ich denk, das war die gleiche Fettschicht wie vor dem Krafttraining, es kamen halt Muskeln noch dazu, ohne dass das Fett reduziert wurde.

    Ich habe Fragen zu den Normwerten aus der Tabelle. Stimmen die 18,9 bis 23 Körperfett in % für Frauen wirklich? Ich meine, ich hab öfter gelesen, dass für Frauen normal 25 bis 30 % Körperfettanteil sind. Für Männer eher 20 bis 25 %. Mit 20 % Körperfettanteil bei Frauen zählt man doch zu dem „sehr gut Bereich“ und nicht nur „normal“?

    Alles Gute!

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    1. Es macht so unsagbar stolz, wenn man Ergebnisse sehen und vorzeigen kann, oder? 😀

      Das Krafttraining stärkt die Muskeln wirklich gut – schlanker macht das aber tatsächlich erstmal nicht (zumal das Training selbst auch nicht annähernd so viele Kalorien verbrennt wie man denkt). Da ist es dann gut, wenn zusätzlich noch etwas anderes wie Aerobic gemacht wird. Vor allem macht Letzteres auch deutlich mehr Spaß. Krafttraining ist nicht gerade das, was ich mir unter richtig schöner „Qualitätsfreizeit“ vorstelle.

      Zu deiner Frage bzgl. des Körperfetts kann ich nur laienhaft antworten. Die Normwerte orientieren sich meines Wissens nach an Geschlecht und Alter (bei der Messung war ich 26). Ob die oben angegebenen Normwerte die des Unternehmens sind, das die Geräte für die Messung bereitstellt oder ob es sich um allgemeingültige Werte handelt, kann ich dir gar nicht sagen. Ich hatte immer 20-25 % als Normwert im Kopf. Bei der Messung vor 11 Jahren stufte man mich mit dem Ergebnis von 35 % als „leicht erhöhter Wert“ ein. Wenn ich mich recht entsinne, ging der Normwert damals bis 28. Bisher habe ich mir gar keine Gedanken darum gemacht, oder besser gesagt, mir ist gar nicht aufgefallen, dass es massive Unterschiede geben könnte. Ich werde diesbezüglich mal nachlesen. Aber vielleicht weiß Nadja auch schon mehr?

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    2. Meine Schnellrecherche (d. h. Überfliegen der Normwerte verschiedener Seiten) ergibt, dass für Frauen in meinem Alter, d. h. Mitte/Ende zwanzig, ein Wert zwischen ca. 20 – 30 % normal ist. Viele beginnen sogar erst bei 22 %. Ich glaube, da muss ich mich generell nochmal schlau machen (vor allem in entsprechenden Journals und nicht via Google im Netz ;)). Wenn sie ungefähr alle in derselben Spanne wären bzw. eindeutiger, um einen Mittelpunkt kreisen würden, hätte man ja einen groben Anhaltspunkt, aber die Differenz von 10 % empfinde ich subjektiv irgendwie als zu groß, um mich orientieren zu können.

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  7. Julia!!! Was für ein toller Blogartikel. Ich kenne dich, gefühlt schon so lange, auch deine Einstellung zu deinem Körper und Sport. Diese Zeilen zu lesen… Ich freue mich soooooooooo, dass du an diesen Punkt gekommen bist. Ein Tränchen habe ich in den Augen… Ich drück dich. Summer

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  8. R. Forderlich

    Also ganz ehrlich, wie oft trägt man einen Bikini? Die 2 Wochen im Urlaub?
    Und wie oft geht man ins Schwimmbad …

    Diese Motive klingen, als würde sich das halbe Leben im Bikini abspielen.

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    1. Also ganz ehrlich, wie oft braucht man seine ADAC-Mitgliedschaft? 1-2 Mal in 5 Jahren, wenn überhaupt? Sie abzuschließen, suggiert doch, dass man ständig eine Panne hat!

      Okay, ich gebe zu, der Vergleich hinkt etwas, aber du verstehst vielleicht, was ich meine. Am Ende geht es doch nicht um diese 2 Wochen im Jahr. Es geht um etwas Ganzheitliches, ein Gefühl. Ein Wohlgefühl. Das Tragen eines Bikinis ist nur eine bildliche Darstellung dieses Gefühls, das man erreichen möchte. Es geht doch in Wirklichkeit nicht darum, den Bikini zu tragen, sondern ihn tragen zu können. Und da gehört letztlich nicht nur die Optik des Körpers zu, sondern auch das Innere. Beides ändert sich nur in einem Prozess. Der braucht aber seine Zeit. Und eben auch Motivation.

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  9. tanja

    Spannender Artikel! Habe vor kurzem meinen ZielBMI von 21 erreicht, möchte aber auch noch etwas an Muskeln, Körperdefinition tun. Werde daher die Challenge gespannt verfolgen! Viele Grüsse und viel Erfolg! !Tanja

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  10. Was mich an dem Artikel stört, ist, dass er impliziert, mit einem unperfekten Körper dürfe oder könne man sich im Schwimmbad oder am Strand letzten Endes überhaupt nicht blicken lassen und schon gar nicht im Bikini oder in der Badehose. Was faktisch bedeuten würde: Schwimmbadverbot für alle Ü50, für fast alle Frauen die schon Kinder geboren haben (Streifen, überdehnte Haut), für Menschen mit Wampe, für Menschen mit Hautkrankheiten …

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    1. Sie spricht über sich und ihre Wahrnehmung ihres Körpers. Ich lese da nirgendwo raus, dass sie fordert, dass jeder diese Wahrnehmung haben muss.
      Ebenso könnte ich jetzt aus deinem Kommentar rauslesen, dass du implizieren willst, dass sie verpflichtet ist, sich im Biini zu zeigen. Natürlich völliger Quatsch, könnte man aber rauslesen.

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    2. Katrin

      Kann ich in dem Text beim besten Willen nicht rauslesen.
      Aber so ist das wieder mal… man interpretiert Sachen rein die dort nicht stehen.
      Schrecklich!
      Sie möchte eigentlich nur damit sagen das sie sich trotz Idealgewicht nicht traut, das ist eine psychische Sache! Glaube das die Schreiberin jede Frau / Mann bewundert welcher ohne solche Gedanken im Schwimmbad / Sauna oder sonstwo rumlaufen kann.

      AMEN

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  11. Also dieser Teil hier ist aber schon recht eindeutig. Bedeutet, einen Bikini „kann“ man nur tragen mit Traumfigur. Was anderes soll „einen Bikini tragen zu können“ sowie „und auch tragen können“ denn bedeuten? Das ist allgemein gehalten, eindeutig nicht nur auf sich und die eigene Wahrnehmung bezogen.

    „Besonders hart war das vor allem deshalb, weil die Vorstellung, nach meiner Abnahme einen Bikini tragen zu können, meine größte Motivation war. Ich habe übrigens einmal in meinem Leben einen Bikini getragen (und auch tragen können): vor 20 Jahren. Damals war ich 7 Jahre alt. (Im Schwimmbad war ich übrigens das letzte Mal vor ca. 13 Jahren.)

    Den Bikinitraum habe ich dennoch nie aufgegeben. Aber bislang auch nicht erreicht. Dass ich abgenommen habe, ist knapp 10 Jahre her. Und da mein Ziel noch immer nicht erreicht ist, bin ich auch mit dem Projekt „Abnehmen“ noch nicht fertig. Der Fokus lag allerdings nicht mehr primär auf Gewichtsreduktion, sondern auf Bikinitauglichkeit (wobei ich nach wie vor dachte, die Bikinifigur käme von alleine, wenn ich nur noch weniger wiegen würde“

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  12. Oder das “ Ich bin ein normaler Mensch! Einer, der es durchaus bis zum Bikini schaffen kann!“

    Sorry, aber das ist, v. a. im zweiten Satz, eine allgemeine Aussage. Wäre es nur auf die Autorin gemünzt, stünde da z. B. etwas wie „jemamd, der es zu meiner persönlichen Traumfigur schaffen kann“.

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    1. Ich finds halt immer recht übertrieben, wenn man in einen Text, in dem jemand offensichtlich über die eigene Wahrnehmung und den eigenen Weg schreibt, ohne dabei jedes Wort auf die Goldwaage zu legen (die meisten Blogger sind keine professionellen Autoren sondern schlichtweg Leute, die über persnliche Dinge schreiben) zwanghaft eine Botschaft für sich rausschälen will, so als häte sie dir persönlich jetzt gesagt „Hey, raus aus dem Schwimmbad!“ – meine Güte, ernsthaft, warum kann man bei sowas nicht ein bisschen sinnverstehend und „großzügig“ lesen, anstatt auf sowas herumzuhacken, wenn es recht offensichtlich persönliche Gedanken und kein gesellschaftliches Manifest ist?

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      1. Es ging mir eigentlich lediglich darum auszudrücken, dass man, gerade wenn man selbst sensibel und empfindlich reagiert, wie es die Autorin ja beschreibt, etwas darauf achten sollte, seinerseits auch sensibel zu formulieren. Tu ich ganz sicher auch nicht immer und man kann mich dann auch gerne darauf hinweisen.

        Es war nämlich, so wie oben formuliert, schon sehr missverständlich und allgemeingültig. Ich z. B. habe sehr viele Schwangerschaftsstreifen und dürfte, laut obigen Formulierungen der Autorin, eher nicht ins Schwimmbad und schon gar nicht im Bikini.

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      2. Mir liegt es fern, irgendwen zu diffamieren (erst recht nach meiner Geschichte, das beweist z. B. folgender Satz: „Hätte ich all das nicht erlebt, wäre ich heute ein intoleranter, arroganter und diskriminierender Mensch.“). Und gerade bei jemandem, der so sensibel ist, kann man sich eigentlich darauf verlassen, dass er solche abwertenden Meinungen nicht vertritt – und ganz abgesehen davon, auch viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, um sich darüber Gedanken zu machen, wer etwas tragen „darf“ bzw. „kann“ und wer nicht.

        Und wenn man sich am „können“ festbeißen mag: Vielleicht ist es wie mit knallrot gefärbten Haaren. Die muss man auch tragen KÖNNEN. Nicht von der Hautfarbe, Augenfarbe oder anderem, sondern von der inneren Haltung. Und bei mir persönlich (nicht auf andere bezogen!) unterliegen innere Haltung und Optik bezüglich meiner Figur bzw. meines Aussehens einem gewissen Wechselspiel. Damit ist aber noch lange nicht gesagt, dass das auch bei anderen der Fall ist oder dass das so, wie es bei mir ist, richtig sein sollte. Mein Artikel bezieht sich, wie Erzählmirnix ja auch schon sagte, allein auf mich und enthält keinerlei Wertungen für oder über andere Menschen.

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    2. Mona

      Ich finde diese Sätze mit „Bikinifigur“ auch sehr auffällig.
      Zuerst dachte ich: „Ja, toll, was soll ich denn sagen?“ Ich hatte vor genau einem Jahr einen Bikini an und war Übergewichtig (BMI 29 oder so). Außerdem finde ich Badeanzüge kompliziert, weil die nur oben sitzen und unten gar nicht oder unten toll sitzen und oben gar nicht. Im Strand-Urlaub ist Bikinitragen viel leichter als in einem deutschen Schwimmbad, find ich. Ich denke, dass auch über 100 kg Menschen Bikinis tragen können, ich weiß nicht, wo da der Vorteil von Badeanzügen sein soll.

      Andererseits habe ich auch solche Angst-Dinge, die für andere wahrscheinlich so erscheinen als würde ich fordern, dass alle Menschen mit unperfekten Beinen lange Hosen tragen müssen. Ich fordere es nicht. Ich finde es toll, wenn jemand im Sommer mit Rock, Kleid, Shorts ausgeht. Ich für mich kann das einfach nicht. Ich laufe auch bei 35°C in langen Hosen rum.

      Diese „Bikinifigur“-Sätze kann man ja auch umdeuten und sich denken „Arme bemitleidenswerte Frau, traut sich nicht zu einen Bikini zu tragen, obwohl so viele andere Leute (auch mit Adipositas) das sich zutrauen. Wieso ist sie so streng zu sich? Woher hat sie diesen Gedanken, dass man nur mit Sixpack einen Bikini tragen kann? Wieso hat sie so wenig Mut/Selbstwert einfach einen Bikini anzuziehen, wenn sie am Strand oder im Schwimmbad ist?“

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      1. yannaba

        Ja, Du bringst es auf den Punkt. Ich habe auch mit meinem Höchstgewicht von ca. 106 Kilo Bikinis getragen. Nicht unbedingt schön – aber in dem Badekleidchen, dass ich mir vor ein paar Jahren für meinen ersten Strandurlaub seit laaanger Zeit gekauft habe, sah ich tatsächlich noch wesentlich schlimmer aus (man sollte Leuten verbieten, einen am Strand oder Pool zu fotografieren)…

        Ich habe mich auch bestimmt 10 Jahre lang nicht in Schwimmbäder etc. getraut. Irgendwann musste ich dann hin (Schwimmkurs vom Sohn) und ich habe mich umgesehen – da war Figur- und Alterstechnisch so ziemlich alles dabei. Und das sollte auch so sein – ohne jetzt von Fatacceptance schwafeln zu wollen. Seitdem fahre ich wieder in Badeurlaube, gehe in Thermen und sogar in die Sauna. Überall rennen alle möglichen Leute herum, und großherrlich begafft worden bin ich auch in der gemischten Sauna nicht. Ich denke, das tun die Leute auch nicht, weil sie ja selbst auch nicht begafft werden wollen. Auffallen tun da tatsächlich eher die, die so Superbodies haben. Die sind nämlich echt selten….

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      2. Ob ihr euch am Strand oder im Schwimmbad verhüllt oder komplett nackig zeigt, das ist eure Sache – und mir ehrlich gesagt auch ziemlich wurscht. Ich werte das nicht, ihr geht für mich einfach nur an den Strand oder ins Schwimmbad. So, wie das viele andere Menschen auch tun. Nur weil ich auf einer gewissen Ebene Schwierigkeiten (mit mir) habe, impliziert das für euch ja noch lange nichts Negatives.

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      3. yannaba

        Sorry, da hast Du mich missverstanden, ich finde Deinen Beitrag toll und kann das gut nachvollziehen (siehe: ich habe mich 10 Jahre nicht ins Schwimmbad getraut, obwohl ich ein totaler Wasserfreak und Saunafan bin).

        Ich wollte eigentlich nur sagen, nur Mut, sonst entgeht einem eventuell was. Ich konnte die Ängste halt irgendwann überwinden – ich bin aber auch jetzt schon etwas älter als Du, nehme ich an. Und ich habe auch nicht dermaßen krasse Bemerkungen von anderen bekommen – das hätte mich sicherlich auch fertig gemacht.

        Und tatsächlich freue ich mich auch total darauf, irgendwann Urlaubsfotos von mir zu sehen (im Bikini oder Badeanzug, egal), die mich nicht erschaudern lassen 😉

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  13. Robert W.

    Zum Thema „Bikinifigur“, meine Freundin hat mir mir neulich mal den Spruch geschickt:
    „Wenn man nackt baden geht, braucht man keine Bikinifigur“ 😉

    Aber wenn jemand da seine Motivation rauszieht, ist es doch toll. Hauptsache motiviert und man tut was. (Ich hatte allerdings noch nie ein Problem damit, in die Sauna zu gehen, oder mit Badehose an den Strand)

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  14. Ich bin auch skinnyfat und finde es schrecklich. Ich hoffe, dass ich endlich die Zeit und Motivation wiederfinde, regelmäßig zum Sport zu gehen, weil es mir Spaß macht und sogar recht schnell Erfolge zeigt.

    Ich finde den Schwabbel an meinem Bauch schrecklich, trage aber trotzdem Bikini. Da hab ich wenigstens Brüste drin und keine plattgedrückten Flatschen. 😀

    Was man meint tragen zu können ist eh immer subjektiv. Und nur, weil ich mich in hautengen Kleidern unwohl fühle oder Julia sich im Bikini unwohl fühlt, heißt das noch lange nicht, dass wir andere Menschen aufgrund ihrer Figur ver- oder beurteilen.

    Die Unterscheidung zwischen „ich mag Dich als Menschen und akzeptiere Dich in allen Eigenschaften“ steht für mich übrigens nicht im Widerspruch dazu, jemanden darauf hinzuweisen, dass sein Übergewicht ungesund ist. Leider ist unsere Gesellschaft so darin verhaftet, das als Ablehnung zu werten, dass man so etwas nur äußern darf, wenn man dicker ist als der Adressat.

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  15. Vepasa

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel!!!
    Am Ende geht es halt doch nicht allein um Kalorienbilanz, sondern auch darum, dass ohne Sport der ganze Abnehmerfolg nicht ausreicht. Ich habe nach dem Buch von Nadja allein über die Ernährung 25 kg abgenommen. Seitdem ich mit dem Sport angefangen habe, geht es nur noch sehr schleppend voran. Trotzdem sehe ich jetzt viel, viel besser aus und kriege viele Komplimente, weil sich jetzt alles strafft. Und ganz ehrlich, lieber straff und leicht übergewichtig als niedriger BMI mit Wabbel. (Meine eigene persönliche Meinung für meinen Körper)
    Auch ich habe nach wie vor noch einen Körperfettanteil von 30 % und würde das sehr gern senken. Lese mittlerweile gern bei Mark Maslow im Blog (darf ich das hier schreiben?). Daher weiß ich auch, dass Muskelaufbau immer auch mit Fetteinlagerung einhergeht, unvermeidlich.
    Ich weiß so gut, was Du mit Deiner „Bikinifigur“ meinst. Da muss sich keiner angesprochen fühlen, sondern es geht um das eigene Sich-zeigen-können oder -wollen. Auch jetzt mit 30 kg weniger als vor einem guten halben Jahr fühle ich mich im Badeanzug beim Schwimmen noch nicht wohl. Genau wie Du habe ich aber das Ziel, mich am Strand oder im Schwimmbad in meiner Haut wohl zufühlen. Egal, wie andere meinen Körper bewerten – egal, ob es dickere gibt und was die tragen. Darum geht es überhaupt nicht. Es ist gut, ein Ziel zu haben, das heißt bei Dir „Bikinifigur“ (bei mir auch) und dieses Bild existiert schon in der Idee und wird in naher Zukunft Realität. Also, Ohren steif halten, weitermachen und ich freu mich auf Dein Nachher-Bild im Bikini.

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  16. Pingback: Massenpanik | Von der Uni an den Herd

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