„Nur Hunde spielen mit Knochen!“

Gestern wurde auf reddit eine interessante Studie verlinkt, derzufolge immer weniger Amerikaner sich für zu dick halten oder abnehmen möchten.

Während also einerseits die Adipositaszahlen steigen…

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… und mittlereile die Adipösen in den USA die größte Gruppe stellen, vor den leicht Übergewichtigen und Normalgewichtigen, hat sich offenbar die Wahrnehmung stark verändert.

Während mehr als 2/3 der US-Amerikaner übergewichtig sind, geben in Befragungen immer weniger Menschen an, „sehr oder etwas übergewichtig“ zu sein:

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Der Wunsch zur Geichtsreduktion hängt dabei stark von der Selbsteinschätzung ab und entsprechend geben auch immer weniger Menschen an, abnehmen zu wollen…

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Das bestätigt erneut meine These in Fettlogik, dass sich die Wahrnehmung stark verändert hat. Während immer mehr über den „Schlankheitswahn“ in unserer Gesellschaft geklagt wird, verschiebt sich gleichzeitig das Bild eines normalen Gewichts immer weiter in den übergewichtigen Bereich und ein großer Teil der Übergewichtigen fühlt sich gar nicht mehr übergewichtig. Denn wir werden hauptsächlich durch unsere Umwelt geprägt, und wenn man täglich von Menschen umgeben ist, die mehrheitlich übergewichtig sind, passt sich die Wahrnehmung auf Dauer an.

Dazu passend ein Screenshot, den ich neulich gemacht habe zu dem Interview mit Bodybuilderin Sophia Thiel auf web.de. Sie hat von 80kg bei 172cm auf derzeit ca. 60kg abgenommen und arbeitet jetzt als Fitnessmodel.

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Beim erneuten Blick in die Kommentare eben zeigte sich, dass immerhin einige dem „80kg ist Normalgewicht“ mit der Berechnung des BMIs widersprochen haben.

Ebenfalls dazu passend, auf Twitter meinte vor einigen Tagen jemand, dass mein 150kg-Vorher-Bild „schöner und gesünder“ ausgesehen habe als die jetzigen 65kg. Fand ich interessant, denn „schön“ ist ja Ansichtssache, aber „gesünder“ hat mich überrascht. Dass ich jetzt „abgemagert“ oder „nicht mehr gesund“ aussähe, kam aber in der Tat schon einige male. Für mich ist das wirklich nur mit einer Wahrnehmungsverschiebung erklärbar, denn faktisch war ich mit 150kg in mehrfacher Hinsicht gesundheitlich äußerst angeschlagen und bin mittlerweile absolut gesund – ach ja, ich hatte jetzte Woche vergessen, das Gesundheitsupdate zu geben. Hiermit erledigt: Alle Butwerte, alle Hormone, die Organe sind Tip Top, lediglich der Cholesterinwert kratzt an der Obergrenze. Ansonsten könnte ich offenbar gesünder nicht sein.

Auch das Körpergefühl ist mittlerweile besser im Sinne von fitter und vitaler, was sich m.E. auch in der Körperhaltung zeigt.

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Dass es dennoch immer wieder Menschen gibt, denen das aktuelle Aussehen „abgemagert“ oder „krank“ vorkommt finde ich daher wirklich überraschend und ein Stück weit auch im Hinblick auf die obigen Studienergebnisse besorgniserregend. Denn ich denke, es ist ein üblicher Weg, dass man das, was weit von der Norm abweicht, intuitiv kritischer betrachtet, weil es als „ungewöhnlich“ oder „extrem“ wahrgenommen wird. Der derzeitige Durchschnitts-BMI liegt im „leichten Übergewicht“ und stieg in den letzten Jahrzehnten recht kontinuierlich. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass Normalgewicht irgendwann zu einem „extremen“ Anblick werden könnte und Menschen gar nicht mehr realisieren, wenn sie bereits adipös sind.

Dazu kommt dann der Effekt, der gestern auch kurz in dem Interview mit Dr. Kuhnle angesprochen wurde, dass es immer schwieriger wird, Übergewicht anzusprechen, wenn das Ansprechen bereits als „Diskriminierung“ empfunden wird.

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27 Gedanken zu “„Nur Hunde spielen mit Knochen!“

  1. Hannelore

    Also, ich finde es auf jeden Fall besser, dünn zu sein als dick. Ich habe, seit ich Fettlogik gelesen habe bestimmt 6 Kilo abgenommen, und werde es auch weiter tun. Mein Zielgewicht sind mindestens 70 Kilo. Mal sehen, was geht. Und es ist mir zielich egal, was die Umwelt dazu sagt. Ich fühle mich besser und das ist wichtig. Und im Übrigen gibt es in Grösse 40 und 38 definitiv schönere Klamotten. Mal sehen, was geht.😀👍🏻 Ich bewundere Sophia Thiel für Ihre Disziplin, und finde ihre Figur super.

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  2. Kann ich so bestätigen.
    Dazu eine Anekdote, jahrelang kämpfte ich mit mir und meinem Gewicht vor allem deshalb, weil mein Vater immer wieder auf mir rumgehackt hat, schon als ich klein war. Als ich vor einigen Jahren von 80 kg auf 67 kg abnahm, kommentierte er das schmerzhaft mit „na endlich nimmt sie wieder Form an“.

    Jetzt, mit knapp 60 kg auf 1,66 m, lief eine Unterhaltung etwa so (ich redete Leckerli-wedelnd mit meinem Hund) „… du bist ja eh so dürr“, Kommentar Vater: „das sagt ja grad die richtige“.
    Interessant, dass mich mein Vater nun für „dürr“ hält, wo er meine Mutter in Kleidergröße 34 geheiratet hat. Ich trage 38 …
    Generell höre ich mir inzwischen dauernd an, dass ich mal mehr essen sollte, ich sähe aus wie ’ne Antilope, „an der is ja nix dran“, etc. Generell empfinde ich das eigentlich als aufbauend, weil das Kommentare sind, die ich mein Leben lang immer gern mal gehört hätte 😉
    Und das bei einem BMI von 21,4, der sich ja eigentlich im gesunden Mittelfeld bewegt.

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    1. noxneurotica

      Mir wurde von meiner Tante auch vor ein paar Monaten mit einem liebevollen ‚du bist ja ein Knochengerüst, keine Titten und kein Arsch mehr‘ bedacht. 😀 In dem Moment hat es mir irgendwie weh getan, aber dein Kommentar hat mir verdeutlicht dass ich das entspannter sehen könnte. ^^
      Komischerweise ist in meiner Familie aber auch jemand, der schon immer für sein Übergewicht gehänselt wurde (massiv von der eigenen Mutter von wegen ‚mit dir kann man nie Klamotten kaufen weil du so dick bist und dir nichts passt‘), obwohl es sich da wirklich nur um leicht mollig handelt, schätzungsweise 7-10kg zu viel. Ganz komisch, die Familie ist halt nie zufrieden xD

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      1. Bei diesen engen Verwandten, die einen schon immer wegen der körperlichen Erscheinung angekanzelt haben und denen man es vorne wie hinten, schlank oder dick nicht Recht machen kann – da steckt ohnehin mehr hinter als nur die gesellschaftlich sich verschiebende Wahrnehmung des Körpergewichts *setzt sich psycholgisierend an den Küchentisch*

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      2. käse

        Eigentlich zeigen diese Kommentare nur, dass man garnicht genau sagen kann, ob es wirklich der „Schlankheitswahn“ ist, der grassiert. Oder ob sich Dicke wirklich massenhaft so wohl fühlen, wie sie es tun. Denn beides Existiert parallel nebeneinander. Und man bekämpft vorwiegend das, wovon man selbst betroffen ist:

        Entweder man ist dick und es stört einen der Schlankheitswahn, oder man hört nur das gemecker über dicke Leute.
        Oder man ist Schlank, nimmt dann nur die „zufriedenen“ Dicken wahr, das gemecker über Schlanke und ob das Gewicht der Allgemeinheit eher nach oben tendiert.

        Oder man treibt den Teufel mit dem Beelzebub aus. (Extreme mit Extremen zu bekämpfen kann ich auch gut).

        Ich glaube, wenn man gegen „die“ kämpft, die das so anders sehen als man selbst, die alles „falsch“ machen, kämpft man insgeheim gegen die Leute, die einem im privatem Umfeld nicht gut getan haben. Man internalisiert das, was um einen herum passiert. Und vor allem wenn man selbst daran geglaubt hat, was „die anderen“ sagen, und jetzt erkannt hat dass die Mist erzählt haben. Dann kämpft man vor allem gegen das eigene alte Ich, das diesen Mist geglaubt hat.

        Also unter’m Strich ist das ein Kampf mit und gegen sich selbst. Ein „sich selbst überwinden“.

        (Wer die Kommentare „der anderen“ nicht ernst nimmt, sich bei Beleidigungen nicht minderwertig oder verletzt fühlt, der hat ja keinen Anlass zum Kämpfen: aus den Augen, aus dem Sinn. Was einen nicht verletzt kann man einfach abprallen lassen und ignorieren.
        Man versteht dann aber auch nicht aus eigener Erfahrung, wie andere bei solchen Kommentaren verletzt sein können.)

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    2. Erinnert mich an einen Vergleich, den eine Freundin anstellte vor… joah, 8 Jahren oder so, als ich vom BMI ähnlich stand wie du heute – ich sei „richtig schlank“, Klassenkameradin X sei „normal“ (rückblickend geschätzt mäßiges Übergewicht) und Klassenkameradin Y sei „dick“ (rückblickend geschätzt adipös). Ich fand es skurril.

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    3. wenn man diese Kommentare sein ganzes Leben lang gehört hat, nervts irgendwann nur noch…
      Meine Mutter hat mich, nachdem ich ca. 3kg zugenommen hatte, mit den Worten bedacht: „Na, wenigstens biste jetzt nicht mehr so knochig wie früher“ sehr nett

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  3. emeles

    Ich persönlich bin am unteren Rand des Normalgewichts und fühle mich schon lange beleidigt von solchen Aussagen wie, „An einer echten Frau muss was dran sein.“. Und sowas kommt aus den Mündern derer, die sich selber ständig beschweren, dass andere Leute Bemerkungen über ihr Gewicht machen.

    Der Trend dazu, dick als normal und normal als untergewichtig zu empfinden, entwickelt sich schon seit geraumer Zeit.

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    1. Mona

      Herzlichen Glückwunsch, dass deine Blutwerte alle ok sind! Es freut mich auch.

      Wie kann jemand sagen, dass du mit 150 kg gesünder ausgesehen hast?
      Ich denke mich bei stark übergewichtigen Personen immer, dass sie hoffentlich niemals operiert werden müssen, weil das sehr schwierig ist, wenn da viel Fettgewebe ist und man so einen weiten Weg gehen muss bis zur Stelle, die man operieren will. Bei schlanken Menschen ist das einfacher. Oder die Beweglichkeit: Wenn der Bauch bei Bewegungen im Weg ist (ich hab dann viel mehr Rückenschmerzen) oder die Beine nicht mehr gerade stehen können, wegen des Fettgewebes dazwischen, dann kann das nicht gesund sein.

      Ich vergleiche mich eher mit mir selbst und mit sportlichen Frauen (echte, die ich kennen gelernt habe und gesehen haben wie sie schwitzen usw.), weil es da egal ist, ob man sehr dünn, sehr muskulös oder sehr weich ist. Hauptsache man hat Spaß, interessiert sich für seine Gesundheit, hat seine individuellen Ziele und eigene Wege dahin.

      Vielleicht ist das so, dass man an einen Tiefpunkt (Schmerzen, Krankheiten) kommen muss, um zu sehen, was wirklich wichtig ist für das eigene Leben. Ich kann mir das auch vorstellen, dass adipöse Menschen sich nicht vorstellen können, dass sie schlank sein könnten. Steht ja auch im Buch, dass viele an ihren dicken Knochenbau usw. glauben. Ist bei meiner Mutter auch so. Als ich von Nadja erzählte, hat meine Mutter mir nicht geglaubt. Und als ich ihr sagte, dass sie das ja auch kann, hat sie noch viel weniger geglaubt. Wenn man es nicht mal glaubt, wie soll man das dann hinbekommen aus der Adipositas herauszukommen?

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    2. Mona

      Oh nein, wie bin ich denn da oben gelandet mit meinem Text. Hmm.
      Naja, dann schreibt ich noch was zu emeles. 🙂

      Wenn jemand etwas zum Essen von Übergewichtigen sagt, dann können sie direkt beleidigt oder wütend werden. Trotzdem nehmen sie sich immer wieder raus, die Diäten von anderen als „krank“ zu benennen oder bei normalen Portionen in Situationen (große Feiern mit Buffet), wo sich die meisten überessen, über die normalen Portionen zu lästern und den Schlanken vorzuwerfen, dass sie ja noch viel mehr essen sollten, weil sie ja schlank sind. Das Alles ist seltsam.

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    3. käse

      „Ich persönlich bin am unteren Rand des Normalgewichts und fühle mich schon lange beleidigt von solchen Aussagen wie, “An einer echten Frau muss was dran sein.”. Und sowas kommt aus den Mündern derer, die sich selber ständig beschweren, dass andere Leute Bemerkungen über ihr Gewicht machen.“

      Ja, aber die Situation liegt doch auf der Hand:
      Die Personen werden entweder aktiv beleidigt, oder fühlen sich durch irgendetwas anderes gestresst oder beleidigt. Und wer sich in die Ecke gedrängt fühlt, der schlägt dann auch mal drastisch aus.
      Und verletzt damit dann wieder Unbeteiligte, wie zum Beispiel dich.

      Und es ist klar, dass die Abwehrreaktion/Notwehr der einen auf dich dann wie ein Angriff auf dich aussieht.

      Viel unverständlicher ist es, wenn „zufriedene Menschen“ aggressiv werden.

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  4. Ich gebe dir ausnahmslos recht.
    Ich habe dein Buch vor 2 Wochen gelesen und bin stark Adipös (125kg/176cm).
    Auch ich war mal bei den WW und hatte meinen „setpoint “ und dann blieb ich halt dick.
    Ich bin 41 und kann grössere Strecken nicht mehr gehen.2km und ich mach schlapp.
    Ich mag nicht mehr so.
    Seit ich dein Buch gelesen habe, ist mir vieles noch klarer geworden, und auch wie viele eigentlich echt Übergewicht haben.
    Komisch.Bis vor 2 Wochen dachte ich noch ich wäre in der Minderheit 😄. ..
    Meine Wahrnehmung hat sich glaube ich wieder in die Richtige Richtung geschoben…
    Und es ist wirklich erstaunlich wie schlimm es wird, wenn man dieses Thema Übergewicht anschneidet. Noch viel schlimmer als damals bei den WW. ..da waren alle erstaunt und ach wie toll das funktioniert? …
    Und wenn ich jetzt ganz klar sage : ich mache keine Diät, sondern esse meinem Verbrauch angemessen geht die grosse Diskussion los…Ich überlege einen Blog zum Thema zu starten, werde aber wohl damit mich voll in die Nesseln setzen….☺.
    Aber immerhin kann ich jetzt nach 3 kg wieder besser Treppen steigen….
    Das ist echt ein brandheisses Thema gerade, und ich denke du hast den Trend gut erkannt…!!
    Ich bin froh das ich dein Buch gekauft habe !
    Ganz liebe Grüsse
    Stella

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    1. Hallo Stella,

      ich bin ab März beim Abnehmen und habe schon 38 kg weniger geschafft. Hat man erstmal seine Ernährung umgestellt flutscht es wie von selbst. Innerhalb von neun Monaten vom Wrack zum menschlichen Wesen zurück, es fühlt sich so „geil“ an und ich bin erst bei der Halbzeit. Ich mach jetzt noch drei mal in der Woche Kraftsport, um meinen Körper zu straffen, meine Schultern sind so breit wie nie zuvor, die Klamotten werden immer kleiner. Du wirst auch ein neuer Mensch werden. Weihnachten wird wohl schwierig, aber was wäre das Leben ohne Herausforderungen? Ich wünsche Dir von ganzem Herzen Durchhaltevermögen und die innere Ruhe die Laberei des Umfeldes auszuhalten.

      Grüße

      Lars

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  5. Ich habe auch immer wieder beobachtet, daß Übergewichtige Normalgewichtige zielgerichtet – und teilweise aggressiv – zum Essen animieren, was besonders und tragischerweise eigene Kinder, aber eben auch Fremde einschließt. Daß hier mehr oder weniger bewußt das Motiv zugrundeliegt, daß man unter lauter Adipösen eben selbst weniger fett erscheint, halte ich für gesichert.

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    1. Michael Mendelsohn

      Na ja, ich hätte es eher so formuliert, dass die sozialen Spielregeln bei Tisch einen gefräßig aussehen lassen, wenn die anderen nicht auch noch eine zweite Portion nehmen. Außerdem kommt vermutlich dazu, dass vom eigenen Konsumverhalten auf das der anderen zurückgeschlossen wird. Dass das unbewusst natürlich dann auch eine Angleichung der Körpergewichte zur Folge haben kann, sehe ich dann aber eher als Nebeneffekt.

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    2. Mona

      Das Gegenteil, aber es ist mir gerade hochgekommen:
      Ich saß in einer Mittagspause beim Bäcker und am Nachbartisch war eine Frau mit einem kleinen Kind. Ich denk das war eine Großmutter, vielleicht 50 Jahre alt, mit einem Kind im Kindergartenalter, vielleicht 5 Jahre alt. Die Frau hat nur total fiese Sachen gesagt, z.B. über einen Mann an einem weiteren Nebentisch, der hatte halt viel Fettig-Süßes gekauft. „Wir essen ja nicht so viel, wir wollen ja nicht dick werden, wie der Mann.“ „Du willst ja nicht so dick werden, wie der Junge aus deinem Kindergarten. Das sieht ja richtig hässlich aus. Gar nicht schön.“ Und das ging ewig so weiter! Ich hatte einen Innerlichen Schreikrampf, ich musste mir mehrfach versichern, dass ich wirklich wach bin und dass es wirklich passiert.

      Wenn man schon mit Kindern über dünn und dick redet, kann man das doch über die Gesundheit erklären und nicht über hässlich/eklig/dick/faul/dumm/verfressen und hübsch/schlank/schlau/beliebt.

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    1. käse

      Oder einfach dir ein anderes Umfeld suchen.

      (Ganz ehrlich: wo habt ihr diese Leute immer her? Und warum kenn ich keinen der so agiert? Vielleicht funktioniert meine Küchenpsychologie anders.)

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  6. pufaxx

    Bemerkenswert, in welchem Ausmaß einerseits in Sachen „Fatshaming“ rumgeheult, jeder Pups als „Diskriminierung“ aufgebauscht und von der Allgemeinheit verlangt wird, Übergewicht gefälligst attraktiv zu finden. Zudem wird noch jeder, der das nicht tut, ebenfalls beleidigt („Echte Männer stehen auf Kurven“) – Der volle Rundumschlag.

    Andererseits werden schlanke, sportliche Menschen völlig selbstverständlich als „Knochen“ bezeichnet, die gerade mal gut genug für „Hunde“ sind (der Spruch ist ja mal wirklich der Ober-Hammer!) – und man attestiert ihnen obendrein noch einen „Wahn“.

    Wie so manche Social Justice Warriors, die für sich Safe Spaces fordern, selbst aber rumpöbeln, hetzen und beleidigen, dass es nicht mehr feierlich ist.

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  7. Sabine

    Ich habe dieses Jahr mein Gewicht um 15 kg reduziert, von „an der Grenze zu leicht übergewichtig“ runter auf einen BMI von 20. Da ich bereits Anfang 50 bin und mein Gesicht nun sehr schmal ist, darf ich mich nun von jedem, aber wirklich jedem fragen lassen, ob ich freiwillig abgenommen habe oder ob ich vielleicht krank sei! Nein, bin ich nicht!!!! Ich bin nur schlank!!!! Die wenigsten sagen dann aber nicht, dass es ihnen gefällt sondern, dass ich doch vorher auch schon schlank gewesen sein und jetzt darf ich aber auf gar keinen Fall noch mehr abnehmen (bin aber noch 5 kg von der Grenze zum Untergewicht entfernt, puh…..). Wie auch immer, meine Knieschmerzen beim Joggen sind gänzlich verschwunden, kein Wunder, sagt mein Orthopäde, bestes Leistungsgewicht, aber er ist auch nicht auf die Idee gekommen, mir eine Gewichtsreduktion anzuraten, sondern hat mir lieber Hyaluronspritzen ins Kniegelenk angeraten, noch mal puh…..
    Wie auch immer „Fettlogik überwinden“ ist ein echter „eye opener“, vielen Dank dafür und ich empfehle es auch ganz oft weiter.

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    1. Michael Mendelsohn

      Achtung aufgepasst, der BMI ist bei Frauen gegenüber Männern zwar um einen Punkt abgesenkt, aber beim Alter kommt in den neuenTtabellen alle 10 Jahre ein Punkt dazu, so dass du nach diesen Tabellen tatsächlich mit BMI 20 leicht untergewichtig bist. http://www.gewichtstabellen.com/bmi-tabelle-frau-mann-alter/

      Wobei deine Gesundheit sowieso nicht nach der Tabelle geht, da würde ich mindestens noch den Körperfettanteil betrachten.

      Nach den Daten des „National Research Council Diet and Health“ von 1989 hättest du im Moment die statistisch höchste Lebenserwartung bei einem BMI vom 25,2.

      Allerdings heißt das noch lange nicht, dass du dich auch daran halten musst. 😉

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      1. Mona

        Wofür soll das gut sein alle 10 Jahre 3 kg zuzunehmen, wie die Tabelle das für die untere Grenze vom Normalgewicht bei 1,70 m Frauen beschreibt?
        Ist die Seite seriös? Da steht immer „darf“ dies und das wiegen, das kommt mir seltsam vor.

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      2. Michael Mendelsohn

        Ich habe diese altersspezifische BMI-Tabelle bei der WHO noch nicht gefunden. In „Obesity: Preventing And Managing The Global Epidemic“ steht nur: „Adult BMI increases very slowly with age“ (S.12) (und dass der Hüftumfang für sich schon ein guter Indikator für Bauchfett ist – Captain Obvious lässt grüßen).

        Aber in „Diet and Health: Implications for Reducing Chronic Disease Risk“ (1989) gibt es diese Tabelle:

        TABLE 21-1 Desirable Body Mass Index in Relation to Age

        Age Group BMI
        (years) (kg/m2)

        19-24 19-24

        25-34 20-25

        35-44 21-26

        45-54 22-27

        55-65 23-28

        >65 24-29

        Das ist natürlich aus epidemiologischer Sicht, d.h. aus Sicht der „Volksgesundheit“, und dein individuelles Risko muss da nicht zu passen (die Daten sind auch schon 30 Jahre alt), und vor allem steigt die Mortalität beim Abweichen nach oben stärker an als beim Abweichen nach unten. Es besteht also kein Grund zur Panik.

        Ich bin auf diese Tabelle gestoßen, weil sie in einem aktuellen deutschen Ernährungslehre-Textbuch zitiert wird.

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      3. ..genau diese Altersabhängige BMI-Thematik hatte ich angemerkt bzw, nach dem Sinn/Inhaltswert nachgefragt, als Nadja vor einiger Zeit nach Überarbeitungsbedarf bei der neuen Buchversion fragte. Danke, dass Du es noch einmal hier reinbringst! Würde mich wirklich interessieren, ob das nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen tatsächlich einen relevanten Stellenwert hat,

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  8. Lifthrael

    Ich finde es interessant, wie krass unterschiedlich Selbstwahrnehmung sein kann. Nicht nur im Bezug auf sich selbst zur Norm, sondern auch wie man sich selbst zu anderen sieht.
    Ich finde, Sophia Thiel sieht auf beiden Fotos (die innerhalb des Artikels, die Titelbilder sind wahrscheinlich bewusst unvorteilhaft/extrem gewählt) schön aus. Sprich: Für mein persönliches ästhetisches Empfinden war sie mit 80 kg eine schöne Frau und ist es mit 60 kg und deutlich mehr Muskeln noch immer.
    Ich selbst habe, rein von den Werten, die gleiche Statur wie Frau Thiel vorher. 172 cm, 81 kg. Für mich liegen dazwischen allerdings Welten! Wenn man mir das vorher Bild ohne die Werte gezeigt hätte, dann hätte ich Frau Thiel im Vergleich zu mir selbst als deutlich schlanker eingeschätzt. Und das, obwohl ich mich generell für mein Gewicht noch mit guten Proportionen gesegnet sehe (große Brüste; alles relativ fest, da ich jeden Tag vier Stunden nur im stehen arbeite, mich dabei viel bewege und schwere Kisten hebe und trage…).
    Auf der anderen Seite habe ich mich vor drei Jahren innerhalb von 1,5 Jahren von 80 auf 65 kg runtergearbeitet. Ich habe so „lange“ dafür gebraucht, weil ich damals noch überzeugt von diversen Fettlogiken war und penibel darauf geachtet habe, dass meine Kalorienaufnahme nicht unter 80% meines Tagesbedarfs rutscht. Allerdings habe ich mich, obwohl die 15 Kilo natürlich an der Kleidung bemerkbar waren, nie wirklich schlanker gefühlt. Für mich selbst sah ich völlig unverändert aus und habe mich auch nicht leichter und schlanker gefühlt. Wobei es hier wahrscheinlich auch daran gelegen hat, dass ich skinny-fat war. Ich bin zwar anfangs dreimal die Woche joggen gegangen, musste dies allerdings nach einigen Monaten abbrechen, da ich nach dem Joggen fast immer heftige Migräneattacken bekam, die sich auch meine Ärztin nicht so recht erklären konnte (keine Mangelerscheinungen, etc).

    Ich bin dieses Wochenende auf deinen Blog hier aufmerksam geworden und verschlinge ihn gerade regelrecht. Wie ich dir schon auf Twitter schrieb, fühle ich mich durch dich und deine Artikel extrem motiviert und habe das Gefühl, dass ich deutlich weniger Steine im Weg liegen habe, um die sich zusätzlich zu kümmern sind (wie halte ich meine 80% Kalorien ein, damit mich der Hungerstoffwechsel nicht holen kommt; was schaffe ich früh morgens zu essen/runterzuzwingen, obwohl mein Körper mir deutlich signalisiert, dass er jetzt keine Nahrung aufnehmen möchte; etc).
    Ich kann leider nicht jede Mahlzeit komplett beeinflussen, da ich unter der Woche jeden Tag 12+ Stunden außer Haus bin um zu arbeiten. Das Mittagessen werde ich also in absehbarer Zeit definitiv entweder in der Kantine auf der Arbeit oder in der Uni-Mensa zu mir nehmen. Aber gerade mit so wenig Freizeit fühle ich mich extrem erleichtert, dass ich diese nicht dafür opfern muss, mich so umfangreich um meine genaue Kalorienaufnahme zu kümmern.
    Bei Job1 habe ich heute zwei Kilo Äpfel in meinem Büro deponiert. Falls ich also vor dem Mittagessen doch einmal etwas Appetit habe (mehr ist es meistens nicht), dann bin ich versorgt. Bei Job2 (wie oben beschrieben rein körperliche Arbeit) habe ich sowieso nicht wirklich Zeit zwischendurch etwas zu essen, weswegen ich mir bisher fast täglich einfach schnell zu essenden Müll zugeführt habe. Kekse, Schokoriegel, etc. Wenn ich ehrlich zu mir bin, dann war das aber nie effektiv sättigend, weswegen ich für mich entschieden habe, dies nun einfach wegzulassen (habe aber zur Vorsicht zwei Bananen im Rucksack. Wenn ich doch wirklich Hunger habe, dann möchte ich auch etwas essen). Und abends werde ich ab heute auch versuchen, nichtmehr aus Bequemlichkeit einfach wahllos hochkalorische Dinge in mich reinzuschaufeln nur um satt zu werden. Ne riesen Portion Tortellini ist zwar nach einem anstrengenden Tag nett, ich bekomme mich aber mit wenig mehr Aufwand auch sinniger satt. Da muss ich einfach den Schlendrian überwinden.
    In diesem Sinne: Danke!

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