Schlafmangel

Ich weiß, manche von euch finden es doof, wenn ich auf Details eingehe, weil das für manche an der Grenze zu Fettlogik schrammt, aber eben stieß ich auf Reddit auf eine interessante Studie, dass Schlafmangel (im Experiment: nur 4 Stunden Schlaf pro Nacht) den Ruheenergieverbrauch um 2,6% verringert. Für mich wären das etwa 50 kcal pro Tag.

Auf der anderen Seite frage ich mich, ob diese 50 kcal nicht evtl. dann dadurch wettgemacht werden, dass man sich in den 2-4 Stunden, in denen man dann länger wach ist, mehr bewegt als im Schlaf. Und wieder andererseits kann ich mir vorstellen, dass die Müdigkeit dafür sorgt, dass der Energieverbrauch insgesamt sogar noch stärker absinkt, weil man sich insgesamt tagsüber weniger intensiv bewegt und evtl. auch zu energielos für Sport ist.

So oder so, die Studie ist brandneu und es lohnt sich sicher, die nächsten Tage mal die Medien zu beobachten, ob sie sich als Fettlogik irgendwo wiederfindet. Ich erwarte schon Berichte wie „Forscher fanden heraus: Zu wenig Schlaf macht dick!“ und da sogar in der Studie gesagt wird, dass es darum geht, zusätzliche(!) Faktoren zum „mehr essen durch Schlafmangel“ zu erforschen, wird es vermutlich so klingen, als „macht“ Schlafmangel unabhängig vom Essen „einfach so“ dick. Dabei ist der Hauptfaktor offenbar, dass Schlafmangel den Appetit ebenso stimuliert wie Hungern, da beides offenbar zu ähnlichen Hormonreaktionen führt.

Letztlich macht uns Schlafmangel also hauptsächlich hungrig und der Körper spart minimal Energie ein. Allerdings so minimal, dass es vollkommen im Bereich der üblichen Tagesschwankungen liegt, also etwa so viel Einfluss hat wie „Ups, jetzt habe ich den Autoschlüssel auf der Kommode liegenlassen und muss nochmal in die zweite Etage laufen.“ oder „Och heute regnet es, da nehme ich lieber das Auto statt mit dem Rad zum Bäcker ums Eck zu fahren.“ und ein erhöhter Appetit bedeutet ja auch nicht zwangsläufig, dass man essen muss.

Wie gesagt, ich bin gespannt, ob sich die Studie in den nächsten Tagen irgendwo findet und wenn ja, wie sie aufbereitet wurde. Falls einer von euch was sieht, verlinkt es gerne in den Kommentaren!

15 Gedanken zu “Schlafmangel

  1. Meine ich habe etwas ähnliches vor längerer Zeit schon mal gehört. Aber kann sein, dass es zu dem Zeitpunkt mehr in Richtung Spekulation ging.

    Übrigends dachte ich erst es würde hier um Schlafmangel bei Übergewicht gehen oder so, weil ich seit dem ich 25 Kilo abgenommen habe (vielleicht auch schon früher) viel besser Schlafen kann und auch das Gefühl habe mit weniger Schlaf auszukommen (7 Stunden etwa schätze ich) und mich halt wenn ich müde bin nicht mehr SOOO müde fühle.

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      1. Mona

        Das kommt vielleicht nicht allein vom anderen Gewicht, sondern von der Sportlichkeit, oder? Wenn jemand Übergewichtiges sich nicht viel bewegt und auch kaum Sport macht, ist tagsüber vielleicht auch müder als der gleiche Mensch, wenn er regelmäßig ordentlich Sport macht und sich im Alltag auch bewegt. So erlebe ich das bei mir, glaube ich zumindest. Egal wie viel ich wiege, dann bin ich tagsüber wacher, wenn ich mindestens alle 2 Tage Sport mache mit Schwitzen und allem. Wenn ich nur die ganze Zeit am Schreibtisch sitze und „nur“ Spazieren gehe, dann bin ich den ganzen Tag viel müder, insbesondere nach dem Aufwachen. Vielleicht sehe ich da falsche Zusammenhänge?

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  2. Ich denke, dass Schlafmangel zu Übersprungshandlungen führt und man dann halt statt zu schlafen einfach mal zum Kühlschrank geht.

    Übrigens hat sich während des Abnehmens mein Schlafbedürfnis sehr erhöht. Was aber wohl eher daran liegt, dass ich viel Sport treibe und davon rechtschaffen müde bin. (Und weil ich unter der Woche um 5.20Uhr raus muss, gehe ich echt früh ins Bett [gegen 21Uhr] und nehme deshalb kaum noch am Leben der anderen teil…)

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    1. Mona

      Ja, so sehe ich das auch. Obwohl ich nachts nie gegessen habe. Wenn ich aber durch den Tag kommen muss, was erledigen muss und nicht tagsüber einschlafen darf, dann futtere viel zu viel und habe überhaupt keine Kraft das Essen sein zu lassen oder mir genau zu überlegen, was und wie ich für mich gut wäre.

      Das schrecklichste Erlebnis war eine Rundfahrt über 3 Wochen. Ich hab fiese Reiseübelkeit bekommen und musste so ziemlich jeden Tag Mittel gegen Reiseübelkeit nehmen von denen ich so müde geworden bin, dass ich irgendwann wie in Trance Süßigkeiten in den Mund gestopft habe nur um mich wach zu halten und weil ich nur darauf Hunger hatte, mir schmeckte dabei kein normales Essen. Ich wollte kein Mittag- und kein Mittagessen, immer nur was mit Schokolade. So ist das bei mir immer, wenn ich sehr müde bin und es keine Schlafenszeit ist oder ich wach bleiben muss, wegen etwas anderem.

      „und ein erhöhter Appetit bedeutet ja auch nicht zwangsläufig, dass man essen muss.“
      Man hat viel weniger Kraft sich zu wehren. Das passiert von selbst, hab ich das Gefühl, weil das nicht-Essen so extrem schlimm auszuhalten wird in dem Moment.

      Ich nehme seit über einem Monat nicht ab, dafür wache ich mitten in der Nacht auf und kann stundenlang nicht schlafen, danach schlafe ich dann wieder 1 bis 2 Stunden. Das ergibt dann 5-6 Stunden pro 24 h, die ich schlafe. Das ist mir eindeutig zu wenig. Mir geht es deutlich besser, wenn ich mehr als 7 Stunden und 15 Minuten jeden Tag schlafe. Das bekomme ich zur Zeit leider nicht hin, obwohl ich eine schöne weiche Bettdecke hab. Ich hab zuerst vermutet, dass ich aufwache, weil mir nachts zu kalt wird.

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  3. Michael Mendelsohn

    „Ruheenergieverbrauch“ = Grundumsatz?

    Und Achtung: die Studie hat nur gezeigt, dass der Grundumsatz *morgens*, d.h. vor dem Frühstück, niedriger ist (weil nur zu dem Zeitpunkt gemessen wurde). Wenn sich das nach dem Frühstück wieder normalisiert hat, ist die Auswirkung noch geringer. Deswegen ist der Schluss der Autoren auch nur, „da gibt es einen Mechanismus“, und bestimmt gibt’s auch schon Anträge für Folgeprojekte, um das genauer zu untersuchen.

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  4. meine persönlichen beobachtungen aus 3 1/2 jahren „selbstexperiment“ (= kalorien zählen, gewicht vor dem zubettgehen und nach dem aufstehen ermitteln, kalorienverbrauch mithilfe fitbit-schrittzähler ermitteln und alles taggenau dokumentieren):

    1. wie robin sagt: wer schläft, kann nicht essen. (darauf schwören auch models. vorausgesetzt, es befinden sich keine süßigkeiten im nachtkasten) und ein ausgeruhter körper hat erstmal gar nicht so viel appetit. aber es gilt auch: hungrig kann ich nicht einschlafen.

    2. ein unausgeschlafener körper versucht den daraus resultierenden energiemangel durch erhöhte nahrungsaufnahme auszugleichen, die er durch gesteigerten appetit einfordert. (persönliche beobachtung: auf kurze sicht kann ein snack bei schlafmangel tatsächlich wach machen. außerdem sinkt die willensstärke, um versuchungen zu widerstehen.) natürlich kann man snacks durch zigaretten ersetzen, aber das hat dann andere schädliche nebenwirkungen.

    3. der körper hat zu wenig zeit für seine nächtlichen wartungsarbeiten, heißt: ineffektive verdauung, es wird weniger ausgeschieden und mehr in die depots gepackt. je besser die verdauung (dafür braucht der körper zeit), desto leichter geht gewicht runter. das kann man sehr schön an der differenz zwischen zubettgeh- und morgengewicht sehen und an menge und zustand der „stoffwechselprodukte“.

    der energieverbrauch selbst sinkt nicht signifikant, weil man ja dafür mehr unterwegs ist (deshalb dachte ich früher immer, es sei eine gute idee, möglichst wenig zu schlafen, um abzunehmen, auch so eine fettlogik, die durch die praxis widerlegt wurde), für mich ist der entscheidende faktor aber tatsächlich die durch nicht ausreichenden und/oder nicht regelmäßigen schlaf gestörte verdauungs- und „wartungs“arbeit, denn eigentlich braucht der körper die schlafstunden auch, um sich auf zellebene zu regenerieren, mit zu wenig schlaf gleicht er dann einer schlecht gewarteten maschine.

    deshalb ist ja auch schichtarbeit so gefährlich, was gewichtszunahme angeht. (auch das teste ich gerade „erfolgreich“.)

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  5. Dani

    Meine Selbsterfahrung dazu: wenn ich zu wenig schlafe, dann habe ich zu wenig Energie um Sport zu machen, und richtig viel Hunger. Es fühlt sich dann so an, als ob ich mehr Kraft brauche um wach zu bleiben. Aber ich vermute mal, dass man den Enegiebedarf dann doch ziemlich überschätzt. Alles in allem führt das dann in eine gewisse Negativspirale: schlafe ich schlecht, bewege ich mich am Tag danach weniger, trinke mehr Kaffee, esse mehr, schlafe wieder schlecht … Das klappt besonders gut, wenn dazu auch noch ein gewisser Stress kommt, der das Gedankenkarussell ins Rollen bringt und das Ein-/Durchschlafen erschwert.

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    1. Mona

      Oh, das kenn ich auch. Wenn ich müde bin dümpel ich beim Sport eher gequält vor mich hin, statt richtig alles zu geben. Wenn ich müde Sport mache, verletzte ich mich viel häufiger.

      Andererseits will ich den Sport machen, wenn ich müde bin, weil ich danach in der folgenden Nacht hoffentlich besser schlafen kann, damit am nächsten Tag wacher bin und wieder besser Sport hinbekomme und wieder besser schlafe und wieder einen wacheren Tag hab usw. Naja, außer dieser Ablauf wird vom Stress, Zeitmangel und Ärger zerstört, womit der Schlaf wieder zu wenig wird und der immer-müder-werden-Teufelskreis wieder beginnt.

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  6. Ich komme das ganze Wochenende nicht aus dem Bett (ich schreibe sogar dieses Posting auf dem Bauch liegend mit dem iPad). Ich schlafe viel und gucke TV. Trotzdem wiege ich 120kg! *versteht die Welt nicht mehr*

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  7. Pingback: Linksammlung | Fettlogik überwinden.

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