Nie mehr Apfelschorle und andere Fettlogiken

Web.de verbreitet mal wieder Fettlogik:

webfettlogik

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37 Gedanken zu “Nie mehr Apfelschorle und andere Fettlogiken

    1. grmpfhmbl

      Wenn sie denn wenigstens mal die „Familien- und Zwillingsstudien“ verlinkt hätten… dass sich diese Unart, Quellen nicht zu verlinken – in einem Medium dessen Großartigkeit darauf beruht, dass man alles verlinken kann – dermaßen festgesetzt hat in solchen Portalen ist einfach nur traurig. 😦

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      1. Nicht vergessen, dass das nur billige Webtexte sind, um auf einer Plattform wie web.de vorhandenen Content vorzuheucheln. Das Wort vermutlich für unter einen Cent. Dafür wird weder tiefgründiger Inhalt gekauft noch Recherche vom Texter verlangt.

        Blöd halt, wenn jemand das liest, der nach einer Bestätigung dafür sucht, dass er ja gar nix gegen machen kann, dass er dick ist.

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      2. Nick

        Blöd halt, wenn jemand das liest, der nach einer Bestätigung dafür sucht, dass er ja gar nix gegen machen kann, dass er dick ist.

        Wer sucht, findet sowieso. Richtig böse wird es nmE erst, wenn als seriös wahrgenommene Medien ein solches ohnehin schon weit verbreitetes Fehlverständnis von „genetischer Determination“ verbreiten.

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      3. pluvia

        „Richtig böse wird es nmE erst, wenn als seriös wahrgenommene Medien ein solches ohnehin schon weit verbreitetes Fehlverständnis von “genetischer Determination” verbreiten.“

        Gerade bei einem Text, in dem es um Minderjährige geht, ist auch dieses Medium schon höchst problematisch. Ich sehe regelmäßig, wie schwer es Studenten fällt, die fünf und mehr Jahre älter sind, einzuschätzen, welche Medien als seriös wahrzunehmen sind. (Zu) viele Schaffen das auch in Bachelor- oder Masterarbeiten noch nicht richtig. Ich spreche hier von Leuten, die alle klar älter als 16 Jahre sind, das Abitur geschafft haben und zumindest einige Semester an der Uni, sodass zu vermuten ist, dass die kritische Lesekompetenz etwas höher als im Bevölkerungsdurchschnitt liegen sollte.

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      4. Mona

        Das wird einem ja nirgends beigebracht. Wie habt ihr gelernt, was seriös oder wenn ihr studiert habt, was wissenschaftlich ist und was nicht?

        Ich hab zum Beispiel extrem spät im Studium überhaupt erfahren, dass es Primär- und Sekundärliteratur gibt. Ich dachte wirklich fast bis zum Schluss, alles steht in Büchern. Wenn ich was neues will, brauch ich einfach ein neues Buch. Ist aber nicht so.
        In der Schule hieß es immer: Lies dies und das. Im Studium eigentlich auch, zu den Vorlesungen gab es Literaturlisten, also Bücher und ich hatte alle Vorlesungen durch ohne zu erfahren, dass man nicht nur in Büchern lesen kann, sondern, dass es auch Paper/Journals gibt. (Ich hab auch noch nie erlebt, dass man irgendwo lernen kann, wie so ein Paper zu schreiben ist. Man muss erstmal selbst herausfinden, dass das Regeln hat und man das noch nicht kann und dann sich Anleitungsbücher dazu holen, weil es einem auch keiner wirklich erklären kann, meistens weil die Uni-Mitarbeiter im Stress sind und keine Zeit für Studenten haben.)
        Es gab auch nie jemanden oder einen Kurs oder sonstige Veranstaltung, die aufgezeigt hat, was denn wissenschaftliches Arbeiten ist und was nicht. Bei uns hat jeder das irgendwie so gemacht, wie er gerade dachte, dass es zu sein hatte so eine wissenschaftliche Arbeit und je nach Betreuer der Abschlussarbeit hat er einem das ein bisschen beigebracht und erklärt oder nicht, weil es ihm egal war oder weil er im Stress war oder weil er vielleicht selbst keine Ahnung hat. Das mit „keine Ahnung“ glaube ich nicht wirklich, denn wieso sollte ein Institut einen Mitarbeiter einstellen, der nicht wissenschaftlich arbeiten und schreiben kann.

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    1. Nova

      Ähm, exakt so gibt man halt Werte an, wenn man keine exakten Angaben machen kann. Fehlt eigentlich nur noch, wie die Wahrscheinlichkeit für jeden Wert ist, dass er der echte Wert ist (also ob die Angabe beispielsweise normalverteilt oder gleichmäßig verteilt ist oder so, aber das machen selbst richtige Studien nicht immer).

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    2. Kris

      …und ich schätze ( 😉 ), dass das, was bei vielen Leuten (vllt. 50 – 90 % 😀 ) leider dadurch hängenbleibt, das sein wird: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, das Übrgewicht bis zu 90 % genetisch bedingt und somit unvermeidbar ist!“

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    3. Nick
      1. Nick

        ..vor allem können Heritabilitäten immer nur für eine ganz konkrete Umwelt angegeben werden. Heritabilitäten schwanken sehr stark, je nach Umwelt.

        Wenn es *nichts* zu essen gibt, verhungern alle Menschen. Die Heritabilität tendiert dann gegen Null – obwohl es gerade dann sehr stark genetisch Determiniert ist, dass sie verhungern.

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  1. Mona

    Oh nein!
    Vor allem der letzte Satz ist furchtbar. 1. Die tun so als ob alle Jugendlichen massenweise süße Getränke in sich hineinkippen. 2. Die tun auch noch so, als ob es überhaupt keine Rolle spielt, was man futtert, der eine wird halt dicker, der andere bleibt dünn. Sie geben nur zu, dass man vom Süßen schlechte Zähne bekommen könnte.

    Die Schreiber könnten mal ein Stückchen weiter denken und sehen, dass manche Jugendliche sehr viel Sport machen und einige sich so gut wie gar nicht bewegen und das vielleicht einen großen Unterschied macht? Schon allein der Muskelanteil ist total unterschiedlich und dadurch kann der eine halt mehr essen als der andere ohne zuzunehmen.

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    1. Mona

      Was hat die Apfelschorle damit zu tun?
      Ich kenn das so, dass Kinder Apfelschorle bekommen und die Jugendlichen gern Cola oder Energy-Zeug trinken, wenn sie überhaupt auf süße Getränke stehen.

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      1. Mona

        Finde ich auch. Aber auch in Bezug auf die Zähne.
        Manche geben den Kleinkindern wirklich ständig statt Wasser irgendwelche Säfte. Und wenn die Kinder dann kaputte Zähne haben, sagen die Eltern so dummes Zeug wie: „Ist ja nicht schlimm, sind ja nur Milchzähne.“ o_O
        Bei zu hohem Körperfettanteil sagen die Eltern: „ach das wächst sich noch raus.“

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    2. Jo, ich hab früher als Jugendlicher literweise Cola und dergleichen getrunken und täglich 1-3 Tafeln Schokolade gegessen ohne zuzunehmen. Daß ich täglich in 45 Minuten 25km mit dem Rennrad unterwegs war und die Nachmittage im Schwimmbad verbracht habe hatte damit bestimmt nichts zu tun…

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  2. Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass die Autoren solchen Schwachsinns alles Mitglieder dieses Vereins gegen Gewichtsdiskriminierung sind mit dem speziellen Auftrag zur Indoktrination des typischen Dünnbrettbbohrers^^

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  3. DieGabsi

    Sagenhaft, wie schnell sich der Mensch genetisch innerhalb von wenigen Generationen verändert haben muss: innerhalb von ein paar Jahrzehnten stieg der Durchschtnitts-BMI um 6 Punkte, also muss diese geheimnisumwitterte Veranlagung wie eine Seuche um sich greifen…

    Ja, kann man nicht wirklich was gegen machen und irgendeinen finde ich dann schon, der noch dicker ist, da muss man nun wirklich Modelmaße anstreben, es sei denn, man nimmt Tess Dingens als Vorbild.

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    1. Nick

      Die Aussage „der Einfluss der Gene (auf die Varianz des Übergewichtes in der Bevölkerung modernder Industriegesellschaften) beträgt 50 bis 90 Prozent“ ist ja nicht unbedingt falsch, man muss sie nur richtig interpretieren. Das folgende „Aus diesem Grund leiden bei vielen Jugendlichen, die massenweise süße Getränke in sich hineinkippen, allenfalls die Zähne, während andere massiv an Gewicht zulegen“ ist das Problem, erstens weil es falsch ist und auch überhaupt nichts mit dem zu tun hat, was „Forscher“ sagen, und zweitens weil es eben zu einer groben Fehlinterpretation des „genetischen Einflußes“ geradezu einlädt.

      Unsere Vorfahren sind tendenziell nicht dick geworden, weil sie in einer anders gestrickten Umwelt lebten. In der _aktuellen_ Umwelt kommt der untersuchte genetische Einfluß zum Tragen, der offenbar den einen schlank bleiben und den anderen dick werden lässt.

      Der eine bewegt sich mehr und/oder kippt weniger Softdrinks in sich hinein als der andere, und _darauf_ haben eben offenbar die Gene einen gewissen Einfluß. Wenn man nun auf seine Ernährung und auf seine körperliche Aktivität gezielt Einfluß nimmt, dann tritt dieser genetische Einfluß in den Hintergrund.

      Man hat sich selbst sozusagen in eine andere Umwelt verfrachtet, womit die Aussagen zum genetischen Einfluß (auf die Varianz) erstmal ungültig werden. Man müsste neue Heritibilitäten für die Population „Menschen, die auf ihre Ernährung achten“ ermitteln und diese dürften völlig anders aussehen.

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  4. Natürlich gibt es eine genetische Disposition hinsichtlich der Nahrungsaufnahme, es ist halt nur die Sache wie man damit umgeht. Ich muss mich halt kalibrieren. Essen tracken und an der Waage überprüfen, dann klappt das auch. Es ist einfach unverantwortlich von solchen Seiten das Körpergewicht als Naturkonstante hinzustellen, getreu dem Motto : „Einmal fett, immer fett! Machen kannste da nix und wenn Du es versuchst wird es eh nur Quälerei, also friss ruhig weiter und noch ein kleines Trostpflästerchen oben drauf, is ja eh egal!“. Es ist aber keine Quälerei und insbesondere in der Pubertät kann ich doch mit kleinen Maßnahmen viel erreichen, schließlich wächst der Körper und kommt automatisch zu einem höheren Grundumsatz.

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  5. Closer Than Yesterday

    Dazu fällt mir eine Frage ein, die ich schon länger habe. Ich kenne einige jüngere Menschen, die ziemlich viel essen und trotzdem eine super Figur haben. Wenn man den Alltag mitbekommt, dann handelt es sich bei der Beobachtung nicht nur um gewisse soziale Anlässe, bei denen jeder mehr isst als üblich, sondern um die normale Routine. Auf Ernährung wird nicht besonders geachtet, weil es für sie schlichtweg keine Rolle spielt. Wenn ich das realistisch überschlage, dann komme ich auf jeden Fall auf ein Kalorienplus (trotz Sport) und trotzdem schlägt das überhaupt nicht auf die Figur. Da frage ich mich, wie das sein kann? Rein rechnerisch müssten diese Menschen deutlich mehr wiegen, sind aber gertenschlank. Auch bei mir selbst habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich FastFood und Süßigkeiten als Jugendliche nicht bei der Figur bemerkbar machen und ich erst darauf achten musste, als ich erwachsen und längst ausgewachsen war.

    Den zitierten Artikel finde ich zwar absolut daneben, aber rein über die Kalorienbilanz kann man sich diese Fakten definitiv nicht erklären. Kann es sein, dass ein Kalorienplus sich bei Jugendlichen nicht unbedingt bemerkbar machen muss und dies erst später geschieht oder gibt es andere Erklärungen?

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    1. Nick

      My Cents: Bis mitte 20 sind Wachstumshormone noch aktiv und danach wird Muskelmasse sukzessive durch Fett ausgetauscht, was zunächst keinen von außen sichtbaren Effekt hat.

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      1. MiSa

        Ja, genau so hab ich das auch erlebt … in meinen 20ern hab ich gegessen, wie ich lustig war, und jede woche kiloweise schokolade gegessen – kein Sport, stabiles Gewicht. Ende 20 war es damit dann ziemlich schnell vorbei und ich hab zugenommen – und hab das jetzt mit Anfang 30 dank dieses Blogs hoffentlich wieder im Griff. Fürs kommende Jahr hab ich mir jetzt vorgenommen, mit Kraftsport anzufangen – ich bin zwar jetzt schlank, aber immer noch fürchterlich unsportlich und mit kaum existenten Muskeln

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    2. Mona

      Ich kenn das von jungen männlichen Studenten (18 und 19 Jahre alt), die futtern, wenn sie was essen als ob man denen die letzten 7 Tage nichts gegeben hätte. Wenn ich aber wirklich komplette Tage mit denen verbracht hab, hab ich immer gesehen, dass die mal dies mal das machen und einfach vergessen zu essen und deswegen ein oder zweimal am Tag riesengroße Berge essen. Bei denen wird es auf jeden Fall durch Sport und z.B. nicht-Frühstücken ausgeglichen.

      Besonders wenn Jugendliche wachsen, futtert sie ja viel und werden eher schlanker als dicker dabei, weil sie halt in die Höhe schießen. So erkläre ich mir das zumindest, wenn 12-jährige Mädels ganz dürr sind und mit 15 Jahren dann nicht mehr so sehr (da müssten auch Hormone beteiligt sein, die die Fettverteilung beeinflussen). 18-jährige Männer, die erst einmal dürr sind, haben mit 22 schon ein bisschen mehr auf den Rippen.

      Noch eine Vermutung: Jugendliche sind vielleicht viel häufiger und mehr innerlich aufgewühlt, sodass sie auch mehr Energie dafür brauchen.

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      1. Nick

        Ich kenn das von jungen männlichen Studenten (18 und 19 Jahre alt),[..]

        Ja, das war bis mitte 20 auch meine Gewohnheit. So langsam komme ich dahinter, dass das vielleicht gar nicht so dumm war. Von wegen „Du musst regelmäßig essen, sonst wirst du krank und dick!“ – Es scheint mir genau umgekehrt zu sein.

        Disclaimer: Natürlich gilt „nur die Kalorienbilanz“, es ist halt die Frage bei welchem Stil man weniger/mehr Kalorien zu sich nimmt, ohne jede Kalorie zu zählen.

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    1. Michael Mendelsohn

      Der Informationsgehalt der Aussage ist, dass es mindestens eineN auferksameN LeserIn gibt; und die Wahl der Zahl 80 hat psychologisch einen Framing-effekt.

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  6. maSu

    wegen dem Bullshit bin ich echt am Überlegen, ob ich meine Web.de-Mailadressen nicht einmotte… diesen Schrott will ich nicht weiter unterstützen… aber die Umstellung ist aufwändig.

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  7. Hotte

    Zum Thema Gewicht und Zwillinge möchte ich die „The-Biggest-Loser“-Staffel erwähnen, bei der einer der eineiigen Zwillinge gewonnen hat, während der andere nach dem Camp-Aufenthalt wieder zugenommen hatte. Das für mich der Anlass, in Sachen Genetik nicht mehr viel zu glauben.

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