Schwarzenegger auf Rohkost.

Gerade habe ich spaßeshalber in Udo Pollmers Anti-Diät-Buch reingelesen. Und… oh mein Gott, sagte ich, dass ich mich nicht mehr über Fettlogiken aufrege?

pollmer

Bitte? Brad Pitt ist was?cloon

Brad-Pitt-HeightMit seinen 180 cm und 78kg ja wohl komplett Normalgewichtig. Und George Clooney mit der selben Größe und dem selben Gewicht ist ebenfalls normalgewichtig. Wo sind diese beiden Männer bitteschön übergewichtig oder gar adipös?

Aber genau darum geht es natürlich: Einfach mal behaupten DIE seien adipös, damit jeder sich an den Kopf greift und sagt „Ja also wenn DIE schon dick sein sollen, dann muss der BMI ja totaler Bullshit sein!“

Und der größte Strohmann von allen, Arnold Schwarzenegger? Mit 188 cm und einem Wettkampfgewicht von 106kg hatte er ganz knapp einen BMI von 30, als er so aussah:

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Brad Pitt in Fight Club, wo er nur etwa 70kg wog
Brad Pitt in Fight Club, wo er nur etwa 70kg wog

Außerhalb der Wettkampfsaison nahm er dann auf ca. BMI 33 zu. Aber du meine Güte, dieser Inbegriff des Kraftprotzes kommt gerade mal knapp in den adipösen Bereich – der Bereich, in den Pollmer so nochalant den guten George Clooney steckt. Schauen wir uns doch mal Clooney und Schwarzenegger an, die sehen doch ein klitzekleines bisschen anders aus. Und dass eine Ernährungsberaterin den jungen Schwarzenegger auf Rohkost setzen würde, weil sie ihn für „Fett“ hält, ist einfach nur lächerlich, und nicht im Pollmerschen Sinne.

Im Folgenden schwurbelt Pollmer dann übrigens endlos darüber, wie der BMI ein „moderner Aberglaube“ und völlig unsinnig ist. Dabei nutzt er bevorzugt uralte Studien und ignoriert die neuen Forschungen. Im Gegenteil, mit den uralten Studien lässt er es so aussehen, als sei der BMI irgendeine unsinnige Zahlenspielerei von Versicherungsgesellschaften, die so gar nichts mit der Realität zu tun hat. Und gerade das ist der lächerlichste Punkt. Wäre es tatsächlich so, dass ein höherer BMI gesünder wäre, dann hätten sich schon längst findige Versicherungen auf Dicke gestürzt, denn für Versicherungsgesellschaften bedeuten diese Krankheits- und Sterblichkeitsberechnungen bares Geld. Wären Dicke tatsächlich langlebiger und gesünder, würde sich eine Lebensversicherungsgesellschaft, die Dickenfreundliche Tarife anbietet eine goldene Nase verdienen. Gerade Versicherungen geht es ausschließlich um Geld, und ganz sicher nicht um versteckte Absichten und hintergründige Verschwörungen.

Wenn Pollmer seriös über den BMI geschrieben hätte, hätte er nicht die 1% Schwarzeneggers erwähnt, die aufgrund ihrer Muskelmasse „adipös“ sind, sondern vielmehr die 39% der Bevölkerung, die zwar laut BMI nicht adipös sind, aber aufgrund unserer typisch inaktiven Lebensweise so wenig Muskelmasse aufweisen, dass sie dennoch adipöse Körperfettwerte aufweisen.

bmi

Pollmer lügt also nicht nur knallhart, indem er normalgewichtige Schauspieler mal fix „übergewichtig“ oder gar „adipös“ macht, er manipuliert auch so, dass die berechtigte Kritik am BMI, dass dieser nicht die Fett- und Muskelmasse berücksichtigt, bei ihm glatt ins Gegenteil verzerrt wird. Er lässt es so wirken, als sei der BMI viel zu streng und würde massenweise Menschen für zu dick erklären, wo das eigentliche Problem darin besteht, dass er fast die Hälfte der Bevölkerung (je nach Studie) nicht als zu dick erkennt.

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40 Gedanken zu “Schwarzenegger auf Rohkost.

  1. Das mutwillige Missverstehen in Bestform. Niemand behauptet, dass der BMI die allsehende Zauberformel ist und auf keinen Fall anderen diagnostische Mittel (wie zum Beispiel einfach mal HINGUCKEN) genutzt werden dürfen. Gnarf.

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  2. xyz

    Fehlt hier „Wenn links “adipös” ist, dann ist rechts (Pollmer) natürlich auch nicht adipös.“ im ersten Teil des Satzes ein „nicht“? Also: „Wenn links NICHT “adipös” ist, dann ist rechts (Pollmer) natürlich auch nicht adipös.“ – Oder fehlt mir die Lesekompetenz?

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      1. Mona

        Ja, er ist bekannt. Auch früher aus dem Fernsehn. Ich glaub, er ist Lebensmittelchemiker. Ich hatte immer den Eindruck, dass er sich besonders wissenschaftlich und mit vernünftigem Menschenverstand darstellen will. Er sagt so Sachen, dass Pommes für Kinder gesünder sind als Kartoffel(?), weil das besser verdaulich ist oder so.
        Ich finde es auch nicht so toll, dass es von Gesundheit spricht aber selbst bestimmt nicht besonders Vorsorge mit seinem Körper betreibt. Muss man ja auch nicht, aber dann sollte man auch nicht sagen, was für andere gesund zu sein hat. Ich glaub ihm schon, dass er Ahnung von Verdaulichkeit hat, aber er ignoriert, dass das überschüßige Gewicht einfach auf die Gelenke geht und man mit tollem Essen allein, Krankheitsrisiken nicht so stark reduzieren kann wie mit einer Gewichtsreduktion. (Daran glaube ich im Moment einfach. Habe das nicht genauer untersucht.)

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      2. käse

        Streng genommen sagt er, dass das frittieren die Kartoffel bekömmlicher macht als das normale Kochen von Kartoffeln. Weil beim Frittieren das Solanin angeblich stärker zerstört wird als beim normalen Kochen.

        Und dann kam von ihm der Vergleich zwischen Blattsalat und Kartoffeln/Pommes, was das Vitamin C anging.

        Klar kann man es verkürzen auf „Lebensmittel XYZ ist gesünder“.

        Streng genommen prangert er ja die „XYZ ist gesünder“-Kultur an, macht aufmerksam damit Kritisch mit den Dingen umzugehen die so propagiert würden.
        In manchen Aussagen stimmt er überein mit dieser Aufklärungsmaschinerie hier.

        Allerdings übertreibt er es bei manchen Aussagen, deswegen nehm ich ihn nicht ganz für voll.
        Und der andere Aspekt ist: seine Polemik ist lustig. Aber wie Polemik/Humor halt so ist:
        Funktioniert nicht ohne Schwarz-Weiß-Malerei.

        Etwas differenziert darzustellen ist halt nicht lustig.

        (Möglicherweise isst der sogar Nüsse! Boah ey!)

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  3. yannaba

    Ich habe auch mehrere Bücher von Pollmer und fand ihn früher ganz interessant, weil er manche Themen ganz anders betrachtet und mit einigen Sachen auch Recht hatte.
    Allerdings ist mir in letzter Zeit (vor allem im Zuge seiner Hatz auf Vegetarier und Veganer) auch vermehrt aufgefallen, dass er gerne Sachverhalte extrem verzerrt (oder eben knallhart lügt) und Gegenargumente völlig ignoriert.
    Also verwundert mich das zitierte Geschwurbel nicht mehr – er macht sich die Welt einfach so, wie sie ihm gefällt und stempelt jeden Kritiker als Idioten ab. Und verbreitet geziehlt Fehlinformationen, so wie z.B. auch in diesem Zusammenhang: http://www.wheaty.com/de/aktuell/statements/offener-brief-oeko-test-und-udo-pollmer/

    Mittlerweile ärgere ich mich ernsthaft über ihn und seine Aussagen, besonders weil ich ihn für durchaus intelligent halte und denke, dass er das ganz bewusst macht. Und das ist irgendwie widerlich, finde ich…

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    1. (Ich bin generell immer etwas unsicher, wann jemand prominent genug ist, damit es OK ist, ein Foto zu verwenden. Bei Pollmer war ich der Meinung, da er die Öffentlichkeit sehr sucht und oft in den Medien, Talkshows etc. ist, sei es OK. Aber du hast recht, dass sein BMI im Prinzip egal ist für die Grundfrage, undder Vergleich mit Schwarzenegger war unnötig – wobei das genau das war, was ich damit aussagen wollte)

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  4. Frank

    Das der BMI für den durchschnittlichen Menschen nicht stimmt, damit zu belegen dass er für extreme Ausnahmeerscheinungen wie Schwarzenegger nicht passt, ist echt total logisch. Um dem zuzustimmen, muss man es aber echt so richtig wollen.

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  5. yannaba

    Pollmer lebt davon, der breiten Masse zu erzählen, dass sie sich auf keinen Fall irgendwie verändern (bzw. verbessern) sollen. Diäten, Sport? Alles Mist. Vegetarier/Veganer? Alles Idioten, Fanatiker und esoterischer Unsinn. Alkohol, Zigaretten? Völlig in Ordnung und sogar gesundheitsfördernd.
    Wo er früher noch manchmal witzig war, hört er sich heute nur noch an wie eine kaputte Schallplatte.

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    1. Hapi

      Pollmer behauptet Zigaretten seien in Ordnung und sogar gesundheitsfördernd? Dafür hätte ich dann gerne mal einen Beleg, sonst kann ich solch eine Aussage nicht ernst nehmen.

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      1. yannaba

        Siehe sein Buch „Wer gesund lebt ist selber schuld“. Kann man aber auch einfach googeln. Zitat aus dem Buch:

        „Hat Nikotin auch gesundheitliche Vorteile? Natürlich, das ist bei einem so potenten Wirkstoff wie Nikotin eigentlich unvermeidlich. Tabak gehört zu den Nachtschattengewächsen, die ein wichtiger Bestandteil des Arzneischatzes der Menschheit waren und wie im Falle der Tollkirsche bis heute sind. Rauchen fördert nicht nur Lungenkrebs, sondern verringert gleichermaßen auch das Risiko von Alzheimer und Parkinson, es heilt die Darmkrankheit Colitis ulcerosa und die Hautkrankheit Pyoderma gangraenosum, es hilft bei Hyperaktivität sowie bestimmten Formen der Epilepsie. Besonders kurios: Es normalisiert neurologische Schäden, die durch toxische Belastungen – etwa durch Barbiturate – während der Schwangerschaft eingetreten sind. Da Nikotin nicht patentierbar ist, sucht die Pharmawirtschaft fieberhaft nach Stoffen, die genauso wirken, aber eine etwas andere chemische Struktur aufweisen. Damit wäre sie auch aus der Schusslinie der Antiraucherkampagnen. Es geht hier nicht um Werbung für Tabak, sondern um Ehrlichkeit. Noch dazu gibt es andere Möglichkeiten, Nikotin zu applizieren, als das Rauchen. Aber wenn sich auf den Zigarettenpackungen Krankheitsdrohungen aller Art tummeln, wäre es ein Gebot der Fairness, hin und wieder auch einmal diese Erkenntnisse aufzudrucken.“

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      2. mendel

        Ok, das ist aber mit „Zigaretten sind gesundheitsfördernd“ unzulässig verkürzt.

        Ich entnehme deinem Zitat, dass Nikotin gesundheitliche Vor- und Nachteile hat; wie Herrn Pollmers Gesamtbewertung aussieht, wird an deinem Zitat nicht deutlich. Insbesondere weist Herr Pollmer (oder Frau Niehaus?) explizit darauf hin, dass man eben nicht Zigarette rauchen muss, um die Vorteile mitzunehmen.

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      3. yannaba

        Ja, das stimmt. Aber es ist schon das, was der Raucher da gerne rausliest, bzw. „Hey, mit dem Rauchen erhöht sich zwar mein Lungenkrebsrisiko, aber ich verringere das Risiko, an Parkinson und Alzheimer zu erkranken – also ist das irgendwie ausgeglichen und rauche glücklich weiter“. Genauso, wie der Säufer nur zu gerne von den positiven Effekten von Alkohol liest (die es natürlich auch gibt). Und der Dicke davon, dass Diäten schlecht sind und Übergewicht nicht gesundheitsschädlich. Und Fleischesser, dass Vegetarier Spinner sind. Klar ist an vielen seiner Aussagen tatsächlich was dran, und manches ist witzig und interessant. Wenn einem dann aber auffällt, dass er bewusst Halbwahrheiten verbreitet wird man da skeptischer. Und da der Mann ganz gewiss nicht dumm ist, tut er das ganz bestimmt bewusst. Auf berechtigte Kritik und Nachfragen reagiert er einfach gar nicht.
        Und z.B. seine Hatz auf Vegetarier finde ich komplett daneben. Wozu ein ganzes Buch schreiben, um eine Gruppe Menschen anzugreifen?

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      4. mendel

        Ich hab’s aus meinem vorigen Post wieder gelöscht, aber da du das Argument jetzt so deutlich bringst: möchtest du ENM dafür verantwortlich machen, was andere aus ihren Comics herauslesen? Oder lieber nur für das, was tatsächlich drinsteht? Das sollte auch für Pollmer gelten.

        In Sachen Nikotin haben Pollmer und Niehaus keine Halbwahrheiten geschrieben, sondern eine Studie zitiert (mit Quellenangabe); ich halte das, was da über Nikotin steht, für nicht nur halb, sondern ganz wahr — oder sagen wir, auf dem Stand gegenwärtiger wissenschaftlicher Erkenntnis.

        Und weil *du* dazu neigst, dir aus dem Buch das „herauszulesen“, was dir passt, glaube ich dir auch nicht mehr, dass Pollmer zur „Hatz auf Vegetarier“ aufruft. Vermutlich hat er bloß ein paar Gefahren der vegetarischen Ernährung aufgezählt. In meinem neuen Ernährungswissenschaftsbuch (Elmadfa/Leitzmann) wird eine an Vegetarismus angelehnte ballaststoffreiche Kost mit reduziertem Fleischanteil als erstrebenswert empfohlen, damit wir auch an den „Vitamiiiinen“, die in Worst sind, keinen Mangel haben.

        Und interessanterweise sind sich Nadja und Pollmer/Niehaus auch einig, dass BMI als Gesundheitsindikator nur bedingt taugt — es ist nur tw. schlecht, wie Pollmer das illustriert hat.

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      5. yannaba

        Also, ich wollte hier gar nicht so ein Fass aufmachen und habe mich wohl falsch ausgedrückt.. Dann war mein erster Post halt etwas polemisch und blöd. Sorry.

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      6. käse

        Streng genommen hat er einmal den Veganer und Nazi Vergleich gebracht.
        (Was im Internet aber auch nix Weltbewegendes ist. Nix anderes wäre der Begriff Feminazi, den man in Blogs häufig liest)

        Also seine Darstellung von Veganismus ist schon übertrieben. Anderen Ausagen kann man dagegen wieder recht geben. (Z.B. der Aussage, dass Veganismus in der Gesamtbevölkerung eigentlich kaum verbreitet ist. Ich meine es waren unter 3%. Aber diese vor allem im Internet einen Wind machen, dass es einen ganz anderen Eindruck erweckt)

        Zwischen den Zeilen kann man dann auch gutes finden. Aber bei Pollmer ist es wohl wie beim Lollipop/Cakepop hier: entweder man kann mit seinem Humor was anfangen und liest zwischen den Zeilen Akzeptables. Oder man findet es übertrieben und unsachlich.

        (Zwischen den Zeilen zu lesen ist immer so eine Sache… Menschen haben ja viel Fantasie, man kann zwischen den Zeilen alles mögliche vernehmen. Die Intention eines Menschen kann man ja nur erraten: will er aufklären, Bücher verkaufen, Leute verarschen, oder einfach nur Dinge witzig verpacken. Die meisten Menschen lesen zur Unterhaltung ja keine Sachbücher)

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      7. Michael Mendelsohn

        Zu Pollmer und Vegetariern gibt’s ein Interview mit dem Lebensmittelchemiker Pollmer auf der Website von Eu.L.E. e.V., wo er auch in der Online-Redaktion ist: „Ein Teller Spargel ist so nahrhaft wie ein kleiner Korken“.

        Da geht er bis „Die vegetarische Bewegung selbst hat ihre Wurzeln im Dritten Reich.“ und „Die heutigen Vegetarier wissen von der faschistischen Vergangenheit ihrer Ideologie in aller Regel nichts“: Ist das ein Nazivergleich? Ich hab‘ leider noch keine belastbare Quelle zum Thema „Reichsvollkornausschuss“ gefunden.

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      8. Nick

        “Die vegetarische Bewegung selbst hat ihre Wurzeln im Dritten Reich.”

        Das ist natürlich haarsträubender Unsinn, alleine schon deshalb, weil die Veggie-Bewegung gute 100 Jahre älter ist als die NS-Herrschaft.

        Es ist zwar richtig, dass es so einige Wurzeln des NS auch in der Lebensreform-Bewegung liegen, aber die Lebensreform-Bewegung war sehr breit aufgestellt.

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      9. Nick

        Der BMI ist natürlich nur ein Indikator, der aus der Beobachtung von Populationen gewonnen wurde. Die Aussagekraft für Individuien hat selbstverständlich gewisse Einschränkungen.

        Leute wie Pollmer inszenieren sich mit solchen Banalitäten als großartige myth-buster. Im Grunde ist es ein sehr billiger Strohmann: Niemand behauptet, dass der BMI ein allgemeingütliges Kriterium sei.

        Dass Pollmer dann auch noch mit falschen Daten operiert befördert ihn endgültig ins Reich der Vollpfosten.

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  6. An dieser Stelle habe ich mal eine Frage: Auf welcher Grundlage ist beim BMI eigentlich die Grenze zwischen adipös und nicht-adipös eigentlich bei 25 gelegt worde? Warum nicht bei 24,5 oder bei 26 oder wo auch immer?
    Ich habe einige Statistiken gelesen, wie viele Leute in welchen BMI-Abschnitt fallen, aber ich finde nirgendwo eine Begründung, weshalb Adolphe Quetelet die Grenzen gerade dort gezogen hat. Kann mich dort jemand schlau machen? Danke!

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    1. Die Grenze zu „adipös“ liegt bei 30, du meinst aber BMI 25 (also Grenze zum leichten ÜG?)?

      Meines Wissens nach war der BMI zuerst eine reine Normalverteilungsstatistik und in die 20-25 fiel laut Normalverteilung die Norm der Menschen damals. Mittlerweile hat man viele Populationsstudien gemacht und BMI 18,5-25 als idealen Wert im Bezug auf Gesundheit und Lebensdauer ermittelt. Zwischenzeitich war die Grenze mal bei BMI 27, aber die Mehrheit der Studien zeigt, dass bereits ab BMI 25 Gesundheitsfolgen drohen (je nach Studie auch schon früher, aberdas hägt dann doch zu stark vom Körperfettwert ab um esallgemeingültig zu sagen)

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  7. mendel

    „die 39% der Bevölkerung, die zwar laut BMI nicht adipös sind“ — die 39% ist die Quote bei den Studienteilnehmern, aber da das extrem geschlechtsspezifisch ist und die Bevölkerung ca. 50-50 aufgeteilt ist, würde ich nach deiner Tablle bei der Bevölkerung eher 35% als „skinnyfat“ annehmen — was natürlich deinem Argument keinen Abbruch tut. Ich hätte das „ein Drittel der Bevölkerung“ genannt, anstatt durch eine zweistellige Prozentangabe eine Genauigkeit vorzutäuschen, die vermutlich eh‘ nicht gegeben ist.

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      1. mendel

        Ja, beim „Grundprinzip“ sind wir uns einig. Mir geht’s nur darum, wie Statistiken kommuniziert werden; und da bist du eh‘ schon vergleichsweise supergut, weil du die Quelle in deinem Blogbeitrag bringst. 🙂

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  8. Ein Freund erzählte mir vor Jahren, dass ein Studienkollege von ihm als Lehrer nicht verbeamtet wurde, weil sein BMI zu hoch war. Besagter war Professioneller Bodybuilder mit einem hohen Muskelmasseanteil, aber der Arzt hätte auf seiner Checkliste als Kriterium nur den BMI gehabt.

    Als Amateur auf dem Gebiet glaube ich, dass der BMI durch seine Einfachheit beliebt ist. Gewicht und Größe lassen sich schnell ermitteln und die Berechnung sollte jeder hinbekommen, wenn nicht gibt es im Internet auch Seiten, die ihn berechnen. Als letztes kann man aus Tabellen ermitteln, wo man steht.

    Muskelmasse zu Fettanteil zu ermitteln macht ein ganz anderes Fass auf. Gerne zu sehen bei Reportagen über Körperfettwagen und deren „zuverlässige“ Ermittlung der Vitalwerte.

    Ich stimme mit Dir überein, dass der BMI hinreichend (A->B), aber nicht notwendig (AB) auf einen problematischen Körperzustand hinweist, aber unter Umständen Menschen mit unauffälligem BMI in falscher Sicherheit wiegt.

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    1. Von solchen (einzel)fällen habe ich auch schon gehört, und das ist natürlich Bullshit. Wobei andererseits Bodybuilder ebenfalls ein erhöhtes Risiko für manche Adipositasassoziierte Erkrakung haben, einfach weil stark erhöhte Körpermasse generell eine Belastung darstellt. Klar, Muskeln sind gesünder als Fett, aber wenn es in die Extreme geht, heißt „mehr“ halt auch nicht direkt „gesünder“ – Schlanksein ist jaauch nur bis zu einem gewissen Grad (a.k.a. Untergewicht) gesund, bis es ins Gegenteil kippt. Also die Bodybuilder nun als den INbegriff des BMI-Wahnsinnsdarzustellen, weil die mit BMI 30 ja so megagesund sind, ist auch wieder nicht so das Wahre.

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  9. Günther

    Wenn die dicken länger Leben verdient sich eine Versicherung also eine goldene Nase, wenn sie dickenfreundliche Tarife anbietet. Aha. Die Nase wird allerdings noch goldener, wenn ich den Dicken einrede, sie hätten mit ihrem BMI ein höheres gesundheitliches Risiko, gegen das sie sich unbedingt absichern müssen und das natürlich auch ganz andere Beiträge erfordert, schließlich ist man ja auch ein Risiko für die Versicherung. Und wenn solche Beitragszahler dann tatsächlich länger leben, blechen sie auch schön lange.

    Wieso soll eine Versicherung jetzt nochmal dickenfreundliche Tarife einführen?

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    1. Wir reden von LEBENSversicherungen, und die ziehen ihren Profit eben darüber, dass Menschen möglichst lange Beiträge zahlen (und möglichst länger, als dann die Prämie im Todesfall hoch ist) – wenn nun also Dicke doch viel länger leben würden, wäre die Versicherung mit den dickenfreundlichsten Tarifen natürlich am besten dran, schließlich kämen dann die besten Vericherungsnehmer zu ihnen. Wer ist schon so doof und wählt Versicherung A, weil die einem einen miesen Tarif mit „Ja, Sie als kurzlebiger Dicker sind halt ein Risiko“ einredet, wenn Versicherung B einen viel besseren Tarif bietet?

      Edit: Worauf ich hinaus will ist natürlich die Konkurrenz unter den Versicherungsgesellschaften. Die besten Tarife werden ja nicht zum Spa0 so gut gemacht oder weil man bestimmte Personenruppen wie Nichtraucher so nett findet, sondern aus knallharten marktwirtschaftlichen Motiven, weil man eben das beste Angebot für attraktive Versicherungsnehmer haben will, um möglichst viele langlebige Klienten zu gewinnen. Die weniger „attraktiven“ Versicherungsnehmer (Raucher, Übergewichtige, Risikosportler, Risikoberufe, chronisch Kranke, Menschen die schonal in Psychotherapie waren (sehr ungerecht, btw.)) finden oft nur schwer Versicherungen, die sie annehmen und dann eben zu schlechteren Konditionen. Warum? Weil sie früher sterben und entsprechend weniger attraktive Klienten sind. Wäre da eine zu Unrecht diskriminierte Gruppe darunter, die doch tatsächlich viel länger lebt, hätten sich Versicherungen schon längst darauf gestürzt und sie mit attraktiveren Tarifen alle zu sich gelockt. Denn diese Versicherung hätte dann natürlich einen riesen Vorteil mit der attraktivsten Klientengruppe zu (relativ guten) Konditionen.

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  10. Pingback: Versicherungen. | Fettlogik überwinden.

  11. Günther

    „wenn nun also Dicke doch viel länger leben würden, wäre die Versicherung mit den dickenfreundlichsten Tarifen natürlich am besten dran, schließlich kämen dann die besten Vericherungsnehmer zu ihnen.“

    Wie gesagt kommen die auch, wenn man ihnen einredet, sie hätten ein gesundheitliches Risiko, gegen dass sie sich bzw. ihre Familie absichern müssten.

    „Wer ist schon so doof und wählt Versicherung A, weil die einem einen miesen Tarif mit “Ja, Sie als kurzlebiger Dicker sind halt ein Risiko” einredet, wenn Versicherung B einen viel besseren Tarif bietet?“

    Nochmal zum mitschreiben: wir Dicken lassen uns versichern und zahlen bereitwillig die höheren Beiträge, weil wir verunsichert sind. Das evtl. Plus an Abschlüssen durch einen dickenfreundlichen Tarif würde sich durch die niedrigeren Beiträge nicht rechnen.

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