Kommentargeschwurbel

Ich finde es immer wieder beeindruckend, wie in machen Kommentaren der größte Bullshit im Brustton der Überzeugung vorgetragen wird:

bs

Eine Frau braucht 32% Körperfett? Ich frage mich manchmal, woher solche Zahlen kommen. Von offiziellen Empfehlungen we etwa dem American Council on Excercise (ACE) schonmal sicher nicht…

MarathonFitness-Idealer-Körperfettanteil-ACE-Chart

Gemäß der Kommentatorin müsste Frau also adipös sein, für eine gesunde Schwangerschaft. Schaut man sich hingegen Studien an, wie etwa diese Metaanalyse von Chu et al. (2007) steigt das Risiko für eine Fehlgeburt bei Übergewicht bereits um 47%, bei adipösen Frauen verdoppelt es sich sogar. Auch in der Studie von Kristensen et al. (2005) wurde das Fehl- und Totgeburtrisiko mehr als verdoppelt bei adipösen Frauen (Unter- und leichtes Übergewicht führten nur zu leichtem, nicht signifikanten Anstieg).

Die Kommentatorin schreibt also schlichtweg vollkommenen Unsinn, wenn sie suggeriert, steigende Schwanerschaftsprobleme lägen an immer dünner werdenden Frauen. Wenn man sich die steigenden Adipositaszahlen der letzten Jahre ansieht…

bmi

…. läge die Ursache wohl eher im Gegenteil.

Ich frage mich bei sowas immer, woher dieses „Wissen“ kommt, da es mit dieser vollkommenen Sicherheit und konkreten Zahlen vorgetragen wird.

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14 Gedanken zu “Kommentargeschwurbel

  1. nessii

    Vielleicht ist das auch einfach der Wert, den die Waage anzeigt, wenn die Dame schon hochschwanger ist? Dass sie da mehr Fett hat, ist ja logisch. Doof nur, dass man das nicht vorher schon braucht…

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    1. Eigentlich ist das nicht so logisch, der Großteil der Zunahme ist ja Plazenta, Baby, Wasser, Fruchtwasser, etc. und kaum Fettgewebe. Manche verlieren sogar Fettgewebe. Der prozentuale Körperfettanteil müsste demzufolge mit steigendem Schwangerschaftsgewicht eher sinken oder zumindest nicht sehr ansteigen.

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      1. yannaba

        Stimmt, war bei mir auch so. Ich habe nach der Schwangerschaft deutlich weniger gewogen als vorher. Wird wohl aber vor allem daran gelegen haben, dass ich da extrem auf meine Ernährung geachtet habe.
        Ich habe mich aber trotzdem immer gefragt, wie manche es schaffen da mal eben 30 Kilo zuzulegen und das alles nur auf die Schwangerschaft schieben.

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  2. MiSa

    Ich hab mich auch letztens mit einer Frau unterhalten, die felsenfest der Überzeugung war, eine Frau mit 1,75 Körpergröße hätte mit 75 Kilo Idealgewicht und unter 70 kilo wäre sie untergewichtig. (Für Männer: 80 Kilo Idealgewicht). Ich habe vergeblich versucht, sie davon zu überzeugen, dass das Quatsch ist. sie hat sich diese Zahlen irgendwann vor 20 Jahren so gemerkt und abgespeichert.
    Leider kann unser Gehirn auch falsche Informationen wunderbar speichern. Und wenn diese falschen Informationen dann noch eine viel angenehmere Realität versprechen, hat man keinen Grund, sich mit neuen Fakten zu belästigen.

    … Aber sag mal: Ich dachte, du liest deine Kommentare gar nicht? 🙂

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  3. ScienceStudies

    Dass sich während einer Schwangerschaft sowohl BMI als auch KFA einer werdenden Mutter erhöht, ist nicht nur normal, sondern wichtig. Beides steht leider nicht in dem kritisierten Artikel.

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  4. Fee Rena

    Ich habe gestern auf web.de einen Artikel über eine junge Dame gelesen die Kraftsport betreibt. Den fand ich sogar ganz gut!
    Die Kommentare darunter waren aber zum Haare raufen. Vor allem wie gemein manche Menschen werden können. Das ist ein 20 Jahre altes Mädchen, meine Fresse! Skinny/fit shaming is real.

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  5. Judith

    Danke für die Klarstellung! 🙂

    Solche haarsträubenden Behauptungen für die „gesunden Bereiche“ beim KfA bei Frauen habe ich auch schon gehört. Da wurde z.b. ernsthaft behauptet, dass Frauen mit einem KfA unter 20 krank wären. … Ich habe dann stumm all der armen kranken Sportlerinnen gedacht, die gesundheitlich mit der Person, von der diese Behauptung kam nieeemals mithalten könnten. *lol*

    Am besten finde ich immer die, die erklären, dass eine Frau mit einem BMI von 22 über 30 untergewichtig ist … Ganz pfui-bäh sind die, mit einem BMI zw. 18,5-19. Die sind dann nämlich vom Hungertod bedroht, da krass untergewichtig und eh so Opfer vom Schlankheitswahn, weil frau mit normaler Ernährunf gar nicht so ein Gewicht halten könnte.

    Ich habe da immer vergebends darauf verwiesen, dass Normalgewicht bei Frauen von 18,5/19-24/25 geht. Und auch mit leichtem Untergewicht (ca. 18,5-17,0) ist man nicht per se krank oder gar vom Hungertod bedroht oder immer essgestört.

    Manche Leute scheinen aber die merkwürdige Vorstellung zu haben, dass ein Mensch, wenn er vom BMI her rechnerisch 2kg im Untergewicht ist, krank ist. Nach der Logik müsste derselbe Mensch bei einer Zunahme um 2kg „plötzlich“ wieder gesund sein. Der Körper und die Gesundheit kennen ja auch nur absolute Zustände in Form von „an“ oder „aus“ bzw. (+) oder (-).^^

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