Zuckersteuer

In Großbritannien wurde eine Zuckersteuer eingeführt, mit dem Ziel, Übergewicht zu bekämpfen. Verglichen wird dies mit der Tabak- oder Alkoholsteuer.

Dazu passend, folgender Tweet:

 

Das ist aus meiner Sicht Unsinn.

Warum? Nun, zunächst mal, es stimmt, das Übergewichtige im Schnitt mehr Zucker konsumieren, auch wenn dies immer wieder in Studien bezweifelt wird. Der Ernährungsepidemiologe Gunter Kuhnle, der den selbsterichteten Zuckerkonsum mit dem objektiv gemessenen Konsum vergleicht, stellt immer wieder fest, dass Übergewichtige wesentlich stärker dazu neigen, Zuckerkonsum zu unterschätzen. Studien, die auf Befragungen basieren, kommen daher meist zu dem Schluss, dass Übergewichtige weniger Zucker konsumieren. Objektiv ist es aber tatsächlich so, dass steigender Zuckerkonsum auch mit steigendem BMI einher geht.

Zucker zu besteuern fördert aus meiner Sicht dennoch wieder massiv Fettlogiken. Im Gegensatz zu Zigaretten und Alkohol, ist Zucker eben nicht per se ungesund. Zumindest ist die Forschungslage hier schlichtweg nicht klar, auch wenn Zucker nur allzu gerne, ebenso wie Gluten oder gesättigte Fettsäuren oder sonstige Zusätze zum Bösen hochstilisiert wird. Wahr ist, dass Zucker unseren Blutzuckerspiegel schnell und stark ansteigen lässt, da er rasch aufgenommen werden kann. Damit kommt es zu Energiespitzen und starken Blutzuckerschwankungen. In unserem durchschnittlich eher inaktiven Alltag sind solche Energiespitzen unnötig. Jemand, der 6 Stunden am PC sitzt, braucht keinen kurzfristigen Energieschub sondern eher kontinuierlich weniger Energie. Aber dennoch gibt es Situationen, in denen wir rasch viel Energie gut brauchen können, beispielsweise beim Sport oder in Prüfungssituationen. Schnelle Kohlenhydrate können hier die Leistung nachweislich steigern.

Wo bereits eine Zigarette oder ein Glas Alkohol Giftstoffe enthält, ist Zucker kein Giftstoff als solcher, sondern die Dosis macht das Gift. Durch Zucker kann man ein Kalorienplus erzielen und dadurch zunehmen. Aber, und jetzt kommt der wichtige Part, das funktioniert eben nicht nur mit Zucker, sondern mit allen Lebensmitteln. Wer besonders ehrgeizig ist, kann sogar mit Möhren ein Kalorienplus erzielen. Viel einfacher geht es aber z.B. mit Nüssen. 100 g Walnüsse haben schon 700 kcal. Es ist nun wirklich nicht besonders schwierig, 250 g Nüsse zu essen. Dabei enthält so eine Nuss nicht einmal zusätzlichen Industriezucker. Oder Käse. Eine Scheibe davon liegt schnell im Dreistelligen Kalorienbereich. Gebratener Lachs? Auch sehr lecker. Alles industriezuckerfreie und nichts desto trotz kalorienreiche Lebensmitel.

Im Buch berichte ich zu dem Thema auch über den Universitätsmitarbeiter, der mit zuckrigen Süßigkeiten ein Kaloriendefizit aß, abnahm und sogar überraschend seine Blutwerte verbesserte.

Gegen Zucker vorzugehen um Übergewicht zu reduzieren ist also vergleichbar damit, dass man 50-Euroscheine verbietet, um gegen Schulden vorzugehen. Warum ausgerechnet 50-Euroscheine, mag man sich fragen, denn zu viel Geld ausgeben kann man auch mit 5-Euroscheinen, 100-Euroscheinen oder Bargeldlos. Dennoch kann man sicher eine Statistik finden, dass Menschen, die dazu neigen, zu viel Geld auszugeben, auch dazu neigen, zu viele 50 Euroscheine auszugeben. Das wäre naheliegend. Wird ein Verbot von 50-Euroscheinen das Problem lösen?

Das einzige, was so eine Zuckersteuer aus meiner Sicht bewirkt ist, dass wieder der Blick von der Gesamtkalorienbilanz weggerichtet wird und statt dessen einzelne Faktoren überproportional aufgebläht werden. Sozusagen staatlich geförderte Fettlogik. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wie schädlich das ist. Ich fand es immer unerklärlich und unfair, dass ich so dick war, denn ich trank grundsätzlich keinerlei Limonaden und aß maximal 2x im Jahr Fastfood. Und ausgerechnet diese beiden Dinge wurden in jedem Dickenklischee wieder und wieder bemüht. Daher entstand mir der Eindruck, irgendwas müsse an meinem Stoffwechsel verkehrt sein (immerhin hatte ich ja auch tatsächlich eine Schilddrüsenunterfunktion), denn ich aß ja nicht wie ein Klischeedicker, daher konnte es gar nicht am Essen liegen.

Die Zuckersteuer ist also nicht nur unnötig bevormundend, sie fördert auch wieder falsche Erklärungsmodelle zum (Über)gewicht und wird so aus meiner Sicht langfristig eher das Gegenteil bewirken, ähnlich wie bereits die Dämonisierung von Fett in den letzten Jahrzehnten. Dieses wechselnde durchs Dorf Treiben irgend eines anderen Nährstoffes als DEM Verursacher von Übergewicht ist so unnötig wie schädlich. Vielleicht wäre als Alternative eine Fettlogiksteuer wesentlich effektiver. Wenn Medien für fettlogischen Blödsinn eine Abgabe leisten müssten, gäbe es vielleicht weniger Artikel über die Turbo-Stoffwechseldiät oder sonstigen Unsinn. DAS würde dann möglicherweise tatsächlich dazu führen, dass Übergewicht zurück geht.

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53 Gedanken zu “Zuckersteuer

  1. maludrago

    Wenn mir langweilig ist, unterhalte ich mich mit Low-Carb- und Paleofanatikern und sage, dass Zucker ein Protein ist und Kohlenhydrate zudem gesund sind. Wer braucht einen Blockbuster im Fernsehen, wenn man sich stattdessen anhören kann, das Kohlenhydrate Satan sind und Zucker den Holocaust verleugnet.

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    1. Farid Darwish

      Ja, Fanatiker gibt es überall. Auch bei High-Carb-Vergan-Öko-Kommunisten.
      Ich persönlich finde es ja wichtig, dass man selbst einfach weniger fanatisch ist.
      Aber über die Fanatiker zu lästern ist auch eine sehr erwachsene Form der Auseinandersetzung, vor allem, weil sie so vielen Menschen hilft…

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      1. maludrago

        Ich lästere nicht, ich trolle. Da ist kein großer Unterschied, aber es macht viel mehr Spaß. Zudem bin ich ja gar nicht erwachsen, sondern nur ein Kind mit Trinkerlaubnis.

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  2. Farid Darwish

    Das Problem mit dem industriell hergestellten Zucker ist seine Verbreitung in Lebensmitteln, von denen man nicht denkt, dass er drin ist. Das führt dazu, dass viele Menschen eine Menge an Zucker zu sich nehmen, ohne sich darüber bewusst zu sein. Ich denke, das ist da Problem.

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  3. F Krueger

    Hochfruktosesirup sehe ich durchaus als erwähnenswertes Ziel einer solchen Steuer; keine braucht einen Joghurt mit Zucker, der mit normalem Kristallzucker 100-130 Kcal pro 100g hat, mit Hochfruktosesirup aber immer gleich 170-190 Kcal pro 100g (bei nahezu gleicher Süsse, geschmacklich gesprochen).

    Davon abgesehen sind die Blutzuckerspitzen beim Hochfruktosesirup -aus eigener Erfahrung heraus- wesentlich erheblicher als bei Lebensmitteln mit Kristallzucker.

    IMO ein Unding, dieser für die Industrie wahrscheinlich sehr praktische und günstige Zuckerersatz. Darauf kann es auch gerne eine Zuckersteuer geben. Auf alle Zuckerarten gleich angewendet ist die Idee einer Zuckersteuer aber natürlich nachwievor purer Unsinn 🙂

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    1. Ich finde, man kann darüber streiten, bestimmte Dinge zu besteuern. Deine Argumentation fände ich z.B. sinnvoller als „um gegen Übergewicht vorzugehen“, denn mit Übergewicht hat der Kaloriengehalt einzelner Lebensmittel eben nur indirekt was zu tun.

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    2. käse

      Ich dachte Fruktose hat eine stärkere Süßkraft als Saccarose/Glukose , wodurch man weniger davon braucht um die gleiche Süßkraft zu erlangen.

      Der Unterschied lag doch darin, dass Fructose im Körper anders verarbeitet wird als Glukose, wird primär in der Leber gespeichert und wird weniger als Muskelglykogen gespeichert werden.

      Oder ist das wieder Fettlogik und alle Zucker sind in Wirklichkeit gleich, sofern sie nur gleiche kcal/g haben?

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      1. Mona

        Zu viel Fruktose, kann wie zu viel Alkohol, zu einer Fettleber führen.
        Irgendwo im Internet (wahrscheinlich dem Herren Lustig aus den USA oder so) gelesen, es gibt auch Kleinkinder mit Fettleber. Das finde ich sehr erschreckend.
        Haushaltszucker besteht ja zur Hälfte aus Fruktose, die andere ist Glucose. Wenn man zu viel Zucker isst, dann ist die Leber ausgelastet und dann kommt noch zu viel Fett dazu, belastet das noch mehr. Am schlimmsten ist, wenn man dann auch noch Medikamente einnehmen muss und Alkohol trinkt. Dieses „zu viel“ ist irgendwann einfach nicht mehr schaffbar für die Organe.

        Früher hat es ja in Supermärkten „Diabetiker“ -Essen, also alles auf dem „Diät“ stand, da hat man aber trotzdem Fruchtzucker drin gehabt, soweit ich weiß. Man konnte sogar Päckchen Fruchtzucker kaufen als Diabetiker-Zucker. Zum Glück gibt es diese komischen überteuerten Lebensmittel nicht mehr so, dass man denken könnte, dass es etwas Gesundes ist. Dafür gibt es jetzt überall teure laktose- und glutenfreie Produkte, wo kerngesunde Menschen denken, dass es besonders gesund ist, solche Stoffe zu vermeiden.

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  4. Anekdotischer Beweis dazu: Ich habe im letzten dreiviertel Jahr im Schnitt mehr als 100g Schokolade/Nougat/Marzipan täglich gegessen und dabei 30kg abgenommen (also, die Schokoladengewohnheiten hab ich schon seit 20 Jahren, aber die Abnahme ist neu ^^).

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  5. Ich gebe Dir recht, dass es zu kurz gedacht ist (und in diesem Sinne eine Fettlogik), wenn man annimmt, durch Verzicht auf Zucker zwangsläufig schlank zu werden und zu bleiben.

    Dennoch gebe ich zu bedenken, dass Zucker sehr häufig ein Grund für Heißhunger ist und man regelrecht zuckersüchtig werden kann, wenn man den relativ niedrigeren Zuckerspiegel nach dem Hoch für „zu niedrig“ empfindet und sofort nachladen will. So fällt es schwerer, weniger Kalorien durch zuckerhaltige Nahrung aufzunehmen.
    Hier hat sich jemand ganz unbesteuert gegen Zuckerkonsum entschieden: https://sweetandotherspices.wordpress.com/2016/03/07/raus-aus-der-zuckersucht/

    An der Mathematik, dass ein Kaloriendefizit zur Gewichtsreduktion führt, ändert sich dadurch natürlich nichts.

    Auch für mich wären Fertiggerichte mit weniger Gehalt an Zucker oder Zuckerersatzprodukten – bei Speisen, wo der mE nicht reingehört – sehr interessant. Deshalb würde ich eine Zuckersteuer befürworten.
    Es war doch mal die Rede davon, in Deutschland die Mehrwertsteuer für Süßigkeiten zu erhöhen. Aus meiner Sicht längst überfällig, weil das einfach keine Nahrungsmittel sind, sondern leere Kalorien ohne Nährwert. Sowas muss nicht erschwinglich sein für jedermann, finde ich.

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    1. Alex

      Die Lebensmittelindustrie wird aber anderer Auffassung als Du sein, wo Zucker „reingehört“ und wo nicht ^^. Da die Rohstoffe nicht unbedingt hochwertig sind, muss dann an anderer Stelle nachgebessert werden, also mit Fett, Salz, Zucker, Aromen, Farbstoffen, Konsistenzgebern, Konservierungsstoffen.

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      1. Ja, leider.
        Ich wünsche mir trotzdem Fertiggerichte, die das enthalten, was meiner Meinung nach reingehört.

        Und weißt Du was?
        Die gibt es in meiner Tiefkühltruhe, weil ich sie selbst vorgekocht und eingefroren habe.^^

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    2. nessii

      Die Frage wäre an der Stelle, wie man „Süßigkeit“ definiert. Ist jeder Fruchtjoghurt eine Süßigkeit? Oder nur solche mit Ecke (oder ist nur die Ecke selbst eine Süßigkeit)? Ist Wackelpuddingpulver keine Süßigkeit, fertiger Wackelpudding aber schon? Sind Chips, Flips & Nachos (die ja nicht „süß“ sind) eine Süßigkeit? Ich denke, die Definition wäre nicht ganz trivial.

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      1. Frank

        Süßigkeit kann man klar über den Zuckeranteil definieren. Die meisten Müslisorten oder gar Obst sind in meinen Augen auch Süßigkeiten.

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  6. Gestern war es die Hexe aus der Meierstraße. Heute die Hexe aus der Rathausstrasse. Und morgen wird die Hexe aus der Riemenschneiderstrasse mit Fackeln und Mistgabeln durch das Dorf gejagt.

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  7. Alex

    Zucker -also Saccharose- zu besteuern ist auch nur ein neues Modell der modernen Wegelagerei. Wären Politiker nur bei allem so erfinderisch wie bei Steuern…
    Glukose-Fruktose-Sirup hingegen sollte in meinen Augen durchaus besteuert werden: Im Gegensatz zu Saccharose wird Fructose insulinunabhängig verstoffwechselt, dadurch tritt auch kein Sättigungsgefühl auf und die Gefahr des Überessens mit Gesundheitsrisiken besteht da durchaus. Andererseits ist niemand gezwungen, Junk zu kaufen und zu verzehren.

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  8. Ich glaube es geht bei dieser Zuckersteuer eher um den Konsumenten der verarscht wird.Viele Dinge sind irreführend die auf den Verpackungen angegeben sind.Eine Arbeitskollegen habe ich mit deinem Buch angesteckt, und sie rief dann spät abends an und fragte mich verzweifelt WAS sie denn nu essen solle ? Sie verstehe nicht was diese Proteine sein sollen…
    Das mag als kritischer Verbraucher lächerlich klingen und vielleicht auch dumm, aber viele Menschen machen sich tatsächlich keine Gedanken über die Dinge.
    Leseverständnis zum Beispiel muss man sich auch erst erarbeiten, selbst meine ausgewachsenen Kinder fallen auf Werbungsscheiss herein, und ich bin ein sehr genauer Leser, und animiere sie ständig dazu zu hinterfragen.
    Was, wenn man so jemanden nicht hat, und einfach alles glauben muss, weil man es nicht besser weiss ?
    Für solche Menschen ist solch eine Zuckersteuer sicherlich eine Hilfe und ein Schritt in die richtige Richtung. Und es animiert sicherlich den einen oder anderen dazu, sein Geld sinnvoller einzusetzen.
    Das ändert nichts an der Tatsache das man auch immer seinen Kalorienanzahl steuern sollte und im Blick behalten sollte…
    Wie wäre eine Kaloriensteuer? Das wäre sinnvoll. …, oder ? 😉
    Liebe Grüße
    Stella

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    1. Mona

      Oh nein, dann kann ich mir bestimmt die Butter nicht mehr leisten. 😉

      Ich denke eher, dass sie sich für eine Steuer entschieden haben, weil Menschen Süßzeug mögen und es kaufen auch wenn sie wissen, dass es oft unvernünftig ist, da sie gar keinen Hunger haben, sondern einfach etwas Süßes essen wollen. Die haben etwas genommen, wo sie viel Geld bekommen, oder? Das geht mit Salz ja genauso.

      Ich finde, dass Salz und Zucker irgendwie süchtig machen können, dass man den ganzen Tag mit Heißhunger rumläuft und sich Süßkram reinschaufelt, weil man nicht widerstehen kann, da der Heißhunger stärker ist. Zumindest bei mir war es so.
      Ich bekomme es auch hin, mich fast nur von Torten und Schokolade zu ernähren. Das geht immer nur so lange gut, bis ich einen Mangel bekomme. Ich nehme nicht mal unbedingt zu, wenn ich ein bisschen drauf achte, wann ich esse und wie viel.

      Leider haben Süßigkeiten viel zu wenig Vitamine (sind manchmal zugesetzt)- und Mineralstoffe, essentielle Fettsäuren und Proteine, wodurch ich dann krank werde. Es ist echt schwer vom Zucker loszukommen, wenn man gewöhnt ist mehrmals täglich Süßes zu essen. Ich finde, wenn wirklich sehr viel Zucker isst, dann schmecken Gemüse und so „normales Essen“ nicht mehr richtig, außerdem hab ich darauf keine Lust, weil ich ja viel lieber Süßes essen möchte.

      Dadurch, dass ich früher anscheinend extrem viel Zucker gegessen hab über den Tag, konnte ich mit reinem Kaloriendefizit nicht wirklich abnehmen, weil ich dann Heißhungerattacken hatte. Mir wurde schwarz vor Augen, ich war richtig kaputt. Erst später hab ich herausgefunden, dass Proteine wichtig sind und dass ein Mangel an irgendwelchen Stoffen einen so stark krank machen kann. Es reicht halt nicht, nur eine bestimmte Menge an Kalorien zu essen. (das war meine Fettlogik: „Es ist egal, was ich esse. Hauptsache genug Energie.“ das ging immer nach hinten los, weil mein Körper dann noch mehr geschrien hat) Es ist auch wichtig, was man isst und durch Aufschreiben und Nährwerte ausrechnen ist mir das erst aufgefallen, dass ich kaum Protein (obwohl ich Fleisch esse) esse und es ja kein Wunder ist, dass es mir scheiße ging. Das war irgendwann Ende 2011. Seit dem vergesse ich es manchmal drauf zu achten und dann geht es mir nach einer Zeit auch wieder so schwächlich. Da ich meistens drauf achte, war ich total erstaunt, dass ich Muskeln bekommen habe! Einfach so, alles gemacht wie früher nur mit genügend Protein. Ich hatte vorher immer eine extrem schwache Muskulatur und dachte das sind meine Gene oder so. Dass das nur daran lag, dass ich mit Protein unterversorgt war, hat mich wirklich überrascht. (Sport hatte ich damals schon gemacht und mir wurde dabei auch immer schwarz vor Augen.)

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  9. Ich denke, bei der Zuckersteuer geht es in erster Linie darum, der Lebensmittelindustrie den billigen Zucker als „Füllstoff“ madig zu machen. Und realistisch betrachtet wird er ja auch in vielen angeblich gesunden Lebensmitteln geradezu inflationär benutzt. Und da wäre ein Umdenken gerade bei den Kinderprodukten nicht schlecht. Ansonsten stimme ich dir durchaus zu, das das gegen die Tendenz zur Übergewichtigkeit nicht viel ausrichten wird.

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  10. Zucker ist nicht per se ungesund, Deine Leber stellt ihn den ganzen Tag her, um den Körper mit Energie zu versorgen. Ich bin trotzdem für eine Zuckersteuer, da solche Lebensmittel meist wenig sättigend sind so indirekt einen Kalorienüberschuß fördern.

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  11. muschelschubser

    Nadja, du argumentierst immer so sachbezogen 😉
    Darauf kommt es doch bei Steuern gar nicht an. Und die meisten Menschen verstehen die von dir so ausführlich beleuchteten Zusammenhänge nicht oder wollen es so genau gar nicht wissen …

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  12. Uli

    Nun ja, es ist ja richtig, dass nur zu viel Kalorien dick machen.

    Dennoch möchte ich mich einigen der vorigen Kommentatoren anschließen: Mir hat die Enthaltsamkeit von Zucker sehr beim Abnehmen geholfen. Der konstante Blutzuckerspiegel und dadurch nicht allzuweit ausschlagende Hunger war m.E. wichtig für meine Wohlgefühl und damit für die Möglicheit, überhaupt ein Kaloriendefizit durchzuhalten. (Und hat zudem die Insulinresistenz zügig und wirksam an der Ursache bekämpft.)

    Umgekehrt hatte ich früher immer Heißhungerattacken, die ich meist mit mehr oder weniger zuckerhaltigen Lebensmitteln gestillt und gleich wieder angeheizt habe. Und das wiederum hat dazu geführt, dass ich mehr gegessen habe, als mir gut tut.

    Zudem: Zucker ist einfach ein billiges Lebensmittel im Vergleich zu vielen nicht so Blutzucker-effektiven Lebensmitteln. Das wiederum fördert die Verwendung von Zucker auch dort, wo es verzichtbar wäre und auch nicht wesentlich zum Genuß beiträgt sondern „nur“ ein weiteres Quentchen dazu beiträgt, dass der Blutzuckerspiegel auf- und wieder absaust. Und das wiederum eine Negativspirale auslösen kann, wie kaum ein anderes Lebensmittel (wenn man mal von Alkohol absieht 😉 )

    Und wenn ich mir so die Kinder ansehe, denen ich viel über Essen und Stoffwechsel erzählt habe, dann sehe ich, dass die das noch weniger umsetzen können und mit ihrem Taschengeld dann doch wieder die Neigung zu billigerem Junk-Food größer ist… Dann denke ich schon manchmal, dass es schöner wäre, wenn Zucker teurer als Nüsse oder Karotten, die Heißhungerteufelskreise einfach weniger wahrscheinlich machen?

    Und man sollte auch nicht daraus schließen, wenn einige Leute das gut aushalten können, bei einer Kalorienreduzierten Diät vergleichsweise große Anteile in Zucker zu sich zu nehmen, so sollte man das doch auch nicht verallgemeinern, dazu sind die Auswirkungen von Zucker auf den Blutzuckerspiegel und Hungergefühle doch zu gut belegt.

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  13. Morf

    Ich finde die grundsätzliche Idee über Steuern in den Lebensmittelmark einzugreifen gut, sofern es denn nötig ist. Insbesondere mit einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke wird man niemandem weh tun. Dafür wird damit aber eine wichtige Grundlage für eine entsprechende Steuerung geschaffen und grade da finde ich das Ansetzen bei verarbeiteten Nahrungsmitteln absolut richtig und Zucker ist auch der naheliegende Kandidat.

    Warum Zucker? Weil er neben der Kalorienbilanz eben auch als einziger Nährstoff (auch verglichen mit komplexen Kohlehydraten) inmittelbar eine Insulinspitze und eine nachfolgende Depression (im Sinne eines akut zu niedrigen Blutzuckers) verursachen kann. Das führt in erster Instanz zur Fetteinlagerung, weil Insulin der Leber sagt, dass es was zu speichern gibt und danach inmittelbar zur Gefahr, dass im Blutzuckertal gleich wieder Nachschub vom Gehirn gefordert wird.
    Nein Zucker ist nicht per se schlecht, aber ein hoher glykämischer Index ist für die meisten unter uns schlicht sinnlos. Dabei möchte ich natürlich alles inmittelbar in Zusammenhang mit Sport passiert aber außen vor lassen, da kann ein Glas Limo durchaus genau das Richtige sein 😉

    Auch wenn die Kalorienbilanz mit anderen Nährstoffen genauso oder sogar noch schneller (Fett) versaut werden kann, ist Zucker der sinnloseste Zusatz in vielen Fertigprodukten. Und was Notwenigkeit für die Ernährung angeht ist eigentlich nur Alkohol noch überflüssiger. Bevor jetzt wieder jemand meckert, mit Zucker meine ich alle Ein-/Zweifachzucker, keine Mehrfachzucker (Stärke, komplexe Kohlehydrate).

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  14. Du hast Recht, dass eine Verteuflung von Zucker, wie auch anderen Stoffen aus der Ernährung Nebelkerzen sind.

    Für mich macht die Besteuerung von zuckerhaltigen Getränken Sinn. Schau Dir mal die Getränkebecher in Amerika an. Große Becher in Deutschland stellen dort die kleinste Größe dar. 2.5L Cola sind schon ein signifikante Energieaufnahme für eine Mahlzeit.

    Nach dem „Verursacherprinzip“ würde diejenigen am meisten zur Steuer beitragen, die am meisten diese Getränke konsumieren. Wer also mal im Monat sich eine Cola gönnt wird weniger zur Kasse gebeten als derjenige, der jeden Tag literweise trinkt.

    Unterm Strich würde es mehr Sinn machen, die Gesamtbilanz zu betrachten. Öffentlichkeitsarbeit, Hilfeangebote f. Leute mit Übergewicht,… Das ist teuer. Diese Steuer ist vergleichsweise einfach, bringt sogar Geld (das man wahrscheinlich am Ende nicht zur Bekämpfung und Folgekosten v. Übergewicht, Zucker II, … einsetzt).

    So werden Zeitschriften weiter die Kohldiät, Trennkost, Kein-X-Kost, … verkaufen. Wenn sie über Gesamtbilanz schreiben, erklären, dass der Körper ProteineAminosäurenZuckerFette umbauen kann,… würden sie jedes Jahr dasselbe schreiben und niemand würde die Zeitschrift kaufen. Es soll eine einfache (kein Aufwand) oder abgefahrene (mach ich eh nicht) Diät sein. Eine Begleitung (Arzt, Blutuntersuchung, Ernährungsberatung,…) – neeh.

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    1. Jürgen

      Werter netsmurf, ich habe zwei grundsätzliche Fragen zu Ihrem Wortbeitrag:
      – Was ist im Ernährungsbereich unter dem Begriff “Verursacherprinzip” zu verstehen?
      – Was für eine Gesamtbilanz betrachten Sie konkret?

      Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort,
      Jürgen

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      1. Verursacherprinzip: Die Idee, dass der Konsum von großen Mengen Zucker folgen haben kann. U.a. Gewicht und Diabetes Typ II – soweit ich weiß.

        Gesamtbilanz meine ich die Aufnahme von verwertbarer Energie in Form von Nährstoffen und der Verbrauch von Energie durch den Körper. Wenn die Aufnahme den Verbrauch übersteigt wird der Körper überzählige Energie Speichern. In letzter Stufe in Form von Fett. Wenn der Verbrauch an Energie die aufgenommene Energie übersteigt, wird der Körper auf eigene Reserven zurückgreifen.

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      2. Mona

        @netsmurf
        In Wirklichkeit ist es nicht so ganz einfach, weil der Körper seine Reserven hergibt, die er nicht hergeben muss, sobald man einen Mangel hat (obwohl man noch seine 1500 kcal oder so futtert).
        Wie im Buch mit den Muskeln+Sport+Hungern beschrieben ist.

        Ich möchte nicht, dass meine Muskulatur auch von den Organen abgebaut wird, nur weil ich viel Sport mache und zu wenig Protein zu mir nehme. Da reicht dieses „nur Kalorienzählen und Bilanz aufstellen“ nicht aus, um „gesund“ schlanker zu werden. Man wird schlanker, leider kann man nicht den ganzen Tag nur Haribo futtern und drauf achten, dass man Defizit hat, weil der Mensch verschiedene Stoffe zum Leben braucht und nicht nur „Energie“/Kalorien. Auch wenn jemand jeden Tag 200 g Schokolade isst und ein tolles Defizit hat, muss er trotzdem drauf achten, dass genug lebenswichtige Stoffe in den Körper kommen und das sieht man an den reinen Kalorienangaben nicht, ob da nun Eisen oder B12 oder was auch immer drin ist.

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  15. Frank

    Sich auf bestimmte Nährstoffe einzuschießen, um diese zu besteuern, halte ich für grundfalsch. Meines Erachtens würde eine „Kalorienampel“, die hochkalorische Lebensmittel erkennbar macht, sinnvoller sein.
    Beispiel:
    bis 150 kcal/100g = grün
    bis 300 kcal/100g = gelb
    darüber = rot.
    Da wird niemand bestraft und wer auf Kalorien achten möchte, bekommt schnell Infos.

    Das Zucker ein Dickmacher ist, dürfte jedes Kind wissen, dass aber ein Becher Müllermilch Schoko (500ml) und eine Dose Erdnüsse (200g) den Tagesgrundumsatz einer 70kg Frau schon überschreiten, ist sicher nicht jedem bekannt. Oder, dass eine Avocado in etwa so viel Bumms hat, wie ein Big Mac…
    Bei mir war es oft Unwissenheit aus Faulheit (ein Blick auf die Nährwerttabelle hätte gereicht), die dafür gesorgt hat, dass ich mir Lebensmittel gekauft habe, für die es viele Alternativen gäbe, die nicht so viel Kalorien haben. Statt Butter beispielsweise Frischkäse aufs Brot. Statt fertigem Thunfischsalat eben Thunfisch mit Joghurt usw…

    Dass es bei der Zuckersteuer nur um Geldschneiderei geht, ist doch wohl klar. Aufklärung bringt in diesem Falle mehr als „Strafe“, zumal man die normalgewichtigen Naschkatzen mal eben gleich mit über einen Kamm schert.

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    1. Mona

      Das hab ich mir auch gedacht. Wieso tun sie auf die Produkte mit Zucker nicht einfach eine Kennzeichnung drauf und erklären den Verbrauchern, dass zu viel Zucker keinen dick und krank machen könnte, wenn man sich sonst auch schlecht ernährt und zu viel isst.

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      1. Frank

        Zumal die logischen Konsequenzen zur Zuckersteuer nachfolgend diese wären:
        -Steuer auf Fett (Begründung überflüssig)
        -Steuer auf Geröstetes oder Gegrilltes (Acrylamid usw.)
        -Steuer auf (speziell rotes) Fleisch (Darmkrebs…)
        -Steuer auf (vor allem tierisches) Eiweiß (Herz- Gefäßkrankheiten, Gicht…)
        -Steuer auf ALLES, was in unnormaler Dosis zu sich genommen wird.
        Selbst für Vitamine und Mineralstoffe gibt es ein Zuviel.

        http://ec.europa.eu/food/fs/sc/scf/out80_en.html

        Warum zum Teufel also nur Zucker? Warum soll der mündige Bürger für blöd und der Markt durch einseitige Sanktionierung einiger Hersteller einer Branche fehlreguliert werden?
        Der Staat hat sich gefälligst aus meiner Einkaufstüte (natürlich aus Plastik) rauszuhalten.
        Wenn da noch überflüssige Regulierungswut verfügbar ist, soll sich lieber mal jemand um die Einhaltung der Gesetze kümmern, die die Zufuhr nachweislich schädlicher „Zusätze“ wie z.B. Pflanzengifte oder Darmbakterien in unsere Lebensmittel regelt.

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      1. Frank

        In diesem Fall war zwar die Gesamtmenge gemeint, ich sehe aber, dass auf 100g auch keine 100 kcal Differenz da sind.
        1 Avokado (Sorte Hass, die grüne hat weniger) 220g = 486 kcal
        1 Big Mac 219g = 508 kcal
        Quelle: FDDB-Rechner

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    2. nessii

      Diese Ampel sollte dann allerdings rein informativ sein und keine steuerrechtlichen Konsequenzen haben. Denn dann wären Nüsse, Brot & Co. noch teurer, als sie eh schon sind und der BigMac kommt wegen des Salatsblatts und der drei Scheiben Gurke auf eine niedrigere Kalorienzahl und würde quasi noch als gutes Lebensmittel „ausgezeichnet“.

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  16. Litschi

    Ich finde die Zuckersteuer gar nicht so schlecht. Aber ich seh sie auch nicht als Verteufelung eines Nahrungsmittel für den Konsumenten, sondern, wie auch schon jemand anderes hier erwähnt hat, eher als „Zucker unbequem(er) machen für die Produzenten“.
    Bisher konnte ein Hersteller von Fertigprodukten jeglicher Art ohne Bedenken und vor allem ohne grossen finanzielle Probleme in alle möglichen Lebensmittel Zucker hinzufügen. Es war ein äusserst billiger Füllstoff, der zudem dazu führte, dass das Produkt grossen Absatz fand. Mehr Zucker war beinahe ein Garant dafür, dass mehr konsumiert wurde.
    Das mehr Zucker mehr Kalorien bedeuten kann, ist ein Nebeneffekt, den zu Beginn niemanden interessierte.

    Ob die Zuckersteuer das Anreichen von Fertigprodukten jeglicher Art mit Zucker nun für die Produzenten unbequemer macht, bleibt abzuwarten. Die Medien zielen leider nur wieder auf die Verteufelung eines Stoffes ab, so wie es hier ja auch zu einem grossen Teil verstanden wird, was ich auch Schade finde. Denn ein Stoff, der einfach und billig in grossen Mengen zuzufügen ist, so zu besteuern, dass grosse Mengen dieses Stoffes eben nicht mehr billig sind, ist eigentlich sinnvoll.

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    1. Mona

      Dieses “Zucker unbequem(er) machen für die Produzenten” können die Produzenten aber auch ausnutzen, indem sie dem Kunden sagen, das Produkt ist jetzt so superteuer, wegen der Steuer und in Wirklichkeit haben sie selbst den Preis noch höher gemacht (mehr Drama und Empörung), um noch mehr Gewinn zu haben. Also die Produzenten könnten die Käufer aufwiegeln, damit sie sich gegen die Steuer wehren und fordern, dass sie abgeschafft wird.

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      1. Frank

        Genau. Das hat ja schließlich mit der Mineralöl-, Tabak-, oder Alkoholsteuer auch so schön geklappt.^^ Ich meine Deinen letzten Satz. 😀

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      2. Litschi

        Natürlich können sie das. Soviel Mühe müssen sie darin auch gar nicht so investieren. Wie man auch hier sieht reagieren ja schon viele mit „Aber Zucker ist nicht der einzige Faktor für Übergewicht.“, was ja auch absolut stimmt!

        Zucker nicht mehr ganz so billig zu machen, macht für mich dennoch einen gewissen Sinn. Wenn die Steuereinnahmen zusätzlich sinnvoll investiert werden, in zum Beispiel das Gesundheitssystem, erst Recht. Es ist für mich einfach ein Anreiz für die Produzenten, dass man mit (noch mehr) Zucker nicht mehr günstig/fast gratis den Absatz steigern kann.

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  17. Armin

    Die Zuckersteuer, so wie sie in GB z. B von Jamie Oliver gepusht wurde, zieht nur zweitrangig auf Übergewicht. An erster Stelle sind Diabetes und die massiv gestiegenen Folgeschäden (ein vielfaches Mehr an Amputationen und Erblindungen in den letzen Jahren, weit mehr als alle Kriegsversehrten) sowie die Zahngesundheit – VIELE Kinder in GB bekommen einige bis alle ihrer ersten Zähne gezogen, weil sie durch den massiven Konsum von flüssigem Zucker in Softdrinks verfault sind.

    Vorbild ist hier Mexico, wo es Coca Cola und Pepsi geschafft hatten, Wasser komplett aus dem Getränkealltag zu verbannen und ganze Kandstriche sich nur noch mit Cola versorgen (mit den entsprechenden Folgen). Nach Einfuhr der Steuer ist der Softdrink-Konsum ggü. Wasser deutlich messbar gesunken.

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  18. C'est la KiKi

    Hallo zusammen,

    dieser Blog und diese Kommentare sind zwar schon ein paar Tage alt, aber meine Gedanken passen am ehesten hier dazu und diese würde ich gerne mit Euch teilen und wissen, wie ihr das seht…..

    Vorhin habe ich gehört, dass ab Morgen die Zigarettenhersteller verpflichtet sind, auf ihre Zigarettenschachteln „Schockbilder“ abzudrucken. Was mit Rauchern körperlich/gesundheitlich geschieht, um einfach eine abschreckende Wirkung zu erzielen.

    Mir kam dabei der Gedanke: Und was ist mit der Lebensmittelindustrie? Wenn ich mir vorstelle, wie viele „ungesunde“ Dinge es gibt, die dann total toll und vor allem IRREFÜHREND beworben werden, mit schlanken, glücklichen und vitalen Menschen – was ja größtenteils auch augenwischerei ist – sollte die Lebensmittelindustrie dann nicht damit anfangen, Verantwortung für die Konsumenten zu übernehmen??? Damit manche Menschen gar nicht erst an den Punkt kommen, an Diabetes zu erkranken, schlechte Zähne zu bekommen, etc. etc. etc.

    ….ach stimmt…. es ging ja um Millionenumsätze……

    Wenn auf den Lebensmittelverpackungen auch Schockbilder abgebildet wären – würde der Konsument dann immer noch voller Appetit seine Chips, Cerealien, Müslis, Softdrinks, Schokolade, diverse Kinderpuddings und -joghurts kaufen und diese größtenteils gedankenlos verputzen?

    Mich interessiert, wie Ihr das seht…..

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    1. Mona

      Ich sehe nicht, was an Schlanken in der Werbung falsch ist. Als ich dick war hab ich die gleichen Süßigkeiten gegessen, wie jetzt wo ich wieder schlank bin, nur vielleicht nicht mehr so viel davon (naja eigentlich gleich viel, nur weniger anderes Zusätzliches und mit noch ein bisschen mehr Bewegung zum Ausgleich).

      Sportlernahrung(sergänzung) wird doch auch mit Sportlern beworben, weil Sportler sich am meisten dafür interessieren, aber trotzdem sind da vielleicht viele Sachen drin, die einen inaktiven Büromenschen nur dick und krank machen würden. Da kann sich der Unsportliche doch nicht beschweren, dass er von dem Proteinriegel nicht so sportlich geworden ist, wie die Menschen aus der Werbung dafür.

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  19. C'est la KiKi

    An Schlanken in der Werbung ist nichts falsch…

    Es ist ja auch nicht so, dass man von einem einzigen Schokoriegel krank und übergewichtig wird. Genausowenig wie man von einer einzigen Zigarette krank wird und an Lungenkrebs verendet.

    Als Zigaretten noch im TV beworben wurden, hat man auch einen einsamen, gutaussehenden Cowboy genommen, der rauchend in den Sonnenuntergang geritten ist…….
    Niemand zeigt, den Cowboy, wie er nach 40 Jahren mit täglich 20 Zigaretten aussieht….

    Für mich ist das so ähnlich mit den Nahrungsmitteln….
    Wenn ich als Mutter denke, dass ich meinem Kind mit einem Joghurt, das „so wertvoll wie ein kleines Steak“ gutes tue, dann bin ich auf dem Holzweg.

    Um dein dein Beispiel aufzugreifen – Wenn Sportnahrung beworben wird, weil die Zielgruppe am ehesten Sportler sind – ist es dann nicht irgendwie „notwendig“ auch die „Dummies“, die sich noch nicht so gut mit Kalorien, Bewegung, etc. auskennen, darüber aufzuklären, dass der „Sixpack“, der zu sehen ist, nicht nur vom „auf der Couch liegen“ und „im Büro hocken“ kommt?

    Für mich gehört die Sensibilisierung und Aufklärung – wie auch immer das dann erfolgt – definitiv vorranging in die Bereiche, die ich zum Leben benötige (=Lebensmittel)

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    1. „Es ist ja auch nicht so, dass man von einem einzigen Schokoriegel krank und übergewichtig wird. Genausowenig wie man von einer einzigen Zigarette krank wird und an Lungenkrebs verendet. “

      Und genau hier ist der Trugschluß: Auch von vielen Schokoriegeln täglich wird man nicht unbedingt übergewichtig und krank, wenn man dadurch nicht mehr Kalorien zu sich nimmt als man benötigt und aus den restlichen Lebensmitteln seinen sonstigen Nährstoffbedarf deckt, wohingegen man von vielen Zigaretten täglich höchst wahrscheinlich sehr krank wird.

      Von daher wäre ne Ampel-Lösung sinnvoll, aber keine kategorische Verdammung von „ungesunden“ Lebensmitteln.

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      1. C'est la KiKi

        Danke für dein Statement!

        Das was du schreibst:

        „.Auch von vielen Schokoriegeln täglich wird man nicht unbedingt übergewichtig und krank, wenn man dadurch nicht mehr Kalorien zu sich nimmt als man benötigt und aus den restlichen Lebensmitteln seinen sonstigen Nährstoffbedarf deckt…“

        Stimmt schon…. Da hat mich eine Fettlogik überrumpelt 😉

        Um an diesen Punkt zu kommen ist die Voraussetzung Wissen und Bewusstsein für sich selbst. Und ich habe echt noch nicht viele Menschen getroffen, bei denen beides vorhanden war. Zu wissen und auch die Disziplin zu haben, dass man da auch steuern kann und muss. Wenn du dieses Bewusstsein für deine Gesundheit oder deinen Körper noch nicht gelernt hast, ist es vermutlich nicht ganz so einfach, das umzusetzen.

        Die Frage ist nur, wann (und wie) sich dieses Bewusstsein einstellt…..

        Dein Vorschlag mit der „Ampel“-Lösung fände ich auch richtig gut. Das würde schon bei den Jüngsten zum Hinterfragen von manchen Lebensmitteln führen.

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      2. jutta

        „Auch von vielen Schokoriegeln täglich wird man nicht unbedingt übergewichtig und krank, wenn man dadurch nicht mehr Kalorien zu sich nimmt als man benötigt und aus den restlichen Lebensmitteln seinen sonstigen Nährstoffbedarf deckt, wohingegen man von vielen Zigaretten täglich höchst wahrscheinlich sehr krank wird.“

        Definiere bitte: „viele“ und „man“ 🙂
        Worauf ich hinaus will: wenn „man“ ein Mann mit 190 cm Größe und 85-95 kg ist, der auf dem Bau arbeitet und in der Freizeit mit dem Rennrad fährt, 50 und mehr km pro Woche läuft und zwischendurch Krafttraining macht, kann „man“ durchaus einige oder auch viele Schokoriegel verdrücken und hat noch genügend Kalorienspielraum für Eiweiß, gute Fette und ausreichend Vitamine. Wenn „man“ hingegen eine < 60 kg Frau ist, die neben dem Schreibtischjob zweimal in der Woche joggen geht und einmal zum Joga, können 2-3 Schokoriegel zwischendurch die Kalorienbilanz schon zum Kippen bringen. Selbst wenn man genau die gleiche sportliche Anstrengung unternimmt (gemeinsame mehrtägige Radtour), liegt der Kalorienverbrauch der 60 kg Frau weit unter dem des 90 kg Mannes. (Find ich wirklich fies 😉 )

        Und zu "vielen" Zigaretten fällt mir der frühere deutsche Bundeskanzler ein. Die gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens sind statistisch gut belegt, aber es gibt halt immer wieder Leute, die trotzdem alt werden.

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    2. Mona

      Ne, ich finde nicht, dass man die „Dummies“ dann aufklären muss in der Werbung. Aufklärung ist allgemein etwas Gutes. Und ich finde es auch sehr schlimm, wenn man Leute anlügt oder betrügt, aber das macht die Süßigkeitenwerbung ja nicht (Ich kenn zumindest keine. Das könnte daran liegen, dass ich Werbung allgemein oft blocke und das einzige, was zu mir durchdringt, ist die Werbung an der Bushalte oder auf den Straßen). Wir sind doch selbstverantwortliche Erwachsene und können uns Informationen suchen und uns entscheiden. Die Werbung ist nicht dazu da zu informieren, das sind ja oft einzelne Bilder mit ein bisschen Schrift, 20 s -Spots oder Ähnliches.

      Was bjoernstarkimarm geschrieben hat, sehe ich auch so.

      Was wahrscheinlich eher ein Problem ist, dass es Werbung extra für Kinder gibt. Sie sind nicht erwachsen und wenn sie ständig für sich selbst entscheiden würden, hätten viele bestimmt schnell Karies.

      Alle Deutschen gehen zur Schule, da müssen sie doch gelernt haben, wie man sich informiert und viele Grundlagen wie Lesen, Schreiben, Rechnen, Naturwissenschaften usw. Wenn sie dann erwachsen sind und Kinder haben, dann sind sie halt nicht nur für sich selbst verantwortlich, sondern auch für die Kinder. Das gehört doch zur Erziehung, dass man Kindern sagt, wozu z. B. Bewegung und Zähneputzen gut ist und wie die Kinder später selbstständig für sich sorgen können.

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    1. Mona

      Bei mir geht der Link nicht. Gibt es den Text irgendwo anders?
      Ich kann mir nicht vorstellen, dass Zucker an sich schon ungesund sein kann, das ist doch so ziemlich überall drin und wird vom Menschen gut verarbeitet, oder nicht? Auch in Tomaten und Möhrchen usw. Ich dachte Kohlenhydrate werden zu einfachen Zuckern gespalten (hab von Biologie und Chemie nicht viel Ahnung, nur über Physik und ein kleines bisschen Medizin/Krankheiten).

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    2. Mona

      Ich hab es nur überflogen. Ich versteh das so, dass hohe Blutzuckerspiegel zu Arteriosklerose führen und das ja auch die CHD macht. Wie weit war damals die Diabetes-Forschung? Seit man drauf achtet, dass Leute mit hohem Blutzuckerspiegel den senken, gibt es doch auch weniger oder weniger schnell Folgen. Also müsste durch die Diabetes-Behandlung ja auch die CHD besser geworden sein so allgemein. Ist natürlich nicht toll, dass 1965 den Leuten gesagt wurde: Schaut mal Zucker ist toll und Fett ist böse, um damit viel Geld zu machen, obwohl es den Leuten nicht so gut tut, wenn sie zu viel Zucker zu sich nehmen.

      Ich hab in dem Text nicht gefunden, wieso Zucker an sich ungesund sein sollte, außer dass man damit einen hohen Blutzuckerspiegel bekommen kann. Ein gesunder Körper mit Bewegung müsste doch gut schaffen kleine (normale?) Mengen Zucker auszugleichen, um nicht CHD zu bekommen durch zu lange und zu hohe Blutzuckerspitzen.

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