„She can have a tummy and still look yummy“

tummy

45 Gedanken zu “„She can have a tummy and still look yummy“

  1. Lomi

    Das ist ein interessanter Vergleich!

    Die aktuellen Plus-Size-Models begegnen mir häufiger, schon aufgrund meines fotografischen Interesses. Dabei ist mir eines aufgefallen: diese Modelle sind zwar dick, aber sie haben (zumindest auf den Bildern) immer noch eine erkennbare Taille, so dass die so entstehende Sanduhr-Figur den Bauch ein wenig kompensiert. Dagegen treffe ich oft auf Frauen, deren Taille verschwunden ist. Bei diesen ist es dann erheblich schwieriger, sie „yummi“ im Foto darzustellen. Ich habe den Eindruck, dass die Plus-Size-Modelle eher nicht repräsentativ sind für die Gruppe der molligen Frauen.

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      1. Lomi

        Nein, das trifft es nicht. Natürlich sind diese Bilder kräftig bearbeitet. Aber das bezieht sich ganz wesentlich auf Weichzeichner usw., um die Haut zu glätten. Aber die Körperform wird nur sanft bearbeitet worden sein, schätze ich. Aber gut, ganz ausschließen kann ich es nicht. Ich gehe aber eigentlich davon aus, dass diese Modelle diesen Vorteil eines günstigen Waist-to-Hip-Ratios auf ihrer Seite haben und das ist bei vielen Übergewichtigen nicht der Fall.

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      2. Das mag schon auch sein, ich glaub’s aber halt nicht. Du hast aber sicher Recht damit, dass die „Plus-Size-Models“ eine recht niedrige WHR haben. Plus Perspektive, plus Pose, plus enges Spandex (die unten rechts sieht ja nun eher schwanger als yummy aus). Ich beziehe mich halt mal auf das Glamour-Foto (rot), und das ist gephotoshopt bis zum Umfallen – schau Dir das mal in groß an:

        https://dn3pm25xmtlyu.cloudfront.net/photos/large/794161605.jpg?1374864425&Expires=1450341597&Signature=Gl4xXVkQzH1gO2gGZahLmid~AAngD2Mf-I9vcuLrNHnkmZvhkvmrbgX3XvKHaI5mjsqZcKVuGAgX5NDzvegetPlFyfrWm7IAE0fozjKQEa2ilCXlwTuIYFYueJPuiIzjBYhRF4d9Q6THxBRHpaPbQXdznl40a15cP-mkqXiK30U_&Key-Pair-Id=APKAIYVGSUJFNRFZBBTA

        Das ist hervorragend gemacht, aber: In „echt“ gehen die Falten hin zur dicken Stelle, nicht zur dünnen. Da ist also nicht nur eine Packung Weichzeichner, sondern auch eine gute Menge Liquify drauf.

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      3. Lomi

        Ohja, die Rote ist extrem gephotoshopped, aber das sieht man schon beim kleinen Bild sehr gut. Beim Großbild glaube ich auch zu sehen, dass was mit dem Kleidungsstück da nicht stimmt. Es sieht ein bisschen aus wie einfach drübergelegt, da fehlt z.B. irgendein Anzeichen dafür, dass sich die Brüste unter dem Druck der Körbchen leicht verformen.

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    1. Lomi

      EMN hatte das Photoshop-Thema ja schon längst mal angesprochen:
      „Darüber hinaus kotzt es mich wahnsinnig an wenn ich sehe wie krass bei den Übergewichtigen gephotoshopt wird, so dass selbst Adipöse eine makellos cellulitefreie Haut haben, die Taille keine “Röllchen” hat sondern Sanduhrförmig nach innen läuft und alles gatt und straff und knackig ist. Sorry, aber DAS ist komplett unrealistisch. Fett ist nunmal nicht wie Muskelmasse, es hat eine andere Konsistenz und deshalb sieht der Körper einer Frau mit 40kg Übergewicht eben nicht genau so aus wie der einer Schlanken, nur etwas “weiter”. – Das alles hat für mich schon was von “Propaganda”“
      https://erzaehlmirnix.wordpress.com/2015/01/12/magerwahn-und-schlankheitsterror/#comment-29193

      Wie gut, dass sie über Twitter alte Beiträge verlinkt.

      Ja, die vorgebliche Straffheit und die cellulitefreie Haut ist schon ein Wunder, allerdings nur eines der Technik ^^

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      1. pufaxx

        Ja, Straffheit der Haut – Die „Dove“-Kampagnen fand ich immer recht sympathisch. Allerdings glaube ich den Bildern da auch keinen Meter.

        Fettzuwachs geht aber tatsächlich „straff“. Da kenne ich allerdings nur ein übles Beispiel. Falsche Behandlung. Mädel, kurz unter 1,60 Meter – abgemagert auf ca. 40 Kilo. Eingewiesen worden. Zu Recht. Ihr Problem war aber nicht Magersucht, ihr Problem waren zu viele Amphetamine, zu viel feiern und zu oft das Essen vergessen.

        Darauf wurde allerdings überhaupt keine Rücksicht genommen. Sie wurde in zwei Monaten auf 55 kg „aufgepumpt“. Die war danach „straff“. Das Ganze ging allerdings so schnell, dass sie sogar Schwangerschaftsstreifen bekommen hat.

        Und DANN ging’s erst so richtig los. Es gibt ja so „Abnehm-Zeug“, das im Magen aufquillt und einem Sättigungsgefühl vorgaukelt. Hat sie geschluckt. Zusätzlich noch Zeug zum Entwässern. Mehrfach zusammengeklappt.

        Den Apotheker, der ihr das verkauft hat, könnte ich an die Wand klatschen. Aber wahrscheinlich war sie in mehreren Apotheken.

        Die Ess-Störung hat man ihr jedenfalls „an behandelt“. Heißen Dank, auch. War ein ziemlicher Kampf, und bei sowas möchte ich nicht noch mal mitleiden.

        Hab einige schiefe Geschichten mit Ess-Störungen erlebt, daher finde ich „Anti Schlankheitswahn“-Aktivitäten nicht per se allesamt schlecht. Inzwischen ist das aber für mein Empfinden in die Gegenrichtung abgekippt, und das muss eben auch nicht sein.

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  2. Tatsächlich hat es bei mir sehr lange gedauert, einzusehen, das ich wirklich zu dick (aka fett) bin, weil ich immer noch diese Sanduhr-Figur hatte und mein Bauch nicht dicker wurde, sondern ich insgesamt breiter. Schaue ich mir heute Bilder von damals an: *grusel* Ich hatte keinen „tummy“, aber „yummi“ war das nicht. Wobei ich schon sagen muss, Frauen, die wirklich nur einen bauch vor sich herschieben und dadurch ihre Taille komplett einbüßen, einfach schon mit 20kg weniger Übergewicht nicht mehr sehr weiblich aussehen.

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      1. Also früher (vor dem Schlag ins Gesicht durch das Fettlogik Buch) war ich immer entrüstet, wie dünn die Plussize Models noch sind. Einfach weil mein Bild von Übergewicht total verzogen war. Man kann das ja mittlerweile gar nicht mehr einschätzen mit dem ganzen Sch*** den man durch Medien vorgeschaukelt bekommt.

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      2. St. Elmo

        @Hoppamax

        Das Problem ist auch das uns von der einen Seite Dick als normal dargestellt wird und von der anderen Seite gleichzeitig normalgewicht und schlank öft als mager model, hungerhaken, knochengerüst usw. verkauft wird.

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      3. Lomi

        „Das Problem ist auch das uns von der einen Seite Dick als normal dargestellt wird und von der anderen Seite gleichzeitig normalgewicht und schlank öft als mager model, hungerhaken, knochengerüst usw. verkauft wird.“

        Wahrscheinlich ist das so. Mir fällt das nicht unbedingt so auf.

        Mir fallen mehr die Plussize-Models auf. Diese sehe ich in zwei Bereichen, beides tumbrblogs: Einerseits sind es Männer, die damit ihre Neigung zu molligeren Frauen dokumentieren. Andererseits sind es Frauen, die diese Bilder posten als Dokument ihres Protestes gegen die Schönheitsideale und deren Verbreitung durch die Medien. In der Regel ist das Plussize-Bild dann auch ein feministisches Statement. Verbunden damit proklamieren diese Blogs, dass diese Frauen schön seien. „Beauty has no size“ oder „Beauty comes in all sizes“. Wer da äußert, dass er diese Frauen nicht schön findet, sondern dick, gilt dann schnell als „fatphobic“. Teilweise werden da sogar sehr extreme Bilder gepostet, mit extrem adipösen Frauen, wo Photoshop auch nicht mehr hilft, den Eindruck von Ästhetik zu erzeugen.

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      4. käse

        „Wer da äußert, dass er diese Frauen nicht schön findet, sondern dick, gilt dann schnell als “fatphobic”“

        Hat das schonmal jemand ausprobiert?

        Ich krieg das irgendwie nicht überein: eine Gruppe von Frauen behauptet, dass sie auch schön sind (subjektives Urteil) damit gleichzeitig aussagen, dass alle Menschen auf diesem Globus sie schön finden müssen.
        Also kann mir das jemand mal mit Quelle belegen dass irgendwo in irgendeinem Fatacceptance Blog wirklich Menschen sind, die davon ausgehen dass alle Menschen sie hübsch finden? Ich les das hier immer nur aus zweiter Hand. Meistens nur als subjektive Schlussfolgerung daraus, dass es tatsächlich dicke Menschen gibt die sich modisch Kleiden und Bilder davon ins Internet stellen und mit Sprüchen versehen.
        Wie viele Blogs derart muss ich denn lesen bis ich wirklich mal auf etwas stoße was ganz klar auf Verblendung hinweist?

        Wenn irgendjemand sagt „schlank ist schön“ heißt das doch auch nicht, dass alle Menschen nun auf schlanke Menschen stehen? Oder dass alle Schlanken automatisch schön sind?

        Es macht doch einen Unterschied ob man sagt „schlank ist schön“ oder „alle Schlanken sind schön“.

        (Glauben Schlanke, die modische Bilder von sich auf Blogs veröffentlichen dann im Gegenzug auch, dass alle Menschen sie hübsch finden? Wäre das nicht ebenfalls verblendet wenn es so wäre?)

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    1. käse

      Das hier ist noch krasser:

      Sind zwar auch größtenteils nur Zeichnungen, wie bei den Bildern oben aus den 50ern.
      Zeigen aber, dass der Mensch nicht erst heute seltsame Schönheitsideale hat.

      (Wobei ich immernoch bezweifle, dass die BMI40+ Damen auf den Bildern da oben wirklich von der Mehrheit der Menschen blos als „Tummie“ bezeichnet werden würden, oder gar als Yummie gelten. Die haben eher den Stellenwert so wie damals Twiggy, reine Ausnahmen)

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  3. pufaxx

    Was soll „Yummy“ eigentlich heißen? „Appetit anregend“? Beim Betrachten läuft einem das Wasser im Mund zusammen, und man(n) fängt an zu sabbern?

    Geht’s noch? Degradiert dieser Spruch nicht erst recht die abgebildeten Frauen zum Sexobjekt?

    „Yummy“ soll damm wohl eine entschärfte Umschreibung von „sexy“ sein, und an dieser Stelle zitiere ich aus dem SPD-Beschluss: „Eine Frau im knappen Bikini kann für nahezu jedes Unternehmen werben“ und „Die krasse Objektivierung in der Darstellung hat zusätzlich negative Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl junger Frauen“.

    By the way: Meinen die „Objektivierung“ oder „Objektifizierung“? Irgendwie ein Unterschied, finde ich. Au wei, den Text haben die wohl mit sehr heißer Nadel gestrickt.

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    Abgesehen davon dachte ich immer, „tummy“ heißt sowas wie „Bäuchlein“. Ein „Bäuchlein“ sehe auf keinem der Bilder. In dern oberen nicht, weil da zu viel Kleidung drüber sitzt. Auf den unteren nicht, weil Oberschenkel und Hüftspeck in den Bauch übergehen.

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    Noch ein Gedanke:

    „She can have a tummy and still LOOK yummy“ – „Sie kann einen Bauch haben, aber trotzdem lecker/attraktiv AUSSEHEN“.

    Dazu wieder ein Zitat aus dem SPD-Beschluss: „So erweisen Untersuchungen, dass schlanke Frauen mehr verdienen als ‚dicke‘ und auch wahrscheinlicher eine Beförderung erhalten. Schöne Menschen wirken glaubwürdiger auf uns.“

    Einerseits wird sich gerne darüber beklagt, dass es attraktive Menschen meistens leichter haben als unattraktive, andererseits zielt der Spruch mit „LOOK yummy“ auch wieder nur auf Äußerlichkeiten ab.

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    Es ist mir natürlich klar, dass es nicht korrekt ist, den zitierten SPD-Text direkt mit diesen Spruchbildern in Verbindung zu bringen, aber diese Bilder und der SPD-Text passen mit dem Tenor der „FatAcceptance“-Aktionen und ihrer Botschaften zusammen.

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    Wie dem auch sei – die finden sich also „yummy“. Warum nicht? Dummer Spruch und schon etwas sexistisch – aber egal: Ist ja quasi sowas wie Werbung. Werbung darf dumm sein. Sexistisch nicht mehr, das gibt Shitstorms ohne Ende, aber mit einer gesunden Portion Doppelmoral geht auch das.

    Außerdem muss man ja auch nicht alles lecker finden, was einem schmackhaft gemacht werden soll.

    Allerdings ist die unterschwellige Botschaft hier im Gegensatz zu „normaler“ Produkt-Werbung schon etwas anders. Während ich bei Werbung für beispielsweise Lakritze oder Oreo-Kekse nicht das Gefühl habe, dass mir jemand ein schlechtes Gewissen einreden will, falls ich das Zeug nicht mag (und ich mag Beides nicht), sieht für mich DAS hier eher aus nach „Los! Finde mich hübsch! Oder Du hast keinen Geschmack!“

    Okay, hässlich finde ich die nicht. Nur halt nicht „yummy“. Bei Frauen, die etwa das anderthalbfache Volumen haben wie ich, bleibe ich „Banause“.

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    Ich frage mich, was mit solchen Spruchbildern bezweckt werden soll.

    Meine Vermutung: Irgendeine Zielgruppe soll dazu umerzogen werden, ein gewisses Maß an Körperfülle plötzlich attraktiv zu finden. Na toll. Da klatschen wir jetzt allen genau das um die Ohren (bzw. vor die Augen), was ihnen derzeit nicht gefällt – und schreiben sinngemäß drunter „Jäi! DAS sollste ab jetzt hübsch finden!“ Ob das wohl funktioniert? Hm …

    Mein Fazit: Ich bin in der falschen Zielgruppe – oder diese Werbemaßnahme ist einfach fehlgeschlagen.

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    P.S.: Und Shitlords Cartoon mit den Kurven finde ich großartig.

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  4. nessii

    Ich habe inzwischen das Gefühl, man muss sich heutzutage schämen, wenn man auf dünne oder gar sportliche Frauen steht. Ich finde bei Frauen den leichten Ansatz eines Sixpacks bspw. wesentlich attraktiver als beginnende Speckröllchen. Ersteres sind ja oft Damen, die auch auf Werbeplakaten abgebildet sind. Aber wehe, man sagt tatsächlich, dass man das gut findet. Dann darf man sich erstmal anhören, dass die ja „garantiert gephotoshoppt“ ist und „sowieso nur aus Haut und Knochen besteht“ und „niemand sowas wirklich daheim haben will“. Doch, will ich! Am liebsten in meinem Spiegel!

    Vor allem diese Fehlannahme, dass Bilder von Dicken nicht retuschiert seien, finde ich nicht nur dämlich sondern geradezu gefährlich. Aber auch dieses „Du musst übergewichtige Frauen jetzt attraktiv finden, sonst betreibst du Fatshaming!“ nervt mich echt ohne Ende. Ich entscheide gefälligst selbst, was ich als attraktiv empfinde und was nicht!

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    1. Lomi

      „Ich entscheide gefälligst selbst, was ich als attraktiv empfinde und was nicht!“

      Ich weiß, es ist sehr spitzfindig, aber: Niemand entscheidet darüber. Es passiert doch einfach. Was ich damit sagen will (und das gar nicht gegen Dich): Es ist deshalb ja auch nicht besonders sinnvoll, Leuten ihren Geschmack zum Vorwurf zu machen. Schließlich stellt sich das Empfinden „X ist attraktiv/unattraktiv“ halt unmittelbar ein, ohne dass wir das bewusst steuern. Wenn wir jetzt gesagt bekommen „Übergewicht ist schön!“, führt das nur dazu, dass man sich für seine tatsächliche Empfindung schämt – zumindest dann, wenn man die Theorie der Fatacceptance-Leute für richtig hält. Man schlussfolgert daraus dann, dass irgendwas mit einem selber nicht stimme.

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      1. Lomi

        „Also, ich persönlich schlussfolgere eher, dass mit den Fatacceptance-Leuten was nicht stimmt…“

        Also jetzt bin ich aber echt überrascht 😉

        Mein Szenario oben war doch eher dieses: Stelle Dir vor, Du bist guten Willens. Du willst mitwirken daran, die Welt ein bisschen gerechter machen. Vielleicht bist Du Anfang 20 und noch lange kein Zyniker. Du findest es plausibel, dass überzogene Schönheitsideale die Leute mit Unzulänglichkeitsgefühlen impft und willst daran was ändern. Das geht ja nicht ohne Selbst“erkenntnis“: Wieweit bin ich selbst von verzerrten Medienbildern durchtränkt? Ist mein Begehren nicht auch Ausdruck einer Sozialisation durch überzogene Ideale?

        Früher hätte man einfach gesagt: Bin nicht auch ich ein Sünder? Und dann wäre man sonntags beichten gegangen… ^^

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      2. käse

        Ist es nicht eher so, dass die Leute heutzutage individueller sind, und deswegen auch zu abweichenden verhalten stehen?

        Ich mein: Hier les ich, dass aus solchen Bildern geschlussfolgert wird, dass man dicke ja unbedingt total hübsch finden muss, nur weil Bilder das so demonstrieren. Und man sich genau gegen das wehrt. Und dass dieses Ideal überhand nimmt und man sich fast schämt, wenn man dicke nicht schön findet.

        Wie reagiert selbiger dann bei Bildern die z.B. zwei Schwule beim Küssen zeigen und mit „Liebe kennt keine Grenzen“ untertitelt wären? Stellt sich dann auch automatisch das Gefühl ein, man müsse jetzt homosexuell werden? Und das nimmt ja überhand, diese Akzeptanz von Homosexuellen. Man schämt sich fast hetero zu sein.

        Lässt sich auf so ziemlich alles übertragen, was man heuzutage in den Medien verstärkt wahrnimmt, einfach weil gerade durch das Internet sich viel schneller Interessengruppen bilden und sich Abweicher nicht mehr verstecken müssen.
        Allerdings denke ich dass Abweicher durch das Internet nun ein Sprachrohr bekommen, was sie vorher in dem Maße in den anderen Medien nicht hatten. Und Außenseiter sind im Internet überproportional vertreten bzw. engagiert. Und es herrscht weniger sozialer Druck.

        Im Internet wird primär das sichtbar, was durch klassische Grüppchenbildung oder Medien nicht zum Vorschein kam.

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      3. Der Unterschied ist, dass Homosexualität nicht gesundheitsschädlich ist. Wenn jetzt überall Plakate mit Rauchern oder Heroinabhängigen mit Spritze im Arm hingen, mit dem Untertitel „So sexy können Drogen sein“ wäre die Kacke ja wohl ganz gewaltig am Dampfen. Warum also wird explizit Übergewicht als toll und sexy und weißnichtwas gelobt? Es ist ja nicht so, dass die Übergewichtigen einfach nur „da“ sind, sondern es wird immer noch extra hingewiesen, dass DAS jetzt ECHTE Frauen sind, oder das das jetzt YUMMY Frauen sind.

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      4. käse

        Es ging mir nicht um den Aspekt der Gesundheitsgefährdung sondern um individuelles Verhalten.

        Wer Schwule eklig findet würde auch behaupten, dass das auch irgendwas gefährdet.
        Und im Bereich „Aufklärung zu Homosexualität“, wo es um Akzeptanz geht, liest man auch immer wieder den Blödsinn der Marke „Die wollen dass wir alle Homosexuell werden oder Homosexualität schön finden“.

        Für mich besteht eine Parallele dazu, wenn dicke Menschen sich präsentieren mit nem Dummen Spruch darunter, der Selbstbewusstsein ausstahlen soll. Wenn schlanke Menschen das gleiche machen, kommt doch auch keiner auf die Idee „dass wir jetzt alle schlank sein sollen und dass jeder das sexy finden muss“.

        Ich bezweifle nicht, dass es überall Menschen gibt die auf diese Weise interpretieren. Oder dass es Menschen gibt die das fordern.

        Nur seh ich einerseits nicht jedes dieser Bilder als Teil der Fatacceptancebewegung.
        Und zum anderen habe ich in Blogs von Fatacceptance-Vertretern bisher noch nichts klar in diese Richtung gelesen. (Vielleicht hab ich die falschen Blogs erwischt?)
        Immer wenn ich hier Beispiele finde, hab ich das Gefühl dass es vor allem Auslegungssache ist.
        Es kann sein dass ich die Botschaft schwächer auslege, und dass ich erst mit denen in einen heftigen Streit geraten muss, um diese Botschaften dann klar präsentiert zu bekommen. Keine Ahnung. Ich hab erst durch diesen Blog erfahren, dass es so eine Bewegung gibt. Vielleicht konsumier ich generell die falschen Medien?
        Vielleicht konsumieren aber auch andere, die sich stärker über das Thema aufregen, überproportional viele Medien, die von Fatacceptance berichten. Sodass diese das Thema auch wieder überproportional wichtig finden.

        Du hattest selbst mal geschrieben dass du dich zu dicken Zeiten von dieser Bewegung beeinflussen lassen hast. Wenn du jetzt quasi „gegen die kämpfst“, ist es vor allem auch ein Kampf gegen dein altes Ich. Das ist verständlich.

        Nur gibt es ebenso viele die von dieser Bewegung noch nix gehört haben, die erst durch diesen Blog hier sich mal auf die Suche danach gemacht haben. Und dann nicht viel finden was die Kritik hier eindeutig Plausibel erscheinen lässt.

        Möglicherweise ist das aber auch mein Problem, wenn ich nicht stundenlang durchs Internet surfe um Beweise für etwas zu finden, was aus meiner Sicht in der Gesamtbevölkerung nicht diese große Präsenz hat. Ich vermute ja eher, dass es in Amerika relevanter ist als hier. Beispielsweise wäre Kreationismuskritik wäre hier ja auch eher Smalltalk, denn Darwin ist hier deutlich verbreiteter, auch unter gläubigen Christen. Allerdings würde ein Kreationist im Internet überproportional viel Aufmerksamkeit kriegen, gerade weil er eine große Ausnahme ist und damit Interesse weckt.
        Das ist bei Studien ja genau so: wenn das Ergebnis unerwartet wirkt, bekommt die Studie viel Aufmerksamkeit von den Medien. Ganz egal wie repräsentativ sie nun ist.
        Medienpräsenz und Realität beißen sich häufig.

        Nur muss man in dem Fall überprüfen. Und an dem Punkt steck ich nun fest.

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      5. Lomi

        @Käse

        „Für mich besteht eine Parallele dazu, wenn dicke Menschen sich präsentieren mit nem Dummen Spruch darunter, der Selbstbewusstsein ausstahlen soll. Wenn schlanke Menschen das gleiche machen, kommt doch auch keiner auf die Idee “dass wir jetzt alle schlank sein sollen und dass jeder das sexy finden muss”.“

        Die Blogs, die ich kenne, posten solche Bilder nicht nur, um Selbstbewusstsein aufzubauen. Sie verbinden damit die Mission, die von ihnen als falsch empfundenen Schönheitsideale zu bekämpfen. Ihrer Meinung nach ist es Ausdruck von Frauenunterdrückung, die Frauen auf das Ideal des Schlankseins festzunageln. Dabei gilt diesen Leuten „Schönheit“ als soziale Konstruktion und nicht als etwas naturgegebenes. Dass aktuell Dicke nicht als schön empfunden würden, liege also daran, dass man Dicke als hässlich oder unschön liest. Die Annahme dieser Leute ist: Würde man das Patriarchat abschaffen, gäbe es keine solchen einseitigen Schönheitsideale, sondern Schönheit hätte vielfältige Ausprägungen und dann gehörte die „Dicke“ ganz selbstverständlich dazu. Im Patriarchat werde die „Dicke“ dagegen schlicht diskriminiert.

        Hier geht es also nicht nur um Selbstbewusstsein, sondern auch um die Veränderung von Normen und die Bekämpfung von „falschen“ Schönheitsempfinden. „Dicke“ nicht schön zu finden, ist für diese Leute bereits ein Ausdruck einer patriarchalen Haltung Frauen gegenüber.

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    2. pufaxx

      Ich hab mal (verbal) ordentlich auf die Fresse gekriegt, als ich es gewagt habe, Barbara Schöneberger als „pummelig“ zu bezeichnen. Nein, so wurde mir entgegengekeift, die sei „normalgewichtig“. Wenn ich jetzt mal die Bildersuche von Freund Gockel anstrenge, werden mir viele verschiedene Zustände angezeigt. Von denen ich Einige tatsächlich nicht mehr „pummelig“ nennen würde. Die Grenze zu meinem Eindruck von „dick“ hat sie tatsächlich nie überschritten, aber „schlank“ ist für mich auch etwas anderes.

      Ich glaube, die Krux am Begriff „normalgewichtig“ ist das „Normal“ darin. Die einen interpretieren das „Normal“ als Durchschnitt. Das müsste dann dauernd mitwachsen. Die anderen interpretieren das „Normal“ als „gesundheitlich unbedenklich“. Und das kann sich eben nicht kontinuierlich steigern, ohne seine Bedeutung zu verlieren.

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      1. Lomi

        „Ich glaube, die Krux am Begriff “normalgewichtig” ist das “Normal” darin. Die einen interpretieren das “Normal” als Durchschnitt. Das müsste dann dauernd mitwachsen. Die anderen interpretieren das “Normal” als “gesundheitlich unbedenklich”. Und das kann sich eben nicht kontinuierlich steigern, ohne seine Bedeutung zu verlieren.“

        Darin liegt wohl das Problem. Ich kann aber das Verständnis von „normal = Durchschnitt bzw. Mehrheit“ ganz gut nachvollziehen. Aus meiner soziologischen Perspektive entstehen soziale Normen eben über die Zahl. Die schiere Zahl reicht aber noch nicht aus, es gehört zur Norm, dass die verletzt werden kann und dass sie dann gegen die Verletzer verteidigt wird. Die Wut, mit der offenbar einige das aktuelle Bild des „Normalgewichts“ verteidigen, scheint darauf hinzudeuten, dass hier eine soziale Norm gemeint ist. Dass diese sich begrifflich massiv von einer medizinischen Norm unterscheidet, liegt auf der Hand. Diese medizinische Norm zu verändern, weil das Normalitätsempfinden sich verändert hat, ist nicht immer sinnvoll, falls denn überhaupt möglich im Rahmen eines rationalen Denkens.

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  5. Pingback: Korsett – Oberhammer oder Folterkammer? | maunzendemaus – meowing mouse

    1. yannaba

      Also, ich finde ja an sich dicke Menschen nicht sooo schlimm unästhetisch aber WAHHHH! Diese Bilder!! ARGH! Und das soll positiv wirken?? Ist das ein Scherz??
      Ich glaub ich kriege heute Nacht Albträume…

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      1. Lomi

        „Und das soll positiv wirken?? Ist das ein Scherz??“

        Nein, das ist kein Scherz, wenn man diese Bilder mal vergleicht mit der „Realität“.
        – Durch die Posen haben alle Models Körperspannung, die ästhetischer wirkt als das gewöhnliche Alltagsselfie.
        – Die Models haben in den Bildern alle glatte Haut und null Cellulite.
        – Alle Models haben so etwas wie eine Taille und ihre Hüfte wirkt gegenüber der Taille breiter, was ein klassisches Attraktivitätsmerkmal erfüllt (Waist-Hips-Ratio)

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