Gastbeitrag: Dem Hungerstoffwechsel auf der Spur

Ein Gastbeitrag von Robin Urban:

Was mir beim Abnehmen immer am meisten im Wege stand, war die Angst, meinen Stoffwechsel zu zerstören.

Ob man es nun Hungermodus, Hungerstoffwechsel oder Sparmodus nennt, gemeint ist in Kontext von Diäten immer dasselbe: Bekommt der Körper „zu wenig“ Energie in Form von Kalorien, glaubt er sich in einer Hungersnot und beginnt daraufhin, panisch das wenige zu „bunkern“, das ihm noch zugeführt wird – was dann zu der paradoxen Situation führt, dass man langsamer abnimmt, je weniger man isst. Schlimmer noch: Da sich der Körper an diesen Zustand gewöhnt, bunkert er noch weiter, selbst wenn die Diät längst beendet ist. Die Folge ist eine Zunahme, gerne über das Startgewicht hinaus – der berühmte Jojo-Effekt!

Was nun genau „zu wenige“ Kalorien sind, daran scheiden sich die Geister, aber wie diese sich auswirken – darüber herrscht doch ein bemerkenswerter Konsens, ob nun in Frauenzeitschriften, Abnehmforen oder sogar in seriösen Medien.

Jahrzehntelang klang diese Erklärung für mich logisch, zumal ich die Auswirkungen von Crash-Diäten ja an mir selber beobachten konnte. Wie konnte es sonst sein, dass ich so wenig aß und trotzdem nicht abnahm, gar noch weiter zunahm? Mit Sicherheit hatten die ungesunden Diätexperimente in meiner Jugend meinen Stoffwechsel total kaputt gemacht. Eine Rückfahrkarte gab es meines Wissens nicht.
Ich weiß nicht, wie viele Tränen ich deswegen über die Jahre vergossen habe. Ich hatte mir den Weg in ein schlankes Leben selbst verbaut, weil ich ungeduldig gewesen war und völlig übertrieben hatte. Nun war ich zwar vernünftig geworden, aber mit meinem geschrotteten Stoffwechsel konnte ich nur schlank werden und bleiben, indem ich mich mit meiner Ernährung extrem einschränkte und/oder exzessiven Sport trieb – für den Rest meines Lebens. Beides Dinge, die mir unfassbar schwer, eigentlich sogar unmöglich erschienen.

Aus dieser Verzweiflung rettete mich „Fettlogik überwinden“. Schon in den ersten paar Kapiteln fanden sich Antworten auf all meine Gebete. Nur war es keine gute Fee, die meinen Stoffwechsel auf magische Weise reparierte, sondern das Wissen, dass er überhaupt nicht kaputt war! Denn: Einen Hungerstoffwechsel gibt es nicht!

Noch bevor ich das Buch zu einem Drittel gelesen hatte, stand mein Plan. Zum ersten Mal in meinem Leben zählte ich wirklich minutiös meine Kalorien mittels einer App. Diese sagte mir gleichzeitig, dass mein täglicher Kalorienbedarf tatsächlich nicht sonderlich hoch ist, allerdings nicht wegen meines Stoffwechsels (der völlig normal war), sondern aufgrund meiner geringen Körpergröße und meines vergleichsweise niedrigen Gewichts (trotz BMI 29). Er ist dennoch mehr als hoch genug, um auch ohne ständigen Verzicht ein niedriges Gewicht zu halten. Ich war nicht im Hungermodus, sondern hatte meine Kalorienaufnahme schlichtweg immer grandios unterschätzt!

Mich hatte zuvor immer abgeschreckt, mit welch geringen Kaloriendefizit sogenannte „gesunde“ Diäten arbeiten, die darauf ausgelegt sind, den empfindlichen Stoffwechsel nicht zu schädigen. Obwohl ich damals noch nicht wusste, wie eine Abnahme berechnet wird (7000 gesparte Kalorien = 1 Kilo weniger), war mir klar, dass ich auf diese Weise ewig brauchen würde, um mein Zielgewicht zu erreichen und schon ein Ausrutscher eine ganze Woche eiserne Diät zunichte machen konnte. Das hat mich oft schon im Vorfeld entmutigt, so dass ich es gar nicht erst probiert habe.

Nun wusste ich, dass der Stoffwechsel nicht kaputt gehen kann, egal wie wenig Kalorien ich esse. Solange ich auf meine Nährstoffversorgung achte (das auch mit Hilfe von freiverkäuflichen Vitaminen, die ich nicht mehr missen möchte, denn seit ich sie nehme, war ich nicht mehr einen Tag krank) und genug Eiweiß esse, werden weder Muskeln abgebaut, noch können irgendwelche Mängel entstehen. Solange mein Körper genug Fett hat, zehrt er von diesen Reserven, ohne dass der Stoffwechsel im Mindesten beeinträchtigt wird. Das ist furchtbar logisch, denn dafür sind sie da, und um das zu verstehen, musste es mir nur mal jemand auf diese Weise erklären.

Ich entschied mich also für eine sehr niedrigkalorische Diät (ca. 600-800kcal täglich, mit meist einem Ausnahmetag die Woche) und stellte meine Ernährung auf Low Carb um, da es auf diese Weise am einfachsten ging.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Und mit ihm kamen die… hm… nennen wir sie Stoffwechselhysteriker.

Egal ob im Real Life oder online: Wie oft mir in den letzten Monaten erzählt worden ist, dass ich mit meiner Diät meinen Stoffwechsel schrotten werde, kann ich gar nicht mehr zählen. Zwar hatte ich Dank dem Buch alle Argumente auf meiner Seite und war (zumindest am Anfang) durchaus bereit zum Diskutieren, aber schnell musste ich feststellen, dass von der Gegenseite leider überhaupt nichts Substanzielles kam. Der Hungermodus existiert, basta, immerhin hat die Schwippschwägerin des Typen, der früher mal bei meinem Onkel Zeitungen ausgetragen hat, genau dieses Schicksal ereilt, und eine andere Erklärung (von denen ich einige auf Lager hatte) kann es ja auch nicht geben!!!

Während es eigentlich aus Sicht der Stoffwechselhysteriker nicht erklärbar war, warum ich auch Wochen nach Beginn meiner viiiel zu niedrigkalorischen Diät weiterhin regelmäßig im Schnitt ein Kilo pro Woche verlor, prophezeite man mir dennoch den Jojo-Effekt, sobald ich wieder „normal“ esse.

Die totale Ignoranz, begleitet von der dummdreisten Unwilligkeit, mal belastbare Beweise für die aufgestellten Behauptungen zu liefern, machten mich auf die Dauer ziemlich sauer. Aber zu keinem Zeitpunkt zweifelte ich, dass der Hungerstoffwechsel vielleicht doch existiert.

Und schließlich hatte ich Gelegenheit, meine neuen Überzeugungen auf die Probe zu stellen.

Nach Start meiner Diät im April fand im Sommer, ca. dreieinhalb Monate später, ein großes Fest statt, auf das ich eifrig hingearbeitet hatte, denn die Menschen, die ich dort treffen sollte, hatten mich das letzte Mal mit meinem Startgewicht gesehen. So erreichte ich dann auch genau das, was ich beabsichtigt hatte: Allen fiel die Kinnlade runter, als ich mehr als 15 Kilo schlanker auftauchte.

Danach fand ich, dass ich eine Diätpause verdient habe, auch wenn ich mein Gesamtziel (20 Kilo Verlust) noch nicht erreicht hatte. Aber inzwischen war ich optisch mit mir schon sehr zufrieden, womit ein Großteil des Leidensdrucks und damit auch meine Motivation weg war. Ich wollte also mal wieder eine Zeitlang „normal“ essen, sprich: gemäß meines Tagesumsatzes. Und vor allem wollte ich wieder Kohlenhydrate!

Dies hätte also der Moment sein müssen, wenn der Hungerstoffwechsel sein böses Haupt erhebt. Folgendes ist passiert:

Innerhalb von nur zwei, drei Tagen nahm ich ein ganzes Kilo zu.

Ohherrgottsakra – Hungerstoffwechsel?! Nope. Dieses Kilo entsprach genau dem Kilo, dass ich bei Start meiner Diät innerhalb des gleichen kurzen Zeitraums verloren hatte.
Wie das? Nun, die Kohlenhydratspeicher des Körpers binden eine Menge Wasser. Leeren sich diese, weil man keine Kohlenhydrate zu sich nimmt, wird das Wasser freigesetzt – man verliert ganz locker Gewicht. Dieser Effekt kehrte sich nun aber um, da ich ja wieder Kohlenhydrate aß. Demnach füllten sich die Kohlehydratspeicher wieder und nahmen erneut Wasser auf. Das kann man durchaus ein wenig ärgerlich finden, aber es ist halt trotzdem nur Wasser statt Fett und mit einem ominösen Hungerstoffwechsel hat das nun mal überhaupt nichts zu tun.

Der Sommer schritt fort. Inzwischen steht der Winter vor der Tür. Seit dem Fest habe ich noch einige Male versucht, die letzten paar Kilos anzugehen. Aber wie gesagt: Der Leidensdruck ist nahezu weg, die Motivation gering. Außerdem fanden viele Partys statt, Grillabende, Zechtouren – alles keine Gelegenheiten, während derer man viel Bock auf Diät hat.

Momentan sieht es also so aus, dass ich in den drei Monaten seit Beginn meiner Diätpause (denn sie ist tatsächlich nur pausiert, nicht beendet) insgesamt – also mit dem Kilo, das nur aus Wasser besteht – ZWEI Kilo zugenommen habe. ZWEI. Das ist nicht nur weit entfernt von dem, was mir im Zuge des unabwendbaren Jojo-Effekts prognostiziert worden ist, sondern auch komplett erklärbar. Denn: Ich habe in diesen Wochen und Monaten schlicht und ergreifend zu viel GEGESSEN. Die Zunahme entspricht ziemlich genau dem, was ich aufgrund meiner (in dieser Zeit lediglich geschätzten) Kalorienaufnahme erwartet habe. Zwar gab es Tage, an denen ich weit unter meinem Tagesbedarf blieb, aber halt auch Tage wie letzten Sonntag, an dem ich es ernsthaft schaffte, innerhalb von 14 Stunden zweieinhalb Pizzen zu essen. Ich habe nicht zugenommen, weil mein Stoffwechsel in den Keller gerasselt ist, sondern weil ich schlichtweg ein Kalorienplus gegessen habe.

Und was soll ich sagen: Ich habe jeden Moment davon genossen. Das Gefühl, hilflos meinem Stoffwechsel ausgeliefert zu sein, ist weg und daran ändert auch die geringe Zunahme nichts. Denn nun weiß ich, dass es jederzeit einen Weg zurück gibt. Tatsächlich habe ich diese Woche meine Diät neu gestartet, denn auch, wenn ich mich in meinem Körper so wohl fühle wie noch nie in meinem Leben, nervt es mich, noch nicht „fertig“ zu sein (denn vorher gibt’s auch keine neuen Klamotten!).

Was ich die letzten Wochen erleben durfte, war eine Bestätigung dessen, von dem ich schon seit einem halben Jahr überzeugt bin: Der Hungerstoffwechsel existiert nicht. Nie wieder muss ich mich in meiner Angst davor meine Diäten kaputt machen lassen. Und nie wieder muss ich mich in schlaflosen Nächten grämen, ob bei Erreichen meines Zielgewichts lebenslanger Verzicht auf mich wartet, denn ich weiß jetzt, wie viel ich am Ende essen darf und, ganz ehrlich, Leute, was da auf mich wartet, ist mehr als genug, um pappsatt zu werden und MEGALECKER.

Als letzte Anmerkung sei gesagt: Ich wusste, dass ich im Schnitt über meinem Tagesbedarf esse. Tatsächlich war die Gewichtszunahme in den letzten Wochen jedoch geringer als erwartet. Ich erkläre mir das durch den Kraftsport, den ich weiterhin betrieben habe und dessen Erfolge inzwischen unübersehbar sind. Tagesbedarfsrechner, wie ihn meine App zur Verfügung stellt, können immer nur Durchschnittswerte angeben. Inzwischen dürfte mein Muskelanteil jedoch schon etwas höher sein als der einer Durchschnittsfrau – womit auch mein Tagesbedarf gestiegen ist.

Niemand ist gezwungen, ein so hohes Kaloriendefizit zu essen wie ich oder gar Nadja, denn das ist zugegebenermaßen doch gar nicht so easy. Aber mir haben die letzten Wochen gezeigt, dass ich auf dem genau richtigen Weg bin. Ich zweifle nicht daran, dass ich die letzten Kilos noch vor Weihnachten los werde. Ihr seht, ich bin immer noch ungeduldig – aber wenigstens mache ich es jetzt richtig und weiß, was auf mich zukommt. Dabei ist keine Magie im Spiel, nicht mal ein Körper, der sich, warum auch immer, nicht an physikalische Gesetze hält.

Traumgewicht ist möglich. Ob mit viel oder wenig Verzicht, schnell oder langsam, ob Low Carb oder nicht, ist indes allein meine – eure – Entscheidung.

Es gibt keinen Hungerstoffwechsel – und damit habe ich, haben wir, es ganz allein in der Hand. Was einfach nur fantastisch ist!

31 Gedanken zu “Gastbeitrag: Dem Hungerstoffwechsel auf der Spur

  1. Warum stört es Dich noch, wenn irgendwelche Ahnungslosen ihre Vorurteile in die Welt pesten? Bei Dir ist es kein Gerede, sondern Tatsache. Das sollte Beweis genug sein. Lächle sie an und lass sie in ihrer selbstgeschaffenen Hölle zurück!

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    1. Naja, erstens, weil mir das viele Leute regelrecht aufdrängen. Das kommt ganz automatisch, wenn das Umfeld bemerkt, dass man abgenommen hat. Dann wollen alle wissen, wie man das gemacht hat und müssen das natürlich prompt kommentieren. Ich lasse aber sehr ungern auf mir sitzen, dass ich unverantwortlich gegenüber meinem eigenen Körper bin, also muss ich da leider diskutieren.
      Und zweitens mag ich es nicht, wie diese Hysteriker anderen Menschen einzureden versuchen, wie es richtig geht, obwohl sie selbst kaum Erfolge nachzuweisen haben. Ich weiß, wie es ist, wenn nichts klappt und man total verzweifelt ist, weil man einfach von allen Seiten Dinge hört, die nicht stimmen. Ich sehe nicht tatenlos zu, wie die Leidenszeit dieser Leute verlängert wird, nur weil irgendwelche Hysteriker nicht einsehen wollen, dass sie ihre Abnahme selbst zu verantworten haben, statt ihrem Körper die Schuld zuschieben zu können, wenn es nicht klappt.

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  2. ichichich

    „Obwohl ich damals noch nicht wusste, wie eine Abnahme berechnet wird (7000 gesparte Kalorien = 1 Kilo weniger)…“

    Kleine Nachfrage: Ich hab auch die ganze Zeit mit 7000 kcal als Energiegehalt eines kg Körpergewichts gerechnet, aber müssten es nicht 7700 kcal sein?

    Jedenfalls wird in den amerikanischen Foren (fatlogic…) mit 3500 kcal pro Pfund gerechnet, also 7000 kcal für 2 Pfund. 2 Pfund als offizielle angelsächsische Maßeinheit sind aber ca. 900 Gramm – nicht zu verwechseln mit den umgangssprachlichen zwei Pfund = 1 kg Äpfeln auf dem Markt.

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    1. nessii

      Ganz genau kann man das sowieso nicht sagen. Die Sache ist, dass natürlich 1kg reines (!) Fett 9000kcal hat, denn schließlich hat 1g Fett 9kcal. Das Ding ist aber, dass unser Fettgewebe auch zu einem guten Teil aus Wasser besteht, was natürlich die kcal/kg senkt. Wie viel genau, darüber scheiden sich die Geister, daher kann durchaus beides im Rahmen sein.

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  3. Christine

    Ja, das ist toll nicht nur zu verstehen, dass es keinen Hungerstoffwechsel gibt, sondern am eigenen Leib zu merken dass man ein niedrigeres Gewicht halten kann. Ich hab 10 Kilo abgenommen und seit 2 Monaten pausiert und nur ein Kilo zugenommen.

    Ich würd gern wieder starten, aber tu mich schwer mit einem Plan, ich hatte über 3 Monate mit cirka 1500 kcal am Tag abgenommen. Die Geduld hab ich nicht nochmal. Wie sieht denn so ein Ernährungsplan mit 600 – 800 kcal aus?

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    1. Ich betreibe intermittierendes Fasten, esse also nur einmal am Tag. Auf die Weise ist es leichter, mit wenig Kalorien auszukommen. Eine kleine Auswahl an Gerichten habe ich hier verbloggt: https://robinsurbanlifestories.wordpress.com/2015/05/27/der-endgegner-im-badezimmer-5-meine-diat/
      Und wenn du hier auf dieser Seite oben den Reiter „Rezepte“ anklickst, findest du ein schmackofatzes Rezept von mir für Spinatcupcakes mit Lachs 🙂

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  4. freak
      1. freak

        Okay. Mich hat nur die kategorische Aussage: „Hungerstoffwechsel gibt es nicht“ gestört. Selbst wenn er, das schrieb ich ja auch (sic), im Zusammenhang mit Diäten oft missverständlich gebraucht wird. Ich finde es wichtig, darauf hinzuweisen, dass sich der Metabolismus durch deutlich reduzierte Nahrungsaufnahme über einen längeren Zeitraum hinweg, durchaus verändert/verändern kann, und dass die Person dazu nicht im UG sein muss.

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    1. Natürlich gibt es einen Hungerstoffwechsel – wenn man wirklich am Verhungern ist. Darauf beziehe ich mich aber nicht. Deshalb habe ich am Anfang eine Definition gegeben. Man beachte auch die Formulierung „im Kontext von Diäten“ und „solange der Körper genug Fettreserven hat“.

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  5. Hana Mond

    Ich habe nie an „Stoffwechsel kaputt machen“ geglaubt, aber habe früher gedacht, dass man bei sehr niedriger ckal-Aufnahme als Folge vom „Hungerstoffwechsel“ weniger Energie hat, sich schlapper fühlt. Wodurch dann deshalb die Abnahme langsamer würde, weil man träger würde und sich weniger bewegte.

    Glückwunsch zu deiner erfolgreichen Abnahme! Und viel Spaß mit der neuen Garderobe, die es dann geben wird 😀

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  6. Übrigens gibt es tatsächlich einen „Hungerstoffwechsel“ – auch wenn das was völlig anderes ist, was die „Stoffwechselhysteriker“ (sehr guter Begriff) meinen.
    In den echten Hungerstoffwechsel geht der Körper, wenn man gerade – tatsächlich – verhungert. Dann verdaut sich der Körper nämlich selbst.

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  7. ehrlich, also, irgendwie macht dieser Hungerstoffwechsel so gar keinen Sinn. Angenommen, mein Körper hat ganz gute Fettreserven und er bildet sich jetzt ein, es sei Hungersnot…. wieso sollte er weitere Fettreserven anlegen, wenn er eh so wenig bekommt? Der Sinn der Fettreserven ist doch – meines Wissens nach – sie für schlechte Zeiten anzulegen und dann auf sie zurückzugreifen.
    Es wäre biologisch vollkommen sinnlos, das nicht zu tun, wenn zu wenig Energie zugeführt wird, denn das hieße ja, dass zu wenig Energie zugeführt wird und die dann noch nicht mal genutzt wird. Sondern angelegt wird – für was? für noch schlechtere Zeiten? In denen der Körper dann noch mehr anlegen würde?

    Klingt logisch 😉

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  8. pünktchen

    Nach der Lektüre dieses Papers ( http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0004377#s1 ) bin ich mir aber gar nicht mehr so sicher, ob es wirklich keine Reduktion des Kalorienverbrauchs gibt, die nicht durch verringertes Körpergewicht und unbewusst verminderte Aktivität erklärbar wäre. Ich finde die dort genannten Zahlen ziemlich krass.
    Allerdings kann man wohl durch Sport gegensteuern und eine Normalisierung der metabolischen Adaptation scheint nach nicht allzu langer Zeit auch möglich.

    Nicht falsch verstehen, ich behaupte nicht, dass man gar nicht erst anfangen sollte abzunehmen, weil „der Körper dann auf ewig die Sparflamme einschalten könnte“, aber die inter-individuelle Schwankungsbreite ist hoch und so manche(r) wird möglicherweise eben doch nach langer drastischer Kalorienreduktion zunächst unter dem erwarteten Bedarf verbrauchen (oder die Abnahme langsamer).
    Man kann das natürlich auch als Anreiz sehen, sich sportlich zu betätigen. 😉
    Es scheint also schon was Relevantes am Stoffwechsel zu machen, wenn man die Kalorienmenge start reduziert, aber das ist nicht unumkehrbar und man ist dem auch nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. 🙂

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      1. pünktchen

        Ich räume gerne ein, dass ich irgendwo etwas Grundlegendes nicht verstanden habe. Wenn ich aber das hier lese: „TDEE adjusted for body composition, was significantly lower by −431±51 and −240±83 kcal/d at M3 and M6, respectively, indicating a metabolic adaptation.“ sehe ich eine deutlich größere Senkung des Bedarfes. ?

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    1. MissGecko

      Laut Paper liegt der Effekt der „Kalorieneinsparung“ weniger an einer Absenkung des Grundbedarfs (metabolic rate) sondern stärker an einer Verringerung körperlicher Aktivitäten. Während der Erhaltungsphase (M6) steigt der Bedarf auch schon wieder. Und in der Gruppe, die das Defizit durch Essensreduktion + Sport gleichermaßen erzielt hat (CR+EX), trat der Effekt gar nicht auf.

      Von daher halte ich die Ergebnisse für nicht wirklich dramatisch.

      Umgekehrt finde ich, dass 50-80 kcal zwar nicht extrem sind, bei meiner Größe + Alter (1,70m, 42 J.) aber immerhin einen Unterschied von etwa 4-6 kg Körpergewicht ausmachen.

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  9. yannaba

    Schöner Beitrag, danke.
    Ich finde es auch extrem entspannend, dass ich, wenn ich – wie momentan – unter extremen beruflichen und privaten Stress stehe, einfach etwa um meinen Bedarf zu essen und zu wissen, dass ich jetzt nicht gleich wieder 5 Kilo zunehme. Ich habe Fettlogik im Juni gelesen und seitdem 12 Kilo (insgesamt 15 mit davorigem Diätversuch) abgenommen. In der Zeit hatte ich immer wieder wochenweise Durchhänger (entweder Urlaub oder Stress). Ich habe da maximal ein Kilo zugenommen – und hinterher war es dann auch immer gleich wieder weg.
    Es ist unglaublich befreiend zu wissen, ich mach gerade Pause und genieße mein Essen, aber nehme davon nicht zu und hinterher geht es dann weiter…

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  10. Ich brauche nicht mehr viel bis zum Ziel, 3-5kg vielleicht noch und dann brauche ich auch auf jeden Fall neue Klamotten. Ich freue mich da auch tatsächlich schon drauf, nicht zuletzt, weil meine momentanen inzwischen teilweise sehr sackartig aussehen (was nach 30kg nicht so sehr verwundert). Ich habe auch teilweise schon angefangen, gerade im Hosenbereich war es naturgemäß dringend nötig. Statt vorher 58 trage ich jetzt 98 (also 50 lang). Obenrum kann das noch schwierig werden, wegen Brust und Schultern bräuchte ich eher so 110. Sieht man auch sehr schön bei T-Shirts, die in tailliert aber ohne „Douche-Neck“ (V-Ausschnitt bis zum Bauchnabel) zu bekommen ist nicht ganz einfach. Interessanterweise sitzt Girlie ganz gut, bei Frauen gibt’s ja eher mal großer Brustumfang bei schmaler Taille. Allerdings wird’s da teilweise an Schultern und Armen zu eng…

    Ich hoffe bei Frauen ist das einfacher ^^

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  11. Pingback: Rezension: Die Fettlöserin – eine Anatomie des Scheiterns | robins urban life stories

  12. vanessa

    Mal wieder ein sehr motivierender Gastbeitrag. Danke dafür 🙂
    Trotzdem fehlt mir nach dem Lesen des Buches und Durchfirsten der Homepage eine detailliertere Info zum Thema Vitamine und Mineralien. Mit welchen Mitteln sollte man substituieren, was sollte man beachten? Gerade das Thema Nährstoffe ist bei einer unterkalorischen Diät sehr wichtig, umso mehr bemängele ich, dass darauf kaum eingegangen wird.

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    1. Dass ich dazu nicht ins Detail gehe hat den simplen Grund, dass ich dafür keine Expertin bin. Mir ist wichtig, nur Ratschläge zu erteilen, die ich wirklich vertreten kann, daher weise ich im Buch auch mehrfach darauf hin, sich am besten ärztlich begleiten zu lassen. Der Arzt kann mit Bluttest oder in der Befragung am besten einschätzen, was man braucht und was man ergänzen sollte. Per „Ferndiagnose“ halte ich das für absolut gefährlich. Jeder hat aufgrund unterschiedlicher körperlicher Bedürfnisse (Geschlecht, Belastung, Situation, Vorerkrankunen, etc. ) und Ernährung ganz andere Ergänzungs-Bedürfnisse. Also bevor ic hier irgendwelche Generalempfehlungen ausspreche, ist es mir lieber, die Leute machen einen Bluttest und holen sich, was sie wirklich brauchen.

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  13. Pingback: Gastbeitrag: The biggest Loser – Fettlogik überwinden.

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