Fragen, Fragen, Fragen.

Gestern erschien bei den Kolumnisten ein Interview mit mir, zum Thema Fettlogik. Die zweite Frage brachte mich dann schon etwas ins Grübeln, obwohl sie eigentlich ganz einfach sein sollte. Sollte!

Was sind Fettlogiken?

Da schreibt man über 300 Seiten zum Thema „Fettlogik“ und gerät dennoch jedes Mal in Erklärungsnot bei der Frage, „Was ist das eigentlich?“ – am besten wäre ja ein kurzer, prägnanter Satz oder eine schöne Defiinition. Habt ihr vielleicht Ideen? Wie würdet ihr „Fettlogik(en) definieren?

Außerdem schonmal ein herzliches Danke an euch. Ich hatte am 3. Dezember den Link zu einer Umfrage gepostet, mit der Hoffnung, dass möglichst viele von euch teilnehmen. Die Resonanz war wahnsinn, und es kamen über 700 komplett ausgefüllte Bögen zusammen – jetzt packt mich der Ehrgeiz, und es wäre natürlich super, wenn sich das auf 1000 steigern ließe. Falls ihr also noch Leute kennt, die bereit wären 10 Minuten Zeit aufzubringen (und ganz tolle Bücher gewinnen wollen^^) – insbesondere Leute, die noch nie von Fettlogik gehört oder das Buch gelesen haben, sind perfekt als Vergleichsgruppe.

Hier nochmal der Link zur Umfrage:

http://mlci.net/umfrage/index.php/286963?lang=de

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39 Gedanken zu “Fragen, Fragen, Fragen.

  1. aranxo

    Was sind Fettlogiken? Meine Antwort wäre: Falsche Vorstellungen über den Zusammenhang von Essverhalten und Körpergewicht, die als Ausreden dienen, um sich das eigene Übergewicht schönzureden bzw. den Unwillen zum Abnehmen zu rechtfertigen.

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    1. Den ersten Teil finde ich nicht schlecht, aber den zweiten…. „Ausreden“ klingt nach Absicht, aber z.B. in meinem Fall wars das nicht. Ich war tatsächlich davon überzeugt und wollte nicht einfach bloß Ausreden haben, um weiter 150kg wiegen zu können.

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      1. aranxo

        Schließt sich ja nicht aus. Solange man in den Fettlogiken verhangen ist, merkt man auch nicht, dass es sich um Ausreden handelt. Hinterher aber schon eher.

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      2. Hmm, vielleicht eher „Glaubenssätze“ oder „Überzeugungen“ statt „Ausreden“? Also „Falsche Vorstellungen über den Zusammenhang von Essverhalten und Körpergewicht, die zu Glaubenssätzen geworden sind und zum Inhalt haben, dass das eigene Übergewicht weder veränderbar, noch von einem selbst beeinflussbar ist.“?

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    2. Der Vorschlag ist gut. Als Variante:
      Falsche Vorstellungen über den Zusammenhang von Essverhalten und Körpergewicht, die zur Selbsttäuschung dienen, um sich das eigene Übergewicht schönzureden bzw. den Unwillen zum Abnehmen zu rechtfertigen.

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  2. Nisha

    Fettlogiken: Falsche Vorstellungen über den Zusammenhang von Essverhalten und Körpergewicht, die dazu führen, dass man das Vorhaben abzunehmen von vorne herein als aussichtslos oder nur durch massiven Verzicht und Einschränkungen erreichbar, ansieht.

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  3. kardamom

    Falsche Vorstellungen über den Zusammenhang von Essverhalten und Körpergewicht, die die Motivation zur Reduktion des eigenen Übergewichts…
    – …beeinträchtigen/vermindern/untergraben/zerstören

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  4. Mike

    Von der Allgemeinheit anerkannte, aber wissenschaftlich wiederlegte (bzw. höchst umstrittene) Ansichten zum Thema Essverhalten und Gewichtsabnahme, welche von Betroffenen herangezogen werden, um ihre Unfähigkeit abzunehmen für sich selbst und die Umgebung rational zu begründen. Der Effekt wird durch positive Rückkoppelung mit dem persönlichen Umfeld verstärkt.

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  5. Bettina

    Wie wäre es mit „falsche Vorstellungen über den Zusammenhang von Essverhalten, Stoffwechselvorgängen und Körpergewicht, die es dem Betroffenen völlig logisch erscheinen lassen, warum ausgerechnet er/sie niemlas (dauerhaft) abnehmen kann.“?

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  6. Morf

    Wie wäre es etwas plakativer: „Fettlogiken sind sowas wie Verschwörungstheorien und Desinformation für Abnehmwillige (die fest im kollektiven (Un)wissen verankert sind)“

    Das ist natürlich semantisch nicht wirklich korrekt, aber so ist das eben mit plakativen Aussagen.

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  7. Fluse

    Weitläufig verbreitete und größtenteils als wissenschaftlich erwiesen wahrgenommene Erklärungsansätze, die die Ursachen für erfolgreiches Abnehmen oder Nicht-Abnehmen-Können in Theorien zu Genetik, Stoffwechselfunktionen, und/oder Ernährung begründet sehen. Diese Theorien basieren allerdings entweder auf überholten Studien, auf einer Fehl- oder Überinterpretation von Studien bzw. sind gar nicht erst durch evidenzbasierte Studien nachweisbar. Die aus diesen Theorien abgeleiteten Handlungsweisen können allerdings im Einzelfall durch Erfüllen der tatsächlich notwendigen Vorausssetzungen für einen Gewichtsverlust durchaus zum Erfolg führen, was die Theorien im allgemeinen Bewusstsein weiter zementiert.

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  8. snowy999

    Fettlogiken sind Informationen, die zum Teil bewusst ins Volk gestreut werden, da sie wirtschaftlich unbezahlbar sind und die Abnehmmaschinerie und Industrie die Leute gerne im Glauben lassen, dass es unglaublich schwierig ist, abzunehmen und bewusst die Leute verunsichern.

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  9. noxneurotica

    Fettlogiken sind Fehlannahmen über die Funktionsweise des Abnehmens, die allgemein vom Umfeld und den Medien bestätigt werden und eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema behindern.

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  10. flyingtoaster

    Ein einfacher Satz zur Fettlogik fällt mir leider nicht ein.

    Ich sehe in Fettlogiken die Ausprägung eines allgemeinen gesellschaftlichen Phänomens, einfache Erklärungen für Probleme abzulehnen, sobald die Lösung dafür in der Verantwortung des Individuum liegt.
    Stattdessen werden die Probleme durch unnötig komplizierte Erklärungsansätze verschleiert und damit letztendlich auch keiner einer Lösung zugeführt. Eine beliebte Methode dazu ist Wirkungen, die nicht willkürlich beeinflussbar sind deutlich zu überschätzen und umgekehrt einfache individuelle Lösungsansätze kleinzureden.

    Fettlogik war für mich, wie wohl für viele andere Leser eine Erweckung, weil es sozusagen zur Selbstermächtigung geführt hat. Ich glaube es gibt wenig schlimmeres als das Gefühl nicht selbst Herr über sich zu sein.

    Daher würde ich mir wünschen, dass das Prinzip aus Fettlogik auch auf andere gesellschaftliche Probleme übertragen wird, denn damit stärkt man vor allem den betroffenen Menschen.

    Mir haben in Fettlogik drei Punkte besonders geholfen,
    1. intuitives Essen funktioniert bei mir nicht,
    2. ich kann meinem Gewicht nicht weglaufen und
    3. es gibt keine Abkürzung (durch besondere Ernährungsweisen) es kommt nur auf die Bilanz zwischen Aufnahme und Verbrauch an.

    Nicht ganz konform gehe ich mit der Behauptung es gäbe keinen Hungerstoffwechsel bzw. es gäbe keine Absenkung des Grundumsatzes alleine aufgrund der negativen Kalorienbilanz. Das mag individuell unterschiedlich sein, aber ich kann bei mir deutlich beobachten, dass während einer Diät zum einen die Körpertemperatur nach dem Aufstehen um ca. 0,3°C bis 0,5°C niedriger ist und zum anderen habe ich eine sehr viel trägere Verdauung, obwohl die Ballststoffaufnahme eher steigt. Daher kann ich diese Mythen um den Hungerstoffwechsel zumindest verstehen. Natürlich bedeuten sie nicht, dass eine Abnahme unmöglich wird oder eine stärker negative Kalorienbilanz die Gewichtsabnahme senkt, dennoch muss man seinen Grundumsatz während einer Diät um ein paar Prozente niedriger ansetzen.

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  11. Wieso ist das so schwer EMN? Du hast doch das Thema generell. „Fettlogik“ ist doch nur ein Spinn-Off. Du thematisierst seit Jahren die Heuchelei der Menschen. Wo sich Leute etwas vormachen. Sich selbst belügen.

    Daher ist Fettlogik: „Heuchelei rund ums Gewicht“. Very simple 😉

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      1. @maunzendemaus: Ich mach mit beim Selbstbetrug: „He ich bin so dünn, weil ich so ein schlechter Futterverwerter bin, Und du dick, weil du so ein guter bist. Es ist alles genetisch.“ yo! *trotzig mit dem fuss stampf*

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      1. Michael Mendelsohn

        Kampfbegriffe sollen andere provozieren; das geschieht hier, indem nicht vorhande Absichten unterstellt und mit einem negativ besetzten Wort bezeichnet werden.

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      2. @Michael Mendelsohn: Wenn ich einen Fehler mach geb ich ihn zu. Es stimmt Heuchelei ist das falsche Wort. Es impliziert Absicht.

        Richtig ist „Selbstbetrug rund ums Gewicht“.

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  12. Jana Hess

    Ich würde ja sagen, Fettlogiken sind die Mythen rund ums Abnehmen, die in die Welt gesetzt werden um sich nicht der Frage stellen zu müssen, warum man nicht abnimmt und/oder gesünder und aktiver lebt

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  13. Torge

    „Fettlogiken sind die False-Friends des Abnehmens.“

    Man wendet sie unhinterfragt und völlig unbewusst an, weil sie intuitiv ins eigene Weltbild passen.

    Besonders problematisch: Die wirklichen Tatsachen sind damit meist automatisch unintuitiver und deswegen weit schwere zu vermitteln.
    Es fällt halt schwer zu glauben, dass „you must“ zwar „du musst“ aber „you must not“ „du darfst nicht“ heißt und nicht etwa „du musst nicht“. Da stößt man bei jedem, der das bisher anders zu wissen glaubte, erstmal auf skepsis. Und das ist ja auch gut so, sonst kann einem ja jeder alles erzählen 😉

    Problematisch wirds nur, wenn man selbst dann nicht mal auf die idee kommt das eigene vermeintliche Wissen zu hinterfragen.

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  14. EinFan

    Fettlogik = Irrglauben (Irrtümer) zum Thema Ernährung und Körpergewicht.

    Um das, was Du hier geschrieben hast zu erklären, passt für mich am besten der Vergleich mit Religionen und Aufklärung. Es gibt wahnsinnig viele „Religionen“ zum Thema Ernährung und Körpergewicht – Low-Carb, Trennkost, … – mit tollen Heilsversprechen und ohne wissenschaftliche Grundlage. Die meisten Bücher drehen sich nur darum, ihre Religion zu verbreiten. Was Du gemacht hast, ist quasi die „Aufklärung“ dazu, mit rationalem Denken und Naturwissenschaft diese ganzen, eine gesunde Lebensweise behindernden Strukturen überwinden. Du erfindest nichts neu, Du entsorgst nur den ganzen Müll, damit der sinnvolle Kern übrig bleibt.

    Zusatz zum Buch: Es gibt vermutlich einige Bücher, die rational die Grundlagen der Ernährung beschreiben. Der Vorteil bei Deinem Buch ist, dass Du die Leser genau bei ihren falschen Vorstellungen abholst, und sie dann davon wegführst. Damit kann man sich gut identifizieren.

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  15. Ahn

    Das gefällt mir am besten: “Fettlogiken sind logisch erscheinende, aber falsche Vorstellungen über [Abnehmen und] Übergewicht.” (Mendelsohn) Man könnte noch nachsetzen: „Nicht selten tragen diese Vorstellungen dazu bei, dass Abnehmversuche scheitern oder gar nicht erst in Angriff genommen werden.“

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  16. Barbarella

    Hab erst jetzt zu Deiner Umfrage gefunden – ist ja spannend.
    .. naja – und erschreckend, wenn ich meine Antworten so gebe.

    Na ich bin auf jeden Fall auf die Auswertung gespannt – bringst Du die auch?

    udn zum Thema „Fettlogiken“:
    Ich kenn Dein Buch nicht – aber aus der Beschreibung in Amazon schätze ich:
    Ist wohl das, was Männer abfällig mit „Frauenlogik“ bezeichnen, vergleichbar. SOwas wie nicht haltbare Thesen, wenn sie hinterfragt werden (wobei das bei „Frauenlogik“ NICHT zutrifft, nicht, dass hier ein Fass aufgemacht wird!).

    Die Beschreibung „Fettlogiken sind Ammenmärchen zum Thema Körpergewicht“ finde ich auch sehr eingängig *Daumenhoch*

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