Gastbeitrag: Und dann hatte ich auf einmal kein Asthma mehr

Vor einigen Tagen stieß ich über die Referrer zu diesem Blog auf diesen englischsprachigen Artikel. Da ich vor einiger Zeit schon etwas über Asthma geschrieben hatte, fragte ich, ob die Autorin nicht Lust hätte, ihn mir auf Deutsch für diesen Blog zur Verfügung zu stellen.

Im Jahr 2008 hatte ich plötzlich einen Asthma-Anfall. Mein Arzt konnte zunächst nichts finden; Jahre später stellte sich heraus, dass ich Belastungsasthma habe. Und seitdem musste ich zwei Asthmasprays nehmen: ein Kortisonspray, das ich jeden Tag nehme und ein anderes, das ich vor dem Sport nehme.

Als sich mein Lungenfacharzt beim letzten Mal die Ergebnisse meines Lungenfunktionstests anschaute meinte er, ich solle doch mal ausprobieren was passiert, wenn ich nur die halbe Dosis Kortison nehme.

Ich nahm mein Kortisonspray also nur noch morgens anstatt morgens und abends und es passierte – nichts. Was ich besonders klasse fand, weil dieses spezielle Kortisonspray (das einzige von dem ich nicht heiser werde, was für eine Sängerin doch etwas dumm ist) jedes Mal 47 Euro Zuzahlung kostet. Vorher war das alle sechs Woche, dann nur noch all drei Monate.

Vor ein paar Wochen ging ich wieder zum Arzt für meinen regelmäßigen Lungenfunktionstest und dieses Mal meinte er: „Sie sollten mal versuchen wie Sie sich fühlen, wenn sie das Kortisonspray ganz weglassen. Oh und Sie können das andere Spray auch mal weglassen. Es dauert ein paar Tage, bis Sie einen Unterschied merken.“

Also ließ ich das Kortison ganz weg. Und nichts passierte. Und ein paar Tage später passierte immer noch nichts.

Und dann habe ich das andere Spray auch weggelassen. Ich war ziemlich nervös, als ich an dem Tag joggen ging, und horchte ängstlich auf mögliche Anzeichen für einen Astmaanfall, aber wieder passierte – nichts.

Das heißt, ich muss jetzt kein bisschen Asthmamedikamente mehr nehmen. Und das macht mich sehr, sehr glücklich.

Und ich denke, dass das vielleicht etwas damit zu tun haben könnte, dass ich insgesamt 28 Kilo Gewicht verloren habe. Wie auch in „Fettlogik überwinden“ Studien zitiert werden, die zu dem Schluss kamen, dass sich bei Gewichtsverlust die Asthmasymptome verbessern. (Und ich habe seitdem mit einer Freundin gesprochen, die wiederum eine Freundin hat, die alle paar Jahre drastisch abnimmt, um weniger unter ihrem Asthma zu leiden. Scheinbar funktioniert auch das jedes Mal.)

Das hätte ich früher nicht gedacht.

Ich weiß natürlich nicht, wie es mir gehen wird wenn die Allergiezeit wieder anfängt, aber ich bin ziemlich sicher, es wird weniger schlimm als vorher.

Keine Angst mehr davor haben zu müssen vor Atemnot umzufallen, ist wirklich fantastisch.

Jeden Morgen, wenn ich meine Zähne putze und nicht vorher den Inhalator benutze, grinse ich von einem Ohr zum anderen.

Und wenn ich einem Zug hinterherlaufen will, dann kann ich das. Einfach so.

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2 Gedanken zu “Gastbeitrag: Und dann hatte ich auf einmal kein Asthma mehr

  1. Manny

    Das kenne ich zu gut. Nach fast 20 Kilo Abnahme hat sich mein Peak Flow von 250 auf 450 (ein Normwert für Frauen meines Alters/meiner Größe) in nur kurzer Zeit erhöht. Der Arzt ist immer wieder begeistert und schreibt das dem Kortison zu… Beim nächsten Termin werde ich vermutlich wieder 10, 15 Kilo weniger wiegen, mal sehen, wie der Lungenfunktionstest dann ausfällt. Wenn er dann immer noch nicht einsieht, dass die Besserung definitiv von der Abnahme kommt, werde ich mir besser einen neuen Hausarzt suchen.

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  2. Ricard Friedel

    Als kleiner Junge entwickelte ich Asthma. Meine asthmaübliche Mundatmung bedeutete dauerhaft entspannte Lippen, so dass ein Lippenreflex zur Entspannung der Bronchien bei Pollen usw. ausblieb. Es ist nämlich so, dass bei Fingerdruck auf die Lippe der Sympathicus erregt und die Atmung vertieft wird. Die übliche Begrenzung der Atemtiefe durch den Hering-Breuer-Reflex wird überwunden. In der Medizin sind zwar die Wirkungen der Nasenatmung d.h die Erwärmung, Anfeuchten und Filtrieren der Atemluft bekannt, aber der Reflex ist schneller und deshalb so wichtig.
    Es kann sein, dass eine Asthmaspray das Problem löst, aber das sollte nicht zu einer Ausblendung der Physiologie zu Gunsten der Arzneien führen. Ich empfehle deshalb die Atemübungen gemäß Link „Strelnikova exercises hostia“

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